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Europa ohne Strom

Die japanische Atomkatastrophe verändert Europas Zukunft mindestens genauso, wie es die Finanzkatastrophen einiger südeuropäischer Länder tun. Viele Deutsche und Österreicher freuen sich, dass als Folge der japanischen Katastrophe der Atomkraft offenbar keine Zukunft mehr bevorsteht. Deutschland hat schon acht Kraftwerke abgestellt. Und auch die nüchternen Schweizer wollen keine neuen AKW mehr bauen. Freilich werden die vorhandenen dort noch ein paar Jahrzehnte bespielt und der Nicht-Neu-Bauen-Wollen-Beschluss kann jederzeit revidiert werden, wie es etwa schon die Schweden einmal getan haben.

Die Freude über die Anti-Atom-Stimmung ist durchaus nachvollziehbar, auch wenn in Japan bisher trotz Tausender medialer Schreckensberichte kein einziges Todesopfer als Folge atomarer Strahlung bekannt geworden ist. Aber ebenso muss man darauf hinweisen, dass der Schaden in Japan doch deutlich größer ist als anfangs angenommen/befürchtet/erhofft.

Nukleare Strahlung ist etwas langfristig Unheimliches, und daher fürchten sich viele Menschen nachvollziehbarerweise vor ihr viel mehr als vor sonstigen Bedrohungen. Allerdings ist es Tatsache, dass andere Bedrohungen deutlich mehr Todesopfer gefordert haben als alle atomaren Schreckensszenarien. Und sie tun es täglich weiter: vom Straßenverkehr bis zu den vermeidbaren Krankheiten. Dennoch werden diese Bedrohungen von vielen Menschen nonchalant ignoriert, wie sie täglich durch ihren Lebensstil beweisen. Ebenso ignorieren sie die großen Opferzahlen anderer Methoden der Stromerzeugung.

Aber in demokratischen Gesellschaften sind natürlich die Ängste der Bürger ein relevantes Faktum. Und zwar unabhängig davon, ob sie von bestimmten Feinden der europäischen Gesellschaftsform aus ideologischen Gründen geschürt werden oder ob die Ängste objektiv in dieser Dimension berechtigt sind. Im deutschen Sprachraum ist die Atomangst jedenfalls Tatsache, auch wenn man sich anderswo über die „deutsche Angst“ lustig macht, die bezeichnenderweise für Engländer und Amerikaner ein deutsches Fremdwort geworden ist.

Diese Angst muss zweifellos auch die EU berücksichtigen, etwa bei ihren neuen AKW-Stresstests. Sie hat nun beschlossen, dass bei den Tests auch die Folgen eines Flugzeugabsturzes einzukalkulieren sind. Skurril bleibt freilich, dass ein ebensolcher Flugzeugabsturz auf eine der vielen großen Staumauern von Wasserkraftwerken in keinem europäischen Stress-Test erfasst wird. Dabei hätte ein dadurch ausgelöster Staumauer-Bruch ebenfalls verheerende Folgen.

Unabhängig davon kann man den europäischen – und zuletzt insbesondere den deutschen – Verantwortlichen einen großen Vorwurf nicht ersparen: Niemand macht die Menschen auf die gewaltigen Kosten und Risiken der neuen Atom- und Energiepolitik aufmerksam. Eines dieser Risiken ist die seit der deutschen Reaktor-Stilllegung stark gestiegene Gefahr großflächiger und langdauernder Stromausfälle. Dieser Gefahr steht in schizophrenem Gegensatz zu den zuletzt so beliebten Träumen von stromgetriebenen Autos.

Die Stromknappheit wird wohl erst im Winter wirklich spürbar werden. Bei den Preisen tut sie das schon jetzt. Die Stromverteuerungen, die vor allem wegen der kostspieligen Förderung von Windkraftwerken, von Bioenergie- und Solaranlagen entstanden sind,  haben bereits in den vergangenen Jahren deutlich mehr ausgemacht als die durchschnittlichen Pensionserhöhungen (von jenen Pensionisten, die ohnedies keine Erhöhungen mehr bekommen, sei hier gar nicht geredet). Und sie werden im kommenden Jahr noch viel schlimmer sein, wenn sich die Reaktorschließungen europaweit auswirken werden. Strom wird ja überwiegend mit langfristigen Terminverträgen verkauft.

Noch viel drastischer als auf die Konsumenten wirken sich die Stromverteuerungen auf die Arbeitsplätze aus. So haben spanische Ökonomen einen engen Zusammenhang zwischen der in Spanien besonders intensiven und teuren Alternativ-Förderung und der dortigen Arbeitslosigkeit mit Europarekord-Dimensionen nachgewiesen.

Aber das ist noch harmlos gegen das, was Europas Wirtschaft künftig bevorsteht. So hat Voest-Chef Eder schon angekündigt, dass die Stahlindustrie nur noch außerhalb Europas investieren wird. Und Klaus Kleinfeld, der Chef des globalen Aluminium-Konzerns Alcoa, hat angesichts der Stilllegung der Hälfte der deutschen Atomkraftwerke erklärt, dass der Konzern keine neuen Produktionsstätten in Deutschland aufbauen werde. „Die Industrie wird nur dahin gehen, wo sie verlässliche Rahmenbedingungen vorfindet.“

Ohne Industrie aber verarmt Europa dramatisch. Darüber können keine grünen Träume hinwegtäuschen.

Natürlich kann sich Europa, können sich europäische Staaten für diesen Weg entscheiden, wenn ihn die Mehrheit so will. Aber eines kann man von den politischen Führungen schon verlangen: Sie sollten den Menschen auch mit völliger Klarheit die Konsequenzen klarmachen. Es gibt in der Wirtschaftspolitik genausowenig wie anderswo irgendeinen Vorteil zum Nulltarif (also etwa die Befreiung von der Sorge vor Atomunfällen oder gar von der mythischen Gefahr einer angeblich vom Menschen ausgelösten globalen Erwärmung). There is no free lunch, heißt es in der pointierenden englischen Sprache.

Vorbereiten müsste man in einer fairen Information die Menschen auch auf die sonstigen Folgen von langanhaltenden Stromausfällen, bei denen auch keine Generatoren mehr helfen. Solche langen Ausfälle sind etwa für Tausende Patienten in Intensivstationen lebensbedrohend oder für die noch größere Zahl jener, deren Leben von regelmäßigen Dialysen abhängt. Die Bevölkerung kann bei einem Ausfall des Stroms weder über Fernsehen und Radio noch über Telefon und Internet informiert werden.

In die Analyse der Folgen von Stromausfällen gehört genauso die Versorgung mit Trinkwasser, die ohne Pumpen und Aufbereitungsanlagen vielerorts nicht funktionieren kann. Kläranlagen sind so wie Verkehrsampeln von elektrischer Energieversorgung abhängig. In den stromlosen Kühlanlagen der Supermärkte würden die Lebensmittel verfaulen. Und auch die Gewächshäuser brauchen Strom für die Durchlüftung.

Gewiss: Der atomare Kollaps in Japan ist eine Katastrophe. Man ist aber deswegen noch kein bezahlter Atomlobbyist, wenn man sich noch mehr vor den Folgen eines Zusammenbruchs der europäischen Stromversorgung fürchtet. Denn wenn dieser einmal eintritt, können seine vielen Ursachen nicht mehr binnen weniger Wochen behoben werden. Und selbst die utopischsten Alternativ-Szenarien kalkulieren die flächendeckende Versorgung mit Windmühlen und Solarpaneelen in Jahrzehnten. Ganz abgesehen davon, dass diese in Wahrheit weder finanzierbar noch technisch möglich ist.

Ich schreibe regelmäßig Beiträge für das neue unabhängige Internet-Portal eu-infothek.com.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorperseus
    20x Ausgezeichneter Kommentar
    31. Mai 2011 10:20

    Es gibt sie die eierlegende Wollmilchsau: sie existiert in kranken realitätsfernen wirtschaftsfeindlichen neomarxistisch-grünen Gehirnen:

    • Kein Atomstrom aber auch kein Ersatz des Atomstroms durch Kohlekraftwerke – obwohl Kohle in Europa verfügbar wäre (deutsche Grüne - Jürgen Trittin gestern in ARD);
    • Gleichzeitig soll CO2 reduziert werden, weil es angeblich die Atmosphäre erwärmt
    • Der Handel mit CO2 Zertifkate erhöht künstlich die Energiekosten – der größte Unsinn seit Menschengedenken (was wird da auf einem Papierl zertifizert? Und wofür wird bezahlt?)
    • Wasserkraft darf auch nicht ausgebaut werden, weil Biotope zerstört werden könnten, in denen seltene Pflanzen und Tiere vorkommen
    • Autos sollen möglichst mit Elektromotoren angetrieben werden
    • Wir werden bald Wälder von Windkraftwerken haben – gleichzeitig darf aber die Landschaft nicht zerstört werden und der Fremdenverkehr muss weiter stattfinden

    Gottseidank werden wir bald ganz andere Probleme haben:

    • Die Inflation wird die Einkommen breiter Bevölkerungsschichten auffressen
    • Ein paar europäische Banken werden crashen und von uns allen aufgefangen werden müssen
    • Dann müssen wir wieder Geld drucken – Faymann hat es versprochen und gesagt, dass da eh kein Problem ist, die Kronenzeitung versteht das auch
    • Das wird die Inflation weiter anheizen
    • Wir werden auch Geld drucken müssen, um ein paar Euro-Mitgliedsländer aufzufangen
    • Die Energiekosten werden steigen, was dazu führt, dass
    • Österreich bald industriefrei ist; das löst die Probleme oben, aber:
    • Wir brauchen eine höhere Mehrwertsteuer, weil wir unsere Politiker und Beamten zahlen müssen und die Frühpensionisten der ÖBB erhalten müssen

    Inzwischen berät die „Regierung“ über:

    • Die Abschaffung der Wehrpflicht
    • Den nationalen Aktionsplan Intregation
    • Die Einführung der Gesamtschule
    • Eine Infrastrukturoffensive zur Erreichung einer umweltfreundlichen Verkehrsinfrastruktur

    Thema verfehlt – oder?

  2. Ausgezeichneter KommentatorPannonicus
    14x Ausgezeichneter Kommentar
    31. Mai 2011 18:16

    Man sollte sich in diesem Zusammenhang vergegenwärtigen, wie die „Öko-Bewegung“ zustande kam, sich seuchenartig in die Hirne abendländischer Menschen fressen konnte und damit heute sogar als Wegbereiter des Islam angesehen werden kann:

    Erstens sorgte 1972 der Sammelband von den „Grenzen des Wachstums“ für Furore. Er ist typisch für eine übersättigte bis degenerierte Gesellschaft, in der sich elitäre Kreise nicht um ihren Lebensunterhalt kümmern müssen, und fällt somit in dieselbe Kategorie wie die bukolischen Strömungen in der Antike, das „Retournons à la nature“ im Rokoko, ja bis zu einem gewissen Grad sogar das „Erwachen heiterer Gefühle bei der Ankunft auf dem Lande“ der Pastorale. Natürlich ist Wachstum nie grenzenlos, und natürlich kann und soll man sich an der Natur erfreuen - wenn sie einen nicht gerade bedroht. Doch sogar der Atommeiler Sonne ist nicht „erneuerbar“ und wird irgendwann ausgeglüht sein – und wie weit in die Zukunft soll der Mensch überhaupt planen?

    Zweitens erkannte der Kreml sehr schnell, daß diese Ideen – bekanntlich aus dem eigenen Herrschaftsbereich rigoros ferngehalten – eine riesige Chance boten, den Feind zu schwächen. Das erklärt, warum die Vertreter der von Moskau finanzierten und gesteuerten „Friedensbewegung“ meist übergangslos in den Öko- und Grün-Bewegungen aufgingen, um dort ihre Unterminierungsarbeit – jetzt scheinbar unverdächtig aus eigenem Antrieb – fortsetzen konnten. Naive Christen, die früher ebenfalls den Friedensbewegern hereinfielen und heute meist auch auf den „Öko-Schmäh“ religionsferner Kreise hereinfallen, sollten sich vielleicht einmal an den „Schöpfungsauftrag“ erinnern.

    Aber noch zwei ganz materialistische Tatsachen sollte man sich vor Augen halten: Physikalisch betrachtet ist keine – und jede Energie „erneuerbar“, weil Energie eben nur von einer Form in eine andere verwandelt werden kann. Und ökonomisch betrachtet, müssen die Subventionen, die für „saubere Energien“ unumgänglich sind, immer erst von der „schmutzigen“ Wirtschaft erarbeitet werden.

  3. Ausgezeichneter Kommentatorlibertus
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    31. Mai 2011 02:28

    Wieviele Tote ein anderes Katastrophenszenario auch immer fordert, ich kenne keines, welches ganze Landstriche auf tausende Jahre hinaus unbewohnbar macht, sowie in Tschernobyl und vermutlich auch in Fukushima bzw. welches auf Generationen hinaus Erbgutschädigend wirkt.

    Weiters kenne ich keine Energiegewinnung, deren Abfallprodukt bis heute keine Endlagerung ermöglicht, weil es ebenfalls Jahrtausende eine strahlende Gefahr darstellt.

    So gesehen kann man bei Atomstrom keinesfalls von kostengünstiger Energie sprechen, weil bei einem atomaren Unfall die Folgekosten erstens gar nicht abzuschätzen sind und zweitens absolut auf die Allgemeneinheit und deren Nachkommen abgewälzt werden.

    Man muß beileibe kein Grün-Alternativer sein, um zu erkennen, daß Atomstrom weder als "Brückenenergie" taugt, noch dessen Belastungen zukünftigen Generationen zumutbar sind. Atomstrom ist im Falle eines GAUs die teuerste Energieform überhaupt, weil sie zwar vom Menschen genutzt, jedoch immer noch nicht in allen Konsequenzen beherrscht wird.

    So gesehen, eine sehr kurzsichtige Energiegewinnung, tut mir leid!

  4. Ausgezeichneter KommentatorHDW
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    31. Mai 2011 18:34

    So wie ich das derzeit sehe, werden die Deutschen ihre Grundlast weiterhin zu 25 % aus Atomstrom speisen, importiert aus Frankreich das dann in ganz Europa als Energiemonopolist auftreten kann und den Preis bestimmt. Gilt nicht für Deutschland denn die übernehmen ja bekanntlich die Castor-Transporte zur Entsorgung des französischen Atommülls und halten sie dadurch fest an den Eiern (Denkt sich die Merkel). Die Roth und Trittin verdienen mittlerweile mit der kuriosen Photovoltaik Anlage in der Sahara. Nur alle anderen rot-grün gehirngewaschenen Länder werden den hohen Energiepreis zahlen und die Produktion weiter an China abgeben müssen. Mit dem monetären Gau, entsteht dann die von den rot-grünen Marxisten-Leninisten herbeigesehnte "revolutionäre Situation" Im Versuchsfeld Italien spielt sich das gerade ab: Die wachgeküssten Kommunisten sind gerade dabei eine Volksabstimmung gegen den Atomstrom zu erzwingen, die zahlen jezt schon den doppelten Energiepreis wie die Franzosen!

  5. Ausgezeichneter KommentatorGraf Berge von Grips
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    31. Mai 2011 11:32

    Nr.387
    Handkurbelgeräte zum Aufladen von Akkus, so hört man schon munkeln,
    finden reissenden Absatz - wir werden alle top fit - nur leider im Dunkeln.

  6. Ausgezeichneter KommentatorKarl Rinnhofer
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    31. Mai 2011 18:51

    Verstörend erscheint die kaum nüchternen Gesetzen der Logik folgende Vorgehensweise europäischer Politiker, die in der Atomfrage reagieren statt regieren: Ein punktuelles Ereignis führt zu kaum vernunftgeleiteten, aus der Hüfte geschossenen Entscheidungen ohne jede Bedachtnahme auf enorme Nachfolgewirkungen, um der grundsätzlich wankelmütigen und manipulierbaren „Stimmung“ des Volkes zu frönen. Das ist eine Niederlage aufklärerischen Denkens, dass Menschen durch Vernunftgebruch vom der Unmündigkeit durch Herrschaft von Emotionalismus, Halbinformation und Tradition befreien wollte.

    Seit je war bekannt, dass bei dieser brisanten – doch umweltschonenden und effizienten – Hochtechnologie Bestimmungen besonders penibel und unrelativierbar einzuhalten sind (Tschernobyl) oder, dass Kernkraftwerke in Tsunami-bedrohter Küstennähe oder in Erdbebengebieten nicht betrieben werden dürfen (Fukushima); weil sich bei Fehlbedienung und nicht auszuschließendem Zusammentreffen ungünstiger Parameter unabsehbare Folgen ergeben, die tatsächlich eine Zauberlehrlingssituation auslösen können. Dass friedliche Nutzung der Atomkraft nicht zu handeln sei, stimmt aber keineswegs.

    Dass Politiker ohne Absehen der Konsequenzen aufgrund dieser Unfälle – die nicht wirklich schicksalhaft sind, sondern durchaus im Bereich vorhersehbarer Möglichkeiten - kalmierend einer plausibel-nachvollziehbaren, doch unreflektierten Massenstimmung folgend - großmundig den überhasteten Ausstieg aus der Atomenergie beschließen, ist untragbar. Damit muss es zu Auslagerungen industrieller Produktion aus Europa, zu vermehrter und insgesamt gefährlicherer, umweltbelastender und unstabilerer Energieerzeugung in Zonen geringer Standards kommen, zu unwägbaren Abhängigkeiten und weiter schrumpfender Konkurrenzfähigkeit kommen.

    „Erneuerbare Energie“ – ein Begriffspaar mit positiver Konnotation; wer wollte etwas dagegen haben? Die „neuen Technologien“: Fotovoltaik, Biomasse, Windenergie, Solarpanelle – alles toll. Doch weiß der halbinformierte Durchschnittsbürger überhaupt um die Nachteile dieser meist unausgereiften, großtechnisch vergleichsweise katastrophal unwirtschaftlichen Energieformen?

    Es ist derzeit schick, über die „Atomlobby“ herzuziehen – als ob es keine fragwürdigen (Förder- und Stimmungsumschwung-) Begehrlichkeiten von Lobbyisten „alternativer Energieformen“ gäbe, die Einflussnahme auf Politiker und Instrumentalisierung dumpfer Gefühle halbinformierter Massen ihre Chance sehen- zum Ruin des Volkswirtschaften Europas.

    All diese Gedanken sollen natürlich nicht davon ablenken, dass manche eingespielten Verfahrens- und Lebensweisen (Inputmaximierung, Priorität des Verschleißes vor Reparatur, geringe Bedachtnahme auf Energieeffizienz und mangelndes grundsätzliches Energiesparbewusstsein) überdacht und dringend korrigiert werden, nachweisliche Energiesparpotenziale endlich ausgeschöpft werden müssen. Ebenso müssen langfristig und auf wissenschaftlich-nüchterner Analyse gestützt wirtschaftliche Möglichkeiten unterstützender erneuerbarer Energiegewinnung forciert werden, weltweit die Sicherheitsstandards optimiert, deren Einhaltung unrelativierbar garantiert werden. Doch Hau-Ruck-Aktionen sind kontraproduktiv.

