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Uni-Misere: Schlägt die Stunde der Rosstäuscher?

Der designierte Wiener Rektor Engl droht nun also, Studiengänge zu schließen, wenn – wie im Finanzrahmen 2013 – 2015 vorgesehen – weniger statt mehr Geld für die Universitäten fließt. Denn der Studentenansturm nimmt nicht mehr zu bewältigende Ausmaße an. Im ideologischen Gebälk der SPÖ knirscht es angesichts der universitären Entwicklung hörbar. Das Wort Zugangsbeschränkungen kommt etwa Gabi Burgstaller schon leicht über die Lippen (kein Wunder, die Uni Salzburg wird erstmals mehr deutsche als österreichische Studienanfänger haben). Auch die Gewerkschaft beginnt sich zu bewegen. Darauf könnten die Rektoren ein bisschen Hoffnung setzen. Schreien sollten sie hingegen, wenn der Tiroler Landesfürst Platter seiner Partei rät, einen Abtausch Gesamtschule gegen Uni-Zugangsbeschränkungen einzugehen.

Die Hohen Schulen hätten nämlich allen Grund, sich kritisch in die Schuldebatte einzumischen. Sie wissen nämlich, dass die Uni-Misere nicht nur eine des Geldes, sondern auch eine der Qualität der Studienanfänger ist. Seit Jahrzehnten beklagen sie deren sinkendes Bildungsniveau. Natürlich müssen sie es bei den Klagen belassen, so lange sie noch selbst für die Ausbildung der Lehrer zuständig sind. Aber bei dem Ansinnen der flächendeckenden Gesamtschule dürften sie umso lauter schreien.
Wenn ein Schüler bis 14 unter dem ideologisch verordneten Leitstern der sozialen Integration unterrichtet wird, dann bleiben ihm nur mehr vier Jahre, um die ominöse Hochschulreife zu erlangen. Das soll gehen? Acht Jahre Wohlfühlpädagogik und dann in vier Jahren alles aufholen, was bis 14 nicht verlangt werden durfte, für ein Studium aber Voraussetzung wäre?
Kümmert es die Rektoren nicht, wie ihre Studienanfänger dann aussehen werden?
Wenn schon der urlaubende Vizekanzler und ÖVP-Chef, der das Wort Leistung permanent auf den Lippen führt, Günter Platter mit seiner Rosstäuscher-Mentalität nicht zurückpfeift, dann wäre das ein Fall für die zivilgesellschaftliche Verantwortung der Uni-Professoren – die ihnen leider ein Fremdwort ist.
Denn nicht einmal in eigener Sache stehen sie gemeinsam auf.
Es ist schlicht und einfach nicht zu verstehen, warum die Rektoren nicht ultimativ und mit Nachdruck fordern, Studiengebühren einheben zu können. 70 Prozent der Österreicher sind dafür, also müsste sich nicht einmal ein Werner Faymann fürchten, in dieser Frage – nein, nicht umzufallen, sondern umzudenken. Nicht deshalb, weil es gut für das Land wäre, sondern weil er sich mit der Mehrheit wüsste. Die Rektoren könnten ja mit Argumenten Entwicklungshilfe leisten. Das Stipendiensystem funktioniert gut. Es gibt genügend Studien, die zeigen, dass Studienbeiträge keineswegs eine sozial unerwünschte Auslese bewirken, dafür werden ohne sie nur die Kinder der Reichen subventioniert. Die Mehrheit der europäischen Länder hebt Gebühren ein. Die Drop-out-Quote sinkt etc.
Es ist auch nicht zu erklären, dass die Rektoren nicht aktiv werden und ein funktionierendes System vorlegen, wie der Uni-Zugang ohne zweifelhafte Aussiebungen wie Numerus Clausus oder Massentests geregelt werden kann. Verfügen sie denn nicht über die besten Bildungswissenschafter, Psychologen, Pädagogen, die längst das qualitativ beste Modell entwickelt haben müssten? Oder kümmern sie sich nur zu wenig um ihre eigene Angelegenheiten?
Ein hoch verschuldeter Staat kann besonders in schwierigen Zeiten nicht immer mehr Geld für alles ausgeben. Darum ist der Ruf „Mehr Steuergeld oder ich sperre zu“ unendlich kurz gegriffen. Und eines Rektors nicht würdig. Der könnte sich mit seinen Kollegen und seinen Konzepten, Daten und Argumenten so lange ins Kanzlervorzimmer setzen, bis er ihn überzeugt hat. Er dürfte sich des Applauses des ganzen Landes sicher sein.
Das wird es nur leider nicht spielen.
Dafür kündigen die Studenten bereits ihren „zivilen Ungehorsam“ an. Wir dürfen uns wohl wieder auf Hörsaalbesetzungen der Audimaxisten freuen, die die Universitäten Unsummen kosten (die sie nicht haben) und die SPÖ noch weiter in ihrer Ablehnung aller vernünftigen Studienplatz-Bewirtschaftungsmaßnahmen zementieren werden.
Und in dieser Situation darf Günter Platter ungestraft Schwachsinn reden. Schon schön, dass die Spindelegger-ÖVP eine leistungsorientierte Partei ist. Oder ist ihr das Wort Leistung nicht mehr als eine Platter-tüde?

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorambrosius
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    12. August 2011 10:25

    Die Zerschlagung unseres Bildungssystems hat mit der Machtübernahme der sog. Sozialdemokraten unverzüglich unter Leitung von Kreisky und Firnberg begonnen und ist ja mittlerweile fast abgeschlossen. Es fehlen nur noch ein paar Kleinigkeiten wie die " Gesamtschule" und die Abschaffung möglichst aller " Schlupflöcher " für klassenfeindliche
    Eltern, die denoch immer noch Widerstand leisten und für ihre Kinder eine ordentliche Ausbildung suchen. ( Die Sprößlinge der Nomenklatura kann man ja ins Ausland zur Ausbildung schicken. Ich erinnere mich noch sehr gut, dass das gesamte kommunistische Geschmeiß der Stadt Marburg seine Kinder auf die Klosterschule nach Graz gekarrt hat).

    Die Sache ist deshalb eigentlich schon " gegessen",weil die heutigen Führungskräfte, also auch die Herren Rektoren oder Landeshauptleute und dgl.
    bereits aus dem in Verfall befindlichen Wohlfühlunbildungssystem stammen. Wie kann man von diesen Leuten erwarten, daß sie vernünftige Entscheidungen treffen und nicht nur Schwachsinn schwätzen?.
    Das System ist von sich selbst heraus nicht mehr reformierbar !!

  2. Ausgezeichneter KommentatorAnton Volpini
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    12. August 2011 10:58

    Wenn die Hohen Schulen seit Jahrzehnten über sinkendes Bildungsniveau klagen, dann sollten sie zuerst einmal bei ihren eigenen Rektoren anfangen.
    Der Rektor Engel hat heute im Morgenjournal als Begründung für mehr Geld folgendes geliefert: "Für einen reichen Staat wie Östereich muß das leistbar sein"
    So, als ob er bei Laura R. vor deren Jobantritt in die Schule gegangen wäre!

  3. Ausgezeichneter KommentatorMartin Bauer
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    12. August 2011 10:08

    Die Steigerungsform von platt?
    Genau!

  4. Ausgezeichneter Kommentatorlibertus
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    12. August 2011 12:18

    Selbst den geistigen Eliten fällt nichts Kreativeres ein, als immer nur nach mehr Geld zu schreien, so wie leider die meisten Interessensgruppen in unserem Land.

    Besonders Hochschulprofessoren sollten inzwischen wissen, daß erstens Geld alleine nicht zur Lösung aller Probleme beiträgt und zweitens nicht wie Manna vom Himmel fällt.

    Vorschläge zur Lösung der Studentenschwemme führt unser geschätzter Tagebuchautor genug an, man muß halt nur daran arbeiten, aber letzteres verkommt immer mehr zum Fremdwort.

    P.S.: Die FPÖ wird derzeit in vielen ORF-Sendungen vorgeführt, daß Strache seine Partei nicht im Griff hätte. Und wie steht es mit der ÖVP? Spindelegger ist abgetaucht und schon kriechen entbehrliche Wortspender aus ihren Löchern: Schilcher, Platter, Busek etc. - wer hat da die Partei fest im Griff? Die SPÖ?

  5. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    12. August 2011 10:32

    Schon wieder die ÖVP.

    Wir brauchen Rektoren, die ihre Unis und ihre Möglichkeiten kennen und die sich um ihre Unis, und vor allem deren Ruf, kümmern und denen die Qualität der Absolventen ein Anliegen ist.

    Wir brauchen vernünftige Politiker, denen die österreichische Schulbildung und deren Vielfalt ein Anliegen ist.

    Wir brauchen auch Studenten, die wissen, was Leistung, Eigenleistung, Verantwortung, Eigenverantwortung, Ergebniswille, Ergebnistreue, Neigung und Eignung Begriffe sind.

    Diese Erziehung zu ermöglichen wäre das Anliegen an die Politik.

