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Erster Weltkrieg - da war doch was?

Der weltweit letzte Soldat, der noch im ersten Weltkrieg gekämpft hat, ist in der Vorwoche gestorben. Wenn jemand 110 Jahre alt wird, ist das kein Anlass mehr zu individueller Trauer. Aber sein Tod sollte statt dessen zum Anlass genommen werden, sich endlich wieder eines schon fast vergessenen, aber umso wichtigeren Krieges zu besinnen. Der erst mit diesem Tod wirklich Geschichte geworden ist.

Es ist ja mehr als erstaunlich, wie viel seit Jahrzehnten über den zweiten Weltkrieg geforscht, publiziert, polemisiert und bewältigt wird. Und wie wenig jedoch der erste Weltkrieg im kollektiven Bewusstsein verankert ist. Obwohl er deutlich mehr Opfer als der zweite gefordert hat (wenn man die nationalsozialistischen und die kommunistischen Massenmorde in Konzentrationslagern und Gulags nicht einberechnet). Obwohl eine sehr ernsthafte Sichtweise den zweiten eigentlich nur als Fortsetzung des quasi unterbrochenen ersten Weltkriegs ansieht.

Das hat manches für sich, insbesondere zeigen die deutschen Revanche-Gedanken eine Zusammengehörigkeit der beiden Kriege. Diese Revanche-Lust hat ja auch einem Adolf Hitler geholfen, an die Macht kommen. Hitler hat die deutsche Niederlage und den Zorn über die demütigenden Friedensbedingungen der Vororteverträge brutal für seine Machtaspirationen missbraucht. Ähnlich sind ja übrigens in einer Art demagogischer Kettenreaktion die Verbrechen Hitlers noch 70 Jahre später für politische Agitation missbraucht worden, so als könnte man sie rückwirkend verhindern.

Damit aber wird die selten gestellte Frage noch viel wichtiger: War der erste Weltkrieg eigentlich unvermeidlich? Als Antwort wurde von Historikern so manches an Details zutage gefördert, das andeutete, die Geschichte hätte ja auch ganz anders laufen können. Motto: Wenn Franz Ferdinands Fahrer in Sarajewo anders gefahren wäre, hätte auch die Weltgeschichte eine andere Wendung genommen. Oder: Hätte sich Rudolf nicht in Mayerling umgebracht usw.

In Wahrheit aber war der Krieg wohl unvermeidlich, was auch immer letztlich der konkrete Zündfunke war. Die Kriegsschuld kann nicht so einfach auf einen einzigen Mann abgeschoben werden, wie es so mancher dann in Hinblick auf den zweiten Krieg Richtung Adolf Hitler versucht hat. 

Es ist sehr lehrreich, sich die Hauptursachen des ersten Weltkriegs in Erinnerung zu rufen: Europa hatte 1914 längst die Lektion aus dem Dreißigjährigen Krieg verlernt, dass am Schluss eines großen Krieges alle nur noch Verlierer sind. Gerade die letzten – relativ! –  kurzen Kriege des 19. Jahrhunderts haben ja noch den Anschein von Kriegs-Siegern erzeugt. Das zweite Deutsche Reich und Italien sind als Produkt von Siegen in diesen Kriegen entstanden. Das hat nicht gerade ein pazifistisches Klima geschaffen.

Deutsche wie Italiener hatten auch nach ihrer eigentlich geglückten nationalen Vereinigung weitere aggressive Pläne. Die Deutschen wollten weltweit zur Nummer eins aufsteigen, die Italiener gierten nach dem Brenner, nach Dalmatien und so wie die Deutschen nach Kolonien. Auch für die Briten und Franzosen war insbesondere in den Kolonien der Krieg die fast normale Fortsetzung der Politik und der wirtschaftlichen Interessen. Gleichzeitig brodelten in Frankreich die Revanchegefühle ob des Verlust von Elsass-Lothringen. Und das absolutistische Russland wie wohl auch Österreich-Ungarn waren innerlich schon so morsch, dass sie sich im „Stahlbad“ eines Krieges geradezu eine Stabilisierung erhofften.

Ein weiterer fast historisch zwingender Kriegsgrund waren die im 19. Jahrhundert überall und nicht zuletzt im Habsburgerreich erwachten Nationalgefühle auch relativ kleiner Nationen. Denen stand der oft überhebliche Chauvinismus der Großen gegenüber.

Nichts davon aber passte noch mit einer Welt zusammen, in der die Monarchen ihre Herrschaftsgebiete durch willkürliche Grenzziehungen, durch Kriege, durch Erbschaften, Heiraten und Erbteilungen erworben hatten. Die Sprache, die Kultur, die Religion, die Gefühle der Untertanen – das waren für diese Herrscher hingegen lange völlig unbedeutende Faktoren. Was sich aber die national erwachten Völker immer weniger gefallen ließen.

Das alles kreuzte sich mit zwei Explosionen: der industriellen und der Bevölkerungs-Explosion. Die als totaler Kontrast zur althergebrachten bäuerlichen und zünftlerischen Gesellschaft aufgeblühte Großindustrie produzierte gigantisches Material zum Kriegführen – bis hin zum Giftgas (das in Europa seit dem ersten Weltkrieg übrigens nie mehr eingesetzt worden ist). Die plötzliche industrielle Macht entzündete in den Köpfen der Mächtigen aber auch eine gefährliche Hybris. Alles schien möglich geworden – die Herrschenden vergaßen nur, dass das auch für die Gegenseite galt.

Die Bevölkerungszunahme wiederum erhöhte einerseits die expansive Gier auf neue Territorien – damals hielt man ja trotz der Industrialisierung noch die Landwirtschaft für die wichtigste Abteilung der Wirtschaft. Die Bevölkerungsexplosion hat aber andererseits auch die unglaublichen Menschenopfer an den Fronten des ersten Weltkriegs scheinbar erträglicher gemacht. Wenn ein Bauer vier, fünf Söhne hatte, wurde es als eine geringere Katastrophe als heute angesehen, wenn ein oder zwei davon fallen. Heute ist jeder einzelne Tote einer westlichen Armee ein großes und belastendes nationales Thema.

Eine interessante historische Deutung sieht das 20. Jahrhundert als ein kurzes an: Es habe erst 1914 mit dem Weltkrieg begonnen und sei schon 1989 mit der Implosion des Kommunismus zu Ende gegangen. Das widerspricht einem anderen Interpretationsversuch nicht wirklich: Dass 1989 nicht das von einem US-Historiker behauptete Ende der Geschichte ausgebrochen sei, sondern dass nach Ende des bisher letzten Totalitarismus eine Fortsetzung der traditionellen Geschichte stattfindet. Die Welt scheint also wiederum in einem Stadium vieler kleinerer und unüberschaubaren Konflikte angekommen, während in jenem kurzen 20. Jahrhundert zwei mörderische Ideologien alle anderen Fragen an den Rand gedrückt hätten. Da ist schon was dran.

Last but not least ein Gedanke zu Österreich: Es ist sicher ein entspanntes Signal, dass der erste Weltkrieg hierzulande überhaupt nicht mehr wahrgenommen wird. Dass sogar die Sozialdemokratie langsam auf ihren Habsburger-Hass von 1918ff vergisst (wie sie ihn ja auch bis 1914 keineswegs hatte). Während das ganze Kalenderjahr von Dutzend Gedenktagen an den Nationalsozialismus überzogen ist, findet der erste Krieg im Jahreskalender Österreichs nicht statt. Dabei ist durch jenen Krieg kein Land so atomisiert worden wie die einstige Habsburger-Monarchie.

Dennoch interessiert das niemanden mehr. Österreich kümmert sich nicht einmal mehr um jene Landsleute, die durch die – neuerlich – willkürlichen Grenzziehungen nach 1918 plötzlich von ihrer Heimat getrennt worden waren. Lediglich Südtirol war bis in die 70er Jahre ein nationales Anliegen. Heute aber sind auch die Südtiroler gut beraten, wenn sie von Wien absolut nichts mehr wollen. Sie interessieren in Österreich niemanden mehr, oder zumindest keine politisch relevante Gruppe.

Österreich trägt an keiner Geschichtslast seiner großen Vergangenheit mehr, und es hat nach all den Amputationen keinen Phantomschmerz mehr. Das wird viele beruhigen. Man kann es aber auch umgekehrt sehen: Ein Volk ohne Geschichte ist kein Volk. Und ohne Vergangenheit gibt es auch kein Interesse an der eigenen Zukunft.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorHelmut Oswald
    15x Ausgezeichneter Kommentar
    09. Mai 2011 09:16

    'Deutschland hatte weit agressivere Pläne, es wollte weltweit zur Nummer 1 aufsteigen' - pardon, das durfte es natürlich nicht wollen, denn der Platz war natürlich Engländern und Amerikanern reserviert. Gott wollte es so: ganz bestimmt. Und worin bestand die Agressivität ?

    Bitte nicht den Flottenbau - der Unsinn hat einen zehn Meter langen Bart.
    Nur so viel - vor dem Einsetzen der deutschen Flottenrüstung setzten die Briten ihre Seegeltung regelmäßig - seerechtswidrig - zum Nachteil der deutschen Handels- und Fischereiflotte ein. In der Nordsee fuhren unter dem Schutz ihrer Kreuzer britische Schiffe in die Netze deutscher Fischerboote - erinnert sich hierorts jemand an den 'Fischereikrieg' von 1970-72 Großbritanniens mit Island ?
    Übersee- und insbesondere Fernosthandel lief für deutsche Handelsschiffe besonders schlecht, denn Wasser und Kohlenaufnahme oder die Nutzung von Telegrafenstationen lief über die fast ausschließlich englischen Flottenstationen entlang der Route nach Ostasien nicht - es wurde den Kauffahrern schlicht verweigert. Und die einsetzende Flottenrüstung erfolgte 1.) vollkommen transparent - im Reichsgesetzblatt und den Budgetgesetzen war das Vorhaben für jedermann einsehbar 2.) in keiner Weise für England bedrohlich denn die Kriegsmarine des Kaiserreiches rüstete in Parität zu den Seemächten Frankreich und Russland - deren (vereinigte) Flotten nicht Nord- und Ostsee beherrschen sollten. Niemals, vermochte die durch Tirpitz aufgebaute Flotte die britische Vorherrschaft zur See in Frage zu stellen. Trotz aller dummen Sprüche von Willy 2.

    Aggressiv - ? Deutschland stand Österreich bei, als Russland die Mörder des Thronfolgers unter seinen Schutz genommen hatte, deren Ausbildung die serbische Regierung mit Rückendeckung der Ochrana vorgenommen hatte. Einzelheiten gerne - daß der Kaiser von Österreich den deutschen Kaiser um Hilfe gebeten hatte und dieser den entstandenen Konflikt nicht deeskalierte, darin besteht die Mitschuld - aber doch keineswegs die Alleinschuld am Kriegsausbruch.

    Österreich, Deutschland handelten, wie souveräne Mächte in ihrer Zeit zu handeln pflegten. Nicht mehr, nicht weniger. Daß mit der Erfahrung der letzten hundert Jahre Regierungen heute anders handeln würden ist richtig. Die nachträgliche Bewertung aus heutiger Sicht ist nicht gerecht. Und es entspricht unserer duckmäuserischen Haltung und der Auslandstümelei, dies nicht aussprechen zu können - sine ira et studio.

    Als Schröder von Maischberger in einer öffentlichen Diskussionsrunde gefragt
    wurde, wen die Schuld am Ausbruch des ersten Weltkrieges denn treffe, antwortete er ohne zu zögern 'Deutschland'. Soweit mir erinnerlich schickten aber nicht Österreich-Ungarn oder Deutschland Mörder nach Russland und Serbien, um den Thronfolger des Zaren zu töten, sondern es war umgekehrt.

    Sieg oder Unsieg liegt in Gottes Hand, der Ehre sind wir selber Herr und König.

  2. Ausgezeichneter KommentatorAnton Volpini
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    09. Mai 2011 07:01

    In der Vorwoche ist der letzte Soldat des ersten Weltkrieges gestorben und vergangenen November hat Deutschland die letzte Rate der Reparationszahlungen getilgt.
    Wie groß muß der Hass der Franzosen und Engländer auf Deutschland gewesen sein, daß sie den Deutschen eine lebenslange Bürde auferlegten!

  3. Ausgezeichneter Kommentatorthomas lahnsteirer
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    09. Mai 2011 08:42

    Ein trauriges Kapitel ist die einseitige Geschichtsbetrachtung des 20. Jahrhunderts. Der Star der Historiker, der Pseudohistoriker, der Sensationsreporter und Quellenfälscher ist eindeutig Adolf Hitler. Hitlers Frauen, Hitlers Hoden, Hitlers Kinder, Hitlers Wien, Hitlers Tagebücher, Hitlers Krieg... hunderte Publikationen sind auf dem Markt...
    Ziemlich unter den Tisch fällt der erste Weltkrieg, obwohl in letzter Zeit doch einige Publikationen auch über den Raubkrieg Italiens gegen Tiroler, Kärntner, Slowenen und Kroaten auf dem Markt sind.
    Dank der linken Medienstrolche wird aber ein Kapitel der Geschichte Österreichs fast völlig verschwiegen. Der verzweifelte Kampf des "autoritären" Österreich gegen den Nationalsozialismus 1933-1938. Dieser Kampf, der eigentlich ein vom
    NS-Deutschland entfachter Krieg gegen Österreich war, der hunderte Tote und Verwundete und einen ermordeten Bundeskanzler forderte. Österreich war in dieser Zeit eigentlich das einzige Land, das den Nationalsozialismus mit aller Härte und Konsequenz (Todesurteile) bekämpfte. Unbestritten war es vor allem ein Kampf gegen die eigenen Nazis. Diesen Kampf hätte das Regime leicht gewonnen, hätte nicht NS-Deutschland die österreichischen Nazis mit allen Mitteln unterstützt. ......
    Aber darüber reden unsere linken Geschichtsfälscher und Geschichtsverschweiger nicht gern, lieber ist Ihnen das Bild vom Heldenplatz 1938 und die gemeine Lüge, dass alle Österreicher Nazis gewesen wären.
    Und in Deutschland lügt man die Ereignisse von 1934 bis 1938 in Österreich sowieso weg.Man kann den dortigen linken Geschichtsfälschern nur zurufen: bei uns ist Hitler nicht durch Wahlen an die Macht gekommen !

  4. Ausgezeichneter KommentatorSamtpfote
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    09. Mai 2011 09:56

    Das Diktat von Versailles wurde von der EU übernommen.
    In beiden Fällen war und ist Deutschland die Melkkuh.

  5. Ausgezeichneter KommentatorErich Bauer
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    09. Mai 2011 16:00

    "...Nichts davon aber passte noch mit einer Welt zusammen, in der die Monarchen ihre Herrschaftsgebiete durch willkürliche Grenzziehungen, durch Kriege, durch Erbschaften, Heiraten und Erbteilungen erworben hatten..."

    NICHTS DAVON ABER PASSTE NOCH MIT EINEM EUROPA ZUSAMMEN, IN DER DIE BÜROKRATENDIKTATOREN DIE HERRSCHAFTSGEBIETE DURCH WILLKÜRLICHE GRENZERWEITERUNGEN (BIS NACH ASIEN), MITTELS KORRUPTER MACHENSCHAFTEN, EINER MINDERHEIT VON ZAHLSKLAVEN AUFBÜRDETE.

    "...Die Sprache, die Kultur, die Religion, die Gefühle der Untertanen – das waren für diese Herrscher hingegen lange völlig unbedeutende Faktoren. Was sich aber die national erwachten Völker immer weniger gefallen ließen..."

    UND DIE TYRANNEI DER BÜROKRATEN WURDE HINWEGGEFEGT. AUCH DIE HERBEIGESCHLEPPTE, GEHEGTE UND GEPFLEGTE WÜSTENRELIGION KONNTE IHNEN NICHT MHER ZU HILFE KOMMEN. AM MORGEN DANACH SCHWOREN DIE UNTERSCHIEDLICHSTEN GEMEINWESEN SICH NIE WIEDER BÜROKRATENTYRANNEN UND BEAMTENBÜTTEL AUSZULIEFERN...

  6. Ausgezeichneter KommentatorJohann Scheiber
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    09. Mai 2011 09:17

    Nach dem Sieg Deutschlands über Frankreich 1870, durch den so nebenbei in Frankreich die Demokratie eingeführt wurde, wurde in Versailles die deutsche Einigung, das Deutsche Reich ausgerufen. Die immer schon gegenüber dem europäischen Festland perfiden Engländer haben im Augenblick erkannt, welch übermächtiger Konkurrent auf dem Weltmarkt mit Deutschland heranreift und haben ihre bis zum heutigen Tag berüchtigte Hetzpresse gegen Deutschland losgelassen. Die Geschichte, wie England den Krieg gegen Deutschland inszeniert hat, kann man bei George Buchanan und vielen anderen Autoren nachlesen.
    Dass aus dem ersten Weltkrieg ein Vernichtungskrieg wurde, dafür hat man mit der Gründung der FED und der damit verbundenen Möglichkeit die Geldmittel beliebig zu verlängern gesorgt.
    Deutschland wurde auf dem Feld im ersten Weltkrieg nie besiegt, hat aber einem Waffenstillstand zugestimmt, den dann die Engländer zu einer brutalen Hungerblockade gegen das deutsche Volk mit einer Million Toten, vor allem Kindern und alten Menschen, umfunktioniert haben und an dessen Ende das Diktat von Versailles gestanden hat - die de facto Fortsetzung des Krieges. Denn die Absicht der angelsächsischen Eliten ist es Deutschland ebenso zu vernichten, wie Rom Karthago vernichtet hat. Weltkrieg Eins und Weltkrieg Zwei, aller guten Dinge sind Drei - hat Carl Schmitt gereimt.
    Dass die Wall Street den geisteskranken Verbrecher Hitler zur Entzündung des nächsten Waffenganges aufgebaut hat, dürfte wohl kein Geheimnis sein, ebenso die Tatsache, dass Hitler mit seinem Angriff auf die UDSSR einem gewaltigen sowjetischen Angriffskrieg gegen Europa wahrscheinlich nur wenige Tage zuvor gekommen ist.
    http://derhonigmannsagt.wordpress.com/2011/05/08/stalins-verhinderter-erstschlag/

    So leben wir heute unter der brutalen Herrschaft des angelsächsischen free market-Konzeptes, das soviel heißt wie :Willst du nicht mein Kunde sein, dann schlag ich dir den Schädel ein.

    Der Gerechtigkeit halber sei gesagt, dass die angelsächsischen Völker selbst genauso zum Opfer ihrer kapitalhörigen Eliten geworden sind und ebenso wie wir in Mitteleuropa mit dem Rücken zur Wand stehen.
    Die Zerstörung der regionalen Wirtschaft, der Landwirtschaft, die Multikulturelle Gesellschaft, Gender Mainstreaming, die Enteignung der Familie, die Forcierung der Abtreibung, die Verbreitung von Pseudoseuchen wie Aids, Vogelgrippe, Schweinegrippe, Denkverbote wie Antidiskriminierung, PC ganz allgemein, die Etablierung der Klimareligion - das alles ist ja weltweite Agenda unserer Eliten, das ist Krieg!

    Die Geschichte lässt eigentlich nur eine Deutung zu: Wir befinden uns in der Endphase des dritten und bisher mächtigsten Totalitarismus, dessen Bezeichnung ich mir erspare, mit dessen einzelnen Phänomenen wir aber täglich drückender konfrontiert werden.

    Mit dem letzten Toten des Ersten Weltkrieges ist der Weltkrieg noch lange nicht Geschichte, vielmehr kommen wir vielleicht wieder in eine heiße, dann aber möglicherweise finale Phase.

  7. Ausgezeichneter KommentatorPatriot
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    09. Mai 2011 12:09

    Heute aber sind auch die Südtiroler gut beraten, wenn sie von Wien absolut nichts mehr wollen. Sie interessieren in Österreich niemanden mehr, oder zumindest keine politisch relevante Gruppe.

    Wobei man sagen muß, daß Südtirol in weiten Teilen weitaus österreichischer ist als einige Wiener Bezirke! Grenzziehungen und Eroberungen hin oder her. Wichtig ist vor allem, wie sich die Bevölkerung zusammensetzt, und wie sich die Demographie entwickelt. In dieser Hinsicht sind in Europa noch weit größere Veränderungen zu erwarten als durch den 1. und 2. Weltkrieg.

    Ein Volk ohne Geschichte ist kein Volk. Und ohne Vergangenheit gibt es auch kein Interesse an der eigenen Zukunft.

    Ein Volk ohne Nationalstolz ist auch kein Volk. Die Beseitigung Bin Ladens letze Woche hat in den USA einige sehr lange vermisste Gefühle geweckt. Endlich konnte man wieder auf etwas Stolz sein, nachdem man auch den Amerikanern jahrelang eingebläut hat, wie schlecht sie nicht seien, und wie viel Rücksicht auf andere Kulturen sie zu nehmen hätten.

    Uns hat man inzwischen auch jeden Stolz genommen. Unsere Vorfahren haben sehr viel geleistet. Sie haben das Land zu Wohlstand und Demokratie geführt. Wir leisten gegenwärtig sehr viel. Es ist nicht alles perfekt. Kritik ist angebracht. Aber es kann nicht sein, daß man alles Eigene schlecht macht, aber zugewanderte (Un)Kulturen aus dem Ausland als das Non-plus-ultra hinstellt.

    Wie sehr die Linken inzwischen die westliche Kultur zerstört haben sieht man an dieser Umfrage:

    http://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend1320.html

    Nur 28 Prozent der Deutschen sehen in der Tötung des Topterroristen einen "Grund zur Freude", 64 Prozent sehen keinen Grund sich zu freuen.

