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Der Justizfilz: Wird Karl zur Saubermacherin?

Erstmals nach vielen Jahren hat ein unabhängiges Gericht die schweren Vorwürfe gegen prominente Staatsanwälte in Sachen Kampusch geprüft. Ein Innsbrucker Richter hat das sogar sehr sorgfältig getan. Die verdächtigten Staatsanwälte haben sich die nun eigentlich logischen nächsten Schritte selbst zuzuschreiben. Es sei denn, es gelingt ihren Sympathisanten im Justizministerium, das noch zu verhindern. Was den Justizskandal freilich noch viel größer machen würde.

Zur Erinnerung: Im Fall Kampusch sind die Staatsanwälte den zahllosen Indizien nie ernsthaft nachgegangen, dass außer dem toten Wolfgang Priklopil noch weitere Täter in das Verbrechen der Entführung und des Missbrauches involviert gewesen sind, obwohl zumindest ein schwer Belasteter gut bekannt ist. Das Nicht-Vorgehen der Staatsanwaltschaft ließ in höchstrangigen Juristen sogar den Verdacht hochkommen, dass das ein strafrechtlich relevanter Amtsmissbrauch sein könnte.

Da die Staatsanwaltschaft durch die StPO-Reform aber zum fast absoluten Herren der gesamten Strafverfolgung gemacht worden ist, wurde diesem Verdacht erst dann ernsthaft nachgegangen, als jemand von außen, nämlich ein langjähriger Präsident des Obersten Gerichtshofs, in einem ausführlichen Dokument alle Parlamentsklubs über die vielen Verdachtsmomente informierte. Alleine dieser Umstand schreit nach einer dringenden Novelle der StPO. Denn die Einsetzung eines Untersuchungsrichters in spektakulären Causen ist bisher überhaupt nur in diesem Fall passiert. Das hatten sich die Gesetzgeber aber einst ganz eindeutig anders vorgestellt.

Noch schlimmer war dann das Verhalten zweier hochrangiger Staatsanwälte, als sie von dem in Folge beauftragen Innsbrucker Untersuchungsrichter vernommen werden sollten. Zuerst wollten sie überhaupt nicht kommen. Dann drohte ihnen der Richter die zwangsweise Vorführung an. Dann kamen sie zwar. Sie entschlugen sich aber – entgegen ihren früheren öffentlichen Ankündigungen – einfach der Aussage. Offenbar glaubten sie, mit Presseerklärungen ihres Verteidigers (in dem die eigenen Berichte betroffener Staatsanwälte als Unschulds-Beweis zitiert wurden!) sei es genug der Rechtfertigung. Dem Richter schenkten sie hingegen diese Ehre nicht.

Eigentlich müsste die Justizministerin schon in diesem Zeitpunkt handeln. Wenn die höchsten Staatsanwälte sich in eigener Causa so präpotent über das Gericht erhaben dünken, haben sie in ihrem Amte nichts mehr verloren. Frau Karl tut aber nichts dergleichen (sie arbeitet bekanntlich statt dessen an einer neuen Einschränkung der Meinungsfreiheit).

In jedem anderen Fall wäre außerdem klar, was passiert, wenn sich ein Verdächtiger so verhält: Es wird umso sicherer zu einer Anklage kommen. Gewiss müssen Verdächtige keine Fragen beantworten, sie stehen nicht unter Zeugenpflicht. Aber das Schweigen wird in aller Regel als belastend eingestuft. Umso unfassbarer wäre es, wenn allerhöchste Staatsanwälte sich so verhalten und dernnoch alles schubladiert werden sollte.

Jetzt aber wird es noch spannender: Denn der Innsbrucker U-Richter wird in Kürze seinen Bericht abschließen. Was aber mit dessen Empfehlungen geschieht, das entscheidet erst recht wieder die Staatsanwaltschaft – allerdings unter dem Weisungsrecht des Justizministeriums (das zum Glück noch existiert). Dieses Ministerium freilich ist wieder von Freunden der Betroffenen durchsetzt. Und ob sich die (wieder einmal) frischgefangene Ministerin an der Spitze endlich traut, diesen Filz zu durchbrechen, ist noch sehr fraglich.

Dazu kommt als Pikanterie am Rande, dass die hauptbeteiligten Spitzenstaatsanwälte ebenso der SPÖ sehr nahe stehen wie auch jene Anwaltskanzlei, die Frau Kampusch vertritt. Kampusch aber will – aus welchen Gründen immer – partout verhindern, dass dem Zweittäter-Verdacht nähergetreten wird.

Alles Weitere liegt vorerst im Bereich der Spekulation. Der sei hier gar nicht betreten. Denn schon die Fakten sind beklemmend genug.

 

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorlibertus
    13x Ausgezeichneter Kommentar
    16. Juli 2011 01:21

    Wenn uns hier nicht "Kommissar Zufall" noch einen Knalleffekt beschert, wird auch bei der Untersuchung in Innsbruck nichts Handfestes herauskommen.

    Denn ein aufgedeckter Skandal hätte noch verheerendere Folgen bei dem sowieso schon angeschlagenen Image unserer Justiz, als ein vertuschter.

    Da bleiben die "Krähen" lieber unter sich, fügen sich brav in die "Hackordnung" (= auch für die Karriere dienlicher !) und allen Beteiligten ist Genüge getan.

    Von der "Oberkrähe" Frau Beatrix Karl muß man sich erst recht nichts erwarten, weil sie schon als Wissenschaftsministerin eine Versagernummer darstellte, was soll sie da im noch heikleren Justizressort Großartiges bewirken?

    Und offensichtlich ist auch das Opfer selbst - Frau Kampusch - nicht an einer restlosen Aufklärung interessiert. Warum? Ob das jemals zu eruieren sein wird?

    So kann man diesen Fall nur mit einem berühmten Zitat schließen:
    "Und so sehen wir betroffen / den Vorhang zu und alle Fragen offen.“!

  2. Ausgezeichneter Kommentatorbyrig
    12x Ausgezeichneter Kommentar
    16. Juli 2011 01:57

    als laie sieht man sich durch a.u.`s blog fast in einen grisham-krimi versetzt.
    auch der verdacht,dass unsere justiz sehr reformbedürftig ist,wird durch diesen bericht nicht gerade entkräftet.
    aber geradezu erschütternd ist,dass auch die sogenannte 4. gewalt,die medien,nicht ausführlich darüber berichten und diesen offenbaren skandal thematisieren.
    eben ausser dr.unterberger.
    einen hans pretterebner gibt es leider aktiv nicht mehr.
    an die derzeitige justizministerin würde ich keine allzu grossen hoffnungen knüpfen.die ist in ihrem steirertum zu sehr befangen,noch dazu,wo es derzeit zwischen voves und seinem stellvertreter so gut läuft,und diese karl ganz offensichtlich ihre direktiven laufend aus graz bekommt.
    umso mehr ist a.u. für diese enthüllungen zu danken.

  3. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    16. Juli 2011 07:43

    Meine Theorie.

    Kampusch wurde eingeschüchtert und hat vermutlich gelogen. Da sie vermutlich gelogen hat, wird sie vermutlich in diesen Skandal hineingezogen und reges Interesse haben an der Eintäter-Theorie.

    Der Skandal, mehrere 'hochrangige' Täter aus Justizkreisen haben sich da 'delektiert' und gütlich getan und haben den Schutz der Staatsanwaltschaft, die da involviert scheint, liegt irgendwie nahe.

    Ich halte das für so etwas wie damals der Lucona Skandal, wo auch alle geahnt bis gewusst haben, was dahinterstand, bloß der Nachweis gegen die Täter wurde von einer Parteijustiz massivst behindert. Da sind wenigstens ein paar verantwortliche Politiker ins Häfen gegangen, obwohl ihnen mehr gebührt hätte, als die letzlich jeweils '1 Jahr' tatsächlich abgesessener Strafen, als dann Udo Proksch aus Heimweh wieder in Wien Schwechat aufgetaucht ist. Mit 240 000 000,- ATS war das damls der teuerste Prozess in Österreich und man wurde fündig, sogar bei Expolitikern.

    Solange im Kampusch Skandal nicht einer der weiteren Täter wirklich im Netz zappelt, wird man nicht einmal den auffälligen Staatsanwälten irgendwas nachweisen können, obwohl das für mich massive Behinderung der Justiz bedeutet und bestraft werden müsste in meinem laienhaften Rechtsverständnis. Stellen Sie sich vor, Sie als Otto Normalbürger würden sich so justizbehindernd aufführen, Sie wären schon längst in Steinhof in der 'Klapsmühle' zum Tode verurteilt.

    Das Weisungsrecht des Justizministers kann dann eingesetzt werden, wenn der Justizminister, Frau Karl, imstande ist, die Sache zu überblicken und nach den rechtlichen Grundsätzen dieses richtig einsetzen kann. Ich fürchte aber, daß sie genauso ein blauäugiges 'Christkindl' ist, wie ihre Vorgängerin das gezeigt hat im BAWAG Prozess, und nicht imstande ist, die Abgründe menschlichen Versagens in der Staatsanwaltschaft zu erfassen.

  4. Ausgezeichneter KommentatorSamtpfote
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    16. Juli 2011 08:25

    Was A.U. verschweigt:

    Die aus dem Balkanteil Österreichs stammenden Staatsanwälte entschlugen sich der Aussage, weil angeblich diese mittels Video dokumentiert werden sollte und die armen Wiener Politjuristen befürchten mussten, dass sodann Kopien bzw. manipulierte Bänder im Internet auftauchen würden.

    In der Privatwirtschaft würde das bedeuten, dass sich nicht nur die Filiale Wien den Weisungen der Zentrale in Innsbruck widersetzt, sondern auch deren Seriosität und Autorität öffentlich anzweifelt. Eine Fristlose wäre kaum zu verhindern.

    Leo Koller: "Man kann gar nicht so viel fressen, wie man ..."

  5. Ausgezeichneter KommentatorCotopaxi
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    16. Juli 2011 08:41

    War Fräulein Karl nicht auch ÖAAB-Vorsitzende und wurde schon nach wenigen Monaten durch Mikl-Leitner ersetzt? Wissenschaftsministerin war sie auch nur für kurze Zeit.
    Man sieht ihr die permanente nervliche Anspannung aufgrund Überforderung doch an.
    Ihre Vorgängerin ging, nachdem sie unsanft aus dem Amt gejagt wurde, erst einmal für ein paar Monate in den Krankenstand und ist es vermutlich noch immer.
    Welcher Dienstgeber in der Privatwirtschaft würde sich das bieten lassen.

  6. Ausgezeichneter Kommentatorbrechstange
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    16. Juli 2011 09:45

    Das Verfahren gegen die Staatsanwälte wurde noch unter Bandion-Ortner eingeleitet.
    Fest steht auch, dass nach schnellem Abschluss des Verfahrens ein nun untersuchter Staatsanwalt eine Beförderung hinnehmen musste.
    Fest steht auch, dass der Bruder des leitenden Ermittlers, der sich das Leben nahm, ordentlich von der Justiz in die Mangel genommen wurde und sogar wegen eines Laptops in Haft genommen wurde.
    Fest steht auch, dass ein in die Nähe des Dutroux-Falls stehender Prominenter noch immer Ehrenpräsident bei den Bilderbergern ist.

    Leider ist die vermeintliche "Wahrheit" oft ein Kind der Zeit.

  7. Ausgezeichneter KommentatorNeppomuck
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    17. Juli 2011 09:52

    Eh’ es Karl (wie einst Herakles) gelingt, des Augiasstall der heimischen Justiz auszumisten, wird Alfons Haider noch Bundeskanzler oder ein Bensdorp-Bouillon Verteidigungsminister.
    Ihr Nervenkostüm, durchaus vergleichbar dem des neurasthenischen „25-Tage-Ministers“ Krüger, wird da nicht reißfest genug sein. Wenn es 500 Tage hält (Anna Boleyn schaffte immerhin 1000, siehe S. Anderson) würde mich das sehr wundern.
    Hat doch selbst Böhmdorfer, dem man durchaus Steherqualitäten nachsagen kann, es gemieden, den „Fall (des) Franz Fuchs“ wieder aufzurollen.

    Ihr Glück, dass es (bei uns) mit dem Feudalsystem endgültig vorbei ist.
    Heinz-Christian I. wird, anders als Henry VIII., Milde walten lassen.

    Sei's drum.
    Ein Hauch von Dutroux durchzieht das Land.
    Hamlets Satz: „Die Zeit ist aus den Fugen, Schmach und Gram, dass ich zur Welt sie einzurichten kam“ wird ihr wohl selbst von den wohlmeinendsten Chronisten nicht unterschoben werden können.

    Um bei Hamlet zu bleiben:
    "Frailty, thy name is woman."
    Da ändert auch der Schulterschluss einiger politischer Rabiatemanzen nichts daran.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorNeppomuck
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    17. Juli 2011 09:52

    Eh’ es Karl (wie einst Herakles) gelingt, des Augiasstall der heimischen Justiz auszumisten, wird Alfons Haider noch Bundeskanzler oder ein Bensdorp-Bouillon Verteidigungsminister.
    Ihr Nervenkostüm, durchaus vergleichbar dem des neurasthenischen „25-Tage-Ministers“ Krüger, wird da nicht reißfest genug sein. Wenn es 500 Tage hält (Anna Boleyn schaffte immerhin 1000, siehe S. Anderson) würde mich das sehr wundern.
    Hat doch selbst Böhmdorfer, dem man durchaus Steherqualitäten nachsagen kann, es gemieden, den „Fall (des) Franz Fuchs“ wieder aufzurollen.

    Ihr Glück, dass es (bei uns) mit dem Feudalsystem endgültig vorbei ist.
    Heinz-Christian I. wird, anders als Henry VIII., Milde walten lassen.

    Sei's drum.
    Ein Hauch von Dutroux durchzieht das Land.
    Hamlets Satz: „Die Zeit ist aus den Fugen, Schmach und Gram, dass ich zur Welt sie einzurichten kam“ wird ihr wohl selbst von den wohlmeinendsten Chronisten nicht unterschoben werden können.

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  1. Jolyn (kein Partner)
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  5. Maximilien de Robespierre (kein Partner)
    21. Juli 2011 00:14

    Für schlampig ermittelnde Staatsanwälte kann es nur eines geben: Die Todesstrafe!

    Wir brauchen dafür dringend eine Gesetzesänderung, eine Verfassungsänderung.

    Kriminelle Richter und Staatsanwälte sind der Krebsschaden der Republik

  6. xRatio (kein Partner)
    19. Juli 2011 15:06

    @Reinhard 19. Juli 2011 05:57

    "Psychische Gewalt" ist auch so eine Vokabel oder Floskel, mit der ich nichts anfangen kann - beliebig interpretierbar und genau betrachtet ein Widerspruch in sich.
    Haben Sie ein Beispiel, eine Definition?

    Juristen kennen insoweit nur Nötigung und Erpressung und verstehen darunter Gewalt und Androhung von Gewalt. Beides verboten und strafbar.

