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Europa beschädigt sich selbst – und nicht die Rating-Agenturen

Der Europäische Rat am Wochenende ist ohne sonderliche Entscheidungen zu Ende gegangen. Die neuerliche Griechenland-Hilfe ist zwar wieder ein Stück näher gerückt, aber die konkrete Schmutzarbeit für diese Geldverbrennungsaktion müssen noch die Finanzminister erledigen – und das griechische Parlament. Dazu waren sich die Regierungschefs zu gut. Im Schatten des Gipfels ist die EU aber an einer scheinbar anderen Front in einen weiteren überflüssigen Krieg gezogen, den sie aber am Ende ebensowenig gewinnen kann wie den Kampf um eine schmerzfreie Sanierung Griechenlands.

Sie hat nämlich den Rating-Agenturen den Fehdehandschuh hingeworfen. Das ist fast ein rührendes Unterfangen, wären die Folgen nicht so katastrophal.

Zugeben muss man freilich, dass die von den europäischen Spin-Doctoren dazu verbreitete Story gut klingt: Die bösen amerikanischen Agenturen schaden bewusst Europa, indem sie europäische Schulden als zunehmend wacklig bewerten. Wären nicht diese Agenturen, bekämen die Griechen viel billiger Geld geliehen und Europa hätte keine Sorgen. Daher müsse jetzt an die Stelle der drei Amerikaner eine europäische Agentur treten.

Soweit die europäische Märchenstunde.

Das einzige, was wahr daran ist: Die Agenturen sind vor der Finanzkrise tatsächlich ziemlich falsch gelegen. Sie haben Schuldnern, die kurz darauf – der Insolvenz nahe – teuer gerettet werden mussten, zu gute Noten gegeben. Dafür wurden sie zu Recht viel gescholten. Sie waren auch lange in Sachen Griechenland &Co viel zu optimistisch, weil auch sie den Euro ein wenig für eine Wunderdroge hielten, die jedes Problem wegspült.

Angesichts dieser bösen Erfahrungen schauen sich die nervös gewordenen Agenturen nun umso genauer und kritischer alle Großschuldner an. Das hat vielen Schuldnern Probleme mit ihren Ratings verschafft.

Ein Rating ist nichts anderes als eine subjektive Schätzung von Experten, wie kreditwürdig jemand ist, also wie wahrscheinlich es ist, dass ein Gläubiger sein Geld samt allen Zinsen voll und pünktlich zurückbekommt. Da es dabei immer um die Zukunft geht, werden Irrtümer stets möglich sein. Man muss aber schon mehr als blind sein, um zu glauben, dass Europas und Griechenlands Probleme von den Agenturen verursacht und nicht selbstverschuldet sind.

Inzwischen schauen sich nämlich alle Geldverleiher auch selbst sehr genau und ständig die volkswirtschaftlichen Daten jedes einzelnen Landes an. Das Ergebnis dieser Kontrolle ist etwa im Falle Griechenlands eindeutig: Staatsverschuldung wie die Höhe der Defizite machen es total unwahrscheinlich, dass die Griechen ihre Schulden jemals voll begleichen können. Dass also jetzt nichts anderes als Konkursverschleppung passiert. Das wissen die Geldverleiher und Analysten von Banken oder Versicherungen selbst genauso wie die Agenturen.

Es ist nur ein weiterer selbstbeschädigender Akt der EU, wenn sie dennoch anstelle mutiger Gewissenserforschung und Ehrlichkeit jetzt den Spiegel attackiert, der halt ein sehr hässliches Bild von der Stabilität vieler Staaten zeigt. Das macht primär die EU unglaubwürdig, und nicht die Agenturen.

Denn es gibt keinen einzigen Beweis, dass die Agenturen aus bösem Willen oder gar mit krimineller Energie falsche Gutachten erstellt hätten. Sonst hätte man die Verantwortlichen längst anklagen können. Die Agenturen waren nur lange viel zu gutgläubig gewesen. Sie hatten Euro-Staaten irrtümlicherweise zu lange für unsinkbare Schiffe gehalten.

Die drei dominierenden Rating-Agenturen sind jedoch keineswegs amerikanische Agenten, wie nun oft behauptet wird. Das zeigt sich daran, dass eine von ihnen eigentlich britisch ist. Das zeigt sich besonders an der Tatsache, dass sie neuerdings auch eine Verschlechterung des US-amerikanischen Ratings ankündigen. Was in Washington logischerweise wenig Begeisterung auslöst, aber in der Sache genauso legitim ist wie die schlechten Noten für Athen.

Natürlich spricht nichts dagegen, dass an die Seite der großen Drei auch eine europäische Rating-Agentur tritt. Nur: Der Aufbau einer solchen Agentur braucht erstens viele Jahre, hilft also in der akuten Krise gar nichts. Und zweitens braucht jede Bewertungs-Agentur viererlei: Vertrauen, Vertrauen, Vertrauen und viel Knowhow.

Ist schon das Knowhow schwierig zu erwerben, so ist es angesichts dieser Vorgeschichte für eine europäische Agentur fast unmöglich, Vertrauen zu bekommen. Die Vorgänge der letzten Tage lassen nur noch Narren eine solche Neuschöpfung für glaubwürdig halten.

Wer bitte soll sonst einer neuen Agentur Glauben schenken, die auf massiven Wunsch von Regierungen und EU-Behörden geschaffen wird? Wer soll einer Agentur glauben, die von den zu Bewertenden selbst initiiert worden ist? Was heißt es, wenn sich ein deutsches Bundesland sogar direkt an der Europa-Agentur beteiligen soll? Wer wird auf Grund solcher Ratschläge sein Geld leichtfertig investieren? Ja, noch viel stärker: Muss nicht jeder vor dem Strafrichter landen, der auf Grund solcher Ratschläge fremdes Geld verborgt?

Kleiner Einschub: Der Wunsch, dass sich die Kritisierten selbst die Zensuren schreiben oder dass sie diese zumindest beeinflussen können, ist weit verbreitet. Das ist bei Schülern wie bei Angeklagten der Fall. Das gibt es ebenso in der Kulturwelt. So hat das Wiener Staatsopernballett vor Jahren eine von mir geleitete Zeitung wegen schlechter Rezensionen sogar geklagt. Es ist damit natürlich fürchterlich eingegangen. Aber selbst wenn die Richter der Klage Recht gegeben hätten, werden Kritiken, die den Wünschen der Kritisierten entsprechen, seltsamerweise von den Lesern wenig geschätzt. Und die sind für eine Zeitung noch wichtiger als ein Richter. Zumindest waren sie das in der Vergangenheit. Neuerdings sind ja dort die Inserenten und „Kooperationspartner“ viel wichtiger, die sich mit genügend Bargeld sehr freundliche Berichte über ihre Veranstaltungen kaufen können. Oder über ihre Firmen. Oder ihre Partei.

Der primäre Adressat von Urteilen der Rating-Agenturen sind die Geldanleger. Sobald diese auch nur den kleinsten Verdacht hegen, dass ein Ratgeber vom Objekt der Beurteilung beeinflusst oder gar abhängig ist, werden professionelle Anleger keine Sekunde mehr auf dessen Einschätzungen hören.

Daran ändert das Wissen nichts, dass jede Agentur notgedrungen nur fehlerhaft arbeitet. Denn über die Zukunft kann eben nicht Exaktes gesagt werden. Aber solange die drei Agenturen von den Anlegern als unabhängig eingeschätzt werden, wird ihnen mehr Vertrauen entgegengebracht als einer europäischen. Daher kann sich Europa das Geld für eine eigene Agentur gleich ersparen.

Das Image der noch gar nicht geborenen Euro-Agentur ist nämlich schon vor ihrer Geburtsstunde extrem schlecht. Haben sich doch die EU-Europäer sogar zu massiven Drohungen gegen die etablierten Agenturen verstiegen. Den Agenturen wurde der Entzug der Lizenz in Aussicht gestellt, wenn sie sich nicht den EU-Spielregeln unterwerfen. Diese Drohungen waren ein weiterer katastrophaler Fehler der EU.

Diese Drohungen werden chinesische, indische und andere neureiche Asiaten, aber auch amerikanische Pensionsfonds sowie Schweizer Lebensversicherungen dreimal nachdenken lassen, bevor sie irgendwem in Europa wieder Geld leihen. Die Genannten haben zwar alle viel Geld zu investieren, sie sind deswegen aber nicht schwachsinnig. Selbst die europäischen Sparer werden um EU-Staatsanleihen einen immer weiteren Bogen machen, wenn es keine Gutachten unabhängiger Agenturen über diese Papiere mehr geben darf, sondern nur noch die aus dem europäischen Eigenbau.

Die Rating-Agenturen haben einfach recht mit ihrem Urteil über Griechenland. Sie haben auch recht mit ihrem Urteil über den Druck der EU-Regierungen, welche die Banken neuerdings zwingen wollen, „freiwillig“ die Kreditlinien für Griechenland über den vereinbarten Zeitpunkt hinaus zu verlängern. Die EU-Regierungen begreifen in ihrer Verzweiflung nicht, dass „freiwillig“ anderswo wirklich noch als „freiwillig“ verstanden wird. Und dass von Regierungen angeordnete Freiwilligkeit anderswo als Zwang verstanden wird. Nur weil Faymann, Fekter &Co jetzt dauern von Freiwilligkeit reden, wird dennoch niemand freiwillig Geld spenden.

Die Linie der Rating-Agenturen ist klar: Wenn geschuldetes Geld nicht zum vereinbarten Datum zurückgezahlt wird, ist das ein Zahlungsausfall. Denn kein Gläubiger verzichtet normalerweise freiwillig auf sein Recht – es sei denn, er ist unter Druck, oder er bekommt eine andersgeartete Gegenleistung. Aber die Banken wissen genau: In der nächsten großen Wirtschaftsturbulenz – einige Monate oder Jahre später – werden sie für das, was die Regierungen jetzt von ihnen wollen, von denselben Regierungen wieder Spekulanten genannt werden.

Natürlich ist klar, dass ein solcher Zahlungsausfall Griechenlands Folgewirkungen hat. Sehr unangenehme sogar. Alle Banken, die griechische Papiere in nennenswertem Umfang besitzen, werden schlagartig selbst an Kreditwürdigkeit verlieren, das gilt insbesondere für die Europäische Zentralbank. Aber auch alle anderen europäischen Staaten werden ab dann von internationalen Geldverleihern sehr kritisch beäugt werden; denn jetzt weiß der internationale Markt, dass ein Euro-Land sehr wohl eingehen kann. Kreditausfallsversicherungen werden schlagend, was auch für manche Versicherungen lebensgefährlich ist. Was weitere Dominosteine umfallen lassen wird.

Das alles passiert aber erst recht dann, wenn die EU die drei großen Agenturen aus Europa hinauswerfen sollte. Dann handelt sie genauso wie Diktatoren, die internationale Wahlbeobachter hinauswerfen, um nur ja keine Zeugen ihrer Wahlmanipulationen im Land zu haben.