    Wir müssen endlich das linke Zerstörungsprogramm stoppen.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorReconquista_2012
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    10. Mai 2011 11:58

    Die linken Faktenverdreher erzählen uns doch auch immer das deutschnational gleich nationalfaschistisch ist. Das Deutschland und Österreich bereits gleich nach dem ersten Weltkrieg einen einzigen Staat bilden wollten, lange vor Hitler, lassen sie unter den Tisch fallen. Österreich wollte sich damals Deutsch-Österreich nennen was von den "Sieger"mächten verboten wurde. Volksabtimmungen in beiden Ländern ergaben eine Zustimmung von teilweise 99% zum Zumsammenschluss der beiden Länder. Ich befasse mich noch nicht solange mit der jüngeren Geschichte aber jedesmal bin ich erstaunt wieviel wichtige Fakten zur Geschichte Österreichs und Deutschlands im Geschichtsunterricht unter den Tisch fallen gelassen werden - z.B. das Heilige Römische Reich usw.. Fakt ist das diese beiden Länder sehr viel mehr gemeinsam haben als nur die Sprache und bei erwähnung dessen wird man sofort als Nazi abgestempelt.


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  1. mahler (kein Partner)
    11. Mai 2011 20:49

    Dieses Forum ist ein herrliches Sittenbild der Leute, die hier regelmäßig posten. Hier wimmelt es nur so von Selbstbeweihräucherungen, vorgespielter Intellektualität, dem Prahlen mit dem, was man weiß (obwohl man alles vorher im Internet nachgesehen haben kann) und nicht zuletzt auch von Unhöflichkeiten und Beleidungen Menschen gegenüber, die nicht der eigenen bzw. der hiesigen Mainstream-Meinung sind. Interessant ist aber auch die Beobachtung, dass die Meinungen hier kreuz und quer gehen. Zwei Poster, die in einer Sache einer Meinung sind, sind es noch lange nicht in einer anderen Angelegenheit. Das sollten jene Leute bedenken, die bei jedem Thema glauben, DIE richtige Meinung für sich gepachtet zu haben und die sich vielleicht obendrein noch als Liebkinder des Blogbetreibers wähnen, weil sie ja bei allem und jedem, egal wobei, ohnedies immer seiner Meinung sind (und solche Leute gibt es hier ziemlich viele). Es gab im übrigen früher manche Einträge Unterbergers, denen ich zustimmen konnte, aber der letzte ist schon zu lange her, als dass ich mich an diesen erinnern könnte. Unterberger wird in seinen Argumentationen immer verbissener - egal, zu welchem Thema er schreibt. Er sollte erkennen, dass a) sein Einfluss gleich null ist und dass b) auch er die Wahrheit nicht gepachtet hat - bei weitem nicht.

    • Neppomuck (kein Partner)
      11. Mai 2011 21:39

      "Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten."

      Oscar Wilde

    • libertus
      11. Mai 2011 23:14

      Och, @mahler

      Immerhin scheint der Blog hier doch interessanter als viele andere, sonst würde es Sie nicht immer wieder ofennsichtlich sogar MAGISCH und/oder auch MANISCH hierherziehen.

      So einfach ist das!

    • libertus
      11. Mai 2011 23:14

      OOPS - natürlich "offensichtlich"!

    • mahler (kein Partner)
      12. Mai 2011 08:51

      Ach wissen Sie, unter lauter Gleichgesinnten zu sein, ist doch langweilig. Und dieses Forum hat für mich oft einen ziemlich hohen Unterhaltungswert. Manchmal graut mir aber auch vor dem, was da zu lesen ist. Dann muss ich mich tatsächlich abwenden.

    • Undine
      12. Mai 2011 13:47

      @mahler

      ......um dann sich in dem erhebenden Gefühl suhlen zu können, daß doch eigentlich Sie, mahler, der einzige Mensch in diesem Forum sind, der die Wahrheit kennt und nichts als die Wahrheit. Amen

    • contra
      12. Mai 2011 14:05

      @Undine

      Und noch dazu der einzig wirklich gute Mensch natürlich!

    • mahler (kein Partner)
      12. Mai 2011 14:11

      undine

      Ich bitt' Sie, schließen Sie nicht von sich selbst auf andere. Das haben die anderen nicht verdient. Danke.

    • Undine
      12. Mai 2011 20:12

      @mahler

      "...unter lauter Gleichgesinnten zu sein, ist doch langweilig."

      Einerseits beklagen Sie, daß in diesem Forum unterschiedliche Meinungen anzutreffen sind, was ich persönlich sehr begrüße, weil ich dadurch immer wieder dazulernen kann (ich lerne gerne von anderen und betrachte nicht meine Meinung als die allein seligmachende), andrerseits stellen Sie fest, daß in den linken Foren so ein Gleichklang vorherrscht---eine Art EINHEITSMEINUNG, wenn ich das recht verstehe---was ohnedies jeder weiß, sodaß es für Sie langweilig ist.

      Diese Einheitsmeinung ist die Stärke der LINKEN. Im rechten Spektrum ist man oft unterschiedlicher Meinung, was oft eine Schwäche bedeutet.

    • mahler (kein Partner)
      13. Mai 2011 09:21

      undine

      ich wüßte nicht, wo ich mich über unterschiedliche Meinungen beklagt hätte.
      Und was unterschiedliche Meinungen in "rechten" Foren angeht: Hier im Unterberger - Blog ist es interessant zu beobachten, dass die in den ersten 24 Stunden nach Erscheinen eines Artikels geposteten Einträge fast ausschließlich gleiche oder ähnliche Meinungen wiedergeben, anderslautende Meinungen hingegen erst dann gepostet werden, wenn das Forum sozusagen allgemein freigeschaltet ist.

    • Undine
      13. Mai 2011 18:11

      @mahler

      " Zwei Poster, die in einer Sache einer Meinung sind, sind es noch lange nicht in einer anderen Angelegenheit."

      "ich wüßte nicht, wo ich mich über unterschiedliche Meinungen beklagt hätte."

      Sollte ich Ihren obenstehenden Satz falsch interpretiert haben?

  2. Jürgen Nolz (kein Partner)
    11. Mai 2011 19:47

    Dass die Reperaturzahlungen erst vor kurzem zu Ende gingen hat aber den Grund, dass die Zahlungen ausgesetzt wurden und erst 1990 mit der Wiedervereinigung wieder fällig wurden.

    • Undine
      12. Mai 2011 13:49

      @Jürgen Nolz

      Ist das tatsächlich so, oder ist es Ihre persönliche Deutung?

  3. Bloganalyse (kein Partner)
    10. Mai 2011 22:50

    Herr Unterberger, wollen's ihren mit völlig falschen Aussagen (Opferzahlen) aufgepeppten Text nicht zurückziehen? Oder wollen Sie sich hier weiterhin blamieren?

    • Superviser (kein Partner)
      11. Mai 2011 12:14

      Leiden Sie unter Perseverationen?

      Wollen Sie darüber reden? Das ist keine Schande.

  4. xRatio (kein Partner)
    10. Mai 2011 21:55

    @Helmut Oswald 10. Mai 2011 16:53

    Ihre wirklichen oder vermeintlichen historischen Kenntnisse in allen Ehren.

    Doch bei Ihnen kommt mir Arthur Schopenhauer in den Sinn:

    Wie wenig muß ein Mensch gedacht haben daß er soviel hat lesen können.

    Denken Sie zur Abwechselung überhaupt mal selbst?

    Sehe trotz Ihrer Redseligkeit überhaupt nicht, worauf Sie eigentlich konkret hinaus wollen.

    • RB (kein Partner)
      10. Mai 2011 22:27

      @xRatio
      Auch wenn der Ausspruch von Schopenhauer ist, muss er noch lange nicht
      auf jeden "lesenden", sprich gebildeten Menschen zutreffen.
      Ich nehme an, dass Sie schon wissen, woraus sich selbstständiges Denken
      zusammensetzt und woraus es resultiert oder doch nicht?

    • xRatio (kein Partner)
      10. Mai 2011 23:20

      @RB 10. Mai 2011 22:27

      Ich meine ja auch nicht "jeden"; Schopenhauer auch nicht.

      Wenn Sie wissen was uns Herr Oswald eigentlich sagen will - nur zu! :-)

    • Helmut Oswald
      11. Mai 2011 00:20

      @ xRatio

      wie wenig muß ein Mensch wissen, das er das wenige, daß er weiß so unpassend äußern kann. Da sie offenbar besser denken können als ich, überlasse ich es gerne ihrem überlegenen Verstand sich etwas zu meinen Kommentaren zu denken. Aber offenbar klappts im Moment grad nicht so recht?

    • xRatio (kein Partner)
      11. Mai 2011 01:28

      @Helmut Oswald 11. Mai 2011 00:20

      Nein, klappt leider nicht. Schätze Ihr Wissen ja durchaus, weiß bloß nicht, was wir hic et nunc damit eigentlich anfangen sollen.

      Verstehe bspw. nicht, weswegen man lange Romane zur Frage verfaßt, wer von sich prügelnden Ganoven und Massenmördern mehr oder weniger Panzer und Dreck am Stecken hatte usw.

      Kommt wir so vor, als würde man Sch... nach dem Geruch sortieren.

    • Helmut Oswald
      11. Mai 2011 08:27

      @ xRatio

      Der liebe Gott (oder wer auch immer) erhalte Ihnen ihre schlichte Denkungsart. Aussen- und sicherheitspolitische Analytik verlangt Sachkunde in Einzelfragen - über diese als großer Denker hinwegzusehen produziert bloß, um in ihrem Jargon zu bleiben - Dauerdünnpfiff. Der wird nicht aufhören, solange Sie statt zum Arzt zum Schamanen gehen. Aber macht nix xRatio, solange sie damit glücklich sind, sei es Ihnen vergönnt. Wird schon eines Tages klappen, das mit der Alphabetisierung.

  5. Max Sagmeister (kein Partner)
    10. Mai 2011 20:20

    Es gibt noch einen Grund, warum der zweite Weltkrieg so im Vordergrund steht: Die Macht der Bilder. Vom Weltkrieg und seiner Vorgeschichte gibt es Bilder und Filmaufnahmen. Etwas, was es in der Geschichte der Menschheit nie zuvor so gegeben hat. Deshalb gibt es auch unzählig viele Dokumentationen. Das ist nicht der Hauptgrund, aber mit ein Grund wie ich meine.

    • RB (kein Partner)
      10. Mai 2011 22:38

      @Max Sagmeister
      Den Grund, den Sie nennen, ist höchst bedeutsam!

    • Leo XII (kein Partner)
      11. Mai 2011 09:27

      Im Grunde haben Sie mit der Macht der Bilder sicherlich recht. Eigenartig ist allerdings, was Halbkundige hierzulande anderen Minderkundigen als "Dokumentation", zumindest als quasi dokumentarisch anpreisen. Da werden sogar Schulklassen zwangsweise zu "Schindler's Liste" oder dem Besuch der Wehrmachtsausstellung mit dem Hinweis verpflichtet: So war es.

      Und "Inglorious Basterds" vermittelt einem fortschrittlich kritisch erzogenen Redakteur wohl durchaus "in etwa" ein Gefühl dafür, wie es eben war .........

      "Dresden" wird geradezu schon als höchst ausgewogen objektiv beurteilt. Da wird sogar ein (im Grunde ganz appetittlicher) "Übergriff" nicht ausgespart. Der (eine) Sowjet-Vergewaltiger wird dann selbstredend - Gerechtigkeit muss sein - ohne lange zu fackeln von seinem Kommandanten erschossen. Wie es eben war bzw die kleine Maxeline es sich vorstellen soll. ......
      Bestimmt war es bei den 2 Mio (offizielle Zahl, Mehrfachvergew. ausgenommen) ziemlich ähnlich. - - Aber - hat man überhaupt von weiteren Vergew. gehört ?
      Gab es gar welche ? Hat man Bilder gesehen ?

      Was oder wem soll man da eigentlich noch schreiben oder argumentiern ?

  6. Sternderlfetischist (kein Partner)
    10. Mai 2011 19:47

    Die Tatsache, dass der 1. WK nicht so präsent ist wie der 2. WK, liegt wohl darin begründet, dass man gar nicht den 2. WK an sich verarbeitet, sondern die industrielle Vernichtung von Teilen der eigenen Bevölkerung. Der 2. Weltkrieg alleine hätte heute wohl die Bedeutung des 1. WK.

    Und diese industrielle Vernichtung der eigenen Bevölkerung kann man auch nicht mit dem ersten Weltkrieg erklären, diese ist schlicht dem Faschismus und dem Nationalismus geschuldet, zwei Ideologien also, zu denen auch der Blogschreiberling und seine Bezahlclowns eine gewisse Nähe verspüren. Klar, dass man unter diesem Gesichtspunkt versucht, die Aufmerksamkeit auf Themen zu richten, die gar nicht relevant sind im Verhältnis zum eigentlichen Skandal (und dem Versuch seiner Fortsetzung mit anderen Mitteln).

    • cmh (kein Partner)
      10. Mai 2011 21:30

      Die Welt beginnt in 1934. Davor gab es nichts.

      Wenn schon, dann fand eine industrielle Vernichtung der eigenen Bevölkerung während der durch die hochgerühmte Aufklärung bedingten französischen Revolution statt. Aber vor dem 34er Jahr gab es bekanntlich nichts.

    • RB (kein Partner)
      10. Mai 2011 22:34

      "Der WK II alleine hätte heute wohl die Bedeutung des WK I".
      Da irren Sie, zumindest teilweise.
      Denn nach dem WK II gab es den "Kalten Krieg", der um Haaresbreite in einen
      WK III führen hätte können.
      Nur zu Ihrer Erinnerung, werter Sternderlfetischist.

    • Sternderlfetischist (kein Partner)
      10. Mai 2011 22:44

      Aha, chm, waren denn die in den Konzentrationslagern ermordeten Menschen nicht Teil der eigenen Bevölkerung?

      P.S: Mit deiner Revolution hab ich nichts am Hut, sachlich ist dein Quargel trotzdem ein Schas.

    • cmh (kein Partner)
      11. Mai 2011 14:03

      Mehr als dass deine Welt erst 1934 beginnt, habe ich nicht behauptet.

    • Blogannelise (kein Partner)
      11. Mai 2011 14:10

      Meistens bin ich nicht einer Meinung mit cmh, aber wo er recht hat, hat er recht.

      Den aufgeklärten Mördern der französischen Revolution kam es geradezu darauf an, den politischen Vorgänger/Gegner und damit die eigene Bevölkerung zu jusitfizieren.

      Zudem waren die Insassen von KZs sicher keine Kombatanten. Bei der Angabe von Verlusten wird - nicht so sehr im zweiten Weltkrieg - zumeist zwischen Soldaten und Zivilisten unterschieden. Auch die nicht durch direkte Kampfhandlungen Getöteten sollten gesondert ausgewiesen werden.

  7. Der Versachlicher (kein Partner)
    10. Mai 2011 19:38

    Äusserst schlecht recherchiert, Herr Unterberger.

    Der erste Weltkrieg hat etwa 10 Millionen Todesopfer gefordert.
    Der zweite Weltkrieg etwa 55 Millionen (Schätzungen bis 80 Mio), davon kann man dann etwa 6 Millionen Holocaust-Opfer abziehen.

    Entweder ziehen sie hier eine äussert dumme und perfide Provokationsnummer ab, oder Sie sind einfach nur ungebildet und dumm.

    • Hans Maier (kein Partner)
      10. Mai 2011 20:39

      Nun, es sind schon mehr als die 6 Mill., die in Lagern umgekommen sind. Sowjetische Kriegsgefangene, die man in Arbeitslagern verrecken ließ, deutsche Kriegsgefangene, die in den Gulag kamen und Stalin ließ ja auch genügend eigene Leute in Lager werfen.
      Trotzdem ist Unterbergers Behauptung völlig aus der Luft gegriffen. Ich habe um Zahlen gebeten wie er darauf kommt. Nichts, weder von ihm, noch von einem Kommentator. Ich ziehe daher meine Schlüsse daraus. Wertkonservativismus at its best.

    • Trollfresser (kein Partner)
      10. Mai 2011 21:52

      Ist schon ok. Eurer war länger und größer.

    • Der Versachlicher (kein Partner)
      11. Mai 2011 20:39

      Trollfresser: Hier geht nicht um einen lächerlichen Schwanzvergleich sondern es steht der Vorwurf der Geschichtsfälschung im Raum.

    • Trollfresser (kein Partner)
      12. Mai 2011 09:55

      Was ist die Strafdrohung auf Geschichtsfälschung. Nichtmehrlesen durch den Versachlicher.

      Dann fordere ich auch die Höchststrafe!

      Im Übrigen: Werden Sie nicht ordinär.

  8. Maria Kiel
    10. Mai 2011 17:25

    "Die Welt scheint also wiederum in einem Stadium vieler kleinerer und unüberschaubaren Konflikte angekommen, während in jenem kurzen 20. Jahrhundert zwei mörderische Ideologien alle anderen Fragen an den Rand gedrückt hätten."
    ...........und im 21. Jahrhundert könnten die kleineren Konflikte wieder in den Hintergrund treten gegenüber 1 einzigen Ideologie, die sich eben bereit macht die ganze Welt zu erobern; und nach dem, was bisher zu erkennen ist, könnte es sich sehr wohl um eine "mörderische" handeln.
    Wenigstens müssen wir uns dann nicht mehr den Kopf darüber zerbrechen, ob wir ein Volk mit oder ohne Vergangenheit sind; denn wo kein Volk, da keine Zukunft.

    • Neppomuck (kein Partner)
      10. Mai 2011 18:18

      Es waren drei "mörderische Ideologien":

      Kapitalismus, Nationalismus und Sozialismus.
      (Reihenfolge alphabetisch)

    • xRatio (kein Partner)
      10. Mai 2011 21:49

      @Neppomuck 10. Mai 2011 18:18

      Wie bitte?

      Vertragsfreiheit alias "Kapitalismus" ist eine "mörderische Ideologie" wie Nationalismus und Sozialismus???

      Wann endlich werden Sie mal wieder nüchtern und hören auf, uns immer wieder mit diesem haarsträubenden Unsinn zu behelligen?

      Nationalismus und Sozialismus haben mit Vertragsfreiheit/Kapitalismus nichts am Hut, sind dessen Feind; das genaue Gegenteil von dem was man auch Freiheit oder (echten) Liberalismus nennt.

    • Neppomuck (kein Partner)
      10. Mai 2011 22:14

      Alle Kriege dieser Welt waren Wirtschaftskriege , sind Wirtschaftskriege und werden Wirtschaftskriege sein.

      Noch Fragen?

    • xRatio (kein Partner)
      10. Mai 2011 23:13

      @Neppomuck 10. Mai 2011 22:14

      "Alle Kriege dieser Welt waren Wirtschaftskriege , sind Wirtschaftskriege und werden Wirtschaftskriege sein."

      Falsch. Echt dummes Zeugs.

      Die "Wirtschaft" führt keine Kriege. Haben Bill Gates, Google, BP, Krupp oder McDonalds Sie oder sonstwen jemals bekriegt?

      Alle Kriege dieser Welt waren Staatskriege , sind Staatskriege und werden Staatskriege sein.

      Noch Fragen?

    • Norbert Mühlhauser
      10. Mai 2011 23:46

      @ Neppomuck:

      Keine Fragen, nur eine Antwort:

      Alle Kriege dieser Welt waren Wirtschaftskriege , sind Wirtschaftskriege und werden Wirtschaftskriege sein.

      Wenn Sie Tributpflicht und Steuer(eintreibungs)hoheit unter Kapitalismus einordnen, dann stimmt Ihre Aussage. Das ist aber nicht das, was in der zeitgenössischen Debatte unter Kapitalismus verstanden wird ...

    • Neppomuck (kein Partner)
      11. Mai 2011 00:21

      Die "zeitgenössische Debatte" blendet(e) alles mehr oder weniger subtil aus, was ihr nicht in den Kram passt.
      Niemand wird gezwungen, sich dadurch blenden zu lassen.

      Dies allen klar machen zu müssen ließe allerdings selbst einen Herrn Sisyphos grußlos den Hut nehmen.

    • xRatio (kein Partner)
      11. Mai 2011 01:23

      @Neppomuck 11. Mai 2011 00:21

      Sie bleiben also -ohne Argumente- bei Ihrer absonderlichen These, daß Vertragsfreiheit Kriege führt. Sehr interessant. :-) :-)

      Eine Frage noch:

      Führen Sie Ihre Kriege eigentlich auch bei Ihren "kapitalistischen" Einkäufen und Vertragsschlüssen?

    • Neppomuck (kein Partner)
      11. Mai 2011 10:19

      Wer den Kapitalismus auf "Vertragsfreiheit" reduziert, der sollte sich nicht "Ratio" nennen.

      Es sei denn, der "Faktor x" wäre Null.

    • xRatio (kein Partner)
      11. Mai 2011 13:11

      @Neppomuck 11. Mai 2011 10:19

      Wollen Sie uns denn wirklich noch immer nicht verraten, was Kapitalismus denn anders oder sonst noch heißt - außer Vertragsfreiheit? In Ihren Augen ist das wohl der Teufel persönlich?

      Habe ich Sie da richtig verstanden?

      Dann könnte ich mir immerhin vorstellen, daß Sie mit Ihrem "Kapitalismus" zwar bereits definitorische Probleme haben,
      aber ganz sicher wissen daß das eine "mörderische Ideologie", einfach des Teufels ist.

      Am besten Sie gehen jetzt beten:

      Verschone uns oh Herr von der Vertragsfreiheit als Teufelswerk und Ursache alles Bösen und aller Kriege in der Welt.

    • Neppomuck (kein Partner)
      11. Mai 2011 14:07

      Zitat von Jean Ziegler (Buch „Die Barbaren kommen. Kapitalismus und organisiertes Verbrechen“):

      "Die höchste Stufe des Kapitalismus ist die organisierte Kriminalität."

      Und sie unterscheidet sich von der zweithöchsten nur dadurch, dass sie die völlig (!) skrupellose Gewinnmaximierung zum obersten Prinzip erhoben hat.