    Und bitte versäumen Sie nicht, jetzt doch endlich mal eine einzige Firma zu nennen, die gegen ihre Kunden oder Lieferanten,
    einen "Krieg" von "Brutalität", "Rücksichtslosigkeit" und "psychischer Gewalt" führt.

    Da das ja Charakteristikum jeden Geschäfts und damit der Marktwirtschaft schlechthin sein soll, sollte Ihnen das doch eigentlich nicht schwerfallen.

    • xRatio (kein Partner)
      19. Juli 2011 15:07

      Sorry, gehört unten hin.

    • Erich Bauer
      19. Juli 2011 17:29

      Ich habe in JAPAN gelernt, daß eine Geschäftsbeziehung nur auf der Basis des Vertrauens basieren kann! Auf der Basis der "Reziprozität!" Geben und Nehmen! Wenn ICH auf einen Geschäftspartner treffe, den ich nicht kenne, bekommt er von mir nur unter VORAUSKASSE!!!

      Die vertrottelten Schwindler hierzulande sind bereits von der "Auftragsaussicht" so behämmert, daß sie sich sogar bei ihren Banken mit der, in Aussicht gestellten Auftragsumme VERSCHULDEN!!! Das aber hat mit KRIEG überhaupt nichts mehr zu tun, sondern nur mehr mit BLÖDHEiT!!!

      xRatio, wenn Sie mit mir ein Geschäft machen wollen gilt bei mir der umgekehrte kaufmännische Grundsatz: GELD vor WARE!!! Aber nur deswegen weil ich Sie nicht kenne... :-) Gilt übrigens für jeden hier! :-)

      Kleiner Nachsatz: KRIEG ist in Japan ein völlig anderer und weit dehnbarerer Begrif, als hierzulande...

    • Reinhard (kein Partner)
      20. Juli 2011 14:19

      xRatio, erstens bin ich kein Jurist und verwende deshalb nicht nur juristisch korrektes Vokabular. Und zweitens erwarte ich von einem Juristen, dass er mich nicht für so blöd hält, dass ich hier samt Name und Anschrift aus dem Nähkästchen plaudere - jede genannte Firma könnte (und würde vermutlich auch) den Kleinunternehmer, der es wagt, ihre Umgangsweise mit Kunden und Lieferanten öffenttlich zu machen, in Grund und Boden klagen. Und das tue ich mir sicher nicht an, denn das könnte den Tod meiner Firma bedeuten.
      Den Rest können Sie mir glauben oder aber es lassen, es hat für den Fortlauf der Geschichte keine wirkliche Bedeutung. Wir wären arm, wenn wir alle in allen Punkten immer nur die gleiche Meinung vertreten würden. Mit Meinungsverschiedenheiten können wir, glaube ich, auch ganz gut leben, ohne ewige Diskussionen über die Bedeutung von Details zu führen.

      Herr Bauer, besonders Ihren letzten Satz kann man auch nur unterschreiben - Krieg bedeutet eben nicht nur körperliche Gewalt sondern generell Kampf. Und das Geschäftsleben ist ein Kampf; Kampf um und mit Kunden, Lieferanten, Konkurrenten; und auch wenn nicht der Tod einer physischen Person an deren Ende steht (obwohl es auch das schon gab...), so kann es doch der Tod eines Unternehmens sein. Und so gibt es wie in jedem Krieg Verbündete (eben Vertraute) und Gegner (Konkurrenten oder versteckte Feinde).

      Aber damit möchte ich das Thema für mich endgültig abschließen, es führt wohl sonst ins Unendliche.

    • xRatio (kein Partner)
      20. Juli 2011 21:07

      @Erich Bauer 19. Juli 2011 17:29

      Rein rechtlich ist aber nicht einmal Vorauskasse normal. Ist ja ebenfalls eine Art Kreditgeschäft.
      Gegenseitige Verträge sind im Zweifel alle Zug-um-Zug zu erfüllen:

      Sofern (auch stillschweigend) nichts anderes vereinbart ist, gilt wie an jeder Supermarktkasse:

      Ware gegen Geld; nicht Ware vor Geld und auch nicht Geld vor Ware.
      Wer wie Sie Vorauskasse wünscht, muß das mit seinem Vetragspartner vereinbaren.

      Sicher. Mit "Krieg" hat mit ensprechender Vorsicht gepaartes Mißtrauen natürlich nichts zu tun.

    • xRatio (kein Partner)
      20. Juli 2011 21:14

      @Reinhard 20. Juli 2011 14:19

      Bin zwar kein Jurist im üblichen Sinn, kenne mich ökonomisch, juristisch und philosophisch aufgrund meines Werdegangs aber ganz gut aus. Gelte ausweislich diverser Examina sogar als deutlich überdurchschnittlicher Geistesriese. ;-)

      Schon gar nicht halte ich Sie für "blöd". Für mich gehören Sie, wie ich Ihnen schon mal versichert habe, trotz teils abweichender Ansichten zu den besten Kommentatoren hier.

      Gerade deswegen ist mir Ihre Meinung, wenn es wie hier um Kernfragen und nicht bloß um Wortklaubereien geht, auch besonders wichtig.
      Sie dürfen meine hingebungsvollen Bemühungen um Ihr Seelenheil also durchaus als stilles Kompliment auffassen. :-)

      Bedaure, daß Sie mein Ersuchen um konkrete Beispiele mißverstanden haben. Namen müssen Sie natürlich nicht nennen.

      Wenn man jemandem etwas "glauben" soll, dann muß man aber doch vor allem erst mal wissen, WAS man eigentlich glauben soll!

      Der Punkt ist doch, daß ich anhand einiger konkreter Beispiele ganz gern wüßte, WAS
      Sie im Geschäftsleben nun eigentlich unter "Brutalität", "psychischer Gewalt" usw. verstehen.

      Immerhin halten Sie ja daran fest, die Marktwirtschaft auf dieser "Basis" kurzerhand als "Krieg" zu bezeichnen und damit -aus meiner Sicht- faktenwidig zu diffamieren und zu verunglimpfen.

      Methodisch ähnlich könnten Sie mit Ehe und Familie, kurz mit ausnahmslos allen Fällen verfahren, in denen Menschen gelegentlich auch unglücklich interagieren.
      Besonderen Erkenntniswert hat das aber nicht.

      Daß das Geschäftsleben wie vieles im Leben kein Zuckerschlecken ist, räume ich auch aus eigener Erfahrung als Firmengründer gerne ein.
      Aber das meinen Sie ja wohl nicht. Sonst müßten Sie mit Hobbes doch das ganze Leben zum "Krieg", zum bellum omnium contra omnes. erklären.

      Ich glaube einfach nicht, daß Sie aufgrund einiger Enttäuschungen wirklich glauben, was Sie glauben zu glauben. :-)

  7. Anonymer Feigling (kein Partner)
    18. Juli 2011 11:27

    Vielleicht etwas sachfremd, aber die Überschrift

    "Der Justizfilz: Wird Karl zur Saubermacherin?"

    steht diametral zu meinem Kommentar http://www.andreas-unterberger.at/2011/07/wie-gros-sind-die-toechtersoehne-blosij/#comment-138646 .

    Warum nicht einfach "Der Justizfilz: Wird Karl zum Saubermacher?"

    Das ist genauso verständlich, wenn nicht sogar verständlicher, denn man wird hier nicht durch unwesentliche Attribute wie dem des (biologischen) Geschlechts verwirrt. Oder gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen Saubermacher und Saubermacherin?

    Dieses fürchterliche Treiben der Kampfemanzen bzgl. unserer Sprache kann man nur durch Gegenangriff stoppen: durch Nichtanwendung der Endung -in.

    • Reinhard (kein Partner)
      18. Juli 2011 12:38

      AF, so sehr mich das Herumgendern in Texten anwidert und so grauslich ich das unsägliche Binnen-I finde - in der direkten Ansprache einer konkreten Person ist es durchaus in Ordnung, auf diese Person einzugehen. Man sollte schon unterscheiden zwischen allgemeinen Aussagen und der Anrede einer Person.
      Wenn Herr Putzig Krankenpfleger wird, ist es ja auch in Ordnung, ihn als solchen zu bezeichnen - nur im allgemeinen Sprachgebrauch fällt er weiterhin unter die Kategorie "Schwestern". (Komischerweise hat sich nur noch kein Krankenpfleger oder Kindergärtner öffentlich aufgeregt, wenn in allgemeinen Texten auf seine besondere Situation nicht durch brutales Gendern eingegangen wird...)

  8. Neppomuck (kein Partner)
    17. Juli 2011 09:52

    Eh’ es Karl (wie einst Herakles) gelingt, des Augiasstall der heimischen Justiz auszumisten, wird Alfons Haider noch Bundeskanzler oder ein Bensdorp-Bouillon Verteidigungsminister.
    Ihr Nervenkostüm, durchaus vergleichbar dem des neurasthenischen „25-Tage-Ministers“ Krüger, wird da nicht reißfest genug sein. Wenn es 500 Tage hält (Anna Boleyn schaffte immerhin 1000, siehe S. Anderson) würde mich das sehr wundern.
    Hat doch selbst Böhmdorfer, dem man durchaus Steherqualitäten nachsagen kann, es gemieden, den „Fall (des) Franz Fuchs“ wieder aufzurollen.

    Ihr Glück, dass es (bei uns) mit dem Feudalsystem endgültig vorbei ist.
    Heinz-Christian I. wird, anders als Henry VIII., Milde walten lassen.

    Sei's drum.
    Ein Hauch von Dutroux durchzieht das Land.
    Hamlets Satz: „Die Zeit ist aus den Fugen, Schmach und Gram, dass ich zur Welt sie einzurichten kam“ wird ihr wohl selbst von den wohlmeinendsten Chronisten nicht unterschoben werden können.

    Um bei Hamlet zu bleiben:
    "Frailty, thy name is woman."
    Da ändert auch der Schulterschluss einiger politischer Rabiatemanzen nichts daran.

  9. Torres (kein Partner)
    17. Juli 2011 09:40

    Es wird immer deutlicher, was man schon von Anfang an vermutet hatte: der Entführungsfall Kampusch hat sich wohl völlig anders abgespielt, als es die Beteiligten (vor allem Natascha Kampusch selbst, aber auch ihre Eltern, namentlich ihre Mutter) der Öffentlich weismachen wollen.

  10. Gennadi (kein Partner)
    17. Juli 2011 09:24

    An der schon mehr als unsäglichen Kampusch-Story ist eigentlich nur zweierlei unklar:

    1. War es überhaupt eine Entführung?
    2. Warum wurde Kampusch bisher nie vor Gericht vernommen?

    Die Klärung dieser beiden Fragen würde dann zwangsläufig auch zur Aufdeckung führen, wer was warum vertuscht hat.

    • Politicus1 (kein Partner)
      17. Juli 2011 12:04

      Berechtigte Fragen!
      Frage 2.) könnte auch leicht verändert gestellt werden:
      Wieso wird MÖGLICHERWEISE von manchen (es gilt die Unschuldsvermutung) bisher alles getan, um eine Einvernahme unter Wahrheitspflicht (Eid) vor Gericht zu verhindern??
      Wurde MÖGLICHERWEISE sogar auch die Entschädigungsklage gegen die Republik Ö. nicht weiter verfolgt, weil da eine Einvernahme unter Eid unausweichlich gewesen wäre...??

  11. Politicus1 (kein Partner)
    17. Juli 2011 09:11

    das ist guuut!
    "der SPÖ sehr nahe stehen.."
    auch der Purkersdorfer Bürgermeister und frühere Innenminister steht der SPÖ "nur sehr nahe"....

    BM Karl wäre - abgesehen von allen rechtlichen Gegebenheiten - auch politisch sehr gut beraten, in der causa "Kampusch-Pleischl" endlich ein unabhängiges Gericht mit zur Wahrheit verpflichteten Zeugeneinvernahmen arbeiten zu lassen.

    • Gennadi (kein Partner)
      17. Juli 2011 09:25

      ...hätte damit allerdings das übliche Problem, in Österreich kein unabhängiges Gericht mehr zu finden.

  12. xRatio (kein Partner)
    17. Juli 2011 03:13

    RE: Wertkonservativer & phaidros

    Dank zunächst allen, die diesen beiden Irren bereits mehrfach (hier und oft auch schon früher) widersprochen haben.

    Nachdem wir auch in diesem Kommentarteil trotzdem mal wieder die Quatschorgien von Wertko und phaidros erdulden mußten,
    steht meine Diagnose über diese beiden Knallköppe nun endgültig fest:

    phaidros ist ein linkskorruptes U-Boot, ein Rotnazi.

    Wertko ist ein autistischer Dummdödel, der wie er hier fortlaufend beweist, politisch, rechtlich und ökonomisch von Tuten und Blasen keine Ahnung hat.

    Fruchtbare Sachdebatten sind mit solchen Trollen und Störfaktoren ausgeschlossen.

    Der Schrott und Kot, den die beiden hier am Fließband absondern, stinkt eben auch dann, wenn er wie von diesen beiden genau nach Manier der Politruks
    parfümiert und schleimerisch verkauft wird.

    Dergleichen ist besonders hinterhältig und gefährlich, weil man nicht durch Argumente, sondern persönliche Schleimerei, hilfsweise Diffamierung "überzeugen" will.

    • phaidros
      17. Juli 2011 05:58

      Ich ersuche jene werten Poster, die sich doch immer wieder mal in der geistigen Nähe dieses Herren blicken lassen, ihre Einschätzung generell einmal zu überdenken. Diese Art von »Ratio« wohnt ja auch allem Anderen inne, was der Mann so von sich gibt.

      BG phaidros.vie@gmail.com

      P.S. Außerdem bitte ich, xRatios Post nicht zu »melden« (Unflat verschwindet hier ja manchmal). Es ist gar nicht so unwichtig, dass dokumentiert bleibt, wie Mancher tickt. Einverstanden, Wertkonservativer? Du bist ja auch direkt angesprochen.

    • Wertkonservativer
      17. Juli 2011 09:00

      Ja, einverstanden, phaidros!

    • xRatio (kein Partner)
      17. Juli 2011 15:12

      @phaidros 17. Juli 2011 11:33
      "Geschäft ist Krieg"

      Danke.
      Das sagt dann wohl endgültig alles über die Geistesverfassung dieses Schreiberlings.

    • phaidros
      17. Juli 2011 17:02

      »Geschäft ist Krieg« ist eine japanische Redewendung*) die besagt, dass eigene Interessen im Geschäftsleben rücksichtslos bis zum Ende durchgesetzt werden müssen. Ausschließlich von Ratio geleitet, KNALLHART, sozusagen, xRatio.

      Ein gebildeter Mensch kennt die Wendung, ein intelligenter kann sich die Bedeutung selbst aufschließen.

      Mit meiner geistigen Verfassung hat das so gut wie nichts zu tun.

      G phaidros

      *) Wenn Sie mir nicht glauben, googlen Sie mal »Geschäft ist Krieg« und folgen nur den Links, die sich nicht auf Michael Crichtons »Nippon Connection» (»Die Wiege der Sonne«) beziehen.

    • Neppomuck (kein Partner)
      17. Juli 2011 18:02

      Die Formel "Krieg ist Geschäft" gilt, wie bei allen Gleichungen, wohl auch für die Lesart "Geschäft = Krieg."

