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SN-Kontroverse: Brauchts eine Wirtschaftspartei?

Unter dem Titel “Kontroverse” gibt es in jeder Freitag-Ausgabe der Salzburger Nachrichten eine Doppelkolumne, in der Katharina Krawagna-Pfeifer und ich jeweils zum gleichen, von der SN-Redaktion vorgegebenen Thema schreiben. Und zwar ohne dass man gegenseitig die Texte vorher kennt.

Diese Woche steht die “Kontroverse” unter dem Titel:

Braucht Österreich eine Wirtschaftspartei?

 In der Folge finden Sie die beiden – unverändert wiedergegebenen – Kolumnen. Dadurch soll dieser kreativen und spannenden Idee auch hier ein Forum gegeben werden.

Cui bono?

Katharina Krawagna-Pfeifer war Innenpolitikerin der SN, Innenpolitikchefin sowie Leiterin des EU-Büros des “Standard” und SPÖ-Kommunikationschefin. Sie arbeitet jetzt als Publizistin und Kommunikationsstrategin (kkp.co.at).

Österreichs Wirtschaftstreibende sind bestens politisch verankert. Ihre Interessenvertretungen sind schlagkräftige Organisationen. Dies gilt für die Industriellenvereinigung ebenso wie für die Wirtschaftskammer, die mit Christoph Leitl über einen Spitzenmann verfügt, der auf eine jahrzehntelange Erfahrung zurückgreifen kann.

In den Parteien ist unternehmerische und wirtschaftliche Expertise in einem hohen Ausmaß vorhanden. Bei der SPÖ sind es u.a. Christoph Matznetter als Chef des Freien Wirtschaftsverbandes sowie Budgetsprecher Kai Jan Krainer. Die ÖVP ist z. B. mit Jakob Auer, dem Vorsitzenden des Budgetausschusses, dem Banker Peter Michael Ikrath sowie dem Generalsekretär des Raiffeisenverbandes, Ferry Maier, gut aufgestellt.

Bei den Grünen ist die Expertise von Ex-Parteichef Alexander van der Bellen und Budgetsprecher Werner Kogler selbst bei politischen Gegnern unbestritten. FPÖ und BZÖ verfügen ebenfalls über kundige Wirtschafts- und Finanzpolitiker. Beim jüngsten Ausfall eines heimischen Bankers, dessen Institut beim Steuerzahler mit einer Milliardensumme nach wie vor in der Kreide steht, mit seiner falschen, undifferenzierten und unzutreffenden Anmerkungen („Unsere Politiker sind zu blöd und zu feig und zu unverständig, weil sie von Wirtschaft keine Ahnung haben © Andreas Treichl") kann es sich daher nur um ein massives Wahrnehmungsdefizit oder ein bösartiges Störmanöver handeln.

Cui bono? Das gilt auch für die „Drohung" mit der Gründung einer eigenen Wirtschaftspartei. Bitte, gründet sie doch! - ist diesen vereinigten, verdrossenen, ewig jammernden Wirtschaftstreibenden zurufen. Wobei die Gefahr nicht auszuschließen ist, dass die Politiker dieser Partei „zu blöd und zu feige und zu unverständig" für das Begreifen gesellschaftlicher Zusammenhänge sind.


Das Dach brennt schon

Andreas Unterberger

 Nichts bräuchte Österreich dringender als Politiker, die der zunehmenden wirtschaftlichen Unvernunft entgegentreten. Die Schulden haben sich seit der Rückkehr der Sozialdemokraten in die Regierung um 30 Prozent erhöht. Die noch 2006 von vielen internationalen Medien gerühmte Stabilität des Landes ist durch den vor allem von einem Werner Faymann betriebenen (aber auch von der ÖVP nicht verhinderten) Verschwendungspopulismus im Expresstempo verspielt worden.


Das Land stürzt in allen Rankings steil ab. Und nächstes Jahr wackelt das Triple-A-Rating. Da ist Griechenland nicht mehr weit. Auch die Oppositionsparteien sind in Hinblick auf den Reformbedarf ahnungs- und mutlos (selbst das BZÖ in hohem Ausmaß). Der Stillstand reicht vom Pensionssystem über den Regulierungswahn, die kollabierenden Unis bis zum Bürokratiedschungel.

Auch sonst gibt es weit und breit keine Kraft, von der eine Renaissance der Vernunft ausgehen könnte. Die Wirtschaftskammer ist bis über beide Ellbogen mitschuldig am unfinanzierbaren Wohlfahrtsstaat, an der Überregulierung und der hohen Staatsquote. Aus selbstbeschädigender Rücksicht auf den Steinzeit-ÖGB, aber auch aus Christoph Leitls tiefster Überzeugung.

Und die Industriellenvereinigung? Die sagt zwar häufiger etwas Richtiges. Sie hat sich aber etwa 2009 mit der Forderung nach Verschrottungsprämien als Lobby-Organisation ohne jede Rücksicht auf Ordnungspolitik blamiert. Und jetzt zeigt sie sich als frei von jeder politischen Intelligenz, wenn sie „mit voller Überzeugung" das Gesamtschul-Volksbegehren der SPÖ bewirbt, aber gleichzeitig ausstreut, insgeheim eigentlich schon gegen die Gesamtschule zu sein.

Wer nicht einmal begreift, dass er sich damit zum Trittbrett der lern- und leistungsfeindlichen Nach-unten-Nivellierer macht, der kann auch nicht die wirtschaftliche Vernunft wiederbeleben oder bei Wahlen reüssieren.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorJohann Scheiber
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    20. Mai 2011 08:12

    Wir brauchen keine Wirtschaftspartei, sondern eine Volkspartei die diesem Namen gerecht wird!

