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Cheers for the Tea Party

Der amerikanische Schuldenstreit ist vorüber, meldet uns alle Welt. Man darf jedoch an der Meldung ein wenig zweifeln. Denn erstens stehen uns noch dramatische Stunden bevor, bis der verkündete Kompromiss in Tüchern ist. Und zweitens ist es viel leichter zu sagen, dass man ein bestimmte Summe einspart, als ganz konkret zu sagen, wer aller denn genau von den Einsparungen getroffen sein wird. Das gilt insbesondere bei unvorstellbar hohen Summen im Billionenbereich.

Die genauen Opfer der Einsparungen sollen aber erst in einigen Monaten feststehen. Man kann daher wetten, dass die nächsten Wochen noch voll von unzähligen rührseligen und warnenden Berichten sein werden, in denen soziale, militärische, gewerkschaftliche, landwirtschaftliche, regionale, Entwicklungshilfe- oder Branchen-Lobbies dagegen protestieren, dass ihnen Geld genommen wird. Ich bin noch extrem gespannt, ob sich die amerikanische Politik am Schluss im Herbst auch auf das Kleingedruckte einigen wird können. Dieses wird nämlich noch sehr großen Gegendruck erzeugen.

Vorerst jedenfalls hat sich nach allen vorliegenden Informationen der harte Flügel der Republikaner durchgesetzt. Und das ist gut so: Es kommen massive Einsparungen und keine neuen oder höhere Steuern, wie sie die Demokraten bis zuletzt gewollt haben.

Wer im Gegensatz dazu an das letzte österreichische Sparpaket zurückdenkt, der hat den gegenteiligen Prozess beobachten können: Der damalige ÖVP-Obmann schwor noch am Beginn des Jahres 2010 „Keine neuen Steuern und keine Steuererhöhungen“. Am Schluss sind es dann viel mehr Steuererhöhungen als Einsparungen gewesen, welche die Defizit-Lücke geschlossen – nein: ein wenig kleiner gemacht haben. Man mag nun rätseln, ob Werner Faymann als Exponent der Big-Spender-Partie so viel erfolgreicher ist als Barack Obama – oder ob die ÖVP ein so viel schlechterer Vertreter der „Weniger-Staat-Idee“ ist als es die Republikaner sind. Am Ergebnis ändert der Unterschied nichts.

Die Tea Party hat damit zweifellos einen gewaltigen Erfolg erzielt, während sich Obama schlauerweise blitzschnell anderen Themen, etwa den Auseinandersetzungen in Syrien zuwendet.

Das oberste Ziel der Tea Party war ja: keine Steuererhöhungen und Kampf dem Defizit. Beide Ziele hat die Party nun an die Spitze der amerikanischen Agenda setzen können. Und wenn es in den kommenden Monaten doch keine Einigung auf Einsparungen in der vereinbarten Höhe geben sollte, dann sind Obama und die Demokraten ganz eindeutig die Schuldigen. Während ja jetzt die meisten Medien noch versuchen konnten, die konsequente Sparpolitik der Tea Party zu verteufeln.

Das zeigt, dass konsequenter Einsatz der Bürger zumindest in Amerika doch noch Big Government samt Big Media besiegen kann. Das macht Amerika aber auch wieder zu einem attraktiveren Land für Geldanleger. Denn erstmals seit dem Kampf Gingrich gegen Clinton in den 90er Jahren hat der US-Kongress nicht einfach die regelmäßige Erhöhung der verfassungsrechtlichen Verschuldungsgrenzen abgenickt. Damit gibt es endlich ein ganz starkes Zeichen gegen zu gierige und verschwenderische Regierungen.

Die Drohung mit einer Verschlechterung der amerikanischen Ratings, falls sich die Tea Party durchsetzt, war ein leicht durchschaubarer Trick der Demokraten und der ihnen hörigen Journalisten gewesen. Denn natürlich ist jenes Land ein besserer Schuldner, das wieder mit voller Kraft zur Sparsamkeit zurückzukehren beginnt, als ein Land, das ständig die Schulden in die Höhe schießen lässt. Ein verschlechtertes Rating würde es nur dann geben, wenn die US-Regierung ihre eigenen Schulden nicht bedient. Das aber wäre das absolute Ende der Obama-Administration gewesen. Und das will der Präsident wohl nicht, daher hätte er eher die Beamtengehälter ausgesetzt als die Bedienung der amerikanischen Schulden.

Auf Grund tausendfacher historischer Erfahrungen ist es absolut sicher, dass Sparmaßnahmen das Wirtschaftswachstum viel weniger treffen als Steuererhöhungen. Denn Geld in Händen von Politikern und Beamten wird immer viel ineffizienter ausgegeben als in den Händen der Bürger.

Ganz ignorieren sollte man dabei auch das Gerede „Es soll ja nur die Reichen treffen“. Denn Steuererhöhungen treffen immer alle. So wie bei uns ja auch die letzte Bankensteuererhöhung natürlich jeden Inhaber eines Sparkontos getroffen hat. Obwohl es in der Faymann-Rhetorik nur gegen die reichen Generaldirektoren gegangen ist.

In der Hoffnung, dass dort nicht nur Tee getrunken wird: Three cheers for the tea party.

Warum gibt es bei uns noch immer keine?

 

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorMarkus Theiner
    20x Ausgezeichneter Kommentar
    01. August 2011 06:10

    Könnten vielleicht die großen Ratingagenturen doch recht gehabt haben, als sie die USA trotz vergleichbarer Schulden als solider eingestuft haben als diverse europäische Länder? Nicht aus politischer Parteilichkeit, sondern weil sie wußten, dass dort USA die Gesellschaft und die Politik eher in der Lage sind gefährliche Kurse wieder zu korrigieren?

    In den USA gibt es noch den alten Freiheitsbegriff, der Freiheit vom Staat meint. Je weniger Staat um so besser. New Hampshire ist da ein extremes Beispiel. Das Motto des Staates lautet "Live free or die" und folgerichtig gibt es kaum wo auf der Welt eine so niedrige Steuerbelastung wie dort.
    In den anderen Staaten wird die Idee nicht ganz so konsequent umgesetzt, ist aber doch noch stark genug um Einsparungen und Zurückhaltung bei den Steuern wenigstens noch realistisch erscheinen zu lassen. Lobbyismus gibts zwar auch und zwar durchaus nicht wenig, aber der steht wenigstens im Spannungsverhältnis zu den Grundwerten und hat damit ein gewisses Handicap.

    Dagegen gibts in Europa den anderen Freiheitsbegriff. Der Mensch ist nicht frei, wenn er eigenverantwortlich leben kann, sondern wenn er keinem Risiko ausgesetzt ist. Dafür braucht es natürlich einen starken Vollkasko-Staat, der die Bürger bemuttert. Menschen- und Bürgerrechte schränken den Staat nicht ein sondern verpflichten ihn sogar zu einer umfangreichen Tätigkeit.
    Damit sind aber Einsparungen und Steuersenkungen nur gegen Lobbies und die Freiheit möglich. Was die Sache nochmal schwieriger macht.

    Zumindest sieht es von meinem Tellerrand aus so aus.

  2. Ausgezeichneter Kommentatorlibertus
    15x Ausgezeichneter Kommentar
    01. August 2011 01:26

    Nun hat die amerikanische Tea Party Präsident Obama mit seinem eigenen Wahlspruch geschlagen: Yes, we can - und schon haben sie bewirkt, daß die Demokraten kommende Generationen nicht noch tiefer in den Schuldensumpf treiben.

    Hoffentlich geht davon ein Signal bis nach Europa und hier nach Österreich aus, welches beweist, daß auch eine kleinere Gruppierung viel erreichen kann, wenn sie nur standhaft bleibt.

    Ein Sieg der Vernunft und ein solcher wäre auch bei uns schon längst fällig.

    Frau Fekter, wir warten auf ihre "teatime" - es geht ja doch, wenn man nur wirklich will!

  3. Ausgezeichneter KommentatorHelmut Oswald
    13x Ausgezeichneter Kommentar
    01. August 2011 01:40

    Warum es bei uns keine Tea Party gibt ? Ganz einfach, dieses Land besteht aus Kapitulierern und Kriechern, nach der Obrigkeit blickend und dieser in hündischer Speichelleckerei folgend. Der Rest arbeitet sich schimpfend am Stammtisch (oder in einschlägigen Blogs ab) ab. Und solange niemand bereit ist, rechte Politik als solche zu fordern, weil die meisten der Heldenmut bereits bei der Wortwahl 'rechts' verlässt, ein Begriff der hierzulande ohnehin nichtssagend ist, weil ja auch Strache im Geruch steht 'rechts' zu sein, wiewohl er die einzige sozialistische Partei der zweiten Republik geschaffen hat, die tatsächlich die meisten Arbeiterstimmen bekommen wird - solange wird es keine Tea-Party Bewegung geben. Und - bitte eines nicht vergessen - auf konservativ kann man in diesem Land wirklich pfeiffen. Denn was in der Politik und im öffentlichen Raum an praktizierten und vorgelebten Werten gibt es denn, was zu bewahren ist ?
    Etwa der ewige Kniefall der ÖVP vor den Sozis ? Oder die schwarzen Kämmerer, die sich mit AK und den roten Gewerkschaften einig sind, wie das Land aufzuteilen ist ? Das will irgendwer mit vollem Ernst 'bewahren' ? Oder die ewige Geldgier einer nutzlosen Bürokratie, die ja bekanntermassen nicht nur rot ist, vielmehr in Gestalt ihre obersten Personalvertreters durch eine 'konservative' Partei verkörpert wird? Oder eine von Caritas Weihrauch Bolschewiken beherrschte Kirche, deren oberste Vertreter sich gleißnerisch lächelnd, dem linken Zeitgeist anbiedern ? Pfui Teufel !
    Die Vernichtung des Mittelstandes, der Hort der Freien, wird von beiden Großparteien aktiv betrieben, und wurde von der einzigen einst akzeptablen
    Oppositionspartei - abgesehen von ein paar Scheinmanövern - vergessen. Der Gemeindebau bringt mehr Stimmen. Der politische Rest ist, gemessen an Programmatik oder Glaubwürdigkeit ihrer Repräsentanten ganz einfach ein Dreck.
    Wir brauchen keine Tea Partei, wir brauchen die Jakobiner - getreu dem Spruch, den Punker schon vor 20 Jahren an die Berliner Mauer sprayten - 'Mach kaputt, was Dich kaputt macht'.

  4. Ausgezeichneter Kommentatorphaidros
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    01. August 2011 08:18

    Warum es bei uns keine Tea Party gibt, hat meines Erachtens mehrere Gründe.

    Zum einen beobachten wir - gerade auch hier im Blog - eine Vielzahl zorniger Bürger [1]. Und das setzt sich auch außerhalb des Blogs fort - siehe etwa Dr. Rohrer mit dem Versuch, einen »Wutbürgerstammtisch« ins Leben zu rufen [2].

    Das bringt aber keineswegs durchgehend das vermutete positive Echo ([3],[4]). Sogar vom »Unwort des Jahres« ist da etwa bei Hahne [4] die Rede, und er ergänzte: „Wir brauchen keine Wutbürger, sondern Mutbürger, keine Bedenkenträger, sondern Hoffnungsträger.“

    Und dem Vernehmen nach sind es - und das ist eines der Hauptprobleme - nur einige wenige Dutzend, die sich da wie dort zusammenfinden.

    Für andere, ähnlich gelagerte Gruppierungen darf man Ähnliches vermuten, denn sonst hätte sich bereits eine »führende« heraus kristallisiert, und eine Vernetzung fiele leichter.

    Wenn man aber beobachtet, wie gehässig und untergriffig verbissen gegeneinander vorgegangen wird, statt dass man Gemeinsames suchen und transportieren würde, dann wundert es nicht, dass eine Bewegung so gar nicht entstehen kann. Zu fürchten hat die Politik wahrlich nichts.

    Amerika, im Gegensatz dazu, hat eine Bevölkerung, die es gewohnt ist, Dinge selbst in die Hand zu nehmen und sich als des eig'nen Glückes Schmied zu verdingen. Diese Mentalität fehlt in unserer Vollkaskogesellschaft leider mittlerweile völlig. Außerdem, glaube ich, darf man nicht davon ausgehen, dass die Tea Party in den Staaten von unten ausging. Es formierten sich Politiker, die recht schnell eine ansehnliche Anhängerschaft fanden. Aber da wie dort wurde und wird das ungeschriebene Gesetz der Politik befolgt: bevor Du eine Meinung hast - oder gar äußerst! - prüfe die Straße ab.

    Betrachtet man das alles zusammen, so kommt man zu dem Schluss: Österreich hat seine Tea Party bzw. eine wieder einmal urösterreichsiche Version davon. Und zwar in Form der FPÖ. Das Problem dabei: niemand, nicht einmal die eigenen Anhänger (außer vermutlich den Allerumbetamtesten) trauen der FPÖ echte Leadership oder staatstragende Kompetenz zu. Das Trauerspiel um die Ministerwechsel während der letzten Regierungsbeteiligung, als wohlgemerkt noch ein Politiker mit Charisma dort das Ruder führte, ist noch in guter Erinnerung. Und seither haben sich die Dinge am Friedrich-Schmidt-Platz sicher nicht zum Besseren geändert.

    Zurück zu Veränderungsversuchen seitens der Bürger. Da gibt es dem Grunde nach vollkommen richtig ausgelegte, mit großem persönlichem Einsatz und Energie getragene Initiativen, die konkrete Verbesserungen zum Ziel haben [5]. Aber auch die schaffen es nicht - wie man doch vermuten und wir uns wünschen sollten - Hunderttausenderschaften hinter sich zu versammeln. Denn obwohl weit über 10.000 (!) Unterschriften für die Verwaltungsreform bislang ein beachtlicher Erfolg sind, so müssen wir doch davon ausgehen, dass dieses »Gewicht« seitens der Politik »nicht einmal ignoriert« werden wird.

    Woran kann das liegen?

    Zum Einen an einer Art Selbstüberschätzung. Der Einzelne mag den Eindruck haben, gestalten zu können, weil er das in seinem unmittelbaren Umfeld bis zu einem gewissen Grad kann. Aber ebenso könnte ich aus der Tatsache, dass ich einen Pflasterstein aufheben kann folgern, dass ich in der Lage bin Berge zu versetzen. Das stimmt so nicht. Allenfalls könnte ich mit dem Pflasterstein ein Schaufenster einwerfen. Aber das ändert nichts und verbessert schon gar nichts.

    Zum anderen an einer Überschätzung der Gruppe. SPÖVP betrachten die Politik nicht mehr als Gestaltungsmöglichkeit für das Staatsganze, sondern nur noch als Versorgungsmöglichkeit für die eigene Klientel. FPÖ und Grüne sind da freilich um nichts besser, auch wenn sie sich - was Wunder! - als unschuldige Lämmchen gerieren, die kein Wässerchen trüben, sind sie doch Schafe im Wolfspelz, und es ist meiner Meinung nach eine Frage der Zeit bis blaue und grüne Korruptionsskandale ans Licht kommen. Dabei, wohlgemerkt, haben die Grünen als genau das angefangen, was so viele sich wünschen: als Bewegung zorniger Bürger! Und was ist daraus geworden!?

    Die etablierten Parteien haben die Zugänge zu den Hebeln sorgfältig eingezäunt. Es gibt keine Möglichkeit, die Politik auch nur zu irgendetwas zu zwingen. Jedenfalls nicht im derzeit herrschenden Zeitgeist.

    Der dritte Umstand, der maßgeblich für die Einzementierung der Zustände verantwortlich zeichnet, ist die Unterschätzung der Desinteressierten. Im Großen beobachten wir von Wahl zu Wahl einen Rückgang der Wahlbeteiligung. Im Kleinen erhalte ich von den allermeisten, die ich auf (nicht partei-!)politische ehrenamtliche Arbeit anspreche, einfach einen Korb. Einen Korb, bis zum Rand gefüllt, aber nicht mit Ablehnung vorgetragener Ideen, sondern randvoll mit Desinteresse.

    Aus all diesen Gründen müssen wir versuchen, die Stimmung im Land zu drehen. Wir müssen es schaffen, eine Stimmung zu erzeugen - nicht zu ertrotzen! - in der Politiker wieder »Politik« (das kommt von »polis«) betreiben können!

    Das aber kann nur gehen, indem seriöse Information unter die Leute getragen wird. »Kann gehen«, wohlgemerkt, nicht »geht«. In jedem Fall kann das nur ein langsamer Vorgang sein, der Ausdauer, Geduld und Bestemm abverlangt.

    Und so schließe ich - man verzeihe mir die Theatralik - mit dem

    WEISHEITS-GEBET

    Gott gebe mir die Gelassenheit,
    Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
    den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
    und die Weisheit, das Eine vom Anderen zu unterscheiden.

    Christoph Friedrich Öttinger, 1702 - 1782
    schwäbischer Pfarrer und Pietist


    BG phaidros.vie@gmail.com

    P.S. Wen ich neugierig oder nachdenklich machen konnte ist herzlich eingeladen, die Mailadresse auch zu benützen!

    [1] www.conwutatio.at

    [2] http://diepresse.com/home/meinung/quergeschrieben/annelieserohrer/658244/Ein-Stammtisch-fuer-Wutbuerger-die-der-eigenen-Apathie

    [3] http://diepresse.com/home/blogs/rohrer/662298/WutbuergerStammtisch-II

    [4] http://brightsblog.wordpress.com/category/sakulares/dodo-des-monats/

    [5] www.verwaltungsreform-jetzt.at

  5. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    01. August 2011 14:15

    In den USA ist 'das Bankhaus geschlossen', die Notenpresse streng limitiert worden und es muss gespart werden.