    Hat jemand, der jetzt den kurzfristigen Atomausstieg als „mutige Maßnahme“ propagiert, daran gedacht, welche Auswirkungen dies auf die Infrastruktur (Netzausbau) hat, dass der Effekt – will man keinen Energiekollaps provozieren -. Importstrom just aus Ländern bedeutet, die verstärkt auf Atomenergie setzen (z.B. Russland), denen es leicht gemacht wird, den Preis zu bestimmen ...? Von den infolge Kumulation katastrophalen Wirkungen der diverser Energie-, CO2-, Mineralöl-, Ökostrom-, diversen Verkehrs-Abgaben abgesehen, die zusätzlich die allgemeine Inflation gewaltig anheizen und den Standortvorteile zunichte machen.

    Die Entwicklung konkurrenzfähiger neuer Technologien wird viel Zeit brauchen, aber auch vieler materielle, wissenschaftsintellektueller und energiemäßiger Ressourcen bedürfen, die bei einem Kniefall vor wirtschaftsfeindlichen Kräften nicht mehr freigesetzt werden. Diese „Gutmenschen“ protestieren bar aller reinen Motive gegen jede Staumauer ebenso wie gegen die Kernkraft – denn der Strom kommt ja aus der Steckdose. Und ganze Industrieländer verhalten sich wie Trittbrettfahrer, wenn sie froh sind, Atomstrom verlässlich importieren zu können, um selbst wirtschaftlich zu reussieren – nicht ohne über dessen Erzeugung sich empörend die Nase zu rümpfen ...

  7. Ausgezeichneter KommentatorCelian
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    31. Mai 2011 10:46

    Unabhängig davon, ob man für oder gegen die Atomenergie ist, läßt sich doch einiges Grundsätzliches festhalten:

    Die Atomwirtschaft wird einige Investitionen abschreiben müssen. Kosten, die an Haushalte und Industrie weitergegeben werden.

    Der im letzten Jahr mit der Politik abgeschlossene Vertrag, eine Brennelementesteuer für die Laufzeitverlängerung ist hinfällig. Für die im Schnitt 12 Jahre längere Laufzeiten sollten Konzerne rund 30 Milliarden Euro zahlen. Die Politik ist wortbrüchig geworden, beharrt aber auf die einseitige Erfüllung des Vertrags. Eon und RWE bereiten juristische Schritte vor.

    Durch die Abschaltung von 7 Atomkraftwerken (fünf weitere sind wegen geplanten Wartungsarbeiten abgeschaltet) von 17 insgesamt in Deutschland kommt es zu einer angespannten Lage im Stromnetz. Strom wird nicht mehr dort erzeugt, wo es wirtschaftlich effizient wäre, im Süden, sondern dort wo es politisch korrekt ist, also im Norden, wo Wind und Sonne vorhanden sind. Diese Energie muß durch Stromleitungen dorthin übertragen werden, wo sie benötigt wird. Falls nur eine Leitung ausfällt, kommt es zu größeren Stromausfällen, zu Blackouts.

    Die Folgen des Atomstromverzichts werden im Winter unabsehbar sein, wenn die erneuerbaren Energien kaum einen Beitrag zur Energieversorgung leisten können.

    Daraus folgt:

    Das Vertrauen zwischen Politik und Wirtschaft wurde langfristig zerstört. Versorgungs- und Planungssicherheit für Unternehmen, die langfristige Investitionsentscheidungen im Bereich energieintensiver Branchen treffen müssen, ist in Deutschland nicht mehr gegeben. Solche Industrien werden daher mittelfristig abwandern. Deutschland wird Wirtschaftswachstum abgeben müssen. Einmal an die Schwellenländer abgegebene Industrien sind für immer verloren.

    Arbeitslosigkeit und ein Sinken des Wohlstandes sind die Folge. Da Deutschland der Wirtschaftsmotor Europas ist, hat das unübersehbare Folgen für ganz Europa. Das haben wohl Merkel und ihre aktionistischen TraumtänzerInnen aus dem Grünen nicht bedacht.

    Aber wenn diese Probleme schlagend werden, sind Merkel und ihre Mitstreiter schon lange nicht mehr an der Macht. Sie können für ihre Verbrechen an der deutschen und europäischen Wirtschaft nicht mehr haftbar gemacht werden. Das sind die Schattenseiten der Demokratie.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorRobert Bond
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Juni 2011 17:29

    Das ist jetzt mal umgekehrter Alarmismus. Selbstverständlich wird in Deutschland der Strom nicht ausgehen. Denn Strom kommt bekanntlich aus der Steckdose. Also dann aus französischen, tschechischen und demnächst auch polnischen AKWs. Solange die Deutschen ihre Rechnungen bezahlen können, werden die auch gerne liefern. Die wirkliche Tragik dabei ist, dass sich Deutschland auch von der Forschung zu neuen Technologien der Energiegewinnung abkoppelt. Bei Shale Gas und neuen Reaktortypen sind die nicht mehr dabei. Bei der Kernfusion wäre auch mehr Engagement möglich. Dafür gibts ja Windräder. Das Ergebnis wird sein, dass man in 20 Jahren diese Technologien wie ein Schwellenland zukaufen wird müssen.


alle Kommentare

  1. Lilian (kein Partner)
  2. Chris (kein Partner)
    21. Januar 2015 05:42

    Too many commtipenls too little space, thanks!

  3. Felipe (kein Partner)
    21. Januar 2015 05:21

    That's not just logic. That's really senebils.

  4. Phyllis (kein Partner)
    20. Januar 2015 15:04

    And to think I was going to talk to soemnoe in person about this.

  5. Ela (kein Partner)
    20. Januar 2015 14:46

    That's an apt answer to an insntetrieg question

  6. november (kein Partner)
    02. Juni 2011 13:30

    Es wird oft übersehen, dass ein Beibehalten der Atomoption einem Neueinstieg gleichkommen würde, da seit über zwei Jahrzehnten im Westen keine neuen AKWs mehr gebaut worden sind. Dadurch ist viel Know-How verloren gegangen und viele AKW-Bauer sind in andere Branchen umgestiegen, was die Kosten neuer AKWs weiter in die Höhe treibt. (Wer's nicht glaubt, kann ja die Finnen fragen, die können inzwischen ein Lied davon singen.) Deswegen wären zumindest am Beginn einer Atomrenaissance gewaltige Investitionen notwendig, die wohl der Staat schultern müsste. Bei der derzeitigen düsteren finanziellen Situation der meisten Industriestaaten ein Ding der Unmöglichkeit.

    Eines der wenigen Argumente, die für Atomenergie sprechen, ist der von vielen hier geleugnete Klimawandel, erzeugt sie doch praktisch keine CO2-Emissionen. Bei einer hohen Carbon-Tax auf Kohle und Gas wären AKWs langfristig doch wieder rentabel. Bedeutet ein Atomausstieg also auch, dass die jeweiligen Regierungen ihre Klimaschutzziele aufgegeben haben und dass keine Carbon-Tax oder ähnliches kommt? Haben vielleicht doch Sicherheitsbedenken und Bedenken wegen Atommüllagerung bei der Entscheidung eine Rolle gespielt? Wer weiß schon, was in den Köpfen unserer Regenten vorgeht.

    • Neppomuck (kein Partner)
      02. Juni 2011 15:01

      Noch eines der wenigen Argumente "Pro-Atomkraft" ist, dass man Güter vor Ablauf des Verfallsdatums nicht auf die Halde führt.
      Noch dazu, wenn das Schicksal der jeweiligen (insbesondere der deutschen) Volkswirtschaften davon abhängt.
      Was übrigens auch die künstlich geförderte Hysterie hinsichtlich der Gefährlichkeit von CO2 erklärt.

      Morgenthau lässt grüßen.

    • november (kein Partner)
      02. Juni 2011 15:08

      Sie sind wahrscheinlich auch so ein Staatssozialist. Wenn Sie mir nicht glauben, dass Atomenergie unwirtschaftlich ist und den Steuerzahler ungebührlich belastet, suchen Sie auf mises.org nach Beiträgen zur Kernkraft.

    • Neppomuck (kein Partner)
      02. Juni 2011 16:13

      Der Ausstieg war längst beschlossene Sache.

      Bezüglich der "Wirtschaftlichkeit" hätte man darauf Bedacht nehmen müssen, bevor die Kernkraftwerke gebaut wurden.
      Jetzt Milliarden zu vergraben ist Unsinn. Zumal die Probleme von Entsorgung etc. dadurch nicht geringer werden.

      Einen Anlassfall (Fukushima), der noch dazu nichts mit der eigenen Situation zu tun hat, herzunehmen, um frühzeitig auszusteigen ist ebenfalls Unfug.

      Mag sein, dass Mutter Merkel dies anders sieht, aber sich vor dem Zwischenhoch der Grünen, das noch dazu ohne deren Zutun zustande kam, zu fürchten, ist auch nicht g'scheiter.
      Die werden sich aus Eigenem wieder auf das ihnen zustehende Maß "redimensionieren".

    • contra
      02. Juni 2011 18:19

      @Neppomuck

      Wenn aber die Mehrheit in einer Demokratie möchte, daß der Atomausstieg vollzogen wird, dann ist es nur recht und billig, daß die Politiker darauf reagieren.
      Regen wir uns doch oft genug darüber auf, daß sie über die schweigende Mehrheit hinwegregieren und handelt Merkel endlich FÜR das Volk ist es auch nicht richtig.
      So geht' s denn doch nicht!

    • Neppomuck (kein Partner)
      03. Juni 2011 00:03

      Wenn Kreisky, Gott hab' ihn selig, nicht sein persönliches Schicksal (ohne Konsequenzen daraus zu ziehen) mit der Abstimmung über Zwentendorf verknüpft hätte, wären wir jetzt "glücklicher" Betreiber eines AKW.

      Außerdem sollte man erst dann derartige Entscheidungen umsetzen, wenn
      1. alle über die Alternativen (inkl. aller Konsequenzen) ins Bild gesetzt werden konnten und
      2. wenn diese mehrheitlich durch eine Abstimmung legitimiert wurden.
      Was beides in Deutschland nicht der Fall ist.

      Ich bin kein Freund der Atomkraft, mein Vertrauen auch in diese Technik hält sich in Grenzen, aber ebensowenig von einer Anlassgesetzgebung, die jeder Logik Hohn spricht. Also "Ausstieg" ja, aber moderat.

      Panikmache ist keine gute Grundlage für weitreichende politische Entscheidungen.
      Das sollte sich eigentlich schon herumgesprochen haben.

    • socrates
      04. Juni 2011 20:30

      Griechenland soll 1 Mrd zahlen für ihren CO2 Ausstoß. Sie haben es ohnehin nicht, wir bürgen dafür. Das ist ein Geschäft!

  7. Robert Bond (kein Partner)
    01. Juni 2011 17:29

    Das ist jetzt mal umgekehrter Alarmismus. Selbstverständlich wird in Deutschland der Strom nicht ausgehen. Denn Strom kommt bekanntlich aus der Steckdose. Also dann aus französischen, tschechischen und demnächst auch polnischen AKWs. Solange die Deutschen ihre Rechnungen bezahlen können, werden die auch gerne liefern. Die wirkliche Tragik dabei ist, dass sich Deutschland auch von der Forschung zu neuen Technologien der Energiegewinnung abkoppelt. Bei Shale Gas und neuen Reaktortypen sind die nicht mehr dabei. Bei der Kernfusion wäre auch mehr Engagement möglich. Dafür gibts ja Windräder. Das Ergebnis wird sein, dass man in 20 Jahren diese Technologien wie ein Schwellenland zukaufen wird müssen.

    • Marcus Aurelius (kein Partner)
      01. Juni 2011 17:48

      @Robert Bond:
      Nur shale oder shelf gas bzw. Rohöl aus Ihrem Posting herausgepickt:
      Wenigstens dort ist Österreich noch in führender Postion mit dabei, wenn auch diskret, um nicht von rotgrünen Hirnis verunglimpft zu werden. Die Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG (SBO), in der Regierungszeit des Kabinetts Schüssel aus dem Würgegriff der Verstaatlichung befreit, gehört neben Halliburton zu den weltweit angesehensten Pionieren moderner Bohr- und Erschließungstechniken.
      Die Aktie gedeiht seit mindestens 10 Jahren eindrucksvoll. Und eine beachtliche Dividende kommt regelmäßig obendrauf.

  8. Segestes (kein Partner)
    01. Juni 2011 15:43

    Strom wird seit Jahrzehnten teurer - das war auch während der atomaren Hochkonjunktur so.
    Anders formuliert, die großen EVUs finden immer einen Grund,
    die Preise nach oben zu treiben.

    Wenn gewisse Energiekonzerne bzw. Anlagenbauer neuerdings ihre Bereitschaft erklären, sich von der Atomkraft wegzubewegen, dann fußt das in Wirklichkeit nicht auf einem auf Vernunft basierendem Umdenken, sondern darauf, dass die Fördermilliarden die bisher in die Atomwirtschaft geflossen sind, nun in die "Erneuerbare Energie" umgelenkt werden.

    Leider kann es der Blogger, auch wenn er sich mittlerweile gemäßigter anhört als noch vor ein paar Wochen, nicht lassen, die Angst vor der Atomenergie als etwas irrationales hinzustellen.
    Er betreibt also das gleiche Spielchen, wie unsere GrünInnen mit ihrer Keule der "Islamophobie".

    Die Risiken der Kernkraft, stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen. Die angeblich ausreichende "Sicherheit" die der Kernkraft innewohnt, ist bei näherer Betrachtung, eine fadenscheinige Mogelpackung.

    Laut typischer ISO-Definition ist "Sicherheit" die Freiheit vor nicht akzeptablen Risiken.
    Das bedeutet: Das Risiko muss „akzeptanzfähig“ sein.
    Dafür wiederum müssen zwei Voraussetzungen bestehen:
    I. Man muss sich frei entscheiden können, ein Risiko anzunehmen oder es abzulehnen. Das heißt, das Risiko darf uns nicht überwältigen – wir müssen es managen können. Nur wie soll das bei der Kernkraft funktionieren? Siehe z.B. Erdbeben, Flugzeugabstürze, Terroranschläge.
    II. Die Behebung des Schadens, muss in einigermaßen überschaubaren Zeiträumen erfolgen können. Unmöglich, bei auf Jahrzehnten und Jahrhunderten hinaus radioaktiv kontaminierten Landstrichen. Der Vergleich zu Dammbrüchen ist somit Nonsens

    Fazit: Die Risiken der Kernkraft sind, selbst in Bezug auf die weltweit anerkannte ISO-Definition zur "Sicherheit", nicht akzeptabel.

    • Ch. Seidl (kein Partner)
      01. Juni 2011 16:23

      Merkwürdig ist an der Agitation des Bloggers, dass er zwar andernorts – und sehr zu recht – gegen eine Finanzpolitik anschreibt, die die Lasten der Gegenwart sorglos den nächsten Generationen aufbürdet. Aber wenn es bei der Kernkraft um das ungelöste Problem der Endlagerung geht, weicht er noch so gerne vom Pfad der Nachhaltigkeit ab und überlässt die Endlagerung großzügig den zukünftigen Generationen.

    • Zraxl (kein Partner)
      01. Juni 2011 20:41

      Man müsste halt von der allseits beliebten Panikerzeugerei wieder zu rationaler Argumentation zurückzukehren.

      Was derzeit von diversen politischen Parteien und Massenmedien zum Thema Radioaktivität verbreitet wird, ist verantwortungslos. Es gibt ja auch die natürliche Radioaktivität, die man sehr wohl als Maßstab dafür verwenden kann, was zu tolerieren ist. In Granit (und allen seinen Metamorphosen und Verwitterungsprodukten) kommt z.B. Uran in ein bis vier µg/g vor. Wenn man sich überlegt, dass alleine die obersten 20cm Straßenoberfläche ca.500kg wiegen, dann ergibt sich ein Anteil von 0.5g (bis 2.0g) Uran je Quadratmeter. Für die Schottenfeldgasse wären das somit ca. 9kg (bis 36kg) Uran, die allein im Straßenbelag herumliegen. Unterhalb des Straßenbelags liegt aber auch Material (Schotter, Erde,etc.) das ebenso Uran enthält und zwar in der gleichen Größenordnung. Je Meter Tiefe wären das also dann ca. 45kg (bis 180kg) usw. Etwa 0.7% des natürlichen Urans ist das Uran235, das man zur Herstellung von Atombomben verwenden kann. Alleine im Straßenbelag (20cm) der Schottenfeldgasse liegen somit 63g (bis 252g) atombombenfähiges Uran U235! Diese einfache Rechnung zeigt bereits, wie aberwitzig die Panik vor ein paar µg radioaktiven Materials ist, das irgendwo in der Landschaft verteilt ist.

      Auf der anderen Seite muss man aber auch klar sagen, dass die Kosten für Kernkraftwerksunfälle derzeit absolut unzureichend abgesichert sind. Im Normalbetrieb verdiend der Energieversorger, im Schadensfall zahlt der Staat.
      Ja, man sollte auch hier die Regeln der Versicherungsmathematik bemühen und einen Notfallfonds einrichten, den die Kraftwerksbetreiber zu dotieren haben. Wenn dadurch der Strompreis (für Atomstrom)steigt, dann ist das halt so. Die Energieversorger würden durch entsprechende Versicherungsprämien vielleicht auch angehalten, diese kriminellen Schlampereien, die von Tschernobyl bis zu Fukushima geführt haben, endlich abzustellen.

      Leider ist Vernunft in der öffentlichen Diskussion ein seltenes Gut. In einer Diskussion im ORF Radio stellte etwa eine Grünpolitikerin einer Runde von Experten -darunter Professor Haas von der TU Wien sowie ein Professor des Atominstituts- die Frage, wieviele Windkraftwerke man benötigt um ein AKW zu ersetzen. Betretenes Schweigen! Daraufhin die triumphierende Antwort der Grünpolitikerin: Man benötigt nur 300 Windkraftwerke, um ein Kernkraftwerk zu ersetzen. Diese Angabe ist natürlich kompletter Humbug, denn hier wurde die Grundlast eines(!) uralten(!) kleinen(!) Einzelreaktors mit der Spitzenlast eines Windkraftwerks verglichen. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, soll im Hochsommer oder im Winter einen Windpark besuchen. Das stehen sämtliche Räder still, weil es einfach keinen Wind gibt. Doch unseren Experten ist dieser Sachverhalt offenbar fremd, da haben dann Grünpolitiker leichtes Spiel ihre Desinformation an den Bürger zu bringen.

      Noch eine Anmerkung zu Ihrem Begriff der Sicherheit: Nach dieser ISO-Definition gibt es keine Sicherheit, denn für mich stellt z.B. der Hund des Nachbarn eine unakzeptable Bedrohung dar.

    • Marcus Aurelius (kein Partner)
      01. Juni 2011 21:02

      Andere Staaten, selbst wenn sie auf Öl schwimmen, reagieren rational und vollkommen unpanisch auf einen fernen, nur dort möglichen Tsunami. Saudi-Arabien wird während der kommenden 20 Jahre 16 neue Kernkraftwerke errichten, state of the art.

      http://arabnews.com/saudiarabia/article445147.ece

      Man mag den Saudis viel nachsagen — aber blöd sind sie nicht. Und ihr Land liegt viel näher als Japan. Ich empfehle etwas vorauseilende Angst.