Faktum ist: Europa verschlechtert durch seine schweren Fehler seine eigene Kreditwürdigkeit massiv. Das wird bei den nächsten Jahren wohl auch alle Regierungen hinwegfegen, die da mittun.

Ich schreibe regelmäßig Beiträge für das neue unabhängige Internet-Portal eu-infothek.com.

 

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorKarl Rinnhofer
    12x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juni 2011 04:25

    Schöne neue Welt der angestrebten Selbstdeklaration der Kreditwürdigkeit – und doch unheimlich, nach welchen Analogiegesetzen sich flächendeckender kollektiver Selbstbetrug als letztes Rückzugsgefecht ineffizienter, nicht mehr konkurrenzfähiger Spaß- und Anspruchsgesellschaft bewegt: „Der Spiegel ist schuld!“ lautet die selbstentlastende Analyse des/der selbstverschuldet Hässlichen. Welch Gottesgeschenk: „Es gibt gewöhnliche Lügen, gemeine Lügen - und Statistik“

    Ein paar Beispiele gefällig?
    Man lagere Bereiche aus, wenn Staatsschulden explodieren – und schon stimmt das Erscheinungsbild.
    Man parke Jugendliche, wenn Arbeitslosenzahlen explodieren, in ihren wertvollsten Jahren jahrzehntelang in für sie unangemessenen (höheren bis universitären) Bildungswegen und lagere Erwerbsfähige in Schulungen oder Frühpensionen aus – und schon stimmt das Erscheinungsbild.
    Man strukturiere Beweisumkehr, wenn die Natur individuellen Begabungen Grenzen setzt, die Ideologie das aber nicht vorsieht und alle unter das Postulat stellt, in gleicher Weise „begab-bar“ zu sein, und kehre semantisch betrügend „Lernerfolg“ zu „Unterrichtserfolg“ um, weise so der Schule samt ihren Lehrern Alleinschuld an bedenklichen („Unterrichts“)-Ergebnissen zu – und schon stimmt das Erscheinungsbild.
    Man verwehre sich konsequent gegen jede externe Evaluierung (personell, räumlich und funktionell) und tabuisiere perpetuierend die an sich unvereinbare Personalunion von Lehrendem und Ausstellendem berechtigungsrelevanter Atteste, sichere so die Selbstdeklaration von „Unterrichtserfolgen“ - und schon stimmt das Erscheinungsbild.
    Man bevorzuge Lehrer, die in bemerkenswerter Interpretation ihres Rollenbildes (End-) Prüfungen eher als regiemäßig geplante Showveranstaltungen inszenieren denn als unspektakuläre Leistungskontrolle – und schon stimmt das Erscheinungsbild.
    Man stigmatisiere Lehrer, die mangels Schülerleistung (an sich gesetzeskonform) Berechtigungen verwehren (müssten), als Schädlinge ihrer Dienststelle, obsolet gewordene „Retter des Abendlandes“ und faschistoid-autokratische Leistungsfanatiker – und schon stimmt das Erscheinungsbild.
    Man stelle sich (zunächst) P.I.S.A und vergleichbaren, nicht relativierbaren externen Prüfinstanzen des Kenntnisstandes unserer Schüler, relativiere ernüchternde Ergebnisse in der Folge nach Belieben – handle es sich doch nur um eine Ausgeburt prüfungstechnischer Insuffizienz – zumal „abfragbares Wissen“ ohnedies obsolet sei - und ziehe daraus zwar kontraproduktive, aber ideologiekompatible Konsequenzen - und schon stimmt das Erscheinungsbild.
    Man schaffe Durchfallen oder begründetes Zuweisen adäquater Ausbildungswege ab, indem man die Auswirkung negativer Zensuren aus dem Verkehr ziehe und so alle in guter, sozialeudämonistischer Manier zu „Aufsteigern“ macht– und schon stimmt das Erscheinungsbild.
    Man wähle Fächer ab, die auf dem Wege zur verbrieften Studierfähigkeit durch ihre Anstrengungserfordernisse stören, und ersetze sie durch anspruchslosere – und schon stimmt das Erscheinungsbild.
    Man ersetze nach der Erkenntnis, als „Trotz-mehrfach-Nicht genügend-Aufgestiegener“ bei Nachhol - Modulprüfungen zum dritten Mal gescheitert zu sein, den Prüfer durch einen genehmeren nach freier Wahl (wie ausdrücklich vorgesehen) – und schon stimmt das Escheinungsbild.
    Man benenne nach Kritik am wenig zeitgemäßem Beförderungsstandard staatlicher Bahnen Züge mit klingenden englischen Namen, fokussiere alle Ressourcen auf deren Optik statt Funktion und baue prächtig anzusehende Bahnhofsgebäude sonder Zahl (77 in der Steiermark) - und schon stimmt das Erscheinungsbild.
    Man erhöhe nach Kritik an notorischer Unpünktlichkeit von Zügen – u.a., weil für Unspektakuläres wie dem Sanieren jahr(zehnt)elanger Langsamfahrstellen die Mittel fehlen - die „Fahrzeitreserven“ in die Dimension der Dampflokzeit – und schon stimmt das Erscheinungsbild.
    Man gebe nach der Feststellung zunehmend bedrohlicher Erwerbsunfähigkeit großer Bevölkerungsteile infolge Leistungs-, Verantwortungs- und Fortbildungsresistenz allen unabhängig von ihrer eingebrachten Leistung umverteilende Mittel zur „Konsumkraftharmonisierung“ im Namen der „sozialen Gerechtigkeit – und schon stimmt das Erscheinungsbild.
    Man finanziere Nicht-Erarbeitetes mit virtuellen Mitteln aus beschworenem Wirtschaftswachstum und aus Kassen nachfolgender Generationen – und schon stimmt das Erscheinungsbild.

    Am Ende steht sie da – die prächtige Welt der potemkinsche Fassadendörfer – wer fragt schon nach dem „Dahinter?“

  2. Ausgezeichneter Kommentatorlibertus
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juni 2011 00:56

    Wenn das so weitergeht, dann wird noch jede Regierung ihre eigene Ratingagentur für das jeweilige Land gründen, die dann ihrem Auftraggeber eine excellente Bonität ausstellt.

    Sollte Europa nach diesem "fauxpas" tatsächlich eine eigene Ratingagentur ins Leben rufen, müßte diese verpflichtet werden, für ihre Bewertung auch zu haften, sonst macht das wenig Sinn - zur Not gibt es halt den sattsam bekannten "haircut", falls etwas schief geht! *g*

    Und was den Aufruf zum freiwilligen Beitrag der Banken betrifft, handelt es sich augenscheinlich um einen Verzweiflungsakt und hat ungefähr die gleiche Wirkung, wie wenn ein Finanzminister, dem die Staatsschulden über den Kopf wachsen, die Bevölkerung ersucht, sie möge freiwillig mehr Steuern zahlen.

    Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube..................!

  3. Ausgezeichneter Kommentatorbrechstange
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juni 2011 01:42

    Die unabhängige EZB ist nicht mehr unabhängig. Sie hat den Banken Schrottpapiere abgekauft, sollte das Rating auf D gehen, heißt das, dass die EZB wohl auf Steuerzahlers Kosten insolvent ist.

    Hat nicht Honecker einen Tag vor dem Fall gesagt: Der Sozialismus schlägt den Kapitalismus oder so ähnlich.

    Ist eine "interne" Ratingagentur das einzige Placebo, das die jetzigen Eliten noch haben?

    Muss man immer den Überbringer schlechter Nachrichten erwürgen? Hat man aus der Geschichte nichts gelernt, dass nämlich genau diese Regimes, die das notwendig hatten, in den letzten Atemzügen lagen?

    Axel Weber und Horst Köhler waren offenbar die einzig gescheiten und charaktervollen Herren, weil sie dieses teuflische, in den Untergang führende Spiel nicht mehr mitspielten. Es wäre gut, würde mancher freiwillig und vorausschauend seinen Sessel räumen. Doch die kann man wahrlich an den Händen abzählen.

  4. Ausgezeichneter KommentatorCelian
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juni 2011 13:26

    Diese Woche ist die „Woche der Angst“! Möglicherweise geht die Abstimmung im griechischen Parlament morgen/übermorgen in die Hosen. Was dann?

    Der gewiefte Politiker baut nun vor. Sollte die Euro-Rettung schief gehen, sind die Rating Agenturen schuld. Ein Politikerlein gibt immer irgendwelchen Sündenböcken die Schuld. Das ist er so gewohnt, das ist seine Natur. Mal sinds die Sparer, die als Spekulanten denunziert werden. Dann wieder die Rating-Agenturen. Dann wieder die Banken, die Gierigen.

    Eines ist gewiß: die zentralistische Politik mit ihren immer ärgeren Eingriffen in die Finanzmärkte, die das Finanz-Karussell überhaupt erst in Schwung gebracht hat. Nein, die ist nicht schuld. Niemals.

  5. Ausgezeichneter KommentatorWolfgang Bauer
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juni 2011 12:18

    Auch eine Europäische Ratingagentur wird nicht darum herumkommen, auch die sogenannten "besseren" Länder Europas herunterzustufen, da wir ja jetzt in der Situation der kommunizierenden Gefäße sind.

    Dann wachsen z.B. die österreichischen Staatszinsen um 50% an, bedeutet statt derzeit 10 Mrd. 15 Mrd. Euro. Per anno! Das sind bei bestem Wirtschaftswachstum - auf das derzeit unsere neue Finanzministerin in bewährter Gewohnheitspolitik setzt - rund ein Fünftel der Staatseinnahmen.

    Die Hochschulen wollen ein Fünfzigstel dieses Betrages - und bekommen ihn nicht. Wer verklagt die Gewohnheitspolitiker endlich? Wegen Verbrechens an Ungeborenen?

    PS: O-Ton Josef Cap auf Puls 4 gestern: "Die Ratingagenturen sind ja amerikanische Privatfirmen, das ist ja ein Wahnsinn das Ganze!"

  6. Ausgezeichneter KommentatorObserver
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juni 2011 08:09

    Für alle, die die immer noch Ratingagenturen und die Arbeit von Banken und Hedgefondsmanager als sauber betrachten, sei das Buch "Finanzmafia" der obersten EU-Korruptionsjägers (im Europäischen Amt der Betrugsbekämpfung OLAF) Wolfgang Hetzer als Urlaubslektüre empfohlen. Wenn man dort z.B. die Geschichte des 2009 verhafteten Fondsmanager Raj Rajaratman und seine Helfer von anderen Gesellschaften liest, dann sind die italienische und russische Mafia nur Spielwiesen wie im Kindergarten.
    Die von manchen Leuten viel gelobten drei bekanntesten Ratingagenturen (es gibt noch andere!) entwickeln u.a. im Auftrag mancher Grossbanken sog. "strukturierte Produkte", werden dafür bezahlt und stellen etwas später - natürlich wieder gegen Bezahlung dieser Banken - ausgezeichnete Ratings aus. Wo ist da eine Unabhängigkeit gegeben?
    Sicher ist, dass die Griechen viele Jahre lang über deren Verhältnisse gelebt haben, aber auch da hatten die Ratingagenturen folgenschwere falsche Auskünfte gegeben.