    Was brauchen aber die Genossen in der Politik ? Leistungsfeindlichkeit, Manipulation, Destruktion, Quantität statt Qualität, etc., so wie wir das ja erleben im Audimax und auf der Burgtheaterbühne. Vielleicht besetzen die Studenten einmal die SPÖ Zentrale, gleich hinter dem Burgtheater, und verlangen, daß ihre Diplome und Zeugnisse endlich wieder was wert sind und ihre Berufschancen und Ausbildungschancen endlich wieder reale werden, und vielleicht ist den Studenten das auch was wert, nämlich auch die, in Österreich geringen, Studiengebühren zu zahlen.

    Für meine Tochter war es mir eine Studiengebühr zwischen 12 000,- und 18 000,- Euro pro Jahr wert, an einer Universität im Ausland die Studiengebühren pro Kurs zu bezahlen und auch die Inhalte effizient vermittelt zu bekommen.

    Offenbar bekommt man bei uns eben für nichts, richtig, '... nichts'. Das wollen wir alle nicht und ganz sicher auch ein Herr Platter nicht, sonst soll er lieber Schifahren gehen ...

  6. Ausgezeichneter Kommentatordurga
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    12. August 2011 12:35

    Man sollte an mehreren Stellen ansetzen:

    1. Ausleseverfahren vor Antritt des Studiums und Einhebung von Studiengebühren. Die ist der Fall an FHs, die ja schon einen beträchtlichen Anteil an Österreichs Studenten an sich ziehen konnten und deren Abschlüsse als äquivalent mit den Bak und Master-Abschlüssen der Unis gelten. Es kann ja nicht sein, daß zum selben Abschluß führende Studien einmal Ausleseverfahren/Studiengebühren haben und im anderen Fall dies strikt ablehnen.
    2. Restrukturierung und Redimensionierung unserer Universitäten (Beseitigung von hypertrophen Strukturen, Vereinigen und Straffen zusammengehöriger Fachrichtungen) und kritische Evaluierung des akademischen Personals. Es kann nicht sein, daß die Kosten der Ausbildung von Studenten mit bis zu 15 000 €/Jahr weltweit zu den höchsten zählen, unsere akademischen Institutionen aber im Universitätsranking unter „ferner liefen“ (d.i. Plätze um und jenseits 200) rangieren.
    3. Vorlesungen – nicht nur in Massenfächern – auf hervorragend aufbereitete elektronische Versionen umstellen. Dies ermöglicht sowohl Studenten Teile zu wiederholen, die sie nicht (ganz) verstanden haben, und weiterführende links für mehr Information zu nutzen, als auch den Lehrenden mehr Zeit für ihre Forschung zu haben (wenn dies in vielen Fällen nicht nur als Ausrede fungieren sollte). Überdies benötigt man dann nicht mehr immer größere Hörsäale und damit entsprechende Neubauten.
    4. Bei der Neuberufung von Professoren muß in erster Linie auf Exzellenz geachtet werden und nicht auf Quote oder möglichst wenig Widerstand im Senat/Berufungskommission

    Der Ruf nach immer höheren Budgets ohne den Willen auch bei sich selbst anzusetzen und fehlerhaften Entwicklungen entschieden gegenzusteuern, erscheint unangebracht.

  7. Ausgezeichneter KommentatorGerhild Baron
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    12. August 2011 19:24

    Ich finde, daß die ÖVP schon lange keine leistungsorientierte Partei mehr ist und frage mich mehr und mehr, warum man diese Partei eigentlich noch wählen soll.
    Es gibt einen einzigen Grund : wo sieht man eine Alternative ?? Aber das wird als Grund nicht mehr genügen und die Rechnung wird präsentiert werden, zu unser aller Schaden, denn es gibt weit und breit nur mehr Mittelmaß und darunter.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorcmh
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    15. August 2011 20:20

    Allan Bloom: The closing of the American Mind

    Ich habe das Buch dem 123xRatio auf das Auge gedrückt, ich kann es aber allen anderen auch sehr empfehlen.

    Wir reden alle so, als wären unsere Universitäten reine Pflanzstätten zur geplanten Produktion von Apparatschiks der jeweiligen Fachrichtungen. Das könnten wir auch erreichen, wenn wir vier Jahre an die Mittelschule zur vertieften Fachqusbildung oder sowas dranhängen täten. Dann würden wir uns zwar auch wundern, warum wir nur einseitigflach gebildete und ansonsten unbrauchbare Fachidioten bekommen aber wir könnten uns nicht mehr auf die Universitäten ausreden.

    In den alten Universitäten war es nicht nur Ziel und Zweck, kleine Nobelpreisträger zu ziehen, sondern vor allem "gebildete Menschen", also Menschen, die eine Orientierung haben.

    Bei uns lautet das Rezept (horribile dichtu) zur Absolventenproduktion

    1. Man nehme, desorientierte Mittelschulabgänger, die auf Belastungen möglichst sauer reagieren
    2. Gebe viel Geld (aber in jedem Fall zuwenig) dazu
    3. Schütte das Ergebnis in den Abfluss.

    Jetzt kann 123xRatio gähnen.


alle Kommentare

  1. Shahir (kein Partner)
    21. Januar 2015 13:43

    Essays like this are so important to brdnaeoing people's horizons. http://kvoallom.com [url=http://bctihw.com]bctihw[/url ] [link=http://scbemtldn.com]scbemtldn[/link ]

  2. Ricardo (kein Partner)
    20. Januar 2015 08:36

    Heck of a job there, it absutolely helps me out.

  3. Cristina (kein Partner)
    19. Januar 2015 06:58

    This could not pobslsiy have been more helpful!

  4. RR Prof. Reinhard Horner
    17. August 2011 14:14

    reinhard.horner@chello.at

    Höhere und Hohe (Schul-)Bildung

    Wollen wir lediglich mehr weibliche und männliche Besucher Höherer Schulen und Hochschulstudenten oder geht es um mehr und qualitativ hochwertige Abschlüsse? Obendrein um Studien zu Abschlüssen mit beruflichen Anwendungsaussichten? Soll ein eigenes Studentenbiotop geschaffen werden? Dies auch als Ersatz für Investitionen in andere Bildungs- und Lebenszuschnitte
    – wie etwa für Fachkräfte?

    Studienberechtigung – Studierbefähigung

    Wird eine Maturitätsprüfung (Reifeprüfung) oder eine Abiturientenprüfung (Abgangsprüfung) vorgenommen? Jedenfalls mit propädeutischen Elementen! Wo müssen Zugangsprüfungen durchgeführt werden? (Aus Qualitätsgünden, wie z. B. jetzt auch für pädagogische Berufe, oder nur zur Eindämmung ausufernder Quantitäten?)
    Was haben die Maturanten, die Absolventen der Berufsreifeprüfung und diejenigen der Studienberechtigungsprüfung an Voraussetzungen für ihr erfolgreiches Studium mitzubringen, einzubringen? Was können und sollen sie davon erst an ihrem Studienbeginn – etwa in einer Studieneingangs- oder Studienvorbereitungsphase – erwerben?
    Wie können Hinführungen aus bildungsfernen Herkünften gelingen?

    Aussichtsreiche Studienwahl

    Aussichtsreich für den Abschluss und für die Perspektiven einer Berufsausübung!
    Wieder stellt sich die Frage, was diesbezüglich als Voraussetzung zum Studienantritt mitgebracht und was erst in einer „Studieneingangsphase“ u. dgl. oder im späteren Verlauf des Studiums zu erwerben ist. Welche Studienänderungen sollen in langer Dauer (schier endlos) offen bleiben?

    Universitäten und Fachhochschulen

    Welche beruflichen Heranbildungen sollen dort – auch noch zusätzlich – erfolgen und im Besonderen welche wissenschaftlichen, welche Forschungstätigkeiten sollen grundgelegt werden? Einerseits mit Baccalaureat und Master, andererseits mit Doktorat?
    Wo sollen welche Studienrichtungen geboten werden? Etwa an allgemeinen und an speziellen Universitäten? Welche Spezialisierungen sind aus Gründen der Qualität und der Ökonomie geraten? Mit Eingriffen und Bereinigungen an bestehenden Universitäten?
    Wie stark sind die Studiengänge zu verschulen? Wie sehr ist ihr Verlauf deduktiv (von allgemein, breit gehaltenen Grundlagen zu möglichst später Spezialisierung) bzw. induzierend (vom Konkreten, Besonderen zur darauf aufbauenden Erweiterung und Vertiefung) zu gestalten? Ist die Bildung persönlicher Qualitäten mit eingebundener Ausbildung nachgefragter Qualifikationen intendiert? Wie sind Theorie und Praxis einzubauen? Welchen Stellenwert kann das ausübende Erfahrungslernen erlangen?
    Welche Aufgaben und Einrichtungen dienen an Universitäten und an Fachhochschulen dem permanenten lebensdurchdringenden Weiterlernen auf höchstem Anspruchsniveau? Welche sind nachgeordneten Einrichtungen zuzuordnen?
    Welche Öffnungen, welche Verbindungen zu besonderen Einrichtungen der Forschung und Entwicklung sind geraten?