      Und wer es nicht glaubt, versteht weder etwas vom Geschäft noch vom Krieg.

    • xRatio (kein Partner)
      17. Juli 2011 21:13

      Wer nicht einmal Krieg und gewaltlose Kooperation auf freiwilliger Basis zu unterscheiden vermag, sollte seinen Psychiater konsultieren.

      Evident abwegige, total bekloppte Behauptungen ("Geschäft ist Krieg") werden nicht dadurch richtiger, das man sie als angeblich japanische, linke oder sonstige "Redewendungen" ausgibt.

      Kapitalismus heißt Vertragsfreiheit, nichts weiter.

    • Neppomuck (kein Partner)
      17. Juli 2011 22:59

      "Feindliche Übernahme", "Kampf um Marktanteile" usw. klingt ja alles sehr friedlich.

      Junge, Junge ... in welcher Pendeluhr pflegen sie denn so zu schlafen?

    • xRatio (kein Partner)
      17. Juli 2011 23:41

      @Neppomuck 17. Juli 2011 22:59

      Jeder Politruk, jeder Staatsbüttel, jeder Polizist und Gerichtsvollzieher hat mehr Macht und Gewalt über Sie als der reichste Kapitalist der Welt, mehr als alle Kapitalisten der ganzen Welt zusammen.

      Aber bis ein linkslastiger Dödel begreift, daß es keine
      "(Geld-)Gewalt" gibt (Ihre dümmliche Wortschöpfung),
      muß wohl erst der Jüngste Tag anbrechen. :-(

      Obwohl die Unterschiede größer nicht sein könnten, können Sie ja nicht mal Kapitalismus und Sozialismus unterscheiden.

    • Reinhard (kein Partner)
      18. Juli 2011 09:09

      xRatio, da muss ich Ihnen widersprechen: "Geschäft ist Krieg" gilt sehr wohl, und wenn es auch nicht um Panzer und Granaten geht, geht es sehr wohl um die wirtschaftliche Existenz der Protagonisten. Wer Unternehmer ist, der weiß, dass Verträge eben nicht durch faire Verhandlungen voller gegenseitige Rücksichtnahme, sondern durch knallharte Verhandlungen entstehen, bei denen es den Vertragspartnern am Ende komplett egal ist, ob der Andere das Geschäft überlebt - so lange es ihm selbst Vorteile bringt. Und der wirtschaftliche Tod eines Konkurrenten wird mit Sekt und Brötchen gefeiert.
      Ich wäre vorsichtig, gemäßigte Leute als "linke U-Boote" einzustufen, denn wenn Sie zu jenen Weichspülern gehören, die statt von "Konkurrenzkampf" und "feindlichen Übernahmen" von "Mitbewerb" und "Synergieeffekten" reden um die Härte des täglichen Geschäftes als lockeres Pausenspielchen abzutun, dann verwenden Sie genau jene Floskeln, mit denen die linken Wirtschaftsahnungslosen die Hirne des Volkes verkleistern. Mit jenen Phrasen locken sie Gutgläubige in die Scheinselbstständigkeit, um sie erst aus den AMS-Statistiken zu streichen und dann auszunehmen bis aufs Blut - später fallengelassen und drübergestiegen.
      Ja, Geschäft ist Krieg. Sage ich als Unternehmer. Erfahre ich im täglichen Leben. Als wirtschftlich Überlebender genau solcher an der Existenz rüttelnden Angriffe durch Betrüger und Konkurrenten. Und ich bin dafür, diesen Krieg zuzulassen, denn die Härte des Kampfes sagt nichts darüber aus, ob jemand reglementierend eingreifen darf. Da bin ich Ihrer Meinung, xRatio, die Wirtschaft soll sich selbst regeln, denn ob jemand an dem Kampf teilnimmt (Wer kämpft kann verlieren, wer nicht, hat schon verloren) oder lieber im sicheren Hafen einer Anstellung dahindümpelt, soll jeder frei entscheiden können.

    • Neppomuck (kein Partner)
      18. Juli 2011 09:24

      Die Extremliberalen tun so, als wären sie nach allen Seiten offen, in Wahrheit sind sie einfach nicht (ganz) dicht.

      Und ob jetzt Einzelkämpfer oder Schütze Arsch im letzten Glied, wer nicht kämpft (es muss ja nicht mit unfairen Mitteln sein) geht den Weg allen Fleisches, die Gesetze Darwins gelten auch im Wirtschaftsleben.

      Dass der Sozialismus dafür allerdings nicht fit macht, das habe ich nie bestritten.
      Und wie „fit“ die Liberalen sind, beweisen sie in regelmäßigen Abständen, wenn sie wieder einmal hart am demokratischen Existenzminimum dahindümpeln.

    • Erich Bauer
      18. Juli 2011 09:25

      "Geschäft ist Krieg": Ein nettes "Heiligenbildchen" für SOZEN...

    • Reinhard (kein Partner)
      18. Juli 2011 10:21

      Neppomuck, die Gesetze Darwins, ein guter Vergleich. Wer das "Ökosystem" als Tummelplatz knuffiger pelziger Streicheltierchen zwischen sich in sanfter Brise wiegenden Bäumen voller Maiengrün betrachtet, wird bei so harten Wahrheiten wie "Geschäft ist Krieg" wohl die Grausbirn bekommen und sich ob der bösen realen Welt in seinem geistigen Streichelzoo verkriechen - dabei ist dieser genauso fern der Realität wie eine Geschäftswelt voller netter und nachgiebiger Vertragspartner, die sich alle furchtbar lieb haben. Dieser kommunistische Traum einer gütigen und weisen lenkenden Elite und eines braven folgsamen und dankbaren Volkes wurde bereits zigfach auf dieser Welt zerstört, aber die Träumer träumen weiter...

      Der blöde Spruch mit dem "nicht ganz dicht" ist die sinnleere Floskel jener, die nach Reglementierung an jeder Ecke schreien. Eine Gesellschaft kommt mit 10 Geboten und ein paar Regeln des Zusammenlebens absolut aus, dazu brauchen wir keine staatlichen Eingriffe in unsere Kinderzimmer, Schlafzimmer, Geldbörsen und sogar Gehirne. Lieber nicht ganz dicht als komplett vernagelt, kann ich da nur sagen.
      Was die Liberalen immer wieder unglaubwürdig macht, ist ihr Umschwenken, sowie sie mit den Folgen der Freiheit konfrontiert werden. Hat jemand die Freiheit, reich zu werden, dann hat er auch die Freiheit, alles zu verlieren. Beim Einsacken still halten aber beim Verlieren wieder nach Staat, Gesetzen, Regeln und Steuergeld schreien - so verliert man sein Gesicht. Und die Legitimität, beim nächsten Gewinn wieder nach mehr Freiheit zu schreien.
      Extremliberale finde ich putzig, den Begriff muss ich mir merken.

      Die Grundlage einer wirklich liberalen, freien Gesellschaft ist ein Volk mündiger Bürger, die bereit sind, Entscheidungen zu treffen und die Verantwortung dafür zu übernehmen. Nicht umsonst kämpft das politische Establishment darum, den mündigen Bürger abzuschaffen und dumpfes Stimmvieh zu züchten, das sich alle Entscheidungsgewalt abnehmen lässt und nur willig die Verantwortung für die Folgen der (Fehl-)Entscheidungen anderer trägt. Siehe EU und deren Traum von einem eigenen "Super-Finanzminister" (Warum wohl ein deutscher Roter ganz oben auf der Wunschliste steht??) ohne jegliche demokratische Legitimation und dafür mit voller Macht über die Steuerhoheit der Staaten. Und anstatt mit Fackeln und Heugabeln aufzumarschieren, wenn der europapolitische Großadel sich anschickt, den Souverän endgültig zu entmachten, sitzt dieser vor der Glotze und gibt sich eine Extraportion "Anna und die Liebe Folge 342516" oder so.
      Wenn es dem Liberalismus an etwas fehlt, dann an Menschen, die bereit sind, den Preis für die Freiheit zu zahlen und ihre Hintern zu erheben.

    • Neppomuck (kein Partner)
      18. Juli 2011 10:51

      Das „Gesetz des abnehmenden Grenznutzens“ gilt auch für die unstrukturierte Geisteshaltung der Liberalen. (Siehe "Wischi-Waschi-Liberalismus")
      Vor allem in einem kapitalistisch geprägten Staatswesen mit starker sozialistisch-populistischer Komponente und der Vernachlässigung nationaler Interessen kann das nur in die Hosen aller gehen.

      Wie schon mehrfach hier eingebracht, hat schon Rousseau die Grenzen der "wirtschaftlichen Freiheit" erkannt:

      “Zwischen dem Schwachen und dem Starken ist es die Freiheit, die unterdrückt, und das Gesetz, das befreit.”
      (“Entre le faible et le fort c’est la liberté, qui opprime, et c’est la loi, qui libère.”)
      J. J. R.

      Und das hat überhaupt nichts mit „Sozialismus“ zu tun.
      Der unterdrückt nur das charakterbildende Element der „Verantwortung“ und versaut damit schon seit Jahrzehnten die heranwachsenden Generationen. Siehe die hemmungslose Gewinnorientierung der neuen Managergeneration und der ihnen eifrig Beifall klatschenden Clique der „Nadelstreifsozialisten“.

    • xRatio (kein Partner)
      18. Juli 2011 11:53

      @Neppomuck 18. Juli 2011 10:51
      Am besten Sie berufen sich für Ihren Schwachfug gleich auf Skt. Murx.

      @Reinhard 18. Juli 2011 09:09

      Das ist jetzt aber wirklich nur ein Spiel mit Worten, weil Sie alles was einen "Krieg" ausmacht und definiert,

      die Anwendung (physischer) Gewalt!!!!!!

      bei Ihren Betrachtungen vollkommen ausklammern.
      Tja, in diesem Sinne soll es sogar einen "Krieg der Knöpfe" geben. :-)

      Verhandlungen, seien sie noch so "knallhart", sind kein "Krieg", sondern das exakte Gegenteil von Gewalt.

      Freude und Enttäuschung über geschäftliche, schulische, politische, sportliche und sonstige noch so "hart erkämpfte" Erfolge oder Mißerfolge charakterisieren einen Vorgang ebenfalls nicht als "Krieg".

      Wenn man das im übertragenen Sinne so bezeichnet, muß man höllisch aufpassen, nicht ins falsche, nämlich sozialistische Fahrwasser zu geraten.

      Libealismus, Marktwirtschaft, Kapitalismus schließen JEDE Form der Gewalt(androhung) inclusive Betrug kategorisch und ausnahmslos aus.
      Sie sind dadurch DEFINIERT!!

      Gewalt und Betrug zu verhindern, (allein) dazu ist ein Staat nach liberaler Ansicht doch gerade da.

      Stellt sich diese abscheuliche Einrichtung wie heute üblich allerdings in den Dienst von Sonderinteressen gleich welcher Art,
      dann -und nur dann- kommt Gewalt ins Spiel.
      Dann erst kann man von "Krieg", etwa dem Krieg einer Mehrheit gegen eine gewaltsam ausgeplünderte Minderheit, reden.

      Was linkskorrupte Staaten und Regierungen im Interesse u.a. des Stimmenkaufa etc. machen,
      liegt auf einer VÖLLIG anderen Ebene als die gewaltlose Kooperation auf freiwilliger Basis in einer Marktwirtschaft.

      @Reinhard 18. Juli 2011 10:21:
      Beim Einsacken still halten aber beim Verlieren wieder nach Staat, Gesetzen, Regeln und Steuergeld schreien - so verliert man sein Gesicht. Und die Legitimität, beim nächsten Gewinn wieder nach mehr Freiheit zu schreien.

      Das wie alles andere in Ihrem zweiten Posting sehe ich ganz genauso, werter Reinhard.

      Macht den Knackpunkt um den es geht, sogar sehr schön mehr als deutlich.

      Wer wie all die bekloppten Sozis (Staats-)Gewalt und Kapitalismus/Marktwirtschaft in einen Topf schmeißt, ist definitiv auf dem falschen Dampfer.

    • Erich Bauer
      18. Juli 2011 12:15

      Wenn die Rothausfamilie einen ihrer Angehörigen schnell eine Firma gründen läßt, an dem Auftrag eine "Sub" (die halt dann auch fachlich dazu in der Lage ist) "beteiligt", könnte man das auch "Geschäft" nennen... Das hat aber nichts mehr mit Markt zu tun... Wenn die internationalen SOZEN "Marktbedingungen" GESTALTEN, die vor allem Konzerne beim "Verdrängungswettbewerb" nicht nur bevorzugen, sondern auch gnadenlos unterstützen, könnte man das in der Tat "Krieg" nennen. Den führt aber die POLITIK! Ein "gerechter" Krieg?

      Die SOZIS haben einen großen Magen,
      Nur sie können Räubergut vertragen...

    • Reinhard (kein Partner)
      18. Juli 2011 12:23

      xRatio, natürlich ist es ein Wortspiel. Eines, dass nicht die physische Gewalt als Definition hernimmt, sondern Gewalt an sich - und dazu zählt auch die psychische. Allein die "Preiskämpfe" zwischen Kunden und Lieferanten (wo es auch bei beiden ums Überleben geht - es reicht nur eine einzige ordentliche Niederlage durch Fehlkalkulation, um ein Unternehmen zu zerstören...) würden einen normalen versorgungsdenkenden Beamten innerhalb weniger Stunden ins burn-out treiben.
      Egal, wie hart oder weich eine Gesetzgebung gestaltet ist, was "Betrug" ist und was legales Ausnutzen der möglichen Spielräume bleibt immer Auslegungssache, und es wird immer (teils durch geschickte Rechtsabteilungen gelenkte) Grenzgänger geben - auch im Krieg gibt es Regeln, und trotzdem bleibt es brutal.
      Ich bleibe bei der Metapher, ebenso wie ich einen "Krieg der Worte" weiterhin als solchen bezeichnen werde, auch wenn die physische Gewalt dabei keine Rolle spielt. Mit der bitteren Erkenntnis, dass Vergleiche hinken, habe ich mich schon lange ausgesöhnt...

    • Neppomuck (kein Partner)
      18. Juli 2011 12:24

      Der Sozialismus führt Angriffskriege, der Kapitalismus lässt sie führen.
      Das ist aber schon der einzige (zahlenmäßig bedingte) Unterschied.

      Und die wohlverstandene* „nationale Grundhaltung“, vielfach als „Nationalismus“ verunglimpft, führt Verteidigungskriege, wenn sie dazu gezwungen wird.
      * Schließlich kann man anderen Nationen nicht vorenthalten, was man für sich selbst beansprucht.