    Bei uns steht es offen wie ein Scheunentor, das 'Bankhaus', und die Notenpresse rotiert weitere Milliarden auf die Minusseite und keiner stellt sich dagegen.

    Wo sind bei uns die 'Konservativen', die Werteträger, die Vernünftigen, die, die uns die Wahrheit sagen, die volle Wahrheit, und die sich gegen die extensive und progressive Verschuldung stellen ?

    Wer Schulden beschließt hat die Schuld am Beschluß. Wer 'Wohltaten' (ich bezweifle, daß Wohltaten auf Kredit solche sind) übers 'Volk' verstreut, der hat das zu verantworten. Wer das österreichische Volk veruntreut, verrät und verkauft, der sollte sich fürchten müssen vor eben diesem Volk, das er veruntreut verraten und verkauft hat.

    Bei uns ist es umgekehrt, da fürchtet sich das Volk vor den Politikern, statt dass das Volk die Mandate dann zurückzieht, wenn sie nicht erfüllt werden von den Mandataren und andere mit den Aufgaben betraut.

  6. Ausgezeichneter KommentatorKarl Rinnhofer
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    01. August 2011 08:58

    Mit dem Terminus „liberal“ oder „Freiheit“ ist hierzulande wohl ganz Anderes – möglicherweise in den Folgerungen sogar Gegenteiliges – bezeichnet als in Amerika, das noch immer vom Image des „Landes mit den unbegrenzten Möglichkeiten“ zehrt. Ich kann nicht beurteilen, ob das für ganz Europa gilt oder weitgehend nur für hierzulande. Besonders Heide Schmidt („liberales Forum“) sprach es aus: Mit „Freiheit“ meinte sie, dem Einzelnen einen größtmöglichen Freiheitsraum zu gewähren, indem der Staat ihn von der existenziellen Grundsorge befreien solle. Daher sprach sie sich dezidiert für ein Grundeinkommen unabhängig von der eingebrachten Leistung aus; konsequent sei daraus auch eine erwerbsarbeitslose Existenzform in freier Wählbarkeit möglich. Dieses Modell ist radikaler als die derzeitige „Grundsicherung“: Ein starker Staat mit hoher Staats- und Steuerquote Konsequenz einer „liberalen“ Politik.

    In den U.S.A. wäre diese Interpretation von „liberal“ wohl undenkbar. Vielmehr wäre ein „schlanker“ Minimalstaat die einzig mögliche Folgerung“: Er überließe die Verantwortung für die materielle Existenz weitestgehend dem Bürger. Daher ist eher darauf Verlass, dass mit „Sparpaket“ ausschließlich Ausgabenminimierung gemeint ist, daher konnte selbst ein Kennedy noch fordern (sinngemäß): „Frage nicht, was der Staat für dich tut, sondern, was du für diesen tun kannst“ . Also eine klare Absage an den Versorgungsstaat mit seinen immanent - eigendynamischen Begehrlichkeiten - von einem Nicht-Republikaner.

    Hierzulande wird selbst weitere Steuererhöhung als „Einsparung“ verkauft. („Im Zuge des Sparpaketes wurden ... Steuern / Abgaben / Gebühren erhöht“). Daher wird man – wenn man mehr Raum für persönliche Verantwortung einfordert, von jeder Partei enttäuscht sein, die „liberal“ in ihrem Titel trägt. Der amerikanische Begriff davon hat hierzulande keinen Boden mehr. Auch die „rechten“ Parteien sind längst populistisch (alle!), staatsinterventionalistisch, „link“. In diesem Sinne hatte Schwarzenegger durchaus Recht, als er vor Jahren das damals schwarz-blau regierte Österreich als einen sozialistischen Staat bezeichnete und damit viele Irritationen auslöste.

    Daher müsste vom Desiderat einer (neuen) „Verantwortungspartei“ ausgegangen werden, um die unsichere Konnotation mit „liberal“ zu kappen. Der Begriff an sich ist immer noch positiv besetzt, trägt aber in der Beliebigkeit seiner Interpretation sogar Gegenteiliges – bis zur Rechtfertigung eines Versorgungsstaates - in sich. Es ist allerdings fraglich, ob eine „Verantwortungspartei“ infolge des mittlerweile korrumpierten Verständnisses von persönlicher Verantwortung einen entsprechenden Boden fände. Und solange sich nur Mini- Gruppierungen bilden, die nebeneinander mit nuanciert ähnlichen Zielen agieren und nicht einmal Synergieeffekte nutzen, ist die Chance einer Veränderung nicht annähernd realistisch.

  7. Ausgezeichneter Kommentatorsimplicissimus
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    01. August 2011 09:42

    in linken kreisen ist es häufig üblich, den zwang zum wachstum zu verdammen.
    mit einer ausnahme natürlich: dem zwang, sozialleistungen ständig zu erhöhen.
    daher wird von links auch ununterbrochen nach steuerhöhungen geschrieen.

    aber das sind nun wirklich schon vernünftige nachrichten aus den usa.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorNeppomuck
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    02. August 2011 11:30

    Man kann nur hoffen, dass es keine "Grüne Tee-Party" wird, werter Blogger.


alle Kommentare

  1. Indah (kein Partner)
    22. Januar 2015 16:39

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  2. Young (kein Partner)
  3. Dinkar (kein Partner)
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  6. Izadora (kein Partner)
    19. Januar 2015 13:05

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  7. Florian Euring (kein Partner)
    04. August 2011 16:36

    "In der Hoffnung, dass dort nicht nur Tee getrunken wird: Three cheers for the tea party.

    Warum gibt es bei uns noch immer keine?"

    Weil Ihr Österreicher halt mehr auf Kaffe steht.
    Okay. war ein Scherz. Zu den Errungenschaften Österreichs zähle ich Leute wie Hayek und die ganze Österreichsiche Schule.

    Ein Herzlicher Gruß aus dem westlciehn Nachbarlan.

  8. cmh (kein Partner)
    02. August 2011 19:34

    Mit dieser Software sind länger Antworten etwas mühseelig.

  9. november (kein Partner)
    02. August 2011 19:25

    "Die Drohung mit einer Verschlechterung der amerikanischen Ratings, falls sich die Tea Party durchsetzt, war ein leicht durchschaubarer Trick der Demokraten und der ihnen hörigen Journalisten gewesen. "

    Es war niemand sonst als die Tea Party, die eine Einigung lange Zeit blockiert hat. Wenn die Blockade nicht überwunden worden wäre, dann hätte sich sehr wohl das Rating verschlechtert. Ursprünglich wollten die Tea Baggers eine Erhöhung in zwei Schritten durchsetzen, den zweiten Schritt erst nach einer Verfassungsänderung! Die dafür notwendige Zweidrittelmehrheit wäre nie zustandegekommen.

    Man wird sehen, wie die Geschichte weitergeht, die große Merheit der Amerikaner leidet unter der Tea Party Politik und lehnt sie auch ab.

    • Heri (kein Partner)
      02. August 2011 21:17

      @November

      "die große Merheit der Amerikaner leidet unter der Tea Party Politik und lehnt sie auch ab". Woher haben Sie denn diese Weisheit?

      Und warum glauben Sie hat "nur die Tea Party die Einigung blockiert"? Zu einer Einigung braucht es doch immer mehr als einen oder nicht? Oder soll etwa in Ihren Augen nur die Tea-Party nachgeben?

      Das Vertrauen in den USD ist jedenfalls seit gestern ordentlich gestiegen im Vergleich zum EUR (siehe die USD/EUR charts). Mal schaun ob wenigstens die USA zu retten ist. Bei Europa bin ich da viel skeptischer. Aber man darf trotzdem noch hoffen, dass die liberale USA auf das Sozialisteneuropa abfärbt. Stimmt's?

    • november (kein Partner)
      02. August 2011 23:03

      "Woher haben Sie denn diese Weisheit?"

      Reden Sie mit amerikanischen Bekannten - Republikanern wie Demokraten. Wenn das nicht möglich ist, lesen Sie amerikanische Zeitungen, v.a. die Kommentare.

      Die Streiterei könnte auch beiden Parteien schaden. Den Demokraten natürlich, weil sie in allen ihnen wichtigen Punkten nachgegeben haben, und den Republikanern möglicherweise auch, weil sie sich von den Sorgen des Mittelstandes zu weit entfernt hat. Die Amis interessiert weniger der Dollarkurs, sondern ob sie ihre Kinder aufs College schicken können, ob sie sich eine medizinische Behandlung leisten können etc.

      Die USA sind von einem Sozialismus weit entfernt, und Geld ist nicht alles.

    • Heri (kein Partner)
      03. August 2011 06:48

      @November,

      bzgl. Weisheit:
      Ich habe Bekannte sowohl Ost- als auch Westküste. Nur die sind sogar für mich verblüffend Liberal eingestellt. Die Zeitungen haben aber m.E. nur selten etwas damit zu tun, was sich leute wirklich denken. Siehe Österreich...

      Beziehen Sie Ihre Weisheit etwa primär aus ausgewählten US Zeitungen?

    • phaidros
      03. August 2011 08:41

      Nur für die Akte, Heri:

      november hat eine Reihenfolge angegeben, die Zeitungen standen dabei nicht an oberster Stelle.

      Sie selbst haben Bekannte, die das Bild bestätigen. Aber das gilt nicht, weil die sind alle verblüffend liberal eingestellt.

      Was die Zeitungen schreiben gilt nicht, weil die ... ja. ich weiß auch nicht was.

      Fällt Ihnen etwas auf? Alles, was nicht ins eigene Bild passt, wird weggeschoben.

      BG phaidros.vie@gmail.com

    • Heri (kein Partner)
      03. August 2011 21:53

      @Phaidros,

      Nur für die Akte Phaidros: Sie sind sicher ein Superschlauer, verstehen aber überhaupt nicht was ich meine. Habe ich etwas "gegen" die Meinung meiner Bekannten geschrieben? Ich vertrete Liberal, November sozial. Zeitungen die November liest offensichtlich auch sozial
      Also bitte: Lesen Sie meinen Beitrag nocheinmal, dann DENKEN (nicht nur schreiben) und dann funkt's hoffentlich auch bei Ihnen...

    • phaidros
      04. August 2011 11:54

      Und persönlich werden, was denn auch sonst. Wie langweilig.

      Sie fragen: »Habe ich etwas "gegen" die Meinung meiner Bekannten geschrieben?«

      Hab ich das behauptet? Ich habe gesagt, Sie lassen ihr Urteil nicht gelten. Und zwar nach: »Nur die sind sogar für mich verblüffend Liberal eingestellt.«

      Ihr Rat ist also ein sehr guter, danke dafür; Aber im Alassfall wollen Sie sich bitte selbst dran halten: »Also bitte: Lesen Sie .. nocheinmal, dann DENKEN (nicht nur schreiben) und dann funkt's hoffentlich auch bei Ihnen...«

    • Heri (kein Partner)
      04. August 2011 12:28

      Phaidros, ich fürchte leider, dass Sie es nie begreifen werden...

      Vielleicht nocheinmal für Sie: Meine Bekannten sind noch liberaler als ich eingestellt und daher für die Tea Party, obwohl November das Gegenteil behauptet hat, dass die Amerikaner gegen die Tea Party wären. Das ist aber nach meiner eigenen Erfahrung komplett falsch. Und was Zeitung schreiben hat nichts mit der Meinung der Leute zu tun.

      Ich bin mir nicht sicher, ob das Ihnen jetzt hilft, aber hoffen kann man ja...

    • phaidros
      04. August 2011 13:09

      Ach so! Da habe ich Sie tatsächlich falsch verstanden.

      Und das ist Grund genug für präpotent/süffissantes Herumkotzen?

      Das nächste Mal denken Sie vielleicht daran, dass wahrscheinlich nicht nur einer Sie missverstanden hat. Sondern denken über die eigene Formulierung nach, an der das ja auch liegen könnte. Und klären das Missverständnis einfach auf. Danke.

    • Heri (kein Partner)
      04. August 2011 14:38

      @Phaidros

      Wie man in den Wald ruft....
      Ihr erster Kommentar begann ja auch super belehrend:
      ---------
      Nur für die Akte, Heri:
      .......
      Fällt Ihnen etwas auf? Alles, was nicht ins eigene Bild passt, wird weggeschoben."
      -----------

      Aber wenn Sie von Beruf Lehrer sind, dann verzeihe ich Ihnen hiermit... ;-)

  10. Aron Sperber (kein Partner)
    02. August 2011 17:29

    Die Pharisäer von der Tea-Party erpressen Jesus Obama und stürzen dabei die ganze Welt ins Unglück.

    So erzählen es uns zumindest die meisten Leitmedien.

    Andere Sichtweisen grenzen im frommen Europa schon an Ketzerei.

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2011/07/31/die-weltbosewichte/

    • Erich Bauer
      02. August 2011 18:27

      Es ist nur noch Wahnsinn. Es hört nie auf. Standen die "Pharisäer" nicht schon auf dem p.c. Index? Der "red neck" als jüdischer Hohepriester Kaiphas? Die p.c. Redakteure fordern bald schon Freiheit für Barabas ...? Was geht hier vor?

  11. Carlo (kein Partner)
    02. August 2011 14:30

    Alles, was mir dazu einfällt: Amerika auf dem Weg zum Entwicklungsland. Dazu passt ja auch gut, dass die religiösen Rechten immer stärker werden. Das hat noch nie zu was Gutem geführt.

  12. Neppomuck (kein Partner)
    02. August 2011 11:30

    Man kann nur hoffen, dass es keine "Grüne Tee-Party" wird, werter Blogger.

  13. cmh (kein Partner)
    02. August 2011 11:26

    Auf einen klitzekleinen Aspekt sollte man doch hinweisen:

    Bei der historischen "(Boston) Tea Party" handelte es sich nicht um einen gemütlichen Salon von Intelektuellen, die sich über die Zukunft der (damals noch nicht einmal existierenden) Vereinigten Staaten den Kopf zerbrach und lange Resolutionen produzierte, sondern um eine einmalige und ziemlich handgreifliche Nacht-und-Nebelaktion. Diese war letztendlich einer der Auslöser des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges von England.

    Ich glaube daher, dass man in Amiland diesen Bezug durchaus auch als eine Drohung ansehen kann.

    Bei uns in Baghdad wird es im Vergleich dazu bestenfalls für eine Burgenländische Bildungs Bewegung langen. Von der Teeparty aus Alice im Wunderland könnten hingegen die Rollen der österreichischen Innenpolitik stammen, mit Doktor Werner F. als mad hutter, Iva G. als march hare und Spindelegger als dormouse.

  14. Segestes (kein Partner)
    02. August 2011 07:52

    Es trifft immer alle, wehrter Blogger?
    Ich mit meinem derzeitigen 3,6 k Nettoverdienst leide inwieweit darunter, wenn z.B. Leute ab 5k Netto mehr Lohnsteuer blechen müssen?

    Oder auch ganz anders: Wenn ich mit meinen 3,6k Netto z.B. 100 Euro mehr an Lohnsteuer entrichten muss, schmerzt mich das wenig. Mein Lebensstandard muss darunter nicht leiden.
    Wenn eine Kassiererin mit 1000 Euro Netto im Gegenzug 100 Euro mehr im Börserl hat, dann macht sich das sehr wohl für sie bemerkbar - und zwar im positiven Sinne.

    Ich bin auch sicher nicht so unverschämt und behaupte, bloß weil Ihr heißgeliebter (narren)freier Markt mir mehr Verdienst zubilligt als der Kassiererin, würde ich automatisch mehr leisten als diese.
    Aber das wird ein abgehobener Mensch wie Sie nie verstehen.
    Leistung ist für Sie in erster Linie das, was auf dem Gehaltswisch in Zahlen gefasst wurde.
    Demnach leisten Leute die viel verdienen in Ihren Augen auch immer mehr als Menschen mit niedrigem Einkommen.
    So schlicht formatiert sind Sie. Leider.

    • Segestes (kein Partner)
    • Tea Party (kein Partner)
      02. August 2011 08:42

      Nein nein, Steuern sind böse - immer. Nur wer was leistet (also auf welche Art auch immer über entsprechendes Kapital verfügt) soll essen, versichert sein usw.
      Wer da nicht mitkommt hat eben Pech gehabt und vergammelt auf der Straße, sofern er nicht zu den wenigen "glücklichen" gehört die irgendeine selbstlose kirchliche oder private Organisation versorgt. Kann man im Land der Tea Party gut sehen, da leben schon haufenweise Menschen in ihren Autos bzw. in Zeltstädten. Viele von ihnen ehemalige Leistungsträger die das Glück verlassen hat. Der totale Kapitalismus ist eben nicht rational und Einkommen hängt in vielen Fällen nicht mit Leistung zusammen. Das liegt schon mal daran, dass es keine einheitliche Definition von Leistung gibt.

      Manchmal denke ich mich - gut so, lasst es uns so machen. Irgenwann wird das den Teapartysanen auf den Kopf fallen. Wenn mal die kritische Masse der Vernachlässigten erreicht ist wird selbst die schönste Gated Community und selbst das größte private Waffenarsenal keinen ausreichenden Schutz mehr bieten.

    • Norbert Mühlhauser
      02. August 2011 10:21

      @ Segestes:

      Wenn ich mit meinen 3,6k Netto z.B. 100 Euro mehr an Lohnsteuer entrichten muss, schmerzt mich das wenig. Mein Lebensstandard muss darunter nicht leiden.
      Wenn eine Kassiererin mit 1000 Euro Netto im Gegenzug 100 Euro mehr im Börserl hat, ...


      Mit Ihrer Formel habe ich ein Problem: Es gibt nämlich viel mehr Kassierer als 3,6 k Nettoverdiener, sodass 100 EUR weniger bei Ihnen noch lange nicht 100 EUR mehr bei Kassierer & -innen bedeutet!