  2. Ausgezeichneter Kommentatorlibertus
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    20. Mai 2011 01:15

    Österreich benötigt keine neue Wirtschaftspartei, weil ganz einfach zu wenige Wirtschaftstreibende existieren, die einer solchen Partei zu einer gewissen Stimmenstärke verhelfen könnten.

    Der wirtschaftstreibende Mittelstand ist fast schon ausgerottet, Familienbetriebe werden kaum mehr fortgeführt und Kleingewerbetreibende sind so gut wie ausgestorben.

    Wer braucht dann noch diese angedachte neue Wirtschaftspartei? Doch nicht die wenigen Multis und Großkonzerne in Österreich?

    Und wenn ein Christoph Leitl in seiner Position als Präsident der Wirtschaftskammer von einer Frau KKP lobend erwähnt wird, dann scheint er in diesem Job versagt zu haben und ist meiner Ansicht nach rücktrittsreif!

  3. Ausgezeichneter Kommentatorthomas lahnsteirer
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    20. Mai 2011 06:49

    Besonders lustig ist die anhand einiger merkwürdiger Fachleute dargestellte Wirtschaftskraft der etablierten Parteien durch die Frau Krawagna:

    -Christoph Matznetter, freier Wirtschaftsverband, Doktor der Philosophie, staatlich geprüfter Steuerberater ohne einschlägige Uni-Ausbildung, Schülerreferent der sozialistischen Jugend Österreichs , deklarierter Schwarz-Blau Hasser..inzwischen irgendwie in der Versenkung verschwunden

    -Alexander van der Bellen, anläßlich der Wiener Wahlen als Wählertäuscher aufgetreten. Angeblich bemüht er sich jetzt im Ausgedinge "als Beauftragter der Stadt Wien für Universitäten und Forschung in Gesprächen mit VertreterInnen der Universitäten, aus dem Forschungs- und Wissenschaftsumfeld sowie den zuständigen Magistratsabteilungen, die Öffnung der Stadt und ihre internationalen Chancen zu thematisieren." bla, bla bla

    - der Grüne Werner Kogler ist vor allem durch seine Budgetrede in der Dauer
    von über 12 Stunden als naiver Oberblockierer im Gedächtnis geblieben

    - und last, not least der Obergrinser, dem eigentlich längst die Ehrenmitgliedschaft der SPÖ wegen Nachbetens von SPÖ-Positionen und dadurch erworbener Verdienste um diese Partei zu verleihen wäre

    Bei solchen tollen, etablierten Protagonisten müßte es eigentlich ein leichtes sein, als Wirtschaftspartei mit frischen Kräften zu reüssieren.

  4. Ausgezeichneter KommentatorPostScriptum
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    20. Mai 2011 00:30

    KKP ist nur noch bemitleidenswert. Was machen Sie bitte den ganzen Tag, Frau KKP? Den Standard lesen und jedes einzelne Wort glauben? Kann nur so sein, anders ist Ihr abgrundtief dummer Beitrag nicht zu verstehen.

  5. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    20. Mai 2011 08:40

    Wir haben die falsche Mentalität anerzogen.

    Dr. Leitl ist eine Vorgabe an die SPÖ, er gehört zu den Verschwendern und Schuldenmachern und zu den Hochglanzbroschürenverwendern, leider alles nur Blabla, was er 'wirtschaftlich' trötet, im Unterschied zu dem, was er tut und tun lässt, verschwenden und Schulden machen.

    Also reihem sich auch die 'Wirtschfaftler' mit der Unvernunft des unordentlichen Kaufmannes würdig unter die Nehmerkaste der SPÖ ein.

    Es geht für den Einzelnen oft nur noch darum, was bekomme ich 'gratis', was 'steht mit zu', etc., statt der Aussage, 'was kann ich der Gesellschaft anbieten und was kann ich zur Gesellschaft beitragen'.

    Heute ist von einem Beitrag eines Einzelnen nur noch selten die Rede, vom Nehmen fast immer und von Schulden schweigt man ...

  6. Ausgezeichneter Kommentatorbyrig
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    20. Mai 2011 01:09

    nein,wir brauchen sicher keine neue wirtschaftspartei.
    das ist das erste mal,dass ich eher auf seite kwp bin.
    eine reine wirtschaftspartei würde dem volk gegenüber noch unverantwortlicher agieren,als die "wirtschaft" es in den letzten jahrzehnten in ihrem einflussbereich eh schon getan hat.

    die ausländermisere geht nämlich nicht alleine auf linkes gutmenschentum zurück,mitnichten.massiven anteil hat die tolle wirtschaft,der profit wichtig ist,aber z.b. nicht,ob moslemische türken,hier nicht zuletzt auf wunsch der immer so gepriesenen wirtschaft angesiedelt,wirklich hierher passen,ob der wunsch der wirtschaft nach arbeitskräften wirklich dem land dient.
    es sollte wahrscheinlich alles nur der "wirtschaft" dienen,wenns nach den noch nicht genau bekannten befürwortern einer neuen "wirtschaftspartei" gehen sollte.
    gottseidank gibt es noch genug leute-v.a. auch bürgerliche,die das menschliche zusammenleben und den staat nicht auf die interessen von teils gewissenlosen,zumindest gewissenlos in hinblick auf staatsinteressen wirtschaftstreibende und industrielle verstehen.
    wobei ehemalige vertreter der industrie wie dieser krejci ja eher als böhmischer sozialist agiert-üble figur,von dem sich die i.v. bis heute nicht distanziert hat.
    facit:eine wirtschaftspartei ist völlig unnötig,da eine solche nicht in der lage ist,das ganze,notwendige politische,staatlich notwendige spektrum abzudecken.
    und bar jedes patriotismus ist.