    Studienbedingungen

    Welche Mindest- und welche Besterfordernisse sind für die Studien sicherzustellen? Sowohl hinsichtlich der personellen als auch der sachlichen Ressourcen! Wie ist mit den Massenstudien zu verfahren?
    Wie sind Studienverzögerungen durch mangelnde Plätze und unzumutbare Bedingungen hintanzuhalten?

    Staatliche Versorgung und Investitionen

    Welche Eigen- und welche Fremdinvestitionen sind dem Einsatz staatlicher Mittel hinzuzufügen? Etwa zur Förderung höchstqualifizierter Studienleistungen und besonders erforderlicher (wie z. B. technischer) Studienrichtungen, in denen ein Mangel an Studenten herrscht!
    Welche Stipendien soll es geben? Sind Kreditfinanzierungen angebracht, auch wenn unterwertige Beschäftigung oder gar Arbeitslosigkeit folgt?
    Wie ist mit Werkstudenten und studierenden Eltern (insbesondere Müttern) umzugehen? Wie halten wir es mit zügigen und mit Bummelstudien? Wie halten wir es mit Altersstudien?

  5. cmh (kein Partner)
    15. August 2011 20:20

    Allan Bloom: The closing of the American Mind

    Ich habe das Buch dem 123xRatio auf das Auge gedrückt, ich kann es aber allen anderen auch sehr empfehlen.

    Wir reden alle so, als wären unsere Universitäten reine Pflanzstätten zur geplanten Produktion von Apparatschiks der jeweiligen Fachrichtungen. Das könnten wir auch erreichen, wenn wir vier Jahre an die Mittelschule zur vertieften Fachqusbildung oder sowas dranhängen täten. Dann würden wir uns zwar auch wundern, warum wir nur einseitigflach gebildete und ansonsten unbrauchbare Fachidioten bekommen aber wir könnten uns nicht mehr auf die Universitäten ausreden.

    In den alten Universitäten war es nicht nur Ziel und Zweck, kleine Nobelpreisträger zu ziehen, sondern vor allem "gebildete Menschen", also Menschen, die eine Orientierung haben.

    Bei uns lautet das Rezept (horribile dichtu) zur Absolventenproduktion

    1. Man nehme, desorientierte Mittelschulabgänger, die auf Belastungen möglichst sauer reagieren
    2. Gebe viel Geld (aber in jedem Fall zuwenig) dazu
    3. Schütte das Ergebnis in den Abfluss.

    Jetzt kann 123xRatio gähnen.

    • xRatio (kein Partner)
      15. August 2011 23:55

      @cmh 15. August 2011 20:20
      "Jetzt kann 123xRatio gähnen."

      Das tut xRatio auch. - Gääääähn.

      Jemand in Ihrem Hexeneinmaleins auszubilden ist seine und der Universitäten Sache sicher nicht.

    • cmh (kein Partner)
      16. August 2011 10:40

      Am Popo erkenne ich keine Farben. (Alter Tarockiererspruch)

      Worin liegt eigentlich das Inhaltliche Ihres Gähnens. Sicher rechnen Sie im Hinterkopf irgendwas.

  6. xRatio (kein Partner)
    15. August 2011 19:07

    Gääähn, wie oft muß das eigentlich noch gesagt sein:

    Schule, das gesamte Bildungswesen, muß STAATSFREI sein

    Uralte Binsenweisheit, z.B. John Stuart Mill:

    "Die allgemeinverbindliche Erziehung durch den Staat ist bloß eine Vorrichtung, um die Menschen so zu formen, daß einer genau dem anderen gleicht: und da die Schablone, in die alle gepreßt werden, jene ist, die der vorherrschenden Macht in der Regierung gefällt, ... errichtet dies eine Herrschaft über den Geist, die zwangsläufig zu einer über den Körper führt."


    http://mehr-freiheit.de/faq/schule.html

    • cmh (kein Partner)
      15. August 2011 20:02

      123xRatio

      Die Aussage könnte mutatis mutandis auch vom Tiroler Dorfgendarmen gemacht worden sein. Schon irgendwie richtig, aber so ein kompletter Blödsinn.

      Gerade Mill für deie Erziehung zu zitieren ist ja lieb, aber John Stuart hatte einen Vater namens James Mill und der hat seinen Sohn doch recht ordentlich gezwiefelt. Altgriechisch konnte der Johnny bereits mit 5! Dafür kriegen sie bei uns Konflikte mit den Tierschützern.

      Sollten Sie englisch können (deutsch ist es vergriffen), dann empfehle ich Ihnen als Gutenachtleküre das folgende:

      http://www.amazon.de/Closing-American-Mind-Allan-Bloom/dp/0671657151/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1313431280&sr=8-2

      Dann dürfen Sie wiederkommen.

  7. Haider
    13. August 2011 23:30

    Wenn jemand Grundkenntnisse in "marxistischer Dialektik" erwerben will, muß er halt Politologie studieren. Aber muß ich ihm dies wirklich mit meinen Steuerabgaben finanzieren?
    Skeptisch bin ich nur, wenn Studiengebühren nach aktueller Arbeitsmarkt-Situation eingehoben werden sollen. Wir hatten Ärzteschwemmen, Lehrerschwemmen, Tierärzte-Spitzen und darauf folgten Lehrermangel, Ärztemangel usw. Prognosen über eine 10jährige Ausbildungszeit waren bisher nichteinmal so aussagekräftig wie Wetterberichte.
    Wäre es möglich, auf den Schulen Lernen zu vermitteln, und auf den Universitäten Wissenschaftlichkeit, dann wäre vielleicht die Einseitigkeit gewisser Ausbildungsgänge nicht gar so drückend und die Einsatzmöglichkeit von Uni-Absolventen im Berufsleben flexibler möglich.

  8. aw70 (kein Partner)
    13. August 2011 18:51

    Na schön, die Hochschulen sind derzeit vermutlich wirklich mehr oder weniger pleite. Das glaube ich den Rektoren sogar.

    Nur: das bedeutet noch lange nicht automatisch, dass sie deswegen auch tatsächlich mehr Geld bekommen sollten. Auch nur einen Cent mehr, um genau zu sein.

    Ich kann da nur für meinen Fachbereich, nämlich die Informatik, sprechen. In dem hat seit der Zeit, in der ich Student war, ein enormer Aufwuchs an Personal stattgefunden. Der hat allerdings im internationalen Vergleich zu einer - vornehm gesagt - nur als sehr mässig zu bezeichnenden Verbesserung der Forschungsleistung geführt.

    Diese Ineffizienz hat mehrere Ursachen, wie beispielsweise das katastrophal leistungsfeindliche Dienstrecht. Das zu ändern primär keine Geldfrage ist, sondern eine politische Willensentscheidung wäre - die nach dem neuen UOG sogar bis zu einem gewissen Grad uni-intern möglich wäre. Und natürlich die Massenuni, die enorme Ressourcen in ineffizienter Lehre bindet. Abgerundet wird das noch dadurch, dass die Personalstruktur unserer Unis grundsätzlich schlecht ist, mit einem im internationalen Vergleich viel zu kleinen Stamm-Lehrkörper. Es gibt bei uns faktisch nur volle Professoren, aber mit Ausnahme der "alten" ao.Profs keine permanenten Positionen unterhalb dieses Niveaus, so wie sonst überall (assoziierte Professoren, Dozenten, o.ä. - typischerweise 2-3 pro volle Professur). Das sieht nach einem Detail aus, macht aber insofern einen riesigen Unterschied, weil diese "zweite Reihe" überall sonstwo das Rückgrat einer qualitativ hochwertigen Lehre und Forschung ist. Nur in Österreich bleiben riesige, grundlegende LVAs an den sehr wenigen Professoren (die dafür neben ihren x anderen Aufgaben einfach keine Zeit haben), und ihren Assistenten (die nicht voll ausgebildete Unilehrer sind, aber die Sache oft de facto fast alleine schaukeln müssen) hängen. Dass die Qualität der Lehre da den Bach runter geht, erstaunt auch nur den Aussenstehenden.

    Weitgehend sinnfreie Doppelgleisigkeiten im Studienangebot an ein und demselben Hochschulstandort sind da nur das Sahnehäubchen auf der ganzen Sache. Wieso in Wien beispielsweise drei mal das Studium Informatik angeboten werden muss, weiss eigentlich keiner so genau (Uni, TU, WU). Vor allem die Hauptuni hat in diesem Bereich nur ein mässiges Profil, und eine enden wollende Forschungsleistung auf Spitzenniveau (die wenigen Kollegen auf der Uni, die international sehr gut arbeiten, verzeihen mir hoffentlich die Generalisierung - aber insgesamt steht die Uni halt in der INF nicht allzu gut da). Die Wirtschaftsinformatik wäre eigentlich traditionell besser an der WU aufgehoben als an der TU, und selbst die TU könnte noch einiges tun, um ihr Profil zu schärfen, und auch die hausinternen Doppelgleisigkeiten mit der ebenfalls in diese Richtung gehenden Elektrotechnik zu beseitigen (mal ganz abgesehen davon, dass auch nicht alle Bereiche der TU-INF internationales Niveau haben).

    Und das ist nur die Informatik - EIN Fachbereich von vielen.