    • Norbert Mühlhauser
      02. August 2011 10:36

      @ Tea Party:

      Der totale Kapitalismus ist eben nicht rational und Einkommen hängt in vielen Fällen nicht mit Leistung zusammen.

      Ihr totaler Kapitalismus entpuppt sich bei näherem Hinsehen als ein Werk, das von linken und rechten Apparatschicks als Globalisierung unter dem Schlachtruf "Zollabbau" in die Wege geleitet wurde, teils um nationale Grenzen & Eigenständigkeiten niederzureißen, teils um das Zeitalter ideologisch induzierter globaler Wohlfahrt ausrufen zu können, teils um im Westen ein Nullwachstum zu erreichen (CO2-Schimäre), oder um noch besser zwangsverordnete Dienstleistungstätigkeiten pushen zu können (Kontrolle, Beaufsichtigung, Fürsorge, "Beratung" usw usf.)

      Leider glaubt der marktwirtschaftlich orientierte Mainstream tatsächlich derzeit noch, seine Totengräber wären seine ureigensten Erfüllungsgehilfen ...

    • cmh (kein Partner)
      02. August 2011 11:40

      segestes - Sie leiden wohl sehr unter dem abnehmenden Grenznutzen des Einkommens.

      Also ich hätte keine Probleme damit, wenn Sie statt 36 h nur mehr 3600 Euronen verdienten, mit der Finanzierung des 100ters für die 2500 Kassierer und Kassierinnen hingegen hätte ich hingegen schon eine Schwierigkeit. Zumal ich mir die Ware bald selber über die Registrierkasse ziehen muss. Die Banken zocken mich auch ganz schön ab, obwohl die durch mich verursachten Grenzkosten der Teilnahme an deren Abwimmelungssoftware sicher gleich Null sein müssten.

      Ich bin aber schon sehr gespannt auf die Marktüberflüssigmachungssoftware, an der Sie in IHrer Ravennatischen Villa sicher arbeiten. Solange Sie nicht nasse Füße kriegen.

  15. xRatio (kein Partner)
    02. August 2011 01:03

    Geld in Händen von Politikern und Beamten wird immer viel ineffizienter ausgegeben als in den Händen der Bürger.

    Sehr wahr!!
    Der Satz gehört wahrlich in Stein gemeißelt.

    Herr Dr. jur. Andreas Unterberger, der mir bisher immer als ökonomischer Laienspieler vorkam, hat jetzt wohl doch wenigstens mal seinen Ludwig von Mises gelesen.

    I red mir über die Österreichische Schule der Ökonomie ja schon seit Jahren den Mund fusselig.

    Österreich war bis zum ersten Weltkrieg führend nicht nur in der Musik, sondern auch in den Geisteswissenschaften.

    Die Wiener Schulen sind mit Recht nach wie vor weltbekannt,
    kurioserweise nur im sozialistisch verkommenen Österreich nicht.

    Aber das ändert sich jetzt - hoffentlich!

    • cmh (kein Partner)
      02. August 2011 11:32

      österreichische Schule der NATIONALökonomie

      Und der Satz gehört nicht in Stein gemeiselt, womit man ja bei uns eher das Gegenteil meint, sondern es handelt sich dabei um ein - das kann man ruhig sagen - ehernes Gesetz.

      Der keynessche Dreischritt lautet daher auch (steht irgendwo)

      Am meisten ziert man sich, eigenes Geld für sich selbst auszugeben.
      Viele haben hingegen wenig Probleme, fremdes Geld für sich auszugeben.
      Aber wenn fremdes Geld für fremde LEute ausgegeben wird, dann brechen sofort alle Dämme.

  16. Norbert Mühlhauser
    02. August 2011 00:49

    Die Tea Party hat etwas erreicht, indem sie Kompromissen nicht vorgegriffen hat. Das geht nur, wenn man eigene Standpunkte hat.

    Indes, wir sind in Österreich, da gehen die Uhren anders.

    Wird in den USA das Sozialversicherungskonstrukt zu Recht misstrauisch als mögliches Danaergeschenk beäugt, sind bei uns die Apparatschiks am Werken, um die Grenzen zwischen Steuer und Sozialversicherung noch weiter zu verwischen, so dass gar nicht mehr der Gedanke aufkommt, das eine wäre dem Kaiser und das andere der individuellen Alterswohlfahrt geschuldet.

    Verständlich, hat sich doch gezeigt, dass auch diese Form der erdrückenden Fürsorge dazu dient, systemnahe Kreise zu versorgen. In diesem Fall mit Zusatzpensionen für die Bediensteten der Sozialversicherungsapparate auf Rechnung der Sozialversicherungspflichtigen - Pensionen, die Leuten im von der Nachfrage und dem Wettbewerb geprägten Wirtschaftsleben vielfach ökonomisch einfach nicht zuteil werden können, weil es nicht erwirtschaftbar ist.

    Eilfertigst haben unsere Systemmedien diesen von Haider aufgedeckten und hernach vom seriös amtierenden Sozialminister Haupt bestätigten Skandal unter den Teppich gekehrt, mucksmäuschenstill blieb es hernach in dieser Republik!

    Quellen:
    http://www.news.at/articles/0322/10/57903/haider-harmonisierung-sozialpartner
    http://www.news.at/articles/0435/10/91182_s8/streit-pensionen-oberchristl-eingriff-zusatzpensionen
    http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20030530_OTS0190/lh-haider-fordert-anti-privilegien-konzept-fuer-sozialversicherungen

    Statt vor Scham zu erröten und in sich zu gehen, treiben die SV-Träger mit Kampagnen ihr umso frecheres Unwesen, gerade erst in diesem Jahr.

    Sich über die Lügen und Halbwahrheiten auszubreiten, würde ein Buch füllen. In einer mir einsehbaren PowerPoint-Präsentation wird etwa behauptet, die SV-Träger wären besser als ein Wirtschaftsbetrieb, weil sie nur 2,3 % Verwaltungskosten hätten. Das, bitte, ist eine Chuzpe! Ein Unternehmen mit dieser Fülle an Zuflüssen von sicheren, d.h. nur wenig schwankenden, Zwangsbeiträgen, gibt es in der Realität nicht!

    Weiters werden die Kosten des österreichischen Bürger in vielfacher Relation, etwa pro Sozialversicherungspflichtigen, jenen der Schweiz gegenübergestellt. Dabei wird geflissentlich überspielt, dass das Schweizer System drei voll ausgebaute Säulen hat, wohingegen bei uns fast alles in den SV-Apparat fließt und unsere Betriebliche Mitarbeitervorsorge mit ihren 1,53 % keine vollwertige zweite Säule darstellt. Daher müsste ein Drittel der Schweizer SV-Kosten (erfasst kann dort wohl nur die öffentlich-rechtliche Säule sein) drei Dritteln unserer SV-Kosten gegenübergestellt werden!

    • Norbert Mühlhauser
      03. August 2011 00:42

      RICHTIGSTELLUNG:

      Die zuletzt zitierte Behauptung aus einer WGKK-Infotag PPt-Präsentation bezog sich auf einen Vergleich von Krankenversicherungskosten (die Verwaltungskosten) pro Kopf im In- und Ausland.

      Es handelt sich daher um keine Gegenüberstellung der Gesamtkosten der Sozialversicherungsträger, und bezieht insb nicht die Gebarung des Pensionskassensystems mit ein.

  17. Helmut Graser
    01. August 2011 21:18

    Seltsame Diskussionen hier mitunter ...

    Manchmal bin ich wütend, manchmal bin ich zornig. Meistens aber bin ich optimistisch, lebensfroh, positiv gestimmt und umsetzungsorientiert.

    Dieses Denken in Schubladen ist doch zu einfach, nicht wahr? ;-)

  18. Wertkonservativer
    01. August 2011 16:57

    Nun, nach sechs Stunden Fahrt zu meiner istrischen Hazienda lese ich Unterbergs TeyaParty-Kommentar und die lebendige Diskussion, eigentlich kaum zum vorgegebenen Thema!

    Dass die vielen gutgemeinten und anbitionierten Initiativen in Richtung "weniger Staat" nur Sinn machen, wenn aus den vielen Einzelaktivitäten eine größere Aktions-Einheit gebildet werden kann, die unseren Politikern einen echten Gegenwind in ihre faden Gesichter zu blasen imstande ist, erscheint evident!

    Die vielfältigen Bemühungen, Positives für unser Land zu erreichen und sicherzustellen, sind nur zukunftsträchtig, wenn größere Einheiten entstehen.

    Es gibt gute Ansätze in unserem Bereich: das "Echo", die BIÖ als etablierte Bürgerinitiative, die Bauer-Aktion zur Verwaltungsreform u.a.m., das sind Ansätze, die weiterzuführen und zu unterstützen wären.

    Nicht alles an den Intentionen der USA-Tea-Party sagt mir wirklich zu; da ist viel fundamentales Drumherum, das wir uns ruhig ersparen sollten.

    Aber wie auch immer, Bürger-Gegenwehr gegen die Allmacht des Staates und der für ihn werkenden hirnpotscherten Politiker tut not!

    gerhard@michler.at

    • Alexander Renneberg
      01. August 2011 19:16

      A) hoffte der ganze blog (außer ihrem größten und einzigen fan ph. und umgekehrt) sie würden heute nichts posten. Wir waren quasi besorgt. Ein bißl.
      B) sorry, mit apfelsafttrinkern und leuten deren eigenwahrnehmung nicht mit der fremdwahrnehmung korrespondiert arbeit niemand gerne zusammen.
      Aktionismus anstelle von pragmatismus. Es gibt leute die schwafeln und leute die tun.
      Gleiches gilt für menschen die schmähbefreit sind. Das ganze soll spass machen.
      C) und genau letzteres spreche ich ihnen und ihren 3 verbliebenen schlichtweg ab.

      Das mußte mal gesagt werden. Ob es ihnen gefällt oder nicht. Fakten bleiben fakten.

    • FranzAnton
      01. August 2011 20:15

      Habe Herrn Michler bloß ein Mal gesehen; er erschien mir sofort als netter Mensch. Lese gerne und mit Interesse seine Kommentare; sie gefallen mir einerseits zumeist gut, und bestätigen andererseits den positiven Ersteindruck.

    • Wertkonservativer
      01. August 2011 20:38

      Danke, FranzAnton, für die freundlichen Worte!

      Zu Renneberg sage ich gar nichts mehr! Der kann vielleicht drucken, aber damit hat sich's wohl schon!

      Nochmals Dank und freundliche Grüße!

      gerhard@michler.at

    • Alexander Renneberg
      01. August 2011 22:59

      wertekonsernaiver,

      dass sie ein netter mensch sind (wie herr franzanton schreibt) stellt keiner in abrede.

      nur leider, wenn es darauf ankommt sind denjenigen in der ersten reihe stehen die "netten" egal.

      diejenigen die in der ersten reihe stehen, sich also nicht verstecken um es deutlich zu machen, werden den "netten" niemals vertrauen.

      aber klar ist auch, sie wollen das letzte wort haben, können sie auch, schreiben sie was sie wollen, machen sie einen strich, egal.

      leute aus der zweiten reihe wie sie, brauchen das letzte wort, sonst gingen sie zu grunde.

    • xRatio (kein Partner)
      02. August 2011 01:17

      Mir reichts langsam wirklich mit diesem Affen namens Wertko.

      Wenn doch dieser vermaledaite Wertko endlich mal seine politisch

      total bekloppte Goschen halten könnte.

      Immer wieder absolut unerträglich, was dieser Dummdödel an undurchdachtem Schwachsinn absondert.

      Der "Sudetendeutsche" etc. lernt mit 77 ersichtlich nix mehr dazu.
      Der will hier nur rumschleimen und sich wichtig tun.

      Hitler hätte er genauso bejubelt resp. verharmlost.

      Widerlich!!!!!

      Jung ein Gimpel, alt ein Simpel.

    • cmh (kein Partner)
      02. August 2011 11:47

      Meine Gartennachbaren hatten einmal so einen neurotischen Kläffer. Wenn er jemanden im Bereich seines Gartens sah, dann konnte man richtig sehen, wie seine Ganglien arbeiteten. Es konnte bis zu 30 sec dauern, bevor der Kläffbefehl seines Hirnes ausgeführt werden konnte.

      @123xRatio
      So eine tolle Homepage mit so tollen Namen - und dann so eine schlechte Kinderstube!

    • mike1
      02. August 2011 14:33

      also diese tea-party-leute sind mir nicht ganz geheuer. auf die kann ich verzichten (man erinnere sich an die alaskanische gouvernante sarah p.), und wenn man schon die ganze zeit auf obama losgeht, dann bedenke man bitte folgendes: der größte schuldenmacher der letzten jahre war der kriegslüsterne republikaner george w. bush. nur der.

      @ franzanton: passt genau !

      und zu @ xratio: geht's noch blöder ? enthalten sie sich zukünftig solcher bedenklicher beschimpfungen und verunglimpfungen. danke.

    • contra
      02. August 2011 15:47

      @mike1

      Nennen Sie mir eine Partei, wo Ihnen ALLES ganz geheuer ist?
      So gesehen, ist mir die Tea-Party zumindest nicht ganz unsympathisch!

    • Wertkonservativer
      02. August 2011 16:10

      Lieber mike,

      gottseidank bist Du wieder da; Du bist) nämlich einer der wenigen, die hier nett zu mir sind: XRatio und Renneberg sind die Hauptpinkler an meine krummen Beine!
      Aber ich bin ja selber schuld:
      wie kann ein EU- und ÖVP-Sympatisant, der noch dazu ein FPÖ-Skeptiker ist, hier aller Leute Liebling sein? Das geht nun wirklich nicht: hin und wieder ein Platz am Stockerl (und da auch nur auf den billigen Plätzen), und das ist es dann auch schon!

      Nochmals liebe Grüße, lieber Freund!

    • phaidros
      02. August 2011 16:11

      Mike,

      Clinton übergab +236Mrd. Obama übernahm -1,8 Bio. Garelli formuliert es so: "Clearly, there must have been someone in between!"

      BG

  19. RR Prof. Reinhard Horner
    01. August 2011 15:10

    reinhard.horner@chello.at

    Sympathie, Antipathie und/oder realer Nutzen

    Wenn man Obama mit seiner Administration – aus welchen guten oder weniger guten Gründen auch immer – nicht mag, ist die Tea Party für die USA und weltpolitisch ausstrahlend tatsächlich eine gute Alternative? Wer aller ist drauf und dran, mit Amerikanismus die USA herunterzuwirtschaften?

    Und brauchen wir eine Tea-Party-Gesinnung in Österreich? Wir haben jedenfalls bereits den Strachismus.

    Eine zukunftstaugliche Alternative steht noch aus.

  20. Graf Berge von Grips
    01. August 2011 14:46

    Nr.403
    Unsere Politiker lieben sie .....
    sofern kredenzt der Alk mit Tea.

  21. socrates
    01. August 2011 14:23

    Ein Land mit mehreren hundert militärischen Auslandsstützpunkten könnte leicht sparen. Außerdem gäbe es ein paar Kriege zu beenden. Da kann man bezüglich des $ leicht optimistisch sein. Die AAAK, Armen, Alten und Arbeitlosen, Kranken, bekommen weiter nichts. Das ist Obamas Leistung. In den Medien wird er als Sieger gefeiert!

    • Brigitte Imb
      01. August 2011 14:38

      Obama hat sich genau wie alle anderen Politiker als Apparatschik entpuppt, und seine Wahlversprechen - ebenso wie viele andere - nicht eingehalten. Guantanamo gibt es immer noch, Kriege werden geführt und die Verschuldung, bzw. das Pyramidenspiel geht munter weiter.

    • terbuan
      01. August 2011 14:47

      Brigitte
      Der US-Präsident ist immer nur "Apparatschik", Befehlsempfänger, die Macht liegt ganz woanders, Gegenteiliges lügen uns nur die gekauften Systemmedien vor!

    • Undine
      01. August 2011 15:21

      @Brigitte Imb

      Die amerikanischen Präsidenten waren durch die Bank Marionetten; wer dort die Fäden zieht, ist kein Geheimnis. Manche US-Präsidenten haben halt unterschiedliche schauspielerische Begabungen und Charisma, um die Leute glauben zu machen, sie, die Präsidenten- Marionetten, bewegten sich aus eigener Kraft.

    • Alexander Renneberg
      01. August 2011 22:37

      @undine

      aha, und wer genau zieht dort die fäden? ich weiß es nicht, freue mich jedoch über präzise aufklärung, nachdem sie es zu wissen scheinen.