  7. Ausgezeichneter KommentatorErich Bauer
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    20. Mai 2011 10:49

    "...Auch sonst gibt es weit und breit keine Kraft, von der eine Renaissance der Vernunft ausgehen könnte..."

    Dass eine neue „Wirtschaftspartei“ bei Wahlen mehr als 5 Prozent erreicht, ist wahrscheinlich auszuschließen. Erstaunlich jedenfalls das Gegacker aus allen „kollektivistischen“ Ecken. KK-P merkt sogar an, dass „Österreichs Wirtschaftstreibende bestens politisch verankert sind“… Trotzig ruft sie den Wirtschaftstreibenden zu: „Vereinigt euch halt… ihr ewig Jammernden und Verdrossenen!!!“ Ihr werdet schon SEHEN… klingt es selbstsicher und ein bisschen selbstberuhigend nach…

    Nun denn, mit demokratischen Wahlen ist kein Einfluss zu gewinnen. Mit der politischen „Zwangsverankerung“ ist der Bock zum Gärtner gemacht. Denn die „kämmerlichen“ Unternehmer haben so gar kein Interesse an starker, selbstbewusster Konkurrenz. Das ist naturgemäß so. Und ist man einmal ein „Kämmerer“ bevorzugt man die „flache See“. Einerseits will man ja das „steady money“ (Beamtegehalt) nicht so sichtbar vor sich hertragen und andererseits setzt man ja auch gerne sich und der „Kammerbeamtenfamilie“ die Subventionsnadel. Die „Infusionsberechtigung“ wird selbstverständlich nach Kriterien erteilt, welche halt immer auf die „Familie“ zutreffen.

    Nun, was könnte das Wirkungsfeld einer neuen „Wirtschaftspartei“ sein? Der „Marsch durch die Institutionen“ scheint aussichtslos. Aber, für alle „Kollektivisten“ könnte etwas entstehen, was sie als höchst verstörend empfinden würden: die Solidarisierung der KMUs (diejenigen OHNE „Infusionsberechtigung“) und NETTOZAHLER. Den „Kollektivisten“ aller Parteien stünden dann nicht mehr die „gemütlichen“ kämmerlichen Unternehmer gegenüber, sondern ihre Ausbeutungsobjekte… „Die Revolution der gebenden Hände“ (Sloterdijk). Vorausgesetzt die Gründer dieser Partei meinen es grundehrlich. Die Drohung allein bringt jedenfalls die Hühner zum Gackern. Denn sie wähnen den nahenden Fuchs…


alle Kommentare

  1. Maryrose (kein Partner)
  2. Fatii (kein Partner)
    21. Januar 2015 18:30

    At last some ratolnaiity in our little debate.

  3. Hester (kein Partner)
    21. Januar 2015 00:52

    I wanetd to spend a minute to thank you for this.

  4. Shanika (kein Partner)
    19. Januar 2015 14:16

    When you think about it, that's got to be the right ansrwe.

  5. socrates
    21. Mai 2011 11:32

    Cui bono
    Na, schaun wir nach: Ich beginne mit dem Ausschluß derer, die nix bekommen:
    Die "Rettung" der Anleger in den Griechenland, Irland, Portugal und Spanien hilft NICHT den Arbeitern, Angestellten, Beamten, Pensionisten, Steuetzahlern, Leistungsbürgern, der Industrie, usw, also 90% der Ösis und der Deutschen. Die werden getäuscht und Betrogen.
    Wem nutzt es also, wer verdient sich eine goldene Nase:
    Die Anleger und Investmentbanken, besonders an der Ostküste der USA, aber auch in GB und D und F, etc. Den Hedgefonds und Soros, Goldman Sachs, IWF, EZB, DSK, usw.
    Aber auch den Medien, denn schließlich müssen wir umerzogen werden um darauf hereinzufallen. Als die SN mit einem Neujahrsartikel unter Barazon Waldheim angegriffen hat, habe ich sie abbestellt um der Medienerziehung zu entgehen.
    Weiters den Politikern, die sich vor der direkten Demokratie fürchten und an der Macht teilhaben wollen. Sartre´s "Im Räderwerk", das in der demokratischen Zeit unterrichtet wurde, zeigt wie: Am Morgen nach der Revolution meldet sich beim Sieger die Macht und erklärt Ihm: Gut, sie haben gewonnen. Wir freuen uns auf eine neue Zusammenarbeit und werden sie voll unterstützen. Das sind unsere Bedingungen..........................
    Eine Wirtschaftspartei mit Moral wäre dringend notwendig. "Wobei die Gefahr nicht auszuschließen ist, dass die Politiker dieser Partei „zu blöd und zu feige und zu unverständig" für das Begreifen gesellschaftlicher Zusammenhänge sind." Aha! Da wird vorverurteilt und Meinunge geäußert, keine Tatsachen, wie auch im Standard üblich. So verdienen auch die gekauften Jounalisten an der Kriese.

  6. PostScriptum
    20. Mai 2011 15:03

    Ich denke, die Diskussion hier ist ziemlich sinnlos. Es besteht offensichtlich nicht einmal Einigkeit darüber, was eine Wirtschaftspartei ist.

    Die Einen verstehen darunter eine Wirtschaftskammerpartei, die anderen eine Mittelstandspartei, einige vielleicht wirklich eine Partei, die die Unternehmen von deren zahlreichen Jochen erlöst.