    • Reinhard (kein Partner)
      18. Juli 2011 12:30

      Neppomuck, weise Zitate in allen Ehren, aber wir leben in einer Zeit, in der das Gesetz bereits vorschreibt, wer gefälligst zu den Starken und wer zu den Schwachen zu zählen hat.
      Wie definiere ich Stärke und Schwäche, wenn ich Starke durch Gesetze schwach mache und Schwache durch Gesetz stark? Gesetze als Regulativ zum Ausgleichen realer Benachteiligungen haben sicher ihre Existenzberechtigung, wenn daraus aber nur ein Umdrehen der Vorzeichen wird, dann ist das Selbstmord. Würde die Natur die Starken dahinraffen, um den Schwachen eine bessere Chance zu geben, wären wir schon alle ausgestorben (um mal bei Darwin zu bleiben).
      Gesetze dürfen Grenzen setzen, aber nicht vorschreiben, für wen sie zu gelten haben und für wen nicht.

    • Reinhard (kein Partner)
      18. Juli 2011 12:32

      Neppomuck, da haben Sie mich überholt, ich bezog mich natürlich auf Ihr Posting von 10:51.

    • Neppomuck (kein Partner)
      18. Juli 2011 12:59

      Die Natur (siehe „Räuber-Beute-Schema“) hat das alles sehr weise eingerichtet.
      Außerdem hat die Schöpfung dem Schwachen Leichtfüßigkeit etc. geschenkt, um zu überleben. Was allerdings bei der „Krone der Schöpfung“ nicht verfängt bzw. zutrifft.

      Also muss diese „Spitze der Nahrungskette“ selbst regulieren.
      Doch wenn da der Gesetzgeber eingreift - die Dynamik des Geldes folgt nicht natürlichen Gesetzen - tut er das meist auf der Seite der Starken („Geld regiert die Welt“) und die Entwicklungen laufen aus dem Ruder.
      Wobei lange Zeit die Starken ihre Existenz damit auch nur kurzzeitig sichern konnten. Siehe „Proskriptionlisten“.

      Die mittlerweile perfektionierte „waffentechnische Asymmetrie“ der Widerparts „Stark/Schwach“ stellt diese Naturgesetze allerdings auf den Kopf.
      Somit muss das „Gemeinwesen Staat“, das etwas auf sich hält, rechtzeitig eingreifen, da sonst auf Sicht auch die Starken (siehe „Gier“) verhungern, bzw. den Globus unbewohnbar machen.

    • xRatio (kein Partner)
      18. Juli 2011 13:34

      @Reinhard 18. Juli 2011 12:23
      xRatio, natürlich ist es ein Wortspiel.

      Ernst gemeinte Wortpielereien sind aber ein Widerspruch in sich.

      Abgrenzungsprobleme, sog. "neutrale Kandidaten", gibt es bei allen Begriffen, selbst bei Raub, Mord, Betrug, Körperverletzung... überall.

      Man weiß bis heute nicht einmal zweifelsfrei zu definieren, was ein "Mensch" ist, wo er anfängt, wo er aufhört usw.
      Gibt es deswegen auch keine Menschen?? :-)

      Abgrenzungsprobleme sind NIEMALS ein Grund, grundlegende begriffliche Unterscheidungen, wie hier etwa zwischen Gewalt, Betrug und einvernehmlichem Vertragsschluß

      einfach nicht mehr zu machen,
      diese erst mal durch saloppe Redensarten und
      dann ernsthaft zu verwässern.

      Damit landen Sie unversehens beim Gelaber der linken Dummdödel und letztlich in Orwells "1984".

    • Reinhard (kein Partner)
      18. Juli 2011 14:55

      xRatio, bei deren Gelaber lande ich eher, wenn ich versuche, mich so "korrekt" wie möglich auszudrücken - die Steigerung davon ist dann das "politisch korrekte"...
      Wenn ich mir die Sprache der Geschäftswelt anschaue - da werden Schlachten geschlagen, feindliche Übernahmen geplant, Strategien entwickelt, Märkte erobert - dann ist das Kriegsvokabular. Und wenn jetzt ein Volk wie die Griechen, die das nicht begriffen haben und glaubten, Banken wären ein Ableger des Roten Kreuzes, damit rechnen müssen, unter Kuratel gestellt zu werden und Land, Kulturgüter und Infrastruktur von Fremden übernehmen lassen zu müssen, dann ist das Landnahme, Eroberung und ein Wechsel der Herrschaftsstrukturen.
      Der volle Spruch heißt ja auch (in Abwandlung von Clausewitz) "Geschäft ist Krieg mit anderen Mitteln".
      Ich halte ihn für wahr. Und wenn die Chinesen die Macht begreifen, die daraus entsteht, dass sie mehr Dollars besitzen als die USA, dann werden wir noch einige Überraschungen erleben...

      Neppomuck, natürlich steht die Gesetzgebung auf der Seite der "Starken", denn wer die Gesetzgebung kontrolliert, ist automatisch der "Starke". Wechseln Sie ihn aus, und sofort wird der Neue zum "Starken" und macht die Regeln nach seinem Gutdünken.
      Genau das ist die Crux. Genau deswegen wurden bisher aus allen Revolutionären Diktatoren.

    • xRatio (kein Partner)
      18. Juli 2011 15:50

      @Reinhard 18. Juli 2011 14:55

      Jetzt kann ich Ihren gedanklichen Höhenflügen in Sachen "Vokabular" etc. definitiv nicht mehr folgen; habe u.a. noch nie verstanden was eine "feindliche Übernahme" sein soll, wie sie definiert ist.

      Mein Geschreibsel über einige Fundamentalia rationaler Begriffsbildung kann ich daher auch beim besten Willen nicht als widerlegt erkennen.

      Verstehe ich Sie richtig, daß Sie ernsthaft bestreiten wollen, daß zwischen Gewalt und Geschäft ein himmelweiter Unterschied besteht?

      Ich glaube noch immer nicht, daß Sie hingehen, den nächsten Supermarkt ausrauben und das als Ihr normales "Geschäft" ausgeben.

      Aber alle anderen machen das. Die bösen Manager, Microsoft, McDonalds, BP und ich zum Beispiel, ja?

    • Erich Bauer
      18. Juli 2011 16:25

      Also, irgendwie erschreckend ist es schon hier, das gesamte "erzsozialistische Vokabular" für GESCHÄFT serviert zu bekommen. Daß dieser bolschewistische Umdeutungsversuch noch dazu als BARE MÜNZE angesehen wird... !!!

      "Geschäft" ist für jeden Sozi immer schon "Pfui" gewesen! Mittlerweile werden die Mühen des "Geschäftslebens" bereits mit MORD gleichgesetzt! Nocheinmal, das KRIEG/MORD-Vokabular für Geschäft entspringt einer sozialistischen Grundhaltung! Da man selbst, oft schon mangels Rechenleistung, nicht in der Lage ist Wertschöpfung zu schaffen, begibt man sich auf die "geistigen " Höhen der "moralischen Überlegenheit"...

      Aber, vielleicht schaffen die "Geschäftspazifisten" doch noch den totalen "Geschäftsfrieden"... Dann ist allerdings Schluß mit den Beamtengehältern, den Pensionen, der Mindestsicherung...

    • xRatio (kein Partner)
      18. Juli 2011 18:24

      @Erich Bauer 18. Juli 2011 16:25

      Voll d'accord.

      Ihr Wort in Reinhards Ohr. :-)

    • Reinhard (kein Partner)
      18. Juli 2011 20:00

      "Geschäft ist Krieg" hat nichts mit linkem Pfuigaga-Vokabular zu tun (es waren keine Kommunisten oder Bolschewiken, die diesen Spruch erfanden, sondern Geschäftsleute) sondern damit, dass jemand, der die geschützten Werkstätten verlässt, auf einem verdammt harten Parkett wiederfindet. In dem es täglich um das wirtschaftliche Überleben geht. Das können Sie negieren, so oft Sie wollen, es findet täglich statt. Wer als Unternehmer im ständigen Konkurrenzkampf gegen die mit Fördergeldern zu Dumpingpreisen anbietenden Liebkinder der linken Kammer- und Parteiorganisationen bestehen muss wie ich, unterschreibt den Satz "Geschäft ist Krieg" sofort und ohne zu zögern. Ich bestehe diesen Kampf auch freiwillig und aus eigener Kraft, habe mir mein "Waffenarsenal" selbst geschaffen und bisher jede Schlacht erfolgreich überlebt, auch die eine verlorene, die fast meine geschäftliche Existenz gekostet hätte. Ich finde diesen Kampf zwar kräftezehrend, aber auch spannend und lohnend.
      Wer in der Geschäftswelt jenseits politischer Protegees und präpotenter Gönner mit der Möglichkeit zum unverschämten Griff in die Steuerkasse bestehen will, muss begreifen, dass er in einem ständigen Kampf ums Überleben gefangen ist. Alles andere ist sinnlose Weichspülerei und verkleistert die Augen jener jährlich tausenden, die mit einer "Vision" und einem Batzen Schulden in ihre Selbstständigkeit starten um nach dem schmerzhaften Öffnen der Augen als Bankrotteure dazustehen. Wenn die vorher gewusst hätten, dass sie sich auf ein offenes Schalchtfeld begeben und von Scharfschützen umlagert werden, während ihnen die Gewerkschaften und Kammern das Waffenarsenal plündern, hätten sie anders agiert.
      Die erzlinke Propaganda arbeitet mit anderen Parolen wie "Eigentum ist Diebstahl", um Enteignung zu legitimieren und Belohnung für Leistung als Unrecht darzustellen. Aber dieser Unsinn ist ein eigenes Kapitel.

      xRatio, Sie verstehen mich nicht richtig, da sie Gewalt und Krieg gleichsetzen; die beiden finden zwar immer zueinander, aber das Eine ist deshalb noch lange nicht automatisch das Andere. Wir unterscheiden ja auch zwischen Ehe und Sex, oder etwa nicht?
      Ich bestreite nur, dass zwischen Krieg und Geschäft ein himmelweiter Unterschied besteht; die Waffen mögen andere sein, aber der Kampf ist genauso hart; von den einen nach den Regeln geführt, von den anderen mit Brutalität und Rücksichtslosigkeit. Und Ihren letzten Absatz verstehe ich nicht, ich kenne hunderte Geschäftsleute im täglichen Überlebenskampf, die von Ihnen angeführten Großkonzerne sind für mich nicht die Gesamtheit der Geschäftswelt. Und der Vergleich mit dem Supermarkt hinkt nun auch mir etwas zu sehr: der Kampf um das wirtschaftliche Überleben wird nämlich mit durchaus legalen Mitteln geführt, derweil Supermarktraub eindeutig kriminell ist. Wieso Sie sich so angegriffen und auf das Niveau eines Kriminellen herabgesetzt fühlen, kann ich nicht nachvollziehen. Da hat wohl jeder seinen eigenen Erfahrungshintergrund.

    • panzerechse (kein Partner)
      18. Juli 2011 22:31

      Reinhard,

      Sie haben nicht einmal den Funken einer Ahnung von "Geschäft". Wahrscheinlich sitzen Sie in irgendeinem Beamtenkobel und "wixen" vor sich hin. Das geht vor allem auf Rückgrat und Gehirn... Ihre "Allerwertesten" Ergüsse sind unerträglich! Für mich gibt es nur eine Frage: Sind Sie ein Mindestgesicherter Idiot, oder ein "Übergesicherter" Beamtentrottel. Ein ROTER sind Sie für mich in jedem Fall. Sie haben alle Philosophen, die Sie da so zwischen den Zeilen "aufmarschieren" lassen, nicht einmal ansatzweise verstanden...

      Ich glaube, Sie haben nicht einmal kapiert, WARUM und durch WEN dieser "Krieg" initiiert wurde. Sie glauben ernsthaft es war der KAPITALISMUS! Mit Ihnen zu diskutieren ist nicht nur mühsam, es ist wirklich absolut SINNLOS! Entzünden Sie Ihre Fackeln für den nächsten Fackellauf oder sonst irgendein Facebook-Event...

    • xRatio (kein Partner)
      18. Juli 2011 23:32

      @Reinhard 18. Juli 2011 20:00
      Auch wenn ich Ihnen hier oft nicht folgen kann, verstehe ich Sie wohl doch besser als Sie wahrnehmen wollen, habe Ihnen teilweise sogar ausdrücklich zugestimmt.

      Aber alles verstehen, heißt nicht alles verzeihen. :-)

      Gewalt und Krieg setze ich entgegen Ihrer Unterstellung nirgendwo "gleich". Sorry, solche Anfängerfehler unterlaufen mir nicht.

      Aber ohne Gewalt kann von einem "Krieg" ernsthaft nicht einmal im Ansatz die Rede sein.
      Gewalt ist die condicio sine qua non, eine notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung, ohne die von einem Krieg niemals die Rede sein kann.

      Wenn Sie jetzt also einräumen, daß es in der Marktwirtschaft keine Gewalt gibt, nicht geben kann und geben darf, ist Ihre plakative Gleichung "Geschäft=Krieg"
      bereits und allein aus diesem Grunde ganz offensichtlich falsch, also reine Polemik aus der linken Klamottenkiste.

      Weitere Gründe, um Ihre Kriegsthese zu verneinen, gäbe es zuhauf, aber die brauchen wir gar nicht mehr. Sonst müßten wir ja noch anfangen z.B. die Kampfmittel wie Äpfel und Birnen mit Bomben und Granaten zu vergleichen.

      Und nur der Vollständigkeit halber:

      Ihre für sich betrachtet sowieso eher nebulösen Hilfsvokabeln wie "Brutalität", "Rücksichtslosigkeit", "feindliche Übernahme" und was Ihnen sonst noch alles einfallen mag, um Ihren angeblichen "Überlebenskampf" gegen die gewaltlosen Mächte der Finsternis zu dramatisieren,

      charakterisieren den Markt als Ort gewaltloser und damit friedlicher Kooperation natürlich ebenfalls nicht als Kriegzustand. Eben weil es bereits am Gewaltelement fehlt. "Brutalität" assoziiert übrigens wohl jeder mit Gewalt, die wir aber als nicht vorhanden verneint haben.

    • Reinhard (kein Partner)
      19. Juli 2011 05:57

      Panzerechse, mit dieser glänzenden Ferndiagnose sollten Sie sich eine Kristallkugel zulegen und auf den Jahrmarkt setzen. Leute mit so viel Weitsicht und Treffsicherheit sind selten.

      xRatio, es tut mir Leid wenn Sie meine Worte so verstanden haben, als würde ich einräumen, dass es in der Marktwirtschaft keine Gewalt gäbe; für körperliche Gewalt gilt das weitgehend, aber psychische gibt es durchaus. Und auf diese bezog sich auch das Wort Brutalität. Auf diese bezog sich auch das Wort Krieg.
      Der Markt als Ort friedlicher Kooperation ist ein Wunschtraum, Friede-Freude-Reiberdatsch, das ist ein Idealzustand, den man auch nur im Zusammentreffen mit Idealisten erlebt (wobei dieses zu Reden und hintenherum knallhart zu Agieren auch gern zusammentreffen). Da halte ich mich lieber an die harte Variante, das hat mir bisher mein Überleben ermöglicht.
      Aber ich glaube, es ist müßig, weiter darüber zu streiten; macht ja auch nichts, man muss ja auch mal verschiedener Meinung sein können. Habe leider heute auch keine Zeit, weiter zu diskutieren. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!