    • ProConsul
      01. August 2011 22:48

      Renneberg

      ich hoffe, Friedrich Romig ist mir nicht böse - er liest ja hier mit -, wenn ich aus seinem neuen Buch "Der Sinn der Geschichte" zitiere:

      "Die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion übriggebliebene einzige Weltmacht, die USA, wird, wie John J. Mearsheimer und Stephan M. Walt in einer Harvard-Studie (2006) akribisch nachgewiesen haben, in ihrer Außen- und damit der Weltpolitik von der israelischen Lobby dirigiert. Dadurch erhalten Demokratisierung, Liberalisierung, Globalisierung, UNO, NATO, EU, NAFTA, SEATO, WTO, IMF, FED, EZB, Euro, der ganze 'Krieg gegen den Terror' und sogar die Bekämpfung des Klimawandels einen besonderen touch: Sie dienen der 'Judaisierung' (Louis Israel Newman, Robert Hickson), 'Zionisierung' (Mahathir bin Mohamad, Wladimir Putin, Mahmud Ahmadinedschad), 'Israelisierung' (Muhammad Shahid Alam) oder 'Amerikanisierung der 'Einen Welt' des Antichrist. Zur Durchsetzung ihrer säkulare Werte - 'offene' oder 'liberale' Gesellschaft, religiöse Toleranz, Demokratie, Menschenrechte, Freihandel, Marktwirtschaft, gleiche Rechte für alle - betrachtet sich die von der israelischen Lobby beeinflußte Großmacht USA zum Einsatz militärischer Macht nicht nur berechtigt, sondern, wie Condoleezza Rice betont, "im Interesse der Menschheit" sogar verpflichtet. Und es sind genau diese säkularen, im Grunde antichristlichen 'Werte', die Klaus Hödl, den Leiter der 'Centrale für jüdische Studien' an der Kar-Franzens-Universität in Graz, wohl veranlaßt haben, kurz nach dem Besuch Benedikts XVI. in Österreich im September 2007 darauf aufmerksam zu machen, daß man heute vielmehr von einem "jüdischen" als von einem "christlichen" Europa sprechen müsse. "Judentum, und nicht Christentum,...ist der Kern der westlichen Zivilisation". Die ganze Moderne sei "ein jüdisches Phänomen." (Friedrich Romig, Der Sinn der Geschichte, S. 231)

    • Alexander Renneberg
      01. August 2011 23:09

      proconsul,

      das ist mir alles wohlbekannt. und ich stelle ihre worte auch nicht gänzlich in abrede.

      meine frage jedoch war ganz einfach:

      wer genau zieht die fäden.

      ich füge noch an:

      was bedeutet das für uns. was ist der plan dahinter. was tun die planer um nicht zu scheitern? denn wie jeder weiß, scheitert jede verschwörung an der zahl der mitwisser, und die ist in diesem fall nicht gerade gering. diese weicheier knicken beim kleinsten windhauch ein um ihre exsistenz zu retten.
      und weiter: cui bono?

      so, und wie genau lautet jetzt die antwort auf meine frage?

      wer genau ist es?

      p.s. meine befürchtung ist: wir sehen den wahren gegner vor lauter bäumen nicht.

    • xRatio (kein Partner)
      02. August 2011 01:54

      @ProConsul 01. August 2011 22:48

      Soso.

      Daß der Romig nicht ganz dicht ist, habe ich immer vermutet.
      Jetzt bin ich mir sicher: Ihr Zitat stellt das eindrucksvoll unter Beweis.

      Gelernt hat der linke Schwachkopf eh nix:
      Univ.-Dozent Dr. Friedrich Romig lehrte Politische Ökonomie in Wien, Graz und Aachen. Er war Mitglied der Europakommission der Österreichischen Bischofskonferenz.

      Wirklich besser Sie bleiben in unser aller Interesse bei
      Hans-Hermann Hoppe, Demokratie, der Gott der keiner ist (2003)

    • Johann Scheiber
      02. August 2011 07:41

      Proconsul, ich denke, wir sollten hier öfter Romig zitieren, denn er leitet möglicherweise, mit seinem Buch, im Stillen einen längst fälligen Paradigmenwechsel in die Richtung einer realistischen Selbsteinschätzung der Europäer ein. Er belegt die These vom jüdischen Zeitalter in praktisch jedem Kapitel ausführlich mit Literatur. Wobei meines Erachtens das Kapitel über den schrecklichen aber extrem einflußreichen Nonsens-Produzenten Karl Popper den Höhepunkt darstellt.
      Wir Europäer mit ach, unseren christlichen Werten, das kommt mir so vor wie ein Unternehmer, bei dem alles nur noch äußerer Schein ist, der längst von anderen, vom feindseligen Staat und von Banken determiniert ist.

      Das Christentum ist verschwunden, die Christenheit besteht, meinte Kirkegaard.

      Bei der Schlußfolgerung, dass die ganze Moderne ein rein jüdisches Phänomen sei, da kann ich Romig allerdings ganz und gar nicht folgen.

      Romig ist analytisch großartig, in den Schlußfolgerungen meines Erachtens reaktionär. Wobei mir heute jeder Reaktionär lieber ist, als beinahe alles andere. Im Anblick des totalen Verfalles kann man fast nur Reaktionär werden - nur diese Haltung ändert am Lauf der Dinge nichts.

    • ProConsul
      02. August 2011 09:31

      Johann Scheiber

      danke für ihren zustimmende Worte.

      xRatio

      ich bin ihnen nicht böse, dass sie Romig nicht verstehen, - da braucht man schon einen religiösen Hintergrund (Erziehung/Ausbildung).

      Alexander Renneberg

      Es gibt keine Verschwörung, die wäre nämlich schon längst aufgeflogen, wie sie völlig richtig implizieren. Es ist vielmehr so:

      "Seit dem Aufstieg der christlichen Religionen zur Staatsreligion (391 neuer zeitrechnung unter Theodosius) fehlte es nicht an Versuchen, ihr diese Stellung streitig zu machen. Wirklich gelungen ist dies wohl erst in der späten Neuzeit, nicht zuletzt aufgrund der 'Machinationen' (Codex Iuris Canonici, § 1374) von Gruppierungen (Freimaurer, Liberale) und (meist linken) Parteien, die der Kirche und der christlichen Religion feindlich gesinnt waren. In ihnen nahm das jüdische Element oftmals bedeutende Positionen ein (zum Beispiel als 'Volkskomissare' während der bolschewistischen Revolution), zum Teil bis heute (Neokonservative in den USA). Hieraus den Schluß zu ziehen, dass es eine gegen die Monarchien und andere staatliche Autoritäten gerichtete 'Verschwörung" gäbe, geht fehl. Soweit Juden an Umstürzen, Revolutionen, Bürgerkriegen, Subversionen, Schaffung von Instabilität, 'creative destruction' etc. beteiligt waren und noch sind, erfüllen sie ihre Sendung als das von Jahwe 'auserwählte Volk'. Jahwe ist kein dreifaltiger Gott, er kennt nicht den Wert der göttlichen Personen, er ist 'Zentralist' und 'Kollektivist', ein 'National-Gott' des jüdischen Volkes, kein 'universaler' Gott. Daher kann auch sein 'auserwähltes Volk' die ihm übertragene Sendung, die übrigen Völker zusammen- und zur gemeinsamen Gottesverhehrung auf Zion entgegenzuführen, nur durch Auflösung ihrer Traditionen und Verletzung ihrer Rechte ins Werk setzen. Globalisierung, europäische 'Unionisierung', Natoisierug, Schaffung 'gemeinsamer Märkte' sind alles Teile des Prozesses der 'Judaisierung', 'Zionisierung' oder 'Israelisierung' der Welt." (Friedrich Romig, Der Sinn der Geschichte, S. 26)

    • Johann Scheiber
      02. August 2011 11:48

      Die Geschichte ist eben rein immanentistisch nicht zu verstehen! Goethe sagt, Geschichte ist Kampf des Glaubens gegen den Unglauben.
      Judentum ist nationaler Monotheismus, Islam ist universaler Monotheismus, also quasi universalisiertes Judentum und das Christentum ist universaler trinitarischer Gottesglaube und qua Trinität die Religion der Freiheit.

      In diesem Spannungsfeld spielt sich alles ab. Die durch Liberalismus und Sozialismus inszenierte Globalisierung ist, überspitzt gesagt, Universalismus für alle Nichtjuden.
      Der Antichrist formiert sich aus Judentum und Islam, wobei das Judentum eindeutig die Speerspitze ist.

    • cmh (kein Partner)
      02. August 2011 11:50

      Offensichtlich glauben immer noch viele im guten wie im bösen, Obama wäre ein Messias, ein Soter, ein Heilsbringer ...

      Die amerikanische Oligarchie ist für uns doch nur eine zu akzeptierende Rahmenbedingung. Setzt man das voraus, wird alles was von drüben kommt viel klarer.

    • Erich Bauer
      02. August 2011 13:13

      ProConsul,

      Ich fürchte eher, daß sich "Jerusalm" in den "Himmel" erheben könnte, als daß es zu einer gemeinsamen, welteinheitlichen Gottesverhehrung auf Zion kommt. Daß die Feinde der christlichen Religion in einer "konzertierten" Aktion vorgehen, mit dem Ziel eine "Israelisierung" herbeizuführen, scheint mir nicht sehr glaubwürdig. Da müßten ja sämtliche "Freimauer", "Rotarier" und ev. auch die "Rosenkreuzer" schon gleichgeschaltet sein. Dagegen spräche die "Israelphobie" zahlreicher bekennender Mitglieder der genannten "Zirkel". Ich glaube, diese "Welttheorie" ist nur innerhalb eines fest geschlossenen, "monotheistischen" Weltbildes nachvollziehbar. Außerhalb dieser "Welt" stellen sich die Dinge völlig anders dar.

      Der Niedergang der Kirchen resp. der "christlichen Werte" hat meiner Ansicht nach schon einiges mit den Erkenntnissen der Naturwissenschaften zu tun. Insbesondere mit der modernen Teilchenphysik. Und dieser Prozeß hat eben erst begonnen. Natürlich "bedient" man sich gerne der überlieferten und erbaulichen Rituale. Das wird auch sehr lange Zeit noch so bleiben.

      Daß jede der 3 monotheistischen Religionen einen "Weltbestimmungsanspruch" stellt, ist auch nicht gerade ein Geheimnis. Ist es doch in ihren Schriften festgehalten. Daß die beiden "Töchter" (Christentum/Islam) da ängstlich auf die "Mutter" (Judentum) starren ist nicht weiter verwunderlich. Böse Zungen könnten es auch Elektrakomplex nennen.

      Was die "Globalisierung" und alle damit zusammenhängenden Erscheinungen betrifft, so ist meiner Meinung nach kein mystischer "Weltenplan" dafür verantwortlich, sondern einzig und allein die wirtschaftlichen Zwänge. Die technischen Möglichkeiten der industriellen Fertigung erlauben es, Güter in jeder nur erdenklichen Menge, und in kürzester Zeit, herzustellen. Das Problem ist daher nicht mehr die Produktion, sondern der Absatz. Daher schaffte man die "Werkbanken" (China, Indien etc.). In der Hoffnung, letztlich auch dort Absatzmärkte heranzubilden.

      Wie dieses "Experiment" ausgeht, weiß NIEMAND. Welche wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen damit einhergehen, kann man nicht sagen. Es gibt keine Erfahrungen darüber in der Wirtschaftsgeschichte oder Sozialgeschichte. Persönlich sehe ich jedenfalls nirgendwo einen mystisch/religiösen Plan. Nur die Eigendynamik eines Wirtschaftssystems ...

    • cmh (kein Partner)
      02. August 2011 16:05

      Sehr geehrter Herr Erich Bauer,

      ich würde ja auch gerne nicht glauben, aber bevor ich so nicht glaube wie Sie, glaube ich lieber. Zwar stimme ich Ihnen gerne zu, dass etwas wie die konzertierte Aktion aller Glaubensfeinde so nicht gibt – aber sonst?

      Was z.B. hat bitte die moderne Teilchenphysik mit dem Niedergang der Kirchen zu tun? Richtigerweise hat die moderne Teilchenphysik nichteinmal etwas mit dem Niedergang der klassischen Physik zu tun – so es denn so etwas gibt.

      Es wird zwar immer wieder von ganz besonders schlauen (123xRatio) von den „3 monotheistischen Religionen“ gefaselt, um sich dann von jeder den wirklichen Schwachsinn herauszuklauben und alle drei damit gleichzeitig zu verdammen. Denn entweder man redet religionswissenschaftlich, dann muss man sich jeglichen Urteiles enthalten, oder Sie sprechen von Ihrer nichtvorhandenen Glaubensüberzeugung – dann sollten Sie aber besser nichts sagen.

      Und weil ich heute gerade kreativ-ketzerisch aufgelegt bin, kann ich nichteinmal Ihrem Mutter Töchter Vergleich zustimmen. Zwar ist es richtig, dass der Islam eine wiedererstandenes Militärjudentum und damit Tochter ist, das Christentum ist aber um hier im Bild zu bleiben eher das Produkt von griechischer Philosophie/Religion und Judentum. Ihre bösen Zungen mögen zwar immer das Gegenteil behaupten, ich kann mich aber an nichts erinnern, für das ich mich ängstlich und womöglich an neidig auf eine der beiden anderen Religionen ausrichten müsste. Ihre Gegenbeispiele hiezu würden mich schon sehr interessieren.

      Was die Globalisierung (in dem Sinn, in dem wir diese immer verwenden) anbelangt, so ist die doch ein rein europäisch/amerikanisches Phänomen. Indern und Chinesen ist es doch herzlich egal, wer ihre Waren kauft – für die sind wir doch nur Umwelt. Nur wir bilden uns ein, auch die denken vor einem christlich-abendländischen Hintergrund.

      Tatsächlich ist die Globalisierung nur ein Symptom für unsere fortschreitenden Lendenlahmigkeit in physischer, geistiger und moralischer Hinsicht. Schauen Sie doch wie die Somalis die Auswirkungen unserer Globalisierung lokal in den Griff zu bringen suchen. Wir fischen denen die Küstengewässer leer, dumpen vor ihren Küsten unseren Müll und scheißen im übrigen auf die. Flugs haben die eine Kaperindustrie aufgebaut, die sich gewaschen hat und auf lokale Strukturen aufbaut. Wir schimpfen zwar auf die Somalis und nennen sie Verbrecher und Mörder – aber die von ihnen gefundene Lösung ist doch genial. Was kümmert es, dass uns die Lösung nicht gefällt.

      Womit wir wieder beim Thema wären. Denn entweder Sie, lieber Herr Bauer bleiben bei dem von Ihnen vertretenen Religionsrelativismus, dann stimmen Sie mir sicher auch in der Beurteilung der von den Somalis gefundenen Lösung zu – oder Sie schreiben ganz einfach, dass das mit der Religion oder den allgemeinen Werten doch nicht so ganz ohne Christentum auskommen kann.

      NB: Eigentlich sollte sich auch 123xRatio hier herausgefordert fühlen, aber der spricht ja nicht mehr mit mir sondern stänkert lieber mit dem armen Wertkonservativen über die äußere Form der wertkonservativen Postings.

    • Erich Bauer
      02. August 2011 18:13

      Sehr geehrte/r cmh,

      Mein Beitrag richtete sich in erste Linie an Friedrich Romig. Sein "Sinn der Geschichte", daß alles Teile des Prozesses der 'Judaisierung', 'Zionisierung' oder 'Israelisierung' der Welt sind, konnte ich einfach nicht unwidersprochen lassen. Im Kontext der strikten Lehre sind diese Schlußfolgerungen natürlich in sich logisch. Daß ich mich damit nicht anfreunden kann ist, wie ich glaube, zu bemerken.

      Religionsgeschichtlich ist der Islam aus dem arianischen Christentum entstanden. Diese christliche Form lehnte die Dreieinigkeit ab, ebenso wie die Göttlichkeit Jesu. Der Arianismus war einmal in der Christenheit so weit verbreitet, wie heute die r.k. Kirche. Bekanntlich wurde er zurückgdrängt. Das israelitischen Judentum existierte seit der Tempelzerstörung durch Titus nicht mehr.

      Ich werde mich hüten, Sie verzeihen, eine Glaubensdiskussion anzufachen. Das führt zu nichts - zu überhaupt nichts. Denn, wenn mir jemand sagt, er glaubt an Gott, so kann ich ihm das glauben oder auch nicht. Ebenso wenn er sagt, er glaubt NICHT an Gott.

      Für mich ist es jedenfalls eine unbestreitbare Tatsache, daß die beiden anderen monotheistischen Religionen wechselseitig die jüdische Religion angegriffen und mit massiven "Verwünschungen" (heute: Iran etc.) bedenken. Ich weiß auch nicht - sie tun es halt. Manchmal unterschwelliger, manchmal massiv. Ich denke, es liegt tief in den religiösen Ansichten.

      Jedenfalls mache ich mir keine Sorgen um die r.k. Kirche. Sie ist sehr anpassungsfähig und intelligent. Sie denkt viel weiter voraus als sich irgendein "Reformkatholik" vorstellen kann. Wenn ich vom "Niedergang der Kirchen" geschrieben habe, stehe ich nicht an, das zu berichtigen. Wahrscheinlich sind es ohnehin nur temporäre Abwanderungen, die durch ebenso erfolgende Zuwanderungen wieder kompensiert werden. Denn der Mensch braucht ebenso Rituale wie moralische Richtungsgebung. Die r.k. Kirche wird das ganz sicher noch lange bieten können ... möglicherweise für Allezeit.

    • cmh (kein Partner)
      02. August 2011 19:35

      Lieber Herr Bauer,

      gut ausgewichen!

      In der Argumentation gegen die „Judaisierung“ bin ich natürlich – wie bereits gesagt – ganz bei Ihnen.

      Der Grund für mein Hineinposten war, dass ich denke, dass man Sager wie „3 monotheistische Religionen“, bei denen diese drei komplett unterschiedlichen Religionen immer in einen Topf geworfen werden nicht unwidersprochen lassen sollte. Ebensowenig wie die Verwendung des Wortes „glauben“ im Sinne von beliebige Gschichtln grundlos für wahr halten.

      Wenn man eine christliche wenn nicht gar katholische Position vertreten möchte, muss man auf diesen Wortgebrauch ganz besonders aufpassen, denn läsest man diesen zu, dann hat man in der weiteren Folge ganz schlechte Karten. Denn in beiden Fällen wird man klassifiziert, wobei die Klasse leichter abzulehnen ist, als das Christentum alleine. In beiden Fällen lässt man zu, dass über das Christentum irgendwelche popper-postivistische Aussagen gemacht werden und überlässt zudem dem „Wissenschafter“ die Richterautorität über diese Aussagen.

      Nicht weil eine Autorität nicht schlechthin akzeptiert wird, sondern weil es diese nicht leisten kann, was von ihr erwartet wird.