  7. RR Prof. Reinhard Horner
    20. Mai 2011 14:31

    reinhard.horner@chello.at

    Mutig wirtschaftlich vergeistigen – unter dem brennenden Dach!

    Eine solche Wirtschaftspartei, wie sie laut Industriellenvereinigungsboss tausendfach angeschwätzt wird, brauchen wir so dringend wie einen Kropf.

    Zum Beispiel werden die Vorstellungen von wünschenswerter Menschenbildung ohnehin bereits von herrschenden politischen Kräften durch Minimierung auf direkte Nutzanwendungen der Entpersönlichung preisgegeben.

    Allerdings könnte es schon einen Charme haben, Leute, die der Handhabung eines angekränkelten Wirtschaftens kundig und darin in ihren partikulären Eigeninteressen erfolgreich sind, wutmütig parteimäßig zu vereinigen. Also Leute aus der sich so fortschrittlich meinenden Industriellenvereinigung, natürlich den egomanischen Politstänkerer Leitl, den smarten Wählertäuscher Van der Bellen, auch den Lobbyisten Jarolim und und und. Vielleicht als Zugabe Bernd Schilcher. Und den verantwortungsflüchtig wortbrüchigen Personalbrutalisten und Finanzkünstler Darabos.

    Die Leute werden sich zweifelsohne dann selbst wählen. Mit Hilfe der verkommenen ORF-Informationen und einiger anderer Medien können sie ihre Wirtschaftsmeinungen auch weit verbreiten. Helfende Gelder hätten sie wohl genug. Zu anderen Themen brauchen sie ja keine Standpunkte, da können sie sehr flexibel agieren.

    Immerhin könnte es vorteilhaft sein, die bestehenden Parteien von solchen Faktoren zu reinigen.

    Glück auf gegen Feigheit, Blödheit und wirtschaftliche Ahnungslosigkeit! Gratulation zu einem weiteren Klub von Profiteuren!

    (Der Weg zu einem auf unverkürzte Wertorientierung und zukunftstaugliche Nachhaltigkeit gerichteten Wirtschaften lässt sich getrost anderen überlassen. Die Heimholung der Wirtschaft und der Technik in die Gesamtzusammenhänge menschlicher Kultur und Lebensführung bleibt eben Aufgabe und Verantwortung anderer Menschen. Die sollen auch etwas zu tun haben.)

  8. Ritter vom Kapall
    20. Mai 2011 14:30

    Politik ist ein komplexe Tätigkeit, die wie die wie jede andere von Profis ausgeführt werden sollte. Menschen die in diesem Bereich tätig sind, benötigen einen Kanon an Fähigkeiten, der nicht nur Fachwissen beinhaltet, sondern vor allem die Beherrschung der hohen Künste der Kommunikation, des Führens und der Konfliktbewältigung. Also soziale Fähigkeiten. Dazu kommen noch der Wille zu gestalten bzw. etwas zu verändern, Idealismus und strategisches Denken, sowie rethorische Fähigkeiten. Und diese Liste ist nicht vollständig.

    Allein diese Liste zeigt, warum Personen die aus der Wirtschaft in die Politik wechseln, also Quereinsteiger in den meisten Fällen scheitern - wie oft auch umgekehrt.

    Die Ankündigungen der Gründung einer "Wirtschaftspartei" muß daher bestenfalls als Rute im Fenster, vor allem der ÖVP, betrachtet werden. Dabei geht es auch gar nicht um große Sozialkürzungen (denn das ist ja Geld, das für Konsum verwendet wird) sondern vielmehr um ineffiziente Strukturen und um unnötige Bürokratie. Wenn man den Wirtschaftskapitänen genau zuhört, dann geht es um genau diese Faktoren, die für sie Hindernisse in ihrer Arbeit sind. Oder um Mangel an Qualifikation bei denjenigen, die sie gerne als Arbeitskräfte aufnehmen würden. Also Menschen, die so wie früher, in der Lage sind, zu lesen, zu schreiben und über ein gewisses Allgemeinwissen verfügen.

    Langer rede kurzer Sinn: Die Politik und im Speziellen die ÖVP, sollte diese Unzufriedenheit ernst nehmen und sich an die Umsetzung all der Vorhaben machen, die seit Jahren in den Schubladen liegen. Das wird zum Wohle aller sein, nicht nur der Wirtschaft - höchstens ein paar Staats-, Landes- oder Gemeindefunktionäre werden sich warm anziehen müssen.

  9. Celian
    20. Mai 2011 12:44

    Treichl hat mit dem Etikettenschwindel, der mit dem Wort „Bankenkrise“ betrieben wird, kurz und schnell aufgeräumt: wir haben viel mehr eine Staatsanleihenkrise. Daß er dabei etwas ausfallend wurde, ist ihm nicht zu verübeln. Anders sind unsere Traummännlein und –fräulein an den obersten Schaltstellen der Macht ja nicht wachzurütteln.

    Genau das war ja auch von Treichl beabsichtigt, wie er in seiner angeblichen „Entschuldigung“ verriet. Leider haben einige wie das Faymännchen danach noch einen Extraschluck Schlafmittel genommen. Anders ist es nicht zu erklären, daß er die Kritik Treichls brüsk zurückgewiesen hat. Anstatt einzubekennen, daß vieles im Argen liegt, was unseren Staat und seine üppigen Staatsschulden betrifft – wie auch der jüngste Rechnungshofbericht bezeugt. Bevorzugt Faymann weiterhin den Dornröschenschlaf und schiebt in gewohnter Weise den Schwarzen Peter den Banken zu. Wie auch KKP, die ihm dabei sekundiert: alles in Ordnung, die Politiker strotzen nur so vor Sachkenntnis. Beide wissen, wie gefährlich es ist, Fehler zuzugeben, das könnte sie die Wählergunst kosten.