    • xRatio (kein Partner)
      19. Juli 2011 15:08

      @Reinhard 19. Juli 2011 05:57

      "Psychische Gewalt" ist auch so eine Vokabel oder Floskel, mit der ich nichts anfangen kann - beliebig interpretierbar und genau betrachtet ein Widerspruch in sich.
      Haben Sie ein Beispiel, eine Definition?

      Juristen kennen insoweit nur Nötigung und Erpressung und verstehen darunter Gewalt und Androhung von Gewalt. Beides verboten und strafbar.

      Und bitte versäumen Sie nicht, jetzt doch endlich mal eine einzige Firma zu nennen, die gegen ihre Kunden oder Lieferanten,
      einen "Krieg" von "Brutalität", "Rücksichtslosigkeit" und "psychischer Gewalt" führt.

      Da das ja Charakteristikum jeden Geschäfts und damit der Marktwirtschaft schlechthin sein soll, sollte Ihnen das doch eigentlich nicht schwerfallen.

  13. socrates
    16. Juli 2011 23:59

    O.T. In heise.de/tp fand socrates folgenden Satz:

    "Darüber, dass ein Schuldenschnitt auch Deutschland einst vor der Verarmung rettete, besteht kein Zweifel."
    Neugierig, wie das Zitat zum Anklicken lautet und was die Staatspolizei dazu sagt, klickte ich es an. Siehe da, der Text ist neugriechisch, so daß ich ihn nicht verstehe.

    Wortspiele mit Griechenlands Pleite
    Ist ein "selective default" eine Bankrotterklärung?
    Wassilis Aswestopoulos

    Vielleicht kennt sich jemand aus?

  14. Rosi
    16. Juli 2011 22:16

    Was mir mehr als ein bißchen Sorgen macht, ist die Tatsache, daß der Fall Kampusch sehr bekannt ist, und vieles an die Öffentlichkeit gelangt ist. Wenn da dennoch solche Zustände herrschen, wie ist das erst bei 'normalen' Fällen?
    Da kann einem ja als normalem Staatsbürger vor diesem selbstherrlichen und undurchsichtigen Apparat angst und bang werden.

    Im Übrigen bin ich der Meinung, Integrationsunwillige und
    Integrationsunfähige sollen Österreich verlassen.

  15. Dr. Otto Ludwig Ortner
    16. Juli 2011 21:58

    Bekannte von mir wohnen in der Nähe des "Verlieses" der Frau Kampusch und erzählen, dieses arme Mädchen sei der Kinderprostitution zugeführt worde. Ganz unabhängig davon erzählte mir ein prominenter Journalist, daß die Crème de la Crème der Republik - Namen wurden genannt, doch will ich mir als Invalidenrentner keine Anklage wegen Verleumdung einwirtschaften - zu ihren Kunden zählte. Als langjähriger Anwalt in Republiknähe weiss ich, daß der Rechtsstaat nur gegen parteifreie Hendeldiebe funktioniert, denn die Laufbahn eines Richters der Republik Österreich entscheiden die Parteisekretariate- und da ecken natürlich nur wenige an (Sinowatz-Prozeß: Er kostete BM.f.J. Foregger die Pension aus Rache). Die werden dann aber weder Präsident und Minister!

  16. terbuan
    16. Juli 2011 20:03

    Wenn man den halben Tag unterwegs ist, auf der A2 im Stau steckt und sich dann noch die, meiner Meinung nach, sehr gute und ausgewogene Übertragung des Begrägnisses von Otto von Habsburg ansieht, der kommt nicht zum Posten.

    Die 3 bestbewerteten Kommentare von libertus, byrig und Maierhofer haben jedoch bereits alles gesagt, was zu dieser Fehlbesetzung BK festzuhalten ist!
    Gratulation allen und auch zu allen anderen guten Beiträgen!

    • Cotopaxi
      16. Juli 2011 20:30

      Das durchgehende Weglassen des "von" im ORF fand ich schon sehr kleingeistig. Auch die im Studio eingeladenen Gäste mussten sich an dieses Diktat halten.

    • terbuan
      16. Juli 2011 20:36

      Cotopaxi
      Aber die interviewten Historiker haben immer wieder von "Otto VON Habsburg" gesprochen und das war sehr erfrischend!

    • Cotopaxi
      16. Juli 2011 21:09

      @ Terbuan

      Weder der Leiter des Heeresgeschichtlichen Museums, Ortner, noch der Historiker Leidinger, noch Zulehner, die im Studio waren, verwendeten das "von". Oder habe da etwas überhört?

      Es stimmt, die zugespielten Historiker, vor allem der aus Ungarn, sprachen von Otto von Habsburg. Aber denen konnte der ORF das "von" schwer verbieten.

      Niederträchtig fand ich überdies das kleinliche, aber einsame Herumreiten auf den Kosten durch den ORF im Gleichklang mit den Grünen.

    • contra
      16. Juli 2011 22:12

      Kleingeistig fand ich ebenfalls das Weglassen bei der Anklopfzeremonie die erste Antwort mit allen Titeln Otto von Habsburgs in allen Nachrichtensendungen.

      Der ORF unter dieser Führung wird es nie mehr lernen.

      Ich war persönlich am Kohlmarkt anwesend und sah mir den beeindruckenden Trauerzug an. Die Kommentare der mich Umgebenden waren herzerfrischend - die meisten hegten Gedanken bzw. Meinungen, wie sie ebenfalls hier im Blog wiedergegeben werden. Ich fühlte mich wohl unter soviel Gleichgesinnten, weil ich es nie erwartet hätte.

    • terbuan
      17. Juli 2011 15:49

      Cotopaxi
      Ich war erst ab 15 Uhr in der Lage, die ORF-Übertragung zu verfolgen, daher sind mir einige der von Ihnen genannten Interviews entgangen.
      Natürlich muß der ORF aus p.c. Gründen das verbotene "von" vermeiden, ansonsten habe ich die Kommentare des Trauerzuges als durchaus angemessen und würdevoll empfunden, die Frage nach den Kosten, ausgerechnet von einem Mitarbeiter der Geldverbrennungsmaschine ORF, natürlich ausgenommen.

    • Cotopaxi
      17. Juli 2011 16:26

      Terbuan

      Natürlich, im Großen und Ganzen war die ORF-Übertragung dem Anlass angemessen.

  17. HJR
    16. Juli 2011 11:23

    Weil als Kommentar zu [Wertkonservativer, 16. Juli 2011, 10:27] begonnen
    (nicht ganz OT) ...

    werter Wertkonservativer,

    es ist Ihr gutes Recht, das "Dahinter" und das "Darüber" in den Focus nehmen zu wollen. Und das ist gut so. Jedenfalls insoweit, als es in unserer werteabgewandten Zeit der Beliebigkeit notwendig ist, dem als gut und gichtig Empfundenen noch eine Stimme zu geben. Insoferne meinen Respekt für Ihre "Steherqualitäten"!

    Allerdings kann es keinen Zweifel geben, dass das "real existierende" Europa kaum noch jemanden von der Qualität aufweist, die dieses (als Friedensidee und nicht als Stiftung zur Versorgung alimentierungsbedürftiger Migranten und in blindem, erweiterungsbeflissenem Aktionismus ohne europäische Vision agierender Kommissare gegründete) Europa mit sicherem Instinkt (denn Vernunft und Verstand allein helfen da nicht weiter) in eine wie auch immer auch immer geartete Zukunft (von der ich im Augenblick das Schlimmste befürchte) führen könnten.

    Letztlich ist Europa die Summe seiner Mitgliedsstaaten (auch wenn mir die innere Wahrheit des Satzes: "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile" sehr wohl bewusst ist). Aber wenn in vielen dieser Staaten (um nicht nur von unserem zu sprechen) wesentliche Teile der Demokratie - bei uns u.a. die Justiz - im engsten Sinne des Wortes "wegbrechen" - sodass alle Hoffnung nur mehr auf einem "gallischen Dorf" (zuerst war's Korneuburg, jetzt also Innsbruck) ruht - dann ist es Zeit, die Sirenen heulen und Glocken läuten zu lassen.

    Und das Hinscheiden OvHs wäre eine prächtige und sehr passende Gelegenheit, verschiedensten Leuten (nicht nur in Österreich) ihre fahrlässige, unbemühte und die eigenen Pfründe in den Vordergrund rückende Politik um die Ohren zu hauen.

    Was ich hiermit im Sinne des Beitrags von AU getan zu haben reklamiere.

    Otto von Habsburg, ich hatte zu Ihnen stets ein zwiespältiges - weil von der Familiengeschichte derer von Habsburg beeinträchtigtes - Verhältnis. Allerdings habe ich keinen Zweifel, dass Sie in Ihrer Persönlichkeit und Integrität noch lange als einsames Leuchtfeuer zwischen denen, die heute die Geschicke dieses Europa lenken, stehen werden. In diesem Sinne

    mögen Sie in Frieden ruhen!

    [mailto: horst.rathbauer@gmx.at]

    • phaidros
      16. Juli 2011 11:43

      Sg. HJR, ich unterschreibe Ihnen alles, was Sie gegen die EU anführen. Aber auch Ihnen die gleiche Antwort: Die EU gleicht einem leckgeschlagenen Kahn auf stürmischer See. Aber egal, wie mies der Kahn auch beieinander ist: Alle haben an Bord bessere Überlebenschancen, als als Freischwimmer. Im Jachtsport gibt es einen Stehsatz: Man verlässt das sinkende Schiff erst, wenn man in die Rettungsinsel hinauf steigen muss.

      Und soweit sind wir mit der EU noch nicht. Obwohl ich (un)gerne einräume, dass die derzeitigen Verwerfungen in so eine Situation führen könnten.

      BG phaidros.vie@gmail.com

      P.S. Immer im Hinterkopf behalten: 4000 Millionen Asiaten, 1000 Millionen Afrikaner, 8 Millionen Österreicher. Das kann langfristig nicht gut gehen. 500 Millionen Europäer sind zwar auch nur eine Randgröße, aber wenigstens wahrnehmbar.

    • Wertkonservativer
      16. Juli 2011 12:06

      Zuerst zu HJR:

      Lieber Freund (Sie haben mir das gestattet!),

      jedes Ihrer Worte findet meine innerste Zustimmung; die Unterschiede im Denken und Fühlen sind ja die Würze, die hochklassige Diskussionen so interessant und wichtig macht!

      Als Mensch von gestern (wie ich mich zu bezeichnen pflege), habe ich halt einen etwas differenzierten Blickwinkel auf die Welt von heute.
      Aber eines lasse ich mir nicht wegdividieren (auch von Ihnen nicht, lieber HJR):
      ich bin und bleibe ein begeisterter Europäer, was auch immer hier gesagt und geschrieben wird.
      Amen und Basta!

      Und nun noch zu phaidros:

      Danke! Du bist mein Freund und verstehst mich im Wesentlichen!
      Mehr ist für mich nicht vonnöten!

      (mail to: gerhard@michler.at)

    • HJR
      16. Juli 2011 12:37

      Lieber Phaidros,

      als ich noch in Deutschland lebte, habe ich u.a. den Reifenhersteller "Metzeler" edv-technisch beraten. Als die LKW-Reifenproduktion in München in die Verlustzone geriet (ca. DM 1,50 Verlust pro Reifen), kam man auf die gute Idee, die Produktion auszuweiten um - an sich richtig - so die Stückkosten zu senken. Fazit: Die nun in dieser Zahl nicht mehr zum erforderlichen Preis absetzbaren Reifen lagen in großen Mengen mit einem Verlust von nur mehr DM 1,- auf Lager bzw. Halde und verotteten. Das war das Ende!

      Ich halte daher die meisten Argumentationen, welche über die Quantität laufen, deshalb für verfehlt, weil die Dinge sich nicht so linear verhalten, wie wir Menschen nun mal denken (können).

      Überlegen Sie, bitte, nur mal, wieviele Dinge schon deshalb gescheitert sind, weil sie ihr eigenes Größenwachstum nicht "ausgehalten" haben: (Römisches Reich, Osmanisches Reich, Drittes Reich und alle, die ich noch vergessen habe).

      Und wenn Ihnen vor 4 Milliarden Asiaten und 1 Milliarde Afrikaner bange ist, dann habe ich Respekt vor Ihren Ahnungen, aber anfangen kann ich damit nichts. Und der Jachtvergleich ... War das wirklich Ihr Niveau?

      Ich wiederhole, was ich hier im Forum schon des öfteren deponiert habe: Ich halte die EU für das historisch erste und einzige umgreifende und auf Dauer angelegte Friedensprojekt und damit für das tollste Projekt der Menschheitsgeschichte, das es wert wäre, auch anderen Regionen der Erde und anderen Gesellschaften als Beispiel zu dienen. Aber die "real existierende EU" in ihrer kommerziellen Verkommenehit, ihrer politischen Unbedarftheit und ihrer finanztechnischen Hilflosigkeit wird so nicht zu halten sein!

      Leider sehe ich keinen Silberstreifen am Horizont, der so etwas wie eine Umkehr, ein "back to the roots", ein lieber "besser" als unbedingt "anders" andeuten würde. Daher mein Pessimismus.

      freundliche Grüße
      [mailto: horst.rathbauer@gmx.at]

    • phaidros
      16. Juli 2011 12:54

      Auch, wenn Ihnen der Vergleich niveaulos erscheint (ich frage hier mal nicht nach, warum eigentlich), widerlegt ist er dadurch noch nicht.

      Aber auch umgekehrt, gerne nochmal: ich unterschreibe Ihnen jeden Satz! Auch Ihren Pessimismus teile ich. Gleichzeitig sehe ich aber keine Alternative, und damit wird das ganze Austritts-Geraunze*) müßig.

      Umgekehrt bin ich aber überzeugt, dass »die EU-Gegner« nicht zuende denken. Dazu bleibe ich im Bild des lecken Kahns: mir scheint, wir streiten herum, wer dieses Leck geschlagen hat, und dass man denen beim Stopfen jenes Lecks (an dem sie ja selber schuld seien und es auch noch verschiwegen haben, diese Strizzis!) helfen sollte - oder eben ja nicht!

      Haben darüber aber noch nicht begriffen, dass ein Sturm aufzieht. Und einem anständigen Sturm ist es wurscht, auf wessen Konto ein Leck geht. Ein anständiger Sturm lässt ein seeuntüchtiges Schiff scheitern. Einfach so.

      Wenn der dann also losbricht (und die ersten Böen wehen ja bereits), wird a) doch jeder froh sein an Bord zu sein und b) keine Silbe mehr von diesem ganzen - an sich ja richtig bekrittelten! - Sch*dreck (welcher Art jetzt auch immer) geredet werden.

      Ebenso bin ich bei nicht liniearen Skalierungen an sich bei Ihnen, aber Faktor 625?!

      BG phaidros.vie@gmail.com

      *) »das«, nicht »Ihr«, wohlgemerkt.

    • brechstange
      16. Juli 2011 15:28

      @phaidros

      Zu Ihrem Vergleich mit dem Boot:

      Trotz aller Vorteile ist es besser, wenn jeder Insasse ausgezeichnet selbst schwimmen kann. Das würde uns gemeinsam stark machen, würde.