    • CHP
      02. Juni 2011 00:31

      @Zraxl 20:41
      Mindestens 5 Sterne!

    • november (kein Partner)
      02. Juni 2011 14:55

      Atomenergie ist zunehmend unwirtschaftlich, u.a. auch weil die Folgekosten, die man Jahrzehnte lang geleugnet hat, immer größer und sichtbarer werden. Außerdem war die Anfangsinvestition für ein AKW immer zu groß als dass ein privater Investor sich dies leisten konnte. Somit hat immer der Staat dafür herhalten müssen. In einer freien Marktwirtschaft hätte sich die Atomenergie nie duchsetzen können. Die Atomindustrie ist einfach die Folge eines fehlgeleiteten Staatssozialismus. Ihr einziger Vorteil ist die nahezu Emissionsfreiheit.

      Ein angeblich Wirtschaftsliberaler, der die Klimaerwärmung leugnet, müsste die Atomindustrie in Grund und Boden verdammen. Deswegen ist Unterbergers Stimmungsmache pro Atomkraft so widersinnig.

  9. TanjaKrienen (kein Partner)
    01. Juni 2011 12:23

    Selbstverständlich darf und muss man über Risiken reden, doch viele Einwände gegen Allerlei finden wegen der politschen Korrekheit gar nicht statt, z.B. der, dass es wohl das höchste Risiko darstellt, in eine "alternative Familie" hineingeboren zu werden, siehe dazu dieses Video - http://www.youtube.com/watch?v=P-7kopbM0z0&feature=mfu_in_order&list=UL

  10. Eikosch (kein Partner)
    01. Juni 2011 11:38

    Wo inzwischen diverse Experten (nicht lauter linksgrüne) davon ausgehen, dass eine Energiewende durchaus machbar ist und die Blackout-Szenarien völlig haltlos sind, bleibt Unterberger hart. Das ist wohl seine Definition von Konservativismus, rückständig gegen alle Argumente.
    Das Unglück in Fukushima ist ja keineswegs da einzige Argument gegen die Atomkraft, das war eine Initialzündung für den Prozess der Aufmerksamkeit.

    Hinsichtlich der Kostenargumente (die böse Alternativenergie ist ja sooo teuer) weise ich darauf hin, dass die Kerkraft keineswegs so billig ist. Die Kernkraft wurde mit diversen Methoden direkt und indirekt subventioniert. Von den Haftungsfragen sprechen wir da noch gar nicht.

    Es ist das alte Spiel: Wenn dem Herrn Unterberger eine Technologie und Produktionsweise in den Kram passt dann muss man besonnen agieren, nur ja keine Hysterie, ist ja alles nicht so schlimm usw.
    Das kann man wunderbar den angeblich verseuchten Bio-Gurken gegenüberstellen.

    Da war er auf einmal sehr schnell mit einem Urteil zur Hand, das sich nach aktuellem Wissen als falsch herausgestellt hat. Da hat man eh immer schon alles gewusst, böses linksgrünes Bioklumpert aus Verdachtsmomenten wurden Fakten - genau die Vorgehensweise die er beim ideologischen Gegner kritisiert, praktiziert er selbst exzessiv.

    Aber wenns das x-te AKW zerbröselt kanns nicht langsam genug gehen und das obwohl es abseits der Störfälle noch diverse Argumente gegen die Atomkraft gibt. Gleichzeitig schürt er selber eine völlig schwachsinnige Hysterie von Krankenhäusern die plötzlich keinen Strom mehr haben. Da spricht wieder einmal der wahre Experte...

    Sehr durchschaubar.
    Ich denke allerdings nicht, dass A.U. ein bezahlter Atomlobbyist ist - als solcher müsste er für sein Geld wohl etwas geschickter argumentieren.

  11. cmh (kein Partner)
    01. Juni 2011 10:12

    Man kann zur Atomkraft stehen wie man will. Sie hat Vorteile und Nachteile. Und eigentlich liegen seit geraumer Zeit alle fakten auf dem Tisch.

    Da wird seit Jahren gegen die Atomkraft gewettert, wegen der bekannten Nachteile. Wegen der bekannten Vorteile wird sie aber nicht aufgegeben.

    Dann tritt einmal - wie erwartet (!!!!!!!) - durch eine Verkettung von Unglücken, und Unglücke treten immer auf unerwartete Weise verkettet auf, ein Unfall ein.

    Und plötzlich ist alles ganz anders.

    Meine Herrn, das ist doch politisches Handeln nach dem Prinzip "Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln" oder "Ziellos planlos auf den nächsten Bam los".

    Entweder hätten die AKW verboten gehört, dann schon wesentlich früher, oder sie hätten nicht verboten gehört, warum dann jetzt, nachdem etwas Erwartetes eingetreten ist.

    Es ist Aufgabe der Politiker nach bestem Wissen und Gewissen zu entscheiden und nicht die Resultierende der zahlreichen Drucke von allen Seiten zu sein. Idealerweise zumindest.

    • contra
      01. Juni 2011 21:21

      @cmh

      Stimmt nicht, denn seinerzeit haben sämtliche Proatom-Experten gemeint, daß der GAU nur eine theoretische Möglichkeit ist, die in der Praxis nie stattfinden wird, oder höchstens einmal in 1000 Jahren!

      Nach Tschernobyl sprach man von einem singularen Ereignis, welches lt. Statistik für die nächsten 1000 Jahre erledigt ist.
      Nun ist 25 Jahre danach der nächste, völlig als unmöglich prophezeite GAU passiert und es hindert niemand die Menschheit daran, auf Grund der knallharten Fakten umzudenken.

      Denn ALLE 25 Jahre können wir uns solche atomaren Unfälle mitsamt undichten Lagerstätten nicht mehr leisten. So einfach ist das!

  12. november (kein Partner)
    01. Juni 2011 09:52

    Kleine Anmerkung zum Kostenfaktor:

    Ich bin nicht überzeugt, dass die deutsche Entscheidung notwendigerweise zu einer Erhöhung der Stompreise führen wird. Werden doch die Atomkraftwerke durch einen Mix aus erneuerbaren und fossilen Energiequellen ersetzt, und zumindest letztere sind deutlich billiger als Atomenergie. Bei dieser Diskussion werden oft Äpfel mit Birnen verglichen. Wenn man nämlich die Atombranche beibehalten möchte, muss man sowieso irgendwann neue AKWs bauen, entweder um den Atomsektor auszuweiten oder die alten Kraftwerke durch neue zu ersetzen. Neue AKWs sind aber aufgrund strengerer Sicherheitsvorschriften um vieles teurer als die alten.

    Außerdem ist Atomstrom auch jetzt nicht billig, wegen der hohen externen Kosten, die ja schon zur Genüge erwähnt worden sind. Atomenergie ist bei der Industrie beliebt, nicht weil sie billig ist sondern ziemlich verlässlich. Es muss aber klar sein, dass der Steuerzahler den Preis dafür zahlt. So würde die französiche EDF für ihren Atomstrom gerne das Doppelte verlangen, auf Geheiß von Sarkozy (und seinen Vorgängern) ist ihr das aber verwehrt. Offenbar hat Frankreich ein strategisches Interesse, die Atomindustie konkurrenzlos günstig erscheinen zu lassen.

    Ein Aussieg aus der Kernenergie könnte also auch eine wirtschaftliche Entscheidung sein. Ich bin selbst kein großer Freund der Atomenergie, frage mich aber wie die Deutschen jetzt ihre Klimaschutzziele einhalten wollen.

    • Reinhard (kein Partner)
      01. Juni 2011 15:12

      Die Polen haben bereits beschlossen, massiv in Atomkraft zu investieren. Deutschland kann dann von West und Ost atomstrom zukaufen, aber selbst als Sauberland dastehen.
      Es gibt eben Fälle, da macht Deutschland Österreich alles nach statt umgekehrt...

    • november (kein Partner)
      01. Juni 2011 15:52

      Na ja, Polen ist dabei, den geplanten Atomeinstieg wieder zu überdenken. Vielleicht bleiben sie dabei, vielleicht auch nicht. Fix ist nix. Außerdem haben die nüchtern kalkulierenden Schweizer auch den Atomausstieg beschlossen. Es wird einen Grund dafür geben.

      Das Problem ist, dass man ja kaum seriöse Fakten und Zahlen erfährt. Ich wage kein endgültiges Urteil abzugeben, was langfristig wirklich billiger ist, Atomstrom oder Ökostrom. Letzterer hat jedenfalls den eindeutigen Vorteil, dass man keinen Brennstoff braucht, und keine oder nur einfache Reperaturen, was die laufenden Kosten sehr niedrig hält.

  13. Jacky (kein Partner)
    01. Juni 2011 09:48

    Staribacher 1978 über Zwentendorf: "Wenn dieses Werk nicht in Betrieb geht, dann werden in Österreich die Lichter ausgehen."

    Unterberger 2011: "Eines dieser Risiken ist die seit der deutschen Reaktor-Stilllegung stark gestiegene Gefahr großflächiger und langdauernder Stromausfälle."

    Zweimal also das gleiche Argument - es hat sich damals als falsch erwiesen, und es wird sich auch diesmal als falsch erweisen.

    • Appollonio (kein Partner)
      01. Juni 2011 10:33

      Ach Jacky, wieviele Opfer hat das Erdbeben in Fukushima und danach der Tsunamie gekostet? Zig-Tausende! Und keiner spricht darüber. Aber die Kernschmelze wird bei uns als das größte Unglück (Super-Gau) dargestellt. Diese, Ihre Einseitigkeit ist doch selbstentlarvend.

    • Jacky (kein Partner)
      01. Juni 2011 11:35

      @Apollonio: Was hat das denn, bitte sehr, mit der von mir angesprochenen ewig gleichen Panikmache der Pro-AKW-Lobby zu tun?

    • Reinhard (kein Partner)
      01. Juni 2011 15:13

      Jacky, Österreich produziert eben keinen Atomstrom sondern kauft ihn aus Frankreich zu - die einen nennen so etwas Problemverlagerung, die anderen Heuchelei. Egal wie man es nennt, ohne die Zukäufe wäre es wirklich recht finster...

  14. jump (kein Partner)
    01. Juni 2011 08:49

    Zu Unterbergers Geistesblitzen zur Atomkraft braucht man ohnehin keine Worte mehr verlieren. Wenigstens schafft er es mittlerweile, zu dieser Thematik etwas zivilisierter zu argumentieren, als noch vor einigen Wochen.

    O.T.: Vor zwei Jahren um diese Zeit war Gusenbauer schon längst nicht mehr im Amt! Ich nehme an, sie spielen in ihrer Einleitung auf den "Osterfriede 2008" an?!

  15. xRatio (kein Partner)
    01. Juni 2011 04:22

    @Pannonicus 31. Mai 2011 18:16

    Großartige, echt geniale Analyse der Zusammenhänge, Pannonicus!

    Herzliches Dankeschön!

  16. PostScriptum
    01. Juni 2011 03:53

    Die Größe Europas

    In diesem Thread geht es um Atomkraft. Es scheint aber geboten, darauf einzugehen, was Europa groß gemacht hat, was Europa ausmacht und auf darauf aufbauend, welche Schritte für eine erfolgreiche Zukunft gesetzt werden müssen. Es soll hier auch nicht darauf eingegangen werden, wie sehr das aktuelle fiat- money et fractional reserve banking- System unsere Gesellschaft unterminiert, schädigt und uns bittere Zeiten bringen wird, wieder einmal nach den zwei Weltkriegen.
    Vielmehr ist im Konnex mit dem Thema Atomkraft eine Analyse der strukturellen Gegebenheiten und deren Defizite im Bereich Wirtschaft, Gesellschaft und Recht in Europa angebracht, da die Frage der Energieversorgung unmittelbar Einfluss auf diese drei Elemente ausübt. Begründet werden kann diese Ansicht vor allem mit dem Bedarf der Industrie an einer energietechnisch nachhaltigen und sicheren Umgebung, um langfristige Investitionen planen und setzen zu können.
    Doch bietet diese Analyse auch Gelegenheit, andere wesentliche Faktoren, die essentiell für diese drei Bereiche sind, näher zu beleuchten und dabei vor allem darauf einzugehen, wie diese Faktoren entstanden, sich entwickelten und als Maßstab für aktuelle und zukünftige politische Entscheidungen dienen sollten.

    Die aufstrebenden BRIC- Staaten und Japan
    Wer erinnert sich nicht? In den 80er Jahren galt Japan in allen wirtschaftlichen und technischen Belangen als das überlegene Land. Die Japaner kauften im Eiltempo Prunkstücke in den USA auf, gerierten sich als neue Wirtschaftsweltmacht, japanische Produkte galten als zuverlässig, als billig und doch technisch ausgereift. Wie kam es dazu? Dieser Frage nachzugehen ist insofern sinnvoll, als dass die BRIC- Staaten in ihrer Entwicklung und neuen Stellung als Wirtschaftskraft sehr viele Parallelen zur Entwicklung Japans aufweisen.
    Begonnen hat es mit der Meiji- Restauration 1868 und der Öffnung Japans gegenüber den USA. Die Japaner waren nicht mehr isoliert, sie importierten und exportierten weitaus mehr, bauten vor allem ihre militärische Macht sehr stark aus, in dem sie Kenntnisse aus Europa umsetzten und nutzten dies, um ihre geographische Situation zu verbessern. Die russisch- japanische, bzw. die japanisch- chinesischen Kriege waren die Folge.
    Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte die Wirtschaft, die nun begann, westliche Produkte zu kopieren und zu verbessern. Durch die sehr niedrigen Löhne war Japan äußerst konkurrenzfähig, sodass die technisch westlichen Standards entsprechenden Produkte weitaus billiger verkauft werden konnten.
    Kommt uns das alles nicht sehr bekannt vor? Richtig. Auch China verdankt den gleichen Umständen seinen Aufstieg. Die niedrigen chinesischen Löhne sorgen für Wettbewerbsfähigkeit, gleichzeitig stehlen und kopieren die Chinesen westliche Technologie und beginnen damit eigenständige Produkte zu produzieren.

    Man könnte Japan und China getrost als Mimikry- Nationen bezeichnen. Beide Länder kopierten westliche Standards nicht nur beim Militärwesen, sondern vor allem auch in der Wirtschaft, zum Teil auch im Recht.

    Weltweit gelten diverse Statistiken als Maßstab für eine erfolgreiche Nation. Die Akademikerquote tut sich hier besonders hervor. Aber auch BIP oder demographische Zahlen wie Neugeborene gelten schlechthin als Alpha und Omega, nicht zu reden von Inflation und tausende von Quoten, die zu erfüllen als das Höchste der Gefühle gelten. Es ist daher absolut kein Wunder, dass die BRIC- Staaten nicht nur als wirtschaftliche sondern auch politische Großmächte der Zukunft gelten. Demnach werden also zukünftig Nationen auf der Erde das Sagen haben, die:

    a) Sehr viele Einwohner haben die
    b) Ein sehr großes Territorium bewohnen
    c) Ein großes BIP aufweisen, das steigt und
    d) Hohe Akademikerquoten erzielen

    Die Argumentation der Befürworter einer Europäischen Union zeigt, dass dies zutrifft. Demnach „gibt es gar keine Alternative zu einer großen, starken Union“, da Europa „sonst an politischem und wirtschaftlichem Gewicht in der Welt verliert“, das „mit lauter kleinen, eigenwilligen Nationen nicht mehr haltbar ist“.
    Offenkundig sind sehr viele Damen und Herren der Überzeugung, dass man ein großes Reich wie China, die USA, Indien oder Russland haben muss, um politisch und wirtschaftlich erfolgreich zu sein.
    Wenn dies nun der Wahrheit entspricht, dann sieht Europas Zukunft wahrhaft düster aus. Europa bekommt nicht mehr genug Kinder, Europas Bildungssysteme produzieren nur noch mittelmäßig bis schlecht ausgebildete Bürger, die Akademikerquoten sind nicht berauschend und jetzt scheint auch noch der Nationalismus wieder die Oberhand zu gewinnen, sodass wieder nur kleine Länder das Sagen haben, deren Gewicht weltpolitisch ins Nichts versinken wird. Außerdem stehen die meisten europäischen Nationen budgetpolitisch mit dem Rücken zur Wand, sodass keine effektiven Maßnahmen mehr gesetzt werden können, um die Zukunft zu gestalten, womit auch die Wirtschaftskraft und das BIP schrumpfen.

    Europas Vergangenheit

    Was nun hat aber Europa groß gemacht? Waren es die vielen Kriege? Die großen Reiche? Zufall? Fehlende Konkurrenz?
    Was die Römer betrifft, ist es nicht schwer. Sie hatten eine militärische Überlegenheit und eroberten einfach ein Territorium nach dem anderen. Sie hatten ein modernes Rechtssystem und auch ein überlegenes politisches System, weshalb die militärische Macht auch so effizient war. Ein Heer ist immer nur dann gut, wenn es geordnete Strukturen und eine klare Hierarchie gibt. Das fängt eben schon bei der Staatsspitze an. Doch das römische Imperium zerbrach, wie wir wissen. Was ging schief? Das hat viele Gründe, aber nichtsdestotrotz hinterließen uns die Römer kostbare Schätze in Form von Rechtssystem, Schrift und Kultur.

    Die Antwort auf die eingangs gestellte Frage ist wirklich nicht einfach. Es lohnt sich aber, den Aufstieg Europas zu analysieren und zu extrahieren.

    In Europa geschah Einzigartiges. Die antike Philosophie entstand. Diese begann mit den Vorsokratikern und wirkt noch bis in unsere heutige Zeit hinein. Durch die antike Philosophie wurden nicht nur naturwissenschaftliche Meisterleistungen erzielt, sie entwickelte auch ein Verständnis für den Menschen selbst. Seinen Zweck, sein Denken, seine Existenz. Dabei stand der Mensch im Mittelpunkt. So erkannte schon Demokrit:“ Antropos Mikros Kosmos“- „Der Mensch ist eine kleine Welt.“
    Epikur stellte überhaupt das Glück des Einzelnen in den Mittelpunkt, was noch heute völlig missverstanden wird. Epikur meinte auf Horaz aufbauend, dass der Moment, das Leben, unsere Lust uns leiten sollten und nicht, wie viele fälschlich annehmen, dass wir nur materiellem Genuss frönen sollten.
    Die antike Philosophie hatte nicht nur großen Einfluss auf unser Verständnis der Welt, ihre Ausflüsse begegnen uns vor allem in der christlichen Lehre. So haben zentrale Denkweisen der Philosophen ihren Niederschlag in der christlichen Glaubenslehre gefunden, auch durch den Apostel Paulus, der sehr bewandert in Philosophie war.
    Die westlichen Grundsätze wurden geboren. Dass diese Grundsätze aber keine Werte sind, wie oft suggeriert wird, sondern schlicht und einfach dem Wesen des Menschen entsprechen, ist ein Axiom. Alleine deswegen, weil es keinen einzigen Menschen auf dieser Welt gibt, der nicht glücklich sein will. Lediglich der Weg zum Glück gebiert derart viele Unterschiede in den Kulturen und den Denkweisen. Mit anderen Worten: der Weg zum Glück manifestiert sich in den einzelnen Kulturen als Wert.
    Es ist der große Verdienst der antiken Philosophie, die Erkenntnis gewonnen zu haben, dass dieses Glück nur dann erreicht werden kann, wenn diverse Grundsätze, eben erwähnte westliche Grundsätze, konstituiert und bedingungslos eingehalten werden.
    Ich möchte das noch einmal festhalten: die christliche Glaubenslehre basiert auf diesen Grundsätzen. Diese Grundsätze erlaubten den Menschen in Europa, sich individuell zu entwickeln. Zwar gab es Grundherren und damit eine strenge Hierarchie, gab es diverse christliche Rituale, an die man sich halten musste, aber innerhalb dieses Netzes fand das individuelle Leben seinen Raum. Das Ergebnis war das Mittelalter, in dem zahlreiche Gilden auch außerhalb des Adels zu Wohlstand und Reichtum gelangten und letztlich auch selbst zu bedeutenden Persönlichkeiten mit Adelstitel, da der Adel auf die Idee kam, gegen reichlich Geld Titel zu vergeben.
    Weitere Folge war aber auch das Entstehen von Gedankenströmungen, die zu Reformation, Aufklärung und weiteren elementaren gesellschaftlichen Wandlungen führten.