    Aus diesem Selbstschutz der politischen Klasse heraus ist KKP sogar dazu bereit, wirtschaftliche Kompetenz beim politischen Feind zu orten. Sie macht der Politik die Mauer, auf daß sie weiterhin ihren Unsinn verzapfen und weiterhin an den Futtertrögen der Macht hängen können.

  10. alfons adam
    20. Mai 2011 11:31

    Die Reaktionen auf Unterbergers plausible Ausführungen finde ich sehr interessant. Kurz zusammengefaßt plädieren einige für ein Engagement in den bestehenden Parteien, andere halten eine Neugründung nicht für erfolgversprechend. Wer wirklich glaubt, die herrschende Nomenklatura würde sich aus ihren Machtpositionen vertreiben lassen oder anders gesagt Leuten ganz anderer Sinnesart eine Chance geben, der muß die letzten Jahrzehnte nicht hier verlebt haben. Und wenn man wirklich der Meinung ist, daß eine neue Gruppierung keine Erfolgsaussichten hat, dann kann man eigentlich nur auf den großen Zusammenbruch warten oder auf eine Katastrophe von außen hoffen, die eine Änderung herbeizwingt. Ich bin erstaunt über diese offenbar hier vorherrschenden Einstellungen, weil ich daraus den Schluß ziehen muß, daß die häufig sehr gescheiten Wortmeldungen doch nichts anderes sind als ein "Raunzen", von dem keine praktischen Auswirkungen zu erwarten sind. Es würde mich freuen, wenn diese meine Wertung auf einem falschen Eindruck beruht.

    • phaidros
      20. Mai 2011 12:23

      Die anstehende Neugründung wird großteils ja von Managern lanciert. Also Leuten, deren Job es ist, Situationen zu erfassen, zu beurteilen und notwendige Maßnahmen abzuleiten.

      Man kann davon ausgehen, dass diesen Damen und Herren die ÖVP nicht unbekannt ist. Allerdings kommen sie offenbar zum Schluss, dass die bestehenden Apparate nicht lern-/änderungs- oder gar verbesserungsfähig sind, denn sonst stünde keine Neugründung an.

      Vielleicht ensteht (endlich) eine Art politische Heimat für Menschen wie ich einer bin. Vielleicht hat ein liberales Lager (und zwar eines in der einzigen und richtigen Bedeutung des Wortes) doch 10-15% Potenzial in Ö.

      Ich bin gespannt.

      BG/phaidros.vie@gmail.com

      P.S. "..die häufig sehr gescheiten Wortmeldungen doch nichts anderes sind als ein "Raunzen", von dem keine praktischen Auswirkungen zu erwarten sind. Es würde mich freuen, wenn diese meine Wertung auf einem falschen Eindruck beruht."

      Ich fürchte, Sie liegen richtig. Dass an konsequenter Arbeit keinerlei echtes Interesse besteht, wurde und wird immer wieder überdeutlich bekundet. Meine Hoffnug ist, dass die betreffende Postergruppe kleiner ist als a) sie selbst meint und b) die Lesergruppe, von denen hoffentlich Teile Wege finden werden, sich in den diversen aussichtsreichen (=durchdachten und geplant vorgehenden) Initiativen einzubringen. D.O.

    • durga
      20. Mai 2011 13:47

      @phaidros

      "Vielleicht ensteht (endlich) eine Art politische Heimat für Menschen wie ich einer bin. "

      Vollkommene Übereinstimmung und viele meiner Freunde denken ebenso!

    • phaidros
      20. Mai 2011 14:12

      Das LIF war eine herbe Enttäuschung (trotz Frischenschlager), was das F in der PÖ zu suchen hat, weiß kein Mensch (aber S2PÖ ist halt kein Parteiname, oder wollten sie sich nicht so nennen), das BZÖ kommt nicht vom Fleck (zu viel Vorgeschichte?), das FBZ ebenso nicht (zu wenig?), von Stegers Freisinnigen hörte man niemals nichts, die JuLis wollen offenbar unter sich bleiben und beantworten nicht mal Mails ... für Liberale*) ist es einfach nur zum Heulen!

      Die Gretchenfrage, liebe durga, ist also: wie viele Freunde haben Sie denn?

      BG/phaidros.vie@gmail.com

      *) Ich weiß schon, dass der Begriff "liberal" mittlerweile recht negativ besetzt ist (bzw. es aktiv wurde). Allerdings weigere ich mich einfach, diese Inflationen der Wortbedeutungen mitzumachen: ich bin nach wie vor ein Liberaler.

    • Wertkonservativer
      20. Mai 2011 16:04

      Und ich lasse mich noch auf meine alten Tage gerne vom Schwarzen zum Liberalen basteln, lieber phaidros, wenn da auch nur irgendeine "begehbare" Plattform in Sicht wäre.
      Warten wir auf die Antwort von durga! Vielleicht kommen ein paar Liberalen-Anwärter zusammen!?
      (Aber, ein wenig traurig wäre ich schon, wenn ich meine Schwarzfärbung abwaschen müsste!).
      Lassen wir's wachsen: vielleicht wird's ja einmal was!
      Liebe Grüße an alle Suchenden!

    • phaidros
      20. Mai 2011 18:15

      Ich habe fast immer schwarz gewählt, lieber WK, weil - früher wenigstens - liberales Gedankengut am besten noch dort verankert waren. Habe ich es zeitweise aus irgendeiner »superschlauen« Überlegung nicht getan, habe ich mich meistens nachher geärgert.