    Soll heissen: wenn an einzelnen Unis ganze Studienrichtungen eingespart bzw. gekürzt und neu orientiert würden, dann wäre das keineswegs automatisch ein Angriff auf das Bildungswesen in Österreich. Manchmal wäre es sogar das genaue Gegenteil, wobei man halt auch sehr vorsichtig sein muss. Physik gibt es beispielsweise auch zweimal in Wien, an der Uni, und an der TU. Wobei beide Standorte ihr eigenständiges Profil haben, und es ein verheerender Fehler wäre, eine von beiden Standorten aufzulassen - die sind nämlich beide gut.

    Wenn man den Bildungsgrad und die Motivationslage des durchschnittlichen Politikers bedenkt (der derzeitige Minister ist eine seltene Ausnahme, zumindest in puncto Bildung), dann ist natürlich auch verständlich, dass hier seitens der Unis krampfhaft versucht wird, jede Einflussnahme abzuwehren.

    Der derzeit herrschende Budgetdruck wäre halt ein guter Aufhänger, damit uni-intern Dinge in Gang gebracht werden, die da vielleicht zu ein bisschen Flurbereinigung führen. Wobei man, wenn man die interne Dynamik der österreichischen Unis kennt, da auch nicht allzu viel Hoffnung haben sollte. Wenn jetzt eine Uni aus Budgetgründen Studiengänge auflassen muss, dann erwischt es mit den derzeitigen Leitungsstrukturen und Vernetzungen viel eher irgend eine Studienrichtung, deren Exponenten (warum auch immer) uni-intern missliebig sind, als Studienrichtungen, die gesamtgesellschaftlich gesehen vielleicht weniger sinnvoll sind. Oder die am Uni-Standort doppelt vorhanden sind. Da wären dann schon auch externe Vorgaben aus dem Ministerium nötig, aber wenn man sich anschaut, was bei eigentlich logischen Dingen wie Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren von politischer Seite aufgeführt wird... dann will man ja gar nicht wissen, was bei der Auflassung von einzelnen Studienrichtungen los wäre. Zumindest bei denen, deren Namen der durchschnittliche Politiker buchstabieren kann...

    • Zraxl (kein Partner)
      13. August 2011 22:30

      Inwiefern hat das Dienstrecht Einfluss auf die Forschungsleistung?

      Wenn ein Institut wissenschaftliches Personal beschäftigt das Dienst nach Vorschrift macht, wenn also pünktlich um 17:00 dies Bleistifte auf den Schreibtisch fallen, dann ist ohnehin alles zu spät. Da ist es am besten, man sperrt zu.

    • aw70 (kein Partner)
      13. August 2011 23:36

      @Zraxl

      Das Dienstrecht hat mehr langfristig einen negativen Einfluss - da aber umso zerstörerischer. Es geht jedenfalls nicht darum, ob man bis 17 Uhr bleibt oder 18 Uhr.

      Wissenschaftler wird man nicht über Nacht, es dauert nach dem Diplom je nach Disziplin auch mal ein Jahrzehnt oder mehr, bis man persönlich ungefähr auf dem Niveau der momentanen Forschung ist. Was bedeutet, dass im Uni-Betrieb personelle Kontinuität, und planbare Karrieren, sehr wichtig sind.

      In Österreich haben wir diesbezüglich ein doppeltes Problem: einerseits gibt es bei uns nur sehr wenige Personen, die dauerhaft an den Unis angestellt sind - die berufenen Professoren. Die kommen aber aufgrund ihrer Leitungsfunktion in vielen Fällen kaum mehr zu eigener Lehre und Forschung, wodurch sie natürlich auch im Laufe der Jahre an Kompetenz verlieren. Und andererseits sind die breite Masse der an den Unis angestellten Personen jüngere, nicht voll ausgebildete Forscher und Unilehrer auf Zeitverträgen (die Assistenten). Die verlassen die Uni entweder bevor sie voll ausgebildet sind, oder dann zu diesem Zeitpunkt. Schlicht und einfach, weil es keine Posten unterhalb einer vollen Professur gibt.

      Auch im anglo-amerikanischen Raum ist es durchaus üblich, dass der Großteil der Assistenten nicht an den Unis bleibt. Nicht zuletzt deswegen, weil es gar keinen so großen Bedarf an Uni-Lehrern gibt. Aber es gibt dort doch deutlich mehr Posten, weil es eben die voll eigenverantwortliche Ebene unterhalb des Professors gibt, die bei uns fehlt. Diese Leute kommen i.A. sehr wohl noch zu eigener Forschung, und machen entsprechend forschungsgeleitete Lehre, die die Bezeichnung verdient. "Full Professor" wird man in diesen anderen Uni-Systemen deutlich später als bei uns, und vor allem praktisch nur dann, wenn man sich nach dem Gegenstück zur Habilitation (der Tenure) einige Zeit seine Sporen als associate Professor verdient hat. Es wird auch lange nicht jeder im Laufe seiner Karriere "Full Professor", was aber auch nicht wirklich was macht - "associate Professor" ist ein durchaus ehrbarer, eigenverantwortlicher Posten, auf dem man auch in Pension gehen kann. Und nicht so wie in Österreich "akademischer Mittelbau", der stets auf die Gnade der Professoren angewiesen ist, um Dinge selbst tun zu dürfen.

      Das klingt alles vermutlich auch wieder nach recht speziellen Details, aber die machen in der Praxis dann enorm viel aus. Leider.

  9. RR Prof. Reinhard Horner
    13. August 2011 14:35

    reinhard.horner@chello.at

    Bildungswesen: Aufgabenbewusstsein und Verantwortung

    Offensichtlich hapert es in etlichen Regionen bereits an der Gesamtschule Volksschule.

    Die Erziehungsenteignung mit einem pflichtigen Kindergartenjahr soll Abhilfe schaffen – wofür, für wen?

    Nun gibt es Uni-Rektoren, die einfach nach mehr Geld, nach einer totalen Versorgungspolitik schreien. Haben diese keine eigenen Aufgaben und Verantwortungen, so dass sie nur mit mehr Geld weiterwurschteln möchten? Sind solche Rektoren als „Reaktoren“ statt als Akteure – im Rahmen ihrer Aufgaben und Verantwortungen, ihrer Möglichkeiten – auf dem richtigen Platz? Gibt es keine besseren Bewerber?

    • Karl Rinnhofer
      13. August 2011 16:48

      @RR PROF. Reinhard Horner
      Sie haben recht; und vielfach fehlt die Sensibilität für diese Entwicklungen.
      Zur "Kindergartenpflicht" als "Enteignung der Erziehung (man könne auch von Verstaatlichung oder frühkindlicher Ideologisierung sprechen) gibt es aktuell eine Anzeige einer Mutter aus Wien, der sich nun auch eine Mutter aus der Steiermark angeschlossen hat. Auch im weiterführenden System (Ganztagsschulen) wird diese Linie fortgesetzt; zudem wird man mit den verschiedensten "Argumenten" immer früher ansetzen. Jedenfalls sollen die Kinder den als Erziehungsfaktor störenden“ Familien weggenommen werden - und dann wundert man sich, dass sich immer weniger getrauen, Kinder ohne Perspektive in eine Multi-Kulti-Welt ohne echtes Identifikationsangebot, doch mit vielen Unwägbarkeiten zu setzen. Sie haben auf deren Erziehung sie keinen Einfluss mehr. Zudem sollen ihre Nachkömmlinge Schulden zurückzahlen, die eine verantwortungslose Vorgängergeneration in an sich prosperierenden Zeiten verantwortungslos angehäuft hat.

      Sie haben auch recht mit der Volksschule als Gesamtschule: Deutlich genug ist in P.I.S.A., dass die Schultypen des differenzieren Systems noch am besten reussierten (AHS, BHS) – allerdings wird das wird geflissentlich verschwiegen. Die Pflichtschullehrer trifft an der Katastrophe keine Schuld, Ihnen wurde die Struktur der Kusschelpädagogik, des Nicht-Durchfallen-Können, des Sich-nach-dem-Schwächsten-Richtens, der nicht beherrschten Unterrichtssprache vieler Schüler, der genommenen Erziehungsmittel (bei gleichzeitigem Ausfall vieler Familien als Erzieherische Instanz) genommen.

      Recht haben Sie auch mit der Geldfrage: Bei sämtlichen Krisen ertönt der Ruf nach mehr Geld (sogar Steuererhöhungen werden als „Sparpaket“ verkauft). Das Bildungswesen hat, (wie das Gesundheitswesen, der öffentliche Verkehrs etc., der Staat an sich) eher zu viel Geld zur Verfügung. Vor allem müssen die psychologischen Bedingungen saniert, aber auch die fachliche Berechtigungsfrage angegangen werden. Unter der Bedingung der ideologisch erzwungenen Massenuniversitäten ist es tatsächlich vielerorts schwierig, mit der gleichen Summe ein Mehrfaches an Studenten zu „versorgen“.

  10. Eso-Vergelter (kein Partner)
    13. August 2011 14:00

    Österreich kann durch diverse ökologische Maßnahmen gerettet werden. Z. B. sollen die herkömmlichen Autos durch 1 l-Autos ersetzt werden. Und Millionen Ausländer und Mischlinge sollen weggeschafft werden. Bei der Wahl in Berlin werden die FW und Pro D viele Stimmen bekommen. Nicht-grüne Ökos und Patrioten setzen sich durch.