    Dass das individuelle Selbst, nach Demokrit die kleine menschliche Welt eines jeden Einzelnen, der Schlüssel und die Basis europäischer Vormachtstellung war und ist, ist evident. Warum?

    Das individuelle Selbst

    Der Mensch ist ein einzigartiges Wesen, dem von Geburt an unveräußerliche Rechte innewohnen. Nur wenn der Mensch authentisch ist, ist er ein schöpferisches Wesen, dem die unendliche Kraft des ganzen Universums eigen ist. So möchte ich an dieser Stelle einige Worte von Erich Fromm (*Erich Fromm, Psychotherapeut und Sozialwissenschaftler (1900-1980), ist einer der wegweisenden Gestalten der letzten 100 Jahre. Vor allem seine Bücher „Die Kunst des Liebens“ und „Haben oder Sein“ wurden weltberühmt.) aus dem Buch „Authentisch leben“ zitieren:

    Will der Mensch frei sein, so darf er weder sich selbst, noch andere als Mittel benützen, vielmehr müssen beide- wie Kant sagt- Selbstzweck sein. Mittel sind immer Werkzeuge, und wer als Mittel benutzt wird bzw. sich selbst als Mittel benutzt, ist kein frei handelnder Mensch, sondern wird zum Objekt, zum Ding.

    Fromm findet dabei sehr viele kritische Aspekte unseres modernen Lebens (wenn ich anmerken darf, ist hierbei nicht die Marktwirtschaft schuld, sondern die Monetarisierung unseres Lebens durch Zentralbanken und einer Politik, die Geld zum Lebensmittelpunkt oktroyiert):

    Der Utilitarismus unseres politischen oder sonstigen Alltags zielt darauf ab, den Menschen gleichzuschalten, ihn zu einem entfremdeten Wesen, zu einem Ding unter anderen Dingen zu machen und ihn auf ein Werkzeug zu reduzieren. Die utilitaristischen Philosophien gewinnen uns für sich, indem sie unsere Wirklichkeit entstellen. Anstatt zu versuchen zu sein, versuchen wir zu haben, und bei vielen Gelegenheiten besitzt für uns das Haben eine stärkere Realität als unser Sein.

    Fromm führt weiter in seinem Werk aus, wie der Mensch heutzutage unfähig ist, er selbst zu sein. Er sei „von einem tiefen Gefühl der Ohnmacht erfüllt“. Er würde immer nur agieren und reagieren, wie andere es von ihm erwarten, eine „Fassade errichten“. Doch nur die Fähigkeit zum spontanen Tätigsein verwirkliche das Individuum :

    Spontanes Tätigsein ist die freie Aktivität des Selbst im Sinne der lateinischen Wurzel des Wortes „sponte“, was wörtlich so viel bedeutet wie „aus freien Stücken“. Unter Tätigsein bzw. Aktivität verstehen wir nicht, dass jemand „irgendetwas tut“; es handelt sich vielmehr um das kreative Tätigsein, das sowohl im emotionalen als auch im intellektuellen Bereich, sowohl im sinnlichen Bereich als auch in dem des Willens wirkt.

    Wenn der Mensch durch spontanes Tätigsein sein Selbst verwirklicht und auf diese Weise zur Welt in Beziehung tritt, hört er auf, ein isoliertes Atom zu sein, er und die Welt werden Teil eines strukturierten Ganze, er hat seinen ihm zukommenden Platz in der Welt, womit seine Zweifel an sich selbst und am Sinn seines Lebens verschwinden.

    Hier zeigt Fromm auf, dass nur das Authentische, das spontane Tätigsein zur Verwirklichung unseres Selbst führt.

    Diese Verwirklichung unseres Selbst ist die Voraussetzung und der Grund für Europas Erfolg. So schreibt Fromm weiter:

    Bei der rein begrifflichen Wahrnehmung besitzt der Baum keine Individualität, sondern ist nur ein Beispiel für die Gattung „Baum“. Er ist nur die Repräsentanz einer Abstraktion. Beim vollen Gewahrwerden dagegen gibt es keine Abstraktion. Der Baum behält seine volle Konkretheit und damit seine Einzigartigkeit. Es gibt dann auf der Welt nur diesen einen Baum, mit dem ich in Beziehung trete, den ich sehe und auf den ich antworte. Der Baum wird zu meiner eigenen Schöpfung…
    Die erste Voraussetzung (für ein authentisches Leben) ist die Fähigkeit des Staunens. Kinder besitze diese Fähigkeit noch: Sie richten ihr ganzes Bemühen darauf, sich in einer neuen Welt zu orientieren, immer neue Dinge zu erfassen, um sie kennenzulernen. Sie sind verblüfft, überrascht und können staunen, und eben hierdurch können sie kreativ antworten. Haben sie jedoch einmal den Erziehungsprozeß durchlaufen, verlieren die meisten Menschen die Fähigkeit zum Staunen. Sie meinen, dass sie eigentlich alles wissen müssten, und dass Staunen einen Indiz ihrer Unbildung sein würde. Die Welt hört auf, voller Wunder zu sein- man nimmt sie als selbstverständlich hin. Die Fähigkeit zu staunen ist jedoch die Voraussetzung für alles Schöpferische in Kunst und Wissenschaft.
    Der französische Mathematiker Raymond Poincare formulierte einmal sehr treffend:“Wissenschaftliche Genialität ist die Fähigkeit, sich überraschen zu lassen“.

    Zusammenfassend muss man sagen, dass nur der authentisch lebende Mensch fähig ist, wirklich Neues zu schaffen. Der kreative Mensch, der eine „kleine Welt ist“, ist als Individuum ein Quell für eine andere Weltsicht, für andere Lösungsmöglichkeiten, für neue Ideen.

    Um den Kreis zu schließen. Europas Vormachtstellung beruht einzig und allein auf dem Faktum, dass Menschen sich teilweise frei entfalten konnten, sie selbst sein konnten und so fähig waren, Neues zu schaffen. Diese Entwicklung ist weltweit einzigartig. Nur Europa hat die Wurzeln und die Möglichkeiten, die Welt stets neu zu erfinden, denn nur in Europa haben wir die historisch und kulturell gewachsenen Wurzeln, dem Individuum seinen Raum für seine Welt zu geben. Man könnte auch sagen, dass Europa, vor allem aber Westeuropa, immer Neues entwickeln wird, Neues generiert und das ist auch der Grund, warum keine anderen Staaten der Erde die Europäer jemals einholen werden. Die Chinesen und Japaner z.b. erziehen ihr Volk zu Konformismus, ohne Raum für Individualität. Die Araber und Türken wiederum werden durch den Islam gleichgeschaltet; so hat das einzigartige Selbst keinen Raum zur Entfaltung.
    Aus der Erkenntnis, dass das schöpferisch tätige, einzelne Individuum mit seiner eigenen kleinen Welt der Keim für alle Innovationen, Patente und damit dem Unternehmertum ist, lassen sich Faktoren ableiten, die bedingungslos für einen weiteren Erfolg Europas sind:

    1) Es müssen jene Rahmenbedingungen geschaffen werden, dass das Individuum sich frei entwickeln kann.
    2) Daher ist es unbedingt erforderlich, dass der Staat sich aus dem Leben der Bürger heraushält. Medien und staatliche Einrichtungen oktroyieren stets Rollenbilder, Moral, Prioritäten und schalten so den Menschen gleich.
    3) Es muss daher auch alles getan werden, dass Unternehmen entstehen und gedeihen können. Unternehmen brauchen Rechtssicherheit, möglichst keine Bürokratie, keine Steuern und vor allem keine Vorschriften, wie sie mit ihrem Unternehmen vorgehen sollen. Das betrifft natürlich auch Arbeitnehmer, denn sie haben nunmal einen Vertrag mit dem Unternehmen und daher keine Rechte, die sie vertraglich nicht vereinbaren.
    4) Überhaupt müssen Unternehmer von allen Verpflichtungen erlöst werden, die sie einfach nur herunterdrücken.
    5) Es muss endlich aufgehört werden, den Bürgern Verhalten vorzuschreiben.
    6) Höhere Ausbildung darf nicht mehr als Lebensmaxime gelten. Ein Mensch, der spontan tätig ist, der kann Unternehmen gründen, oder eine Lehre machen. Wenn ein Mensch seinen Traum erfüllt, stellt er etwas her, er schafft etwas und das aus vollem Herzen und so entstehen oft Spitzenbetriebe
    7) Zur freien Entfaltung gehört vor allem aber auch Sicherheit. Eine absoluter Schutz der Bürger ist daher unerlässlich.
    8) Aber eben auch Sicherheit in Form von Versorgung mit Energie und Sicherheit gegen fremde Nationen ist sehr wichtig für Unternehmen.

    Das einzigartige Selbst, dessen Entfaltung und das Glück des Einzelnen, ist die Quelle einer jeden erfolgreichen Gesellschaft. Wir in Europa sollten uns dessen wieder besinnen. Wir haben die historischen und kulturellen Grundlagen dazu, die weltweit einzigartig sind.
    Also sollten wir die Menschen endlich vom Joch des Staates befreien, damit die Menschen endlich wieder sie selbst sein können und so aus ihrer einzigartigen Quelle heraus die Zukunft Österreichs gestalten.
    So wird Europa immer einen riesen Vorsprung haben, denn alle anderen Länder werden immer nur seelenlos nachäffen, während wir schon die Zukunft konstruieren.

  17. brechstange
    31. Mai 2011 23:08

    OT Schlau die Griechen-Führung

    http://www.fortunanetz.de/dev/kbeobacht/2011/Mai/Mai30.php

    Die IJ Partner SA mit Sitz in Genf hat gut verdient, obwohl sie laut Homepage nicht spekuliert und nur nachhaltig wirtschaftet. Ihre Verwaltungsräte und Beraterstäbe sind allesamt Gute, die für das Gute der Welt arbeiten, für die Umwelt, usw. Ehrenwerte Mitglieder dieser schönen globalen Welt.

    Sie haben mit CDS gerade eben 23 Mrd. Euro verdient, die sie dann anlegen werden im mittelalpinen Bereich wie Süddeutschland, Österreich, da werden sie ja genug Stoff finden nach dem nächsten Zusammenbruch. Da können sie dann endlich ihr Fiat Money gegen Reales eintauschen. Und wir Trotteln finanzieren noch unseren Untergang.

    • byrig
      04. Juni 2011 00:16

      das alles ist mir auch ohne deine klugscheisserische darstellung bekannt.und solltest du tatsächlich starl sein,kann man für dich typen nur verachtung empfinden.Koffer,blöder!

  18. Anton Volpini
    31. Mai 2011 21:41

    O.T.
    Ich sehe gerade den Report, und erlebe einen sachlich guten und agressiven Strache gegen einen schwachen Capp, oder wie immer man diesen Schwindler schreibt.
    Ich mag den Strache nicht, und werde ihn nie wählen, aber er hats den Gaunern doch deutlich gezeigt!

    • terbuan
      31. Mai 2011 22:20

      Habs versäumt, schade, den unsäglichen Cap, angezählt in der Ecke, hätte ich mir gerne gegeben!

    • contra
      31. Mai 2011 22:34

      Das einzige was dem Cap noch einfiel, war die HAA und sonst nix! *grins*

  19. Karl Rinnhofer
    31. Mai 2011 18:51

    Verstörend erscheint die kaum nüchternen Gesetzen der Logik folgende Vorgehensweise europäischer Politiker, die in der Atomfrage reagieren statt regieren: Ein punktuelles Ereignis führt zu kaum vernunftgeleiteten, aus der Hüfte geschossenen Entscheidungen ohne jede Bedachtnahme auf enorme Nachfolgewirkungen, um der grundsätzlich wankelmütigen und manipulierbaren „Stimmung“ des Volkes zu frönen. Das ist eine Niederlage aufklärerischen Denkens, dass Menschen durch Vernunftgebruch vom der Unmündigkeit durch Herrschaft von Emotionalismus, Halbinformation und Tradition befreien wollte.

    Seit je war bekannt, dass bei dieser brisanten – doch umweltschonenden und effizienten – Hochtechnologie Bestimmungen besonders penibel und unrelativierbar einzuhalten sind (Tschernobyl) oder, dass Kernkraftwerke in Tsunami-bedrohter Küstennähe oder in Erdbebengebieten nicht betrieben werden dürfen (Fukushima); weil sich bei Fehlbedienung und nicht auszuschließendem Zusammentreffen ungünstiger Parameter unabsehbare Folgen ergeben, die tatsächlich eine Zauberlehrlingssituation auslösen können. Dass friedliche Nutzung der Atomkraft nicht zu handeln sei, stimmt aber keineswegs.

    Dass Politiker ohne Absehen der Konsequenzen aufgrund dieser Unfälle – die nicht wirklich schicksalhaft sind, sondern durchaus im Bereich vorhersehbarer Möglichkeiten - kalmierend einer plausibel-nachvollziehbaren, doch unreflektierten Massenstimmung folgend - großmundig den überhasteten Ausstieg aus der Atomenergie beschließen, ist untragbar. Damit muss es zu Auslagerungen industrieller Produktion aus Europa, zu vermehrter und insgesamt gefährlicherer, umweltbelastender und unstabilerer Energieerzeugung in Zonen geringer Standards kommen, zu unwägbaren Abhängigkeiten und weiter schrumpfender Konkurrenzfähigkeit kommen.

    „Erneuerbare Energie“ – ein Begriffspaar mit positiver Konnotation; wer wollte etwas dagegen haben? Die „neuen Technologien“: Fotovoltaik, Biomasse, Windenergie, Solarpanelle – alles toll. Doch weiß der halbinformierte Durchschnittsbürger überhaupt um die Nachteile dieser meist unausgereiften, großtechnisch vergleichsweise katastrophal unwirtschaftlichen Energieformen?

    Es ist derzeit schick, über die „Atomlobby“ herzuziehen – als ob es keine fragwürdigen (Förder- und Stimmungsumschwung-) Begehrlichkeiten von Lobbyisten „alternativer Energieformen“ gäbe, die Einflussnahme auf Politiker und Instrumentalisierung dumpfer Gefühle halbinformierter Massen ihre Chance sehen- zum Ruin des Volkswirtschaften Europas.

    All diese Gedanken sollen natürlich nicht davon ablenken, dass manche eingespielten Verfahrens- und Lebensweisen (Inputmaximierung, Priorität des Verschleißes vor Reparatur, geringe Bedachtnahme auf Energieeffizienz und mangelndes grundsätzliches Energiesparbewusstsein) überdacht und dringend korrigiert werden, nachweisliche Energiesparpotenziale endlich ausgeschöpft werden müssen. Ebenso müssen langfristig und auf wissenschaftlich-nüchterner Analyse gestützt wirtschaftliche Möglichkeiten unterstützender erneuerbarer Energiegewinnung forciert werden, weltweit die Sicherheitsstandards optimiert, deren Einhaltung unrelativierbar garantiert werden. Doch Hau-Ruck-Aktionen sind kontraproduktiv.

    Hat jemand, der jetzt den kurzfristigen Atomausstieg als „mutige Maßnahme“ propagiert, daran gedacht, welche Auswirkungen dies auf die Infrastruktur (Netzausbau) hat, dass der Effekt – will man keinen Energiekollaps provozieren -. Importstrom just aus Ländern bedeutet, die verstärkt auf Atomenergie setzen (z.B. Russland), denen es leicht gemacht wird, den Preis zu bestimmen ...? Von den infolge Kumulation katastrophalen Wirkungen der diverser Energie-, CO2-, Mineralöl-, Ökostrom-, diversen Verkehrs-Abgaben abgesehen, die zusätzlich die allgemeine Inflation gewaltig anheizen und den Standortvorteile zunichte machen.

    Die Entwicklung konkurrenzfähiger neuer Technologien wird viel Zeit brauchen, aber auch vieler materielle, wissenschaftsintellektueller und energiemäßiger Ressourcen bedürfen, die bei einem Kniefall vor wirtschaftsfeindlichen Kräften nicht mehr freigesetzt werden. Diese „Gutmenschen“ protestieren bar aller reinen Motive gegen jede Staumauer ebenso wie gegen die Kernkraft – denn der Strom kommt ja aus der Steckdose. Und ganze Industrieländer verhalten sich wie Trittbrettfahrer, wenn sie froh sind, Atomstrom verlässlich importieren zu können, um selbst wirtschaftlich zu reussieren – nicht ohne über dessen Erzeugung sich empörend die Nase zu rümpfen ...

    • Norbert Mühlhauser
      01. Juni 2011 01:00

      Stimme im Großen und Ganzen zu, gebe aber zu bedenken, dass alle japanischen AKWs sogar das Erdbeben in der nicht einkalkulierten Magnitude ausgehalten hätten. Ursächlich war nach meinem Wissen nämlich der Betriebsausfall der Notstromgeneratoren durch die Tsunami-Welle.

      Weiters verdanken wir ausgeschöpfte Energiesparpotentiale den Ingenieursleistungen. Auf Sparpotentiale nach der "Njet"-Methode der Politruks sollten wir verzichten können. So sind etwa PKWs bei vergleichbarer Größenkategorie viel sparsamer geworden, obwohl sie aufgrund von Sicherheitsauflagen auch schwerer geworden sind.

    • Karl Rinnhofer
      01. Juni 2011 06:51

      @Norbert Mühlhauser
      Ich gebe Ihnen in allen Punkten Recht und sehe keinen Widerspruch. Dass Atomkraftwerke nach dem neuesten Erkenntnisstand sicherheitstechnisch optimiert gehören (auch mit Reserven), sollte selbstverständlich sein; dass es offenbar Schwachstellen gibt, zeigten die Katastrophen, auch, dass mit irrationaler Sensibilität darauf reagiert wird. Ich will eben nicht in den allgemeinen Chor der derzeitigen Atomgegner einstimmen; verstehe die immer wieder vom Stapel gelassenen Ansätze des Ausstiegs aus Eurotom nicht und bekenne mich auch dazu (horribile dictu), seinerzeit „Pro Zwentendorf“ (und gegen Kohle-, Gas- und Ölkraftwerke) gestimmt zu haben. Ein einseitiger Ausstieg (großer Teile) Europas aus der Atomenergie ist m.M. das weitgehende Ende des Industriestandortes, hetzt zudem möglicherweise die Welt in die Technologie de "schnellen Brüter" mit ihrem - wenn in „entsprechenden“ Ländern unkontrolliert betrieben, verhängnisvollen Plutonium-Produktionspotential.