      Wobei eine Differenzierung zwischen der obersten Stufe und den "zweiten Siegern" immer schwieriger wird, da die Grenzen immer mehr ineinander fließen.

      Vertragsfreiheit hin oder her.

    • xRatio (kein Partner)
      11. Mai 2011 17:15

      @Neppomuck 11. Mai 2011 14:07

      Toll, jetzt spricht also Dummkopf Ziegler zu uns! Wieso nicht gleich Skt. Murx? Der spricht Ihnen doch noch viel eher aus der Seele.

      Aber Sie haben ja sooo recht. Ihr Buchhändler hat völlig skrupellos seinen Gewinn maximiert als er Ihnen den Ziegler andrehte.

      Schlimm, schlimm. Aber so ist es halt mit der Mörderideologie von Vertragsfreiheit und Kapitalismus.

      Neppomuck sollte wirklich beten gehen, mehrfach täglich; jedesmal wenn er von seiner teuflischen Sucht zur "skrupellosen Gewinnmaximierung" heimgesucht wird.

      Vorschlag:
      Bewahre mich oh Herr vor meiner Sucht, es mir mit meinen Mitmenschen gewaltfrei bestmöglich einzurichten.

      Amen. Keine weiteren Fragen.

    • Neppomuck (kein Partner)
      11. Mai 2011 19:50

      Dabei wäre das für sie sicher die erfolgreichste Überlebensstrategie überhaupt, es sich gewaltfrei mit ihren Mitmenschen einzurichten, Fipps.

      Im Wilden Westen z.B. wäre die Lebenserwartung einer Eintagsfliege die eines Methusalems gegenüber der ihren gewesen.

  9. Hans Maier (kein Partner)
    10. Mai 2011 17:05

    Wann krieg ich endlich die Zahlen geliefert, warum der erste WK mehr Opfer als der zweite gefordert hat?

    • november_rain (kein Partner)
      10. Mai 2011 17:15

      Wundert mich auch. Vielleicht wenn man die Spanische Grippe zum 1.WK dazuzählt. Ansonsten würde ich sagen: 2. WK 50 Mill., 1. WK 10 Mill.

    • Erich Bauer
      10. Mai 2011 17:28

      Ich glaube die Zivilisten sind ganz einfach gestorben...

  10. denke (kein Partner)
    10. Mai 2011 16:18

    Die Behauptung der 2. Weltkrieg sei die Fortsetzung des 1. Weltkrieges gewesen stimmt nur teilweise.
    Ursächlich für den 2. Weltkrieg war eine Ideologie namens Faschismus, die es sich zum Ziel gesetzt hatte andere Völker zu unterwerfen und die dem Krieg als Selbstzweck huldigte.
    Natürlich waren die Deutschen nach dem 1. Weltkrieg und den harten Friedensbedingungen, die ihnen zur Strafe für den Jubel der Bevölkerung ob der harten Bedingungen gegenüber Rußland, auferlegt wurden leichter zu ködern.
    Aber Hitler alleine hätte keinen Weltkrieg führen können.
    Nur dadurch das in Japan und Italien, beides Siegermächte des 1. Weltkrieges, ebenfalls faschistische Regierungen an die Macht gekommen sind, konnte der Krieg geführt werden.

    • Neppomuck (kein Partner)
      10. Mai 2011 16:40

      Silvio Gesell, autodidaktischer Wirtschaftsphilosoph und "Erfinder" des Freigeldes, (1862 - 1930) prophezeite bereits 1918, gerade als der erste Weltkrieg vorüber war:

      "Trotz der heiligen Versprechen der Völker, den Krieg für alle Zeiten zu ächten, trotz der Rufe der Millionen: 'Nie wieder Krieg', entgegen all den Hoffnungen auf eine schönere Zukunft muß ich sagen: Wenn das heutige Geldsystem, die Zinswirtschaft, beibehalten wird, so wage ich es, heute schon zu behaupten, daß es keine 25 Jahre dauern wird, bis wir vor einem neuen, noch furchtbareren Krieg stehen."

    • Johann Scheiber
      10. Mai 2011 16:48

      Lesen sie Ernst Nolte: "Der Faschismus in seiner Epoche" dann sehen sie dass es in Europa Faschismus von Portugal bis zum Nordkap gab, nicht nur bei den Mittelmächten. Primär war der Faschismus eine Widerstandsbewegung gegen den Bolschewismus der, wir wir mittlerweile wissen, im Begriffe war Europa zu überfallen.
      Wenn man den Nationalsozialismus auch unter Faschismus subsummiert, so muß man davon doch auch noch den Hitlerismus unterscheiden.
      Aber all das reicht bei weitem nicht aus, um den WKII ohne den WKI zu erklären.

    • Erich Bauer
      10. Mai 2011 17:39

      Neppomuck,

      Silvio Gesells Wirtschafts- und Geldsystem wurde 1947 ernsthaft als Option für ein weiltweistes Wirtschaftssystem diskutiert...

  11. Reconquista_2012 (kein Partner)
    10. Mai 2011 11:58

    Die linken Faktenverdreher erzählen uns doch auch immer das deutschnational gleich nationalfaschistisch ist. Das Deutschland und Österreich bereits gleich nach dem ersten Weltkrieg einen einzigen Staat bilden wollten, lange vor Hitler, lassen sie unter den Tisch fallen. Österreich wollte sich damals Deutsch-Österreich nennen was von den "Sieger"mächten verboten wurde. Volksabtimmungen in beiden Ländern ergaben eine Zustimmung von teilweise 99% zum Zumsammenschluss der beiden Länder. Ich befasse mich noch nicht solange mit der jüngeren Geschichte aber jedesmal bin ich erstaunt wieviel wichtige Fakten zur Geschichte Österreichs und Deutschlands im Geschichtsunterricht unter den Tisch fallen gelassen werden - z.B. das Heilige Römische Reich usw.. Fakt ist das diese beiden Länder sehr viel mehr gemeinsam haben als nur die Sprache und bei erwähnung dessen wird man sofort als Nazi abgestempelt.

    • cmh (kein Partner)
      10. Mai 2011 12:48

      Was wollen Sie von einem Geschichtsunterricht erwarten, in dem es Bücher gibt, die den Eindruck erwecken, Caesar hätte gegen Asterix gekämpft.

    • Segestes (kein Partner)
      10. Mai 2011 13:33

      Der bayrische "Bulle von Tölz", hatte in Österreich all die Jahre deutlich bessere Quoten, als in Norddeutschland.
      Ein kleines aber durchaus aussagekräftiges Beispiel zu der Frage, was die Grenzziehungen von Anno dazumal, in Bezug auf Kultur und Mentalität, eigentlich für ein Blödsinn waren.
      Andererseits können wir durchaus froh sein, nicht in einem deutschen Superstaat aufgegangen zu sein. Die Bayern kämpfen heftig, sich sprachlich und kulturell gegen jene Länder zu behaupten, die nördlich des Weißwurstäquators liegen.
      Das Problem haben wir nicht, da wir eben selbstständig geblieben sind.
      Und ich kenne einige Bayern, die auch liebend gerne wieder einen eigenen Laden aufmachen würden - weit weg von Berlin.

      Nein, auch wenn wir im kulturellen Sinn bestimmt genauso Deutsche sind wie die Bayern, in staatlicher Hinsicht bin ich mehr als nur froh, dass Österreich eigenständig geblieben ist.
      Letztendlich strebt in Europa sowieso alles auseinander - die Schotten wollen weg von Großbritannien, die Basken und Katalanen wollen weg von Spanien, die Flamen wollen von den Walonen und der Missgeburt Belgien nichts mehr wissen, In Norditalien wird wieder vermehrt über eine Loslösung vom vergammelten Süden nachgedacht, Yugoslawien andererseits ist zum Glück schon halbwegs fertig mit der Aufspaltung, während es in Frankreich bei den Korsen und den dortigen Basken, wieder häufiger rumort, usw. usw. usw.
      Was, frage ich mich, soll sich unsereins da an die BRD ranschmeißen, die verglichen mit uns, außerdem immer mehr aus dem letzten Loch pfeift?

    • Johann Scheiber
      10. Mai 2011 13:41

      Ja, genau so ist es Reconquista, die Linken beherrschen immer noch die Begriffe. Und da Wahrheit für sie nur von praktischem, nicht von theoretischem Wert ist, lügen und betrügen sie gleich den Moslems (taquia) was das Zeug hält und wähnen ihre Lügen auch noch im Dienste einer höheren Idee, oder Utopie, oder eben der Ummah. Die Linken und die Mohamedaner haben einfach so viele strukturelle Gemeinsamkeiten

      Wer die Begriffe beherrscht, beherrscht die Wirklichkeit. Wie Nietzsche prophezeit hat, befinden wir uns in einem semantischen Krieg, in einem Geisterkrieg! Nach dem Verlust der Metaphysik haben die ideologischen Parteiungen keinen Bezug zur Wahrheit mehr und vorgespiegelte Ideen dienen nur noch der Durchsetzung von Machtinteressen - der vollendete Faschismus, ob links oder rechts.

      Daher ist es notwendig, dass diskutiert und geredet wird, die Begriffe geklärt und neu besetzt werden. Das ist ja auch der Hauptnutzen dieses Blogs. Endlich diskutieren, streiten Bürgerliche, Konservative, oder wie immer man sie nennt!

      Der Wind dreht sich und die reconquista der Sprache, der Wirklichkeit und damit unseres Gemeinwesens, letztlich aber unserer angestammten Heimat zeichnet sich ab.

      READINESS IS ALL! heißt es im Hamlet.

    • mahler (kein Partner)
      10. Mai 2011 13:50

      reconquista: Die Geschichte Österreichs beginnt am 1.11.996. Näheres dazu im Internet.

      Johann Scheiber: Paranoia ist heilbar.

    • Alexander Renneberg
      10. Mai 2011 14:39

      mahler, wann beginnen sie dann mit ihrer heilung, wenn es doch möglich ist.< oder lebt es sich als linker einfach mit paranoia besser als ohne?

      aber vielleicht v ergessen ja jetzt wieder einige der linken subjekte ihre gute kinderstube wie vor ein paar tagen angekündigt. wie immer kam bei den linken nichts. schad eigentlich.

    • denke (kein Partner)
      10. Mai 2011 16:22

      Fakt ist das diese beiden Länder sehr viel mehr gemeinsam haben als nur die Sprache und bei erwähnung dessen wird man sofort als Nazi abgestempelt.
      Von wem? Hat diese Behauptung auch ein Gesicht?

    • Reconquista_2012 (kein Partner)
      10. Mai 2011 16:53

      @mahler, den Tipp mit dem Internet kann ich nur zurückgeben.

      Ostarrichi war nur ein Herzogtum, kein Nationalstaat oder Reich. Aber es ist typisch für die linke Faktenverdreher die uns einreden wollen Österreich gäbe es in dieser Form seit 996 und hatte nie was mit Deutschland zu tun.

      @denke
      Ein konkretes Gesicht kann ich ihnen nicht bieten, das das Wort "deutschnational" abwertend und zur abstempelung als Nazi gebraucht wird können sie anhand jeder grün/roten Wortmeldung zu diesem Thema hoffentlich bestätigen.

      Und nein, ich bin nicht deutschnational aber der Umgang mit der Geschichte macht schon nachdenklich.

    • cmh (kein Partner)
      10. Mai 2011 17:10

      Eigentlich sind die Linxen alles Kreationisten. Ihre Welt begann im Februar 1934.

      Alles andere zu glauben ist böse böse Sünde.

    • Johann Scheiber
      10. Mai 2011 17:15

      Ostarichi war kein Herzogtum sondern die Bezeichnung für eine Gegend um Neuhofen an der Ybbs.

      Damals gab es auf heute österreichischem Boden nur ein Herzogtum: KÄRNTEN!!!
      Und 996 gedachte man in Kärnten zweier Ereignisse: Zwanzig Jahre freies Reichsherzogtum und zehnjähriges Amtsjubiläum des ersten deutschen Pabstes, Pabst Bruno von Kärnten (nicht verwandt mit dem späteren Sonnenkönig von Wien)

      Gleichzeitig ist irgendwo jenseits des Limes ein Karren im Dreck stecken geblieben und ostarichi wurde erstmals urkundlich erwähnt.

    • Segestes (kein Partner)
      10. Mai 2011 17:55

      @mahler:
      Die Geschichte jenes Gebietes, das wir heute Österreich nennen, begann mit der ersten Besiedelung in grauer Vorzeit.

      Sich an Daten und urkundliche Erwähnungen zu klammern, ist in der Frage vollkommen unsinnig. 996 ist bloß eine Jahreszahl ohne echte Bedeutung.
      Wir sind das, was die Jahrtausende aus unseren Vorfahren geformt haben.

    • byrig
      10. Mai 2011 22:55

      segestes:die geschichte jedes landes beginnt so.nur muss das mitnichten etwas über die heutige bevölkerung und kultur aussagen.
      beispiel:die türkei.dieses heute türkei genannte gebiet war von allen möglichen völkern,v.a.griechen,persern etc.bevölkert und geprägt,aber sicher nicht von türken.die kamen erst wesentlich später.
      genauso wie die bayrische besiedelung des heutigen österreich dominant für die bevölkerungszusammensetzung und kultur wurde.
      was sie in bewährter manier versuchen,segestes,ist,die geschichte in linken sinne zu verdrehen.wie heute auch in den schulen üblich.
      umso erfeulicher dass es leute wie reconquista gibt,die sich den sozi-einheitsbrei von geschichtsverfälschung nicht einfach aufs hirn pappen lassen.

  12. denke (kein Partner)
    10. Mai 2011 11:21

    Vielen österreichischen Schülern wird noch immer ein falsches Bild vom Attentat in Sarajevo vermittelt, da in den Geschichtsbüchern meist nur die die halbe Wahrheit steht.
    Wer sich nicht auskennt, gewinnt den Eindruck das hier ein Onkel seinen geliebten Neffen verloren hat und aus Gram darüber einen Krieg begonnen hat.
    Doch die Wahrheit ist: Franz Joseph verabscheute Franz Ferdinand, insbesondere aber dessen Ehefrau.
    Er gab nur widerwillig die Erlaubnis zur Ehe, und natürlich nur zu einer morganatischen Ehe, damit Kinder keinen Thronanspruch ableiten können.
    Noch einen Streitpunkt gab es.
    Es gab schon sehr viele Männer in Österreich, die endlich einen Krieg beginnen wollten.
    Nur der Thronfolger stemmte sich vehement dagegen.
    Damit ist sein Tod tatsächlich der Auslöser des Krieges gewesen, aber anders, als viele Schüler das glauben.
    Wenig bekannt ist aber auch, dass es in Ö auch konstruktive Kräfte gab.
    Kronprinz Rudolf schwebte schon eine Art Europäischer Union vor.
    Tschechische Abgeordente im Reichstag forderten damals schon das Österreich nach Schweizer Vorbild neutral wird.
    Leider ist die Neutralität dann erst 2 Weltkriege zu spät Wirklichkeit geworden.

    • Marcus Aurelius (kein Partner)
      10. Mai 2011 15:28

      @denke:
      Das eisgekühlte Verhältnis Franz Josephs zu Franz Ferdinand kommt in den Geschichtsbüchern tatsächlich viel zu kurz oder gar nicht vor. Auch der Umstand, daß Franz Joseph, altersmild und altersmüde, von einem Krieg wegen des Attentats in Sarajewo anfangs nichts wissen wollte.

      Es war der Wittelsbacher Wilhelm II., der, daheim in Preußen vielfach belächelt, endlich in die Geschichtbücher eingehen wollte. Seine vom französisch-deutschen Krieg 1870/71 beflügelten Großmachtträume wurden von Bismarck nicht goutiert, weshalb dieser kalt abserviert wurde. ("Der Lotse geht von Bord", schrieben die Zeitungen bedauernd. Bismarck, wie auch hier mehrfach notiert, hatte sich mit der Erringung der europäischen Hegemonie über Österreich-Ungarn 1866 zufriedengegeben und warnte vor euphorisierten Abenteuern; er wollte die 1871 in Versailles erfolgte Gründung des Zweiten Deutschen Reiches, die sein Hauptziel gewesen war, in Ruhe wirken lassen — erfahrener alter Fuchs, der er war.)

      Es gibt alte Wälzer, die daheim in Österreich liegen, ich wohne aber in Deutschland und kann sie nicht aus dem Regal nehmen: Darin kann man nachlesen, wie "unser" Kaiser Franz anno 1914 den deutschen Botschafter beschied, der im Auftrag Wilhelms II. zu einer Kriegserklärung an Serbien drängte: "Wissen S' was, Exzellenz? Deswegen schick' ich keinen einzigen Dragoner oder Husaren in den Balkan." (Ich kann, s.o., nur sinngemäß zitieren.) Er hat es nie wörtlich gesagt, aber daß der durch den Selbstmord seines Sohnes Rudolf aufgerückte Thronfolger dem Greis am Auspuff vorbeiging, wußte ganz Mitteleuropa.

      Und so schritt der alte Herr wider besseres Wissen (denn ihm war auch klar, wie sehr die k.u.k. Armee kaputtgespart worden war und wie mittelbegabt ihre Stabsoffiziere waren) in einen Krieg, in dessen Halbzeit er das Zeitliche segnete. Letzte Aufzeichnungen besagen, daß er die modernen Ideen seines Sohnes (eine leider nur verwaschen angedachte zentraleuropäische Union) nicht genügend mit ihm erörtert habe und dies zutiefst bereute; hätte er diese Ideen nicht schroff abgelehnt, sondern aufgeschlossen mit dem einzig echten Thronfolger diskutiert, wäre dessen Abgleiten in Drogenkonsum und sexuelle Ausschweifungen wohl ausgeblieben, sprach der alte Habsburger kurz vor seinem Tode.

      Errare humanum est. Davon sind auch Kaiser von Weltreichen nicht verschont. (Viel beschämender ist, daß unsere heutigen Bassena-Politiker ihre Irrtümer, seien sie auch noch so idiotisch, als den "sozialen und intelligenten" Nabel der Politik verteidigen — uns aber verschweigen, daß wir die Zeche für diese teuerste Version des Valiums noch über unsere Enkel bezahlen werden müssen.)

      Allmählich wächst in mir das Heimweh nach einer konstitutionellen Monarchie, die sich auch für den Steuerzahler rechnet; die britischen Königsschlösser, allein schon das Changing of the Guard, schaufeln alljährlich etwa 22 Millionen Touristen ins Land, die Gastronomie und Finanzamt reichlich füttern.

      Und wenn einer samt Kaiserin und Hofstaat in der Hofburg wohnen tät', einer, der nicht auf dem Häusl sitzt, sondern überzeugend nuscheln kann: "Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut" — dann könnten wir wahrscheinlich die griechischen Defraudanten im Alleingang retten. Aber das tät' der Kaiser genauso ablehnen wie damals die Teilnahme am Großen Krieg (von dem er nicht ahnen konnte, wie groß er wird.)

    • Blogmechaniker (kein Partner)
      10. Mai 2011 15:58

      < / i > nicht vergessen.

    • (kein Partner)
    • Neppomuck (kein Partner)
      10. Mai 2011 16:04

      Der Chef einer Demokratie muss (!) aus dem Volke kommen und nicht aus einer Familie, M. A.

      Die eher schlichten Ergebnisse der letzten Jahrzehnte sind kein Gegenbeweis.
      Wenn ich an die etwas erodierten genetischen Grundausstattungen der Karls etc. denke, an die dynastisch verursachten Völkervernichtungen dazu, dann sind mir die oft an Zufall gemahnenden Wahlergebnisse immer noch lieber.
      Die kann man wieder wegwählen.
      Auch wenn sich u. a. die Medien nach Kräften dagegen wehren, dass endlich eine Führung installiert wird, die weiß, wo es lang geht.

    • Johann Scheiber
      10. Mai 2011 17:00

      Aber vielleicht kaufen uns die Chinesen auf und die errichten dann eine lukrative Tourismus-Monarchie. Es gäbe dann keine besseren Schausteller als die Verhaltensauffälligen.

    • Erich Bauer
      10. Mai 2011 17:07

      Johann Scheiber,

      Griechenland, Portugal und ich glaube auch Spanien wurden von China schon finanzielle Hilfen angeboten... Wer weiß, was Faymann mit ihnen besprochen hat? Fest steht: mit der Rückzahlung (besser säumigen Rückzahlung) verhalten sich die Chinesen ganz bestimmt viel "komischer"...

  13. Segestes (kein Partner)
    10. Mai 2011 11:05

    Hitler unser,
    der du bist im Orkus,
    verfluchet werde dein Name,
    dein Reich vergehe, dein Wille sterbe,
    wie im Print so im Fernsehn.
    Unser tägliches Brot gib uns heute,
    und erhalt uns unsere Schuld...

    PS: Warum der 1. Weltkrieg, als Wurzel des zweiten Weltkrieges
    totgeschwiegen wird und man stattdessen eine Weltwirtschaftskriese
    als primäre Begründung vorschiebt?

    Journalistische Selbstzensur verkauft sich heute
    bevorzugt als demokratische Gesinnung.
    Deshalb.

    • Undine
      10. Mai 2011 13:40

      @Segestes

      "Warum der 1. Weltkrieg, als Wurzel des zweiten Weltkrieges
      totgeschwiegen wird"

      Vielleicht liegt es ein bißchen daran, weil sich die Vertreter der Siegermächte, die die sogenannten Friedensverträge von Versailles und St. Germain, die härter, niederträchtiger und vernichtender für D und Ö nicht hätten ausfallen können, ausverhandelten, nicht gerne als "VÄTER des WKII" bezeichnen lassen.

    • mahler (kein Partner)
      10. Mai 2011 13:43

      undine

      Die Väter des WKII waren schon andere bzw. einer. Diese Friedensverträge kamen diesem einen Herren aber nur gerade recht.