      Mein Wunsch ans Christkind: Auferstehung eines bürgerlichen, das mit einem erstehenden liberalen Lager eine knappe absolute Mehrheit hat und mit einer vernünftigen Opposition nötige 2/3-Mehrheiten für anstehende Großreformen zu Stande bringt.

      Aber, bitte keine Mühe, wenn ich den Satz lese, rufe ich gleich selber in Steinhof an wegen eines Zimmers.

      BG/phaidros.vie@gmail.com

    • Wertkonservativer
      21. Mai 2011 09:25

      Okay, phaidros,

      da wäre ich gleich dabei (ohne vorher meine Schwarzfärbung abwaschen zu müssen!).

      Ich war und bin Optimist, gebe daher die diesbezüglichen Hoffnungen nicht auf!

    • durga
      21. Mai 2011 14:41

      Lieber WK,

      Wenn ich es bis jetzt nicht vorgezogen habe (aus Frust) überhaupt nicht zur Wahl zu gehen, habe ich auch schwarz gewählt - meistens nicht aus Überzeugung sondern, weil es mir als kleineres Übel erschien.

      Es besteht bei uns zweifellos ein bedeutendes Potential für eine liberale politische Strömung, ob es dafür aber genügend Meinungsbildner und Protagonisten gibt, die "sich das antun wollen" ist fraglich.

      Ebenso ist es fraglich ob in der ÖVP ein wirklich liberaler Flügel kreiert werden kann - und damit meine ich nicht nur den ökonomischen sondern auch den weltanschaulichen Aspekt? Kann in der derzeitigen ÖVP ein Weltbild Bestand haben, das in realistischer Weise beide Aspekte vor dem Hintergrund unserer (irreversibel) globalisierten Welt sieht?

      Spindelegger hat zwar gestern gesagt:"Wir müssen aufhören, allen alles zu versprechen", was er damit aber wirklich meinte und wieweit dies vom (populistischen) Beifallsmurmeln seiner Parteigranden abhängt, ist ungewiß.

  11. Erich Bauer
    20. Mai 2011 10:49

    "...Auch sonst gibt es weit und breit keine Kraft, von der eine Renaissance der Vernunft ausgehen könnte..."

    Dass eine neue „Wirtschaftspartei“ bei Wahlen mehr als 5 Prozent erreicht, ist wahrscheinlich auszuschließen. Erstaunlich jedenfalls das Gegacker aus allen „kollektivistischen“ Ecken. KK-P merkt sogar an, dass „Österreichs Wirtschaftstreibende bestens politisch verankert sind“… Trotzig ruft sie den Wirtschaftstreibenden zu: „Vereinigt euch halt… ihr ewig Jammernden und Verdrossenen!!!“ Ihr werdet schon SEHEN… klingt es selbstsicher und ein bisschen selbstberuhigend nach…

    Nun denn, mit demokratischen Wahlen ist kein Einfluss zu gewinnen. Mit der politischen „Zwangsverankerung“ ist der Bock zum Gärtner gemacht. Denn die „kämmerlichen“ Unternehmer haben so gar kein Interesse an starker, selbstbewusster Konkurrenz. Das ist naturgemäß so. Und ist man einmal ein „Kämmerer“ bevorzugt man die „flache See“. Einerseits will man ja das „steady money“ (Beamtegehalt) nicht so sichtbar vor sich hertragen und andererseits setzt man ja auch gerne sich und der „Kammerbeamtenfamilie“ die Subventionsnadel. Die „Infusionsberechtigung“ wird selbstverständlich nach Kriterien erteilt, welche halt immer auf die „Familie“ zutreffen.

    Nun, was könnte das Wirkungsfeld einer neuen „Wirtschaftspartei“ sein? Der „Marsch durch die Institutionen“ scheint aussichtslos. Aber, für alle „Kollektivisten“ könnte etwas entstehen, was sie als höchst verstörend empfinden würden: die Solidarisierung der KMUs (diejenigen OHNE „Infusionsberechtigung“) und NETTOZAHLER. Den „Kollektivisten“ aller Parteien stünden dann nicht mehr die „gemütlichen“ kämmerlichen Unternehmer gegenüber, sondern ihre Ausbeutungsobjekte… „Die Revolution der gebenden Hände“ (Sloterdijk). Vorausgesetzt die Gründer dieser Partei meinen es grundehrlich. Die Drohung allein bringt jedenfalls die Hühner zum Gackern. Denn sie wähnen den nahenden Fuchs…

  12. Josef Maierhofer
    20. Mai 2011 08:40

    Wir haben die falsche Mentalität anerzogen.

    Dr. Leitl ist eine Vorgabe an die SPÖ, er gehört zu den Verschwendern und Schuldenmachern und zu den Hochglanzbroschürenverwendern, leider alles nur Blabla, was er 'wirtschaftlich' trötet, im Unterschied zu dem, was er tut und tun lässt, verschwenden und Schulden machen.

    Also reihem sich auch die 'Wirtschfaftler' mit der Unvernunft des unordentlichen Kaufmannes würdig unter die Nehmerkaste der SPÖ ein.

    Es geht für den Einzelnen oft nur noch darum, was bekomme ich 'gratis', was 'steht mit zu', etc., statt der Aussage, 'was kann ich der Gesellschaft anbieten und was kann ich zur Gesellschaft beitragen'.

    Heute ist von einem Beitrag eines Einzelnen nur noch selten die Rede, vom Nehmen fast immer und von Schulden schweigt man ...