  11. Otto (kein Partner)
    13. August 2011 12:57

    Wieso soll der Numerus clausus eine "zweifelhafte Aussiebung" sein?

  12. Karl Rinnhofer
    12. August 2011 22:24

    1. Von der Warte der Höheren Schulen betrachtet, ist die Situation an diesen viel weniger eine Frage der Qualität der Lehrer (natürlich auch dieser; unverzeihlich das Auflassen der Verpflichtung zweier gleichwertiger Lehramtsprüfungen etc.) als vielmehr der ihnen de facto aufgetragenen (ideologisch präformierten) Vorgaben in Richtung Anforderungsdumping und Berechtigungsinflation, die mancherorts durch (verpolitisierte) Schulbehördenvertreter erzwungen werden. Die Lehrer leiden genauso unter dieser erzwungenen Minimierung der Ansprüche wie alle anderen Betroffenen, doch sie erfahren keine Unterstützung und werden „von oben“ und „von unten“ zerrieben: Von einer ideologisch oder populistisch agierenden vorgesetzten Behörde (keine „personenbezogene“ Generalisierung)– unterstützt durch entsprechende Strukturen - die allen an sich und ihre Schüler Leistungsansprüche stellenden Lehrern sämtliche auffindbare Prügeln vor die Füße wirft. Und von einer desinformierten Öffentlichkeit, die in dumpfen Berechtigungsdenken verharrt: Guter Lehrer / gute Schule: „Wenn alle durchkommen“ und es (weitgehend nur) „gute Noten“ gibt“, unterstützt durch die unhaltbare Personalunion Lehrender = (End-)Prüfender mit (erzwungener) Selbstdeklaration geschönter „Unterrichtserfolge“.

    2. Auch die Nachfolgeinstanzen der Schulen (Unis und Arbeitgeber), die zunehmend und zu Recht über kaum entwickelte Studierfähigkeit der Maturanten und indiskutable Kenntnisse, Arbeitshaltung und Belastbarkeit der Pflichtschulabgänger klagen, artikulieren sich nicht annähernd zielgerichtet: Statt mit an sich gesetzkonform fordernden Lehrern an einem Strang zu ziehen und diese als Partner ihres legitimen Anliegens wahrzunehmen, heulen manche mit den Wölfen und verzichten darauf, die vorgesetzte Behördenvertreter in die Pflicht zu nehmen.

    3. Wären weitgehend studierfähige Studenten an unseren Hochschulen, stellte sich das Problem der Studiengebühren kaum. Das Problem sind die Massenuniversitäten, in denen in dumpfer Vorgabe des „Erhöhens des Akademikeranteils“ fernab aller Bedürfnisse des Arbeitsmarktes Akademikerheere ohne Perspektive produziert werden .- sei es zur Schönung der Arbeitslosenstatistik, sei es zum Züchten eines „angepassten“ akademischen Proletariats, das in seiner verzweifelt Suche nach adäquaten Arbeitsplätzen angesichts eingesetzter Ressourcen an Lebenszeit und finanzieller Mittel manche (gesinnungsmäßigen) „Kompromisse“ einzugehen eher bereit ist.

    4. Auch das Gymnasium steht vielerorts seit langem im Dienste der Gesamtschule: Wesentlich schlechter dotiert als die Neue Mittelschule wurden es erpressbar, kann es sich vielerorts kaum leisten, ungeeignete Schüler abzuweisen, wird es zu einer Pädagogik des Schiebens und Ziehens der weitgehend ohne Eignungskriterien Aufgenommenen gezwungen (Schüler = „Werteinheiten!“ = Arbeitsplätze). Auch das Hinaufhieven des Einsetzens typenbildender Fächer (z.B.Latein) in die Oberstufe bei glechzeitiger Stundenreduierung bereitet diese vor. Das Gymnasium darf nach politichem Willen keine Überlegenheit gegenüber der Neuen Mittelschule ausweisen, um so endgültig und "plausibel" für obsolet erklärt zu werden.

    5. Bei den (moderat durchaus wünschenswerten) Studiengebühren möge dringend ein Aspekt berücksichtigt werden: Sie müssen für ALLE gelten. Keineswegs subventioniert freier Hochschulzugang nur „Reiche“; die Studiengebühren betreffen auch den unteren Mittelstand (bei gleichzeitigem Entfall der Stipendien wegen „Überschreitung der Einkommensgrenze“). Kontraproduktiv ist es, durch “großzügige Stipendien“ samt Rückvergütung der Studiengebühren (wie in de „alten“ Regelung) zusätzliche Umverteilung zu schaffen (Analogie: neuer einkommensabhängiger Pflegeregress etc.). Damit lukrieren wieder gerade diejenigen, die keine oder kaum Steuern zahlen, Stipendienauszahlung und Studiengebührenrückvergütung zugleich. Dass auf Basis progressiver Besteuerung zusätzlich in so vielen Bereichen zusätzlich gleichzeitig Transferzahlungen und Gebühren-Reduzierung, Befreiung oder -Rückvergütung immer am gleichen Kriterium Bruttoeinkommen ansetzen (zudem unter berufsspezifisch bedenklicher Unsymmetrie des Ausweises dieser) –ist tief ungerecht, verhöhnt Leistung, widerspricht allen „Beitragswahrheiten“. Das Ergebnis ist kumulierbar und damit sozioökonomisch überkompensierend.

    6. Daher möge man eine allfällige Neueinführung mit einem ausgeklügelten System von nicht einkommensabhängigen Leistungsstipendien, begünstigten Studienkrediten (die nur Studenten mit Leistungsnachweis bekommen dürfen), optimierter Teilzeitarbeits- und Ferienjobvermittlung flankieren. In Verein mit Familienbeihilfen kann auch dann kein Studierfähiger klagen, er habe aus materiellen Gründen nicht studieren können. Mag es einmal mehr als „sozial kalt“ interpretiert werden. Bei nüchterner Überlegung aller erzielbaren Transfers und Befreiungen hat sich so manche(r) von Erwerbsarbeit weitgehend zurückgenommen, weil er damit netto mindestens gleich viel, oftmals mehr in der Tasche hatte als vorher mit voller Erwerbsarbeit. In dieses System entspricht die Wiedereinführung von Studiengebühren, die durch noch „großzügigere Stipendien“ für Kinder wenig verdienender Eltern und unter ihrer gleichzeitiger Rückvergütung für Stipendienbezieher „abgefedert“ werden, nur naiv „sozialer“ Betrachtung. Sie ist realiter „wohlfahrtsstaatlich“: Ein weiterer Bausein ungerechter und überzogener Umverteilung zu Lasten der Leistungsbereiten, auch wenn diese hierzulande als „Reiche“ pejorativ und neidstimulierend etikettiert werden.

  13. Pumuckl
    12. August 2011 21:57

    Ein Unternehmer, der fortgesetzt Waren Produziert, die am Markt nicht nachgefragt werden, gerät in die Pleite.

    Eine Gesellschaft, welche in hohem Prozentsatz Akademiker ausbildet die am Arbeitsmarkt nicht nachgefragt werden, produziert akademisches Proletariat, welches im geschützten Bereich, im sozialen Netz, oder in der Politik bereit ist,
    jede von Lobbys geforderte Schweinerei in Gesetzestexte umzusetzen.

    Vielleicht kann uns Dr. Unterberger einmal eine Liste seiner Starkollegen vom Kaliber etwa eines Scholl - Lathour und ihre Ausbildung vorstellen!
    Kaum einer wird ein Publizistik Studium vorzuweisen haben!
    Ist an diesem überlaufenen Studienzweig überhaupt volkswirtschaftlicher Bedarf?
    Wird irgendein menschliches Bedürfnis nicht befriedigt wenn man ihn abschafft?

    Herta Firnberg, selige Wissenschaftsministerin aus der Kreisky Zeit beleidigte einst die wahre Elite der SPÖ - Basis.
    Auf die Frage von Reportern, was den die vielen Akademiker, welche nun ausgebildet werden, am Arbeitsplatz erwartet, antwortete sie: " Diese jungen Menschen haben dann wenigstens denken gelernt".

    Die wesentliche Last zum Aufbau unseres Wirtschaftswunders trugen die ungezählten Scharen hervorragender Facharbeiter und Absolventen von HTL, Handelsakademien und sonstigen berufsbildenden höheren Schulen!!!!!!!!!
    Der Handelsakademiker, der damals noch das Rechnungswesen großer Unternehmen leitete, der Konstrukteur der mit Kreativität und Sachkenntnis marktgerechte komplexe Geräte entwarf, der Facharbeiter, der laufend für Programmierung und Betrieb von 3 Bearbeitungzentren verantwortlich ist, hatte nach Vorstellung von Herta Firnberg das Denken nicht gelernt?