    • libertus
      10. Mai 2011 14:28

      @mahler

      Gratuliere zum einfältigen Weltbild. Bitte, wenigstens ein bißchen über den Tellerrand blicken!

    • mahler (kein Partner)
      10. Mai 2011 14:41

      libertus

      Da ist nichts Einfältiges daran. Hitler kam nicht wegen der Friedensverträge, sondern v.a. wegen der Weltwirtschaftskrise an die Macht. Und den Krieg wollte er so oder so. Diese Verträge waren nur eine willkommende Begründung.

    • Neppomuck (kein Partner)
      10. Mai 2011 14:42

      Gerd Schultze-Rhonhof

      "1939 - Der Krieg der viele Väter hatte"

    • libertus
      10. Mai 2011 14:45

      @mahler

      Nochmals - fein, wenn man EINEM EINZIGEN die Schuld geben kann, denn damit muß man sich nicht mit der Vielfalt beschäftigen.
      Daher bleibt es bei meiner Gratulation!

    • libertus
      10. Mai 2011 14:45

      @Neppomuck

      Eben, ganz genau - der Titel trifft es bereits!

    • Marcus Aurelius (kein Partner)
      10. Mai 2011 15:42

      @Segestes:
      Was will der Dichter uns damit sagen, wieder einmal kryptisch?
      Sie sollten eine Interpretation Ihrer Poesie beifügen. Wär' hilfreich.

    • Segestes (kein Partner)
      10. Mai 2011 17:43

      Marcus Aurelius, wenn du bereits dafür eine Interpretation brauchst,
      dann geh bitte ins Krone-Forum.
      :)

    • Undine
      10. Mai 2011 20:37

      @mahler

      Ich verstehe: Es ist natürlich wesentlich einfacher, beispielsweise Schülern zu erklären, EINER hat den Krieg gewollt und auch begonnen und vor allem hatte dieser EINE von allem Anfang an natürlich das Ziel, nicht nur D und Ö, sondern gleich ganz Europa zu zerstören. Das prägt sich gut ein, auf eine lange Vorgeschichte braucht man gar nicht erst einzugehen. Da gibt's keine lästigen Fragen. Ein paar der DOGMEN noch dazu und fertig ist das Geschichtsbild, mit dem die Schüler heimgehen.

  14. mahler (kein Partner)
    10. Mai 2011 11:04

    Thomas Lahnsteiner

    Wenn Sie vom autoritären Österreich zwischen 1933 und 1938 sprechen, können sie die " " ruhig weglassen. Damals war Österreich tatsächlich und umfassend autoritär. Vielleicht hätten Sie persönlich es nicht so empfunden, weil sie mit der ideologischen Ausrichtung der damaligen Politik einverstanden gewesen wären, aber die überwiegende Zahl der damaligen Österreicher war es nicht. Die hätten den Herrn Dollfuss und Schuschngg nur zu gern abgewählt, aber sie durften nicht.
    Und der damalige Kampf gegen den Nationalsozialismus war nichts weiter als ein Kampf um den eigenen Machterhalt. Wäre dem nicht so gewesen, hätte es keinen Grund gegeben, die Sozialdemokratie zu verbieten.

    • Segestes (kein Partner)
      10. Mai 2011 11:19

      Geht der "Antworten"-Knopf nicht?

    • november_rain (kein Partner)
      10. Mai 2011 11:25

      Trotzdem war Lahnsteiners Kommentar gut, weil oft unter den Teppich gekehrt wird, unter welchem Druck seitens NS-Deutschland Österreich gestanden hat.

    • mahler (kein Partner)
      10. Mai 2011 11:49

      november_rain

      Natürlich war der Druck Hitlers auf Österreich groß, ich halte aber die Installierung einer Diktatur und die damit verbundene gesellschaftliche Spaltung des Landes (bzw. deren extreme Vertiefung) für ein absolut untaugliches Mittel, auch nur irgendeinem Druck von außen stand zu halten. Viele Österreicher haben die Nazis nur deswegen herbeigesehnt, weil sie in ihnen die einzigen sahen, die dem Ständestaat den Garaus machen konnten.

    • november_rain (kein Partner)
      10. Mai 2011 12:40

      mahler

      Im Prinzip gebe ich Ihnen recht. Ich bin auch ein überzeugter Demokrat, auch deswegen, weil eine Demokratie selbst bei ungeliebter Regierung eine breitere Unterstützung im Demos findet. Ein autoritäres Regime hat immer nur eine Minderheit hinter sich, was auch eine Schwäche des Ständestaates war. Allerdings muss man alles im historischen Kontext sehen. Die 1. Republik war generell instabil und hätten die Sozialisten die Chance gehabt, hätten sie womöglich eine marxistische Diktatur aufgezogen. Der Druck von Deutschland und Italien wäre viel größer gewesen.

    • cmh (kein Partner)
      10. Mai 2011 12:43

      Ohne dass ich mir diese Zeiten herbeisehe, aber vielleicht stellen sich unsere Sozenposter einmal die Frage, warum Dollfuss glaubte, einen Kampf gegen den Nazionalsozialismus und Kommunismus, nur ohne Sozialdemokraten im Rücken führen zu können.

      Geradezu unverständlich ist aber die Feststellung des gestandenen Sozen mahler, "...keinen Grund gegeben, die Sozialdemokratie zu verbieten ...", wenn man bedenkt, dass die damalige Sozialdemokratie nicht davor zurückschreckte (wie die Nazionalsozialisten auch) mit Gewalt zu putschen; ein Verhalten das in allen Ländern mit entwickeltem Sozialismus unweigerlich dazu geführt hätte, auf dem Schafott zu landen.

      Gelegentlich wenn ich an meinem Geschichtsbild der Zwischenkriegszeit irre werde, lese ich die eine oder andere Rede Otto Bauers und alles ist wieder im Lot.

    • wallace (kein Partner)
      10. Mai 2011 12:51

      Ich würde die Herrn Feygmann und Prall Nfg.Schwindelegger auch gerne abwählen und kann es auch nicht. Ich habe weder den einen noch den anderen gewählt, aber eine Mehrheit von Vollidioten, unterstützt von einer Mehrheit vertrottelter Wahlverweigerer, machen diese Typen möglich. Was ist daran besser als an Dollfuss und Schuschnigg? Bestenfalls deren Methoden des Machterhalts.

    • cmh (kein Partner)
      10. Mai 2011 12:51

      n_r

      Na dann ist ja alles gut.

      Das die Nazis auch ein autoritäres Regime gaben, hatten sie nur sehr wenig Rückhalt im Demos.

      Das ist doch beachtlich.

    • november_rain (kein Partner)
      10. Mai 2011 13:05

      cmh

      Nichteinmal bei der unter dem Eindruck von NS-Terror stehenden Wahl von 1933 konnten die Nazis eine absolute Mehrheit erreichen.

    • Segestes (kein Partner)
      10. Mai 2011 13:38

      Die Nazis haben sich die Macht erkauft - auch mit jüdischem Geld.
      Aber das hört man heute weniger gerne.

    • mahler (kein Partner)
      10. Mai 2011 13:40

      november_rain

      Dass die SDAP eine marxistische Diktatur aufgezogen hätten, halte ich für ausgeschlossen. Dazu waren die demokratischen Kräfte in dieser Partei viel zu stark. Ich bin mir auch sicher, dass auch Otto Bauer das so nicht gewollt hätte (obwohl der in seinem Linzer Programm von der "Diktatur des Proletariats" sprach - das brachte ihm innerparteilich auch harsche Kritik ein). Auf jeden Fall wollte die SDAP, wäre sie bei den Februarkämpfen 1934 als Sieger hervorgegangen, die Demokratie wieder einführen.

      cmh

      Sie wissen aber schon, dass Dollfuss schon lange vor dem 12.2.1934 die Diktatur installierte. D.h. die Sozialdemokraten wehrten sich gegen eine Diktatur. Wenn Sie das verurteilen, sollten Sie sich fragen, wie Sie zur Demokratie stehen. Außerdem - und das ist erweisen - wollte die rote Parteispitze den Aufstand gar nicht. Ein dementsprechendes Schreiben an die Leute in Linz, von wo der Aufstand seinen Ausgang nahm, wurde aber von Dollfuss' Leuten abgefangen.

      wallace

      Sie dürfen wenigstens wählen, auch wenn Ihnen das Ergebnis dann nicht passt. Im Ständestaat durfte man nicht einmal das.

    • thomas lahnsteirer
      10. Mai 2011 14:21

      ich wollte in meinem statement nur auf den verzweifelten Kampf Österreichs gegen Hitlerdeutschland hinweisen; noch einmal: hunderte Tote und Verwundete.
      Bitte warum setzt man den Kämpfern der Exekutive, die im Gefecht mit den Nazis gefallen sind, kein Denkmal !!!
      Polen war zum Zeitpunkt des Einmarsches der deutschen Wehrmacht ebenfalls ein faschistischer Staat, was bisher völlig zurecht niemanden gestört hat.

    • mahler (kein Partner)
      10. Mai 2011 14:49

      Thomas Lahnsteirer

      Das Denkmal gibt's wahrscheinlich deswegen nicht, weil man dazuschreiben müßte, dass dieselben Leute zuvor für die Beseitigung der Demokratie verantwortlich waren. Ebenso sollte man erwähnen, dass Dollfuss 1933 mit dem späteren Drahtzieher des Putschversuches, dem österr. NSDAP - Chef Theo Habicht, Verhandlungen führte, bei dem er ihm einen Ministerposten anbot. Die Verhandlungen scheiterten, wiel Habicht eine 50/50 - Koalition wollte.

    • thomas lahnsteirer
      10. Mai 2011 15:38

      ein alter hut, mit dem man dollfuss jetzt einen strick drehen und ihn in die Nähe der Nazis rücken will. Er hat jedenfalls den Nationalsozialismus rigide bekämpft und schreckte auch vor Todesurteilen gegen Naziterroristen nicht zurück.

      Hört man sich heute die Reden Otto Bauers an, dann war Österreich damals nicht weit vom Kommunismus entfernt und gerade das wollte Dollfuß verhindern.

      Und mir bleibt unvergesslich wie der ORF jahrelang jeweils am 12. Februar
      einen Schutzbundgauner präsentierte der genußvoll und stolz erzählte, wie er von den Schießscharten des Karl-Marx Hof aus mit seinem Gewehr zahlreiche Polizisten
      wie Hasen abknallte....Völlig sinnlos, aus reiner Mordlust anscheinend.

    • cmh (kein Partner)
      10. Mai 2011 17:43

      n_r und mahler

      Die Sozialdemokraten haben solange von der mit Gewalt zu machenden Revolution geschwätzt, bis sie es selber geglaubt haben und auch alle anderen nicht anders konnten, als das für bare Münze zu nehmen. Dass sie dann unfähig waren, und nur eine Revolte herausgekommen ist, kann man nur ihnen allein zum Vorwurf machen.

      Alles was darüber hinweg deuteln will ist in die Abteilung : "Der will ja nur spielen" zu verweisen.

      Dass die Sozialdemokraten damals eine Demokratie einführen wollten, ist eine fromme Legende. Dass sie bei der Durchsetzung ihrer damaligen Vorstellungen von Demokratie, keiner Gewalt bedient hätten, ist hingegen eine Lüge.

      Faktum ist, dass die Roten als erste zu den Waffen gegriffen haben und auch in den folgenden Jahren bis heute nie Bedenken hatten, Gewalt anzuwenden.

      Wenn mahler eine beabsichtigte Wiedereinführung der Demokratie postuliert, so ist das reines Tagträumen, vielmehr hat die die Obstruktionspolitik der Roten, wie sie im fatalen und finalen Rücktritt Renners als Parlamentspräsident ihren Ausdruck fand, eher zur Destabilisierung Österreichs beigetragen. Damit hätte sich angesichts des internationalen Umfeldes eine Wiedereinführung der gerade abgetriebenen Demokratie auf Jahre hinaus schlicht nicht gestellt.

      Über meine Gesinnung herumzumäkeln ist schlicht eine Frechheit - aber man kann nichts anderes erwarten.

    • november_rain (kein Partner)
      10. Mai 2011 18:46

      cmh

      Ich weiß nicht wirklich, worauf Sie aus sind. Ich habe doch selbst gesagt, dass die Sozialisten alles andere als lupenreine Demokraten waren:
      "...hätten die Sozialisten die Chance gehabt, hätten sie womöglich eine marxistische Diktatur aufgezogen."

      Wo genau ist das Missverständnis?

    • cmh (kein Partner)
      10. Mai 2011 22:04

      n_r

      Dann verklickern Sie das auch mahler.

      Beim nochmaligen Lesen Ihres und mahlers postings scheint mir doch, dass weder Sie noch mahler die Zeit des Ständestaates immer noch nicht historisch betrachten können.

      Sie erleben den roten Putsch gegen die (genauso wie unsere heutige) legitime Regierung immer wieder aufs neue. Ihre Ressentiments halten Sie beide daher für historische ERkenntnisse.

      Daher mein Rat: Beschäftigen Sie sich mit dem amerikanischen Bürgerkrieg, oder noch besser mit dem peloponesischen Krieg, wenn Sie schon etwas martialisches haben wollen.

    • november_rain (kein Partner)
      10. Mai 2011 22:20

      cmh

      Was reden Sie nur für einen Unsinn? Für mich ist der Ständestaat nichts anderes als Geschichte.

      Und was haben Sie immer mit dem Sezessionskrieg? Lesen Sie genau nach, warum und wann die Südstaaten aus der Union ausgetreten sind und wer die Kampfhandlungen begonnen hat. Von wegen unklare Gründe.

    • cmh (kein Partner)
      11. Mai 2011 17:20

      n_r

      Wenn Sie mental nicht in der Lage sind, über historische Themen ohne Beschimpfungen Ihrer Gesprächspartner zu reden, dann sollten Sie in der Geschichte noch weiter zurückgehen wofür ich Ihnen zwei Möglichkeiten genannt habe. Dort finden Sie sich sicher ein Wolkenkuckusheim wo Ihre Gescheiteleien irgendwie stimmig gemacht werden können.

      Außerdem, wenn Sie schon bei zweimaliger Wiederholung eines Themas auf Overflowerror gehen, dann muss man sich ernste Sorgen um Sie machen.

      Menschlich scheinen Sie auch eher auf der gefühllosen und/oder gedankenlosen Seite sein, denn wenn Sie nachgelesen haben und nichts verwunderliches dabei finden, dass Menschen, die die Brüderlichkeit zu einer ihrer Staatsgrundlagen gemacht haben und dann - ja aus welchen Gründen denn eigentlich? - anfangen aufeinander zu schießen, dann kann Ihr Wissen nur papierer sein. Dass Sie bereit wären, freiwillig für Ihre Ideale beispielsweise in Libyen oder auch nur in Kärnten richtig zu schießen, möchte ich nicht annehmen. Obwohl Ihre Worte das nahelegen.

      Mich langweilen Sie einfach mit Ihrem einfachen, mechanistischen (Kriegsursachen und Kriegsanlass und alles genau definiert) Geschichtsbild. Sie sollten es aber nicht auf die jüngere GEschichte anwenden, denn dann verstehen Sie immer nur alles so wie man Ihnen sagt, dass Sie es verstehen sollen.

    • cmh (kein Partner)
      11. Mai 2011 17:22

      n_r

      Sollten Sie eine noble Dame sein und sich durch den Bezug der Konfektionsgrößen zum Sezessionskrieg beim Shopping gestört fühlen bitte ich um Verzeihung, auch wenn das nicht ihren saure Reaktion entschuldigt.

    • november_rain (kein Partner)
      11. Mai 2011 20:14

      Vielleicht habe ich es einfach satt, mir ständig irgendwelche Frechheiten anhören zu müssen, was für ein Sozialist ich sei, oder was für ein beschränktes Verständnis von Politik, Geschichte etc. ich hätte. Ich verstehe auch nicht, warum manche immer wieder persönlich werden müssen. Es ist doch vollkommen wurscht, ob ich für meine Ideale kämpfe, eine Dame bin, oder auch noch nobel. Mir ist auch nicht klar, woraus Sie auf mein angeblich mechanistisches Geschichtsbild schließen können. Habe ich doch nur zwei oder drei kurze Kommentare abgegeben.

      Was den Sezssionskrieg angeht, habe auch ich nie gesagt, dass die Hintergründe einfach wären, nur dass sie mir nicht ganz unklar erscheinen. Vielleich weil ich unlängst über diesen Krieg gelesen habe und mich amerikansche Geschichte generell interessiert.

    • cmh (kein Partner)
      12. Mai 2011 10:07

      Warum reagieren Sie so heftig?

      Musste ich mich nicht auch von mahler fragen lassn, was ich für ein Demokratieverständnis ich hätte und wollten Sie mich nicht über den Sezessionskrieg von ihnen schulmeistern lassen?

      Und jetzt regen Sie sich auf?

      Wenn Sie über den Sezessionskrieg bescheid wissen, dann erklären Sie mir, warum bei den Konföderierten der Großteil der Soldaten eben keine Sklavenhalter waren womit die Abschaffung der Sklaverei für die meisten eben kein Thema gewesen sein konnte.

      Warum wurden und werden Neger in den ehemaligen Nordstaaten nicht viel besser behandelt und warum sind die Soldaten der Nordstaaten dann in den Krieg gezogen?

      Das sind doch die Fragen die sich jedem stellen müssten, der sich nicht mit einem einfachen Schema zufrieden geben will.

      Und eine Aktualität des Sezessionskrieges könnte ein Austritt eines Staates aus der EU sein. Gibt es dann Lehren die gezogen werden könnten?

  15. cmh (kein Partner)
    10. Mai 2011 10:02

    Warum es zum WKI kam:

    Eine Stimme in der Wüste
    Gedicht von Peter Rosegger

    Es muß ein wildes Schlachten kommen,
    Du, Welt, verträgst den Frieden nicht,
    Du schrei'st nach ihm, und naht er schüchtern,
    So schlägst du ihm ins Angesicht.

    Ich sah noch keinen Tag erstehen,
    Der nicht entfacht vom Reinen war,
    Und keine Sonne sah ich sinken,
    Die trüb nicht vom Gemeinen war.

    O dummes, bettelhaftes Prahlen
    Mit deines Fortschritts großen Siegen,
    Wenn unter den brutalen Füßen
    Zermalmt die Ideale liegen.

    Zermalmt ist mit den Götzenbildern
    Auch Jovis hehre Lichtgestalt,
    Und deine neuen Lichter leuchten,
    So wie der Fäulniß Phosphor strahlt.

    Du weißt so viel und bist nicht weise,
    O sage, Welt, ob dir denn wohl ist
    Bei deiner krausen Hochcultur, die
    Von außen bunt und innen hohl ist?

    Den Hexentanz des Lebens tanzt
    Die Kunst getreulich mit; die Taube
    Entsank den reinen Himmelshöhen
    Und flattert halbbetäubt im Staube.

    Die Duldung und die Menschenwürde,
    In heißen Kämpfen dir errungen,
    Ist fremd geworden deinem Herzen;
    Ein Schmuck nur wortelustigen Zungen.

    O, nichts vom vorigen Jahrhundert
    Hast du dir, Welt, gemacht zu Nutzen,
    Als nur die Kunst, mit frechem Flunker
    All deine Thorheit aufzuputzen.

    Die graugelockte Weisheit schweiget,
    Die unerfahr'ne Jugend spricht;
    Besiegt, ruft sie, sind Elemente! —
    Die Leidenschaften sind es nicht.

    Von Hohn und Geifer der Parteien
    Seh' ich mein Vaterland befleckt,
    Die Führer blind und taumelnd, bis sie
    Ein grauses Mene Tekel weckt.

    Und mitten in der wilden Drangsal
    Wird männiglich die Welt verfluchen,
    Doch ringend mit den Nachtdämonen
    Den Flug in lichtere Höh'n versuchen.

    Das stete Glück macht Sünder, Thoren,
    Und kleines Unheil Weltverhöhner.
    Die maßlos schwere Noth allein ist
    Der große Sühner und Versöhner.

    Peter Rosegger
    Aus der Sammlung Der Welt

    Man verzeihe mir die Wiederholung. Aber alles andere ist nur freundliches Rationalisieren von Gründen für das eigene Versagen.

    Man könnte auch an das Preisausschreiben einer miltiärischen Zeitschrift nach diesem Großen Krieg zur Frage: "Was haben unsere Generäle aus dem Weltkriege gelernt?" erinnern. Die preisgekrönte Antwort sei hier in voller Länge wiedergegeben: "Nichts."

    Dabei waren ja alle durch die Umstände des Sezessionskrieges in Amerika gewarnt. Dessen wesentliche Kennzeichen waren:

    überraschender Ausbruch
    unklare Gründe (das mit der Sklaverei ist so wie der Kampf gegen den Terrorismus heutzutage, d.h. alles mögliche aber nichts konkretes)
    verbissenes Kämpfen untereinander, vor allem der Milizen
    technische Neuerungen (gezogene Gewehrläufe, Stellungskrieg, U-Boote, Panzerschiffe und auch Konfektionsgrößen der Uniformen, neue Methoden Schuhe in großen Mengen zu erzeugen usw.)
    dadurch bedingt gigantische Menschenverluste
    riesige (für europäische Militärs so unvorstellbar) Operationsgebiete
    Konzentrationslager und Kiegsverbrecherprozesse

    Irgendein Historiker meinte dazu, der Sezessionskrieg wäre ein Probelauf für die Schützengräben des WKI gewesen. Und das ist sicher richtig.

    Gerade für unsere Historiker mit mit ihrem Antifadrall wäre die Beschäftigung mit diesem KRieg sicher heilsam. Denn das kann man sine ira et studio betreiben. Ohne dass man bei den Grüninnen dafür in den Verschiss gerät.