    • phaidros
      16. Juli 2011 15:46

      Genau darin besteht das Bild, liebe Brechstange, danke! Ausgezeichnete Fortführung, denn: Sie können so gut schwimmen wie Sie wollen, auf offener See haben Sie keine Überlebenschance.

      Hier beginnt allerdings der Vergleich zu hinken, wie ich zugebe: denn freilich würde es der EU nützen, wären ihre Mitglieder wirtschaftlich gesund uns stark. Unserem Boot nützt es aber sogar eher, könnten die Leute schlecht schwimmen! (Nicht umsonst haben die Römer ihre Galeerensklaven angekettet. Das war die damalige Auffassung von Mitarbeitermotivation)

      BG phaidros.vie@gmail.com

    • brechstange
      16. Juli 2011 16:07

      @phaidros
      Das mit den Gallerensklaven meinten Sie jetzt aber hoffentlich nur im Scherz. Das müssen Sie mir unbedingt bestätigen.
      Denn inzwischen fühlen sich viele wirklich wie Sklaven im Verein, der den Wohlstand in seiner Größe versenkt anstatt mehrt.

    • phaidros
      16. Juli 2011 16:12

      Jaja, brechstange, ich sag ja auch: ab da hinkt der Vergleich mächtig! Und Europa bräuchte starke Mitglieder.

    • werauchimmer
      17. Juli 2011 02:49

      A propos Sturm, Leck, Galeerensklaven, und "too big to fail":

      Die Schweiz schwimmt abseits der Galeere ausgezeichnet, der Franken nähert sich dem Verhältnis 1:1 zum Euro!

      Der Franken lässt sich offenbar nicht belehren, dass seine Volkswirtschaft nur ein tausendstel der Weltbevölkerung repräsentiert. Ts, Ts, Ts ....

    • phaidros
      17. Juli 2011 06:00

      Die Schweiz ist ein Sonderfall und völlig unvergleichbar mit uns. Schweizer Zustände könnten wir in 25 Jahren nicht herstellen (naja, in 25 jahren vielleicht), selbst wenn wir das angingen.

      BG phaidros.vie@gmail.com

    • phaidros
      17. Juli 2011 06:28

      Nochmal @werauchimmer, gerade das Beispiel Schweiz ist kurz gegriffen, wenn ich's mir durch den Kopf gehen lasse: Es stimmt zwar, was Sie über Stärke und Größe der Schweiz sagen, aber wären die anderen kein Block und hätten auch ihre eigenen Währungen, so wäre der CHF in dieser Situation nicht der sichere Hafen, der er derzeit ist.

      Die Schweiz würde also deutlich weniger stark dastehen, und mittel- und langfristig ebenso untergehen (bzw. unter Wasser gedrückt werden) wie alle anderen. Es gibt übrigens auch in der Schweiz eine Diskussion über einen EU-Beitritt, der aber derzeit innenpolitisch keine Option ist. Warten wir das nächste Tief für die Eidgenossen ab (2008 stand der € auf 1,68CHF, jetzt auf 1,15 !), ob sie auch dann ihre Meinung nicht ändern werden.

      BG

    • brechstange
      17. Juli 2011 11:05

      @phaidros

      Den Wert der Währung zu vergleichen, mit der Wirtschaftskraft in dieser Krisensituation ist bedingt richtig. Der Kurs des Franken steigt durch die Kapitalflucht, die Schweizer Wirtschaft ist dem ausgeliefert, da die Wettbewerbsfähigkeit darunter leidet. Doch die Schweiz hat durch die Kleinheit die Kraft, sich zu erholen, wetten.

      Schnelle Entscheidungen sind gefragt, die sind in der EU nicht möglich. Doch es gibt schnelle, meist Fehlentscheidungen, die sich für uns sehr nachteilig herauskristallisieren werden.

    • werauchimmer
      17. Juli 2011 11:13

      @ Phaidros:

      Die Schweiz ist ein Sonderfall ...

      Das ist, mit Verlaub, eine Pseudoerklärung für das Faktum, dass diese Volkwirtschaft kein Raub der Spekulanten zu werden droht, wie den streunenden "Schäfchen" immer wieder angedroht wird.

      Dafür kann ich mit einer echter Erklärung aufwarten, weshalb der Kapitalmarkt den CHF nicht in die Knie zwingen kann: der Kurs des CHF wird nach rein wirtschaftlichen, und nicht politischen, Kriterien gesteuert!

      ... Schweizer Zustände könnten wir in 25 Jahren nicht herstellen.

      Ja freilich, weil bestimmte Kreise Schweizer Zustände, die da lauten: Bekenntnis zu den wirtschaftlichen Grundlagen jeder Polis, nicht anstreben wollen, gilt die Schweiz als nicht vergleichbar, weil nicht erreichbar. Da machen wir lieber weiter mit der Diktatur der Sonntagsreden über europäische Werte, einem beliebten Gesellschaftsspiel der genannten Kreise, gelt?

      Tatsächlich sind Zustände deshalb unterschiedlich, weil sie mittels Verstand so oder anders angestrebt wurden. Vom Kopf nimmt alles seinen Ausgang!

      Es gibt übrigens auch andere Volkswirtschaften im Promille-Bereich der Weltbevölkerung, deren Währung kein Raub der Spekulanten zu werden droht. Korea, Singapur, etc ... Auch die Briten scheinen ihre Lektion gelernt zu haben.

      Es stimmt zwar, was Sie über Stärke und Größe der Schweiz sagen, aber wären die anderen kein Block und hätten auch ihre eigenen Währungen, so wäre der CHF in dieser Situation nicht der sichere Hafen, der er derzeit ist.

      Hätten alle Augen statt Blindenstöcke, wäre der derzeit einzig sehende Sehende nicht König.

      Die Schweiz würde also deutlich weniger stark dastehen, und mittel- und langfristig ebenso untergehen ...

      Wenn aber alle Augen hätten, weshalb sollten sie dann untergehen?

    • werauchimmer
      17. Juli 2011 11:19

      ... der derzeit einzig sehende Sehende ...

      Ein unbeabsichtigter Pleonasmus, der aber als stilistischer Kunstgriff durchgehen könnte ... ;-)

    • phaidros
      17. Juli 2011 11:33

      @werauchimmer: warum... Weil 2 oder 3 Wirtschaftsräume mit insgesamt 5 Milliarden Menschen entstehen, die gewohnt sind, für einen Bruchteil des hiesigen Lohnniveaus zu härter zu arbeiten als wir. Diese werden jene von einzelkämpfenden Staaten (deren größter gerade mal 0,08 Mrd Einwohner hat) im Stehen auf der Leiter mit einer Hand auf dem Rücken fertigmachen: unter anderem kaufen sie einfach auf (das sieht man ja auch jetzt schon).

      Geschäft ist Krieg, und entgegenzusetzen haben wir nur gemeinsam etwas, davon bin ich felsenfest überzeugt. Und auch kein »pseudo«-Vorwurf kann daran irgendetwas ändern.

      Die Briten haben ihre Lektion gelernt? Das Pfund stagniert seit ca. 3 Jahren zum €, befindet sich also ggü. dem CHF im selben freien Fall. Außerdem ist der Planet groß, man kann immer irgendwelche Ausnahmen finden (die freilich als Regel nicht implementierbar und somit ungültig sind).

      Und legen Sie mir bitte nichts in den Mund: ich habe von irgendwelchen Spekulaten nicht einmals etwas angedeutet. Das sind ganz normale Wirtsvchaftsvorgänge, die einfach passieren werden.

      BG

    • phaidros
      17. Juli 2011 11:40

      Genau das sage ich ja, brechstange. Ich ziehe offenbar nur andere Schlüsse.

      Die schnellen Entscheidungen sind übrigens auch in den einzelnen Staaten nicht möglich. Staaten sind ohnehin die schlechtesten denkbaren Wirtschaftsteilnehmer, was ist also zu gewinnen?

      Wenn jeder einzelne Staat die Hoffnung haben kann, mit eigener Währung abzuwerten und so seine Schulden loszuwerden, dann klingt das recht schön, ist aber in jedem Einzelfall eine Enteignung der eigenen Bevölkerung, vergessen Sie das nicht! Das bisschen Vernunft, das zu hören war, kam ausschließlich auf der Schiene Europa daher, auch wenn es - leider! - in allen Fällen früher oder später mit Füßen getreten wurde: 3%-Schuldengrenze, no-bail-out, Hilfe nur für massives Sparen etc.

      Die Schweiz hat meines Wissen derzeit trotz Rekord-CHF-Kurs weder ein Deflations- noch ein Exportproblem. Was das allerdings mit ihrer Kleinheit zu tun haben sollte, kann ich mir nicht denken.

      BG phaidros.vie@gmail.com

    • werauchimmer
      17. Juli 2011 13:46

      @ HJR:

      Jedes Großreich war ein Friedensprojekt, insofern es "internalisierte" Gegensätze mehr oder weniger gewaltsam erstickt hat, wodurch nur ein Ordnungskonzept Relevanz hatte. Dies zielt unweigerlich darauf ab, kriegerische Auseinandersetzungen zu minimieren, sofern die Rechnung aufgeht, indem das Reich Bestand hat und sofern man wirklich gewillt ist, die "body count" als Maßstab eines Friedens in Freiheit zu akzeptieren und über Sekundäreffekt, wie interne Verfolgung - ggf bis zum kulturellen oder physischen Genozid - , hinwegzusehen.

      "Pax Romanum" - von Einmaligkeit also keine Spur.

    • werauchimmer
      17. Juli 2011 14:16

      @ Phaidros:

      Wer legt denn wem etwas in den Mund? Habe ich Ihnen vielleicht unterstellt, Sie hätten Spekulanten erwähnt?

      Der Kontext ist es, der die Bezugnahme auf das Spekulanten-Gerede gebietet. Die Rede ist von

      - seeuntüchtigen Schiffen, auf denen aber möglichst viele an Bord sein sollten (Sie),

      - Heerscharen an Invasoren - 4 Mrd Asiaten + 1 Mrd Afrikaner contra 8 Mio Össis(!), denen ggü wir nur gemeinsam stark sind (Sie)

      - Wirtschaftsblöcke, die Einzelökonomien im Stehen auf der Leiter mit einer Hand fertigmachen (Sie),

      - den erwähnten Spekulanten, die eigenbrötlerische Volkswirtschaften zur Schnecke machen (der pro-EU mainstream);

      Geschäft ist aber kein Krieg. Krieg beginnt oft gerade deshalb, weil trotz Ausschöpfung aller geschäftlichen Möglichkeiten kein gedeihliches Fortkommen möglich ist.

      Handelt es sich aber nur um Wirtschaftsteilnehmer und keine Völkerwanderungsscharen, ist nur das Argument von der technischen Unmöglichkeit kleinerer Volkswirtschaften, sich zu behaupten, von einigem Gewicht. Darauf habe ich in der Anwort Bezug genommen.

      Und wenn Sie erstmals konkret werden, statt sich in Gleichnissen zu ergehen, und die bereits ansetzenden Vermögensaufkäufe in EU-Ländern erwähnen, so erlaube ich mir zu kontern, dass

      - die Aufkäufe ebenso umgekehrt in Niedriglohnländern erfolgen (begünstigt durch einen noch immer oder jedenfalls lange Zeit überbewerteten Euro),

      - die Aufkäufe durch die miese Wirtschafts- und Zollpolitik der EU verursacht werden, weil die ansässige Wirtschaft darniedergeht (trotz hochgehaltenem Euro)

      Und zu den Briten: eine schleichende Abwertung ist noch keine Währungskrise durch spekulative Angriffe. Einen solchen gab es aber vor etwa 15 Jahren gegen das Pfund Sterling, was von den Schreckgespenst-Beschwörern der pro-EU Fraktion immer herangezogen wird.

      Und zu den Träumen von der militärischen Größe, auch wenn Sie diese nicht angesprochen haben: Denken Sie an den Widerstand der Finnen gegen die Sowjetunion 1940, oder was die US-Amis in Afghanistan und Irak mitmachen; und bitte auch daran, dass Blockbildungen Weltkriege begünstigen.

    • werauchimmer
      17. Juli 2011 14:50

      Präzisierung zu @ Phaidros:

      Der russisch-finnische sog. Winterkrieg, in dem sich die Finnen wacker geschlagen haben, begann schon 1939.

    • phaidros
      17. Juli 2011 17:36

      Das Boot, werauchimmer, ist ein Bild der Situation, weder Lösungsvorschlag noch Arbeitsanweisung.

      »Spekulanten - irgendein Mainstream«, schreiben Sie, also nicht ich. Also doch in den Mund gelegt. Warum sollte ich aber etwas argumentieren, das ich nicht geäußert habe? Warum auf Gegenargumente eingehen?

      »Und zu den Träumen von der militärischen Größe, auch wenn Sie diese nicht angesprochen haben: « Gleiche Sache: wie käme ich dazu?

      Es scheint., wir sind diskussionstechnisch inkompatibel.

      Diese quälenden I-Tüpfel-Reitereien mit Zerpflücken und Ablehnung jedes Halbsatzes, ohne auch nur den Versuch zu machen, der Argumentation des Gegenüber zu folgen, kommen mir sehr bekannt vor. Ich wüsste es zu schätzen, träten Sie mit dem Namen auf, mit dem Sie das sonst tun, und versuchten mich nicht, mit einem anderen Nick hinters Licht zu führen.

      Schöne Grüße ins Mühlviertel - stimmt doch, oder?

      BG

    • werauchimmer
      17. Juli 2011 20:06

      @ Phaidros:

      Schön langsam wird mir klar, weshalb Sie bevorzugt in Bildern sprechen, also unkonkret bleiben:

      Offenbar gilt es für Sie als unschicklich, auf Argumente des Pro- oder Anti-EU-Lagers Bezug zu nehmen, solange diese Diskussionspartner nicht zu ihren eigenen gemacht haben.

      Wenn Sie meinen, dann fahren Sie halt fort mit ihren Bildern von sinkenden, aber trotzdem nie zu beladenen Booten, oder mit Ihrem "Derkleschen" auf der (Sturm-?)Leiter mit nur einer Hand (mein Idiom, zugegeben, im Wege der sarkastischen Interpretation) - ich halte das trotzdem nur für einen Inquisitionsprozess geziemend.

      Der Währungsangriff durch Spekulanten ist halt Bestandteil der für und wider Debatte und wenigstens konkret. Wie auch der - zugegebenermaßen von Ihnen vorgebrachte Ausverkauf - von Vermögen.

      Obwohl: Weshalb komme Sie mir mit dem Aufkaufen, obwohl ich damit gar nicht argumentiert habe? Was, bitte, "legen Sie mir da in den Mund" ???? ;-)

    • werauchimmer
      17. Juli 2011 20:09

      ... Wie auch der - zugegebenermaßen von Ihnen vorgebrachte - Ausverkauf von Vermögen.

      ...

    • phaidros
      17. Juli 2011 20:54

      Wir bleiben also bei werauchimmer, ist natürlich auch recht.

      Wie ich schon sagte: offenbar inkompatibel.