    Menschen aus dieser großen Gruppe tragen ganz wesentlich zum Markterfolg ihrer Arbeitgeber, und damit zum Steueraufkommen unseres Staates bei.
    Sie sind meist Wertkonservativ im besten Sinn des Wortes. Sie besuchten keine Universität, weil ihnen ihre Eltern unter Konsumverzicht gerade noch die berufsbildende höhere Schule bieten konnten.
    Sozialer Aufstieg, und Erfüllung der in sie am Arbeitsplatz gesetzten Erwartungen am Arbeitsplatz forderte ihre ganze Persönlichkeit Da war kein Platz für tiefschürfende gesellschaftsphilosophische Überlegungen. Sie wählen aus Familientradition immer noch SPÖ. Doch in Wahrheit sind ihre Wertvorstellungen vielen Blog Kommentatoren sehr nahe. Wir sollten sie nicht mit pauschalen Vorurteilen vergrämen, sie sind leicht zu gewinnen, wenn man auf sie zugeht!

    Immerhin verdankt ihnen daß unsere Volkswirtschaft noch funktioniert!
    Wird es ihnen durch gesellschaftliches Ansehen und sozialen Status gebührend honoriert?

    Viele von ihnen meinen nun, wenn ihre Kinder Politologie, Soziologie, Publizistik oder eine andere überlaufene Fakultät inskribieren, können sie oben genannten Benachteiligungen entgehen. Daß nur einstellige Prozentzahlen der Absolventen tatsächlich gebraucht werden vergessen sie.

    Wenn nun z. B. 8% der Absolventen durch Protektion in irgendwelchen geschützten Körperschaften landet, und dort herum schwadroniert, ist deren Wert für die Volkswirtschaft zweifelhaft. Der Rest von 92% wird nicht ausbildungsgerecht arbeiten können, und mehrheitlich nicht die volkswirtschaftliche Bedeutung ihrer Vätergeneration erreichen. Sie fehlen, wo man sie wirklich braucht!

    ° Es ist daher unbedingt erforderlich, den sozialen und gesellschaftlichen Status dieser volkswirtschaftlich wichtigen Berufsgruppen zu erhöhen!

    ° Die Aufklärung über diese Zusammenhänge ist völlig unzulänglich!

    • durga
      13. August 2011 11:36

      Sie haben vollkommen recht!

      Es ist unverantwortlich junge Menschen nicht auf die geringen Chancen hinzuweisen, die sie am freien Arbeitsmarkt erwarten dürfen, wenn sie eines der vielen überlaufenen Modefächer studieren.

      Die Chance innerhalb eines Quartals nach Studienabschluß einen Job in der Wirtschatz zu ergattern liegt bei Absolventen der Studienfächer:

      Politikwissenschaften...... 1,2 %
      Soziologie........................ 5,0 %
      Publizistik........................ 6,3 %
      Philosophie..................... 0,2 %

      Auch für fertige Psychologen liegt die Chance bei nur 38,5 %

      (Daten: Karriere-Index: Wirtschaft 2010; www.wegweiser.ac.at)

      Benötigen öffentlicher Dienst/Politbüros etc. tatsächlich den überwiegenden Rest der Absolventen?

    • cmh (kein Partner)
      16. August 2011 10:42

      Wenn jemandem in seinem ganzen Leben. weder von Eltern noch von LEhrern, zugehört wurde, dass entsteht sicher das existenzielle Bedürfnis nach Gehör.

      Diese Krüppel studieren dann Psychologie oder eben Publizistik.

    • cmh (kein Partner)
      16. August 2011 10:44

      Der Klarheit wegen ist noch nachzuliefern, dass dies keine Verunglimpfung studierender MEnschen, sondern eine Verurteilung des Ausbildungssystems (roter Prägung) ist.

  14. Gerhild Baron
    12. August 2011 19:24

    Ich finde, daß die ÖVP schon lange keine leistungsorientierte Partei mehr ist und frage mich mehr und mehr, warum man diese Partei eigentlich noch wählen soll.
    Es gibt einen einzigen Grund : wo sieht man eine Alternative ?? Aber das wird als Grund nicht mehr genügen und die Rechnung wird präsentiert werden, zu unser aller Schaden, denn es gibt weit und breit nur mehr Mittelmaß und darunter.

    • M.S.
      13. August 2011 20:33

      Die ÖVP hat sich seit dem Ende der Aera Schüssel zu einer Partei links der Mitte entwickelt und unterscheidet sich damit nur mehr in Nuancen von der SPÖ. Deshalb wird sie auch weiter Wähler verlieren, da diese Position von SPÖ und Grünen besetzt ist, dort ist für die ÖVP nichts zu gewinnen. Ein großer Teil ihrer bisherigen Wähler werden sich bei der nächsten Wahl auf FPÖ, BZÖ und auf die Gruppe der Nichtwähler verteilen.

    • M.S.
      13. August 2011 20:37

      "....wird sich aufteilen.." muss es natürlich heissen.

    • Haider
      13. August 2011 23:13

      Das "Kleinere-Übel-Wählen" als ÖVP-Slogan sollte nach jahrzehntelangem Mißbrauch schön langsam durchschaut werden. Wenn man im entscheidenden Moment stets nach links kippt, kann man nicht erwarten, bei antimarxistischen Wählern besonderen Anklang zu finden. Die ÖVP lebt offensichtlich noch immer in der Wahnvorstellung, eine staatstragende Partei zu sein. In Wirklichkeit sind sie bestenfalls eine von Selbstmittleid erdrückte Rest-CVer-Partie.

  15. Rosi
    12. August 2011 14:11

    Platter verwechselt die Bildungspolitik mit einem Kuhmarkt. Erstaunlich, dabei kann man bei ihm nicht einmal sagen: er kann seine Herkunft nicht verleugnen.

    Zur Bildungspolitik, speziell in Bezug auf Unis, habe ich drei Fragen:

    Weshalb bildet man nicht in Österreich generell pro Studium nur so viele Leute - plus 10 Prozent - aus, wie das Land benötigt? Außer, man 'verkauft' Studienplätze teuer, wie das jeder halbwegs vernünftige Kaufmann machen würde, und macht damit Gewinn auf diesem Gebiet.

    Weshalb gibt es keine generelle Regel, daß in Österreich nur all jene studieren dürfen, die auch in ihrem Heimatland studieren dürften - sonst wird das Niveau unnötig gedrückt ?

    Weshalb gibt es keine Trennung: Studium mit Abschluß versus Studium ohne Abschluß? Bei Studium mit Abschluß ist das Bestehen eines Aufnahmetest/einer Aufnahmsprüfung nötig, und es müssen die festgesetzten Studiengebühren bezahlt werden.
    Beim Studium ohne Abschluß gibt es keine Aufnahmsprüfung, und es wird über die effektive Kosten, die an die 'Studierenden' weiterverrechnet werden, hinaus ein Zuschlag gemacht, um Gewinn zu machen. Wie bei jedem anderen Kurs, den die Teilnehmer aus Interesse besuchen.

    Zurück zum Tagebucheintrag: 'Verantwortung' scheint heutzutage leider nicht nur für die Uni-Professoren ein Fremdwort zu sein, nur: Hier ist diese Tatsache besonders schlimm.

    Im Übrigen bin ich der Meinung, Integrationsunwillige und
    Integrationsunfähige sollen Österreich verlassen.

  16. Observer
    12. August 2011 12:53

    Herr Engl und auch sein Minister Töchterle handeln vollkommen richtig, wenn sie ausreichende Ressourcen für den künftigen Studienbetrieb einfordern. Der Grossteil der Studenten hat genügend Geld, um einen Beitrag zu deren Studienkosten aufzubringen. Dieser Art "Selbstbehalt" wird sicher auch dazubeitragen, dass die Drop-out-Quote verringert und die Studien in kürzerer Zeit erfolgreich erfolgen werden. Wer diese Überlegungen nicht gutheisst, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen.
    Zum Zwischenruf bzw. Kuhhandelvorschlag vom Tiroler Plattner verweise ich nur darauf hin, welche schlechte Figur er als Verteidigungs- und Innenminister gemacht hat. Jetzt ist er wieder in seiner Hoamat Tirol und soll sich dort um lokale Probleme kümmern. Wortspenden Richtung Wien sind völlig entbehrlich. Scheinbar hat de geschwächte ÖVP keine herausragenden Leute mehr zu biete.