      Dass Energie effizient eingesetzt werden soll, erscheint ebenso selbstverständliches Gebot. (z.B. Wärmedämmung).

      Die Wirkungsgrade moderner Verbrennungsmotoren (v.a. Direkteinspritzer-Turbodiesel) sind tatsächlich beachtlich geworden; die „Melkkuh Auto“ verdient die allgemeine Verachtung im allgemeinen nicht –und so mancher Ruf nach „öffentlichem Verkehr“ kann bei schlechter Auslastung wieder enorme Energieverschwendung bedeuten: elektrisch klimatisierte, beheizte, hunderte Tonnen schwere Züge, die beschleunigt und gebremst werden, um eine Handvoll Fahrgäste hochsubventioniert zu befördern, kann energiemäßig mit einem venünftigen Individualverkehr nicht mithalten. Dagegen hale ich sowohl Hybridautos als auch Elektroautos für nicht einmal annähernd zukunftsfähig.

      Leider gibt es auch Negativbeispiele: So sind die vielgerühmten TGV-Züge der in diesem Punkt prestigebedürftigen und weltrekordsüchtigen Franzosen (330 km/h im Fregelverkehr) energiemäßig technische Steinzeit: Sie nutzen nicht einmal die Energierückgewinnung bei Bremsvorgängen durch Rückspeisung in die Stromnetze. Das ist pure Energieverschwendung. Ich halte auch den Entschluss der Deutschen, ihre ICEs künftig auf 250 km/h zu limitieren (derzeit: 300 km/h in einigen Streckenteilen) für grundvernünftig: Der Fahrzeitgewinn ist marginal, der Energie(zusatz)bedarf dagegen unverhältnismäßig hoch.

  20. HDW
    31. Mai 2011 18:34

    So wie ich das derzeit sehe, werden die Deutschen ihre Grundlast weiterhin zu 25 % aus Atomstrom speisen, importiert aus Frankreich das dann in ganz Europa als Energiemonopolist auftreten kann und den Preis bestimmt. Gilt nicht für Deutschland denn die übernehmen ja bekanntlich die Castor-Transporte zur Entsorgung des französischen Atommülls und halten sie dadurch fest an den Eiern (Denkt sich die Merkel). Die Roth und Trittin verdienen mittlerweile mit der kuriosen Photovoltaik Anlage in der Sahara. Nur alle anderen rot-grün gehirngewaschenen Länder werden den hohen Energiepreis zahlen und die Produktion weiter an China abgeben müssen. Mit dem monetären Gau, entsteht dann die von den rot-grünen Marxisten-Leninisten herbeigesehnte "revolutionäre Situation" Im Versuchsfeld Italien spielt sich das gerade ab: Die wachgeküssten Kommunisten sind gerade dabei eine Volksabstimmung gegen den Atomstrom zu erzwingen, die zahlen jezt schon den doppelten Energiepreis wie die Franzosen!

  21. Pannonicus
    31. Mai 2011 18:16

    Man sollte sich in diesem Zusammenhang vergegenwärtigen, wie die „Öko-Bewegung“ zustande kam, sich seuchenartig in die Hirne abendländischer Menschen fressen konnte und damit heute sogar als Wegbereiter des Islam angesehen werden kann:

    Erstens sorgte 1972 der Sammelband von den „Grenzen des Wachstums“ für Furore. Er ist typisch für eine übersättigte bis degenerierte Gesellschaft, in der sich elitäre Kreise nicht um ihren Lebensunterhalt kümmern müssen, und fällt somit in dieselbe Kategorie wie die bukolischen Strömungen in der Antike, das „Retournons à la nature“ im Rokoko, ja bis zu einem gewissen Grad sogar das „Erwachen heiterer Gefühle bei der Ankunft auf dem Lande“ der Pastorale. Natürlich ist Wachstum nie grenzenlos, und natürlich kann und soll man sich an der Natur erfreuen - wenn sie einen nicht gerade bedroht. Doch sogar der Atommeiler Sonne ist nicht „erneuerbar“ und wird irgendwann ausgeglüht sein – und wie weit in die Zukunft soll der Mensch überhaupt planen?

    Zweitens erkannte der Kreml sehr schnell, daß diese Ideen – bekanntlich aus dem eigenen Herrschaftsbereich rigoros ferngehalten – eine riesige Chance boten, den Feind zu schwächen. Das erklärt, warum die Vertreter der von Moskau finanzierten und gesteuerten „Friedensbewegung“ meist übergangslos in den Öko- und Grün-Bewegungen aufgingen, um dort ihre Unterminierungsarbeit – jetzt scheinbar unverdächtig aus eigenem Antrieb – fortsetzen konnten. Naive Christen, die früher ebenfalls den Friedensbewegern hereinfielen und heute meist auch auf den „Öko-Schmäh“ religionsferner Kreise hereinfallen, sollten sich vielleicht einmal an den „Schöpfungsauftrag“ erinnern.

    Aber noch zwei ganz materialistische Tatsachen sollte man sich vor Augen halten: Physikalisch betrachtet ist keine – und jede Energie „erneuerbar“, weil Energie eben nur von einer Form in eine andere verwandelt werden kann. Und ökonomisch betrachtet, müssen die Subventionen, die für „saubere Energien“ unumgänglich sind, immer erst von der „schmutzigen“ Wirtschaft erarbeitet werden.

    • Undine
      31. Mai 2011 21:31

      @Pannonicus

      Das verdient eine Zusatzration Sternderl!*******!

    • terbuan
      31. Mai 2011 22:21

      Schließe mich gerne an!*****

    • diko
      31. Mai 2011 22:41

      möchte mich auch anschließen, ist mir aus der Seele geschrieben, danke Pannonicus.************!

    • schreyvogel
      01. Juni 2011 00:30

      Absolut richtig und besonders brillant formuliert!

      Dazu kommt noch, dass in deutschen Landen (bis in die Schweiz) ein Hang zum Sektiererischen besteht (Reformation!), der beispielsweise den Franzosen fehlt. Daher werden die Franzosen (hoffentlich) ihre Atomkraftwerke nicht ebenfalls so überstürzt verschrotten, und die anderen europäischen Länder werden (hoffentlich) dem französischen und nicht dem deutschen Vorbild folgen.

    • Wertkonservativer
      01. Juni 2011 06:26

      Drei Sternderln auch von mir; mehr geht ja nicht!

    • Martin Bauer
  22. socrates
    31. Mai 2011 17:17

    Wenn es keine Atomkraftwerke mehr gibt, wird man Brutreaktoren zur Herstellung von U 235, Plutonium, Thorium, etc. betreiben und alle anderen Staaten in Geiselhaft nehmen. Ist das wiklich ein Fortschritt?

    • Karl Rinnhofer
      31. Mai 2011 19:49

      @Socrates
      Ein von physikalisch-technischem Wissen getragenes, wichtiges, Argument. Leider werden politische Entscheidungen anders getroffen.

  23. Rosi
    31. Mai 2011 16:13

    'Ohne Industrie aber verarmt Europa dramatisch. Darüber können keine grünen Träume hinwegtäuschen.'

    Vielleicht wollen die Kommunisten, sorry, die Grünen das ja gerade - zurück zur Natur, in Höhlen wohnen ...

    Oder doch eher den Zusammenbruch des Systems, um so die Herrschaft an sich zu reißen.

    Im Übrigen bin ich der Meinung, Integrationsunwillige und
    Integrationsunfähige sollen Österreich verlassen.

  24. Buntspecht
    31. Mai 2011 15:33

    Sehe das auch so, dass alle anderen Unfälle auch viele Todesopfer fordern können und fordern. Auswirkungen von Atomunfällen jedoch dauern mitunter Jahrzehnte und mehr an! Deshalb sind sie unvergleichlich. Ich sehe aber eine andere Gefahr vom schnellen Atomausstieg kommen. Wer wartet seine Anlagen noch um viel Geld, wenn er sie ohnehin demnächst mit großen Verlustabschreibungen schließen muss?? Kann die Atomforschung in Richtung beherrschbarer Formen noch weiter gehen (was wünschenswert wäre), wenn wir einmal - alles mit Atom ist pfui - ganz ausgestiegen sind?

    • contra
      31. Mai 2011 15:41

      @Buntspecht

      Das Argument mit der Wartung ist nicht ganz von der Hand zu weisen, aber sollen wir deshalb so weitermachen?

    • Buntspecht
      31. Mai 2011 17:07

      Nein Contra, aber schrecklich aufpassen und alles dafür tun, dass das auch geschieht!

  25. thomas lahnsteirer
    31. Mai 2011 14:13

    Nichts verblödet die Leute mehr als der Kampf gegen die Kernenergie.

    Wie gerufen kam den grünen Strolchen das Unglück in Japan. Sie konnten und wollten ihre Freude über das Unglück nicht verbergen. Und ihre Helfershelfer in ORF, ARD und ZDF und in den diversen linken Hetzblättern überschlugen sich in ihrem Triumpfgeheul über dieses Unglück. Die Erdbeben- und Tsunamitoten waren für diese Medienstrolche nur interessant, soweit man sie dem AKW-Unglück zumanipulieren konnte, ansonsten waren sie ihnen scheißegal.

    Und dann gibt es noch die böse Atom-Lobby. Wann werden diese grünen Idioten endlich begreifen, dass mit Ausnahme der USA die gesamte AKW-Industrie zum Großteil verstaatlicht ist.
    Und sich nicht böse Kapitalisten die Taschen füllen, sondern der Bundesstaat, die Länder und die Kommunen, die das Geld wahrlich brauchen können.

    Die 437 Atomkraftwerke sind weltweit da: 56 sind im Bau, über 100 neue geplant oder schon projektiert (Quelle: Profil).
    Mein Appell: verschärfen wir die Sicherheitsmassnahmen und optimieren wir die Endlagerung, denn selbst wenn heute noch alle bestehenden AKWs sofort stillgelegt würden, gäbe es eine riesige Menge an strahlenden Abfällen.

    Wir müssen mit der Kernkraft leben. Niemand ist darüber begeistert. Machen wir das beste daraus und verfallen nicht in Panikreaktionen, die unsere Volkswirtschaften dann total ruinieren.

    • contra
      31. Mai 2011 14:26

      Bisher hat die Menschheit immer aus Katastrophen gelernt und Fehlentwicklungen korrigiert, was ihr auch das Überleben gesichert hat.
      Offensichtlich geht dieser Prozeß bei Atomstrom verloren und sie wird daher die Konsequenzen tragen müssen, der Planet Erde kommt auch ohne Menschen aus und eventuell sogar besser als mit.
      Es ist leicht nach mehr Sicherheit bei Atomstrom und bei der Endlagerung zu rufen, aber die Konzepte dafür fehlen VOLLKOMMEN und daher dürfte diese Energieform erst genutzt werden, wenn sie beherrschbar ist - nicht wie derzeit mit vollem Risiko für Horrorszenarien.
      Fukushima ist außer Rand und Band, es gelangt weiterhin Radioaktivität ins Meer und vor Jahresende wird die Situation KEINESFALLS unter Kontrolle sein.
      Tschernobyl braucht eine neue Hülle, die 700.000 Millionen Euro kosten soll - wenn man dieses Geld in die alternative Forschung stecken könnte,......
      Nur um nicht als Links-Grün zu gelten, dies alles zu befürworten ist ideologischer Wahnsinn, gegen den man sich ebenso wehren muß, wie gegen die Grünextremisten!

    • thomas lahnsteirer
      31. Mai 2011 14:51

      @contra
      die 700 Milliarden stammen aus dem Kaffeesud und sind reine Hetze.....
      noch einmal : die AKWs sind da, niemand kann sie so schnell beseitigen, es werden viele neu gebaut und noch mehr projektiert....

      Jetzt kann man mit salbungsvollen Worten und schwachsinnigen Phrasen wie fehlender Konzepte darauf reagieren und Realitätsverweigerung betreiben oder man nimmt die Entwicklung, die man ja vor allem in Österreich, aber auch nicht in Deutschland beeinflussen kann, zur Kenntnis und versucht das beste daraus zu machen
      Es ist natürlich auch reine Demagogie, den Untergang der Menschheit zu prophezeihen, nur weil sie AKWs baut. Damit stellt man sich mit den grünen Demagogen auf eine Stufe.

    • contra
      31. Mai 2011 14:57

      @t.l.

      Wenn Sie harte Fakten einfach negieren, dann wundert mich ihr Standpunkt nicht mehr. Dabei habe ich nicht einmal erwähnt, daß Tschernobyl täglich horrende Beträge durch Wartung verschlingt, aber bitte!
      Ich bin durchaus für eine Weiterentwicklung, jedoch nicht in die falsche Richtung und das stellt für mich die Atomenergie nun einmal dar.
      Es muß der Menschheit eine klügere Technologie einfallen, aber solange alternativ Denkende als "linke Demagogen" abgetan werden, kann man nicht erwarten, daß die Weichen in die richtige Richtung gestellt werden - nämlich Energiegewinnung OHNE strahlenden Sondermüll und Katastrophen-GAUs!

    • terbuan
      31. Mai 2011 15:00

      Ein Auszug aus "Euractiv" über die Kiewer Konferenz vom 11.4.2011:

      "Bei der Kiewer Konferenz zur Atomenergienutzung hat die internationale Gemeinschaft heute insgesamt 550 Millionen Euro zugesagt, um den beschädigten Sarkophag der Tschernobyl-Ruine zu erneuern. Die EU-Kommission wird 110 Millionen Euro beisteuern, um das Tschernobyl-Gelände zu sichern. Die Kommission hat seit der Nuklearkatastrophe vor 25 Jahren bereits etwa 470 Millionen Euro für Tschernobyl-Projekte bereitgestellt.

      Die Ukraine hatte auf 740 Millionen Euro von der internationalen Gemeinschaft gehofft, um die Hauptprojekte auf dem Gelände der Tschernobyl-Katastrophe bis 2015 abzuschließen."

      Also, Kaffesud dürfte das wohl eher nicht sein!

    • 1
      31. Mai 2011 15:10

      Es ist wohl schon Kaffeesud, wenn man aus 700 Millionen gleich 700.000 Millionen macht. Da kann man auch den Rest nicht ernstnehmen.

    • terbuan
      31. Mai 2011 15:14

      1
      Der Punkt geht an Sie ;-)

    • contra
      31. Mai 2011 15:26

      @1

      OOPS - Sie haben natürlich recht, die 3 Nullen waren in der Hitze des Gefechtes zuviel und ich nehme sie zurück - ich meinte 700 Millionen Euro, betone aber gleichzeitig, daß es sich auch dabei um eine nicht unwesentliche Summe handelt.

      Jetzt kann man ungefähr erahnen, was bei Fukushima auf Japan zukommt, nachdem es in allen 5 Reaktoren Probleme gibt bis hin zur Kernschmelze in einigen!

    • Erich Bauer
      31. Mai 2011 15:51

      contra,

      Wie hoch ist der "Papierwert" von 700 oder auch 700.000 Millionne 'Euro?

    • contra
      31. Mai 2011 15:55

      @Erich Bauer

      Jojo, wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen! ;-))

      In der Finanzkrise keinerlei Wert, aber in friedlichen Zeiten hätte ich gerne die Differenz!
      Da sieht man wieder, wie wichtig jede NULL an der richtigen Stelle ist! *g*

    • Erich Bauer
      31. Mai 2011 16:09

      contra,

      Sehr sympathische Replik :-) Gefällt mir außerordentlich. Ganz besonders das mit der "Differenz". :-)

    • thomas lahnsteirer
      31. Mai 2011 16:32

      Liebe Freunde, die ca 500 AKWS (einschließlich der in Bau) sind da, die können wir doch nicht wegdiskutieren und 100 sind noch geplant und keiner der "Neubauer"
      oder "Neuplaner" kann und will es sich leisten, darauf zu verzichten...
      und die scheren sich einen Dreck um das ukrainische oder japanische Schrott AKW, so ist es........ so sind die Tatsachen.... aus basta
      Wieso wollen intelligente Menschen, als die ich sie hier kennengelernt habe, das einfach ignorieren...ich fasse es nicht...
      Wie EHEC die Gurken hat der grüne Bazillus auch meine lieben Mitposter erfasst

    • Erich Bauer
      31. Mai 2011 16:57

      thomas lahnsteirer,
      "......ich fasse es nicht..."

      Und pro Jahr gibt es 1,5 Mio Erdbeben!!! Gemäßigtere der Stärke 5 (Richter-Skala) alle 6 Stunden. Und richtig heftige alle 10 Tage. Und alle 3 Monate rasen Tsunamis über den Pazifik!!!!! Man sollte das endlich den "Hirnederln" von Politik und Medien "verklickern". Dann könnten sie die "Angstkultur" in ungeahnte Höhen treiben. Die darauffolgenden "Angstselbstmorde" ergäben Schlagzeilen sonder Zahl ab. Entwicklungstechnik und Wirtschaft hätten dann Ruhe...

      P.S.: Damit das klar ist... das sind offiielle Aufzeichnungen. Dabei habe ich noch gar nicht den Vulkanismus erwähnt. Und die Auflistung über die atmosphärischen Naturgewalten will ich überhaupt niemanden zumuten. Schon jetzt kann ich die Tonfrequenz des "Zähneklapperns" kaum noch ertragen... Daher: "Abschicken"... damit wieder Ruhe in der Stube ist...

    • contra
      31. Mai 2011 18:43

      @t.l.

      No joa - inzwischen gibt es Erkenntnisse, daß EHEC die Gurken NICHT erfaßt hat, eventuell greifen solche bald auch bei der Atomenergie!
      Die Hoffnung stirbt zuletzt! ;-)

  26. Gerhard Pascher
    31. Mai 2011 12:21

    Sollte die Überschrift des heutigen Hauptkommentares ein Fragezeichen aufweisen, dann ist die klare Antwort: NEIN. Es wird in Europa weiterhin genug elektrischen Strom geben. Natürlich werden die Preise von Angebot und Nachfrage bestimmt.
    Die aktuellen Fragen sind vielmehr, wie sich die mächtigen Energiekonzerne sowie die Anlagenproduzenten verhalten werden? Alle verfolgen ausschliesslich Eigeninteressen und investieren enorme Geldmengen für Lobbyingarbeiten bei Behörden (EU und nationale Parlamente) und für Medienarbeiten. Dabei haben Interessen der Konsumenten, Umweltschutz usw. keine Prioritäten. So laufen eben die Geschäfte.
    Höhere Energiepreise helfen, schneller alternative Erzeugungsmethoden zu finden, diese zu verbessern und vor allem die vorhandene Energie viel besser zu nutzen.
    Europa ist in der glücklichen Lage, Meeresküsten mit starken täglichen Fluten sowie viel Wind zu haben. Auch die Sonneneinstrahlung ist in Mittel- und Südeuropa nicht schlecht.
    Schlaue Industrieberiebe - wie z.B. Siemens, ABB usw. - sind gut beraten, ihre Tätigkeitsfelder auf solche Bereiche auszudehnen und nicht die alten Technologien mit Klauen zu verteidigen. Dies gilt natürlich auch für die Erdölwirtschaft, wo ähnliche Überlegungen sinnvoll sind.
    Übrigens: es gibt schon interessante Versuche mit unter der Wasseroberfläche installierten grossen Flügelrädern, welche beiderseitig (also bei Ebbe und bei Flut) Energie gewonnen werden kann. Natürlich wird man auch da ein Gegenargument finden, so z.B. schon jetzt von den Fischern, welche ihre Schleppetze in Gefahr sehen. Da sollte immer die Vernunft der Regierungen siegen und nicht die stärkeren Lobbyisten!