    Wer bei weltweiten Finanzkrisen immer noch an die Unabhängigkeit der Ratingagenturen und die Unschuld von Banken und Finanzinstitutionen sowie ausreichend vorhandene internationale Regeln glaubt, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen.

  7. Ausgezeichneter KommentatorWertkonservativer
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juni 2011 06:33

    Zu den am Finanz-Durcheinander sicher zumindest mitschuldigen Rating-Agenturen will ich gar nichts mehr sagen: das tun A.U. und etliche andere hier viel kompetenter.

    Was mich jedoch viel mehr beschäftigt, ist der Umstand, dass unsere Welt heute von unsicht- und unfassbaren Geldmächten gegängelt und geleitet wird, die - gleich unheimlichen und vielgliedrigen Kraken - Völker und Menschen mit ihren unermesslichen Finanz-Ressourcen wie Bauern am Schachbrett ganz in ihrem Sinne hin- und herschieben, und - wenn es ihnen passt, auch vom Brett werfen.

    Das sind heute die wahren Weltherrscher (nur China wird sich da zukünftig vielleicht ein wenig wehren können), und niemand kann sie stellen oder fassen!

    Noch kurz - zur Erholung - wieder in überschaubarere Gefilde:

    Nach eingehendem Studium des Morgenblattes (Namen nenne ich keine mehr, man weiß, was ich frühmorgens lese):

    1) Ein Lob den Dino-Schlachtrössern Khol und Blecha:
    gemeinsam wettern sie gegen die Hacklerregelung und plädieren für einen
    späteren Pensionsantritt! Ja, wer hätte das gedacht? Die trau'n sich was.
    die Beiden!

    2) Die griechischen Gewerkschaften wollen mit ihrem Generalstreik heute und
    morgen das Beste (?) für ihr Volk! Sie werden mit diesem Aufruf ihrem Volk
    wohl mehr schaden als nützen, denke ich.
    Unsere Gewerkschaftshanseln sind ja nicht viel besser, nur - gottseidank -
    mangels wirklich existentieller Probleme bei uns bisher mehr oder weniger
    blosse Schreibtischtäter mit beschränkter Haftung!

    Mehr fällt mir nicht mehr ein. Guten Morgen!

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorHummel
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    29. Juni 2011 14:19

    Für mich wirkt die zynische Doppelmoral unserer Linken, wenn es nicht so traurig wäre, wie ein schlechtes Kabarett (könnte von den „ORF-Partei-Kabarettisten“ Dorfer und Co. stammen). Sobald ein Sozi den Mund auf macht, hört man von den bösen Spekulanten die alles verschuldet haben. Natürlich wieder unter reger Unterstützung unseres geliebten Rotzfunks. Aber keiner der Journalisten fragt im Gegenzug wie und warum z.B. die Fr. Brauner in Wien durch Spekulationen der übelsten Art, Millionen verzockt hat. Kein Journalist fragt, ob nicht vielleicht die unfähigen und großteils linken Politiker der Pleitekandidaten die Hauptschuld an diesem Desaster haben. Ich frage mich schon unter welchen Druck unsere Journalisten schon stehen, dass sie kein Wort mehr aus sich heraus bringen ? Mir schwant böses für die Zukunft Europas unter diesen Politikern und den gleichgeschalteten Medien, vor allem in Anbetracht dessen, dass es anscheinend keine konservativen Parteien mehr gibt, weder in Österreich noch in Europa, Holland und Dänemark sind noch die einzige Ausnahme - aber die werden ohnehin noch Probleme mit der EU bekommen wegen fehlender pc.
    Freundschaft !


alle Kommentare

  1. Leatrix (kein Partner)
    06. Februar 2015 13:04

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  7. Fernando (kein Partner)
    19. Januar 2015 08:16

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  8. Gasthörer (kein Partner)
    06. Juli 2011 00:22

    Lieber Herr Doktor,

    bitte nicht die EU-Despotie und ihre Vasallen mit der Europäischen Landmasse verwechseln. Ein alter Trick der EU-Globalisten....

  9. DerTurm
    29. Juni 2011 22:08

    Was von all den Buh-Rufern (wissentlich oder unwissentlich) ignoriert wird, ist die Tatsache, dass eine der drei großen Ratingagenturen ohnedies eine "Europäische" ist:

    Fitch Ratings
    wurde am 24. Dezember 1913 in New York gegründet und fusionierte im Jahr 1997 mit der Londoner IBCA Ltd.

    Seither gehört Fitch Ratings (mit Sitz in New York und London - also zunächst einmal vom Sitz her zu 50% eine Europäische Firma) zur Fitch Group, und diese wiederum zur ist eine Tochter der Fimalac, S.A. mit Sitz in Paris.

    Mehrheitseigentümer der FiMaLac ist Marc Ladreit de Lacharrière (FiMaLac ist die Kurzform von Financière Marc de Lacharrière).

    Somit ist die drittgrößte Ratingagentur eindeutig eine Europäische - auch wenn die üblichen Märchenschreiber ständig eine andere Leier singen...

  10. tom (kein Partner)
    29. Juni 2011 18:20

    Durch das Einprügeln auf den Boten ändert sich nicht der Inhalt der Nachricht.

  11. Tertullian (kein Partner)
    29. Juni 2011 16:07

    "Der ESM (Bruch der No-bailout-Klausel) ist keine grundlegende Änderung des Lissabonvertrages"
    Aha?
    "Österreich hat nichts verloren"
    Wo denn auch?
    "Der Euro hat viel gebracht"
    Für wen?
    Diese dreisten Lügen von Mr. Fayman entfachen keinen Sturm der Empörung unter den Experten?
    Wo bleiben die Mutbürger unter ihnen?

    • cmh (kein Partner)
      29. Juni 2011 17:36

      Der Euro hat z.B. den Ederer-1000 gebracht.

      Aber Scherz beiseite.

      Letztendlich ist jede Währung nur so gut wie sie - nein nicht mit Gold - sondern mit dem Willen zu arbeiten unterlegt ist. (Ricardo glaub ich)

    • kaffka (kein Partner)
      30. Juni 2011 11:25

      Tertullian
      29. Juni 2011 16:07

      Wenn jemand immer wieder Blödheiten von sich gibt, muss man nicht immer schreien.
      Intelligente verstehen das ja sowieso, unintelligente werden es auch beim 100sten Mal nicht verstehen.

  12. Hummel (kein Partner)
    29. Juni 2011 14:19

    Für mich wirkt die zynische Doppelmoral unserer Linken, wenn es nicht so traurig wäre, wie ein schlechtes Kabarett (könnte von den „ORF-Partei-Kabarettisten“ Dorfer und Co. stammen). Sobald ein Sozi den Mund auf macht, hört man von den bösen Spekulanten die alles verschuldet haben. Natürlich wieder unter reger Unterstützung unseres geliebten Rotzfunks. Aber keiner der Journalisten fragt im Gegenzug wie und warum z.B. die Fr. Brauner in Wien durch Spekulationen der übelsten Art, Millionen verzockt hat. Kein Journalist fragt, ob nicht vielleicht die unfähigen und großteils linken Politiker der Pleitekandidaten die Hauptschuld an diesem Desaster haben. Ich frage mich schon unter welchen Druck unsere Journalisten schon stehen, dass sie kein Wort mehr aus sich heraus bringen ? Mir schwant böses für die Zukunft Europas unter diesen Politikern und den gleichgeschalteten Medien, vor allem in Anbetracht dessen, dass es anscheinend keine konservativen Parteien mehr gibt, weder in Österreich noch in Europa, Holland und Dänemark sind noch die einzige Ausnahme - aber die werden ohnehin noch Probleme mit der EU bekommen wegen fehlender pc.
    Freundschaft !

    • cmh (kein Partner)
      29. Juni 2011 17:38

      Man sollte immer die Finger seiner Hand nachzählen, wenn man die einem Sozen gedrückt hat.

      Und nein, das ist nicht blinder Hass, sondern leidvolles Faktum.

  13. Gasthörer (kein Partner)
    29. Juni 2011 11:50

    Wollt Ihr die totale Euro-Rettung?

    Nein, mein Führer!

    • cmh (kein Partner)
      29. Juni 2011 17:45

      Gasthörer

      Glauben Sie, dass es ohne Euro besser wäre? Ohne Falschspieler wäre es besser. Aber irgend ein Geld wird man schon brauchen.

      Stellen Sie sich vor, wir hätten noch den Schilling. Der Zinsendienst der Faymannschen Wahlzuckerlorgie würde uns erschlagen. Die Fay... äh Falschspieler müssten wir loswerden.

      Aber wo die krause Logikvermeidungsrhetorik eines Cap ernst angehört wird, ohne danach in nicht endenwollendes Gelächter auszubrechen, dort kommt man mit Argumenten nciht durch.

      Jedes Szenario sollte daher versuchen Wege zu finden, auf denen sich die Leute nicht gegenseitig totschlagen. Denn die Sozen würden sich dabei nur zurücklehnen und auf die bösen bösen Kapitalisten schimpfen.

    • Gasthörer (kein Partner)
      29. Juni 2011 22:04

      cmh

      Ja, ich glaube, ohne Euro, besser noch ohne die EU ginge es allen Ländern Europas besser.

      Warum? Weil die EU/Euro künstliche Konstrukt der Eliten sind, um Macht auszuüben. Was ist Macht? Dazu Max Weber:

      "Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht."

      Was sind die Eliten? Vor allem selbsternannt.

  14. socrates
    29. Juni 2011 11:25

    Im Kriesenfall werden immer die Kleinen zur Kasse gebeten, die Pensionisten und die Sozialversicherten. Die Geldverleiher, die Risikozuschläge verlangen, haben kein Risiko, sie werden immer zuerst bedient. Das Geld wird frisch gedruckt, mehr als Werte auf der Welt existieren und via Verleih in reale Werte umgewandelt. Das gibt es nur eine Lösung, dei schon einige Male praktiziert wurde: Entschuldung der Kleinen durch streichen der Schulden bei den Großanlegern. Sobald Not aufkommt, wird das ohnehin kommen, wie die Geschichte lehrt.
    Nach "Bewertungen", egal wer sie machte, könnte China die ganze USA aufkaufen, soviel $$ haben sie in Schuldverschreibungen. Das ist Potential genug für einen Krieg, den wir nicht erleben wollen.
    Sobald die Migranten, die am Sozialtropf hängen, nichts mehr bekommen, werden sie sich das Geld holen. Das ist das Szenario für einen Bürgerkrieg.
    Es gibt viel viel mehr Geld als Gegenwert auf dieser Welt, Die Katastrophe muß kommen. Solon etc haben den Weg gewiesen.
    Die Privatisierung des Wassers war überall ein Milliardengrab, jetzt sind die "Saugerln" in Griechenland an der Arbeit.
    Die Löhne, die angeblich zu hoch sind, werden in Zahlen nicht veröffentlicht, sodaß man sie nicht mit unseren vergleichen kann. Typisch QM, immer auf Seiten der Saugerln.