  17. durga
    12. August 2011 12:35

    Man sollte an mehreren Stellen ansetzen:

    1. Ausleseverfahren vor Antritt des Studiums und Einhebung von Studiengebühren. Die ist der Fall an FHs, die ja schon einen beträchtlichen Anteil an Österreichs Studenten an sich ziehen konnten und deren Abschlüsse als äquivalent mit den Bak und Master-Abschlüssen der Unis gelten. Es kann ja nicht sein, daß zum selben Abschluß führende Studien einmal Ausleseverfahren/Studiengebühren haben und im anderen Fall dies strikt ablehnen.
    2. Restrukturierung und Redimensionierung unserer Universitäten (Beseitigung von hypertrophen Strukturen, Vereinigen und Straffen zusammengehöriger Fachrichtungen) und kritische Evaluierung des akademischen Personals. Es kann nicht sein, daß die Kosten der Ausbildung von Studenten mit bis zu 15 000 €/Jahr weltweit zu den höchsten zählen, unsere akademischen Institutionen aber im Universitätsranking unter „ferner liefen“ (d.i. Plätze um und jenseits 200) rangieren.
    3. Vorlesungen – nicht nur in Massenfächern – auf hervorragend aufbereitete elektronische Versionen umstellen. Dies ermöglicht sowohl Studenten Teile zu wiederholen, die sie nicht (ganz) verstanden haben, und weiterführende links für mehr Information zu nutzen, als auch den Lehrenden mehr Zeit für ihre Forschung zu haben (wenn dies in vielen Fällen nicht nur als Ausrede fungieren sollte). Überdies benötigt man dann nicht mehr immer größere Hörsäale und damit entsprechende Neubauten.
    4. Bei der Neuberufung von Professoren muß in erster Linie auf Exzellenz geachtet werden und nicht auf Quote oder möglichst wenig Widerstand im Senat/Berufungskommission

    Der Ruf nach immer höheren Budgets ohne den Willen auch bei sich selbst anzusetzen und fehlerhaften Entwicklungen entschieden gegenzusteuern, erscheint unangebracht.

    • schreyvogel
      13. August 2011 11:24

      Ein besonders guter Beitrag, der nicht nur kritisiert, sondern ganz kronkrete, zielgerichtete, umfassende und sofort einleuchtende Maßnahmen vorschlägt.

      ÖVP und FPÖ sollten diese eins zu eins in ihr Wahlprogramm übernehmen! Das sollte ihnen Stimmen auch linksgerichteter Eltern einbringen, denen die sozialistische bildungspolitische Gleichmacherei unter kompromissloser Hintanstellung jeglicher Qualität die Grausbirnen aufsteigen lässt.

    • durga
      13. August 2011 15:48

      @ scheyvogel

      vielen Dank für die Blumen!

      Was wir in unserem Land am dringendsten brauchen, ist eine Aufbruchsstimmung! Diese könnte durchaus von den Universitäten ausgehen, allerdings nicht im Sinne der unseligen "Uni brennt" Aktionen der Vergangenheit.

      Ich bin überzeugt, daß es genügend Personen im akademischen Bereich gibt, die lieber heute als morgen den unbeschreiblichen Schlendrian an manchen Instituten beendet wissen wollen, die wissen, daß Leistungsverweigerer keinen Platz in akademischen Institutionen haben dürfen, die über krasse Verschwendung von Mitteln entsetzt sind, wenn z.B. sündteure Geräte wenig benützt oder sogar noch unausgepackt veraltern/verrotten.

      In Anbetracht des zu erwartenden Widerstandes linker/linxlinker Gruppen, muß zu einem gemeinsamen Agieren aller derer aufgerufen werden, denen Qualitäts- und Leistungsverbesserung unserer Hochschulen ein echtes Anliegen ist. Ein deratiges Vorgehen würde auch den Rektoren den Rücken stärken längs fällige Strukturbereinigungen und Personal-Reformen durchzusetzen.

  18. libertus
    12. August 2011 12:18

    Selbst den geistigen Eliten fällt nichts Kreativeres ein, als immer nur nach mehr Geld zu schreien, so wie leider die meisten Interessensgruppen in unserem Land.

    Besonders Hochschulprofessoren sollten inzwischen wissen, daß erstens Geld alleine nicht zur Lösung aller Probleme beiträgt und zweitens nicht wie Manna vom Himmel fällt.

    Vorschläge zur Lösung der Studentenschwemme führt unser geschätzter Tagebuchautor genug an, man muß halt nur daran arbeiten, aber letzteres verkommt immer mehr zum Fremdwort.

    P.S.: Die FPÖ wird derzeit in vielen ORF-Sendungen vorgeführt, daß Strache seine Partei nicht im Griff hätte. Und wie steht es mit der ÖVP? Spindelegger ist abgetaucht und schon kriechen entbehrliche Wortspender aus ihren Löchern: Schilcher, Platter, Busek etc. - wer hat da die Partei fest im Griff? Die SPÖ?

    • contra
      12. August 2011 12:25

      Und nicht zu vergessen die ORF-Intendantenwahl = neben der FPÖ auch ein klassischer ÖVP-Umfaller!

  19. Martin Bauer
    12. August 2011 12:09

    Bitte besucht auch den Science Blog, mit dem hervorragenden Kommentar von Herrn Univ.Prof.Dr.Peter Schuster!!

  20. FranzAnton
    12. August 2011 11:52

    Der designierte Herr Uni-Wien Rektor (des Namens Engl, Mathematiker) scheint wenig Mumm in den Knochen zu haben, welche Qualität für seine Position aber unabdingbar wäre. Die Politruks jeglicher couleur sind nicht so mächtig, wie sie erscheinen; man kann ihnen durchaus trotzen, auch als Einzelner; trauen muß man sich halt, unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Als Rektor hätte er guten Zugang zur medialen Öffentlichkeit. Das Volk versteht Wahrheiten schon, auch, wenn sie unbequem sind. Schlimmstenfalls glaubt er aber selber seinen Sager "wir sind ein reiches Land, und müssen uns das leisten können", dürftiger Standard - blablabla, eigentlich zum Schämen.
    Tatsächlich sind wir aber nur schuldenreich; sollte er eigentlich wissen. Seine politische Einstellung wäre wohl interessant; hoffentlich ist er kein 68er - Ideologe; wenn ja, dann gute Nacht, Uni Wien.

  21. Wertkonservativer
    12. August 2011 11:21

    Den Herrn Platter habe ich eigentlich nie ernst genommen; das war damals auch wieder einmal eine falsche Pedrsonalentscheidung der ÖVP (keine Frage! War das Schüssel oder Mister "Jetzt reichts!)?

    Dass jedoch die ÖVP (neben der FPÖ) immer noch mehrheitlich für die Beibehaltung der Gymnasial-Unterstufe, für Uni-Gebühren und für ein insgesamt leistungsförderndes Bildungssystem einsteht, sollte bei allem ÖVP-bashing nicht vergessen werden.
    Einzelne Idioten machen noch keine Partei-Mehrheitsmeinung; es gibt dort schon auch viele gute Leute!
    Wesentliche Aussagen dazu erwarte ich von den hier zahlreich vertretenen echten Bildungsexperten, vor allem von Freund Rinnhofer; wir können da nur amateurhaft herumstochern.

    gerhard@michler.at

  22. mike1
    12. August 2011 10:58

    seit wann hat platter in bildungsfragen was zu sagen ? warum wird dieser knülch (sorry, das musste sein) nicht sofort von spindelegger zurückgepfiffen ? wo ist letzterer überhaupt ?

    der gute mann weiß nicht, was er uns - der gesellschaft - alles antut mit seinen aussagen, die ganz genau das gegenteil enthalten, was wirklich zu tun ist:

    zum beispiel:

    eine gute ausbildung auf gymnasien (dort müssten die schüler vorhergehend schon längst durch ein aufnahmeverfahren, wie es vor jahrzehnten noch der fall war, ausgesiebt worden sein)

    daher auch niemals die einführung einer gesamtschule, die das derzeit sowieso schon niedrige niveau weiter drückt (die umwandlung der hauptschulen in neue mittelschulen scheint ja eher unter dumm und nutzlos einzureihen sein - es kostet nur geld, das es nicht gibt)

    einführung von studiengebühren, damit gute ergebnisse gewährleistet werden können

    die rotgrünen "studenvertreter" werden aber sicher wieder ihren tollen beitrag zur weiteren zerstörung der bildungseinrichtungen leisten und die laura r. wird sicher ihre geistigen ergüsse dazu verlauten lassen.

    • Wertkonservativer
      12. August 2011 12:42

      Vollkommen d'accord mit Dir, Mike!
      Aber die Unterstufe des Gymnasiums wird es ja auf jeden Fall weitergeben, egal was die einzelnen Bildungshampeln sagen.

      Die Hauptschulen heissen ab nun eben Gesamtschulen; die meisten Gymnasien bleiben das, was sie sind, Gymnasien von der ersten bis zur achten Klasse!

      Wo fällt die ÖVP da um? !!
      Und für Studiengebühren und Aufnahme-Beschränkungen ist die Partei von Anfang an ebenfalls.
      Das ist doch ganz klare Parteilinie!

      Liebe Grüße aus dem schönen Istrien!

      gerhard@michler.at

  23. Anton Volpini
    12. August 2011 10:58

    Wenn die Hohen Schulen seit Jahrzehnten über sinkendes Bildungsniveau klagen, dann sollten sie zuerst einmal bei ihren eigenen Rektoren anfangen.
    Der Rektor Engel hat heute im Morgenjournal als Begründung für mehr Geld folgendes geliefert: "Für einen reichen Staat wie Östereich muß das leistbar sein"
    So, als ob er bei Laura R. vor deren Jobantritt in die Schule gegangen wäre!

    • Pumuckl
      13. August 2011 15:30

      @ Anton Volpini ****

      Exzellente Journalisten gab es lange bevor man für deren Ausbildung einen Lehrstuhl einrichtete! Soll er ihn doch auflösen!