    • Erich Bauer
      31. Mai 2011 12:45

      "...und nicht die alten Technologien mit Klauen zu verteidigen..."

      Tun sie eh nicht mehr. Den genannten Konzernen ist es wurscht wie sie produzieren. Wenn die Vebraucher jetzt schon, noch vor Zusammentreten einer "Ethik-Kommission", die den energiepolitischen Fußabdruck messen soll, auf Verteuerung des Stroms hingwiesen werden, so freut das jeden Vorstand...

    • Gerhard Pascher
      31. Mai 2011 12:58

      Erich Bauer:
      Doch, es wird weiterhin verteidigt. da wird eben von Stromengpässen, fehlenden Übertragungsleitungen und möglichen Abschaltungen gefaselt. Es gibt aber viele Zeitgenossen, welche alles, was in den Boulevardblättern Kronenzeitung, Österreich und Heute gedruckt wird und die Zeit im Bild des ORF berichtet, als die einzige und ganze Wahrheit betrachtet. Als kritischer Österreicher kann ich sagen, dass wir sehr oft belogen und betrogen werden. Nicht nur von den genannten Medien, auch von manchen Politikern in Brüssel, Wien, den Landeshauptsstädten und Gemeindestuben. Wer dies nicht erkennt, ist auf beiden Augen und Ohren blind und/oder taub oder besitzt kein eigenes Urteilsvermögen.

    • Erich Bauer
      31. Mai 2011 13:18

      Gerhard Pascher,
      "...Kronenzeitung, Österreich und Heute..."

      Also... der genannte "Blättewald" ist eh komplett gegen Atomstrom. oder täusch' ich mich da? Sollte ich vielleicht diese Lektüre... regelmäßig... ? Meine Befürchtung jedenfall ist, daß Politiker, Medien und "Energie-Ethikkommissionen" die Probleme sind und nicht deren Lösung. Für den ersatzlosen Ausstieg aus Atom/fossil ist technisch derzeit nicht einmal ansatzweise eine Ersatzlösung in Sicht. Einzig den "Sience fiction" Phantasien sind keine Grenzen gesetzt... Der genannte "Blätterwald" wird rechtzeitig darüber berichten.

      Aber keine Sorge. Für den Normalverbraucher wird schon genug Strom vorhanden sein. Falls er ihn sich dann noch leisten kann. Und wenn er den ÜRF nicht mehr sehen kann, hat es vielleicht auch sein Gutes...

    • Gerhard Pascher
      31. Mai 2011 17:51

      Erich Bauer:
      die von mir zitierten Zeitungstitel lese ich gar nicht. Ich wollte nur sagen, dass die breite Bevölkerung alles glaubt und akzeptiert, was dort gedruckt wird. Dies ist ja auch ein Grund, warum sich die rote Reichshälfte dort sehr stark engagiert.

      Wir haben in unserem Gesellschaftssystem ein Problem:
      1. Die Mehrheit bestimmt, was geschieht und
      2. die Mehrheit ist dumm.

      Ich würde mir wünschen, wenn in den Schulen mehr kritisches denken und abwägen gelehrt wird und vor allem: sich selbst eine eigene Meinung bilden.
      Ob dies die Parteien und im besonderen die SPÖ-Ministerin Schmid überhaupt will?

    • Udo (kein Partner)
      01. Juni 2011 14:26

      1.Die Mehrheit bestimmt, was geschieht und
      2.die Mehrheit ist dumm.
      Das mein Lieber ist DAS HAUPTPROBLEM, alle (wirklich alle) anderen lediglich Resultat daraus!
      Volltreffer!

  27. Graf Berge von Grips
    31. Mai 2011 11:32

    Nr.387
    Handkurbelgeräte zum Aufladen von Akkus, so hört man schon munkeln,
    finden reissenden Absatz - wir werden alle top fit - nur leider im Dunkeln.

    • Undine
      31. Mai 2011 21:44

      @Graf.........

      :-)

    • terbuan
      01. Juni 2011 15:57

      Ein Freund aus Südafrika hatte Mitte der 80er die Idee, kurbelbetriebene Radios für die Schwarzen auf den Markt zu bringen.
      Sein Landsmann Trevor Baiylis griff dann diese Idee 1991 auf und entwickelte verschiedene Modelle für Radios dieser Art. Seine Idee hat sich nicht durchgesetzt, aber wer weiß, es gibt solche Geräte auf dem Markt, nur sind sie für die Schwarzen (vorläufig) noch zu teuer!

  28. Samtpfote
    31. Mai 2011 11:30

    Ich konnte leider auf die schnelle keine exakten Daten im Netz finden. Aber vor wenigen Tagen war in der ZIB zu sehen, dass die Niederschlagsmengen drastisch zurückgegangen sind. (Ohne zu werten, ob das nur temporär ist).

    Das bringt möglicherweise den Verbund zum nachdenken, sind doch fast nur die Niederschlagsmengen für die Wassermenge in Flüssen relevant (Gletscherabschmelze kann man vernachlässigen)

    • Anton Volpini
      31. Mai 2011 11:45

      Bei uns in Oberkärnten ist seit Jänner so wenig Niederschlag, wie seit langem nicht mehr. Hier der Link zur Graphik der Messtation Innerkrems, üblicherweise ein Regen- und Schneeloch.

      http://info.ktn.gv.at/asp/hydro/daten/ns_statistik/Innerkrems.pdf

    • terbuan
      31. Mai 2011 14:28

      Anton Volpini
      Im ansonsten sehr niederschlagsreichen Salzkammergut hat es heuer im Februar zum letzten Mal bis in Tallagen geschneit. Und auch danach waren die Regenmengen weit unter dem Durchschnitt!

  29. Celian
    31. Mai 2011 10:46

    Unabhängig davon, ob man für oder gegen die Atomenergie ist, läßt sich doch einiges Grundsätzliches festhalten:

    Die Atomwirtschaft wird einige Investitionen abschreiben müssen. Kosten, die an Haushalte und Industrie weitergegeben werden.

    Der im letzten Jahr mit der Politik abgeschlossene Vertrag, eine Brennelementesteuer für die Laufzeitverlängerung ist hinfällig. Für die im Schnitt 12 Jahre längere Laufzeiten sollten Konzerne rund 30 Milliarden Euro zahlen. Die Politik ist wortbrüchig geworden, beharrt aber auf die einseitige Erfüllung des Vertrags. Eon und RWE bereiten juristische Schritte vor.

    Durch die Abschaltung von 7 Atomkraftwerken (fünf weitere sind wegen geplanten Wartungsarbeiten abgeschaltet) von 17 insgesamt in Deutschland kommt es zu einer angespannten Lage im Stromnetz. Strom wird nicht mehr dort erzeugt, wo es wirtschaftlich effizient wäre, im Süden, sondern dort wo es politisch korrekt ist, also im Norden, wo Wind und Sonne vorhanden sind. Diese Energie muß durch Stromleitungen dorthin übertragen werden, wo sie benötigt wird. Falls nur eine Leitung ausfällt, kommt es zu größeren Stromausfällen, zu Blackouts.

    Die Folgen des Atomstromverzichts werden im Winter unabsehbar sein, wenn die erneuerbaren Energien kaum einen Beitrag zur Energieversorgung leisten können.

    Daraus folgt:

    Das Vertrauen zwischen Politik und Wirtschaft wurde langfristig zerstört. Versorgungs- und Planungssicherheit für Unternehmen, die langfristige Investitionsentscheidungen im Bereich energieintensiver Branchen treffen müssen, ist in Deutschland nicht mehr gegeben. Solche Industrien werden daher mittelfristig abwandern. Deutschland wird Wirtschaftswachstum abgeben müssen. Einmal an die Schwellenländer abgegebene Industrien sind für immer verloren.

    Arbeitslosigkeit und ein Sinken des Wohlstandes sind die Folge. Da Deutschland der Wirtschaftsmotor Europas ist, hat das unübersehbare Folgen für ganz Europa. Das haben wohl Merkel und ihre aktionistischen TraumtänzerInnen aus dem Grünen nicht bedacht.

    Aber wenn diese Probleme schlagend werden, sind Merkel und ihre Mitstreiter schon lange nicht mehr an der Macht. Sie können für ihre Verbrechen an der deutschen und europäischen Wirtschaft nicht mehr haftbar gemacht werden. Das sind die Schattenseiten der Demokratie.

    • Martin Bauer
    • Erich Bauer
      31. Mai 2011 11:19

      "...für ihre Verbrechen an der deutschen und europäischen Wirtschaft..."

      Also, in diesem konkreten Fall ist eindeutig und unmißverständlich die "demokratische Mehrheit" (bzw. "verdemokratisierte") der "Verbrecher". Daß Merkel und ihre Mitstreiter TROTZDEM an Stromausfällen und dem Elend der Welt schuld sind, dafür wird Rot/Grün schon sorgen. Bei uns ist halt der Schüssel der "Zunkunftsverderber"... Stimmen Sie wirklich in den Chor mit ein, daß Merkel & Co. das eigentliche Verbrechen an der deutschen und europäischen Wirtschaft ist?

    • Celian
      31. Mai 2011 12:04

      an Erich Bauer,

      Merkel und Co sind nur Spielbälle der (ver)öffentlichten Meinung, wie sie es nur in einer Demokratie sein können. Andere Staatsformen mit Ausnahme der Diktatur sind ebenso von der öffentlichen Meinung abhängig, wie die Monarchie. Doch nur in einer Demokratie ist es möglich, daß der marktscheierische Mob gegen jegliche Vernunft, gegen wirtschaftliches und langfristiges Handeln die Oberhand behält. Seine "Organe" wie Demonstrationen, Zeitungen, Fernsehen und NGOs formen die öffentliche Meinung. Der Wille der Mehrheit ist daher der Wille einer Minderheit, die die Menschen manipuliert. Durch den absoluten Anspruch der Demokratrie, daß der Mehrheitsbeschluß Vorrang vor allem hat, setzen sich so die unzivilisierten, aber besser manipuierenden Kräfte einer Gesellschaft durch.

      Da ist die Merkel nur ein kleines Rädchen drin.

    • Erich Bauer
      31. Mai 2011 12:26

      Ich halte fest: Die Minderheit schaffte es mit den Mitteln der "Veridiotisierung" der Mehrheit... zum "Mehrheitsbeschluß"... Dieses "Mehrheitsrudel" wird mir immer unsympathischer.

  30. Norbert Mühlhauser
    31. Mai 2011 10:45

    [Weil die Zeit knapp ist, und weil's so schön war, gleich nochmals:]

    Aber, aber, Herr Unterberger! Wie heißt es so schön: don't worry, be happy :-)

    Das ist nämlich alles no problemo!

    Werden doch in Bälde um teures Geld, das die Zirkulation so richtig ankurbeln wird, tageszeitsensitive Stromzähler in jedem Haushalt installiert, womöglich noch mit Erkennungsfähigkeit für wirklich notwendigen Konsum, wie desjenigen des OR....F!

    Das heißt, wenn es um 2 Uhr früh an Nordeuropas Küsten so richtig stürmt, ist Waschtag angesagt! Das ist der Rhythmus, wo jeder mit muss! Andernfalls kostet der Strom eben das Doppelte oder auch das Zehnfache, bis halt das Auslangen mit den Ressourcen gefunden werden kann.

    Was man mit Preiskonditionierungen nicht so alles bewerkstelligen kann - erstaunlich!

    Im Gegenzug werden dann alle Bürger mit den Segnungen realsozialistischer Existensubsidien bedacht. Das Paradies der Werktätigen naht! (- außer natürlich für diejenigen Uneinsichtigen, die nicht in Jubelchöre an Aufmärschen zu Ehren des großen, gütigen Vorsitzenden, dem wir unser tägliches Brot zu verdanken haben, einstimmen wollen)

    Wer könnte etwas gegen die Rettung der Erde vor den Klauen der Ökokiller oder krötenvernichtenden Wasserkraftwerksbetreiber haben? Eben.

    Und jeder Bürger bekommt ein Elektromobil, womit das Verkehrsproblem auch der Vergangenheit überantwortet werden kann - was die Straßenbaukosten ungeheuer reduzieren wird!

  31. brechstange
    31. Mai 2011 10:33

    OT: Der Karas wütet wieder.

    Nachdem die EU uns gezeigt hat, wie toll ihre Kontrolle funktioniert und wie durchsetzungsstark sie gegenüber den Pleitekanditaten war, fordert sie nun ein um zehnmal höheres EU-Budget. Das würde bedeuten, dass Östereichs Bruttobeiträge von 2,2 Mrd. auf 22 Mrd. Euro anschwellen. Hoffen wir auf Deutschland und Frankreich, sich das nicht Gefallen zu lassen.

    http://diepresse.com/home/politik/eu/666518/Karas-fordert-bis-zu-zehnmal-hoeheres-EUBudget?_vl_backlink=/home/index.do

    • Erich Bauer
      31. Mai 2011 10:44

      Die Europäische Volkspartei ist voll dafür. Die ÖVP ganz sicher auch. Und die ÖVP-Wähler wählen sich Karas selber...

    • Johann Scheiber
      31. Mai 2011 12:49

      Danke für den link, brechstange!
      Habe unlängst einen Artikel verlinkt der mir einiges an Kritik eingebracht hat. Aus aktuellen Anlaß noch einmal:
      http://www.hartgeld.com/filesadmin/pdf/Hufnagel-Der_Sinn_der_PIIGS-Krise.pdf
      Auch bei alpenparlament gibt es ein sehr interessantes neues Interview mit einem jungen Wissenschaftler über die Ambitionen der EU.
      Das Schlimmste ist eigentlich, dass uns solche Vorhaben stets über die wahrhaft ausgesuchtesten Schwachköpfe mitgeteilt werden.

    • brechstange
      31. Mai 2011 14:53

      Herr Scheiber,

      mit ausgesuchten Schwachköpfen ist leicht Politik zu machen, diese Schwachköpfe hat das Volk gewählt. Alles andere wird arrangiert von einer "kriminellen" Elite.

      Vielleicht sollten wir gleich auf eine Sprache einigen. Türkisch zum Beispiel.

    • terbuan
      31. Mai 2011 15:36

      Wie heißt es so schön:
      "Mit einem nassen Fetzen gehört er davongejagt, der Karas!"

  32. perseus
    31. Mai 2011 10:20

    Es gibt sie die eierlegende Wollmilchsau: sie existiert in kranken realitätsfernen wirtschaftsfeindlichen neomarxistisch-grünen Gehirnen:

    • Kein Atomstrom aber auch kein Ersatz des Atomstroms durch Kohlekraftwerke – obwohl Kohle in Europa verfügbar wäre (deutsche Grüne - Jürgen Trittin gestern in ARD);
    • Gleichzeitig soll CO2 reduziert werden, weil es angeblich die Atmosphäre erwärmt
    • Der Handel mit CO2 Zertifkate erhöht künstlich die Energiekosten – der größte Unsinn seit Menschengedenken (was wird da auf einem Papierl zertifizert? Und wofür wird bezahlt?)
    • Wasserkraft darf auch nicht ausgebaut werden, weil Biotope zerstört werden könnten, in denen seltene Pflanzen und Tiere vorkommen
    • Autos sollen möglichst mit Elektromotoren angetrieben werden
    • Wir werden bald Wälder von Windkraftwerken haben – gleichzeitig darf aber die Landschaft nicht zerstört werden und der Fremdenverkehr muss weiter stattfinden

    Gottseidank werden wir bald ganz andere Probleme haben:

    • Die Inflation wird die Einkommen breiter Bevölkerungsschichten auffressen
    • Ein paar europäische Banken werden crashen und von uns allen aufgefangen werden müssen
    • Dann müssen wir wieder Geld drucken – Faymann hat es versprochen und gesagt, dass da eh kein Problem ist, die Kronenzeitung versteht das auch
    • Das wird die Inflation weiter anheizen
    • Wir werden auch Geld drucken müssen, um ein paar Euro-Mitgliedsländer aufzufangen
    • Die Energiekosten werden steigen, was dazu führt, dass
    • Österreich bald industriefrei ist; das löst die Probleme oben, aber:
    • Wir brauchen eine höhere Mehrwertsteuer, weil wir unsere Politiker und Beamten zahlen müssen und die Frühpensionisten der ÖBB erhalten müssen

    Inzwischen berät die „Regierung“ über:

    • Die Abschaffung der Wehrpflicht
    • Den nationalen Aktionsplan Intregation
    • Die Einführung der Gesamtschule
    • Eine Infrastrukturoffensive zur Erreichung einer umweltfreundlichen Verkehrsinfrastruktur

    Thema verfehlt – oder?

    • terbuan
      31. Mai 2011 10:32

      perseus
      Einer der besten Kommentare überhaupt! *****!!!

    • mike1
      31. Mai 2011 10:46

      danke, ausgezeichneter kommentar !

      diese idiotischen co2-zertifikate zerstören die wettbewerbsfähigkeit unserer industrie und bringen der umwelt absolut nichts. kein wunder, dass sich herr eder was überlegen muss....

      die idiotischen grünen verhindern sowieso alles, was energiepolitisch sinn machen würde.

      die unfähige und erstarrte österr. "regierung" tagt in den bergen, spricht über nebensächlichkeiten, jedoch nicht über die finanzschuld, nicht über die zukunft der österr. gesellschaft (= änderung des pensionsrechtes, pensionszahlungen z.b.), in keinster weise über einsparungspotenzial bei unsinnigen investitionen des staates.

      man beschreitet mit der sogenannten neuen mittelschule eine sackgasse, die der bildung auch nichts bringt, sondern den steuerzahler unnötiges geld kostet. das niveau wird laufend an die schwächsten angepasst...

      unser schönes land scheitert am geistigen zwergentum unserer politischen zwergenkaste.

    • contra
      31. Mai 2011 14:41

      @perseus

      JA, Thema verfehlt und es wird zur Ablenkung gegriffen, weil keiner echte Lösungen für die aufgezählten Probleme parat hat. So einfach ist das!

  33. FranzAnton
    31. Mai 2011 09:43

    Das Merkel'sche Ausstiegsszenario wird mit Sicherheit nicht halten, aber die Politik kann - mit Adenauer - ja auch künftig über Nacht klüger werden, spätestens, wenn kein Strom mehr fließt, und und unsere Arbeitsplätze anderswohin abwandern.