      Ich lege Ihnen nichts in den Mund, sondern argumentiere durchaus konkret: der Ausverkauf der heimischen Wirtschaft ist nämlich ein ganz konkretes Argument. Umgekehrt sind mir Käufe im großen Stil, die von westlichen Unternehmen im asiatischen Raum getätigt wurden, nicht bekannt. Sicher jedenfalls keiner Traditionsmarken mehr in den letzten 20 Jahren (wie bspw. Mazda durch Ford). Und dass "wir" asiatische Staatsanleihen in einem Ausmaß besitzen würden, der Schwellenländern Sorge bereiten müsste, davon weiß ich auch nichts. Weder privat, noch staatlich nehmen wir eine erwähnenswerte Gläubigerposition ein. Umgekehrt schon.

      Die Europäische Union sehe ich als ausgesprochen abstraktes Gebilde, daher erachte ich Bilder (sofern sie anwendbar sind!) als wesentlich sprechender. Das »Boot« finde ich (bis zu dem Punkt, wo wir bereits feststellten, dass es nicht mehr anwendbar ist) als ungemein aussagekräftig.

      Sie können das gerne als argumentative Schwäche auslegen. Ich empfinde es nicht so, ich empfinde umgekehrt Detailreiterei wo es um Prinzipielles gehen müsste, als völlig verfehlt, weil den Blick fürs Wesenliche verstellend.

    • werauchimmer
      18. Juli 2011 00:05

      @ Phaidros:

      Die Einheit beschwörende Bilder bringen eine Gemütslage zum Ausdruck, die man teilen kann oder auch nicht. Was dem einen eine Arche Noah, ist dem anderem ein Galeerensklavenboot. Was dem einen ein sicherer Hafen als Währung, ist mir schon längere Zeit als größtes Risiko erschienen.

      Sie mögen daher verstehen, dass ich lieber über Konkretes spreche und darin in die Details gehe. Dem verdanken Sie immerhin auch ein Eingehen auf Ihre tatsächlichen Argumente:

      Man muss in Erschließungsgebieten nichts abkaufen, um Vermögen zu begründen. Dazu bedarf es nur neuer Niederlassungen bzw Industrieanlagen. Da vor 30 Jahren nahezu alles multinationale Industrievermögen in der Hand der sog Ersten Welt war, sind natürlich Akquisitionen in umgekehrter Richtung nicht leicht aufzuspüren. Mir ist aber schon zu Ohren gekommen, dass sowohl die Hypo Alpe Adria wie auch alle anderen österr Großbanken in den neuen EU-Mitgliedstaaten Regionalbanken en masse aufgekauft haben, und damit einhergehend wohl auch (lokale) Industriebeteiligungen und Grundvermögen.

      Ich lege Ihnen nichts in den Mund, sondern argumentiere durchaus konkret: der Ausverkauf ...

      Ich argumentiere ja auch durchaus konkret, trotzdem warfen Sie mir mit der obig angeführten Redewendung eigentlich vor, etwas auf's Tapet gebracht zu haben, dass Sie nicht erwähnt haben. Dass es von Ihnen kommt, habe ich ja nicht behauptet. Demzufolge müsste ich umgekehrt ebenso vorwerfen dürfen, dies oder jenes gar nicht angesprochen zu haben - im Rahmen eines Gedankenspiels!

      Außerdem habe ich Ihre Konkretisierung als etwas Konkretes anerkannt.

      [Die nächsten 12 Stunden gibt's von mir keine weitere Replik.]

  18. brechstange
    16. Juli 2011 09:45

    Das Verfahren gegen die Staatsanwälte wurde noch unter Bandion-Ortner eingeleitet.
    Fest steht auch, dass nach schnellem Abschluss des Verfahrens ein nun untersuchter Staatsanwalt eine Beförderung hinnehmen musste.
    Fest steht auch, dass der Bruder des leitenden Ermittlers, der sich das Leben nahm, ordentlich von der Justiz in die Mangel genommen wurde und sogar wegen eines Laptops in Haft genommen wurde.
    Fest steht auch, dass ein in die Nähe des Dutroux-Falls stehender Prominenter noch immer Ehrenpräsident bei den Bilderbergern ist.

    Leider ist die vermeintliche "Wahrheit" oft ein Kind der Zeit.

  19. Wertkonservativer
    16. Juli 2011 09:29

    etwas o.t., aber aus gegebenem Anlass:

    In wenigen Stunden wird der Kaisersohn Otto bei seinen Vorfahren seine letzte Ruhe finden! Österreich verneigt sich vor einem großen Sohn, einem glühenden Europäer!

    Heute verweist H. Brandstätter im Kurier auf ein Büchlein des Wieser-Verlages
    "Europa weiter erzählen"!
    Dazu bringt er ein Zitat des Sozialisten und vorm. Präsidenten der EU-Kommission, Jaques Delors:
    "
    Europa wird geeint durch eine Art offenen Universalismus, ein bestimmtes Verhältnis zu den großen Fragen von Leben und Tod - ob man nun gläubig ist oder nicht.
    Alles das und die Fähigkeit zur Toleranz, das sind europäische Werte. Sollte die EU scheitern, dann droht dieses Erbe der Menschheit verloren zu gehen.
    "
    Der Kaisersohn und der Sozialist!
    Wollen wir die Ideale und Gesinnungen aus zwei so verschiedenen Richtungen in den Wind schlagen?

    Europa ist mehr als ein Streithansl-Thema!

    (mail to: gerhard@michler.at)

    • brechstange
      16. Juli 2011 09:47

      Ein Unternehmen, das wie Europa geführt würde, wäre in zwei Tagen bankrott. Ein doch kritischer Europa-Befürworter war Otto Habsburg.

    • Wertkonservativer
      16. Juli 2011 10:27

      Es geht mir nicht darum, wie Europa derzeit geführt wird, werte Brechstange!

      Es geht mir um die Dinge dahinter und darüber.

      Die beiden von mir Genannten waren Visionäre eines besseren Europa, als es sich derzeit darstellt.
      Mit europaskeptischen Einstellungen, wie sie hier vielfach kultiviert werden, sind die Visionen und Hoffnungen Ottos wohl nicht realisierbar.
      Keinesfalls sind jedoch die die diversen Kleinstaat-Phantasien und Europa-Rückbildungen ein Zukunftsprojekt.

      Nur gemeinsam, in Freundschaft und Solidarität, kann sich Europa gegen die asiatische Herausforderung und gegen das vereinigte Spekulantentum in Zukunft erfolgreich behaupten! Die Wolkenkuckucksheime des vergangenen Jahrhunderts sind unwiderbringlich perdu !!

    • brechstange
      16. Juli 2011 10:57

      Ein besseres Europa kann nicht funktionieren mit Bürokratie und Überstimmen der Nettozahler und Betrug. Dieses kann nicht gelingen, wenn man alte Hüte als Instrument einsetzt. Diese Ehen enden in Scheidungen mit mehr oder weniger Streit. Das ist die Realität.

      Ein starkes Europa kann nur auf Subsidiarität und Föderalismus basieren, niemals auf Zentralismus. Daran ist bereits das Habsburgerreich gescheitert.

    • phaidros
      16. Juli 2011 11:12

      @wertkonservativer: Keinesfalls sind jedoch die die diversen Kleinstaat-Phantasien und Europa-Rückbildungen ein Zukunftsprojekt. Ja!

      und @brechstange: Ein starkes Europa kann nur auf Subsidiarität und Föderalismus basieren, niemals auf Zentralismus. Daran ist bereits das Habsburgerreich gescheitert. Ja!

      Die EU ist ein leck geschlagener Kahn auf stürmischer See. Trotzdem - und zwar egal, wie mies der Kahn beieinander ist - haben alle bessere Chancen, wenn sie an Bord bleiben, als wenn sie es als Freischwimmer versuchen.

      BG phaidros.vie@gmail.com

    • brechstange
      16. Juli 2011 15:33

      @phaidros

      Nochmals: Wir müssen gute Freischwimmer sein, allesamt. Jeder muss sich selbst helfen können, das ist das beste Prinzip für erfolgreiche Zusammenarbeit. Ich bezweifle, dass die Nettoempfänger ernsthaft im Verbund zu Freischwimmern werden. Sie werden sich weiterhin darauf verlassen, Mittel zu bekommen bzw. ihre Mittel ins Ausland zu schaffen. 41 Mrd. Euro Steuerschulden können nicht eingetrieben werden in Griechenland, der Verschuldungsgrad würde auf 120 % sinken, immer noch zu hoch, doch immerhin. Die griechische Regierung ist Teil dieses schlampigen Systems und die Nettozahler dürfen das bezahlen?

    • phaidros
      16. Juli 2011 16:08

      Ich bezweifle, dass die Nettoempfänger ernsthaft im Verbund zu Freischwimmern werden. Sie werden sich weiterhin darauf verlassen, Mittel zu bekommen bzw. ihre Mittel ins Ausland zu schaffen.

      Und ich bezweifle. dass das auch nur annähernd die Dimension des Problems ist, auf das wir zusteuern. Selbstverständlich gehört es angegangen, selbstverständlich braucht Europa (wie im ursprünglichen Vertrag ja auch festgeschrieben), eigenständige, gesunde, starke Mitglieder.

      Würden wir uns aber jetzt auseinander dividieren (lassen) - und damit ein Signal senden - so wäre in den nächsten 10-20 Jahren nicht mal mehr der kleinste Würstelstand in Österreichischer, keine Pizzabude in italienische und kein Bistro mihr in französicher Hand. Totaler Ausverkauf der europäischen Wirtschaft ohne eine mögliche Gegenwehr, davon bin ich überzeugt.

      Denn - um ins Bild der offenen See zurückzukehren - auch der beste Schwimmer säuft ab, wird er unter Wasser gedrückt. Und das ist, was einzelnen, getrennten Pimperlwirtschaften wie den europäischen passieren würde. Davon bin ich überzeugt.

      BG phaidros.vie@gmail.com

    • brechstange
      16. Juli 2011 19:13

      @phaidros
      Da trennen sich unsere Meinungen, weil ich denke, dass ein Kollektiv nicht funktioniert. Starke Partnerschaften sind die Lösung und nicht ertrinkende Volkswirtschaften, die den Rest mit in die Tiefe ziehen. So bestehen wir im globalen Wettbewerb keinesfalls, davon bin ich überzeugt.

      Eine Zusammenarbeit kann nur gelingen, wenn Geben und Nehmen ausgewogen sind, von 27 Mitgliedern gibt es gerade noch 10 Nettozahler, von denen manche doch stark wanken. Wer übernimmt dann? Gerade dann, ist die Angriffsfläche für feindliche Übernahmen am größten.

    • phaidros
      16. Juli 2011 20:13

      Finde gar nicht, dass unsere Meinungen so sehr auseinandergehen. Starke Partnerschaften starker Partner, das wär's.

      Haben wir aber nun mal nicht, und das lässt sich nicht mit Hau-Ruck herbei hemdsärmeln.

      Was wir statt dessen haben ist die Situation, die wir haben. Und in der ist Ö ist sicher weder stark, geschweige denn groß genug um ausscheren zu können.

      Und was man auch nicht vergessen darf (siehe »Sanktionen«): es gibt ohnehin eine latente Antipathie gegen uns (das kommt m.E. von unserer wehleidigen »Opferrolle« und Trittbrettfahrerei in Sicherheitsfragen).

      Wir hätten also mit keinerlei Sympathie oder Hilfe (in jedweder Frage) mehr zu rechnen, auch unter unseren unmittelbaren Nachbarn nicht, würden wir gehen. Wir wären augenblicklich umringt von, sprechen wir's ruhig aus: Gegnern. Gegnern, die noch dazu untereinander verbündet sind.

      Und ich meine, da hupfen wir nicht rüber: 4 Milliarden Asiaten, 1 Milliarde Afrikaner - so gut kann kein einzelner schwimmen können, um gegen diese Strömung an zu können. Nicht mit einer Bevölkerung von 0,008 Milliarden. Und dann sollen wir noch unsere Nachbarn brüskieren und gegen uns aufbringen? Das halte ich für keine gute Idee.

      BG phaidros.vie@gmail.com

    • phaidros
      16. Juli 2011 20:16

      Nachsatz: Eine Zusammenarbeit kann nur gelingen, wenn Geben und Nehmen ausgewogen sind, von 27 Mitgliedern gibt es gerade noch 10 Nettozahler, von denen manche doch stark wanken

      Da bin ich ja völlig bei Ihnen! Aber die einzige realistische Option ist es meiner Ansicht, den lecken Kahn so gut zu flicken wie's eben geht, und dann ab durch den Sturm damit. Alles andere ist nur Kettengerassel.

      BG phaidros.vie@gmail.com

    • terbuan
      16. Juli 2011 20:33

      brechstange & phaidros
      Ich mische mich nur ungern in Diskussionen ein, aber da ich Euch beide sehr gut kenne und schätze mache ich es ausnahmsweise. Ihr habt beide irgendwie recht.
      Du phaidros suchst den pragmatischen Weg und Du brechstange den gerechten.
      Der läßt sich vorläufig nicht so leicht verwirklichen, ich meine jedoch, dass die Situation eskalieren wird und da haben wir bestimmt auch Freunde.
      Ich nenne nur Deutschland, die Niederlande aber auch Tschechien und Ungarn!
      lG/terbuan

    • brechstange
      16. Juli 2011 21:48

      @terbuan, phaidros

      Das denke ich auch, dass wir nicht alleine dastehen. Die Deutschen streiten ja schon fest vor dem Bundesverfassungsgerichtshof. Ich denke und hoffe, dass die deutsche Bundesregierung in die Pflicht genommen wird.
      So kann es nämlich nicht gehen, dass die Nettozahler nur zahlen dürfen und die Empfänger bestellen.
      Unsere Hausaufgaben müssen wir selbstverständlich alleine tun.

    • byrig
      16. Juli 2011 23:33

      werter w.k.,damit das so wichtige projekt "europa" weiterexistieren kann,muss es massive veränderungen geben,damit die "streithanseln" in der minderheit bleiben.
      jede unterdrückung von irgendwelchen unzufriedenheiten oder anliegen wäre nicht zielführend.
      die derzeitige europäische überbürokratie erzeugt in jedem mitgliedsland ärger und ablehnung.
      europa hat die chance,sich soweit zu arrangieren,dass es gemeinsam nach aussen hin auftreten kann.
      man sollte diese option nicht verspielen,indem man undemokratisch der europäischen bevölkerung dinge diktiert und aufoktruiert,die nicht angenommen werden.
      ein harmloses beispiel wäre die glühbirne.ein schlimmes die akzeptanz ungehemmter immigration.

    • phaidros
      17. Juli 2011 06:05

      Und, brechstange, terbuan, Sie meinen, wir würden auch dann nicht alleine gelassen werden, wenn wir von Bord gingen? Das kann ich nicht glauben. Die Sanktionen z.B. wurden u.a. bei Schröder bestellt, der eifrig aufsprang.

      Nach so einer schallenden, öffentlichen Ohrfeige ins Gesicht aller, die ein Austritt wäre, könnte D sich Hilfe gegenüber den verbleibenden Partnern gar nicht leisten. Die EU könnte sich einzig einvernehmlich auflösen, das würde diplomatisch funktionieren, wird aber nicht passieren.