      Die Prozesse, die sich zwischen Judentum und Islam einerseits und Christentum in seiner jeweiligen Form abspielten, sind jedoch sehr kompliziert. Eine Feindschaft des Christentums vor allem zum Judentum ist theologisch nicht zu konstruieren. Dass die Miltärreligionen des Islam und des Zionismus (diese unübliche Zuordnung bitte ich wohlwollend zu gestatten) nicht miteinander können, hat rein handgreifliche Gründe.

      Um die Katholische Kirche mache ich mir natürlich auch keine Sorgen, im Gegenteil. Die derzeit zu beobachtenden Wellenbewegungen hat es in vielleicht viel stärkerer Form auch schon früher gegeben. Möglicherweise sind sie auch so wie Sie es versuchen, materialistisch und innerweltlich zu erklären. Was solls. Die Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt, ist doch viel eher warum überhaupt? Das Ritual hätte der alte Kaiserkult leicht geschafft und für die Moral hätten wir vielleicht ein paar Stoiker, Kyniker und (echte) Epikureer halten können. Warum also das Christentum überhaupt?

      Da ich auch keine Glaubensdiskussion hier führen möchte, das Problem aber nicht auf sich beruhen lassen kann, setze ich einmal ein paar Gründe hier kommentarlos hin:

      Weil das Christentum die überlegene Religion ist;
      weil das Christentum sowohl die religiösen Virtuosen als auch die einfachen Gläubigen bedienen kann;
      weil es sich bei Wahrung der Einheit sehr flexibel entwickeln kann;
      weil es die griechische Aufklärung bewahrt und die moderne Aufklärung ermöglicht hat;
      weil es die Entwicklung der modernen Wissenschaften gefördert hat und weiterhin fördert
      usw.

      Abschließend noch zum Glauben, den man hat oder vielleicht auch nicht.

      Sie verwenden hier das Wort Glauben im Sinne von für wahr halten von nicht überprüfbaren Sachverhalten. Da diese Sachverhalte nicht p.def. nicht überprüfbart sind, macht es auch keinen Sinn, hier eine Annahme zu machen.

      Ob allerdings jemand tatsächlich christlich glaubt, das zeigt sich an seiner Person und nicht an seinen Meinungen. Sie werden einen Gläubigen daher nicht notwendigerweise nur in einer Kirche finden, sie sollten ihn aber erkennen können.

      Viel lieber hätte ich allerdings über die Globalisierung aus somalischer Sicht gesprochen.

    • panzerechse (kein Partner)
      02. August 2011 23:01

      An cmh,

      Hallo, ich bin das Haustier von Erich Bauer. Ich wurde hier schon vor einiger Zeit vorgestellt. Auch die technischen Gründe, weswegen ich hier bisweilen erscheine wurden dargelegt. Mein Herrl hat mir einen Brief für Sie übergeben.

      Sehr geehrte/r cmh,

      Sie haben nicht ganz unrecht, wenn Sie meine Replik als "gut ausgewichen!" sehen. Ich bin der Überzeugung, dass bei diesem Thema Behutsamkeit sehr wichtig ist. Wenn Ihre Glaubensinhalte Ihnen Sicherheit und Geborgenheit für Ihr Leben und dessen Vergänglichkeit geben, würde ich mir schwerste Vorwürfe machen, Sie vielleicht grundlos, noch dazu durch unbedachte oder unbeabsichtigt fallen gelassene Worte zu verärgern. Da Sie mich offensiv fragen, werde ich versuchen Ihnen meine Sicht darzulegen.

      Das Christentum findet seine Identität in der Genealogie zum "Hause David". Für den Islam ist Abraham (Ibrahim) der "erste Moslem" überhaupt. Es scheint für mich jedenfalls Faktum zu sein, dass beide Religionen sich auf die jüdische Religion berufen. Alle 3 monotheistischen Religionen in "einen Topf" zu werfen, ist natürlich nicht möglich. Sie vertragen sich einfach nicht. Nehmen Sie diese kleine Spitze nicht zu ernst.

      Ich habe ganz bestimmt kein Problem damit, wenn Sie katholische Positionen vertreten. Ich denke, dass man sie ganz gut vertreten kann. Was bei sehr vielen Katholiken etwas abhanden gekommen ist, könnte der Hinweis auf die Kraft der Sammlung oder auch des Gebetes sein. Anstatt dessen ist in vielen Pfarren eine Vereinsmeierei gewisser, in sich abgeschlossener Cliquen zu beobachten. Man ist ständig mit Plänen von "Aktivitäten" beschäftigt. Ich fürchte, das ist keine so gute Entwicklung.

      Wie man einen Christen erkennen kann, weiß ich wirklich nicht. Dazu müsste ich wissen ist er orthodox (rechtgläubig), katholisch, protestantisch, anglikanisch, baptistisch ...

      Ihr Frage nach dem Zusammenhang zwischen Globalisierung und dem Elend in Somalia kann ich nur ahnen. Fest scheint zu stehen, dass in diesen kärglichen Regionen ein enormes Bevölkerungswachstum stattfand. Die nicht vorhandene Reziprozität in den Gemeinwesen führte zu Feindseligkeit und Krieg zwischen den Gruppen. Ich habe den Verdacht, dass es sich auch dort um religiöse Auseinandersetzungen handelt. Wenn dem so sein sollte, wäre das Beispiel Sudan wahrscheinlich zielführend. Im Sudan hat man endlich die Christen und Muslime getrennt. Nach Millionen von Bürgerkriegstoten ...

  22. Josef Maierhofer
    01. August 2011 14:15

    In den USA ist 'das Bankhaus geschlossen', die Notenpresse streng limitiert worden und es muss gespart werden.

    Bei uns steht es offen wie ein Scheunentor, das 'Bankhaus', und die Notenpresse rotiert weitere Milliarden auf die Minusseite und keiner stellt sich dagegen.

    Wo sind bei uns die 'Konservativen', die Werteträger, die Vernünftigen, die, die uns die Wahrheit sagen, die volle Wahrheit, und die sich gegen die extensive und progressive Verschuldung stellen ?

    Wer Schulden beschließt hat die Schuld am Beschluß. Wer 'Wohltaten' (ich bezweifle, daß Wohltaten auf Kredit solche sind) übers 'Volk' verstreut, der hat das zu verantworten. Wer das österreichische Volk veruntreut, verrät und verkauft, der sollte sich fürchten müssen vor eben diesem Volk, das er veruntreut verraten und verkauft hat.

    Bei uns ist es umgekehrt, da fürchtet sich das Volk vor den Politikern, statt dass das Volk die Mandate dann zurückzieht, wenn sie nicht erfüllt werden von den Mandataren und andere mit den Aufgaben betraut.

    • Martin Bauer
      01. August 2011 14:36

      In den USA ist 'das Bankhaus geschlossen',
      Bis dahin können aber noch rund 2 Billionen verpulvert werden - nicht vergessen!

    • Anton Volpini
      01. August 2011 14:43

      In Ungarn versucht gerade Viktor Orbán die verantwortlichen sozialistischen Politiker, die zwischen 2004 und 2010 von 54% Schuldenquote auf 81% "auf"gewirtschaftet haben, vors Gericht zu bringen.
      Den ORF im Mittagjournal hätte man heute dazu hören sollen! Sogar der sonst von mir sehr geschätzte Paul Lendvai hat Feuer und Galle gespeit.

    • contra
      01. August 2011 14:45

      @A. Volpini

      Die sollen nur speien, was sie wollen - die Ungarn sind am richtigen Weg, denn anders ist diesen Verschwendern mit ihren Lügen nicht beizukommen!

    • Undine
      01. August 2011 15:37

      @Anton Volpini

      Die Meldung, daß Viktor Orban die sozialistischen Schuldenmacher vor Gericht bringen will, hat mich auch aufhorchen lassen. Muß man ihm nicht zu 100% Recht geben? Lustig finde ich auch, wenn sich unser streng linksorientierter ORF über das neue Mediengesetz in Ungarn aufpudelt!Schade, daß sich die Ungarn nicht öffentlich über unseren ORF aufregt! Die Reaktionen unserer ORFler würde ich zu gerne erleben!

      Paul Lendvai zähle ich allerdings auch zur LINKEN EXPERTENTRUPPE des ORF, die uns immer--im Falle von Lendvai sehr treuherzig-- die Welt von ganz, ganz linken Aussichtspunkten aus erläutert.

    • contra
      01. August 2011 15:54

      @Unidne

      Würde sich Paul Lendvai zumindest nicht nach links VERBIEGEN, hätte er seine regelmäßige Sendung gar nicht im ORF.
      Dort wird man doch vor Zulassung durchgeSCANNT! ;-)

    • contra
      01. August 2011 15:55

      T'schuldigung - @Undine, natürlich! ;.)

  23. Vayav Indrasca
    01. August 2011 13:34

    Darf ich mir einen linguistischen Kommentar erlauben:

    soviel ich weiß heißt das Idiom im ersten Absatz "in trockenen Tüchern"
    und
    der Autor verfällt auch schon in die Unsitte mit diesem neudeutschen, der berühmten Synchronsprache entnommenen "ein wenig" statt "ein bisschen" oder "etwas".

    Ein bisschen mehr sprachliche Sorgfalt und Reflexion würde einem Konservativen durchaus ziemen.

    • terbuan
      01. August 2011 13:45

      Entschuldigen Sie bitte, aber ist wirklich notwendig, den Autor hier wegen so einer Nichtigkeit vorzuführen?
      Er hat eine Mailadresse und die lautet mail@andreas-unterberger.at

    • contra
      01. August 2011 14:25

      @terbuan

      *unterschreib*

    • terbuan
      01. August 2011 14:43

      das verschwundene "es" reiche ich gerne nach, nur wegen der Sprache ;-)

    • Undine
      01. August 2011 16:03

      @Vayav Indrasca

      Wenn Sie es aus Prinzip nicht mögen, daß "ausländische" Begriffe bei uns Einzug halten, hätten Sie Grund genug, sich über die Unmengen an unnötigen Anglizismen, die unsere Sprache verschandeln, aufzuregen. :-)
      Erstaunlich und in meinen Augen auch etwas kleinkariert finde ich es, wenn man Begriffe aus entfernteren Ecken unseres flächenmäßig großen deutschen Sprachraums ablehnt. Warum sollte ich als Oberösterreicherin beispielsweise einen steirischen, vorarlbergischen, bayrischen oder hamburgischen Ausdruck ablehnen? Die deutsche Sprache lebt und verändert sich; was ist da an der gelegentlichen Verwendung von norddeutschen Begriffen verwerflich, nicht aber an der meist völlig unnötigen Verwendung von Anglizismen??? Dieser "Logik" kann ich nicht folgen.Das war aber auch nicht Ihr Vorwurf, ich weiß schon. Drum nehme ich auch an, daß Sie Ihre Rede nicht mit englischen Wörtern spicken. :-)

      "Ein wenig" war und ist durchaus in unserem Sprachgebrauch zu finden; in der Mundart sagt man "A wengerl" oder "A weng", aber das kennen Sie doch sicherlich.

    • Vayav Indrasca
      01. August 2011 18:10

      @ alle Kommentare

      Also unter Vorführen verstehe ich etwas anderes. Wer so eine sachliche Kritik nicht aushält, braucht gar kein Blog anfangen. Aber ich weiß, dass Herr Unterberge der absolute Heilige seiner Fangemeinde ist - ich schlage vor, eine (katholische) Kirche in Döbling nach ihm zu benennen.

      Was meinen Sie, wie ich mich über die Anglizismen aufrege! Noch mehr als über die Teutonismen. Aber man ist halt ein Rufer in der Wüste.

      Und nur ein Hinweis: dieses blöde "ein wenig" kommt eben nicht aus einem entfernteren Eck unseres Sprachraum (wie Sie ja auch mit dem Hinweis auf unsere Mundarten feststellen). Es handelt sich um keinen Dialekt, sondern um einen Soziolekt. Die (wie oben schon festgestellte) deutsche "Synchronsprache" (den Begriff gibt's in Fachkreisen wirklich), die eine ganz eigenartige Sprachform ist und die Medien im gesamten deutschen Sprachraum immer mehr erobert und damit die Sprachgemeinschaft zwischen Zürich, Wien, Hamburg und Berlin flutet.

      Man kann das natürlich hinnehmen. Man kann aber auch dagegen auftreten. Obwohl ich weiß, dass es wichtigere Probleme gibt. Aber jeder trägt halt so sein Bündel, und das ist meins.

    • Samtpfote
      01. August 2011 18:16

      Vayav Indrasca

      ...Also unter Vorführen verstehe ich etwas anderes. Wer so eine sachliche Kritik nicht aushält, braucht gar kein Blog anfangen....

      Gratuliere! Perfektes Deutsch! Oder fast, na ja, beinahe, knapp daneben ...

    • Vayav Indrasca
      01. August 2011 20:08

      @ Samtpfote

      jaja, völlig richtig, wer den Flüchtigkeitsfehler-Teufel zuschlagen lässt, der muss sich auch vorführen lassen. Mea culpa.

      Aber ich halt das schon aus. Die Alternative ist, den ganzen Tag mit nochmaligem Durchlesen zu verbringen (das können nur Pensionisten). Oder eben gar nicht mehr zu posten.

    • HJR
      01. August 2011 21:00

      @Vayav Indrasca, 16:03 und 18:10
      Glückwunsch zu Ihrer fundierten Kenntnis der Synchronsprache und Ihrer diesbezüglichen ausführlichen Erläuterungen, welche im Kontext dieses Tagebucheintrags einen interessanten Kontrapunkt setzen. Leider finde ich nicht ausreichend Zeit, um diese bewegenden Ergüsse mit meinen Kenntnissen der deutschen "Bühnensprache" zu ergänzen.

      Und im Übrigen seien Sie doch, bitte, so freundlich und stören Sie nicht unser Gebet zu unserem "Säulenheiligen" sondern beten Sie lieber im Blog des Säulenheiligen für die Sychronsprache - wer auch immer das sein mag.

      Und tschüss!
      [mailto: horst.rathbauer@gmx.at]

    • contra
      01. August 2011 21:50

      @HJR

      Sehe ich genauso und nun bete ich innig weiter, daß uns nichts Schlimmeres passiert als die Verwendung von "a wengerl"! ;-)

    • Johann Scheiber
      02. August 2011 07:44

      A weni kurz, a weni long!

  24. Helmut Graser
    01. August 2011 12:51

    Wir sind natürlich (noch ;-) keine Tea-Party-Bewegung, aber wir sind eine größer werdende Gruppe von Bürgern, die einen positiven und konstruktiven Beitrag für unser schönes Österreich leisten möchte. Österreich ist es uns wert.

    Wir haben eine Gratiszeitung, die Ausgabe 1.2011 des „ECHO der himmelschreienden Diskriminierung österreichischer Steuerzahler“ herausgegeben, um:

    - der Meinung von Bürgern im Gegensatz zur veröffentlichten Meinung in etablierten Medien einen Raum zu geben,
    - eine inhaltlich hochwertige Gratiszeitung als Gegenpol zu den hochgradig mit Inseraten aus unseren Steuermitteln finanzierten Pendants anzubieten, und um
    - andere erfolgsversprechende Initiativen zu unterstützen.

    Unsere Gratiszeitung kann kostenfrei unter http://www.conwutatio.at abgerufen werden.

    Mit einer Printauflage von 6.000 Stück sind wir einen Schritt aus dem Internet wieder heraus zu den Bürgern gegangen und erreichen diese durch die Verteilung der gedruckten Gratiszeitung.

    Sehr gerne unterstützen wir andere erfolgsversprechende Initiativen. In Ausgabe 1 haben wir beispielsweise für die Initiative http://verwaltungsreform-jetzt.at geworben. Wir werden diese Form der Unterstützung beibehalten und Initiativen – die daran interessiert sind – sind gerne aufgerufen, mit uns in Kontakt zu treten (E-Mail bitte an redaktion@conwutatio.at).

    Wir beginnen derzeit mit den Arbeiten für unsere Ausgabe 2.2011 und nehmen sehr gerne noch neue „Conwutanten“, die uns entweder mit einem redaktionellen Beitrag, einem finanziellen Obolus, oder auch bei der Verteilung unterstützen möchten, in unsere Runde auf.

    Melden Sie sich einfach per Mail ebenfalls an redaktion@conwutatio.at und wundern Sie sich bitte nicht, wenn wir unseren Humor beibehalten.

    Unsere Ausgabe 2 wird ein noch größerer Spaß!

    • Helmut Oswald
      01. August 2011 13:00

      Es besteht eine Einladung des FBZ Vorstandes, mit uns die Zusammenarbeit zu suchen. Wir arbeiten eben an unserer Wirtschafts- und Steuerprogrammatik. Wir würden uns über einen Gedankenaustausch freuen.

    • phaidros
      01. August 2011 14:51

      Sg. Herr Oswald,

      Sie interessieren sich vielleicht für http://www.biö.at/?q=Wirtschaft , dem Konzept zu unseren Überlegungen zum Thema, das wir anlässlich Ihrer Einladung online stellen. Auf Wunsch senden wir es natürlich gerne als PDF zu (ebenso wie jede andere Position).

      Auch die geschätzten Poster und Leser sind natürlich herzlich eingeladen, den - allerdings aufgrund der Komplexität der Thematik etwas umfangreicheren - Text abzurufen. Im speziellen Fall macht die Zusammenfassung allein eher weniger Sinn, weswegen wir darauf verzichten, sie hier zu kopieren.

      BG phaidros.vie@gmail.com

    • phaidros
      01. August 2011 14:56

      Nachsatz: an konstruktivem Feedback, Ergänzungen und Anmerkungen von Ihnen allen sind wir natürlich sehr interessiert! Bitte benützen Sie den »Kontakt«-Link (»Mail an uns«) am Ende der Seite (oder »Kontakt« oben rechts).