  15. kaffka (kein Partner)
    29. Juni 2011 11:24

    "Ein Rating ist nichts anderes als eine subjektive Schätzung von Experten, wie kreditwürdig jemand ist, also wie wahrscheinlich es ist, dass ein Gläubiger sein Geld samt allen Zinsen voll und pünktlich zurückbekommt."

    Wenn das die authentische Definition ist, kann ich nur eines feststellen:

    Alle Ratingagenturen und deren Gläubige sind aufgelegte TROTTELN!

    Ich behaupte, dass alle Staaten NIEMALS in der Lage sein werden Ihre Staatsschulden samt Zinsen etc. überhaupt oder gar pünktlich zurückzahlen können. Ich gehe noch weiter und behaupte, dass sie das überhaupt nicht wollen.

    Da Staatsschulden nur aus dem Budget zurückgezahlt werden können und unter den Finanzschwindlern zumindest ein Defizit von 3Prozent des BIP jährlich schon als die Spitze des "Einsparens" ist, WOLLEN sie die Staatsschulden garnicht zurückzahlen, sondern nur erhöhen.

    Die Staaten sind daher schlicht und einfach KONKURSBETRÜGER!

    Wer den Politikschwaflern, Rattenagenturen, ANAL.isten, "Experten" und sonstigen Wahrsagern vertraut (und auf deren "Vorhersagen" handelt) ist selbst schuld und soll für seine Dummheit auch zur Kasse gebeten werden.

    • Neppomuck (kein Partner)
      29. Juni 2011 13:58

      Das Phänomen der „sich selbst erfüllenden Prophezeiungen“ sowie „Insider-Wissen“ („die machen wir demnächst fertig“) - z.B. hinsichtlich der Stabilität des Euro - sollten einem die Inhalte des hinausposaunten „Ratings“ der Agenturen natürlich mit Vorsicht behandeln lassen. Sonst machen die mit den unterschiedlichen Volkswirtschaften was sie wollen.

      Fremdkapital aufzunehmen ist eine oft sehr sinnvolle unternehmerische Maßnahme, die allerdings durch reelle Chancen, zumindest die Bedienung der Kreditkosten samt Zinsen und etwas Deckungsbeitrag aus den damit erwirtschafteten Werten leisten zu können, begleitet sein müssen.
      Was bei der Gebarung der meisten Staaten dieser Welt nicht gegeben ist.

      Wenn alle Gläubiger das geborgte Geld vollends zurückzahlten, dann sind alle Banken dieser Welt pleite.
      Das will ja auch niemand. Aber das Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital müsste in einem gesunden Rahmen bleiben. Über die Dimension dieses „Rahmens“ herrscht, insbesondere im Staatswesen – bei Unternehmen ist das etwas anders – allerdings noch keine Einigkeit.
      Was über kurz oder lang (eher kurz) zu einer Zwangsentschuldung (Ausgleich oder Konkurs) der Schuldnerstaaten führen wird.

      Bis es soweit ist (Währungsreform), gefällt man sich in Betriebsamkeit - siehe "Solidarität mit den Bankrotteuren" - und mit dem (persönlichen) Anhäufen von wertbeständigen Gütern.
      Frei nach dem Glaubensbekenntnis „wahrer Staatsmänner“: „Hinter uns die Sintflut“.

  16. Segestes (kein Partner)
    29. Juni 2011 08:02

    Rating-Agenturen spekulieren selbst mit - und wenn es über den Umweg ihrer Mehrheitseigentümer ist.
    Sie sind mitnichten bloß neutrale Beobachter.
    Dem gehört ein Riegel vorgeschoben.
    Aber da diese Firmen in den USA sitzen, dürfte das lediglich ein frommer Wunsch bleiben.
    Eine europäische Rating-Agentur, die frei von wirtschaftlichen aber auch politischen Interessen ist, könnte hier glaubwürdiger agieren.
    "Könnte".

    • cmh (kein Partner)
      29. Juni 2011 17:47

      nemo iudex in causa sui

      Wenn man denn eine europäische ratingagentur haben will, dann sollte sich diese auf Amerika beschränken. Wir kontrollieren die Amis und die Amis kontrollieren uns.

      Alles andere ist nur Augenauswischerei.

  17. terbuan
    28. Juni 2011 21:30

    OT
    Und wer noch nicht genug hat von den Schreckensszenarien rund um Griechenland, den Euro und die Schuldenkrise, der gebe sich den gerade erschienenen Gastbeitrag von Romig "Europa schafft sich ab".
    Danach ist ein Schlummertrunk fällig!

    • Kritischer Beobachter (kein Partner)
      29. Juni 2011 06:27

      Da kann ich gleich Hitlers "Mein Kampf" lesen ...

    • terbuan
      29. Juni 2011 07:27

      Tun Sie das, aber Vorsicht, es könnte Ihrer Gesundheit schaden ;-)

    • Kritischer Beobachter (kein Partner)
      29. Juni 2011 07:37

      Ich bin dagegen immun, während dein Gesundheitszustand angesichs der Empfehlung für den antisemitischen Rechtsextremen Romig Anlass zu berechtigtem Zweifel gibt.

    • Segestes (kein Partner)
      29. Juni 2011 08:12

      @Kritischer Phrasendrescher:

      "Mein Kampf", "rechtsextrem", "antisemitisch"

      Das mit dem einschlägigen Empörungsvokabular hast du echt drauf ^^

      Lustig nur, dass der Gastbeitrag auf den du dich hier so martialisch beziehst, zum jetzigen Zeitpunkt nur für Abonnenten freigeschalten wurde.
      Und ich sehe kein Krönchen neben deinem Nick....

    • terbuan
      29. Juni 2011 08:35

      Segestes
      Er kann ihn nicht gelesen haben, es sei denn er ist ein ohnehin bekannter Partner und schreibt aus der Deckung, was ich vermute!

    • Trollfresser (kein Partner)
      29. Juni 2011 09:23

      Der kritische Beobachter ist ein Faschist. Denn er hat selber zugegeben, dass er Hitlers Machwerk "Mein Kampf" in seiner Bibliothek hat und auch daraus liest.

    • Reinhard (kein Partner)
      29. Juni 2011 10:00

      Segestes, Leute wie der KB brauchen den Beitrag auch nicht lesen. Wenn das Zentralkommitee beschlossen und das politische Büro festgeschrieben hat, dass auf Romig der pawlowsche Reflex des Ausgeiferns propagandistischen Hassvokabulars zu erfolgen hat, dann funktioniert das brave Parteihündchen. Vielleicht verdient es damit auch seine täglichen Frolic...

    • november (kein Partner)
      29. Juni 2011 10:40

      Romig ist ein guter Mann, dem die meisten hier nicht das Wasser reichen können. Es gibt wenige, die mehr zu einem modernen Staatsverständnis und auch einer Völkerverständigung beigetragen haben als er. Romig ist weltoffen, aufgeklärt und fern von Hass und antisemitischen Verschwörungsmythen.

    • november (kein Partner)
      29. Juni 2011 10:45

      Für alle, die sich Romigs Gastbeitrag "Europa schafft sich ab" intellektuell gewachsen fühlen und nicht warten wollen:

      http://helmutmueller.wordpress.com/2011/06/26/europa-schafft-sich-ab/

    • Neppomuck (kein Partner)
      29. Juni 2011 12:53

      Wer es allerdings wie Dozent Romig versteht, durch sachkundige Analysen und daraus abgeleitete Prognosen wider den "Zeitgeist" ... bzw. und besser gesagt ... "das Zeitgespenst" streitet, wird nie ganz vom Verdacht des Antisemitismus verschont werden können, o Nebelung.

      Strategien deutlich zu machen wird von besonderen Leuten bereits als Kriegserklärung empfunden.

      Ich weiß auch nicht, warum ...

    • Neppomuck (kein Partner)
      29. Juni 2011 12:55

      Corr.:

      streitet = zu streiten ...

  18. PostScriptum
    28. Juni 2011 15:44

    Warum machen wir es nicht alle so? Wir gründen ein paar Firmen, die uns Geld borgen und denen wir im Gegenzug erlauben, einfach Geld zu schöpfen. Dann gründen wir noch eine Dachfirma, die diesen Firmen zusätzlich Geld zuschiebt, damit wir noch mehr Schulden bei diesen Firmen aufnehmen können.

    So mit diesem Geld gaukeln wir Mitbürgern Schutz vor Verbrechen vor und erpressen dabei Schutzgeld von ihnen, so ca. 70% ihres Einkommens, denn irgendwie müssen wir ja zumindest einen Teil der Schulden bei den Firmen zurückzahlen.

    Und wenn uns irgendwer vorwirft, dass wir diese Schulden eines Tages sowieso nicht mehr zurückzahlen können, gründen wir einfach eine Agentur, die uns stets bescheinigt, dass wir stets solvent sein werden. Und wenn das nicht funktioniert, auch egal; wir verkünden einfach, dass die Schulden, die die Firmen bei uns haben, nur noch die Hälfte wert sind und halbieren unsere Schulden damit auf einen Streich!

    Wie, das ist überspitzt formuliert? Nein, genau so sieht die staatliche Realität aus! Und zwar Wort für Wort!

    • PostScriptum
      28. Juni 2011 15:52

      corrigendum: Schulden, die wir bei den Firmen haben...nicht die sie bei uns haben. Excuse moi pour le fauxpas.

    • Erich Bauer
      28. Juni 2011 16:00

      "...erpressen dabei Schutzgeld..."

      Aber so richtig "schützen" tun wir niemand. Da würde die "Rechnung" nämlich nicht mehr aufgehen...

    • PostScriptum
      28. Juni 2011 16:10

      Wie können Sie es wagen, Herr Bauer? Autodiebstahl in Wien? Die Polizei ist sofort zur Stelle und macht die Täter dingfest. Bezirke in denen man selbst um drei Uhr früh keine Angst mehr haben muss? Gibt es in Wien nirgends! Masseneinbrüche bei Dämmerung? Finden bei uns niemals statt!

      Umfassender und effizienter Rechtsschutz durch die Justiz? Selbstverständlich. Alleine die Strafverfahren im Wirtschaftsstrafrecht dauern gerade einmal ein paar Monate und keine 10 Jahre.

      Also echt.

    • Erich Bauer
      28. Juni 2011 16:48

      Bitte inständig umständlich um Verzeihung, PostScriptum. Ständig will sich meine kriminelle Hirnhälfte selbstverwirklichen. Wollte nur eine Einsparungsidee vorstellen. Was dieser Personalaufwand für unsere "Schützlinge" so alles kostet! Mir wird ganz übel. Ich halte diese Effizienz für übertrieben... Ob das noch mit den Grundrechten vereinbar ist?