      Zur EU sehe ich keine Alternative, und ganz sicher ist der Alleingang keine. Ich beurteile die Dinge so wie Sie, byrig, meine aber. dass der erhöhte wirtschaftliche Druck von außen, der zu erwarten ist, diese wünschenswerten Zustände ganz sang- und klanglos wieder herbeiführen wird.

      LG

  20. Cotopaxi
    16. Juli 2011 08:41

    War Fräulein Karl nicht auch ÖAAB-Vorsitzende und wurde schon nach wenigen Monaten durch Mikl-Leitner ersetzt? Wissenschaftsministerin war sie auch nur für kurze Zeit.
    Man sieht ihr die permanente nervliche Anspannung aufgrund Überforderung doch an.
    Ihre Vorgängerin ging, nachdem sie unsanft aus dem Amt gejagt wurde, erst einmal für ein paar Monate in den Krankenstand und ist es vermutlich noch immer.
    Welcher Dienstgeber in der Privatwirtschaft würde sich das bieten lassen.

  21. Samtpfote
    16. Juli 2011 08:25

    Was A.U. verschweigt:

    Die aus dem Balkanteil Österreichs stammenden Staatsanwälte entschlugen sich der Aussage, weil angeblich diese mittels Video dokumentiert werden sollte und die armen Wiener Politjuristen befürchten mussten, dass sodann Kopien bzw. manipulierte Bänder im Internet auftauchen würden.

    In der Privatwirtschaft würde das bedeuten, dass sich nicht nur die Filiale Wien den Weisungen der Zentrale in Innsbruck widersetzt, sondern auch deren Seriosität und Autorität öffentlich anzweifelt. Eine Fristlose wäre kaum zu verhindern.

    Leo Koller: "Man kann gar nicht so viel fressen, wie man ..."

  22. Johann Scheiber
    16. Juli 2011 07:58

    OT: Für den, der begriffen hat, dass durch die Engführung der Wissenschaft auf den reinen Methodenfunktionalismus, durch die totale Vernutzung und Instrumentalisierung der einst ehrwürdigen Forschung, der Mensch im Begriffe ist den Boden unter den Füßen zu verlieren, für den sind die Ergebnisse die der deutsche Forscher Klaus Volkamer vorträgt wahrscheinlich von zukunftseröffnender Perspektive. Es geht darum, das feinstoffliche Wissen der Völker ,Zeiten und Kulturen durch eine einfache quantitative Methode neu zu erschließen. Basis der Innovation ist, wie in aller großen Naturwissenschaft, so auch hier, die Philosophie.
    Wer genau hinhört, wird erkennen, dass Volkamer weit davon entfernt ist in diesem Materialismus hängen zu bleiben, auch wenn er ein unendlich feinerer ist, als der grobe Materialismus der uns heute üblicherweise als Glaube dargeboten wird.

    Für die Szientisten ist dies natürlich ein Vodooh-Thriller!

    http://www.alpenparlament.tv/playlist/436-kann-man-seelen-wiegen

    http://www.youtube.com/watch?v=84KIBNm1bnc&feature=relmfu
    Sehr interessant auch die restlichen Vorträge auf dem DGEIM Symposion

    • HJR
      16. Juli 2011 11:40

      Vor einiger Zeit machte eine Nachricht Furore, dass ein Amerikaner (?) das "Gewicht der Seele" festgestellt haben wollte. Es beträgt nach dessen Angaben ca. 20g.

      Die "Feinstofflichkeit" ist möglicherweise (oder sogar ziemlich bestimmt) der neue Name eines "alten Hutes", den jemand wieder in Form bringen möchte. Wahrscheinlich war auch der "Äther" der Physik, der vor noch nicht langer Zeit der "Antimaterie" und neuerdings der "dunklen Materie" weichen musste, ein Abkömmling dieses alten (und deswegen keineswegs "falschen") Begriffes.

      Leider vermag der Logos damit aber (noch) nichts anzufangen. Und daher mit Wittgenstein: "Worüber man nicht reden kann, davon muss schweigen.

      [mailto: horst.rathbauer@gmx.at]

    • werauchimmer
      16. Juli 2011 23:58

      @ HJR - zum Wittgenstein-Zitat:

      Dann dürfte man aber auch nicht über Fragen reden, solange es keine Antworten gibt (- das Staunen, die subjektive Sinnsuche, die Ergriffenheit/Faszination ...).

      Und weshalb man über Hypothesen, also Erklärungsansätze, im naturwissenschaftlichen Bereich reden dürfen sollte, über das Pendant in der Metaphysik, die sog. metaphysische Spekulation bzw den Glauben oder auch die subjektivistische Philosophie mit ihrer Metalogik, aber nicht - das widerspricht geradezu der Logik.

      Dieser Widerspruch gründet im Diktat des aufklärerischen Denkens, dass alles materiell-mechanistisch zu erklären sein müsste. - Ein Glaube der eigenen Art, mit einer Tradition voller Irrtümer, die freilich auch als fortlaufend verfeinerte Wirklichkeitsmodelle ausgegeben werden können.

      Wir wissen etwa nichts über die konkrete Wirkweise der Instinkte, die einen Vogel ein Nest bauen lassen. Und ist dies wirklich genetisch gesteuert, dann wollen unsere Wissenschafter jedenfall nicht wissen, was das über den Mensch zu sagen hat - nur ein Beispiel.

  23. Cotopaxi
    16. Juli 2011 07:56

    Zum Thema Karl passend, wonach die Personalreserve der Schwarzen auch nicht reichhaltiger besser als die der Blauen ist:

    http://diepresse.com/home/kultur/medien/678518/OeVP-und-SPOe-verhandeln-ueber-ORFPosten?from=gl.home_kultur

  24. Josef Maierhofer
    16. Juli 2011 07:43

    Meine Theorie.

    Kampusch wurde eingeschüchtert und hat vermutlich gelogen. Da sie vermutlich gelogen hat, wird sie vermutlich in diesen Skandal hineingezogen und reges Interesse haben an der Eintäter-Theorie.

    Der Skandal, mehrere 'hochrangige' Täter aus Justizkreisen haben sich da 'delektiert' und gütlich getan und haben den Schutz der Staatsanwaltschaft, die da involviert scheint, liegt irgendwie nahe.

    Ich halte das für so etwas wie damals der Lucona Skandal, wo auch alle geahnt bis gewusst haben, was dahinterstand, bloß der Nachweis gegen die Täter wurde von einer Parteijustiz massivst behindert. Da sind wenigstens ein paar verantwortliche Politiker ins Häfen gegangen, obwohl ihnen mehr gebührt hätte, als die letzlich jeweils '1 Jahr' tatsächlich abgesessener Strafen, als dann Udo Proksch aus Heimweh wieder in Wien Schwechat aufgetaucht ist. Mit 240 000 000,- ATS war das damls der teuerste Prozess in Österreich und man wurde fündig, sogar bei Expolitikern.

    Solange im Kampusch Skandal nicht einer der weiteren Täter wirklich im Netz zappelt, wird man nicht einmal den auffälligen Staatsanwälten irgendwas nachweisen können, obwohl das für mich massive Behinderung der Justiz bedeutet und bestraft werden müsste in meinem laienhaften Rechtsverständnis. Stellen Sie sich vor, Sie als Otto Normalbürger würden sich so justizbehindernd aufführen, Sie wären schon längst in Steinhof in der 'Klapsmühle' zum Tode verurteilt.

    Das Weisungsrecht des Justizministers kann dann eingesetzt werden, wenn der Justizminister, Frau Karl, imstande ist, die Sache zu überblicken und nach den rechtlichen Grundsätzen dieses richtig einsetzen kann. Ich fürchte aber, daß sie genauso ein blauäugiges 'Christkindl' ist, wie ihre Vorgängerin das gezeigt hat im BAWAG Prozess, und nicht imstande ist, die Abgründe menschlichen Versagens in der Staatsanwaltschaft zu erfassen.

  25. Observer
    16. Juli 2011 06:08

    Mit dem neuen Strafprozessreformgesetz (gültig ab 1.1.2008) sind die zwar unbestechlichen, aber nicht unabhängigen Staatsanwälte sowie die Polizei für alle Untersuchungen verantwortlich. Man hat damit die langjährige Einführung des unabhängigen Untersuchungsrichters mit der Begründung abgeschafft, dass die Hauptlast der Ermittlungen ohnedies immer bei der Polizeit lag. Letzere hatte aber eigentlich gar keine gesetzlichen Grundlagen dafür.
    Es stellt sich nun aber heraus, dass dieser Kompromiss eigentlich ein Rückschritt dastellt, denn damit hat die Staatsanwaltschaft zu viel Macht und die Unabhängigkeit ist in dieser Phase nicht mehr gegeben.

  26. Wertkonservativer
    16. Juli 2011 05:07

    Beileibe nicht mit allem einverstanden, was Frau Karl tat und tut, muss ich aber doch einräumen, dass sie Mut und eine gewisse Standfestigkeit hat.

    Das ist schon mehr, als man anderen Regierungsmitgliedern nachsagen kann!

    • Alexander Renneberg
      16. Juli 2011 08:28

      aha, und wo genau hat frau karl bisher mut bewiesen?

      vielleicht, dass sie den sozialisten bei der gesamtschule das wort geredet hat?

      das ist als övplerin tatsächlich mutig.

    • Wertkonservativer
      16. Juli 2011 09:12

      Hätte mich ja gewundert, wenn Renneberg dazu nicht ein Gschichtl wüsste!

      Sie hat immerhin Mut bewiesen, auch gegen gewissene eingefahrene Denkweisen und Vorurteile IHRE Meinung zu vertreten: das ist schon mehr, als .... (siehe oben)!

    • Alexander Renneberg
      16. Juli 2011 09:18

      nun ich würde von fakten sprechen wertekonsernaiver, nicht von gschichtl.

      gschichtl, wertekonservativer, ist das was sie täglich posten.

      kommen wir zu meiner frage, deren beantwortung sich durch sie stellt, zurück:

      wo und wann genau hat frau karl mut bewiesen?

    • HJR
      16. Juli 2011 11:46

      Werter Wertkonservativer,

      ich habe Ihr Eintreten für OvH (hier irgendwo) expressis verbis und respektvoll gewürdigt. Aber Ihr Eintreten für die nachweisliche Blindniete Karl vermag ich nun wirklich nicht mehr nachzuvollziehen.

      Respektvollst
      [mailto: horst.rathbauer@gmx.at]

    • Wertkonservativer
      16. Juli 2011 12:35

      Hier einen Vergleich vorzunehmen, lieber HJR,
      halte ich für abenteuerlich und völlig unangemessen!

      Hier eine imperiale Gestalt, da eine steirische Dame mit einiger Grund-Intelligenz und wenig Charisma: dieser Vergleich verbietet sich schon aus Gründen intellektueller Hygiene, und war von mir wirklich nicht beabsichtigt!

      Bitte um Gerechtigkeit!

      (mail to: gerhard@michler.at)

    • byrig
      16. Juli 2011 23:43

      der versuch,diese steirerin karl zu verteidigen,muss scheitern.
      insofern entlastung für den w.k.

  27. RR Prof. Reinhard Horner
    16. Juli 2011 02:58

    reinhard.horner@chello.at

    Die Weisungsbevollmächtigung des Justizministers ist also doch von Bedeutung.

  28. byrig
    16. Juli 2011 01:57

    als laie sieht man sich durch a.u.`s blog fast in einen grisham-krimi versetzt.
    auch der verdacht,dass unsere justiz sehr reformbedürftig ist,wird durch diesen bericht nicht gerade entkräftet.
    aber geradezu erschütternd ist,dass auch die sogenannte 4. gewalt,die medien,nicht ausführlich darüber berichten und diesen offenbaren skandal thematisieren.
    eben ausser dr.unterberger.
    einen hans pretterebner gibt es leider aktiv nicht mehr.
    an die derzeitige justizministerin würde ich keine allzu grossen hoffnungen knüpfen.die ist in ihrem steirertum zu sehr befangen,noch dazu,wo es derzeit zwischen voves und seinem stellvertreter so gut läuft,und diese karl ganz offensichtlich ihre direktiven laufend aus graz bekommt.
    umso mehr ist a.u. für diese enthüllungen zu danken.

    • Wertkonservativer
      16. Juli 2011 06:21

      Schauen Sie, werter @byrig,

      jetzt sind Sie anscheinend auch schon im Visier der Halbsternderl-Partie!

      Nehmen wir's gelassen und bleiben wir so, wie wir eben sind!

    • HJR
      16. Juli 2011 12:05

      Ich habe von Grisham zwei oder drei Sachen gelesen und denke, er wird hier auf ein Podest gehoben, das ihm nicht zukommt. Viel treffender wäre meiner Meinung nach Kafka gewesen.

      Aber nicht nur die 4. Gewalt hat hierzulande ihren Absturz zu vermelden (der in Relation vielleicht an den Fall "Murdoch" heranreicht). Auch die Justiz steht am Abgrund und es ist nur noch ein kleiner Schritt vonnöten. Und ob die Legislative und die Exekutive mit ihrer heil- und beispsiellosen Vermischung von (exekutivem) Amt und (legislativem) Mandat noch das Recht in Anspruch nehmen dürfen, vom Prinzip der "Gewaltenteilung" zu reden, halte ich für höchst bezweifelbar.

      Und um hier nicht endlose Aufzählungen zu verfallen, stelle ich nur mehr die Frage: Was funktioniert bei uns eigentlich noch so, wie es soll?

      [mailto: horst.rathbauer@gmx.at]

    • byrig
      16. Juli 2011 23:48

      werter w.k.,ich habe keine halbsternderl bekommen.
      und wenn,wär`s mir völlig egal.ich schreibe hier,wenns mir ein anliegen ist,kann oft nicht,weil ich dienst habe,lese viel,ohne zu antworten.
      aber ich kann zumindest meine meinung artikulieren,und die sternderl sind mir ziemlich wurst.
      das dürfte allerdings nicht allen so gehen.

  29. libertus
    16. Juli 2011 01:21

    Wenn uns hier nicht "Kommissar Zufall" noch einen Knalleffekt beschert, wird auch bei der Untersuchung in Innsbruck nichts Handfestes herauskommen.

    Denn ein aufgedeckter Skandal hätte noch verheerendere Folgen bei dem sowieso schon angeschlagenen Image unserer Justiz, als ein vertuschter.

    Da bleiben die "Krähen" lieber unter sich, fügen sich brav in die "Hackordnung" (= auch für die Karriere dienlicher !) und allen Beteiligten ist Genüge getan.

    Von der "Oberkrähe" Frau Beatrix Karl muß man sich erst recht nichts erwarten, weil sie schon als Wissenschaftsministerin eine Versagernummer darstellte, was soll sie da im noch heikleren Justizressort Großartiges bewirken?

    Und offensichtlich ist auch das Opfer selbst - Frau Kampusch - nicht an einer restlosen Aufklärung interessiert. Warum? Ob das jemals zu eruieren sein wird?

    So kann man diesen Fall nur mit einem berühmten Zitat schließen:
    "Und so sehen wir betroffen / den Vorhang zu und alle Fragen offen.“!





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