    Auf einem anderen Blatt steht aber, daß die Energiewende grundsätzlich machbar ist, aber mutmaßlich nicht so rasch, wie atemlose Politik es sich vorstellt. Hauptproblem dabei sind m.E. sichere Energiespeicher; hinsichtlich Erdbeben etc. sind Staumauern es nämlich nicht.

    Vermutung: Speicherung von Wasserstoff sollte - so rasch es die Forschungskapazitäten nur immer ermöglichen - technisch entwickelt werden; sowohl im großen Stil als auch für PKW - Antrieb. Solarenergie in der Sahara ist im Übermaß vorhanden, aber derzeit eben nicht hinreichend speicherbar; ähnliches gilt auch für Windenergie. Die Politik, welche vielfach von Nichttechnikern bzw. Nicht - know - how - Trägern in populistischer Weise betrieben wird, müßte unbedingt dazu übergehen, Fachexperten mit der Erarbeitung des künftigen optimalen europäischen Energieszenarios zu beauftragen; ein so als technisch machbar erkannter Ausstieg aus Fossil/Nuklearenergiequellen wäre dann raschest zu beschreiten.
    Darin liegen ungeheure Entwicklungspotentiale, u.a. auch für die armen, vielfach illiteraten Afrikaner. Ein großer Wurf - mit Bündelung des weltweit potenten Intelligenzreservoirs - wäre fällig.

    • terbuan
      31. Mai 2011 09:53

      Hat die Merkel nicht Physik studiert? Ist offensichtlich schon zu lange her ;-)

    • Erich Bauer
      31. Mai 2011 10:12

      FranzAnton
      "...mit Bündelung des weltweit potenten Intelligenzreservoirs..."

      Technischer Fortschritt bzw. technische Lösungen konnten noch nie in der Geschichte von der Politik "angeschafft" werden. Einzige Ausnahme, das "Manhattan Project". Auch die "Bündelung" der Intelligenz, von Politikern als "Heilsversprechen" organisiert, geriete sofort unter politischen Einfluss. Von nun an geht's bergab - auch mit der Intelligenz...

      Es waren immer nur Einzelpersonen, die der Menschheit einen entscheidenden „Tritt“ verpassten. „Basisdemokratische“ Bündelungen in der Wissenschaft bedeutet üblicherweise „Erkenntnisbewahrung“. Jeder kreative Prozess ist halt ein autoritärer Prozess eines Einzelwesens. Niemand kann sagen wann und wodurch so etwas geschieht. Dass es noch nicht geschehen ist, zeigt, dass es noch nicht geschehen kann.

    • FranzAnton
      31. Mai 2011 20:22

      @ E.Bauer:
      "Technischer Fortschritt bzw. technische Lösungen konnten noch nie in der Geschichte von der Politik angeschafft werden"

      Stimmt nicht. Denken Sie an die erste Mondlandung, an die technischen Entwicklungen in den Weltkriegen (Strahltriebwerk, Computer - knackte "Enigma" - mechanisches Verschlüsselungsgerät, Radar.)

      Wenn die Not/ der Bedarf groß ist, brechen sich gute Ideen ihre Bahn. Im Übrigen: Nur auf dem Gebiet der Energiespeicherung wäre wirklich Neues zu entwickeln, die Methode der solaren "Energieernte" kann als gelöst gelten (z. B. "simple" Parabolrinnenkollektoren)

  34. brechstange
    31. Mai 2011 09:17

    Alcoa ist ein amerikanischer Alluminiumkonzern mit deutschen Niederlassungen und Obama versprach doch Milliönchen für Industrieansiedelungen in USA. Subventionen sind ein wichtiger Standortvorteil geworden.

    Klaus Kleinfeld ist wieder nach oben gefallen, der zu Schadenersatzzahlungen im Siemens-Schmiergeldprozess verdonnert wurde. Dieser hat dieses System aus Karrieregründen brav getragen, nach dem Motto "Entweder mitspielen oder gehen." Daraus folgt, Bestechung und Betrug qualifizieren für höhere Weihen.

    Dass man mit diesen Auswüchsen, den Linken Munition liefert und der "Kapitalismus" - in diesem Fall zu Recht - gescholten wird, niemand sollte sich darüber wundern. Die Elite hat sich bedenklich "kriminell" abgehoben und verkauft alles was nicht niet- und nagelfest ist, um ihre eigenen Taschen zu füllen.
    Der Einwand, die Gehälter der Vorstände werden ja eh vom Aufsichtsrat bestimmt und diese wieder von der Hauptversammlung, ist nur beschränkt zulässig. Dazu sollte man die Vorstands-und Aufsichtsratsverflechtungen in den diversen Aktiengesellschaften genauer unter die Lupe nehmen und man erkennt ein "mafioses System" der gegenseitigen Kumpanei.

    Aus Spiegel Online:
    "Es ging immer auch um Moral – oder gerade deren Mangel." Crommes Kritik richtet sich vor allem gegen die früheren Vorstandschefs Heinrich von Pierer und Klaus Kleinfeld: Von beiden hätte er sich "sehr viel mehr Offenheit gewünscht". Cromme und sein Aufsichtsrat seien "überzeugt, dass der frühere Vorstand sich Fehlverhalten zu Schulden hat kommen lassen, für das wir ihn zivilrechtlich belangen müssen".
    Bei Siemens habe über Jahrzehnte in puncto Korruption ein "Netzwerk" existiert, "ein Paralleluniversum, von früheren Vorständen gedeckt, geduldet oder gar initiiert". Der Aufsichtsrat sei von diesen Alt-Vorständen "unvollständig, irreführend und teilweise sogar falsch informiert worden". Bei Siemens habe sich "extern wie intern eine Art gemeinsamer Bestechungsindustrie entwickelt, die letztlich vor allem den Eindruck produzieren sollte, Schmiergelder seien notwendig".

    Aus Spiegel Online:
    Kleinfeld macht Kasse

    Unter deutschen Managern macht sich eine Vollkaskomentalität breit - Millionengehalt bei begrenztem Risiko. So steigt Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld mit seinem geplanten Wechsel zum US-Aluminiumhersteller Alcoa dank diverser Nebenabsprachen in ungeahnte Gehaltshöhen auf. Übertrifft er die Vorgaben, kann er sein Grundgehalt von gut einer Million Euro auf rund 4,5 Millionen Euro steigern - und inklusive aktienbasierter Vergütungsbestandteile sein letztes Siemens-Gehalt von rund 3,6 Millionen Euro sogar toppen. Falls Kleinfeld bei Alcoa vorzeitig ausscheiden muss oder die Firma übernommen wird, sieht sein Vertrag zwei Jahresgehälter als Abfindung vor. Außerdem hat er Anrecht auf die Nutzung des Firmenjets und eine Umzugsbeihilfe in Höhe von knapp einer Million Euro. Als Sahnehäubchen erhält Kleinfeld zu seinem Amtsantritt am 1. Oktober ein Begrüßungsgeld (Signon-Benefit) in Höhe von 5,6 Millionen Euro, obwohl er bei Siemens nicht abgeworben wurde, sondern selbst zurücktrat. Die Summe muss er nur erstatten, wenn er in den ersten drei Jahren kündigt. Ein Alcoa-Sprecher rechtfertigt den Bonus mit Kleinfelds "phantastischen Managementqualitäten", außerdem habe er mehrere höher dotierte Angebote ausgeschlagen. Auch von Siemens erhält Kleinfeld zum Abschied gut vier Millionen Euro - zur Abgeltung einer Wettbewerbsklausel. Erst vergangene Woche hatten Aktionärsschützer Auswüchse bei der Zusage von Ruhestandsbezügen gerügt. Jüngstes Negativbeispiel: Der erst 44-jährige Utz Claassen, der demnächst seinen Arbeitgeber EnBW verlässt, soll nach nur kurzer Amtszeit ein Übergangsgeld von angeblich rund 400 000 Euro pro Jahr erhalten, bis er einen neuen Job gefunden hat. Dabei hatte er nach eigenen Angaben selbst gekündigt.

    • terbuan
      31. Mai 2011 09:25

      Ist dort nicht auch eine gewisse Ederer tätig, die mit dem berühmten Tausender, so schließt sich der Kreis zu unseren Falloten! ;-)

    • brechstange
      31. Mai 2011 09:34

      Die Ederer ist im Siemens Zentralvorstand in München. Ausständig ist noch ein Urteil wegen der Schmiergeldaffaire eines Herrn Ötsch (ehemalige Siemens-Vorstand und dann AUA-Vorstand), glaube ich. Damit träfe Ederer als ehemaliger Vorstand eine Mitverantwortung, möglicherweise Mitwisserschaft??? Selbstverständlich gilt die Unschuldsvermutung.

    • Erich Bauer
      31. Mai 2011 09:45

      brechstange,
      "...der "Kapitalismus" - in diesem Fall zu Recht - gescholten wird..."

      Der "Kapitalismus" in dieser Ausformung ist überhaupt nur mit der LINKEN möglich. Beschäftigen Sie sich einmal mit den Lebensstationen der Vorstände und Aufsichtsräte, sowie des "strategisch" leitenden Personals der Konzerne SIEMENS oder auch ÖMV. Das könnte eine Versammlung eines parlamentarischen Ausschusses oder gar eine Plenumssitzung sein. Hier Verständnis für LINKE "Kapitalismuskritik" zu zeigen, ist in der Tat ziemlich unangebracht.

    • brechstange
      31. Mai 2011 10:36

      @Erich Bauer

      Sie beziehen Ihre Sicht auf die linke Elite, da haben Sie recht.

      Doch was zeichnet linke Elite aus, sie zeigen auf die Reichen und bereichern sich selbst. Diesen Spagat kann man nur durch mangelnden Charakter schaffen, irgendwie schizophren das Verhalten.

    • Erich Bauer
      31. Mai 2011 10:52

      Auch die LINKE Elite stimmt immer gern in die "Kapitalismuskritik" der LINKEN Unterschicht mit ein. Bei Gerechtigkeits-"Bergpredigten" bekommen alle feuchte... Augen. Wer von denen ist nur blöd und wer charakterlos? Und was ist schlimmer...?

      Dieses Wähler-Phänomen tritt aber auch bei den Karas-ÖVP-Wählern auf...

    • brechstange
      31. Mai 2011 11:04

      @ Erich Bauer

      Die Vorzugsstimmen für Karas waren zum Großteil eben nicht wegen der Person Karas, sondern weil Strasser reingeschoben wurde.
      Die Menschen haben ein gutes Gespür, doch Karas war mangels Alternativen die Notfalllösung, um zu zeigen, dass man mit Strasser nicht einverstanden ist.

      Karas ist ein Fanatiker.

    • Johann Scheiber
      31. Mai 2011 13:32

      Die Managerklasse ist die Oprichnina, oder die Nomenklatur des Westens. Sie werden von den wahren Souveränen, den Multis fürstlich dafür in Sold gehalten, dass sie die Staaten, deren wirtschaftliche, moralische und kulturelle Substanz nach allen Regeln der Kunst plündern. Diesen Heerführern der Heuschrecken kann wie den einstmaligen Mitgliedern der Nomenklatur nichts passieren, solange sie das Treiben ihrer Auftraggeber nicht hinterfragen.

  35. Graf Berge von Grips
    31. Mai 2011 09:12

    Nr.386
    Unter "Atom" kann man bei den Griechen finden -
    "unteilbar" - sollte man dafür kein neues Wort erfinden?

  36. Erich Bauer
    31. Mai 2011 08:34

    "...bezahlter Atomlobbyist..."

    Die Schüssel-Neurotiker und Schüssel-Traumapatienten können derzeit nur schwer die Zurücklegung seines Mandates argumentieren. Denn der Energiekonzern, für den er als Aufsichtsrat fungiert ist, kann man jetzt nicht mehr als "ATOMKonzern" bezeichnen. Konnte man eh nie. Mit Freuden "schmeißt" man sich nun dort auf "Alternativ"... Ökonomisch hochinteressant für den Energiekonzern! Man erzeugt weniger "Produkte" und kassiert dafür ein Vielfaches. Die Gagen der Aufsichtsräte werden wohl als einzige noch steigen...

    Wenn man gleich zu Anfang des 20. J.h. das Pferd als Transportmittel (Tierquälerei) "abgeschafft" hätte, müssten wahrscheinlich auch heute noch "Migranten" den Leiterwagen ziehen. Denn die Politik hätte auch damals die Erfindung des Autos nicht "anschaffen" können. Genauso wenig wie die Politik heute eine Energietechnologie, die es noch gar nicht gibt und die nicht einmal noch in Ansätzen praktisch vorstellbar ist, befehlen kann. Das was der Politik und der idiotischen Mehrheit ganz bestimmt gelingen kann, ist die "Abschaffung" von Gewerbe und Industrie... Nun, in diesem Fall braucht man eh keine Energie mehr. Und die Forschung nach moderner, einer hoch entwickelten Gesellschaft adäquaten Energietechnologie, erübrigt sich. Es soll mir aber dann keiner dieser jammernden Mehrheit mit seiner leidvollen „Perspektivlosigkeit“ daherkommen…

    • Erich Bauer
      31. Mai 2011 09:08

      Korrektur: der treffendere Ausdrück wäre möglicherweise: "VERidiotisierten" Mehrheit...

  37. Observer
    31. Mai 2011 08:16

    ...kein einziges Todesopfer als Folge atomarer Strahlung bekannt geworden ist.

    Schlecht recherchiert, lieber Herr Unterberger. Es gab leider schon Todesfälle und es gibt genug Leute, welche in Japan nun wegen der Strahlenbelastung medizinisch behandelt werden müssen und auch Spätfolgen prognostiziert werden.

    Bei den Erzeugungskosten des Atomstromes werden die erforderlichen Endlageraufwendungen bisher NICHT einkalkuliert. Da verlassen sich alle AKW-Betreiber bisher auf den Steuerzahler, daher ist auch die Stützung bei alternativen Energieerzeugungen durchaus gerechtfertigt.

    Der Vergleich mit möglichen Zerstörungen von Kraftwerkstaumauern hinkt insofern, da die Folgen beim plötzlichen den Austritt grosser Wassermasssen ganz anders sind, als wenn Radioaktivität für viele Jahre die Umgebng unbewohnbar macht.

    Zu den Elektroautos: wenn auch noch ein weiter Weg bevorsteht, so wird diese Antriebsmethode die Zukunft sein. Das ganze Stromerzeugungs- und Verteilsystem wird völlig anders aussehen. So wird es Millionen von Stromerzeugern geben, welche in ein gemeinsames Netz einspeisen und bei Bedarf auch von dort verbrauchen können. Die dann vorhandenen neuen Batterien/Akkus (oft auch in den PKWs in der Garage) dienen als Puffer bzw. Zwischenspeicher, um mögliche Berdarfsspitzen auszugleichen. Klingt alles sehr utopisch, wird aber einmal Wirklichkeit werden. Pessimisten sei an die Einführung der Dampfmaschine, der Eisenbahn usw. erinnert, wo auch viele nur gelacht hatten. Vor ca. 35 Jahren hatte auch kein Journalist geglaubt, dass der gute alte Fernschreiber einmal durch Telefax und nun durch das Internet völlig ersetzt wurde.

    Last, but not least: in den wirklichen Demokratien bestimmt die Mehrheit. Und wenn die Mehrheit eben überzeugt ist, dass die AKWs langfristig schlecht sind, dann gehören diese abgeschafft. Wer sich damit nicht abfinden will, der muss auswandern - solange es noch diktatorisch geführte Länder gibt - oder eben Selbstmord betreiben.
    Und den Herren Eder (Voest) und Kleindienst (Alcoa) sei ins Stammbuch geschrieben: auch die Entwicklungsländer werden nach der Demokratisierung höhere Umweltstandards einführen, da ist es dann auch dort mit der gepriesenen "industriellen Freiheit" vorbei. Da ist es doch besser, hier zu bleiben und Grips für die Verbesserung der Produktionseffizienz einzusetzen.

    • terbuan
      31. Mai 2011 08:19

      Observer
      *****!

    • brechstange
      31. Mai 2011 10:44

      Wir sollten vorne dabeibleiben, dazu gehört auch Veränderung. Die Lücke dazwischen wird weiter mit Atomkraft aufgefüllt bleiben, da bin ich mir sicher.

    • DerTurm
      31. Mai 2011 12:16

      Aha, die Entsorgungskosten sind angeblich nicht einkalkuliert...

      Dann ist also beispielsweise das deutsche
      ---------------
      Gesetz über die friedliche Verwendung der Kernenergie und den Schutz gegen ihre Gefahren vom 23. Dezember 1959
      ---------------
      und darin insbesondere § 9a (Verwertung radioaktiver Reststoffe und Beseitigung radioaktiver Abfälle)
      Absatz 1 Satz 1:
      ---------------
      Wer Anlagen, in denen mit Kernbrennstoffen umgegangen wird, errichtet, betreibt,
      sonst innehat, wesentlich verändert, stillegt oder beseitigt, außerhalb solcher Anlagen
      mit radioaktiven Stoffen umgeht oder Anlagen zur Erzeugung ionisierender Strahlen
      betreibt, hat dafür zu sorgen, daß anfallende radioaktive Reststoffe sowie ausgebaute oder abgebaute radioaktive Anlagenteile den in § 1 Nr. 2 bis 4 bezeichneten Zwecken entsprechend schadlos verwertet werden oder als radioaktive Abfälle geordnet beseitigt werden (direkte Endlagerung).
      ---------------
      [das bedeutet die Verpflichtung zur wo vollständigen Dekontamination]

      pure Einbildung?

      Ebenso wie die daraus gesetzlich verpflichtet gebildeten Rücklagen?

    • Observer
      31. Mai 2011 13:07

      DerTurm:
      das mit der gesetzlichen Verpflichtung und den Rücklagen mag schon stimmen. Aber bisher weiss man noch gar nicht, wo das nicht mehr verwendbare Zeug endgelagert werden darf/soll, daher kann man auch die dazu notwendigen Kosten noch gar nicht ermitteln und in den Strompreis einkalkulieren. Derzeit schlägt man sich schon mit den Aufwendungen für die Wiederaufbereitung, den mühsamen unter Polizeischutz stattfindenden Castortransporten zu den Zwischenlagern (z.B. nach Gorleben) herum. Und was geschieht, wenn der Atomkonzern vorher Insolvenz anmeldet? Da bleibt zum Ende doch nur wieder der Staat (= Steuerzahler) für die Kostenübernahme der wirklichen Endlagerung übrig.

    • DerTurm
      31. Mai 2011 14:19

      ...was angesichts der Abermilliarden (unserer Steuern), welche unsere Politiker tagtäglich mit vollen Händen aus den Fenstern werfen auch schon egal ist.

      Raliter sind die Entsorgungskosten bewertet und in die Strompreise einkalkuliert, und es werden entsprechende Rücklagen gebildet.

      Um es klarzustellen: Ich halte die Kernkraft prinzipiell auch für problematisch. Es ist ein ernstes Thema, über das man aber leider nicht mehr diskutieren darf und das nicht hinterfragt sondern nur mehr kategorisch abgelehnt werden darf (das halte ich für einen Fehler, ebenso wie z.B. den Standort Biblis).