    • Kritischer Beobachter (kein Partner)
      29. Juni 2011 06:29

      Da schau her: Interessant, welche kriminelle Energie in den rechten Hosenscheissern steckt!

    • Reinhard (kein Partner)
      29. Juni 2011 10:05

      Im Gegensatz zu den linken Machthabern leben die rechten Hosenscheißer ihre kriminelle Energie aber nicht aus. Zum Glück für die Nutznießer der kriminellen Linken, gell KB?

  19. alfons adam
    28. Juni 2011 13:46

    Wir sollten uns vor Augen halten, was es bedeutet, daß unsere Regierenden bewußt alles ignorieren, was nicht in ihr Konzept passt, durch Tarnen und Täuschen an der Macht zu bleiben. Ich bin mir nämlich sicher, daß die Politiker die diesem Tagebuch zu entnehmenden Argumente kennen und überdenken lassen. Natürlich kann nicht alles, was hier steht, auf Punkt und Beistrich richtig sein, aber jedem, der seine fünf Sinne beisammen hat, ist klar, daß dies alles viel näher an der Wirklichkeit ist als die offiziellen Enuntiationen. So gesehen ist es - leider - keine Beschimpfung sondern bittere Tatsache, daß wir von Narren und/oder Betrügern regiert werden.

    • HJR
      29. Juni 2011 08:37

      Selbst wenn man (als Arbeitshypothese) annimmt, dass unsere "Regierenden" dieses Tagebuch sinnerfassend zu lesen vermögen (was ich zumindest von unserem "BMfLVS" in Zweifel ziehe), sind sie intelligent genug um zu erkennen, dass diese "gallische Dorf" der "Wutbürger" nicht genug an kritischer Masse in die Waagschale werfen kann, um eine Kettenreaktion auszulösen. Denn selbst für die Anderen (also die des sinnerfassenden Lesen und eventuell sogar des sinnerhaltenden Wiedergebens in schriftlicher oder mündlicher Form fähigen) gilt, dass das Multitasking von Erwerb (Arbeitsleid!) und (fruchtlosem) Denken einer ökonomischen Kosten-Nutzen-Analyse nicht standhält und daher tunlichst unterlassen wird.

      Wir - sehr geehrte Damen und Herren Wutbürger - sollten uns klarmachen, dass wir einem sehr einsamen Hobby frönen, welches von anderen längst als Suchtkrankheit klassifiziert wurde.

    • Neppomuck (kein Partner)
      29. Juni 2011 12:35

      Das Großhirn ist das Zentrum von Wahrnehmung, Bewusstsein, Denken, Fühlen und Handeln.
      Das Zwischenhirn ist der Bereich, in dem Gefühle (Freude, Angst, Wut usw.) entstehen. Es sperrt gewisse Reize ggü. dem Großhirn und lässt das zum Teil damit identische Reptiliengehirn als Ergebnis einer (meist provozierten) Gefühlsregung reaktiv, d.h. gänzlich unkontrolliert, arbeiten. (Siehe „Reflex“)

      Also Vorsicht mit, noch dazu selbst gewählten, Bezeichnungen wie „Wutbürger“, HJR.
      Man läuft da nur ins offene Messer der Linken, die jede Reaktion, und sei diese noch so verständlich, auf von ihnen angestrebte „gesellschaftspolitische Veränderungen“ mit der Unterstellung von Hass etc., also einer irrationalen (sic) wie emotionalen Höchstleistung, quittieren.

      Als ob man die Fliege, die man verscheucht, hassen könnte.

  20. Celian
    28. Juni 2011 13:26

    Diese Woche ist die „Woche der Angst“! Möglicherweise geht die Abstimmung im griechischen Parlament morgen/übermorgen in die Hosen. Was dann?

    Der gewiefte Politiker baut nun vor. Sollte die Euro-Rettung schief gehen, sind die Rating Agenturen schuld. Ein Politikerlein gibt immer irgendwelchen Sündenböcken die Schuld. Das ist er so gewohnt, das ist seine Natur. Mal sinds die Sparer, die als Spekulanten denunziert werden. Dann wieder die Rating-Agenturen. Dann wieder die Banken, die Gierigen.

    Eines ist gewiß: die zentralistische Politik mit ihren immer ärgeren Eingriffen in die Finanzmärkte, die das Finanz-Karussell überhaupt erst in Schwung gebracht hat. Nein, die ist nicht schuld. Niemals.

  21. Wolfgang Bauer
    28. Juni 2011 12:18

    Auch eine Europäische Ratingagentur wird nicht darum herumkommen, auch die sogenannten "besseren" Länder Europas herunterzustufen, da wir ja jetzt in der Situation der kommunizierenden Gefäße sind.

    Dann wachsen z.B. die österreichischen Staatszinsen um 50% an, bedeutet statt derzeit 10 Mrd. 15 Mrd. Euro. Per anno! Das sind bei bestem Wirtschaftswachstum - auf das derzeit unsere neue Finanzministerin in bewährter Gewohnheitspolitik setzt - rund ein Fünftel der Staatseinnahmen.

    Die Hochschulen wollen ein Fünfzigstel dieses Betrages - und bekommen ihn nicht. Wer verklagt die Gewohnheitspolitiker endlich? Wegen Verbrechens an Ungeborenen?

    PS: O-Ton Josef Cap auf Puls 4 gestern: "Die Ratingagenturen sind ja amerikanische Privatfirmen, das ist ja ein Wahnsinn das Ganze!"

    • brechstange
      28. Juni 2011 17:04

      Der Cap durchblickt selbstverständlich in sozialistischer Manier alles. Sogar, dass privat schlecht sein soll. Wie schlecht muss, dann erst er sein.

    • cmh (kein Partner)
      29. Juni 2011 16:24

      Und der ÖGB ist auch ein Verein. Und ich will meinen Posten als Kaiser von Chiesistan nicht antreten. Vieleicht geht der Cap.

      Die BAWAG ist auch eine amerikanische Privatfirma und das ist ja wirklich ein Wahnsinn das Ganze!

  22. Cotopaxi
    • Erich Bauer
      28. Juni 2011 12:13

      Bei langer Krankheit, also Fehlstunden, kann man dann vielleicht mit lauter Fünfern aufsteigen? Auch "familiäre Probleme" reichen als "Qualifikation"?

      Wäre ich heute Schüler, ich würde schwänzen und mir beglaubigte "Entschuldigungen" besorgen. Wenn das nicht geht, würde ich trotzdem schwänzen. Bei Raufereien könnte ich die "Deckung" venachlässigen" und das blaue Auge mit "familiären Problemen" rechtfertigen...

      Da bleibt einem der Verstand stehen, mit dem die ÖVP "arbeitet"...

    • contra
      28. Juni 2011 12:16

      @Cotopaxi

      Der reinste Kuhhandel!

      Die SPÖ hätte ein Aufsteigen mit 6 Fünfern fordern müssen, dann wäre die ÖVP auch auf die 3 eingeschwenkt.

      Was soll das alles? Regieren stelle ich mir anders vor!

    • Wertkonservativer
      28. Juni 2011 14:16

      Regt's Euch doch bitte nicht derart auf, liebe Leutln: hier geht es doch um eine Detailfrage.

      Bei den Schwarzen schimmert ja immerhin doch noch oft der vielzitierte Leistungsgedanke durch.

      Und noch eines: ob zukünftig ein, zwei oder drei Fünfer für das jeweilige Aufsteigen in der Oberstufe genügen sollten; die Matura muss dann schlussendlich ohne auch nur einen Fünfer bewältigt werden (und sei es mit Nachprüfung).

      Ob man jungen Leuten, die sich - aus welchen Gründen immer (Faulheit, fehlender Grips usw.) in der "Oberstufe" (von was oder wo?) derart schwer tun, wirklich eine Hochschul-"Karriere" zumuten sollte, wage ich zu bezweifeln. Arbeitslose bzw. unter ihrem Niveau eingesetzte Akademiker gibt es bereits jetzt genug.

    • contra
      28. Juni 2011 14:40

      @Erich Bauer

      Genau - auch bei Scheidung im Elternhaus darf man mit 3 Fünfern aufsteigen.

      Wenn man bedenkt, daß in Wien jede 2. Ehe geschieden wird.....................!

    • Erich Bauer
      28. Juni 2011 14:52

      contra,

      Es könnte zusätzlich noch zu strategisch/taktischen Scheidungen kommen. Auch in ÖVP Familien... :-) Mittlerweile sehe ich das alles ganz unaufgeregt.

    • Cotopaxi
      28. Juni 2011 15:21

      @Contra, Erich Bauer: Vielleicht kommt es auch zu mehr Eheschließungen, damit man sich im Bedarfsfall taktisch scheiden lassen kann.

    • Erich Bauer
      28. Juni 2011 15:27

      Cotopaxi,

      Ja. Ein durchaus möglicher Zusatzeffekt. Ehen beginnen und enden mit dem Schuljahr. Sogenannte Swinger-Ehen. Der "Toni" machts rudelweise bei Feldmessen. :-)

    • Samtpfote
      28. Juni 2011 16:21

      Und wenn erst die Vielweiberei rechtens sein wird.... ich denke, dann können wir die Schulen abschaffen.

    • brechstange
      28. Juni 2011 17:05

      Meine deutsche Arbeitskollegen hatten recht: Der Balkan fängt in Österreich an.

    • Cotopaxi
      28. Juni 2011 19:55

      ...und ich dachte immer, in Berlin-Kreuzberg.

  23. Peter Brauneis
    28. Juni 2011 11:40

    Herr Faymanns schmähbehaftete Dressurversuche sind peinlich: Der Euro bewirke Österreichs Exporterfolge. In Verhalten und Habitus eines Waschmaschinenvertreters verschweigt er, daß zu Schilling-Zeiten der Exportanteil exakt gleich hoch war.

    Doch mich berührt noch mehr, wie Herr Pröll und Frau Fekter die Intelligenz ihrer Wähler einschätzen: Wenn sie im Nationalrat ganz stolz angebliche Zinsen-„Zahlungen“ durch Griechenland als „gutes Geschäft“ beweihräuchern. Diese „Zahlungen“ sind aus weiteren Krediten an Griechenland finanziert, wir zahlen uns diese „guten Geschäfte“ schlichtweg selbst. Angesichts solch törichter Lobhudeleien bleibt zu hoffen: Daß Frau Fekter an ihrem Schotterwerk-Schreibtisch über intelligente Behältnisse verfügt, links eines mit Zettel „Soll“ und rechts eines mit „Haben“.

    • phaidros
      28. Juni 2011 12:19

      Euro = 2DM, Schilling war DM/7. Was also hat sich geändert?