      Der Herr Rektor stellt sich mit dieser dümmlichen Argumentation geistig auf eine Stufe mit den Betriebsräten der ÖIAG - Unternehmungen, bevor diese vom Steuerzahler gerettet werden mußten.

      Obwohl Herren wie Rechberger und Ruhaltiger als Aufsichtsräte abschätzen konnten, daß sie ihre Unternehmen schon zugrunde gefordert hatten, faselten sie von " wohlerworbenen Rechten ".

  24. brechstange
    12. August 2011 10:54

    Die zivilgesellschaftliche Verantwortung der Univeristätsprofessoren hörte in dem Moment auf als echte Außenevaluierungen nicht mehr opportun waren.

    Die "Kämpfer" sterben leider aus, weil Opportunismus in viele Bereiche Einzug hielt und belohnt wird. Es gab mal Zeiten, als Menschen, die zwischen Parteien herumsprangen, misstrauisch beäugt werden, heute werden diese wie Trophäen gehandelt und sind doch oft nur Trojaner.

    Wann endlich stehen die Menschen auf, die sich morgens noch in den Spiegel schauen können, weil sie nicht jeder Versuchung nachgeben?
    Wann endlich wird der notwendige Wettbewerb, der für Innovation und Eigenverantwortung unabdingbar ist, wieder Stellenwert bekommen?
    Müssen wir wirklich wieder von ganz unten beginnen?

    • inge schuster
      12. August 2011 11:19

      Liebe Brechstange,

      eine Antwort auf Ihre Frage finden Sie im aktuellen Beitrag des science-blogs. Es gibt durchaus noch Kämpfer, denen der triste Zustand unserer Universitäten nicht gleichgültig ist!

    • brechstange
      12. August 2011 13:06

      Danke für den Hinweis, Frau Schuster.

  25. Wolfgang Bauer
    12. August 2011 10:37

    Die Idee eines solchen "Abtausches", wie sie derzeit Nessie-haft aus dem vernebelten Sommerloch steigt, zeigt dieselben Mechanismen wie frühere Abtäuschungsmanöver: Die SPÖ vertritt zunächst 2 schädliche Unsinnigkeiten, die ÖVP ist sinnvollerweise gegen beide. Dafür wird sie linksmedial als Neinsager- und Verhindererpartie hingestellt.

    Dann zeigt die SP wegen sogar schon für sie erkennbarer Unhaltbarkeit bei einer der Unsinnigkeiten "eventuell" Bereitschaft, diese aufzugeben, schon gibt die VP - froh, aus dem Verhinderereck zu kommen - bei der anderen Position nach. Nicht einmal im Landwirtschaftlichen dürfte die ÖVP mehr Herr ihrer Sinne sein: beim Kuhhandeln!

    Witzig am Rande: Der SP-Emissär ist der Gewerkschaftsbund-Obmann Prof. Dr. Voglar. Ein wahrer Uni- und Bildungsexperte. Er sei auch schon für Zugangsbeschränkungen, heißt es.

  26. Josef Maierhofer
    12. August 2011 10:32

    Schon wieder die ÖVP.

    Wir brauchen Rektoren, die ihre Unis und ihre Möglichkeiten kennen und die sich um ihre Unis, und vor allem deren Ruf, kümmern und denen die Qualität der Absolventen ein Anliegen ist.

    Wir brauchen vernünftige Politiker, denen die österreichische Schulbildung und deren Vielfalt ein Anliegen ist.

    Wir brauchen auch Studenten, die wissen, was Leistung, Eigenleistung, Verantwortung, Eigenverantwortung, Ergebniswille, Ergebnistreue, Neigung und Eignung Begriffe sind.

    Diese Erziehung zu ermöglichen wäre das Anliegen an die Politik.

    Was brauchen aber die Genossen in der Politik ? Leistungsfeindlichkeit, Manipulation, Destruktion, Quantität statt Qualität, etc., so wie wir das ja erleben im Audimax und auf der Burgtheaterbühne. Vielleicht besetzen die Studenten einmal die SPÖ Zentrale, gleich hinter dem Burgtheater, und verlangen, daß ihre Diplome und Zeugnisse endlich wieder was wert sind und ihre Berufschancen und Ausbildungschancen endlich wieder reale werden, und vielleicht ist den Studenten das auch was wert, nämlich auch die, in Österreich geringen, Studiengebühren zu zahlen.

    Für meine Tochter war es mir eine Studiengebühr zwischen 12 000,- und 18 000,- Euro pro Jahr wert, an einer Universität im Ausland die Studiengebühren pro Kurs zu bezahlen und auch die Inhalte effizient vermittelt zu bekommen.

    Offenbar bekommt man bei uns eben für nichts, richtig, '... nichts'. Das wollen wir alle nicht und ganz sicher auch ein Herr Platter nicht, sonst soll er lieber Schifahren gehen ...

  27. HJR
    12. August 2011 10:26

    Wie immer gibt AU zum Thema "Uni-Misere" höchst Vernünftiges von sich. Da man jedoch auch an diesem Beispiel (wie so vielen anderen insbesondere österreichischen, politischen Themata) sieht, und wie ich in meinem nicht mehr kurzen Leben häufig - um nicht zu sagen ständig - beobachten konnte, scheint die Vernunft nicht jener Parameter zu sein, welcher das politische Handeln (insbesonders der Repräsentanten größerer gesellschaftlicher Gruppierungen) maßgeblich bestimmt.

    Das führt mich zu der Frage, welches denn dann der richtunggebende Parameter sein könnte, welcher eine "vernünftige" Regelung der heute thematisierten Uni-Misere sein könnte. Gerne (und zurecht) folgt man bei solchen Suchproblemen der "Spur des Geldes" und dabei sind mir die Prüfungsgebühren in den Sinn gekommen. Leider ist das Internet "auf die Schnelle" da nicht sehr ergiebig.

    Kennt sich da jemand besser aus?

    [mailto: horst.rathbauer@gmx.at]

    • Rosi
      12. August 2011 21:52

      Ein möglicher Ansatz sollte doch sein, daß man feststellt, was an Studienabsolventen im Land benötigt wird. Dafür sollte man entsprechende Studienmöglichkeiten schaffen - alles andere ist Luxus, und sollte als solcher verrechnet werden.

    • Undine
      13. August 2011 09:29

      @Rosi

      Das "Züchten" dankbarer akademisch gebildeter proletarischer Claqueure und Mehrheitsbeschaffer bei Wahlen ist für ROT und GRÜN jede Summe Geldes wert; es ist ja nicht ihr eigenes Geld!
      Und daß die jungen Leute, wenn sie sich für heillos überlaufene, mehr oder weniger überflüssige Studienzweige wie Soziologie oder Publizistik entschließen, das Geld, das sie zur Verfügung haben, nicht für das Studium (Studiengebühr) ausgeben wollen, sondern ausschließlich für alles, was SPASS macht, muß man doch "verstehen", liebe Rosi!

      Daß die meisten Steuerzahler, Sie und mich eingeschlossen, das anders sehen, stört unsere Linxlinken nicht. Und mit ein wenig "Wahlschwindel" bei den Zuwanderern und in Senioren- und Pflegeheimen kann man immer noch die Mehrheit beschaffen.

    • Rosi
      13. August 2011 10:29

      @Undine

      Ab wann hat man begonnen, nur mehr Dinge wichtig zu nehmen, die von Linxlinks kommen?
      Als ich noch studiert habe, gab es die Linxlinken wohl auch, aber die nahm die Gesellschaft nur wahr, wie man das Brummen von Wespen um den Kuchen beim Kaffee wahrnimmt, die gehen bald weg, und die Linxlinken (das Wort gefällt mir) Krawallmacher waren damals auch nur ein paar, und ohne jede praktische Bedeutung.

  28. ambrosius
    12. August 2011 10:25

    Die Zerschlagung unseres Bildungssystems hat mit der Machtübernahme der sog. Sozialdemokraten unverzüglich unter Leitung von Kreisky und Firnberg begonnen und ist ja mittlerweile fast abgeschlossen. Es fehlen nur noch ein paar Kleinigkeiten wie die " Gesamtschule" und die Abschaffung möglichst aller " Schlupflöcher " für klassenfeindliche
    Eltern, die denoch immer noch Widerstand leisten und für ihre Kinder eine ordentliche Ausbildung suchen. ( Die Sprößlinge der Nomenklatura kann man ja ins Ausland zur Ausbildung schicken. Ich erinnere mich noch sehr gut, dass das gesamte kommunistische Geschmeiß der Stadt Marburg seine Kinder auf die Klosterschule nach Graz gekarrt hat).

    Die Sache ist deshalb eigentlich schon " gegessen",weil die heutigen Führungskräfte, also auch die Herren Rektoren oder Landeshauptleute und dgl.
    bereits aus dem in Verfall befindlichen Wohlfühlunbildungssystem stammen. Wie kann man von diesen Leuten erwarten, daß sie vernünftige Entscheidungen treffen und nicht nur Schwachsinn schwätzen?.
    Das System ist von sich selbst heraus nicht mehr reformierbar !!

  29. Martin Bauer
    12. August 2011 10:08

    Die Steigerungsform von platt?
    Genau!





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