      Und die aktuelle Hexenjagd bringt niemandem etwas. Ganz im Gegenteil: Wenn die Deutschen erfolgreich die europäischen Stromnetze weiterhin sabotieren, sitzen auch wir bald im Dunklen.

      Als letzte Konsequenz wird es in zehn Jahren regelmäßige Stromabschaltungen geben, und unsere "zivilisierte Welt" - wie wir sie mit all ihren Errungenschaften des Wohlstandes kennen - wird der Vergangenheit angehören.

      Insbesondere die Risikowahrnehmung und Risikokommunikation sind in Europa und insbesondere in Deutschland völlig ver-rückt und bar jeglicher Realität.

    • Observer
      31. Mai 2011 17:55

      DerTurm:
      Was Sie schreiben, ist das "worst scenario", was hoffentlich bzw. sicher nicht eintreffen wird. Sie haben aber völlig recht, dass man nun vom einen Extrem in das andere fällt. So kann es wirklich nicht funktionieren.
      Trotzdem: bitte nicht alles zu schwarz sehen, es gibt immer Auswege - auch aus Sackgassen.

    • diko
      31. Mai 2011 23:10

      Observer, Susanne, Supra etc.
      ........und Grips für die Verbesserung der Produktionseffizienz einzusetzen:
      Und was ist das Ergebnis: Windradelstromerzeugung!

  38. terbuan
    31. Mai 2011 08:12

    Als ergänzenden Kommentar zu der Problematik, in der heutigen "Presse":
    "Abschied von der Atomkraft wird lang und teuer!"

    http://diepresse.com/home/panorama/klimawandel/666543/Ausstieg_Abschied-von-Atomkraft-wird-lang-und-teuer?_vl_backlink=/home/index.do

  39. Wertkonservativer
    31. Mai 2011 08:08

    Die Angst der Menschen vor "Unheilen" aller Art ist unausrottbar, anscheinend aus den Frühtagen der Menschheit stammend, als echte Natur- und Kriegs-Katastrophen an der Tagesordnung waren!

    Die täglichen Gefahren im Umgang mit der hochgezüchteten Technik, im Verkehr, im Flugzeug usw., werden - weil kaum mehr als relevant angenommen -weitgehend verdrängt bzw. verniedlicht.
    Die Atomkraft dagegen ist heute im Bewusstsein der Menschen ein veritabler "Teufelersatz"!

    Wie leicht und wie schnell allerdings auch kleinere "Katastrophen" (siehe u.a. Rinder-und derzeit Gurkenwahn) die Menschen verunsichern können, wird - durch die Idiotenmedien verstärkt - immer wieder offenbar.
    Ein Beispiel: meine Frau ist eine der wirklich Gescheiten! Und doch hat sie gestern - beim Obst- und Gurkenkauf in Grossetto (Toskana) - ganz penibel auf die Herkunftsbezeichnungen geschaut, ob da nicht vielleicht etwas aus dem schönen Spanien kommen könnte!
    So werden Hysterien gezüchtet!

    • GOP
      31. Mai 2011 08:28

      Lieber Wertkonservativer,
      der Hinweis auf die viel grössere "Lebensgefahr" beim Autofahren usw. ist immer schnell bei der Hand. Genau genommen muss man aber unterscheiden, wo bin ich aktiv an einem eventuellen Unglück beteiligt und wo liegen die Verursacher ausserhalb meiner Kontrolle. Wissen Sie, welcher riesige Aufwand betrieben wird, damit Flugzeugabstürze vermieden werden? Als Flugpassagier ärgert man sich zwar, wenn scheinbar übertriebene Sicherheitskontrollen durchgeführt werden oder sich wegen des Ausfalls einer Kontrolllampe im Cockpit der Abflug verzögert. Die Statistik zeigt aber, dass im Vergleich zur Passagieranzahl und den zurückgelegten Kilometern der Flugtransport das sicherste Verkehrsmittel ist. Trotzdem gibt es Leute, welche Angst vor dem fliegen haben bzw. das Flugzeug völlig vermeiden. Das muss man akzeptieren.
      Natürlich gibt es auch hysterische Panikmache, welche aber meist erst durch die Medien angeheizt wird. Dazu zähle ich sowohl die Totalverweigerer als auch die Totalverharmloser. Gehört da manchmal dieser Blog auch dazu?

    • Wertkonservativer
      31. Mai 2011 15:36

      Lieber GOP,

      danke für die berechtigten Einwände, die ich durchaus ohne Komplexe verkraften kann.
      In die heute sehr hochstehende Diskussion zum Thema (Perseus, Observer, Terbuan, Brechstange u.a.) will ich mich wirklich nicht einklinken, da ich mir meinen Toskana-Aufenthalt (heute: Bad in den Schwefelkaskaden Saturnias - göttlich!) nicht durch allzugroße Hirnmalträtierung stören lassen möchte.

      Wir können alle miteinander den Weltlauf eh' nicht wirksam beeinflussen; da helfen auch die tiefsinnigsten und bestgemeinten Betrachtungen nichts!

      Liebe Grüße!

  40. HJR
    31. Mai 2011 07:56

    Apocalypse Now?

    Ich bin nicht sicher, ob es die Diskussion bereichert, wenn wir den möglichen apokalyptischen Folgen der akw-gestützten Energiegewinnung ein analoges Szenario der "akw-losen Alternative" gegenüberstellen.

    Was mir - leider - ins Auge fällt ist, das Menschen offensichtlich außerstande sind, selbst existenziell wichtige Themen unter Beschränkung auf die rational zugänglichen Parameter und die daraus resultierenden Schlussfolgerungen abzuhandeln. Und leider - muss ich feststellen - dass auch AU davon nicht frei ist, zumindest was die Atomkraft anbelangt.

    Es kann doch niemand über die Folgen von Fukushima und Tschernobyl einfach zur Tagesordnung übergehen, indem er Risikokompente der AKWs auf die (statistisch) bisher wenigen Todesopfer dieser Technologie reduziert. Das ist so ähnlich, als würde man den Hinterbliebenen der Opfer des Flugzeugabsturzes von AF 447 dcamit zu trösten versuchen, dass die Zahl der Toten pro Beförderungskilometer im Flugverkehr ohnehin nur einen Bruchteil derer des Autoverkehrs beträgt. Hier verblasst das rationale Argument zu einem bemitleidenswerten Schattenpopanz ohne Relevanz für das Universum an Gefühlen und Empfindungen, deren der Mensch fähig ist.

    Dass umgekehrt diese Empfindungen und Gefühle es vielleicht auch sein mögen, welche uns zu "nur rationalem Denken" unfähig machen - was sich in einer so großen Debatte wie der Atomkraft versus erneuerbarer Energien entlädt - könnte einen Schwachpunkt der "Konstruktion Mensch" darstellen oder befähigt ihn, über das rational Fassbare hinauszublicken - wie manche mehr religiös bzw. mystisch argumentierenden Freunde dieses Blogs in ihren besten Beiträgen erahnen lassen.

    So steh ich nun da, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor! Drum kehre ich zurück zum alten Sokrates und bekenne: "Ich weiß, dass ich n ichts weiß."

  41. thomas lahnsteirer
    31. Mai 2011 07:54

    Ein paar nüchterne Tatsachen zur Atomenergie (Quelle: NZZ):

    Es gibt weltweit 437 Reaktoren, weiters sind 56 Reaktoren im Bau
    in Summe also 493 Reaktoren,
    weiters sind noch unzählige Reaktoren in Planung, Tendenz eindeutig steigend

    Ein paar Länderbeispiele:
    Russland 31 Reaktoren, 10 im Bau
    China 11 Reaktoren, 20 (!!!) im Bau
    Frankreich 59 Reaktoren, 1 im Bau
    Indien 18 Reaktoren, 5 im Bau
    Die Slowakei und Tschechien planen einen Aus- bzw Neubau von AKWs

    Ob uns das nun passt oder nicht, die Frage eines weltweiten Atomaustiegs stellt sich angesichts dieser Zahlen (leider) überhaupt nicht. Im Gegenteil, es stellt sich eher die Frage, wie werden wir mit der Expansion der AKWs fertig
    Oberstes Gebot kann nur sein: verstärkte Sicherheit !!
    Alternativen dazu gibt es einfach nicht

    Alles andere ist Larifari, initiiert von den grünen Gaunern in Deutschland, die dort eine Hysterie wie zu Adolfs Zeiten entfacht haben. Diesmal geht es halt nicht gegen die Juden, sondern gegen die "Atom-Lobby"

    • HJR
      31. Mai 2011 08:20

      "Alternativlos" ist ein "Totschlag-Argument", was - mit gewisser Berechtigung auch der Dame Merkel öffentlich vorgeworfen wird. Das Wort "alternativlos" verstellt und verbietet die Sicht auf mögliche - vielleicht aus heutiger Sicht auch visionär und/oder unerschwinglich scheinende, bessere - Lösungen.

      Zu welchen Leistungen und Anstrengungen ("gute" wie "böse") aber der Mensch in der Lage ist, wenn er - einzeln oder in der Gemeinschaft "Visionen" verfolgt, zeigt die Geschichte nur allzu deutlich.

    • thomas lahnsteirer
      31. Mai 2011 09:01

      man kann natürlich Tatsachen negieren oder sich diese zurechbiegen und weiter von Alternativen faseln. Im Endeffekt steht fest, dass China und Indien munter weiter AkWs planen und bauen, ob das unseren Alternativträumern passt oder nicht. Ich bin kein Freund der Kernenergie, aber deswegen noch lange kein Träumer....

    • socrates
      31. Mai 2011 09:05

      Die Erdöllobby schlägt zu! Wen trifft sie? Alle deutschcprachigen, sie haben ja den WWII verloren, man kann ihnen nicht trauen und sie sollen zahlen.

    • HJR
      31. Mai 2011 09:50

      @thomas lahnsteiner, 09:01
      [... man kann natürlich Tatsachen negieren oder sich diese zurechtbiegen ...]

      Darum gings mir aber nicht! Ein "Totschlag-Argument" setzt der Diskussion ein Ende und verhindert, dass der Andere - der auch Recht haben könnte, denn niemand ist im alleinigen Besitz der Wahrheit - seine Argumente vortragen kann.

    • Erich Bauer
      31. Mai 2011 14:33

      HJR,
      "...seine Argumente vortragen kann..."

      Hm... in diesem Fall geht's halt nicht so sehr um "Argumente" als um technische Möglichkeiten. Und wenn diese nicht vorhanden sind, geht's um ökonomische Konsequenzen. Und ich weiß es ganz bestimmt, daß diese Fragen eine "Energie-Ethikkommission" niemals wird lösen können - außer "argumentativ"... Die enegietechnischen Möglichkeiten liegen in einer ferneren Zukunft. Wenn ich die derzeit vorhandenen Möglichkeiten ersatzlos politisch "abschaffe", wird Technik UND Wirtschaft in die Anfänge des 20. Jh. zurückgefahren. Viel Vergnügen. Aber, keine Angst, der Mensch ist immer für Schreckensmeldungen (dann halt der anderen Art) empfänglich...

      Aber, ganz abgesehen davon. Bei den Krisen denen wir entgegensteuern werden die Argumente um den energiepolitischen "Fußabdruck" sowieso zur sardonischen Lachnummer...

  42. terbuan
    31. Mai 2011 07:49

    Mit den beiden Vorpostern libertus und volpini ist ja bereits die kontroverse Diskussion eröffnet.
    Für uns in Österreich stellt sich die Situation ja besonders kritisch dar:
    -Die Abschaltung von Atommeilern wird zwangsläufig eine weitere Erhöung der Strompreise mit sich bringen.
    -Die Gefahr von atomaren Unfällen mit unabsehbaren Folgen besteht trotzdem, da wir auch von Ländern umgeben sind, die gar nicht daran denken, ihre AKWs stillzulegen.
    Fazit: Weitere Belastungen für Wirtschaft und Konsumenten und keine wirklich relevante Verbesserung der Sicherheit!

    • HJR
      31. Mai 2011 08:25

      Leider ist der "Preis" in der globalen Massenökonomie zum bestimmenden Faktor geworden, der ernstfalls jeglichen Verzicht auf Sicherheit rechtfertigt; zumal Sicherheit immer nur dann vehement eingefordert wird, wenn's mal wieder passiert ist. (Dabei ist es gleichgültig, ob es sich um einen atomaren oder einen ökonomischen GAU handelt).

    • brechstange
      31. Mai 2011 09:39

      @hjr

      Sie sagen es, auch die Bohrkatastrophe im Golf von Mexiko wurde durch Einsparmaßnahmen an der Bohrinsel unbeherrschbar, dasselbe passierte beim ICE-Unglück in Eschede. Immer wieder sind Einsparmaßnahmen in der Technologie beim Unglück federführend.

  43. diko
    31. Mai 2011 07:36

    "THILO SARRAZIN" Band II:
    DEUTSCHLAND SCHAFFT SICH AB!, (ist aber noch nicht erschienen)

  44. Anton Volpini
    31. Mai 2011 06:59

    Die Nebenkosten, die wir für den Kostenausgleich der Wind- und Sonnenenergieproduktion bezahlen, sind enorm, und bringen stromintensive Unternehmungen in einen starken Konkurrenznachteil gegenüber solchen Unternehmen, die in Tschechien, Slowakei oder Ungarn produzieren.

    Aber viel mehr sind jene Nebenkosten, die sich Energieabgabe nennen, und die wir dem damaligen Staatssekretär Martin Bartenstein zu verdanken haben.

    • Johann Scheiber
      31. Mai 2011 08:05

      IV-Wahlkampf,he?

    • Anton Volpini
      31. Mai 2011 08:20

      Ja, wurde gestern mit einem Seitenhieb auf meinen Freund Georg Kapsch begonnen......

    • brechstange
      31. Mai 2011 09:40

      Stimme mit Ihnen überein. Was damals in Kyoto passiert ist, disqualifiziert den Gegenkanditaten von Kapsch.

    • Anton Volpini
      31. Mai 2011 10:04

      Danke @brechstange, und nicht nur Kyoto......aber das ist eine andere Geschichte....

    • brechstange
      31. Mai 2011 10:39

      @ Volpini

      Ich glaube zu wissen, was Sie meinen. Das sind nämlich genau jene Sachen, die die ÖVP nicht tolerieren sollte.

  45. libertus
    31. Mai 2011 02:28

    Wieviele Tote ein anderes Katastrophenszenario auch immer fordert, ich kenne keines, welches ganze Landstriche auf tausende Jahre hinaus unbewohnbar macht, sowie in Tschernobyl und vermutlich auch in Fukushima bzw. welches auf Generationen hinaus Erbgutschädigend wirkt.

    Weiters kenne ich keine Energiegewinnung, deren Abfallprodukt bis heute keine Endlagerung ermöglicht, weil es ebenfalls Jahrtausende eine strahlende Gefahr darstellt.

    So gesehen kann man bei Atomstrom keinesfalls von kostengünstiger Energie sprechen, weil bei einem atomaren Unfall die Folgekosten erstens gar nicht abzuschätzen sind und zweitens absolut auf die Allgemeneinheit und deren Nachkommen abgewälzt werden.

    Man muß beileibe kein Grün-Alternativer sein, um zu erkennen, daß Atomstrom weder als "Brückenenergie" taugt, noch dessen Belastungen zukünftigen Generationen zumutbar sind. Atomstrom ist im Falle eines GAUs die teuerste Energieform überhaupt, weil sie zwar vom Menschen genutzt, jedoch immer noch nicht in allen Konsequenzen beherrscht wird.

    So gesehen, eine sehr kurzsichtige Energiegewinnung, tut mir leid!

    • diko
      31. Mai 2011 07:56

      libertus,
      tut mir auch leid, aber über das wahre Ausmaß der Folgen, - ob Tschernobyl, Hyroschima, Nagasak - sind wir nur belogen worden!

      Störfälle im militärischen Bereich, wenn überhaupt an die Öffentlichkeit dringend, werden verharmlost. Und über die "friedliche Nutzung der Kernenergie" werden hierzulande Horrorszenarien verbreitet.

    • brechstange
      31. Mai 2011 08:52

      Auch wenn der Ausstieg kein schneller sein wird, sollte man rechtzeitig in Alternativen denken.

      Die Atomstromforschung verschlang Milliarden und wird weitere Milliarden verschlingen.

    • byrig
      01. Juni 2011 00:01

      libertus,bis jetzt ist die atomenergie relativ kostengünstig-auch aufgrund ungelöster probleme wie der endlagerung,die leider nach wie vor ungeklärt ist.
      uran ist aber nicht so limitiert wie z.b. erdöl.
      d.h.,man könnte in ruhe nach wirklichen alternativen zur atomenergie suchen wie z.b. der kernfusion.
      könnte man dieses rätsel lösen,wären keine energieprobleme mehr vorhanden-auf ewig.
      bis dahin muss die normale kernenergie noch eine rolle spielen.und tut es voll.
      eines möchte ich mir für die zukunft nicht vorstellen:riesige felder von windrädern,ebenso riesige felder bedeckt mit solarzellen.
      facit:ala long weg mit der kernenergie im heutigen sinne,massnahmen zur erforschung ähnlich praktukabler energien,schleichender übergang.

    • kpax (kein Partner)
      01. Juni 2011 10:18

      libertus hat vollkommen Recht.

      Von Atomkraftbefürwortern wird immer wieder darauf hingewiesen, dass wir von Atomkraft abhängig sind. Natürlich hätten wir Probleme, wenn wir von heute auf morgen alle Atomkraftwerke abdrehten, die Sache ist aber die, das wir nur von Atomkraft abhängig sind weil wir und ABHÄNGIG GEMACHT HABEN. Manche tun ja gerade so, als ob die Abhängigkeit der Menschen von Atomstrom eine Naturkonstate ist.

      Es gibt kein Argument für Atomkraftwerke, genausowenig wie es keine Argumente fürs Rauchen gibt, jedenfalls keine vernünftigen, und nicht solche wie "Sterben muss ich sowieso" oder "Ich kann tun was ich will".

      Dass Atomkraft die bei weitem teuerste Variante der Energiegewinning ist, wenn mal alle Nebenkosten einrechnet ist ja nichts neues. Wenn man den "Wert" der Gesundheit der verstrahlten Liquidatoren und der auf Jahrzehnte verseuchten Landstriche irgendwie auf Zahlen bringen würde, würde es jedem einleuchten.

      Ich bleibe bei der Behauptung, dass solche Pro-Atom-Artikel ganz anders aussehen würden. Wenn der Journalist in unmittelbarer Nähe von Fukushima gelebt hätte. Dann wird einem nämlich doch ein bissl bange, wenn die Sirenen losgehen, und dann kann einem auch nicht überzeugen, dass "andere Bedrohungen deutlich mehr Todesopfer gefordert haben als alle atomaren Schreckensszenarien". Abgesehen davon, dass die wirklich langfristigen Auswirkungen von Tschernobyl keiner weiß. 1986-2011 ist ein Klacks für Radioaktivität. Aber klar, wer begibt sich schon in die death zone und stellt Langzeitstudien an?





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