    • brechstange
      28. Juni 2011 17:07

      Dem dummen, schnell vergessenden Österreicher kann man eben jeden Bären aufbinden.

    • Reinhard (kein Partner)
      29. Juni 2011 10:55

      Eines muss man dem Bildungssystem ja lassen: Es hat ein Volk geformt, dass sich allen Ernstes damit beruhigen lässt, dass man dem Nachbarn, der einem einen Hunderter Zinsen schuldet, doch nur einen Tausender geben muss, und schon hat man ein bombastisches Geschäft gemacht.
      Eine Weile glaubte ich, dahinter würden kluge, gebildete Politiker mit hoher krimineller Energie stecken, die das Volk bewusst verblöden. Inzwischen bin ich mir sicher, dass das Bildungsversagen eine Eigendynamik entwickelt hat, die dazu führt, dass immer dümmere Politiker (und nach meiner praktischen Erkenntnis auch hohe Beamte und Manager), die selbst keinen Dunst mehr haben, was sie da überhaupt tun, versuchen, sich so hinzustellen, als wüssten sie, was sie täten. Und nur, weil der Durchschnittsdepp am Stammtisch noch dämlicher ist als die Grinsekater und Schottermitzis zusammen, lässt er respektive sie (die Durchschnittsdeppinnen sollen sich nicht diskriminiert fühlen) sich jeden Mist in die Senke zwischen den Ohren schütten, die von der Natur eigentlich für das Hirn vorgesehen war.
      So überzeugend lügen wie unsere Führungselite kann nur jemand, der den Schwachsinn, den er da verzapft, aus voller Überzeugung mitträgt, oder anders: Egal wie unlogisch, jeglichen Naturgesetzen widersprechend oder einfach nur strohdämlich etwas ist, diese Typen glauben wirklich alles, was sie absondern.
      Ich glaube, das Problem mit Griechenland ist nicht, dass die schlitzohrigen Hellenen uns zu verarschen versucht haben, das Problem ist, dass unsere selbstgefühlte Führungselite so abgrundtief dumm ist, dass die Greichen das locker geschafft haben...

  24. HJR
    28. Juni 2011 11:17

    [mailto: horst.rathbauer@gmx.at]

    Angesichts der Qualität der heutigen Beiträge möchte ich auf einen Hauptbeitrag im gewohnten Stil verzichten und hoffe, damit unserem werten Wertkonservativen eine kleine Freude zu machen (auch wenns nur ein dilettantischer Versuch sein sollte):

    Es tost der Sturm,
    es wogt die See,
    Passagiere und Matrosen flüchten nach Lee,
    kotzen ihre Angst in die See.

    "Gischt steuerbord voraus",
    rufts aus dem Mastkorb!
    Der Steuermann - die Klippen ahnend
    dreht drei Strich nach backbord.

    Doch ach,
    nun trifft der Sturm
    breitseits das Schiff
    und die noch nicht gerefften Segel.

    "Kappt den Besanmast!"
    befiehlt der Kapitän,
    hoffend zu mildern
    des Sturmes Wucht.

    Kaum ist's gescheh'n
    schon krängt der Kahn
    gefährlich nach Luv,
    schon tauchen die Boote ins Wasser.

    Da endlich
    reagiert das Schiff
    aufs wieder alten Kurs
    befehlende Ruder.

    "Wassereinbruch im Unterdeck"
    meldet da
    ein erschöpfter Maat,
    am Ende seiner Kräfte.

    Der Kapitän,
    besorgten Blicks,
    befiehlt: "An die Pumpen!"
    und "Offiziere zu mir!"

    "Können wir das Hauptsegel kappen?"
    fragt bangend der Kapitän
    wohl wissend
    um die Gefahr.

    Ohne Antwort verhallt die Frage
    in den tosenden Gewalten.
    Da fasst sich ein Herz
    und eine Axt der erste Maat

    und kappt die Segeltaue;
    eines nach dem anderen.
    ein Zweiter
    ihm zu Hilfe eilt.

    Weniger Fahrt
    macht nun das Schiff,
    denn auch
    das Wasser im Bauch

    hemmt des schlanken Buges Lust
    wie zuvor die Wogen zu pflügen.
    Da wagt's der Kapitän:
    "Ruder hart backbord!"

    und das Schiff dreht
    langsam in den Wind,
    der sich nun über den Bug
    ergießenden Brecher nicht achtend.

    Doch gefährlich nah
    dräut inzwischen die Klippe.
    Schon lecken schäumende Zungen
    gierig nach der erhofften Beute.

    [Fortsetzung folgt - vielleicht]

    • Wertkonservativer
      28. Juni 2011 13:11

      Lieber HJR,

      ich bin zwar weder Schiffer (allerdings - bitte um Entschuldigung - bekennender Stehpinkler), noch Fischer, kann daher aus ersterem Grunde nicht alle Spezialvokabel in Ihrem um Vergleiche mit der aktuellen Situation bemühten Poem nicht komplett verstehen.
      Dass Sie mir mit diesem netten Sprachgebilde eine Freude bereiten wollten, zeigt erstens einen gewissen Sympathie-Pegel mir gegenüber, und lässt weiters den Schluss zu, dass auch Sie, lieber Freund, über eine (wenn auch gut verborgene) romantische Ader verfügen dürften.

      Danke und noch einen schönen Tag!

      (mailto: gerhard@michler.at)

  25. Alexander Renneberg
    28. Juni 2011 10:32

    O.T.

    S.g. Conwutanten: es ist eingetroffen!

    • Erich Bauer
      28. Juni 2011 11:04

      Es geht los... :-)

    • HJR
      28. Juni 2011 11:31

      [mailto: horst.rathbauer@gmx.at]

      @Alexander Renneberg & Erich Bauer

      Äh ... sorry? Haben wir gewonnen?

    • Anton Volpini
      28. Juni 2011 12:22

      Das wird ein Spaß werden!

    • terbuan
      28. Juni 2011 13:18

      Seit 10:45 habe ich es in Händen, Alexander sei Dank!
      Es ist phantastisch, es ist ein Vergnügen, es wird ein wahrer Spaß!

    • Alexander Renneberg
      28. Juni 2011 14:20

      HJR Sie werden einer der ersten sein die eines in händen halten!

    • Martin Bauer
      28. Juni 2011 14:33

      Liebe Conwutanten

      bitte in Euren mailordner schauen - (vorsichtshalber auch unter Spam :-))

      Das ist bereits ein Spass!!

    • terbuan
      28. Juni 2011 14:37

      Martin,
      mein Mailprogramm hat Dich mittlerweile als "vertrauenswürdig" eingestuft ;-))))

    • HJR
      28. Juni 2011 16:31

      Jetzt hab ich's auch! Cooool! (nur um den Sprachschatz etwaiger trolliger Mitleser nicht zu überfordern!

      Hurrah! Toll!

    • Wertkonservativer
      28. Juni 2011 17:00

      Hej, mir wurde auch was versprochen!?
      (mailto: gerhard@michler.at)

    • Rechtschreibung (kein Partner)
      29. Juni 2011 12:32

      "Wußten Sie schon, dass..."

      DAS tut echt weh.

  26. Graf Berge von Grips
    28. Juni 2011 10:09

    Nr.393
    Ich denke, 3 Ratingagenturen sollten genügen -
    es wäre lediglich dem "rate" ein zweites T hinzuzufügen.

  27. Erich Bauer
    28. Juni 2011 09:08

    Was eigentlich jeder, auch ganz ohne „Ratings“ längst ahnt, endet der eingeschlagene Weg der „Euro-Rettung“ letztlich in den Staatsbankrott, mit anschließender „Währungsreform“… So meint der Hannoveraner Finanzwissenschaftler Stefan Homburg. „"Dieser Prozess ist schon jetzt unumkehrbar…“. Daran könnte auch die gesamte EU zerbrechen, fürchtet Homburg in den Zusammenbruch so was wie die letzte Hoffnung sehe. Das Ende der Einfalt. Das Ende der Bürokratentyrannei. Das Ende der schleichenden Einschränkung der (Spiegel online). Ich persönlich „fürchte“ mich davor nicht so sehr. Denn die Zweit- und Drittklassige EU-Politikergarde hat alles bereits so dermaßen verbockt, dass ich Meinungsfreiheit...

    • Erich Bauer
      28. Juni 2011 09:10

      Korrektur:

      Was eigentlich jeder, auch ganz ohne „Ratings“ längst ahnt, endet der eingeschlagene Weg der „Euro-Rettung“ letztlich in den Staatsbankrott, mit anschließender „Währungsreform“… So meint der Hannoveraner Finanzwissenschaftler Stefan Homburg. „"Dieser Prozess ist schon jetzt unumkehrbar…“. Daran könnte auch die gesamte EU zerbrechen, fürchtet Homburg (Spiegel online). Ich persönlich „fürchte“ mich davor nicht so sehr. Denn die Zweit- und Drittklassige EU-Politikergarde hat alles bereits so dermaßen verbockt, dass ich in den Zusammenbruch so was wie die letzte Hoffnung sehe. Das Ende der Einfalt. Das Ende der Bürokratentyrannei. Das Ende der schleichenden Einschränkung der Meinungsfreiheit…

  28. mike1
    28. Juni 2011 08:59

    das blöde an der ganzen geschichte ist, dass - ratingagenturen hin oder her - geld an länder verborgt wurde, von denen man eigentlich hätte wissen müssen, dass dieses unwiederbringlich verloren ist.

    es wäre doch aufgabe der banker gewesen, oder auch berater von regierungen, intelligente prüfungen betreffend kreditwürdigkeit durchzuführen.

    es wäre aufgabe der kommission gewesen, die griechen vor der euroeinführung ein bissl besser zu prüfen, oder nicht ?

    wäre es nicht aufgabe der ratingagenturen gewesen, diese ganzen schlamassel durch gescheite voraussagen zu verhindern ? nämlich von anbeginn an ....

    man sieht, dass dies alles nicht möglich war, man kann nur sagen, dass auch eine gefällige europäische ratingagentur vermutlich zu - fast - nichts nutz sein würde (?).

    jedenfalls wissen wir alle nicht, wie die sache griechenland sich entwickeln wird, da kann man theorien entwickeln sonder zahl, wir werden es ja sehen (bzw. sicher im geldbörsel merken).

  29. ambrosius
    28. Juni 2011 08:11

    Ad Köhler, der Charaktervolle : Auf die Schuld von Ihm selbst und seinen Artgenossen (Greenspan und dergleichen) hat er bei seiner Schelte natürlich aus reinem Populismus vergessen.