    • Brigitte Imb
      01. August 2011 19:12

      @ Helmut G.,

      schau, die Zeitungsfritzen geiffern um Inserate und Fellnr bezeichnet sein Drecksblattl "Ö", als 100% unabhängig. Wenn es nicht so traurig wäre, müßte man beinahe dazu lachen.

    • Brigitte Imb
    • Helmut Graser
      01. August 2011 21:44

      Danke liebe Brigitte!

      Ich habe zu diesem Presseartikel gerade eben "gepostet". Mal sehen, ob das freigeschalten wird ... ;-)

    • Helmut Graser
      01. August 2011 23:11

      ... die Presse hat es freigeschalten und die Zugriffe auf unsere Webseite schnalzen gerade in die Höhe. Jetzt probiere ich auch, ob der Standard mein Posting auch zum aktuellen Fellner-Brandstätter-Disput bringt ...

    • Helmut Oswald
      02. August 2011 00:34

      @phaidros

      Ja gerne, sind sehr interessiert, bitte als PDF an die Ihnen bekannte Mail Adresse weiterleiten. Besten Dank !

  25. HJR
    01. August 2011 12:04

    Statt von den USA Coca Cola, Google, Faceebook, Twitter und den iPod zu übernehmen, sollten wir Europäer (an Österreich getraue ich mich hier nicht erster Linie zu denken) ein wenig vom Geist der Tea Party übernehmen. Aber der Weg dahin führte wohl zwangsweise über den selbstbestimmten, mündigen Bürger, der noch dazu auch der "richtigen" Definition von Freiheit und Gleichheit anhängt und auch weiß in welcher prioritären Reihenfolge diese Begriffe stehen. Käme dann noch die amerikanische Überzeugung hinzu, dass jeder Mensch zunächst und hauptsächlich für "sein eigenes Glück" verantwortlich ist, dann dürften wir hoffen.

    Aber so ist mit den oben umrissenen Begriffen ungefähr der Horizont dessen abgesteckt, was die Linken (einschließlich der Neohumanisten und der Ökoterroristen) scheuen, wie der Teufel das Weihwasser. Wo kommen wir denn hin, wenn jeder selber denkt, sich eine Meinung bildet und diese auch vertritt? Brrrr! Grauenhafte Vorstellung - besonders unter der Prämisse, dass uns die Bildungspolitik der erwähnten Interessengruppen inzwischen eine (wahrscheinlich stark geschönte) Quote von 40% funktionalen Analphabeten beschert hat.

    Daher schließe ich mich Ortega y Gasset an
    "Anderssein ist unanständig. Die Masse vernichtet alles, was anders, was ausgezeichnet, persönlich, eigenbegabt und erlesen ist. Wer nicht 'wie alle' ist, wer nicht 'wie alle' denkt, läuft Gefahr, ausgeschaltet zu werden." (José Ortega y Gasset: Der Aufstand der Massen, Hamburg 1956, S. 12)
    und prophezeie ich "unsere" Marginalisierung in der Geschichte der Demokratie (die es bisher nur als Versuch gegeben hat, deren jüngster gerade in sein Endstadium eintritt).

    [mailto: horst.rathbauer@gmx.at]

    • phaidros
      01. August 2011 15:31

      Aber der Weg dahin führte wohl zwangsweise über den selbstbestimmten, mündigen Bürger

      Richtig! DARAN müssen wir arbeiten!

      BG phaidros.vie@gmail.com

      P.S. Ihr Zitat weist eine verblüffende »Skalierbarkeit« auf! ;-)

    • HJR
      01. August 2011 21:30

      @phaidros

      Ihre Zustimmung ehrt mich, aber Sie haben mich missverstanden! Ich wollte mit meinem Beitrag lediglich zeigen dass es unsinnig wäre, am "mündigen Bürger" arbeiten zu wollen.

      Übrigens: Das mit der "Skalierbarkeit meines Zitats" habe ich nicht verstanden?

      [mailto: horst.rathbauer@gmx.at]

    • phaidros
      01. August 2011 23:18

      Jetzt verstehe ich tatsächlich nicht, denn es ist genauwie Sie sagen: der Weg zur Tea Party führt über den mündigen Bürger.

      der noch dazu auch der "richtigen" Definition von Freiheit und Gleichheit anhängt und auch weiß in welcher prioritären Reihenfolge diese Begriffe stehen.

      Nichts liegt mir ferner, als Ihnen Ihr eigenes Wort erklären zu wollen, aber wo sehen Sie diesen von Ihnen beschriebenen Bürger? Den gibt es in Österreich nicht. (Hr. Oswald drückt das an anderer Stelle etwas drastischer aus)

      Also müssen wir daran arbeiten - was kann ich da falsch verstanden haben?.

      Mit der Skalierbarkeit des Ortega y Gasset-Zitats meinte ich lediglich, dass es im Großen wie im Kleinen - diesem Blog etwa - gleichermaßen Gültigkeit besitzt, wie man leicht nachlesen kann.

      BG phaidros.vie@gmail.com

  26. leshandl
    01. August 2011 12:00

    Das Schließen von Steuer-Schlupflöchern wäre sicher neben den geplanten Einsparungen ein wichtiger Schritt. Und um Erhöhungen diverser Steuern wird man auch nicht herumkommen, wenn überhaupt sie Absicht besteht, das Budget in Ordnung zu bringen.
    Das ist ein weiter Weg.
    Der Tea-Party stehe ich wesentlich vorsichtiger als AU gegenüber. Da sind schon teilweise recht eigenartige Gedanken darunter. Na ja, die Freunde von George W. Bush eben, der ja selbst alles andere als ein Leuchte war.

    • Helmut Oswald
      01. August 2011 12:57

      Tut mir leid, das Schließen irgendwelcher Steuerschlupflöcher ist das vollkommen verkehrte Signal. DAs gesamte Steuersystem als solches ist sozialistisches Unrecht. Schon die Wortwahl ist ja verätterisch - Schlupflöcher schließt man in Kerkern und Verliesen, um ein Entkommen von Strafhäftlingen zu verhindern. Und genau das ist die Mentalität der hiesigen Bürokratie - wer verdient, ist nicht tüchtig und fleißig, es gilt nicht diesen zu fördern, sondern er muß eingesperrt werden - weg, mit den allerletzten Schlupflöchern. Kann ja nur ein Gauner sein, wenn er mehr verdient als wir. Typisches Neidgenossendenken. In der Schweiz, kein Land das von sozialen Nöten oder Unruhen geprägt ist, lohnen sich Einsatz von Risiko und Fleiß, weil der Staat es fördert, wenn die Bürger reich werden. Diese zahlen Steuern mit Stolz - denn erstens sind diese mäßig, zweitens geht der staat mit diesen behutsam um.
      Die Folge ist - kleiner Apparat, fokussiert auf die Konzerne und Superreichen, Beweglichkeit (als Unternehmensgründer, der Wertschöpfung und Arbeitsplätze schafft können sie die Eingangssteuersätze mit dem kantonalen Steueramt verhandeln) und Großzügigkeit in der Gewährung von Pauschalen (kein beamter beschäftigt sich dort mit Fragen wie, ob das Parkticket für eine Geburtstagsfeier oder eine Geschäftsbesprechung ausgegeben wurde). Das Ganze in Verbindung mit einer 'Null-Toleranz' Politik, wenn die sehr mäßigen abgaben und steurn tatsächlich hinterzogen werden. So bringt man ein Land hoch, das vor 70 Jahren eines der ärmsten Länder in Europa war. Und heutzutage erwirtschaften kantonale wie auch das Bundesbudget immer wieder auch Mal Überschüsse, die zur Senkung von Sozialkosten, zur Wissenschaftsförderung oder zu steuersenkunegn verteilt werden. Mier fehlen die Wörte, wie stur und blöd eine Finanzpolitik in Österreich sein muß, wenn die erfolgsmodelle vor der haustüre liegen, aber keine Nachahmer finden.

  27. terbuan
    01. August 2011 11:42

    Ein ganz fieser Anschlag auf die Nettozahler!
    Das Flattax Modell der Frau Fekter:
    Lohnsteuer und Sozialversicherung werden zusammengefaßt und die Einkünfte mit pauschal 44% besteuert. Soweit so gut.
    Aber:
    Einkünfte bis 10.000 Euro sollen von dieser Steuer gänzlich befreit sein und die Höchstbeitragsgrundlagen der SV fallen damit weg.
    Das bedeutet, dass niedrige Einkommensbezieher überhaupt nichts mehr in den SV-Topf einzahlen müssen und die Leistungsträger zusätzlich besteuert werden!

    Der Vorschlag hätte auch von der Gewerkschaft oder Herrn Hundstorfer kommen können!
    Wir nähern uns der Schmerzgrenze an, nach deren Überschreitung ich auch in Österreich eine Tea-Party nicht mehr als unrealistisch ansehe.

    • Cotopaxi
      01. August 2011 11:49

      Wir diese Dame nicht von manchen hier im Blog als letzte Rettung der Schwarzen gesehen?

    • terbuan
      01. August 2011 12:17

      Dieser Link gehört noch dazu, bitte um Entschuldigung:
      http://kurier.at/nachrichten/4065660.php

    • Johann Scheiber
      01. August 2011 12:24

      Die Schotter-Frau verwechselt einfach flat-tax mit fat-tax!

    • Karl Rinnhofer
      01. August 2011 12:59

      Dieser wichtige Hinweis zeigt, dass die Umverteilungsideologie längst eine Eigendynamik hin zur sozioökonomischen Überkompensation entwickelt hat. Für Lohn- und Einkommenssteuerprogression mag man noch ein gewisses Verständnis haben, doch damit sollte es sein Bewenden haben. Ebenso für Pensionsbeiträge, wenn bei höherer Einzahlung auch höhere Pensionsauszahlungen zu erwarten sind. Das ist längst nicht garantiert: Man sehe sich die Praxis der Pensionserhöhungen an: Jahr für Jahr überdurchschnittliche Erhöhung bei Niedrig-Pensionen und Ausgleichzulagenempfängen, dafür 0-Runden bei den Lange-und-Viel-Einzahlern (das gilt auch für die „Korridorpensionisten“, die bis 68 arbeiten, um dafür bestraft zu werden)

      Unübersehbar ist der Weg in die „Volkspension“ vorgezeichnet, in die „leistungsunabhängige Konsumkraftharmonisierung“. Bei Beamten gibt es keine Höchstbeitragsgrundlage, der Pensionssicherungsbeitrag (Pensionsbeitragzahlung auch im Ruhestand) wurde eingeführt, jetzt wird nur darüber diskutiert, ob er den Niedrigpensionisten (nur diesen) erlassen werde.

      Weitere Sozialbeiträge (Krankenversicherung, Wohnbauförderungsbeitrag etc) progressiv einzubeziehen hat im Verein mit weiteren einkommensabhängigen Transferleistungen, Gebührenreduzierungen bzw. befreiungen, und Regress-Befreiungen sozioökonomisch überkompensierende Effekte. Bei Sozialversicherungsbeiträgen wäre genau genommen Fixbeträge gerecht und sogar eine Flat Tax zuviel der Unterschiedlichkeit, weil es nur um Solidarität Gesunde gegenüber Kranken und geht, während die Solidarität Besserverdiener zu Wenigverdiener ohnedies schon durch die „normale“ Progression abgedeckt sein müsste.

      Dass die Nettozahler alles zahlen und nichts lukrieren, während die Steuerbefreiten Transfers kumulieren können, ist eine leistungsdemotivierende Perversion. Doch wer getraut sich hier zu redimensionieren, ohne zugleich mit dem Stigma der „sozialen Kälte“ konfrontiert zu werden?

      Ein Beispiel, exemplarisch für die (weitgehend unbemerkt) verheerende Wirkung: Herbst vergangenen Jahres, Erwachsenenbildungsinstitut: Es gab großen Bedarf nach Sprachkursen. Pro Stunde wurden 18.20 Euro brutto bezahlt (kann man sich dafür „goldene Nasen“ verdienen?), davon mussten selbst bei Überschreiten der „ersten“ Einkommensgrenze (akademische ausgebildete) Junglehrer, die angestammt nur Teillehrverpflichtung mit etwa 1200 – 1500 Euro Bruttoeinkommen ergattert hatten (sie wollten etwas „aufbessern“) bereits etwa 34 Prozent Einkommenssteuer an den Fiskus abliefern; eine ältere, pensionierte Vertragslehrerin verlor aufgrund der „Ruhensbestimmungen“ die gesamte Pension. Als angekündigt wurde, dass neuerdings auch diese Tätigkeiten zusätzlich in die Sozialversicherung einbezogen werden, womit nur mehr ein Minimalbetrag als „Honorar“ übrig bliebe, erklärten alle Sprachlehrer zeitgleich den Rücktritt von ihrer Kurstätigkeit; sämtliche Sprachkurse wurden abgesagt. Nur ein paar Studenten fragwürdiger Qualifikation übernahmen noch Kurse.

      Mag eine kleine Dimension sein, und doch bezeichnend: Bedarf wäre da, die Leistungsträger aktivieren sich nicht mehr. De Staat wird verliert seine Konkurrenzfähigkeit.

    • xRatio (kein Partner)
      02. August 2011 02:54

      @Karl Rinnhofer 01. August 2011 12:59

      "Der Staat verliert seine Konkurrenzfähigkeit."

      Immerhin kommen Sie mit diesem letzten Satz doch zum eigentlichen KERN der Sache. Trotzdem ist eine Klarstellung angebracht.

      Der Staat "verliert" nicht seine Konkurrenzfähigkeit.

      Der Staat war in Schulsachen etc. noch NIE konkurrenzfähig. Er ist und wird es auch NIEMALS sein.

      Auch nicht in den Bereichen, die Sie neben der Eisenbahn hauptsächlich (und sehr kompetent) bewegen und interessieren.

      Ein Weniger an Ausführungen ist oft mehr, werter Karl Rinnhofer

      Simplicitas sigillum veritas.

    • Waxolunist (kein Partner)
      02. August 2011 08:07

      S.g. terbuan

      Sie sehen das Big Picture offensichtlich nicht.
      Zunächst wäre es tatsächlich eine Steuererleichterung für das Gros der Österreicher.
      Weiters ist es dann möglich genau auszuweisen wieviel Prozent an die Krankenkassen, die ALV, die Pensionsvorsorge, etc. gehen.
      Es ist auch noch unklar welche Abzugsmöglichkeiten weiterhin bestehen bleiben.
      Erst mit diesem Schritt kann eine weitere Verringerung der Steuerbelastung einhergehen.
      Eine Steuerentlastung kann dann sehr einfach beschlossen werden. Ebenso eine Steuererhöhung, jedoch keine Partei wird eine solche mehr durchsetzen können, da diese wirklich alle trifft. Klientelpolitik könnte damit der Vergangenheit angehören.
      Dem Bürger wird erstmals klar wieviel Steuern er tatsächlich zahlt.
      Zudem wird die Steuer wie eben erwähnt aufgeschlüsselt verrechnet, kann auch sehr einfach ein Switch zu privaten Krankenkassen erfolgen oder zu nachgelagerten Steuern.
      Föderalistische Steuern mit Unterteilung in Gemeinde-, Landes- und Bundessteuern stünde dann nur mehr eine sehr kleine Hürde im Weg. Denn wenn der Einzug der Steuern erleichtert wird, kann auch eine Gemeindeverwaltung dies übernehmen. Diese könnten dann selbständig Steuerpolitik betreiben und einen Schritt Richtung Steuerwettbewerb und Standortpolitik betreiben.
      Es ist eine Politik der kleinen Schritte.

      Mit Freundlichen Grüssen

    • ja (kein Partner)
      02. August 2011 22:56

      @terbuan
      vielleicht den meisten nicht bekannt: die slowakei, die ja bereits die flat-tax seit jahren - sehr erfolgreich - praktiziert, ist gerade dabei , die steuer und sv zusammenzufassen. vielleicht hat frau fekter das von min. miklos erklärt bekommen, aber nicht im detail verstanden. die pauschale besteuerung spart enorme verwaltungskosten ein, vereinfacht die steuererklärungen (zum leidwesen der steuerberater) und erhöht die transparenz.
      zum thema steuerbefreiung von einkommen unter 14.000 meine meinung: diese sollte abgeschafft werden und jeder einen beitrag leisten, auch wenn dies nur z.b. 10 € pro monat sind, das hätte nämlich eine positive psychologische wirkung bei allen sozialempfängern und allen jenen, die immer eine reichensteuer fordern, selbst aber keinen cent beitragen wollen.

    • phaidros
      03. August 2011 11:09

      Der Flattax-Satz in der Slowakei beträgt nebenbei 19% beträgt, nicht 44.

      Und hier ein paar Vergleichsländer - alle mit Flattax:

      Bulgarien 10 %
      Mazedonien 10 %
      Russland 13 %
      Tschechien 15 % (real 23%)
      Rumänien 16 %
      Slowakei 19 %
      Estland 21 %
      Litauen 24 %

      Die gute Nachricht: Länder, die »aufholen« wollen, setzen offenbar auf diesen Vorteil. Das wird »uns« über kurz oder lang hoffentlich in dieselbe Richtung zwingen.

      Auch hier sind die Gesetze des Marktes nicht zu umgehen!

    • phaidros
      03. August 2011 11:10

      Die Zahlen stammen übrigens von http://www.slc-europe.com/xist4c/web/flat-tax-europa_id_16181_.htm , wo auch die Spitzensteuersätze aufgelistet sind.