    • reha
      20. Mai 2011 11:18

      Genau so ist es, Herr Maierhofer. Jeder hat nur Rechte (gesellschaftlicher Grundkonsenz), aber keine Pflichten (gegenüber der Gesellschaft). Das kann auf die Dauer nicht gutgehen und gehört radikal geändert.

  13. Johann Scheiber
    20. Mai 2011 08:12

    Wir brauchen keine Wirtschaftspartei, sondern eine Volkspartei die diesem Namen gerecht wird!

    • Johann Scheiber
      20. Mai 2011 12:36

      Dies ist nicht als Appell an die bestehende Volkspartei gemeint, sondern als Feststellung des Bedarfes nach einer echten Volkspartei. Fore the people, through the People, by the people.
      Der Ruf nach einer Wirtschaftspartei zeugt nur davon, dass viele Leute noch immer nicht verstanden haben, dass es in Konkurrenz mit den linksgrünen Bolschewiken einerseits und den fimanzkapitalistischen Faschisten andererseits, nicht primär um Wirtschaftskonzepte geht, sondern um das Stoppen der neomarxistisch-kulturrevolutionären und der kapitalistisch-malthusianischen Unterminierung der Welt wie wir sie kennen.

    • Wertkonservativer
      20. Mai 2011 13:03

      Darf ich als ÖVP-Mensch - (auch nach Ihrer Einschränkung) trotzdem applaudieren?

      Nur, Wertester, wie geh'n wir's an?

      Hier im Forum schreiben viele gescheite Leute! Wer macht sich jedoch die Mühe, eine neue Volkspartei zu gründen? Kennen Sie da wen? Wären Sie bereit, als Parteigründer die erste mühevolle Arbeit zu leisten?
      Ich bin zu alt: Liebe Leute, geht Ihr voran!

    • Erich Bauer
      20. Mai 2011 15:20

      Johann Scheiber,

      Lassen Sie sich von den "Anfeuerungsrufern" keinesfalls zu TATEN verleiten. Sie meinen es nicht gut... Genüßlich die Tränen trocknend würden sie Ihrer Kreuzigung beiwohnen...

    • Johann Scheiber
      20. Mai 2011 21:15

      Erich Bauer,

      ich weiß schon, eine Tragödie ist schön anzusehen, aber schwer zu ertragen.

  14. Observer
    20. Mai 2011 06:54

    Nach Katharina Krawagna-Pfeifer ist in Österreich "alles in Butter". Bemerkenswert ist u.a., wie sie den WKÖ-Chef Leitl über "den grünen Klee" lobt.
    Ich glaube schon, dass es bei und eine neue politische Partei geben sollte, allerdings ist die Deklaration "Wirtschaftspartei" zu einseitig und spricht nur einen Teil der frustrierten Wutbürger an. Schon allein die Tatsache einer neuen Partei mit starkem Zulauf würde die beiden "ehemaligen" Grossparteien zwingen, sich wieder mehr der tatsächlichen Sorgen der Bürger anzunehmen und vor allem zukunftsorientiert zu denken und zu handeln.

    • Wertkonservativer
      20. Mai 2011 08:42

      Werter Observer,

      es besteht weitgehende Übereinstimmung, dass Parteigründungen heutzutage kaum Aussicht auf erfolgversprechende Entwicklung und Präsenz im Politspektrum unseres Landes haben könnten. Da werden wir schon (bei allem Unmut und Frust) auf die etablierten Parteien zurückgreifen müssen.
      Wir haben nun drei Parteien auf annähernd gleichem Level.
      Es liegt an jedem Einzelnen von uns, seine Präferenzen zu ziehen.

      Eines muss aber auch klar sein: bei diesen Kräfteverhältnissen können auch wieder nur Koalitionen herauskommen, da keine der drei Gruppierungen (auch die Blauen nicht) das Zeug hat, eine echte Mandatsmehrheit zu erhalten.
      So schaut's aus!

  15. thomas lahnsteirer
    20. Mai 2011 06:49

    Besonders lustig ist die anhand einiger merkwürdiger Fachleute dargestellte Wirtschaftskraft der etablierten Parteien durch die Frau Krawagna:

    -Christoph Matznetter, freier Wirtschaftsverband, Doktor der Philosophie, staatlich geprüfter Steuerberater ohne einschlägige Uni-Ausbildung, Schülerreferent der sozialistischen Jugend Österreichs , deklarierter Schwarz-Blau Hasser..inzwischen irgendwie in der Versenkung verschwunden

    -Alexander van der Bellen, anläßlich der Wiener Wahlen als Wählertäuscher aufgetreten. Angeblich bemüht er sich jetzt im Ausgedinge "als Beauftragter der Stadt Wien für Universitäten und Forschung in Gesprächen mit VertreterInnen der Universitäten, aus dem Forschungs- und Wissenschaftsumfeld sowie den zuständigen Magistratsabteilungen, die Öffnung der Stadt und ihre internationalen Chancen zu thematisieren." bla, bla bla

    - der Grüne Werner Kogler ist vor allem durch seine Budgetrede in der Dauer
    von über 12 Stunden als naiver Oberblockierer im Gedächtnis geblieben

    - und last, not least der Obergrinser, dem eigentlich längst die Ehrenmitgliedschaft der SPÖ wegen Nachbetens von SPÖ-Positionen und dadurch erworbener Verdienste um diese Partei zu verleihen wäre

    Bei solchen tollen, etablierten Protagonisten müßte es eigentlich ein leichtes sein, als Wirtschaftspartei mit frischen Kräften zu reüssieren.

    • brechstange
      20. Mai 2011 08:50

      Ich dachte mir auch, wenn das die Wirtschaftsexperten in der Politik sind, dann Gute Nacht.