  30. Observer
    28. Juni 2011 08:09

    Für alle, die die immer noch Ratingagenturen und die Arbeit von Banken und Hedgefondsmanager als sauber betrachten, sei das Buch "Finanzmafia" der obersten EU-Korruptionsjägers (im Europäischen Amt der Betrugsbekämpfung OLAF) Wolfgang Hetzer als Urlaubslektüre empfohlen. Wenn man dort z.B. die Geschichte des 2009 verhafteten Fondsmanager Raj Rajaratman und seine Helfer von anderen Gesellschaften liest, dann sind die italienische und russische Mafia nur Spielwiesen wie im Kindergarten.
    Die von manchen Leuten viel gelobten drei bekanntesten Ratingagenturen (es gibt noch andere!) entwickeln u.a. im Auftrag mancher Grossbanken sog. "strukturierte Produkte", werden dafür bezahlt und stellen etwas später - natürlich wieder gegen Bezahlung dieser Banken - ausgezeichnete Ratings aus. Wo ist da eine Unabhängigkeit gegeben?
    Sicher ist, dass die Griechen viele Jahre lang über deren Verhältnisse gelebt haben, aber auch da hatten die Ratingagenturen folgenschwere falsche Auskünfte gegeben.

    Wer bei weltweiten Finanzkrisen immer noch an die Unabhängigkeit der Ratingagenturen und die Unschuld von Banken und Finanzinstitutionen sowie ausreichend vorhandene internationale Regeln glaubt, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen.

  31. Anton Volpini
    28. Juni 2011 07:14

    Das Pendel schlägt zurück!

    Was die Ratingagenturen in der Hochstimmung des, teilweise künstlichen, Wirtschaftsaufschwunges zu positiv geurteilt haben, das urteilen sie jetzt umso kritischer. Jetzt, wo langsam das ganze Ausmaß des Desasters erkennbar wird, das unsere politischen Mitbürger in der westlichen Welt angerichtet haben, erfüllen die Ratingagenturen mehr und mehr die Rolle der Kassandra. Während in Troja noch die Götter die Schlangen geschickt haben, versuchen es heute die politischen Diletanten

    • Anton Volpini
      28. Juni 2011 07:19

      Sorry!

      .....versuchen es heute die politischen Diletanten mit viel profaneren Mitteln! Sie stellen sich einfach selbst das Zeugnis aus!

    • brechstange
      28. Juni 2011 07:24

      Und mit eleganten Buchführungsregeln kann ich ohne einen Finger gerührt zu haben, tolle Bilanzen legen und die Welt blenden bis das Pendel zurückschlägt.

      Dann ändern wir die Regeln eben wieder, das ist das Motto, das heute vorherrscht. Verändern bis nichts mehr vergleichbar ist. So kann man trefflich verschleiern.

  32. Wertkonservativer
    28. Juni 2011 06:33

    Zu den am Finanz-Durcheinander sicher zumindest mitschuldigen Rating-Agenturen will ich gar nichts mehr sagen: das tun A.U. und etliche andere hier viel kompetenter.

    Was mich jedoch viel mehr beschäftigt, ist der Umstand, dass unsere Welt heute von unsicht- und unfassbaren Geldmächten gegängelt und geleitet wird, die - gleich unheimlichen und vielgliedrigen Kraken - Völker und Menschen mit ihren unermesslichen Finanz-Ressourcen wie Bauern am Schachbrett ganz in ihrem Sinne hin- und herschieben, und - wenn es ihnen passt, auch vom Brett werfen.

    Das sind heute die wahren Weltherrscher (nur China wird sich da zukünftig vielleicht ein wenig wehren können), und niemand kann sie stellen oder fassen!

    Noch kurz - zur Erholung - wieder in überschaubarere Gefilde:

    Nach eingehendem Studium des Morgenblattes (Namen nenne ich keine mehr, man weiß, was ich frühmorgens lese):

    1) Ein Lob den Dino-Schlachtrössern Khol und Blecha:
    gemeinsam wettern sie gegen die Hacklerregelung und plädieren für einen
    späteren Pensionsantritt! Ja, wer hätte das gedacht? Die trau'n sich was.
    die Beiden!

    2) Die griechischen Gewerkschaften wollen mit ihrem Generalstreik heute und
    morgen das Beste (?) für ihr Volk! Sie werden mit diesem Aufruf ihrem Volk
    wohl mehr schaden als nützen, denke ich.
    Unsere Gewerkschaftshanseln sind ja nicht viel besser, nur - gottseidank -
    mangels wirklich existentieller Probleme bei uns bisher mehr oder weniger
    blosse Schreibtischtäter mit beschränkter Haftung!

    Mehr fällt mir nicht mehr ein. Guten Morgen!

    • Wertkonservativer
      28. Juni 2011 07:26

      Nachtrag:
      (mailto: gerhard@michler.at)

    • mike1
      28. Juni 2011 09:06

      lieber wertkonservativer !

      hätten die herrn khol und blecha nur schon früher auf diese notwendigen maßnahmen gedrungen, wär es natürlich besser gewesen. wir wissen leider, dass die regierung unter "führung" faymanns nicht in der lage ist, rasch tätig zu werden. dabei wär's wirklich nicht besonders schwer, dies umzusetzen. auch gegen den willen der gewerkschafter.

      und ob die griechischen gewerkschaften mit ihrem generalstreik land und leuten gutes tun, daran zweifle ich sehr. wie sie wissen, halte ich die gewerkschafter in heutiger zeit eher für arbeitsplatzvernichter als bewahrer.

    • mike1
      28. Juni 2011 09:23

      http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/672474/Pensionen_Diese-kollektive-Dummheit-ist-verblueffend?_vl_backlink=/home/politik/innenpolitik/611446/index.do&direct=611446

      hier noch ein link zu einem "die presse"-interview mit marin zu pensionen in österreich. nicht uninteressant (obwohl ich nicht mit allem, was er sagt, einverstanden bin).

    • Erich Bauer
      28. Juni 2011 09:30

      mike1,
      "...hätten die herrn khol und blecha nur schon früher auf diese notwendigen maßnahmen gedrungen..."

      ... dann hätte es die beiden möglicherweise früher betroffen...

    • HJR
      28. Juni 2011 10:03

      [mailto: horst.rathbauer@gmx.at]

      [... Was mich jedoch viel mehr beschäftigt, ist der Umstand, dass unsere Welt heute von unsicht- und unfassbaren Geldmächten gegängelt und geleitet wird, die - gleich unheimlichen und vielgliedrigen Kraken - Völker und Menschen mit ihren unermesslichen Finanz-Ressourcen wie Bauern am Schachbrett ganz in ihrem Sinne hin- und herschieben, und - wenn es ihnen passt, auch vom Brett werfen ...]

      Das war auch mein Gedanke, als ich an anderer Stelle sagte, dass unser Haus nur in Ordnung kommen wird, wenn wir "das Geld überwinden" in dem Sinne, dass es nicht mehr gelingen darf, das Geld von der Wertschöpfung (andere spachen von "Realwirtschaft") zu entkoppeln.

  33. phaidros
    28. Juni 2011 06:30

    Grundsätzlich fände ich die Idee einer europäischen Agentur nicht schlecht. Wenn sie nur unabhängig arbeiten könnte, womit allerdings die Idee bereits wieder ad acta zu legen sein dürfte.

    Andernfalls hätte ich mich durchaus für den Job beworben! Ich hätte mir einen Kopierer besorgt, und jede Woche für jedes Land einen Zettel kopiert, auf dem in Riesenlettern steht: »Ganz, ganz super, ehrlich! AAA«. Nur bei Griechenland hätte ich »AA« vergeben - welcher Gesamtschulabsolvent erkennt schon Doppelbedeutungen?

    Es steckt nämlich ein weiterer Denkfehler in dieser Idee: negative Bewertungen zu verbieten bringt lediglich eine Bewertungsinflation. Das erkennt man an allen Versuchen, die je in diese Richtung unternommen wurden: von an sich wichtigen Beispielen wie etwa Personalzeugnissen bis zu weniger bedeutenden, wie etwa Sternderlbewertungen in Blogs...

    BG phaidros.vie@gmail.com

    • HJR
      28. Juni 2011 08:22

      [mailto: horst.rathbauer@gmx.at]

      Kann ich mich an der Investition für den Kopierer beteiligen oder tut's gar mein Scanner?)

      Apropos Denkfehler: Allmählich beginne ich zu begreifen, dass das Leben selbst etwas ist, was sich nur an seinen Fehlern "aufrappeln" kann - dabei spielt die Vernunft keine oder nur eine sehr untergeordnete Rolle. Wenn man's recht bedenkt, hat für alle Entwicklung, die wir (auch stammes-) geschichtlich überblicken, nur des Darwin'schen Prinzips. Und selbst die Vernunft (als nicht materielle Instanz, welches gewisse Gehirnphysiologen vehement bestreiten) scheint diesem zu unterliegen.

      Um den Euro und die EU kaputt zu kriegen, hätte es des famosen Platon, noch des ernsten Kant, noch Poppers bedurft (und natürlich auch nicht der Rating-Agenturen).

      LG HJR

    • HJR
      28. Juni 2011 08:24

      Korrektur:
      ... nur das Darwin'sche Prinzip Bedeutung.

    • phaidros
      28. Juni 2011 08:41

      Sehen Sie? Das meine ich :-D (bezieht sich auf das obligate halbe Sternderl) Danke für den Anschauungsunterricht!

    • HJR
      28. Juni 2011 10:08

      [mailto: horst.rathbauer@gmx.at]

      @phaidros
      ich gehe davon aus, dass Sie nicht der "Halbstern-Sünde" verdächtigen. -:)

    • phaidros
      28. Juni 2011 10:45

      S.g. HJR, natürlich nicht! BG

  34. Karl Rinnhofer
    28. Juni 2011 04:25

    Schöne neue Welt der angestrebten Selbstdeklaration der Kreditwürdigkeit – und doch unheimlich, nach welchen Analogiegesetzen sich flächendeckender kollektiver Selbstbetrug als letztes Rückzugsgefecht ineffizienter, nicht mehr konkurrenzfähiger Spaß- und Anspruchsgesellschaft bewegt: „Der Spiegel ist schuld!“ lautet die selbstentlastende Analyse des/der selbstverschuldet Hässlichen. Welch Gottesgeschenk: „Es gibt gewöhnliche Lügen, gemeine Lügen - und Statistik“