  28. ProConsul
    01. August 2011 11:22

    Markus Theiner hat vollkommen Recht, wenn er schreibt, dass man in den USA zumindest noch Hoffnung auf eine Kehrtwende haben kann, während man Europa und die EU vergessen kann. Wir predigen hier auf diesem Blog schon seit Anbeginn WENIGER STAAT - MEHR PRIVAT und setzen uns für die Eigenverantwortlichkeit der Menschen an, leider hat man in Ö. das Gefühl, dass die Sozialisten und die links-grüne Medienschickeria ganze Arbeit geleistet haben. Noch einmal möchte ich ein Zitat von Hans-Hermann Hoppe, dem bekanntesten lebenden Vertreter der Österreichischen Schule der Ökonomie bringen:

    "Was in jedem Fall bis jetzt klar sein sollte, ist, dass die moralische Degeneration und der kulturelle Verfall - die Zeichen der Entzivilisierung - um uns herum größtenteils, wenn nicht gänzlich, die zwangsläufigen und unvermeidbaren Ergebnisse des Wohlfahrtsstaates und seiner zentralen Institutionen sind. Klassische Konservative der alten Schule wußten dies und bekämpften die öffentliche Bildung und die Sozialversicherung mit aller Kraft. Sie wussten, dass Staaten überall darauf abzielen, die Familien und die Institutionen, Schichten und Hierachien sozialer Autorität, die das natürliche Ergebnis auf der Grundlage von Familien aufbauender Gemeinschaften sind, auseinanderzubrechen und letzlich zu zerstören, um ihre eigene Macht zu vergrößern und zu stärken." (Hans-Hermann Hoppe, Demokratie der Gott der keiner ist, S.371)

  29. simplicissimus
    01. August 2011 09:42

    in linken kreisen ist es häufig üblich, den zwang zum wachstum zu verdammen.
    mit einer ausnahme natürlich: dem zwang, sozialleistungen ständig zu erhöhen.
    daher wird von links auch ununterbrochen nach steuerhöhungen geschrieen.

    aber das sind nun wirklich schon vernünftige nachrichten aus den usa.

  30. Karl Rinnhofer
    01. August 2011 08:58

    Mit dem Terminus „liberal“ oder „Freiheit“ ist hierzulande wohl ganz Anderes – möglicherweise in den Folgerungen sogar Gegenteiliges – bezeichnet als in Amerika, das noch immer vom Image des „Landes mit den unbegrenzten Möglichkeiten“ zehrt. Ich kann nicht beurteilen, ob das für ganz Europa gilt oder weitgehend nur für hierzulande. Besonders Heide Schmidt („liberales Forum“) sprach es aus: Mit „Freiheit“ meinte sie, dem Einzelnen einen größtmöglichen Freiheitsraum zu gewähren, indem der Staat ihn von der existenziellen Grundsorge befreien solle. Daher sprach sie sich dezidiert für ein Grundeinkommen unabhängig von der eingebrachten Leistung aus; konsequent sei daraus auch eine erwerbsarbeitslose Existenzform in freier Wählbarkeit möglich. Dieses Modell ist radikaler als die derzeitige „Grundsicherung“: Ein starker Staat mit hoher Staats- und Steuerquote Konsequenz einer „liberalen“ Politik.

    In den U.S.A. wäre diese Interpretation von „liberal“ wohl undenkbar. Vielmehr wäre ein „schlanker“ Minimalstaat die einzig mögliche Folgerung“: Er überließe die Verantwortung für die materielle Existenz weitestgehend dem Bürger. Daher ist eher darauf Verlass, dass mit „Sparpaket“ ausschließlich Ausgabenminimierung gemeint ist, daher konnte selbst ein Kennedy noch fordern (sinngemäß): „Frage nicht, was der Staat für dich tut, sondern, was du für diesen tun kannst“ . Also eine klare Absage an den Versorgungsstaat mit seinen immanent - eigendynamischen Begehrlichkeiten - von einem Nicht-Republikaner.

    Hierzulande wird selbst weitere Steuererhöhung als „Einsparung“ verkauft. („Im Zuge des Sparpaketes wurden ... Steuern / Abgaben / Gebühren erhöht“). Daher wird man – wenn man mehr Raum für persönliche Verantwortung einfordert, von jeder Partei enttäuscht sein, die „liberal“ in ihrem Titel trägt. Der amerikanische Begriff davon hat hierzulande keinen Boden mehr. Auch die „rechten“ Parteien sind längst populistisch (alle!), staatsinterventionalistisch, „link“. In diesem Sinne hatte Schwarzenegger durchaus Recht, als er vor Jahren das damals schwarz-blau regierte Österreich als einen sozialistischen Staat bezeichnete und damit viele Irritationen auslöste.

    Daher müsste vom Desiderat einer (neuen) „Verantwortungspartei“ ausgegangen werden, um die unsichere Konnotation mit „liberal“ zu kappen. Der Begriff an sich ist immer noch positiv besetzt, trägt aber in der Beliebigkeit seiner Interpretation sogar Gegenteiliges – bis zur Rechtfertigung eines Versorgungsstaates - in sich. Es ist allerdings fraglich, ob eine „Verantwortungspartei“ infolge des mittlerweile korrumpierten Verständnisses von persönlicher Verantwortung einen entsprechenden Boden fände. Und solange sich nur Mini- Gruppierungen bilden, die nebeneinander mit nuanciert ähnlichen Zielen agieren und nicht einmal Synergieeffekte nutzen, ist die Chance einer Veränderung nicht annähernd realistisch.

  31. Observer
    01. August 2011 08:55

    Österreich lässt sich mit den USA in keinerlei Weise vergleichen. Denn dort zählt noch Eigeninitiative und Leistung. Da kann sich z.B. jeder mit einer Geschäftsidee sofort und ohne bürokratische Schikanen an die Arbeit machen und z.B. auch einen Verkaufsstand auf der Strasse aufstellen. Allerdings muss er vorerst eine Steuernummer haben, damit nichts "am Fiskus vorbei" geht. Sozialhilfe gibt es nur für wirklich Bedürftige, so lange man z.B. noch ein Eigenheim oder Fahrzeug besitzt, fällt man nicht darunter. Trotzdem: über die Vollkaskomentalität der Europäer lächeln fast alle Bewohner in den Staaten - nicht nur bei den Republikanern (= GOP, Grand Old Party), auch viele Sympathisanten der Demokraten sind für weniger Staat. Der Wunsch nach möglichst viel persönlicher Feiheit ist eben grösser als der bei uns erfolgte "Schutz", Bevormundung und staatliche Einmischung in alle unsere Lebensbereiche.
    Obama ist ein "versteckter" Linker, aber ihm ging es derzeit im wesentlichen nur darum, dass er für seine eventuelle Wiederwahl 2012 bezüglich Schuldengrenze "den Rücken frei bekommt". Ob wieder ein Kandidat des Elefanten (= Maskottchen der GOP) gegenüber dem Esel (Symbol der Demokraten) die Wahl im November 2012 gewinnen wird?

  32. phaidros
    01. August 2011 08:18

    Warum es bei uns keine Tea Party gibt, hat meines Erachtens mehrere Gründe.

    Zum einen beobachten wir - gerade auch hier im Blog - eine Vielzahl zorniger Bürger [1]. Und das setzt sich auch außerhalb des Blogs fort - siehe etwa Dr. Rohrer mit dem Versuch, einen »Wutbürgerstammtisch« ins Leben zu rufen [2].

    Das bringt aber keineswegs durchgehend das vermutete positive Echo ([3],[4]). Sogar vom »Unwort des Jahres« ist da etwa bei Hahne [4] die Rede, und er ergänzte: „Wir brauchen keine Wutbürger, sondern Mutbürger, keine Bedenkenträger, sondern Hoffnungsträger.“

    Und dem Vernehmen nach sind es - und das ist eines der Hauptprobleme - nur einige wenige Dutzend, die sich da wie dort zusammenfinden.

    Für andere, ähnlich gelagerte Gruppierungen darf man Ähnliches vermuten, denn sonst hätte sich bereits eine »führende« heraus kristallisiert, und eine Vernetzung fiele leichter.

    Wenn man aber beobachtet, wie gehässig und untergriffig verbissen gegeneinander vorgegangen wird, statt dass man Gemeinsames suchen und transportieren würde, dann wundert es nicht, dass eine Bewegung so gar nicht entstehen kann. Zu fürchten hat die Politik wahrlich nichts.

    Amerika, im Gegensatz dazu, hat eine Bevölkerung, die es gewohnt ist, Dinge selbst in die Hand zu nehmen und sich als des eig'nen Glückes Schmied zu verdingen. Diese Mentalität fehlt in unserer Vollkaskogesellschaft leider mittlerweile völlig. Außerdem, glaube ich, darf man nicht davon ausgehen, dass die Tea Party in den Staaten von unten ausging. Es formierten sich Politiker, die recht schnell eine ansehnliche Anhängerschaft fanden. Aber da wie dort wurde und wird das ungeschriebene Gesetz der Politik befolgt: bevor Du eine Meinung hast - oder gar äußerst! - prüfe die Straße ab.

    Betrachtet man das alles zusammen, so kommt man zu dem Schluss: Österreich hat seine Tea Party bzw. eine wieder einmal urösterreichsiche Version davon. Und zwar in Form der FPÖ. Das Problem dabei: niemand, nicht einmal die eigenen Anhänger (außer vermutlich den Allerumbetamtesten) trauen der FPÖ echte Leadership oder staatstragende Kompetenz zu. Das Trauerspiel um die Ministerwechsel während der letzten Regierungsbeteiligung, als wohlgemerkt noch ein Politiker mit Charisma dort das Ruder führte, ist noch in guter Erinnerung. Und seither haben sich die Dinge am Friedrich-Schmidt-Platz sicher nicht zum Besseren geändert.

    Zurück zu Veränderungsversuchen seitens der Bürger. Da gibt es dem Grunde nach vollkommen richtig ausgelegte, mit großem persönlichem Einsatz und Energie getragene Initiativen, die konkrete Verbesserungen zum Ziel haben [5]. Aber auch die schaffen es nicht - wie man doch vermuten und wir uns wünschen sollten - Hunderttausenderschaften hinter sich zu versammeln. Denn obwohl weit über 10.000 (!) Unterschriften für die Verwaltungsreform bislang ein beachtlicher Erfolg sind, so müssen wir doch davon ausgehen, dass dieses »Gewicht« seitens der Politik »nicht einmal ignoriert« werden wird.

    Woran kann das liegen?

    Zum Einen an einer Art Selbstüberschätzung. Der Einzelne mag den Eindruck haben, gestalten zu können, weil er das in seinem unmittelbaren Umfeld bis zu einem gewissen Grad kann. Aber ebenso könnte ich aus der Tatsache, dass ich einen Pflasterstein aufheben kann folgern, dass ich in der Lage bin Berge zu versetzen. Das stimmt so nicht. Allenfalls könnte ich mit dem Pflasterstein ein Schaufenster einwerfen. Aber das ändert nichts und verbessert schon gar nichts.

    Zum anderen an einer Überschätzung der Gruppe. SPÖVP betrachten die Politik nicht mehr als Gestaltungsmöglichkeit für das Staatsganze, sondern nur noch als Versorgungsmöglichkeit für die eigene Klientel. FPÖ und Grüne sind da freilich um nichts besser, auch wenn sie sich - was Wunder! - als unschuldige Lämmchen gerieren, die kein Wässerchen trüben, sind sie doch Schafe im Wolfspelz, und es ist meiner Meinung nach eine Frage der Zeit bis blaue und grüne Korruptionsskandale ans Licht kommen. Dabei, wohlgemerkt, haben die Grünen als genau das angefangen, was so viele sich wünschen: als Bewegung zorniger Bürger! Und was ist daraus geworden!?

    Die etablierten Parteien haben die Zugänge zu den Hebeln sorgfältig eingezäunt. Es gibt keine Möglichkeit, die Politik auch nur zu irgendetwas zu zwingen. Jedenfalls nicht im derzeit herrschenden Zeitgeist.

    Der dritte Umstand, der maßgeblich für die Einzementierung der Zustände verantwortlich zeichnet, ist die Unterschätzung der Desinteressierten. Im Großen beobachten wir von Wahl zu Wahl einen Rückgang der Wahlbeteiligung. Im Kleinen erhalte ich von den allermeisten, die ich auf (nicht partei-!)politische ehrenamtliche Arbeit anspreche, einfach einen Korb. Einen Korb, bis zum Rand gefüllt, aber nicht mit Ablehnung vorgetragener Ideen, sondern randvoll mit Desinteresse.

    Aus all diesen Gründen müssen wir versuchen, die Stimmung im Land zu drehen. Wir müssen es schaffen, eine Stimmung zu erzeugen - nicht zu ertrotzen! - in der Politiker wieder »Politik« (das kommt von »polis«) betreiben können!

    Das aber kann nur gehen, indem seriöse Information unter die Leute getragen wird. »Kann gehen«, wohlgemerkt, nicht »geht«. In jedem Fall kann das nur ein langsamer Vorgang sein, der Ausdauer, Geduld und Bestemm abverlangt.

    Und so schließe ich - man verzeihe mir die Theatralik - mit dem

    WEISHEITS-GEBET

    Gott gebe mir die Gelassenheit,
    Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
    den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
    und die Weisheit, das Eine vom Anderen zu unterscheiden.

    Christoph Friedrich Öttinger, 1702 - 1782
    schwäbischer Pfarrer und Pietist


    BG phaidros.vie@gmail.com

    P.S. Wen ich neugierig oder nachdenklich machen konnte ist herzlich eingeladen, die Mailadresse auch zu benützen!

    [1] www.conwutatio.at

    [2] http://diepresse.com/home/meinung/quergeschrieben/annelieserohrer/658244/Ein-Stammtisch-fuer-Wutbuerger-die-der-eigenen-Apathie

    [3] http://diepresse.com/home/blogs/rohrer/662298/WutbuergerStammtisch-II

    [4] http://brightsblog.wordpress.com/category/sakulares/dodo-des-monats/

    [5] www.verwaltungsreform-jetzt.at

    • Johann Scheiber
      01. August 2011 08:34

      phaidros, auf der einen Seite springen sie ständig hier für die Freimaurer in die Bresche und auf der anderen Seite wollen sie aber die Stimmung im Land drehen!
      Wie soll das gleichzeitig funktionieren?

    • phaidros
      01. August 2011 08:42

      Ich springe nicht für die Freimaurer in die Bresche, sondern ich mache einzig darauf aufmerksam, dass nicht ein einziger konkreter Vorwurf erhoben wird. Nicht mal auf Nachfrage. Bloß von einem Schreckgespenst ist da die Rede.

      Nebenbei: danke. Es hätte mich gewundert, wenn nicht sofort jemand begonnen hätte, off-topic am AUfsatz herumzupflücken. Genau davon spreche ich im Text.

    • Johann Scheiber
      01. August 2011 09:06

      Aber, ob jetzt Trotz besser ist als Wut, da bin ich mir auch nicht so sicher. Ist ja hauptsächlich eine Phase in der Kindesentwicklung:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Trotz
      Sollten wir eigentlich schon hinter uns haben!

    • phaidros
      01. August 2011 09:07

      Ja. Danke, Herr Scheiber.

    • Anton Volpini
      01. August 2011 09:12

      phaidros, wir sollten uns vor allem die letzte Zeile des Weisheitsgebetes wünschen.....

    • Alexander Renneberg
      01. August 2011 09:25

      nunja, herr scheiber, vielleicht wäre er gerne einer.
      wenn er aber einer wäre schwiege er.
      es ist offenbar der einfache versuch weltmännisch zu sein.

    • phaidros
      01. August 2011 09:28

      ;-), Hr. Volpini, genau! Aber auch Zeile eins kann zuweilen hilfreich sein!

    • Helmut Oswald
      01. August 2011 09:56

      Na ja Phaidros, nach ihrer Suada zu urteilen, müssten Sie doch geradezu auf der Suche nach Zusammenarbeit sein. Unsere Einladungen haben Sie aber immer ungenutzt gelassen - obwohl diese eigentlich stets vom Geist der 'Zusammenarbeit' getragen war. Da hatten Sie eigentlich einen großen Korb gefüllt mit Interesse vorgefunden. ;-)
      Vielleicht im Zuge der nächsten Charmeoffensive. Verbissen gegeneinander - das kommt darauf an - Menschen, die ein für sie besonders wichtiges Anliegen vertreten sind eben oft in der Sache sehr präzise und setzen sich auch für Einzelheiten vehement ein. Aber wenn inhaltlich eine große gemeinsame Teilmenge vorrätig ist und der persönliche Kontakt auf der menschlichen Ebene intakt ist, sollte es für Zusammenarbeit im Grunde kein Hindernis geben ?
      Was meinen Sie ?

    • phaidros
      01. August 2011 14:04

      Sg. Herr Oswald, da gibt es freilich keinerlei prinzipiellen Einwände! Im Gegenteil - wir fühlen uns sehr geschmeichelt!

      Und Sie verstehen es sicher richtig, wenn ich antworte: Grundsätzlich steht es jeder politischen Partei frei, Material von uns zu benützen. Wir legen da keinerlei Wert auf Copyright, sondern halten es einzig für wichtig, dass Dinge im von uns jeweils skizzierten Sinn angegangen würden.

      Da aber jeder politischen Partei bereits grundsätzlich - außer von der eigenen Anhängerschaft - mit Misstrauen begegnet wird, und zwar egal, was sie sagen, ist eine überparteiliche, unabhängige Instanz notwendig, die vermittelt, wie die Dinge von Unvoreingenommenen beurteilt werden.

      Natürlich würden wir es begrüßen, kontaktierten Sie uns, bevor Sie etwas von unserem Material verwendeten, denn es ließen sich sicher im Detail noch Abstimmungen und Verbesserungen anbringen oder das Eine oder Andere argumentativ ausfeilen. Natürlich wehren wir uns nicht gegen konstruktiven Input!

      Was für uns allerdings rundheraus nicht in Frage kommen kann ist vereinnahmt zu werden. Wir haben uns nach reiflicher Überlegung sehr bewusst für Äquidistanz zu allen Parteien entschieden. Das schließt aber nicht aus, dass zu einzelnen Themen immer wieder auch direkte Hinweise auf Programme oder Veranstaltungen möglich sind.