  16. Wertkonservativer
    20. Mai 2011 05:38

    Der Meinung unseres A.U. hinsichtlich Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung kann ich mich (als Wirtschaftstreibender) im Großen und Ganzen anschließen. Speziell Herr Leitl ist für mich eine wirklich unangenehme Erscheinung!
    Eine Wirtschaftspartei ohne Einbindung der WK und IV gründen zu wollen, wäre von vorneherein zum Scheitern verurteilt, abgesehen von der relativ geringen Zahl der ansprechbaren Wähler.
    Also besser bleiben lassen!

    Wie sich unsere Forumsgemeinde wirklich einen Ausweg aus der auf uns zukommenden Krisensituation wirklich vorstellt, ist mir leider nicht recht einsichtig.
    Es werden hier viele Vorschläge dazu gemacht, doch hinsichtlich deren möglicher Realisierung fehlen mir die Rezepte!

    • Wertkonservativer
      20. Mai 2011 06:38

      Verzeihung! Da habe ich vor versuchter Modifizierung auf den Knopf gedrückt.
      Der letzte Satz soll lauten:
      "Es werden hier viele Vorschläge dazu gemacht, doch hinsichtlich deren möglicher Realisierung vermisse ich die geeigneten Ärzte, die nicht nur Rezepte ausschreiben, sondern der effektiven Gesundung des Patienten "Staat" ihre ganze Tatkraft widmen!

  17. libertus
    20. Mai 2011 01:15

    Österreich benötigt keine neue Wirtschaftspartei, weil ganz einfach zu wenige Wirtschaftstreibende existieren, die einer solchen Partei zu einer gewissen Stimmenstärke verhelfen könnten.

    Der wirtschaftstreibende Mittelstand ist fast schon ausgerottet, Familienbetriebe werden kaum mehr fortgeführt und Kleingewerbetreibende sind so gut wie ausgestorben.

    Wer braucht dann noch diese angedachte neue Wirtschaftspartei? Doch nicht die wenigen Multis und Großkonzerne in Österreich?

    Und wenn ein Christoph Leitl in seiner Position als Präsident der Wirtschaftskammer von einer Frau KKP lobend erwähnt wird, dann scheint er in diesem Job versagt zu haben und ist meiner Ansicht nach rücktrittsreif!

    • brechstange
      20. Mai 2011 08:46

      Rücktrittsreif auch, weil er mit dem unseligen Verheugen ein Buch gemeinsam herausgibt. Soviel Provinz im urbanen Österreich.

    • reha
      20. Mai 2011 10:55

      Ich habe zwar keine aktuellen Zahlen zur Hand, doch glaube ich die Aussage nicht, dass der wirtschaftstriebende Mittelstand schon fast ausgerottet ist oder Kleingewerbetreibende so gut wie ausgestorben sind.
      Ich glaube, dass dieser Unternehmerkreis immer noch die meisten Arbeitnehmer in Österreich beschäftigt, aber keine effiziente Interessensvertertung hat. Die wäre aber dringend erforderlich, wenn es nicht dazu kommen sollte, was Sie als Apokalypse skizzieren.

  18. byrig
    20. Mai 2011 01:09

    nein,wir brauchen sicher keine neue wirtschaftspartei.
    das ist das erste mal,dass ich eher auf seite kwp bin.
    eine reine wirtschaftspartei würde dem volk gegenüber noch unverantwortlicher agieren,als die "wirtschaft" es in den letzten jahrzehnten in ihrem einflussbereich eh schon getan hat.

    die ausländermisere geht nämlich nicht alleine auf linkes gutmenschentum zurück,mitnichten.massiven anteil hat die tolle wirtschaft,der profit wichtig ist,aber z.b. nicht,ob moslemische türken,hier nicht zuletzt auf wunsch der immer so gepriesenen wirtschaft angesiedelt,wirklich hierher passen,ob der wunsch der wirtschaft nach arbeitskräften wirklich dem land dient.
    es sollte wahrscheinlich alles nur der "wirtschaft" dienen,wenns nach den noch nicht genau bekannten befürwortern einer neuen "wirtschaftspartei" gehen sollte.
    gottseidank gibt es noch genug leute-v.a. auch bürgerliche,die das menschliche zusammenleben und den staat nicht auf die interessen von teils gewissenlosen,zumindest gewissenlos in hinblick auf staatsinteressen wirtschaftstreibende und industrielle verstehen.
    wobei ehemalige vertreter der industrie wie dieser krejci ja eher als böhmischer sozialist agiert-üble figur,von dem sich die i.v. bis heute nicht distanziert hat.
    facit:eine wirtschaftspartei ist völlig unnötig,da eine solche nicht in der lage ist,das ganze,notwendige politische,staatlich notwendige spektrum abzudecken.
    und bar jedes patriotismus ist.

    • CHP
      21. Mai 2011 09:43

      @byrig
      Sie sprechen mir aus der Seele. Wir brauchen wirklich keine neue Lobbyisten. Der Staat soll vom BÜRGER regiert werden, nicht von irgendeiner Lobby. Eine Regierung hat das Wohl des Bürgers, seine Sicherheit und Zukunft als Programm zu betrachten.
      Daß dabei die Wirtschaft nicht zu vernachlässigen ist, sollte klar sein.

  19. PostScriptum
    20. Mai 2011 00:30

    KKP ist nur noch bemitleidenswert. Was machen Sie bitte den ganzen Tag, Frau KKP? Den Standard lesen und jedes einzelne Wort glauben? Kann nur so sein, anders ist Ihr abgrundtief dummer Beitrag nicht zu verstehen.





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