    Ein paar Beispiele gefällig?
    Man lagere Bereiche aus, wenn Staatsschulden explodieren – und schon stimmt das Erscheinungsbild.
    Man parke Jugendliche, wenn Arbeitslosenzahlen explodieren, in ihren wertvollsten Jahren jahrzehntelang in für sie unangemessenen (höheren bis universitären) Bildungswegen und lagere Erwerbsfähige in Schulungen oder Frühpensionen aus – und schon stimmt das Erscheinungsbild.
    Man strukturiere Beweisumkehr, wenn die Natur individuellen Begabungen Grenzen setzt, die Ideologie das aber nicht vorsieht und alle unter das Postulat stellt, in gleicher Weise „begab-bar“ zu sein, und kehre semantisch betrügend „Lernerfolg“ zu „Unterrichtserfolg“ um, weise so der Schule samt ihren Lehrern Alleinschuld an bedenklichen („Unterrichts“)-Ergebnissen zu – und schon stimmt das Erscheinungsbild.
    Man verwehre sich konsequent gegen jede externe Evaluierung (personell, räumlich und funktionell) und tabuisiere perpetuierend die an sich unvereinbare Personalunion von Lehrendem und Ausstellendem berechtigungsrelevanter Atteste, sichere so die Selbstdeklaration von „Unterrichtserfolgen“ - und schon stimmt das Erscheinungsbild.
    Man bevorzuge Lehrer, die in bemerkenswerter Interpretation ihres Rollenbildes (End-) Prüfungen eher als regiemäßig geplante Showveranstaltungen inszenieren denn als unspektakuläre Leistungskontrolle – und schon stimmt das Erscheinungsbild.
    Man stigmatisiere Lehrer, die mangels Schülerleistung (an sich gesetzeskonform) Berechtigungen verwehren (müssten), als Schädlinge ihrer Dienststelle, obsolet gewordene „Retter des Abendlandes“ und faschistoid-autokratische Leistungsfanatiker – und schon stimmt das Erscheinungsbild.
    Man stelle sich (zunächst) P.I.S.A und vergleichbaren, nicht relativierbaren externen Prüfinstanzen des Kenntnisstandes unserer Schüler, relativiere ernüchternde Ergebnisse in der Folge nach Belieben – handle es sich doch nur um eine Ausgeburt prüfungstechnischer Insuffizienz – zumal „abfragbares Wissen“ ohnedies obsolet sei - und ziehe daraus zwar kontraproduktive, aber ideologiekompatible Konsequenzen - und schon stimmt das Erscheinungsbild.
    Man schaffe Durchfallen oder begründetes Zuweisen adäquater Ausbildungswege ab, indem man die Auswirkung negativer Zensuren aus dem Verkehr ziehe und so alle in guter, sozialeudämonistischer Manier zu „Aufsteigern“ macht– und schon stimmt das Erscheinungsbild.
    Man wähle Fächer ab, die auf dem Wege zur verbrieften Studierfähigkeit durch ihre Anstrengungserfordernisse stören, und ersetze sie durch anspruchslosere – und schon stimmt das Erscheinungsbild.
    Man ersetze nach der Erkenntnis, als „Trotz-mehrfach-Nicht genügend-Aufgestiegener“ bei Nachhol - Modulprüfungen zum dritten Mal gescheitert zu sein, den Prüfer durch einen genehmeren nach freier Wahl (wie ausdrücklich vorgesehen) – und schon stimmt das Escheinungsbild.
    Man benenne nach Kritik am wenig zeitgemäßem Beförderungsstandard staatlicher Bahnen Züge mit klingenden englischen Namen, fokussiere alle Ressourcen auf deren Optik statt Funktion und baue prächtig anzusehende Bahnhofsgebäude sonder Zahl (77 in der Steiermark) - und schon stimmt das Erscheinungsbild.
    Man erhöhe nach Kritik an notorischer Unpünktlichkeit von Zügen – u.a., weil für Unspektakuläres wie dem Sanieren jahr(zehnt)elanger Langsamfahrstellen die Mittel fehlen - die „Fahrzeitreserven“ in die Dimension der Dampflokzeit – und schon stimmt das Erscheinungsbild.
    Man gebe nach der Feststellung zunehmend bedrohlicher Erwerbsunfähigkeit großer Bevölkerungsteile infolge Leistungs-, Verantwortungs- und Fortbildungsresistenz allen unabhängig von ihrer eingebrachten Leistung umverteilende Mittel zur „Konsumkraftharmonisierung“ im Namen der „sozialen Gerechtigkeit – und schon stimmt das Erscheinungsbild.
    Man finanziere Nicht-Erarbeitetes mit virtuellen Mitteln aus beschworenem Wirtschaftswachstum und aus Kassen nachfolgender Generationen – und schon stimmt das Erscheinungsbild.

    Am Ende steht sie da – die prächtige Welt der potemkinsche Fassadendörfer – wer fragt schon nach dem „Dahinter?“

    • phaidros
      28. Juni 2011 06:36

      Alle Ihre Beispiele streng nach dem Motto: »Ich habe gelesen, dass Rauchen der Gesundheit schaden würde! Natürlich habe ich es sofort eingestellt, das Lesen.«

      »begab-bar« - köstlich, Danke! In dieser Wortschöpfung steckt viel scharfsichtige Analyse.

    • HJR
      28. Juni 2011 08:30

      [mailto: horst.rathbauer@gmx.at]

      Ohne weitere Lobesworte ***********************************************...

    • terbuan
      28. Juni 2011 08:44

      Karl,
      die Sterne von HJR kann man nicht überbieten, ich sage nur Respekt und Gratulation!

    • Helmut Oswald
      28. Juni 2011 10:00

      Karl Rinnhofer - perfekte Analyse, das Scheinen wird an Stelle des Seins gesetzt.
      Probleme werden nur noch virtuell gelöst - Worthülsen ersetzen Maßnahmen und Eingriffe, Geschwätz anstelle von Führungstätigkeit. Gefährlich ist es freilich, wenn die Dummen fleißig werden - das Problem ist nur, wie sagen wir es den ganzen Deppen. Abwählen nützt nämlich auc nichts, die Nachfolger der Leittiere in dieser Stampede des Blöden sind meist noch dümmer, als die Anführer selbst. Schließlich werden die ja von denenjenigen ausgesucht, die kluge Leute fürchten müssen. Wíe rauskommen, aus diesem ununterbrochenen de-javue ?

    • HJR
      28. Juni 2011 11:27

      [mailto: horst.rathbauer@gmx.at]
      @Helmut Oswald

      "Stampede der Blöden"
      ********** für die Wortspende des Tages!

    • Undine
      28. Juni 2011 20:29

      @Karl Rinnhofer

      ******* hoch7!

    • Reinhard (kein Partner)
      29. Juni 2011 09:46

      Herr Rinnhofer, Hut ab, besser geht's nimmer!
      Leider ließe sich diese Liste beliebig fortführen; sie würde alsbald den Blog sprengen...

    • cmh (kein Partner)
      29. Juni 2011 17:29

      schließe mich natürlich den Wünschen an, hätte es aber kürzer gefasst:

      WEr hat uns verraten? Sozialdemokraten!

      Der Reim hat auch in der Stampede der Blöden Aussicht auf Erfolg. Denn mehr als einen kurzen Absatz fasst dorten niemand.

  35. brechstange
    28. Juni 2011 01:42

    Die unabhängige EZB ist nicht mehr unabhängig. Sie hat den Banken Schrottpapiere abgekauft, sollte das Rating auf D gehen, heißt das, dass die EZB wohl auf Steuerzahlers Kosten insolvent ist.

    Hat nicht Honecker einen Tag vor dem Fall gesagt: Der Sozialismus schlägt den Kapitalismus oder so ähnlich.

    Ist eine "interne" Ratingagentur das einzige Placebo, das die jetzigen Eliten noch haben?

    Muss man immer den Überbringer schlechter Nachrichten erwürgen? Hat man aus der Geschichte nichts gelernt, dass nämlich genau diese Regimes, die das notwendig hatten, in den letzten Atemzügen lagen?

    Axel Weber und Horst Köhler waren offenbar die einzig gescheiten und charaktervollen Herren, weil sie dieses teuflische, in den Untergang führende Spiel nicht mehr mitspielten. Es wäre gut, würde mancher freiwillig und vorausschauend seinen Sessel räumen. Doch die kann man wahrlich an den Händen abzählen.

    • Anton Volpini
      28. Juni 2011 07:04

      Nein verehrte brechstange, die jetzigen "Eliten" haben von der Geschichte nichts gelernt. Denn sie haben selbst die Geschichte nicht studiert.
      Dazu hatten sie keine Zeit, sind sie doch gleich nach der Matura, wenn überhaupt, oder nach dem Studium ins politische Geschäft eingestiegen. Das einzige was die da gelernt haben, ist faule Kompromisse zu suchen.....

    • brechstange
      28. Juni 2011 07:20

      Sg Herr Volpini,
      Sie haben recht. Aber unser Darabos hat ja sogar Geschichte studiert, zumindest eine einseitige, wie mir scheint.
      Mit Geschichte und Zivildienst ist man offenbar eindeutig als Verteidigungsminister qualifiziert und natürlich auch für andere, wie es gerade beliebt.

    • Anton Volpini
      28. Juni 2011 07:55

      ...jetzt ist es an mir ungläubig zu sein! Der Darabosburli hat Geschichte studiert?

    • terbuan
      28. Juni 2011 09:09

      Geschichte UND Politikwissenschaften und das über 12 Semester (inklusive Zivildienst), na da muaß jo wos wern aus dem Buam ;-)

    • Anton Volpini
      28. Juni 2011 09:18

      Rabauz, das hätt ich ihm nicht zugetraut! Dann hätt er ja fast das Zeug zu einem ordentlichen Minister....

    • HJR
      28. Juni 2011 09:43

      [mailto: horst.rathbauer@gmx.at]
      [... Muss man immer den Überbringer schlechter Nachrichten erwürgen? Hat man aus der Geschichte nichts gelernt, dass nämlich genau diese Regimes, die das notwendig hatten, in den letzten Atemzügen lagen? ...]
      Ich glaube, ich habe das an anderer Stelle schon einmal erwähnt: Die Katastrophentheorie kennt das Phänomen, das Systemänderungen immer erst erwogen werden, wenn die Katastrophensituation schon erkennbar unabwendbar geworden ist. Was aber nicht heißt, dass solche Änderungen dann immer bzw. überhaupt noch fruchten würden.
      [... Axel Weber und Horst Köhler waren offenbar die einzig gescheiten und charaktervollen Herren, weil sie dieses teuflische, in den Untergang führende Spiel nicht mehr mitspielten ...]
      Das Kassandra-Syndrom scheint ein universelles Muster auch in der Hinsicht zu sein, dass "Kassandras" immer eine (zu vernachlässigende) Meinungsminderheit zu sein scheinen.

  36. libertus
    28. Juni 2011 00:56

    Wenn das so weitergeht, dann wird noch jede Regierung ihre eigene Ratingagentur für das jeweilige Land gründen, die dann ihrem Auftraggeber eine excellente Bonität ausstellt.

    Sollte Europa nach diesem "fauxpas" tatsächlich eine eigene Ratingagentur ins Leben rufen, müßte diese verpflichtet werden, für ihre Bewertung auch zu haften, sonst macht das wenig Sinn - zur Not gibt es halt den sattsam bekannten "haircut", falls etwas schief geht! *g*

    Und was den Aufruf zum freiwilligen Beitrag der Banken betrifft, handelt es sich augenscheinlich um einen Verzweiflungsakt und hat ungefähr die gleiche Wirkung, wie wenn ein Finanzminister, dem die Staatsschulden über den Kopf wachsen, die Bevölkerung ersucht, sie möge freiwillig mehr Steuern zahlen.

    Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube..................!





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