      BG phaidros.vie@gmail.com

    • terbuan
      01. August 2011 15:10

      Werter phaidros,
      ich habe mir lange überlegt Dir zu antworten, allzu heikel ist unsere persönliche Beziehung, ich versuche es jetzt ganz vorsichtig:
      Glaubst Du wirklich, dass die Situation hier so weitergehen kann wie bisher, Brot und Spiele, gesicherte Pensionen, Sozialleistungen für "Susi wohlfühl" um alle ruhig zu stellen und den Zustand so zu belassen wie er ist.

      Und wenn er kippt, glaubst Du wirklich, dass die Österreicher weiterhin den Mund halten werden und alles hinunterfressen was ihnen die Politiker und Medien so vorlügen?

      Nein, sicher nicht, irgendwann ist bei uns auch die Schuldengrenze erreicht, dann werden die faymännchen und spindellöckers ganz alt aussehen und sich ganz schnell vertschüssen und dann ist Schluß mit lustig!

      Ich vermisse in Eurem Konzept das Denken in Alternativen und kein Fortschreiben des Ist-Zustandes!

      Beste Grüße
      terbuan

    • phaidros
      01. August 2011 15:26

      Natürlich nicht, terbuan, was könnte Dich bloß auf so eine Idee bringen?

      Unser von einem Jahrzehnte lang als Wirtschaftstreuhänder und Steuerberater ausgewiesenen Fachmann erstelltes Positionspapier »Wirtschaft« kann es nicht sein: es ist derart radikal, dass wir derzeit keine Partei kennen, die Ähnliches auch nur in Ansätzen zu fordern wagte.

      Aber auch, wo wir in irgendeiner anderen Position oder Äußerung ein Fortschreiben irgendeiner Situation auch nur andeuten würden, bleibt mir rätselhaft.

      Aber umgekehrt gibt es einen fundamentalen Denkfehler aller »Wutbewegungen«, (der durch ihre völlige Erfolglosigkeit über Jahre hinweg im Grunde ja auch vollkommen offensichtlich wird - nur hinschauen muss man halt): wenn der Kapitän das Schiff auf falschen Kurs gebracht hat, kann ich mir als Mannschaft noch so wünschen, eine Position ein paar Meilen anderswo zu haben - davon bekomme ich sie nicht. Und die Frage stellt sich nicht! Die konstruktive Frage lautet: »wie kommen wir dorthin«, die destruktive »warum sind wir nicht dort«.

      EINZIG die konstruktive hat Wert. Alles andere führt bestenfalls zu gar nichts, wahrscheinlich zu lächerlichem Tohuwabohu (aber ebenfalls keiner Veränderung der Schiffsposition), schlechtestenfalls zu einer handfesten Schlägerei an Deck.

      LG phaidros.vie@gmail.com

    • Lorenz Valla
      01. August 2011 16:30

      Zum Phänomen der "Wutbürger" und zur Frage "mehr desselben" (die "terbuan" aufwarf) sh. auch http://www.biö.at/?q=node/149 samt dort vorzufindenden Links.

    • phaidros
      01. August 2011 23:30

      Gestatte noch einen Nachsatz, terbuan: Du schreibst, Du vermisst etwas an unserem Konzept. Damit müssen wir wohl leben. Aber wir können immerhin sagen, dass wir ein Konzept haben, an dem wir seit über einem Jahr arbeiten. Und zwar völlig unbeeindruckt von allem Gegenwind, der da so unnötig entfacht wurde.

      Das zu mittlerweile 7 veröffentlichten Positionen und (Zufall) ebenfalls 7 direkten Anfragen an Regierungsmitglieder zu diversen, sehr brisanten Themen geführt hat. Das zu gegebener Zeit auch weiter entwickelt und in seinen Methoden adaptiert werden kann und wird.

      An »meinen« (das soll nicht eitel klingen, aber seien wir ehrlich: das Gift, das hier verpsritzt wird, richtet sich gegen mich persönlich, nicht gegen meine Kommilitonen) so eifrigen Kritikern vermisse ich aber überhaupt jedes Konzept.

      Oder meinst Du, eine alle 3 Monate (so lange etwa dauerte die erste Ausgabe) erscheinende Bürgerzeitung mit ca. 20 Artikeln hebt die Republik aus den Angeln? Und das inmitten von sosheimat, unzensuriert, aber auch eigentümlich frei, Unterberger, Ortner, Tögel, Taghizadegan et al.?

      Ich glaube das nicht.

      Vielleicht wollt Ihr das mal überdenken.

      BG phaidros.vie@gmail.com

    • terbuan
      02. August 2011 19:46

      werter phaidros,
      was ich vermisse ist ein worst-case Szenario, dem wir uns in der Realität immer mehr annähern. Beim BIÖ hat man immer den Eindruck, dass die Meinung vorherrscht, es wird schon alles gutgehen, und genau dieser Meinung bin ich nicht, unsere Regierungen leiten uns direkt in den Abgrund.
      Zum "Echo" möchte ich mich nicht kompetent äußern, dies obliegt unserem CR und Koordinator Helmut Graser, seine Adresse kennst Du.
      Für mich war es ein wunderbarer gruppendynamischer Prozess, ich habe Freunde zugeführt und neue gewonnen.
      Helmut hat diesen Prozess hervorragend geleitet und zu einem guten Ende gebracht, daher sollte man es auch ein 2. Mal versuchen, ohne einer Visability-Studie, es macht einfach Spaß!
      lG/terbuan

    • phaidros
      02. August 2011 20:30

      Selbstverständlich haben wir kein Rezept für ein worst-case-Szenario. Das hat nämlich niemand. Manchen ist das klar und sie geben es zu, andere nicht, dritte wissen es nicht einmal (dass sie es nicht haben).

      Insbesondere haben Diejenigen keines, die dauernd nur damit beschäftigt sind, den Teufel an die Wand zu malen. Denn einen Missstand festzustellen ist sehr, sehr einfach. Einen Ausweg zu skizzieren (der auch funktioniert und nicht nur schön klingt!) nicht. Du hast das Beispiel mit der falschen Schiffsposition - nimm's mir bitte nicht übel - überhaupt nicht verstanden.

      Ich bleibe also dabei: auch, wenn Du natürlich wieder großen Wert darauf legst öffentlich sorgfältig auszubreiten, was bei uns »schlecht« wäre (was juckt Dich das eigentlich?): das beeindruckt uns nicht im Mindesten. Warum immer wieder jemand meint, unsere Arbeit madig machen zu müssen, ist mir schleierhaft.

      Ich gehe sogar weiter: nicht einmal, wenn die ins Treffen geführten Punkte stichhaltig wären, würden sie mich interessieren. Einzig bessere Vorschläge wären wichtig. Und bitte erinnere Dich: Gelegenheit zu Vorschlägen war da, und das monatelang! Ergebnis: 0 Vorschläge bei ca. 15 Leuten. Es war dafür nämlich zu heiß, wie Du mir vorigen Sommer erklärtest.

      Der Unterschied, terbuan, zwischen uns ist, dass niemand von uns eine Anstrengung eines anderen schlecht machen würde. Auch, wenn wir nicht davon überzeugt sind - aber Ihr werdet schon Eure Gründe dafür haben.

      Lieber terbuan, zusammenfassend kann ich vielleicht ein Missverständnis aufklären: wir richten unsere Arbeit nicht daran aus, was Außenstehenden bei uns fehlt oder sie gut finden. Das tun Populisten. Wir denken nicht einmal darüber nach. Wir überlegen einzig, was wir für richtig halten und wie das umsetzbar sein könnte. Auf eine Gratiszeitung sind wir dabei nicht gekommen. Aber wir wünschen dem Projekt alles Gute!

      BG phaidros

    • phaidros
      02. August 2011 20:33

      korrigiere: ...einen Ausweg zu skizzieren, der wenigstens funktionieren könnte... , denn in Wirklichkeit fehlt uns allen zu den allermeisten Themen der fachliche Hintergrund.

      Einfache Lösungen haben nämlich praktisch immer den kleinen aber nicht unbedeutenden Makel, dass sie nur am Wirtshaustisch funktionieren.

      »Confidence is what you have before you understand the problem.« W.Allen

    • terbuan
      03. August 2011 17:29

      phaidros,
      dies war wirklich völlig entbehrlich und daneben!
      In keiner Weise möchte ich Eure Gedanken und Positionen kritisieren oder schlecht machen. Es war nur ein klitzekleiner Einwand, sonst gar nichts!
      Und Einwände müssen doch gestattet sein, oder?

      Ich übe keine Kritik an der BIÖ und auch nicht an Dir, jeder hat seinen Weg zu gehen und da möchte ich auch keinem im Wege stehen!
      Bitte interpretiere da nichts hinein, was nicht den Tatsachen entspricht, unsere Zeitung hat mit dem BIÖ überhaupt nichts zu tun, es ist weder eine Racheaktion noch eine Gegenbewegung!

      Wir hätten nicht so viel gemeinsam, wenn nicht mehr als die Hälfte der Conwutanten es früher bei der BIÖ und ihrem Vorläufer versucht hätten!

      Herzliche Grüße
      terbuan@aon.at

    • phaidros
      03. August 2011 17:41

      Lieber terbuan, selbstverständlich sind Einwände gestattet, aber dann muss man mit Verlaub auch eine Antwort aushalten.

      ...es ist weder eine Racheaktion noch eine Gegenbewegung!

      Hat auch niemand behauptet. Von uns jedenfalls nicht.

      BG

    • terbuan
      03. August 2011 17:49

      Man hält das locker aus lieber phaidros,
      machs gut und herzliche Grüße,
      terbuan

    • panzerechse (kein Partner)
      03. August 2011 22:15

      phaidros,

      Vielleicht sollten Sie in anderen Foren "Klinken putzen". Hier kennt man Sie schon...

    • phaidros
      04. August 2011 05:31

      Klinken putzen? Am besten nochmal lesen.

      Nebenbei: das ist eben keine Parteiveranstaltung. Sie können Ihre eingelernten FPÖ-Beißreflexe also getrost stecken lassen, sie sind hier gänzlich unnotwendig.

  33. Markus Theiner
    01. August 2011 06:10

    Könnten vielleicht die großen Ratingagenturen doch recht gehabt haben, als sie die USA trotz vergleichbarer Schulden als solider eingestuft haben als diverse europäische Länder? Nicht aus politischer Parteilichkeit, sondern weil sie wußten, dass dort USA die Gesellschaft und die Politik eher in der Lage sind gefährliche Kurse wieder zu korrigieren?

    In den USA gibt es noch den alten Freiheitsbegriff, der Freiheit vom Staat meint. Je weniger Staat um so besser. New Hampshire ist da ein extremes Beispiel. Das Motto des Staates lautet "Live free or die" und folgerichtig gibt es kaum wo auf der Welt eine so niedrige Steuerbelastung wie dort.
    In den anderen Staaten wird die Idee nicht ganz so konsequent umgesetzt, ist aber doch noch stark genug um Einsparungen und Zurückhaltung bei den Steuern wenigstens noch realistisch erscheinen zu lassen. Lobbyismus gibts zwar auch und zwar durchaus nicht wenig, aber der steht wenigstens im Spannungsverhältnis zu den Grundwerten und hat damit ein gewisses Handicap.

    Dagegen gibts in Europa den anderen Freiheitsbegriff. Der Mensch ist nicht frei, wenn er eigenverantwortlich leben kann, sondern wenn er keinem Risiko ausgesetzt ist. Dafür braucht es natürlich einen starken Vollkasko-Staat, der die Bürger bemuttert. Menschen- und Bürgerrechte schränken den Staat nicht ein sondern verpflichten ihn sogar zu einer umfangreichen Tätigkeit.
    Damit sind aber Einsparungen und Steuersenkungen nur gegen Lobbies und die Freiheit möglich. Was die Sache nochmal schwieriger macht.

    Zumindest sieht es von meinem Tellerrand aus so aus.

    • Alexander Renneberg
      01. August 2011 07:14

      Im vollkaskostaat österreich wählen alle brav eine der vier sozialitischen parteien.

    • Haider
      01. August 2011 22:20

      Ich sehe mich in der Tradition der 1848er und als solcher bin ich natürlich ein glühender Verfechter der F r e i h e i t v o r d e m S t a a t . (Nicht jedoch vor Anstand und Moral!)

  34. Helmut Oswald
    01. August 2011 01:40

    Warum es bei uns keine Tea Party gibt ? Ganz einfach, dieses Land besteht aus Kapitulierern und Kriechern, nach der Obrigkeit blickend und dieser in hündischer Speichelleckerei folgend. Der Rest arbeitet sich schimpfend am Stammtisch (oder in einschlägigen Blogs ab) ab. Und solange niemand bereit ist, rechte Politik als solche zu fordern, weil die meisten der Heldenmut bereits bei der Wortwahl 'rechts' verlässt, ein Begriff der hierzulande ohnehin nichtssagend ist, weil ja auch Strache im Geruch steht 'rechts' zu sein, wiewohl er die einzige sozialistische Partei der zweiten Republik geschaffen hat, die tatsächlich die meisten Arbeiterstimmen bekommen wird - solange wird es keine Tea-Party Bewegung geben. Und - bitte eines nicht vergessen - auf konservativ kann man in diesem Land wirklich pfeiffen. Denn was in der Politik und im öffentlichen Raum an praktizierten und vorgelebten Werten gibt es denn, was zu bewahren ist ?
    Etwa der ewige Kniefall der ÖVP vor den Sozis ? Oder die schwarzen Kämmerer, die sich mit AK und den roten Gewerkschaften einig sind, wie das Land aufzuteilen ist ? Das will irgendwer mit vollem Ernst 'bewahren' ? Oder die ewige Geldgier einer nutzlosen Bürokratie, die ja bekanntermassen nicht nur rot ist, vielmehr in Gestalt ihre obersten Personalvertreters durch eine 'konservative' Partei verkörpert wird? Oder eine von Caritas Weihrauch Bolschewiken beherrschte Kirche, deren oberste Vertreter sich gleißnerisch lächelnd, dem linken Zeitgeist anbiedern ? Pfui Teufel !
    Die Vernichtung des Mittelstandes, der Hort der Freien, wird von beiden Großparteien aktiv betrieben, und wurde von der einzigen einst akzeptablen
    Oppositionspartei - abgesehen von ein paar Scheinmanövern - vergessen. Der Gemeindebau bringt mehr Stimmen. Der politische Rest ist, gemessen an Programmatik oder Glaubwürdigkeit ihrer Repräsentanten ganz einfach ein Dreck.
    Wir brauchen keine Tea Partei, wir brauchen die Jakobiner - getreu dem Spruch, den Punker schon vor 20 Jahren an die Berliner Mauer sprayten - 'Mach kaputt, was Dich kaputt macht'.

    • Alexander Renneberg
      01. August 2011 07:11

      Na jakobiner wünsche ich mir nicht. Das versuchen die sozialisten und grüne mitbihren verboten schon mehr als genug.
      Die würden jenen die etwas beseitzen gerne alles wegnehmen nur wissen sie genau, dass dann keiner mehr die substanz erhält.
      Sie die hausbesetzung in den letzten tagen wo geschrieben stand: wer
      Wer legt fest wem was gehört.
      Diese nichtsnutzigen, von uns zu alimentierenden kleingeister sind tatsächlich der ansicht sie könnten sich nehmen was sie wollen. Es stünde ihnen zu.

      Dagegen werden wir uns massiv wehren müssen keine frage.

    • Helmut Oswald
      01. August 2011 09:33

      @ Renneberg

      d'accord was den historischen Vergleich in inhaltlicher Hinsicht betrifft - er sollte das Maß an Radikalität treffen, dessen es Bedarf, um in diesem Land die Freiheit wiederherzustellen. Mit ein bisschen Teebeutel in den Hafen werfen wirds nicht mehr gehen - aber die Finanzämter und deren Dienstherren sollten den Zorn der Bürger schon ganz kräftig verspüren.

    • Alexander Renneberg
      01. August 2011 15:00

      bin völlig bei ihnen herr oswald.

    • HJR
      01. August 2011 20:22

      Drastisch, aber im Wesentlichen und in vielen Details treffend; d'accord!

      Was die Aufforderung "Macht kaputt, was Euch kaputt macht" anbelangt, so bin ich da im Alter etwas vorsichtiger geworden, weil's immer ein paar Idioten gibt, die so etwas nicht nur intellektuell reflektieren. Außerdem produziert Gewalt meistens mehr Verlierer als Gewinner und bringt (mit Ausnahme der französischen Revolution) selten Besseres hervor.

      Und dann stehe ich dort, wo ich sagen muss: Sowie ich's möchte, kann ich es nicht ändern - also muss ich den Dingen ihren (ihren ohnehin nicht vorhersagbaren) Verlauf lassen und mich darauf beschränken, in solchen Foren wie diesem den alten UHU zu spielen. (Als ich noch gekonnt hätte, wie ich wollte, hab ich noch lieber Computer-Software gebastelt).

  35. libertus
    01. August 2011 01:26

    Nun hat die amerikanische Tea Party Präsident Obama mit seinem eigenen Wahlspruch geschlagen: Yes, we can - und schon haben sie bewirkt, daß die Demokraten kommende Generationen nicht noch tiefer in den Schuldensumpf treiben.

    Hoffentlich geht davon ein Signal bis nach Europa und hier nach Österreich aus, welches beweist, daß auch eine kleinere Gruppierung viel erreichen kann, wenn sie nur standhaft bleibt.

    Ein Sieg der Vernunft und ein solcher wäre auch bei uns schon längst fällig.

    Frau Fekter, wir warten auf ihre "teatime" - es geht ja doch, wenn man nur wirklich will!





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