    Und den nobleren Damen, vor allem denen mit grüner Inklination sei in das STammbuch geschrieben, dass sie sich beim Schuh- und Fetzerlshopping (Konfektionsgrößen) der unmittelbaren Produkte dieses Krieges bedienen. Mann kann daher froh sein, dass diese Neuerungen nicht von den Deutschen während des WKII gemacht wurden. Mann müsste dann immer noch beim Schneider warten, denn Kleider von der Stange wären dann faschistisch und pfui.

  16. Bösmensch (kein Partner)
    10. Mai 2011 09:18

    Obwohl er deutlich mehr Opfer als der zweite gefordert hat (wenn man die nationalsozialistischen und die kommunistischen Massenmorde in Konzentrationslagern und Gulags nicht einberechnet).

    Tja Herr Unterberger und es ist Ihnen nicht in den Sinn gekommen, dass gerade diese Opfer, die Sie so lapidar in Klammern setzen, dem zweiten Weltkrieg zu trauriger Berühmtheit verholfen haben? Ja aber eigentlich hat der erste WK ja mehr Opfer gefordert, wenn man die Leute ausklammert die im KZ oder Gulag gestorben sind...unfassbar was sie da schreiben. Genau wegen dieser Opfer hat der zweite Weltkrieg berechtigterweise eine höhere Bedeutung, das verstehen nur Menschen wie Sie offenbar nicht. Auch die Tatsache, dass der erste Weltkrieg selbstverständlich mit dem zweiten Weltkrieg zusammenhängt, ändert an dieser Sonderstellung nichts. Und selbstverständlich sollte man auch den ersten Weltkrieg nicht ausklammern. Es scheint mir allerdings sehr bezeichnend, dass gerade an bedeutenden Gedenktagen des WKII das Gedenken an WKI eingefordert wird.
    Eine Abwandlung der üblichen Relativierungstaktik, "die anderen haben aber auch", das zieht sich bei praktisch allen Themen hier durch.

    • cmh (kein Partner)
      10. Mai 2011 10:06

      Bösmensch ist eigentlich ein Schämmensch.

      Möglicherweise auch ein (historisierender) Suppenkasper: Nein, nein, nein. Ich esse meine Suppe nicht! Und meine antifaschistische Gesinnung lasse ich mir nie und nimmer nehmen.

      Dabei wird deutlich, dass das ständige Hämmern des Nie Vergessens mittlerweile zu einem Herrschaftsinstrument erster Güte geworden ist. Und ohne das wäre er geistig nackert.

    • Bösmensch (kein Partner)
      10. Mai 2011 10:18

      Hast du auch irgendwelche Argumente? Inwiefern ist das "nie Vergessen" ein Herrschaftsinstrument?

    • cmh (kein Partner)
      10. Mai 2011 10:38

      Klar!

      Ich wollte Dir nur sagen, dass das Thema WKI ist und nicht WKII.

      Durch Dein Insistieren auf dem Faschismus, der nicht mit dem WKII gleichzusetzen ist, erzwingst Du - hier z.B. von mir - Äußerungen zu einem Thema, das gar nicht Thema ist.

    • jump (kein Partner)
      10. Mai 2011 10:52

      @Bösmensch
      Unterberger gefällt sich halt in der Rolle des jenseits von Gut und Böse agierenden Provokateurs. Wir sollten darauf nicht immer mit den üblichen Reflexen reagieren. Ist in diesem Forum vermutlich sinnlos!

    • mahler (kein Partner)
      10. Mai 2011 10:58

      cmh

      Der Faschismus ist nicht mit dem WKII gleichzusetzen? Sind Sie sicher? Ich halte den Faschismus für die Ursache des WKII. Der WKI mit all seinen Folgen hat die Entstehung des Faschismus begünstigt, der dann in den WKII mündete. Es waren faschistische Politiker, die die Entscheidung getroffen haben, den WKII führen zu wollen.

    • kaffka (kein Partner)
      10. Mai 2011 11:15

      @ bösmensch

      Weil man damit den Anderen niederknüppeln kann, ohne selbst Argumente zu verwenden.

      Im Übrigen haben weder KZs noch Gulags mit dem Krieg irgendetwas zu tun, es ist nur ein zeitlicher Zusammenfall!

      (Genau wegen dieser Opfer hat der zweite Weltkrieg berechtigterweise(?) eine höhere Bedeutung ...nachträglich zugewiesen bekommen)

    • cmh (kein Partner)
      10. Mai 2011 12:31

      mahler

      Ich bin mir sicher.

      Andernfalls würde der WKII (aka Großer Vaterländischer Krieg) vielleicht "Großfaschistischer Angriffskrieg", "Antifaschistischer Allianzkrieg" oder ähnlich heißen. Tut er aber nicht und ich hoffe, dass ich jetzt keinem historisiernden Einspänner eine Idee geliefert habe.

      Ich bin allerdings immer wieder verblüfft, mit welchen simplen Geschichtsbildern die Welt zu erklären versucht wird. Eine dieser Simplifizierungen kommt hier sehr gut heraus, nämlich dass der Faschismus so einfach vom Himmel gefallen ist und nur deshalb Fuß fassen konnte, weil offensichtlich eine Gruppe von Aliens (niemand ist mit denen verwandt, sie haben sich ihre Ideologie selber in Bierkellern und im Wald gestrickt, Wechselwirkungen mit anderen Geistesströmungen sind nicht möglich ...) die Macht an sich reißen konnte. Und da das Mittelalter erst seit Kreisky, der die Aufklärung gebracht hat, zuende ist, wäre ein derartiger Wahnsinn heute natürlich nicht mehr möglich.

      Blöder gehts nicht. Das Problem ist nur, dass diese Gedanken quasi zur staatlichen Monopollehre geworden ist. In einem Staat, in dem man gegen alles lästern darf und dessen Werte laufend verächtlich gemacht werden - nur diese Lehre eben nicht! Dass Leute wie dieser Bösmensch auch noch - ob aus Unkenntnis, Blödheit oder bösem Willen sei dahingestellt - fragen, worin denn das Herrschaftsinstrument besteht, setzt dem Ganzen noch ein Sahnehäubchen drauf.

      Mit dem Jumpschen Echo brauche ich mich hoffentlich nicht auseinandersetzen.

  17. lupo (kein Partner)
    10. Mai 2011 08:48

    Nicht zu vergessen die Kriegslieder, die in den Schulen gesungen wurden, nicht nur in Deutschland. Da wurde eine Generation zum Krieg erzogen und es brauchte nur jemanden der das ausführte. Der WK1 war grausam für die Soldaten, der WK2 war grausam für die ganze Bevölkerung.

  18. Hüpfer (kein Partner)
    10. Mai 2011 08:39

    Geld ist sehr wichtig und Hitler glaubte Karriere zu machen, aber es kam irgendwie anders...

    • Einstein H. (kein Partner)
      10. Mai 2011 08:41

      Er wollte Römer sein, aber war wahrscheinlich keiner, wie sehr viele schon bereits.

  19. Onkel Hans (kein Partner)
    10. Mai 2011 08:24

    Richtiges Thema, falsche Ansätze Herr Unterberger! Nur ein paar Beispiele:

    1. Mir hat noch immer keiner überzeugend erklären können, warum die VSA, unsere "Befreier" (was sonst), zweimal gegen uns in den Krieg gedrängt haben? Also, was hat die k.k. Monarchie den VSA getan?

    2. @Revanche-Lust: Manche behaupten, es ging um die Einigung eines Volkes (Selbstbestimmungsrecht, schon mal gehört? Wilson, der VSA-Dolm), das von den Siegern des WKI BOSHAFT zerschlagen und zerteilt wurde und dessen Angehörige zu erheblichen Teilen anderen Nationen zugeteilt wurden (Schlesien, Danzig, Bromberg, Sudeten, Vereinigungsverbot mit der Republik "Deutsch-Österreich", Untersteiermark, Südtirol, Saarland, Eupen/Malmedy, Straßburg, alle [viele warens ja nicht, die meisten haben sich schon früher die ach so friedliebenden F und GB unter den Nagel gerissen] deutschen Kolonien, wer hat die bekommen, ah ja).

    3. Mord am Thronfolger - Krieg gegen den Terror - Na, klickts? - Also, die VSA hätten da locker einen gerechten Kriegsgrund daraus gebastelt. Vom Beginn des WKII rede ich nicht, weil da keine Redefreiheit und Rechtssicherheit herrscht.

    • cmh (kein Partner)
      10. Mai 2011 10:10

      Stimmt alles. Aber wir haben verloren. Auch wenn es weh tut.

  20. Alexander Renneberg
    10. Mai 2011 08:04

    "Der große Wendig"
    Richtigstellungen zur zeitgeschichte.

    sollten die lustigen um sternderlfetisch und ähnliche subjekte mal sinnerfassend lesen, bevor sie an der eigenen propaganda ersticken.

  21. Nestroy (kein Partner)
    10. Mai 2011 08:00

    Wie sprach doch einst ein sehr bekannter Historiker?

    ....wertende Historiker sind Huren des Zeitgeistes.... Wer könnte sich anmaßen, Jahrzehnte oder Jahrhunderte danach "gerecht" darüber zu urteilen...

  22. denke (kein Partner)
    10. Mai 2011 07:52

    Da gibt es noch einen wichtigen Aspekt.
    Festland-Europäer, die sich vertragen, waren nicht im britischen Interesse.
    Außerdem hatten sie Angst vor der Aufrüstung der deutschen Flotte.

    Während des Burenkrieges, als der deutsche Kaiser gerade den Briten den Beitritt zum 3-Mächte-Pakt schmackhaft machen wollte, bat die niederländische Königin um die Unterstützung der Buren.
    Der Kaiser antwortete: "Ich habe nicht genug Schiffe."
    Am meisten aber fürchtete die britische Diplomatie ein Bündnis zwischen Deutschland und Rußland.
    Denn dann, so die Logik, würde sich auch das mit Rußland verbündete Frankreich dem Gespann anschließen um Ende heißt es "Festland gegen Empire".
    Der Kuchen, denn es für alle zu holen gegeben hätte, war ja sehr groß. Aber unmöglich alleine gegen alle zu verteidigen.

    Noch eine interessante Sache:
    Während in Europa Deutschland und Frankreich angeblich Erbfeinde waren, kämpften französische Soldaten unter deutschem Kommando in China gegen den Boxeraufstand.

  23. herbertrichter (kein Partner)
    10. Mai 2011 06:37

    DIE GESCHICHTE SCHREIBT DER SIEGER!

  24. Sternderlfetischist (kein Partner)
    10. Mai 2011 05:37

    Wieso gibts keinen Beitrag über das gestrige Totengedenken, das von den Neonazis von Alpen-Donau-Info so fleissig beworben wurde und das die feige Sau Strache unvermutet geschwänzt hat?

    (Er hatte angeblich einen dringenden "Auslandstermin", wurde aber in Wien gesichtet)

    • Antifaschist (kein Partner)
      10. Mai 2011 06:19

      Vielleicht weil hier keiner den Newsletter der Neonazis bezieht außer die linken Sternderlfaschisten?

    • Undine
      10. Mai 2011 20:45

      @Sternderlfetischist

      "(Er hatte angeblich einen dringenden "Auslandstermin", wurde aber in Wien gesichtet)"

      Das kann schon sein! In manchen Wiener Bezirken glaubt man, im Ausland zu sein!

  25. Gennadi (kein Partner)
    10. Mai 2011 05:33

    @Johann Scheiber
    Mit Ihren lächerlichen AIDS-Theorien sind Sie Gott-sei-Dank in einer ausgegrenzten Minderheitenposition. Man stelle sich mal vor, Politik würde aufgrund solcher Prämissen Entscheidungen treffen. Es ist so schon schlimm genug, aber das wäre wohl absolut katastrophal.

  26. Sternderlliebhaber (kein Partner)
    10. Mai 2011 05:23

    Herr Unterberger, Sie entlarven sich immer wieder selbst mit Ihren seltsamen Nebenbemerkungen. Warum ist es so wichtig darauf hinzuweisen, dass Giftgas im 1. Weltkrieg als Kriegswaffe verwendet wurde, seitdem aber nicht mehr in Europa, obwohl Sie genau wissen, dass Giftgas zur Vernichtung der Juden eingesetzt wurde. Also was genau wollen Sie mit dieser Bemerkung ausdrücken? Ich denke, dass Sie solch sprachliche Mittel völlig bewußt und mit einer gewissen Zielrichtung einsetzen. Und warum wundern Sie sich dann, wenn Sie von gewissen Kreisen zu gewissen Kreisen zugeordnet werden? Genau das provozieren Sie doch immer wieder und wie ich glaube, mit voller Absicht.

    • Antifaschist (kein Partner)
      10. Mai 2011 06:25

      Schon einmal den Unterschied von Kriegswaffe und Mordinstrument erklären lassen?
      Über sprachliche Mittel philosophieren und nicht einmal die Mühe machen, die Worte wörtlich zu nehmen.
      Ja, das kommt davon, wenn jeder eigene Satz des Sternderlfaschisten Propaganda ist. Dann unterstellt man jedem anderen auch, es wäre so, und kann sich nicht vorstellen, dass es jemand wörtlich so meinen könnte, wie er es formuliert.

    • Neppomuck (kein Partner)
      10. Mai 2011 10:48

      Der Kondensationspunkt bei 25,6 °C von HCN macht diesen Stoff für taktischen Kriegseinsatz unbrauchbar.
      Er konnte daher nur in gutgeheizten Räumlichkeiten eingesetzt werden.

    • kaffka (kein Partner)
      10. Mai 2011 11:29

      @sternderliebhaber

      Weil das zufällige zeitliche Zusammenfallen nichts mit dem Krieg zu tun hatte, so wie auch, dass nach meiner Erinnerung nach 1945 Wanzen in Wohnungen mit Gas vernichtet wurden.

      Wenn "gewisse Kreise" jemanden zu "gewissen Kreisen" zuordnen, heisst das , dass sie jemanden sich selbst zuordnen. Das kann sich Unterberger aber verbitten!

    • byrig
      10. Mai 2011 23:05

      sternderlliebhaber,machen sie sich nicht unglücklich,liebhaben sie was anderes.denn bei dem himmelschreienden unsinn,den sie hier verzapfen,werden sie nie ein sternderl bekommen.vollkoffer.

  27. Bobby Fischer (kein Partner)
  28. Laumo (kein Partner)
    10. Mai 2011 02:32

    "Obwohl er deutlich mehr Opfer als
    der zweite gefordert hat (wenn man
    die nationalsozialistischen und die
    kommunistischen Massenmorde in
    Konzentrationslagern und Gulags nicht
    einberechnet)."

    Ich möchte wirklich wissen wie Sie darauf kommen. Können Sie es mir erklären?

    • Antifaschist (kein Partner)
      10. Mai 2011 06:26

      Wahrscheinlich kann er es nicht, denn du würdest es nicht begreifen.

  29. libertus
    10. Mai 2011 00:14

    Natürlich läßt sich der Erste Weltkrieg nicht so hervorragend für die Antifaschisten instrumentalisieren wie Hitler. Nachdem den Linken allen voran den Sozialisten das Klassenkampfbild immer mehr abhanden gekommen ist, war und ist die Antifa-Bewegung noch die einzige Möglichkeit für ihr ideologisches Selbstverständnis bzw. für ihre vermeintliche Daseinsberechtigung.

    Darüber hinaus zeigt uns der überaus zutreffende Bezug zur Gegenwart (über die Köpfe der Bevölkerung hinweg Regierende und immer mehr aufbegehrende Bürger!), der in diesem Artikel hergestellt wird, wie vermutlich Europas Zukunft aussehen wird.

    Es kommt das eherne Gesetz zur Anwendung: Geschichte wiederholt sich immer wieder!

  30. socrates
    09. Mai 2011 20:56

    O.T. Die Pleite der USA | Telepolis
    Ich habe immer auf den Zusammenhang zwischen Pensionen und Anlegern hingewiesen. Seit die Welt durch und nach dem 1. WK neu aufgeteilt wurde sind mehr Menschen an dem neuen System umgekommen als vorher durch den Krieg. http://www.heise.de/tp/artikel/34/34589/1.html
    "Der Zusatzbeitrag der Krankenkassen ist der Einstieg in die ...
    Gesundheitsexperte Hartmut Reiners über das Märchen von der Kostenexplosion und den wirklichen Problemen im Gesundheitswesen

    07.04.2011 – http://www.heise.de/tp/artikel/34/34473/1.html
    Das System ist die Katastrophe | Telepolis
    Wird Fukushima zum Tschernobyl des spätkapitalistischen Weltsystems?

    26.03.2011 – http://www.heise.de/tp/artikel/34/34405/2.html
    Die Plünderer kommen | Telepolis
    In den USA stehen die öffentlichen Bibliotheken unter Beschuss

    25.03.2011 – http://www.heise.de/tp/artikel/34/34336/1.html
    Aber bitte mit Orgie | Telepolis
    Cecil B. DeMille, Hollywood und die Bibel

    20.02.2011 – http://www.heise.de/tp/artikel/33/33961/1.html
    "Semiotische und emotionale Kampfzone" | Telepolis
    Interview mit dem Kulturwissenschaftler Daniel Hermsdorf über gegenwärtige Tendenzen der Fernsehkultur

    20.02.2011 – http://www.heise.de/tp/artikel/33/33947/1.html
    "Monetary financing" durch nationale EZB-Mitgliedsbanken? ...
    Bislang galt es als eherner Grundsatz der Eurozone, dass die Geldschöpfung alleine der EZB zugestanden wird, aber einzelne Eurozone-Notenbanken haben sich eine Notfall-Lizenz zum Gelddrucken eingeräumt

    14.02.2011 – http://www.heise.de/tp/artikel/34/34187/1.html
    Ist die Euro-Krise plötzlich vorbei? | Telepolis
    Weitere Abstufungen im Euro-Raum werden schon geprüft und derweil wurde sogar die Bonität Japans herabgestuft

    05.02.2011 – http://www.heise.de/tp/artikel/34/34144/3.html
    Der "Gazillion"-Betrug der Federal Reserve | Telepolis
    Auf dem Weg in die größte Depression aller Zeiten

    04.02.2011 – http://www.heise.de/tp/artikel/34/34140/4.html
    Der "Gazillion"-Betrug der Federal Reserve | Telepolis
    Auf dem Weg in die größte Depression aller Zeiten

    04.02.2011 – http://www.heise.de/tp/artikel/34/34140/2.html
    Wird und will China Portugal und Spanien und den Euro ...
    China steigt stärker in Staatsanleihen der Länder auf der Iberischen Halbinsel ein, doch das wird steigende Zinsen nicht verhindern

    07.01.2011 – http://www.heise.de/tp/artikel/33/33981/1.html
    Der Weg in die Eurokrise | Telepolis
    Von der Deutschen Wiedervereinigung bis zur Pleite Griechenlands - eine kleine historische Bilanz nach zehn Jahren Eurozone

    05.01.2011 – http://www.heise.de/tp/artikel/33/33965/1.html
    Der Euro unter Beschuss (I) | Telepolis
    Es kriselt in Euroland - nicht Spekulanten, sondern ein begründeter Vertrauensverlust der Anleger hat dem Euro seine Grundlage entzogen

    04.01.2011 – http://www.heise.de/tp/artikel/33/33907/1.html
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    • terbuan
      09. Mai 2011 21:06

      socrates,
      ich habe Sie schon sehr vermißt, aber jetzt bereiten Sie mir einen längeren Abend, danke für die Links!
      mfG
      terbuan@aon.at

  31. terbuan
    09. Mai 2011 20:48

    Ausnahmsweise ein Hauptkommentar.
    Der heutige Blog hat eine große Anzahl von interessanten, wertvollen aber auch nachdenklich stimmenden Kommentaren in hoher Qualität gebracht, nur selten mußte man populistische Querschläger verkraften, dafür möchte ich mich bei allen Teilnehmern dieser Runde bedanken. Es war ein wahrer Genuß, mehr oder weniger nur als Leser diese Beiträge zu verfolgen.
    Ich meine, dass es im deutschsprachigen Raum kein anderes, vergleichbares Forum gibt!
    Nochmals herzlichen Dank und einen schönen Abend noch.
    terbuan@aon.at

    • woglinde
      09. Mai 2011 23:36

      Da sind wir alle aber richtig froh, dass sich terbuan herablässt, ausnahmsweise einen Hauptkommentar zu schreiben und den meisten Kommentierern huldvoll hohe Qualität zubilligt.
      Was befähigt ihn eigentlich zu diesem anmaßenden Urteil?
      Seine Beiträge eher nicht.
      Und wer soll eigentlich der populistische Querschläger sein ?

    • Sternderlfetischist (kein Partner)
      10. Mai 2011 05:39

      Kriegst ein Sternderl für die Schleimerei.
      (Unterberger = Terbuan?)

    • phaidros
      10. Mai 2011 07:47

      Sternderl, ich hoffe, Sie nehmen mein Wort: Dr. Unterberger ist nicht terbuan, ich kenne beide Herren; so eine Aktion wäre weit unter Dr. Unterbergers Niveau, und er würde sich niemals zu so etwas herablassen.

      Bitte bleiben Sie mit Ihren Zwischenrufen sachlich (womit ich mit »bleiben« nicht andeuten möchte, dass ich andere Zwischenrufe von Ihnen für sachlich halte), danke.

      BG/phaidros.vie@gmail.com

  32. Johann Scheiber
    • terbuan
      09. Mai 2011 18:54

      Danke Johann Scheiber,
      Ich empfehle das Buch "Selbstversorgung aus dem Garten" von John Seymour, auch ohne Crash eine Fundgrube!
      lG/terbuan

    • Johann Scheiber
      09. Mai 2011 19:10

      terbuan, da sollten wir uns einmal austauschen. Ich habe gerade eine Perma-Kultur-Ausbildung absolviert und beteilige mich an einem Versuch an zehn Standorten in Österreich und Süddeutschland, wie man nach drei verschiedenen Humusierungs- Methoden auf 100qm 100kg Brotgetreide erzielen kann. Ohne Mineraldünger natürlich! Meine Anbaufläche liegt auf 1300 Metern Seehöhe. In der Familie und in der kleinen Gemeinschaft einen hohen Grad an Selbstversorgung wieder herzustellen, erscheint mir das Gebot der Stunde zu sein. Die Krise ist als täglich schlechter werdende Qualität der Produkte im Supermarkt längst da!

    • Anton Volpini
      09. Mai 2011 20:26

      Lieber Johann, das kann ich aber noch doppen. Meine Frau und ich haben vergangenes Wochenende unseren Almgemüsegarten bearbeitet und dabei einen Kartoffelacker auf 1660 Meter angelegt, wie schon die letzten Jahre mit verschiedenen Sorten. Diesmal aber auch mit Eachtlingen. Das Ganze ganz nach Permakulturart. :-)

    • terbuan
      09. Mai 2011 20:31

      Liebe Freunde,
      da kann ich leider nicht mithalten, ich bewege mich nur zwischen 700 und 1000 M Seehöhe!
      Freue mich jedenfalls auf einen Lokalaugenschein,
      lg/terbuan

    • Anton Volpini
      09. Mai 2011 20:51

      Herzlichst eingeladen!

    • terbuan
      09. Mai 2011 21:15

      Anton Volpini
      Danke, komme darauf gerne zurück!

    • ProConsul
      09. Mai 2011 21:26

      ich glaube die Militärrationen (Einmannpackung, Meal ready to eat) wären wohl am sinnvollsten anzulegen.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Einmannpackung
      sie haben den Vorteil, dass man sonst nichts braucht, ausser einen Wasservorrat. Die amerikanischen Fabrikaten erhitzen sich sogar durch eine chemische Reaktion von selbst, dh. man kann ohne Strom, Kochen, Geschir überleben, und sie halten jahrelang.
      http://en.wikipedia.org/wiki/MRE

    • Undine
      09. Mai 2011 23:39

      @Johann Scheiber

      @Anton Volpini

      Ich muß gestehen, daß es mich sehr beruhigt zu wissen, daß meine Töchter Gärten ihr Eigen nennen. Als Frau, die als kleines Kind den Krieg und die Nachkriegszeit erlebt hat, ertappe ich mich hin und wieder, daß ich mir vorstelle, daß man einen Teil des Gartens als Kartoffelacker nützen könnte! Obstbäume gibt's schon. Ein paar Hühner wären auch wichtig. Im nahen Wald könnten wir Fallen stellen! :-) und Brennholz und Zapfen sammeln, auf meinem kleinen Seegrundstück würden wir fleißig angeln! :-)Schwierig wäre die Bewachung! Mein Enkel übt fleißig "Bogenschießen" :-)

    • Johann Scheiber
      10. Mai 2011 13:52

      terbuan, ich warne sie, wenn sie Herrn Volpini besuchen, dann läßt er sie seine Kartoffeln ausgraben. Und ab Ende August, also lange bevor seine Irchtlinge reif werden, ist bei ihm oben der Frost schon eingezogen. Aber gut, zu zweit und mit gutem Werkzeug könnten wir es schaffen. Dafür, dass er einen arbeiten läßt, ist er dann sehr großzügig bei der Bewirtung!

  33. Erich Bauer
    09. Mai 2011 16:00

    "...Nichts davon aber passte noch mit einer Welt zusammen, in der die Monarchen ihre Herrschaftsgebiete durch willkürliche Grenzziehungen, durch Kriege, durch Erbschaften, Heiraten und Erbteilungen erworben hatten..."

    NICHTS DAVON ABER PASSTE NOCH MIT EINEM EUROPA ZUSAMMEN, IN DER DIE BÜROKRATENDIKTATOREN DIE HERRSCHAFTSGEBIETE DURCH WILLKÜRLICHE GRENZERWEITERUNGEN (BIS NACH ASIEN), MITTELS KORRUPTER MACHENSCHAFTEN, EINER MINDERHEIT VON ZAHLSKLAVEN AUFBÜRDETE.

    "...Die Sprache, die Kultur, die Religion, die Gefühle der Untertanen – das waren für diese Herrscher hingegen lange völlig unbedeutende Faktoren. Was sich aber die national erwachten Völker immer weniger gefallen ließen..."

    UND DIE TYRANNEI DER BÜROKRATEN WURDE HINWEGGEFEGT. AUCH DIE HERBEIGESCHLEPPTE, GEHEGTE UND GEPFLEGTE WÜSTENRELIGION KONNTE IHNEN NICHT MHER ZU HILFE KOMMEN. AM MORGEN DANACH SCHWOREN DIE UNTERSCHIEDLICHSTEN GEMEINWESEN SICH NIE WIEDER BÜROKRATENTYRANNEN UND BEAMTENBÜTTEL AUSZULIEFERN...

  34. HDW
    09. Mai 2011 13:08

    Es ist interessant wie auch an dieser Stelle die Aggressivität des Lenin-Stalin Bolschewismus in ihrem Einfluss auf Europa im 20.Jh. fast nicht erwähnt wird. Soviel zur Indoktrination durch die linken Agitatoren. Als Provokation für Herrn Lahnsteiner: ohne Lenin - Stalin - Trotzkij und Komintern kein Hitler-Mussolini-Franco!

    • kaffka (kein Partner)
      10. Mai 2011 11:50

      @ HDW

      Und wenn das dann auch noch in verständlicher Sprache geschrieben wäre...

  35. HDW
    09. Mai 2011 12:47

    Dem sich im Argumentieren unaufhörlich erweiternde Horizont der Kriegsursachen entgeht auch A.U. nicht. Meiner Ansicht mit einer der Gründe warum sich die heutige Geschichtsforschung in Richtung Diskursanalyse bewegt (nicht im Habermas´schen Sinne sondern sprachlich und allgemein kulturell in Anlehnung an Foucault) Die disperate Vielfalt der heute den Diskurs bestimmenden Kräfte wird in der Kurzlebigkeit dezisionistischer Vorgänge sichtbar. Umso interessanter nach den langdauernden Entwicklungszügen der historischen Anthropologie zu suchen. Deren Erklärungshorizont aber sicher weder die Rassentheorie noch der historische Materialismus der Umgebungstheorie sein kann. Dazu müsste aber in Österreich die formale Elite der SPÖ akzeptieren, dass es eine Geschichte vor 1918 gibt und der Austromarxismus keine Wahrheitsaussage ist, der FPÖ dass der WKII im nachhinein auch theoretisch nicht zu gewinnen ist, ethisch schon gar nicht und der ÖVP dass sündhaftes Verhalten keine politische und vor allem strafrechtliche Kategorie ist. Also lieber gleich wieder vergessen!

  36. Patriot
    09. Mai 2011 12:09

    Heute aber sind auch die Südtiroler gut beraten, wenn sie von Wien absolut nichts mehr wollen. Sie interessieren in Österreich niemanden mehr, oder zumindest keine politisch relevante Gruppe.

    Wobei man sagen muß, daß Südtirol in weiten Teilen weitaus österreichischer ist als einige Wiener Bezirke! Grenzziehungen und Eroberungen hin oder her. Wichtig ist vor allem, wie sich die Bevölkerung zusammensetzt, und wie sich die Demographie entwickelt. In dieser Hinsicht sind in Europa noch weit größere Veränderungen zu erwarten als durch den 1. und 2. Weltkrieg.

    Ein Volk ohne Geschichte ist kein Volk. Und ohne Vergangenheit gibt es auch kein Interesse an der eigenen Zukunft.

    Ein Volk ohne Nationalstolz ist auch kein Volk. Die Beseitigung Bin Ladens letze Woche hat in den USA einige sehr lange vermisste Gefühle geweckt. Endlich konnte man wieder auf etwas Stolz sein, nachdem man auch den Amerikanern jahrelang eingebläut hat, wie schlecht sie nicht seien, und wie viel Rücksicht auf andere Kulturen sie zu nehmen hätten.

    Uns hat man inzwischen auch jeden Stolz genommen. Unsere Vorfahren haben sehr viel geleistet. Sie haben das Land zu Wohlstand und Demokratie geführt. Wir leisten gegenwärtig sehr viel. Es ist nicht alles perfekt. Kritik ist angebracht. Aber es kann nicht sein, daß man alles Eigene schlecht macht, aber zugewanderte (Un)Kulturen aus dem Ausland als das Non-plus-ultra hinstellt.

    Wie sehr die Linken inzwischen die westliche Kultur zerstört haben sieht man an dieser Umfrage:

    http://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend1320.html

    Nur 28 Prozent der Deutschen sehen in der Tötung des Topterroristen einen "Grund zur Freude", 64 Prozent sehen keinen Grund sich zu freuen.

    Wir müssen endlich das linke Zerstörungsprogramm stoppen.

    • simplicissimus
      09. Mai 2011 12:24

      völlige zustimmung.

    • Johann Scheiber
      09. Mai 2011 15:43

      Ich habe mich, ehrlich gesagt, auch noch nie über die Tötung eines Menschen gefreut.

    • simplicissimus
      09. Mai 2011 16:45

      ähm, herr scheiber, da haben sie recht und ich habe durch meine "völlige zustimmung" ja auch indirekte "freude" geäussert, obwohl ich diese sicher nicht empfunden habe. die "hinrichtung" war prinzipiell richtig, obwohl ich persönlich eine gefangennahme aus prinzipiellen gründen vorgezogen hätte. nachzulesen im betreffenden blog hier bei au.

    • Markus Theiner
      09. Mai 2011 23:08

      Ich auch nicht. Allerdings habe ich auch noch nie einen Angehörigen oder auch nur einen Bekannten durch ein Verbrechen oder Terror verloren. Ansonsten würde es vielleicht anders aussehen, wenn der Verantwortliche zur Strecke gebracht wird.

      Man muss aber auch unterscheiden: Sich über etwas zu freuen heißt nicht, dass man es für richtig hält. Freude ist eine Emotion und daher kaum zu steuern. Feiern sollte man es aber nicht.

      Der Tod eines Menschen ist nie etwas Gutes. Richte nicht, auf dass du nicht selbst gerichtet wirst, sagt die Bibel. Karl May hat mir aber in meiner Kindheit noch etwas anderes beigebracht. Es ist ein gewaltiger Unterschied ob man einen Menschen tötet, weil man ihn für Unheil bestrafen will (das man damit aber nicht ungeschehen machen kann) oder ob man Unheil damit verhindern will.
      Gericht halten ist in dem Weltbild Sache Gottes, nach bestem Wissen und Gewissen Verbrechen verhindern ist aber Sache der Menschen.

      Und wenn man es so sieht und davon ausgeht, dass der Tod Bin Ladens den Tod anderer Menschen verhindert, dann darf man sich darüber wohl auch freuen.
      Das ist freilich (zu Recht) um so umstrittener, je theoretischer der Zusammenhang wird. Bei Notwehr gegen einen Amoklauf ist recht leicht abzusehen, was (höchstwahrscheinlich) im Fall der Untätigkeit passiert wäre. Wenn es nur um die Abschreckung auf andere geht oder darum was Dritte tun würden weil jemand sie dazu auffordert, dann wird das extrem heikel.

      Wobei man sich diese ganze heikle Diskussion spart, wenn jemand von Anfang an offen sagt, dass er sich nicht über die verhinderten Gräuel freut, sondern über die vollzogene Rache.

    • phaidros
      10. Mai 2011 07:42

      Sg Herr Theiner,

      auch ich habe keinen nahen Angehörigen verloren, aber dennoch änderte sich meine Einstellung schlagartig mit dem Attentat damals in Schwechat: einer der 4 Getöteten war Lehrer an meiner Schule.

      Noch heute glaube ich damals begriffen zu haben, dass man den Tod eines Menschen durchaus auch als gut bezeichnen kann. Nicht aus einem Gerechtigkeitsgedanken und damit zusammenhängenden »Richten«. Sondern einfach als technische Größe. Es ist gut, wenn der Brand gelöscht ist. Es ist gut, wenn das Gift gebunden ist. Es ist gut, wenn ein Bin Laden aus dem Verkehr gezogen ist

      (Nebenbemerkung: für seinen Tod gibt es nicht das kleinste belastbare Indiz. Noch besser wäre es, wäre er tatsächlich am Leben und gefangen - optimal, wenn die Weltöffentlichkeit glaubt, er sei tot. Hmm...!?).

      BG/phaidros.vie@gmail.com

    • Johann Scheiber
      10. Mai 2011 10:19

      Für den kalten Technokraten hier wird das auch willkommen sein:
      http://www.heise.de/tp/artikel/34/34704/1.html

    • Kapuzerer (kein Partner)
      10. Mai 2011 10:35

      Ob ich mich über den Tod des Terroristen freue ist nicht relevant, wohl aber die Frage warum es so lange gedauert hat ihn zu erwischen! Ich kann einfach nicht glauben dass es für die Amis mit all ihren technischen Möglichkeiten nicht früher möglich gewesen sein sollte diesen Kerl auszuschalten. Was kann da dahinterstecken?

    • kaffka (kein Partner)
      10. Mai 2011 12:41

      @ patriot

      Die Beseitigung Bin Ladens letze Woche hat in den USA einige sehr lange vermisste Gefühle geweckt. Endlich konnte man wieder auf etwas Stolz sein, nachdem man auch den Amerikanern jahrelang eingebläut hat, wie schlecht sie nicht seien, und wie viel Rücksicht auf andere Kulturen sie zu nehmen hätten.

      Diese Ausführung mag den Tatsachen entsprechen, aber diese Gefühle sind archaische plumpe Rachegelüste, und seinen (National)-Stolz auf die abscheulichen Meuchelmorde aufzubauen ist verwerflich. Wenn die Jubelfeste die man im Fernsehen anschauen musste der Meinung der Mehrheit eines Volkes entspricht hat der Vorwurf, dass man alles schlecht macht durchaus einen Grund!
      (Das gilt natürlich auch für Frau Merkel und gleichdenkend Andere. Es ist eine Schande für jedes Kulturvolk)

    • miguel (kein Partner)
      10. Mai 2011 14:52

      Ob man sich "freut" oder nicht; fest steht, daß die Welt ohne einen Massenmörder zumindest nicht schlechter geworden ist.
      Und die "Hinsichtln" und "Rücksichteln" belegen mbE. eigentlich nur die Dekadenz Mitteleuropas.

  37. schreyvogel
    09. Mai 2011 11:55

    "In Wahrheit aber war der Krieg wohl unvermeidlich", so schreibt A.U.
    Kriege waren immer aus irgend einer Sicht unvermeidlich, und sie werden es auch bleiben, solange es Politiker gibt, die sich in die Geschichtsbücher hineinschreiben wollen.

    Auch der Libyenkrieg war unvermeidlich (lt. Sarkozy und Cameron), und es stehen dzt. noch weitere unvermeidliche Kriege an, allen voran der Irankrieg (lt. Natanyahu und Liebermann), wobei es aber durchaus offen ist, ob sich nicht noch ein Syrien- oder ein Libanonkrieg dazwischen schiebt. Möglicherweise erweist sich auch ein Ägyptenkrieg als erforderlich, wenn dort die Hamas-verwandte Muslimbrüderschaft die Oberhand gewinnt.

    Asymmetrische Kriege, die NGOs wie z.B. Al Kaida führen, sind wohl auch unvermeidlich, wenn man sie wirklich genau analysiert.

    Die Lehre für Österreich? Entweder man fängt an, das Bundesheer wieder mit modernsten, allerdings sehr kostspieligen Waffen auszustatten, oder man entwickelt ein Konzept zur einer schnellen Kapitulation zur Vermeidung von Blutvergießen wie 1938, was allerdings die Gefahr in sich birgt, dass man dann unter der Herrschaft der Besatzungsmacht erst recht Blut vergießen muss und dann noch als mitschuldig betrachtet wird.

    Darabos steht vor einer schweren Entscheidung!

    Im übrigen bin ich mit General Sherman der Meinung: war is hell.

    • terbuan
      09. Mai 2011 15:15

      Darabosch hat sich schon entschieden, wir haben bereits kapituliert, in jeder Hinsicht!

  38. Richard Mer
    09. Mai 2011 11:11

    Es gibt eine Frage, die mich schon länger beschäftigt zum Thema 1. Weltkrieg. Hier ist endlich genau der richtige Platz um sie ein anzusprechen, und ich merke dass viele der geschätzen AU. Kommentatoren sich gut auskennen. Ich bitte also um Meinungen und Ansichten.

    Otto von Habsburg hat gelegentlich geäußert, dass er kein besonderer Freund der Briten ist. Als Grund läßt er durchscheinen, dass er ihnen nie verzeihen konnten, dass sie im ersten Weltkrieg die falsche Seite gewählt haben. Russland hatte berechtigte Hoffnung Gebiete am Balkan erobern zu können, Frankreich war eng mit mehreren feierlichen Eiden mit Russland verbündet, Italien und die Italiener waren immer schon unzuverlässige Verbündete. Es blieb England, das neutral abwägen konnte. Die deutsch-österreichische Seite war aber moralisch wohl eher im Recht, sogar der Papst hat das damals so gesehen. Ist dieser Vorwurf an Großbritannien gerechtfertigt?

    • simplicissimus
      09. Mai 2011 11:20

      jein, da deutschland sehr wohl grossbritannien im welthandel und auf den weltmeeren vom ersten platz verdrängen wollte. weiters hat grossbritannien seit jahrhunderten immer versucht in europa auf seite der schwächeren zu stehen und das wäre frankreich mit russland alleine gegen deutschland, österreich-ungarn und anfangs noch italien sehr wohl gewesen.
      ich mache den vorwurf eher den usa, die einzig und allein einen halbwegs unentschiedenen (oder mit vorteilen für die mittelmächte) ausgangs des ersten weltkriegs verhindert hatten.

    • Johann Scheiber
      09. Mai 2011 11:39

      "jein, da deutschland sehr wohl grossbritannien im welthandel und auf den weltmeeren vom ersten platz verdrängen wollte."

      simplicissimus, damit offenbaren sie wunderbar das, was die Angelsachsen unter free trade verstehen. Es ist nichts anderes als ein durch eine liberale Lüge verbrämtes Weltherrschaftskonzept.
      Ich kann jedem nur empfehlen den Klassiker von Friedrich List: "Das nationale System der politischen Ökonomie" zu lesen. Da steht drinnen, wie sich Wirtschaftsentwicklung bis zum heutigen Tag wirklich ereignet. Wer aus seinen liberalen Traumtänzen dann noch immer nicht erwacht, der möge sich vergegenwärtigen, dass Frankreich seit geraumer Zeit über eine "Ecole pour la guerre economique" verfügt.

    • Helmut Oswald
      09. Mai 2011 11:42

      @ simplicissimus

      Deutschland 'wollte verdrängen' - aber ich bitte Sie - der gesamte Welthandel besteht aus Wetbewerb - und deutsche Produkte waren weltweit nachgefragt, sie waren billiger, besser und trotz der anfangs als Handelsdiskriminierung gedachten Kennzeichnung 'made in germany' wurden gerade die so gekennzeichneten Produkte auch in Großbritannien selbst von den Konsumenten nachgefragt. Deutschland vergab keinerlei staatliche Exportförderung - es war also Freihändlertum im besten Sinn des Wortes. Natürlich hatte Otto von Habsburg recht, wenn er den Engländern falsche Parteinahme vorwirft. Diese Parteinahme erfolgte ja nicht zufolge irgendwelcher allgemeiner oder besonderer Gerechtigkeitserwägungen sondern schlichtweg zufolge Eigennutzes.

      Im Übrigen entsprach es der jahrhundertelang gepflogenen Politik der 'Balance of Power', die Mächte am Kontinent gegeneinander auszuspielen und wechselseitig zu stützen (bereits im siebenjährigen Krieg wechselte Großbritannien die seiten) damit keine Macht den Kontinent dominieren sollte.

    • simplicissimus
      09. Mai 2011 11:57

      um missverständnissen vorzubeugen: ich verteidige keineswegs die weltmachtansprüche grossbritanniens, daher auch das "jein". ich wollte die parteinahme aus der sicht grossbritanniens beleuchten, und das war seit jeher das "divide et impera". deutschland und österreich hatten es verabsäumt, sich bündnismässig besser aufzustellen und haben um die position grossbritanniens bescheid gewusst.
      ich bin daher eher auf die amis sauer, die sich von den engländern missbrauchen liessen, in einen vorwiegend europäischen konflikt einzugreifen, was zu den bekannten unfairen verwerfungen geführt hat.

    • Norbert Mühlhauser
      09. Mai 2011 11:58

      jein, da deutschland sehr wohl grossbritannien im welthandel und auf den weltmeeren vom ersten platz verdrängen wollte.

      @ simplicissimus:

      Nach meinen Informationen strebten die Deutschen lediglich ein Flotten-Kräfteverhältnis von 2:3 zugunsten der britischen Flotte an, wohingegen des "Empire" auf den "Two-Power-Standard" beharrte, der verlangte, dass die britische Flotte immer doppelt so stark ist wie die beiden nächstgrößeren Flotten zusammen.

    • f.m.
      09. Mai 2011 12:03

      Warum war A. Hitler so antisemitisch?
      Nach Meinung vieler Historiker und anderer Kommentatoren, weil er den Juden die Hauptschuld gab an der Niederlage Deutschlands in einem fürchterlichen Krieg, dessen Schrecken er selber hautnah miterlebt hatte.

      Natürlich weiß man heute, dass sich A. Hitler dabei geirrt hat.

    • simplicissimus
      09. Mai 2011 12:19

      norbert mühlhauser: richtig, aber ohne den englischen imperialismus nur irgendwie in schutz nehmen zu wollen: "deutschland gebührt ein platz an der sonne" - das verstanden die engländer natürlich als bedrohung, umso mehr als deutschland die 2 grossen rivalen österreich und frankreich bereits in die schranken gewiesen hatte und über eine mehrfach stärkere armee als england verfügte. die englischen ängste vor einer kanalüberschreitung der deutschen waren gross. das 2:3 verhältnis hätte jederzeit aufgrund der höheren deutschen industriellen potenz und besseren technologie zugunsten deutschlands verändert werden können. die deutschen schiffe waren auch besser, was die seeschlacht am skagerrak gezeigt hatte.
      noch einmal, ich will die briten nicht verteidigen, deutschland hatte ein "recht" auf "den platz an der sonne", aber so etwas geht meist auf kosten anderer, daher ist das englische verhalten aus deren sicht verständlich.

    • Norbert Mühlhauser
      09. Mai 2011 12:45

      ... die englischen ängste vor einer kanalüberschreitung der deutschen waren gross. ....

      @ simplicissimus:

      Schon möglich, aber das deutsche Verhalten ist nichtsdestoweniger verständlich und kann keinesfalls als angestrebte Verdrängung "Grossbritanniens im Welthandel und auf den Weltmeeren vom ersten Platz" gedeutet werden. Angestrebt war wie gesagt lediglich 2:3 zugunsten der Briten.

    • simplicissimus
      09. Mai 2011 12:59

      ok, vielleicht war das wort "verdrängung" etwas zu scharf von mir gewählt.

    • Helmut Oswald
      09. Mai 2011 14:10

      @ simplicissimus

      'die englischen ängste vor einer kanalüberschreitung der deutschen waren gross. das 2:3 verhältnis hätte jederzeit aufgrund der höheren deutschen industriellen potenz und besseren technologie zugunsten deutschlands verändert werden können. die deutschen schiffe waren auch besser, was die seeschlacht am skagerrak gezeigt hatte'

      Bitte übersehen Sie nicht - ein verhältnis von 2:3 NUR der deutschen zur britischen Flotte konnte nie und nimmer Anlaß für britische Besorgnisse sein, auch nicht bei der industriellen Überlegenheit Deutschlands. Sie dürfen doch dabei nicht unbeachtet lassen, daß es eine französische und - stark expandierende - russische Flotte gab. Wenn als primär die Entente zwischen Frankreich und Russland auszugleichen war, musste der verbleibende Teil der deutschen Flotte im Verhältnis zur britischen eine unbeachtliche Größenordnung sein. Diese angeblich so große Furcht der Briten, das ist in zweierlei Hinsicht Mumpitz: 1.) das Empire mit seiner globalen Ausdehnung verschaffte den Briten schier unerschöpfliche personelle und materielle Ressourcen, aber auch insbesondere Flottenstützpunkte von immensem geostrategischem Vorteil 2.)
      auch in Großbritannien verstand die Industrie Bedrohungen zum Zweck des Rüstungsgeschäftes zu überteiben - freilich, das Großmaul von Willy besorgte da schon ordentlich das Geschäft der Propaganda mit 3.) jede qualitativ neue Runde - Stichwort: Übergang vom Panzerschiff zum Schlachtschiff, vom herkömmlichen Schlachtschiff zum Dreadnought wurde immer von den engländern technologisch angeführt und die jeweils nächste Rüstungsrunde eingeleitet. Britannia rules the waves - dieses britische Dogma war niemals gefährdet.

      Eben das beweist aber auch Skagerrak - die erstaunliche Fähigkeit einer seit den Zeiten der Hanse praktisch ausschließlichen Landmacht, innert einer halben Generation seemännische Kompetenz und erstaunliche technische Qualität zur See herbeirüsten zu können (übrigens ein persönliches Verdienst von Tirpitz) - aber gleichzeitig auch das Unvermögen, mit dieser Flotte, abgesehen von einem taktisch hauchdünnen Erfolg auch nur irgend eine seestrategische Entscheidung von Belang herbeiführen zu können.

    • simplicissimus
      09. Mai 2011 15:47

      @helmut oswald: wie sagen die briten doch immer wieder treffend: die deutschen machen die besten karten (und meinen die deutsche taktik) aber von strategie haben sie keine ahnung. das erklärt auch den verlorenen ersten weltkrieg (den nicht sie oder ich persönlich verloren haben).
      wir haben uns ein bisschen vom thema entfernt: für mich war ausgangspunkt darzustellen, warum sich die engländer nicht aus dem krieg herausgehalten haben: das flottenverhältnis der deutschen, österreicher und anfangs noch italiens war sicher positiv gegenüber frankreich und russland allein. daher haben sich die engländer der entente angeschlossen, bzw. diese mit frankreich gebildet (ich glaube, russland ist später dazugekommen, oder?). bin kein geschichtsprofessor. hätten die engländer sich neutral verhalten, wären diese flotten in einer später möglichen auseinandersetzung englands gegen deutschland und (dem ebenfalls marinemässig nicht unbedeutend aufrüstendem) österreich ausgefallen und der vorsprung englands wäre ein leicht aufzuholender gewesen (die usa war damals noch kein sicherer bündnispartner).
      ob die angst einer kanalüberquerung nicht nur in der bevölkerung präsent, sondern auch noch von kriegstreibern geschürt worden war, weiss ich nicht, ist aber durchaus möglich. da war die angst sicherlich, es ist eine urangst englands und dem deutsche landheer wäre kein tommy gewachsen gewesen. das britische dogma "britannia rules the waves" war noch nicht direkt gefährdet, dass es aber einmal an eine stärkere macht verloren gehen könnte, war wohl auch den briten bewusst. ist ja auch später an die usa verloren gegangen.

      also nochmal: ich versuche nur die möglichen beweggründe der briten darzustellen, die für mich logisch begründbar sind, jedoch nicht ihre imperiale politik moralisch zu verteidigen. im übrigen stimme ich weitestgehend ihrem weiter unten stehenden kommentar zu.

    • Richard Mer
      09. Mai 2011 16:25

      Vielen Dank an Sie alle für diese aufschlussreichen Beiträge.

    • Helmut Oswald
      09. Mai 2011 20:32

      @ simplicissimus

      ich weiß um die Redlichkeit ihrer Argumentation bescheid, werter Simplicissimus -und schätze ihrer Beiträge folglich ebenso wie ihre Standpunkte.
      Mir gilt es in erster Linie die einfachen Denkgesetzen widersprechende Argumentation häufig gegenwartsbezogener und geschichtspolitisch motivierter sachunkundiger Historiker aufzuzeigen, deren Argument zu entkräften und zu widerlegen. Sie sprechen ein immer wieder ins akademische Kampffeld geworfenes Argument an, daß zu ungleichen Teilen Gebrauch findet.

      Angst - so scheint, steht niemals den Deutschen zu, Angst vor den Deutschen steht aber, so muß es scheinen, jederzeit allen zu. Das Regierungen anderer Völker auch den Deutschen ihr Lebensrecht streitig gemacht haben, scheint nicht zu interessieren. Unbeachtlich scheint es zu sein, daß auch Lebenswelt und Kultur der Deutschen, nicht allein historisch betrachtet, sondern bis in die Gegenwart, mehr als nur einmal vor weitgehender oder gänzlicher Auslöschung standen. Der Mongolensturm, 1271 bei Liegnitz von einem deutsch-polnischen Reiterheer nur unzulänglich abgewehrt, brach dank innerer Wirren des erbarmungslosen Feindes nieder. Die Türken mußten zweimal hier vor Wien, durch blutiges Kriegshandwerk besiegt werden. Während sie ihre Minen gegen die Burg- und Mölkerbastei vortrieben, waren sie von Frankreich mit Geld und Waffenhilfe subventioniert. Französische Festungsbauingenieure standen den Islamisten von 1683 beratend zur Seite.

      Welches Schicksal und welche kulturelle Entwicklungsstufe ein türkischer Sieg für uns bedeutet hätte, vermag man leicht zu beurteilen, beobachtet man die kulturellen Standards der von den Türken nach mehr als 300 jähriger Fremdherrschaft geräumten europäischen Siedlungsräume, namentlich des Balkan.

      Im 30 jährigen Bürgerkrieg der Religionen, eifrig geschürt von Randmächten des heiligen römischen Reiches, verstarben – als Folge von Hunger und Seuchen – von den etwa dreißig Millionen Einwohnern fast die Hälfte. Mir ist kein Volk Europas bekannt, daß der Geschichte jemals einen derartigen Zoll an Lebenskraft entrichten mußte. Chrustschow, der einmal 1964 öffentlich verkündete, er werde Deutschland mit seinen Nuklearwaffen zur Wüste machen, sollte dieses sich aus freien Stücken vereinen, hat seine historische Chance jedenfalls verpasst, die Tötungsrate des Religionskriegs des siebzehnten Jahrhunderts zu überholen.

      Wer mag sich erinnern, daß es Poincare / Clemenceau waren – hochlöblich demokratisch gewählte Staatsmänner, die verkündeten, es lebten so etwa 20 Millionen Deutsche zuviel auf der Welt. Die Hungerblockade, welche Sie rechtswidrig nach dem Waffenstillstand gegen das deutsche Volk aufrecht erhielten, kostete – nach Einstellung der Kampfhandlungen – zwischen November 1918 und Sommer 1919 über 750.000 Deutschen, überwiegend alten Leuten und Kindern der ärmeren sozialen Schichten in den Großstädten, das Leben.

      Eine mörderische Drachensaat wurde im Herzen der europäischen Zivilisation gesät. Vergessen wir nicht, daß die ersten Diktatoren Europas jene Staatsmänner waren, die durch den Hunger unser Volk gefügig machten, sein Selbstbestimmungsrecht – welches ihm von einem heuchlerischen und bigotten Präsidenten der Vereinigten Staaten garantiert worden war – preiszugeben. Methoden einer Gewaltpolitik, die in Deutschland schnell gelernt wurden.

      Daß kollektiv organisierter und bewaffneter Widerstand gegen den Stalinismus, den statistisch unübertroffenen Meister des Genocids, legitim war, bemühen sich linksgerichtete Meinungsmachern glasklar in Abrede zu stellen. Grundfalsch mußte folglich auch der Kampf der Wehrmacht und, was heute beständig übersehen wird, auch ihrer demokratischen Verbündeten, gegen die Sowjetunion gewesen sein. Sozialdemokraten mögen sich heute nicht mehr erinnern, daß ihre Fraktionskollegen namentlich in Schweden und Finnland, und, bevor Ungarn zur faschistischen Diktatur der Pfeilkreuzler wurde, auch in diesem Land, den Kriegskurs ihrer Länder an deutscher Seite stützten. Sie wußten, was Ihnen und Europa blühte, als Molotow im November 1940 in Berlin verkündet, die Sowjetunion erhebe Anspruch auf: Finnland, Schweden, Dänemark, Polen, die Türkei, Rumänien, Jugoslawien, Bulgarien und Griechenland. Jedermann konnte wissen, was das für diese Länder bedeuten mußte. Und daß, welche Regierung in Deutschland auch immer an der Macht gewesen wäre, die Deutschen und ihre Politik bei kampfloser Preisgabe dieser Forderungen in dauernde und vollständige Abhängigkeit von der Politik der Sowjetunion gelangen mußten.

      Selbst ein Graf Schenk von Stauffenberg, an seiner Seite hier in Wien der Abwehroffizier Bernardis, gelten heute schon verdächtig – und zwar, weil sie als Patrioten dachten und handelten, also letztlich Schaden von Deutschland, vom deutschen Volk abzuwenden trachteten.

      Daß 16 Millionen entrechtete Heimatvertriebene, der Verlust eines 800 jährigen Kultur und Siedlungsraumes und der Genocid an fast drei Millionen Deutschen im Osten daher heute keine Berichterstattung finden, ist Teil eines Systems der Unfreiheit, der Fremdbestimmung und Unterdrückung und paßt folglich in das Gesamtbild unserer Epoche. Wir sehen also glasklar - National sein macht, schon für sich alleine betrachtet - bereits verdächtig. Freilich nur, wenn es Deutsche sind, die national denken.

      Das Reich des Manichäismus, in das wir in unserer Gegenwart gestellt sind, bedient sich routinierter Verkündigungsmacht. Doch ohne Zugang zur Wahrheit, so verkündete Benedikt der 16. in Mariazell, könnten die Menschen nicht zwischen Gut und Böse unterscheiden.

    • terbuan
      09. Mai 2011 21:27

      Danke Helmut Oswald,
      Sie habe ich besonders gemeint, ohne persönliche Erwähnung, bei meiner Dankadresse von vorhin, Ihre Kommentare sind wirklich nicht nur eine wertvolle Bereicherung des Forums, Sie sprechen mir aus der Seele und ich kann nur sagen, Respekt und Hochachtung!
      Herzliche Grüße
      terbuan@aon.at

    • Johann Scheiber
      09. Mai 2011 22:23

      Mit den Deutschen ist es, wie Eichendorff das im "Leben eines Taugenichts" beschrieben hat" Alle Völker die Deutschland umgeben wollen Deutschland das Grab schaufeln. Aber wenn sie es schafften, würden sich alle beeilen, Deutschland wieder auszupuddeln.

      Die Deutschen sind so quer zu den anderen Völkern, als wären sie das auserwählte Volk der Endzeit. Und hoffentlich stehen sie, trotz allem, dementsprechend unter dem besonderen Schutz Gottes. Muss wohl so sein, wenn man bedenkt, wieviele Jahrhunderte die Geschichte hindurch die Deutschen das Kreuz ganz vorne getragen und hochgehalte haben.

    • byrig
      09. Mai 2011 23:17

      eine grandiose,weil auch so kurze darstellung und zugleich abrechnung der zusammenhänge durch helmut oswald.danke.

    • Undine
      09. Mai 2011 23:23

      Wie kommt es eigentlich, daß sich die Engländer seit Menschengedenken selbstverständlich und ungestraft als die HERREN der WELT, der MEERE sahen ("Rule, Britannia! Britannia rule the waves") und sich auch überall, wo sie sich Länder untertan gemacht hatten, als D I E Herren aufführten (es war beinahe die halbe Welt!) und sich in ihrer unglaublichen Arroganz erdreisteten, WILLKÜRLICH GRENZEN mit dem Lineal ziehen zu dürfen, ohne auf alteingesessene Völker Rücksicht zu nehmen, ja, sogar deren Ländereien großzügig an andere verschenkten?

      Wie kommt es eigentlich, daß es ein Volk gibt, das sich das "Auserwählte" fühlt und dadurch unantastbar ist?

      Wie kommt es, daß es Völker (Spanier, Portugiesen, Engländer, Franzosen, etc. gibt, die auf ihren EROBERUNGSZÜGEN alte Kulturen zerstörten, die dort ansässigen Menschen ausrotteten und dafür nie wirklich zur Rechenschaft gezogen wurden?

      Wie kommt es, daß die Engländer, die Franzosen ganz ungeniert große BAHNHÖFE in ihren Metropolen nach KRIEGSSCHAUPLÄTZEN, wo sie siegreich waren, benannten?

      Wenn man sich vorstellt, all dies hätte Deutschland gemacht (von deren anderen "Sünden" rede ich jetzt nicht; die werden ihnen und uns ohnedies pausenlos vorgehalten): Die Meere beherrschen wollen, halbe, ja sogar ganze Erdteile zu KOLONIEN zu machen (die deutschen Kolonien waren im Vergleich dazu eher lächerlich), auf Landbesitz bestehen, weil's in der Bibel steht, Bahnhöfe nach gewonnenen Schlachten zu benennen, usw.! Da wäre die Hölle los!

    • simplicissimus
      10. Mai 2011 08:15

      was soll ich jetzt noch hinzufügen. so vieles wurde gesagt, dem ich nur zustimmen kann. mein letzter kommentar in dieser sache ist: wer 2 so gnadenlose kriege so katastrophal verliert, darf sich nicht wundern, wenn auf ihm endlos herumgetrampelt wird und wenn in der eigenen bevölkerung bewusstseinsumkehr eintritt. das ist die bittere realität.
      schauen wir in die zukunft. da haben wir mehr als genug zu tun.

    • Undine
      10. Mai 2011 09:19

      @simplicissimus

      Wenn ich mir einen Vergleich erlauben darf:

      Deutschland kommt mir vor wie ein Klassenbester, der von seinen Mitschülern immer wieder einmal gepiesakt wird, weil er so gut ist. Zeitweise fallen alle gemeinsam über ihn her, und wenn er bereits blutend und zerschunden wehrlos am Boden liegt und fast kein Lebenszeichen mehr gibt, treten alle immer noch fest auf ihn ein; Folgen müssen sie nicht zu befürchten. Kaum rappelt er sich mühsam auf, wird er wieder getreten. Dann essen einige seine Jause auf, schreiben seine Hausaufgaben ab und verteilen unter sich den Inhalt seiner Schultasche und das Taschengeld.

    • Kapuzerer (kein Partner)
      10. Mai 2011 10:47

      Dank an Herrn Helmut Oswald für seine Darstellung und
      möchte ihn bitten hier im Forum einige wichtige Bücher zum Thema zu nennen, die frei sind von falscher (linker) Darstellung der Geschichte.

    • Helmut Oswald
      10. Mai 2011 12:42

      @ Kapuzerer

      Vorweg erlauben Sie mir eine Anmerkung zum Begriff des Revisionismus. Der Begriff ist deshalb problematisch, weil er je nach Interessenlage oder Verständnis, zwei völlig gegensätzliche Bedeutungsinhalte verkörpert. Er ist also von einer Doppelnatur, die ihn für die meisten Teilnehmer des Diskurses mit vollkommen unterschiedlicher Semantik belegen, die nicht auch nur die geringste gemeinsame Schnittmenge umfassen. Dessen muß man sich beim Gebrauch dieses Begriffes bewußt sein, da er ansonsten mißverständlich gebraucht und völlig falsch verstanden werden kann.

      Erster und derzeit dominierender Bedeutungsinhalt ist der geschichtspolitische: Revisionismus als der Versuch, wesentliche Erkenntnisse zu historischen Vorgängen der Gegenwarts- und Zeitgeschichte in einer Weise umzudeuten, die vorgängig zweifelsfrei festgestellte Bewertungen (also beispielsweise über den verbrecherischen Charakter der nationalsozialistischen Rassenpolitik, staatlich beauftragten Judenmord oder etwa die Regierungsverbrechen des Stalinismus, den massenmörderischen Charakter bereits des frühen Kommunismus, die Völkerrechtswidrigkeit des Douhetismus usw usf) nicht alleine in Frage stellen, sondern tatsachenwidrig bestreiten. Meist mit dem Ziel der Rehabiltierung einer regelmäßig verwerflichen weltanschaulichen oder politischen Handlungsweise.

      Die zweite Bedeutung, die sich mit der ersten in keinster Weise deckt, entspringt einem rechtswissenschaftlichen Ansatz: Revision ist das Rechtsmittel, welches zum Ziel hat, ein falsches Urteil einer Vorinstanz durch ein richtiges Urteil der nächsten zu ersetzen. Damit bedeutet Revision im rechtswissenschaftlichen Denken das genaue Gegenteil zur erstgenannten geschichtspolitischen Bedeutung. Revision ersetzt ein un(ge-)rechtes Urteil, ein Urteil das Unrecht spricht, durch ein rechtsrichtiges Urteil. Revisionismus in letztgenanntem Sinn ist also kein verwerfliches Übel, sondern eine (rechts-)friedenstiftende Wohltat.
      Wieviele Urteile einer Erstinstanz jährlich duch eine Folgeinstanz aufgehoben werden, entzieht sich meiner Kenntnis, aber wird der Justizstatistik jederzeit zu entnehmen sein. Es sind Viele. Der Vorgang der Revision ist folglich für einen Juristen so normal, wie Keksessen zur Weihnachtszeit. Niemand erregt sich sonderlich (abgesehen von dem was als offenkundiger Justizskandal wahrgenommen wird.)

      Folglich entsteht bei dieser Art von Revision das Richtige und nicht das Falsche. Es handelt sich somit in dieser Doppelnatur des Begriffes Revision um unvereinbare Gegensätze.

      In diesem Sinn muß auch revisionistische Literatur gesehen werden. Wir kennen die Bemühungen gewisser nicht wirklich bei Verstand befindlicher Leute uns zu erklären, daß es staatlich beauftragten Massenmord im III. Reich an Juden nicht gegeben haben kann, weil ... erparen Sie mir die Wiederholung der entsprechenden Beweisangebote, welche in keiner Weise zu überzeugen vermochten.

      Wenn uns aber der ehemalige hochrangige Offizier des militärischen Nachrichtendienstes der Sowjetunion Wladimir Resun, Resident des GRU in Genf alias Viktor Suworow über die Vorbereitungen Stalins für einen Angriff auf Europa in insgesamt mittlerweile fünf Büchern berichtet, in denen eine kohärente Beweisführung begleitet von militärfachlich wie politisch schlüssigen Beweisangeboten in Form von Dokumenten, Aussagen von Zeitzeugen und dergl angeboten werden, deren Angaben bis dato im Kern unwiderlegt sind, dann sehe ich die Revision eines wesentlichen Teilaspektes der Geschichte des letzten Weltkrieges als den Ersatz eines falschen durch ein richtiges Geschichtsbild an.
      Was im Übrigen, überflüssig zu erwähnen, nichts an der Schwere der Regierungsverbrechen der NS Führung ändert, wie auch nichts an der Verwerflichkeit ihrer politischen Zielsetzungen.

      Nun, in letzterem Sinn verstehe ich Revision als das Richtige.

      Das vorab, denn die Liste der mir wichtig erscheindenden Büchern bzw manche ihrer Autoren werden wohl das Totschlagwort 'Revisionisten' entgegengeschleudert bekommen. Hier geht es aber nur um Richtig oder Falsch -und nicht um bequem und ideologisch opportun oder nicht.

      An der Liste, erlauben Sie mir, noch ein wenig zu arbeiten - ich stelle Sie ins Netz und Ihnen gerne zur Verfügung. Sie wird sich aber auf Bücher beschränken, die sich mit dem Thema dieses Blog Beitrages verfassen, ansonsten ich Ihnen meine Bibliothek von etwa 3.750 Büchern auflisten müsste, was wohl entbehrlich weil unter einem auch wenig zielführend wäre.

    • Helmut Oswald
      10. Mai 2011 16:53

      @ Kapuzerer

      Literaturangaben:

      Zu grundsätzlichen Fragen von Krieg und Frieden

      Clausewitz – Vom Kriege
      Handbuch des humanitären Völkerrechts in bewaffneten Konflikten – Dieter Fleck
      Haager Landkriegsordnung in der Fassung von 1908
      Das Gesetz des Krieges – Jörg Friedrich -Piper
      Urteile des Nürnberger Gerichtshofes im Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher – Gerichtshof von Nürnberg
      Das Urteil von Nürnberg – Herbert Kraus – DTV Dokumente
      Der Nürnberger Prozess - Telford Taylor

      Zu grundsätzlichen Fragen des Völkerrechtes, der Strafrechtsdogmatik sowie forensischer Beweisführungsmethoden

      Österr. Handbuch des Völkerrechtes I und II – Neuhold-Hummer-Schreurer
      Grundfragen der Notwehr – Ernst Fuchs
      Österreichisches Strafgesetzbuch

      Zur Frage der Vorgeschichte zum ersten Weltkrieg

      Bismarck – Gedanken und Erinnerungen
      Bismarck und die preußisch-deutsche Politik – M. Stürmer - DTV Dokumente
      Am Hof der Hohenzollern – R. Vierhaus - DTV Dokumente
      Die Pariser Kommune 1871 – H. Swoboda - DTV Dokumente
      Die Reichsgründung – H. Böhme - DTV Dokumente
      Die Affaire Dreyfus – Siegfried Thalheimer - DTV Dokumente
      Reden des Kaisers – Ernst Johann - DTV Dokumente
      Conrad v. Hötzendorf – Private aufzeichnungen – Kurt Peball - Amalthea
      Juli 1914 – Immanuel Geiss - DTV Dokumente

      Ursachen und Verlaufes des I. Weltkrieges

      Nachschlagewerk: Österreich - Ungarns letzter Krieg

      1939 - der Krieg der viele Väter hatte - Gerd Schultze Rhonhoff - OLZOG
      Zeitwende 1917 – der Aufstieg der USA zur Großmacht - Freidrich Korkisch – Beitrag in ÖMZ

      Der erste Weltkrieg - Christian Zentner

      Das war das Ende - Brehm
      Apis und Este - Brehm
      Weder König noch Kaiser - Brehm

      Wettstreit totalitärer Ideologien, konservative sozial- und liberaldemokratische Gegenentwürfe

      Karl Marx – eine Auswahl aus seinem Werk - Bertelsmann
      Lenin – Aus den Schriften – H. Weber - DTV Dokumente
      Was Stalin wirklich sagte Marek - Molden
      Rosa Luxemburg - Molden
      Völker hört die Signale – der deutsche Kommunismus 1916-66 – Hermann Weber - DTV Dokumente
      Schwarzbuch des kommunismus - Piper

      Das politisches Tagebuch von Alfred Rosenberg – Hans Günther Seraphim - DTV Dokumente
      Il stato corporativo – B. Mussolini
      Die faschistischen Bewegungen - Ernst Nolte – DTV Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts

      Eigentum und Recht und Freiheit – F. Forwick - DTV Dokumente
      Die radikale Mitte - H-G. Haupt- DTV Dokumente
      F. Hayek – Wege zur Knechtschaft
      Max Weber – Gesammelte politische Schriften – Mohr/Siebeck UTB
      Oswald Spengler – der Untergang des Abendlandes

      Ferdinand Lassalle – Reden und Schriften

      Deutsche Reden und Rufe – von Martin Luther bis Ricarda Huch - DTV Dokumente
      Demokratie von außen – die US Militärregierung in Nürnberg 1945-49 – D. Rossmeissl - DTV Dokumente
      Schwarzbuch USA – Frey – Eichborn Vlg.

      Zu Fragen der sogenannten Zwischenkriegszeit und Vorgeschichte des II. Weltkrieges

      Die russische Revolution 1917 M. Hellmann - DTV Dokumente
      Revolution und Räterepublik in München 1918/19 in Augenzeugenberichten - DTV Dokumente
      Der deutsche Bürgerkrieg – Geschichte der Freikorps – HJ. W. Koch - Ullstein
      Utopie und Mythos der Weltrevolution – T. Pirker - DTV Dokumente
      Söldner ohne Sold – Geschichte der deutschen Freikorps – Venner
      Deutsche unter Fremdherschaft Band I und II – v. Galera
      Gespräche mit Rathenau – E. Schulin - DTV Dokumente
      Von Versailles zum II. Weltkrieg – W. Klöss - DTV Dokumente
      Die ungeliebte Republik – Weimar 1918-33 – G. Niedhart - DTV Dokumente
      Der Aufstieg der NSDAP in Augenzeugenberichten - DTV Dokumente
      Katholische Kirche und Nationalsozialismus – H. Müller - DTV Dokumente
      Meine Danziger Mission 1937-39 - Carl Burckhardt – DTV Dokumente
      Die Erhebung der österrichischen Nationalsozialisten im Juli 1934 – Nachdruck einer Studie des RSHA, beauftragt von RFSS H. Himmler
      Der spanische Bürgerkrieg in Augenzeugenberichten - DTV Dokumente
      Guernica – ein Mythos wird zerstört – S. Kappe Hardenberg - Vowinckel
      Luftherrschaft – Gulio Douhet
      Spanien und Europa – H. Hinterhäuser -- DTV Dokumente
      Die Moskauer Schauprozesse 1936-38 – T. Pirker - DTV Dokumente
      Staatsmänner und Diplomaten bei Hitler – A. Hillgruber - DTV Dokumente
      Deutscher Widerstand 1938-44 – Bodo Scheurig - DTV Dokumente

      Zum sogenannten ‚Anschluß’ Österreichs

      Graf von Starhemberg Erinnerungen – Memoiren des ehem. Heimwehrführers
      1938 – eine zeitgeschichtliche Darstellung - Viktor Reimann
      Der Anschluß 1938 - Erwin Schmidl

      Ich habe an dieser Stelle noch eine Korrektur zu einer meiner biografischen Angaben zu machen: Viktor Reimann war erst ab 1940 - 45 im KZ Dachau. Er war ursprünglich Nationalsozialist und unterstützte aktiv den Anschluß.

    • Undine
      10. Mai 2011 21:02

      @Helmut Oswald

      Darf ich der langen Bücherliste noch einen Titel hinzufügen? Ich hab's selber nicht gelesen, aber mein Mann hat es seinerzeit für sehr gut befunden, und auf sein Urteil kann ich 100%ig vertrauen:

      Referend Peter H. Nicoll, M.A., B.D.

      "ENGLANDS KRIEG GEGEN DEUTSCHLAND"

      Die Ursachen, Methoden und Folgen des 2. Weltkriegs
      Herausgegeben 1963 vom Verlag der deutschen Hochschullehrer-Zeitung Tübingen

    • Kapuzerer (kein Partner)
      11. Mai 2011 09:08

      Dank an Herrn Helmut Oswald für die umfangreiche Bücherliste!
      Wie brachten Sie so schnell eine derartige Liste zusammen?
      Meine Bewunderung haben Sie jedenfalls!

    • Helmut Oswald
      12. Mai 2011 01:16

      @ Kapuzerer

      Wenn ich Ihnen einen Tipp geben darf, fangen Sie mit Gerd Schulze Rhonhoff '1939- der Krieg der viele Väter hatte' an. Er leistet auf sehr stringente Art und Wiese die Abarbeitung der Kriegsfolgen und Ursachen auch des ersten Weltkrieges auf. Die 63 sonstigen Bücher, darunter etwa das Strafgesetzbuch, das liest sich auch nicht gerade ohne juristischen fachlichen Beistand an einem Tag, werden sich nicht zwischen Kuchen und Kaffee sinnerfassend schaffen. Aber wenn Sie das Programm hinter sich haben, brauchen Sie keinen mehr, der Ihnen was erzählt ... mich machte jedes Buch das ich hinter mich brachte schon neugierig auf das nächste ...

      Viel Spaß.

  39. Johann Scheiber
    09. Mai 2011 10:46

    Dazu muss man auch noch sagen, dass sie, gemeinsam mit den Amis, den Deutschen alles geklaut haben, was nicht niet- und nagelfest war, inklusive der Patente und dass sie das über Industriespionage bis zum heutigen Tage tun.

  40. Norbert Mühlhauser
    09. Mai 2011 10:43

    Niemand hat Frankreich, England, Russland oder die USA gezwungen, gegen die Mittelmächte in den Krieg zu ziehen. Dies traf einzig auf ein Serbien zu, das seine Souveränität über die ihm abverlangte Trockenlegung des terroristischen nationalistischen Untergrunds stellte.

    Die Vorstellung, die Entente wäre aus reinstem Mitgefühl Serbiens Kampf beigetreten, und nicht, um eine Gelegenheit zum Ingangsetzen einer jahrzehntelang vorbereiteten Bündnismechanik aufzugreifen, ist an Naivität nicht zu überbieten!

    • simplicissimus
      09. Mai 2011 11:01

      die mechanik wurde folgendermassen ausgelöst: zuerst stellte ö das ultimatum an serbien, dann ging es weiter (u.a.):

      28.7. kriegserklärung ö-serbien
      1.8. d-russland
      3.8. d-frankreich
      4.8. uk-d
      6.8. ö-russland
      13.8. frankreich-ö
      dazwischen hat es noch einige kriegserklärungen an kleinere länder gegeben.

      formal haben die mittelmächte mit den deutschen kriegserklärungen an russland und frankreich den weltkrieg ausgelöst, indirekt war es die russische mobilmachung gegen österreich als folge des ö-serbischen konflikts und der österr. kriegserklärung an serbien nach der aus serbien gesteuerten ermordung des thronfolgers.

    • Norbert Mühlhauser
      09. Mai 2011 11:39

      @ simplicissimus:

      Sie haben Recht, meine Aussagen sind insofern ungenau und haben nur insoweit Gehalt, als die von Russland und Frankreich gestartete Generalmobilmachung als informelle Kriegerklärung ausgelegt werden kann.

    • simplicissimus
      09. Mai 2011 12:03

      richtig, die mobilmachung kam nur vor der kriegserklärung um eventuell ein paar tage zeit zu gewinnen. die russen hatten ja viel längere aufmarschwege zu bewältigen als die österreicher, die allerdings durch den gegen serbien bereits begonnenen aufmarsch dann in veritable truppenverschiebungsprobleme gerieten.

  41. thomas lahnsteirer
    09. Mai 2011 10:29

    wenn wir schon bei den Ursachen des ersten Weltkriegers sind, so lagen diese eindeutig bei Königgrätz begründet. Der Gauner Bismarck hat das aggressive
    Deutschland unter Hinausdrängung Österreich-Ungarns geschaffen. Er hat den Nationalismus in Italien gefördert, hat die Aufwertung Ungarns zum Schaden Österreichs und der slawischen Monarchiebürger betrieben.....und hat Frankreich angegriffen.
    Leider hat sich die österreichisch-ungarische Monarchie weiter an Deutschland angebiedert und das mit fatalen Ergebnissen.
    Ohne Bismarck kein erster Weltkrieg, ohne Bismarck kein Hitler, so einfach ist das...

    • inside
      09. Mai 2011 10:56

      Ich behaupte: Ohne Bismarck wären wir russisch geworden!

    • Johann Scheiber
      09. Mai 2011 10:56

      Bismarcks Beseitigung durch eine englische Intrige hat das Deutsche Reich auf einen Schlingerkurs gebracht. Seine Abwesenheit hat zur Katastrophe beigetragen.

    • inside
      09. Mai 2011 10:57

      Johann Scheiber

      Das bin ich ganz bei Ihnen!

    • terbuan
      09. Mai 2011 11:33

      Peter Aumüller analysiert in seinem Buch über Benedek und die Schlacht bei Königgrätz die Ursachen für die österreichische Niederlage und kommt dabei zu einem Hauptgrund, der einem verblüffend an den heutigen Zustand des österreichischen Heeres erinnert:

      "Die österreichische Friedenspolitik im Vorfeld der Schlacht mit massiver Abrüstung der Artillerie und der Kavallerie, denn Österreich rüstete unter dem Finanzminister Ernst von Plener sichtbar ab. Der Budgetanteil der zivilen Ressorts stieg, dem Militär hingegen wurden permanent Kräfte und Mittel gestrichen. 93 Kavallerie-Eskadronen wurden aufgelöst, ebenso 51 Batterien der Artillerie."

      Und der böse "Gauner" Bismarck hat dies mit seinen Zündnadelgewehren natürlich schamlos ausgenützt!

    • Johann Scheiber
      09. Mai 2011 11:46

      Das österreichische Heer damals war unserem heutigen Zustand schon weit voraus: Es war nicht nur abgerüstet, sondern auch eine Profitruppe! Ein Burgenländer als Kriegsminister dürfte dem damaligen Heer aber erspart geblieben sein.

    • Helmut Oswald
      09. Mai 2011 11:52

      Bismarck hat Deutschland zu dem gemacht was es ist - für die deutschen Österreicher hat er freilich jene Nation gespalten, der auch sie sich zugehörig fühlten. Die Provokation zum deutschen Bürgerkrieg Preussens gegen Österreich war ein berechnendes Gaunerstück. Bismarck hat aber auf maßvollste Weise die Habsburgermonarchie erhalten, die zu beenden den preussischen Truppen jederzeit möglich gewesen wäre. Er hat das zweite Kaiserreich geschaffen, das ein Erfolgsmodell war - die Annexion Elsaß-Lothringens geschah ausdrücklich gegen seinen Rat.
      Maß für Maß, Bismarck erschuf ein Deutschland, daß das staatsrechtliche Band mit den von nun an außerhalb Deutschland lebenden Deutschen durchschnitt - damit ist er für die Volksdeutschen keine Lichtgestalt, aber Politik als die Kunst des Möglichen hat er besser verstanden, als die Meisten anderen seiner Zeit - insbesondere als die deutschen Fürsten, zu denen sich übrigens auch Franz-Josef immer zählte.

    • thomas lahnsteirer
      09. Mai 2011 12:16

      @oswald
      Bis heute konnte mir noch niemand erklären, welche Vorteile etwa das Königreich Bayern durch die Aufnahme in das Deutsche Reich hatte.
      Leider haben sich die Separatisten nach dem 2. Weltkrieg nicht durchsetzen können. Ein Freistaat Bayern als Bestandteil der Bundesrepublik muss heute die Riesenschar der Befürsorgten in Berlin mit durchfüttern und ist permanent einer rot-grünen Zuwanderung aus dem Norden ausgesetzt. Dadurch wird das Urbayerische zum Verschwinden gebracht (ähnlich geht es auch den eingesessenen Salzburgern, man höre nur die Durchsagen auf dem Salzburger Hauptbahnhof)
      Einem eigenen Staat Bayern ginge es um Hausecken besser.....

    • Helmut Oswald
      09. Mai 2011 13:00

      @ lahnsteiner

      den Vorteil, den kleinere durch Teilnahme an einem Größeren haben liegt auf der Hand - sie werden nicht so leicht von der Erde getilgt, wie etwa die Mohikaner.
      Die waren sich sicher auch alle einig, daß Kiowas stinken, Mohawk einen blöden Dialekt reden und Apache ungenießbares Essen zubereiten - so wie die 'Piefke', wenn die ÖÖstereicher sich uber sie erheben, nicht wahr. Darum leben aber die Mohikaner heute nicht mehr und die anderen Reste der einstigen so stolzen Stämme werden in Reservaten gehalten. Selbst wenn Sie die Schaffung Deuschlands als Nationalstaat für ethnisch unbegründet halten, nennen sie es meinetwegen ein Bündnis. Welchen Zweck Bündnisse haben, lieber Lahnsteiner, muss ich hierorts aber hoffentlich nicht erklären. Und daß es ihnen bisher keiner erklärt hat liegt möglicherweise darin begründet, daß oben angeführte Gründe (diese freilich nur auszugsweise) den meisten als zu lapidar erscheinen, um darüber nur eine Silbe zu verlieren.

    • thomas lahnsteirer
      09. Mai 2011 14:17

      @ nach dieser krausen Theorie dürfte es die Schweiz überhaupt nicht geben.....

    • Johann Scheiber
      09. Mai 2011 14:30

      Wieso, in der Schweiz haben sich ja die einzelnen Indianerstämme im Schatten der Alpen und diesseits der germanischen und romanischen Landmassen vereinigt.
      In den letzten hundert Jahren ist noch eine weitere Bestandsgarantie hinzugekommen: Die Schweiz als Hauptsitz des Banksystems und der Spareinlagen.

    • lässing
      09. Mai 2011 14:36

      @ Helmut Oswald
      Die EU geht genau mit Ihrer Theorie hausieren, was dabei herauskommt, sieht
      man ja.

    • Helmut Oswald
      09. Mai 2011 14:37

      @ lahnsteiner

      Herr Lahnsteiner, welche krause Theorie ? Die Schweiz ist davongekommen, weil ihre Existenz allen beteiligten Nachbarn mehr Vorteile, als Nachteile brachte - im Übrigen mußte jeder genocidale Ansatz auf eine ethnische Gruppe in der Schweiz automatisch den Beistand der jeweils größeren anderen ethnischen Gruppe auf den Plan rufen. Ungünstigstenfalls sogar zweier. Aber Herr Lahnsteiner, offensichtlich gefällt Ihnen der Gedanke, im Reservat leben zu dürfen, das Ihnen jene fremden Mächte zuweisen, in denen zwar Autoren Bücher schreiben wie 'Small is beautiful', die ihr praktisches politisches Handeln
      allerdings stets nach dem Gegenteil ausgerichtet haben (Großbritannien - nicht Kleinbritannien). Ich habe im Übrigen acht Jahre in der Schweiz gelebt - ausser Kuckucksuhren und Geldwäscherei ... na wenn sie die Möglichkeiten von Kleinstaaten sich im globalen wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Wettbewerb - ohne Zustimmung der großen Mächte - zu erhalten für besonders vorteilhaft halten - dann fehlen mir freilich die Argumente. Da wünsche ich Ihnen,
      neudeutsch 'Good luck'.

    • Helmut Oswald
      09. Mai 2011 14:42

      @ lässing

      Das dabei für uns nicht genug herauskommt liegt an der erstaunlichen Charakterlosigkeit unserer Repräsentanten in Brüssel. Sie sollten die Frage vielleicht stellen, was herausgekommen wäre, wenn wir nicht Teil der Union geworden wären. Übrigens - seit dem 'Grounding' der Swissair sprechen die meisten wirtschaftskundigen Schweizer anders (das betrifft übrigens auch die Armee) als wir dies heute immer noch von aussen wahrnehmen.

    • Markus Theiner
      09. Mai 2011 22:44

      Subsidiarität ist das Zauberwort.

      Manche Dinge die sollte man in einem möglichst großen Verband regeln (wie etwa die Verteidigung gegen äußere Feinde), andere in kleineren Bereichen und wieder andere garnicht (wie etwa Gurkenkrümmung und Glühbirnen).

      Die deutsche Einigung und die EU folgen da nicht ganz dem gleichen Schema...

    • byrig
      09. Mai 2011 23:33

      so ein unfug,den lahnsteirer verzapft!der grösste unfug:frankreich hat 1870 preussen den krieg erklärt,nicht umgekehrt!und zwar wegen der sog.emser depesche.dass preussen die vormacht in deutschland wollte,ist bekannt.ebenso dass diese vormachtsstellung 1866 nach königgrätz besiegelt war.
      bismarck als gauner zu bezeichnen(gerade dass er nicht sein lieblingswort "strolch" benutzt) ist lächerlich.als kanzler einer unverbrauchten,aufstrebenden,nicht durch vielvölkerei behinderten macht hat bismarck richtig für sein land gehandelt.und nochmals:die franzosen haben den krieg 1870 erklärt,nicht umgekehrt!
      wobei bismarck nach seinem sieg 1866 so sehr deutscher staatsmann war,dass er sein siegreiches militär daran hinderte,in wien einzumarschieren,um österreich als verbündeten zu erhalten.
      die probleme für deutschland begannen,nachdem sich wilhelm2 sich seiner entledigt hatte.

    • Helmut Oswald
      09. Mai 2011 23:43

      @ byrig

      bei ihnen ! Lahnsteiners Argumentationsketten erinnern stark an die von den ehemaligen Besatzungsmächten erlassenen Neuverfassungen der Geschichtsbücher - schuld an allem sind die Deutschen und zwar seit Erfindung des Rades. Das Pech für sie ist halt, es müsste jetzt bloß noch so gewesen sein, wie die uns glauben machen wollen, daß es war.

    • byrig
      10. Mai 2011 00:22

      sehr interessant und gut zu lesen sind bismarcks"gedanken und erinnerungen".aber wahrscheinlich trage ich hier eulen nach athen,helmut oswald.

    • Undine
      10. Mai 2011 09:37

      @byrig

      "die franzosen haben den krieg 1870 erklärt,nicht umgekehrt!
      wobei bismarck nach seinem sieg 1866 so sehr deutscher staatsmann war,dass er sein siegreiches militär daran hinderte,in wien einzumarschieren,um österreich als verbündeten zu erhalten."

      Allein diese vornehme Geste (KEIN demütigender "Triumpfzug" durch Wien nach siegreicher Schlacht) zeugt von menschlicher Größe und Format.

      Und noch eines: Die Franzosen haben blutige Rache geschworen für SEDAN

  42. simplicissimus
    09. Mai 2011 10:04

    zum letzten absatz: in unserer seele, mentalität, in unseren redewendungen, in unserem verhalten sind unbewusst hunderte jahre von geschichte enthalten. ohne diese unbewusste beeinflussung würden sich österreicher anders verhalten und ausdrücken, als sie es heute tun. zb das verkrampfte verhältnis vieler unserer mitbürger den deutschen gegenüber ist hauptsächlich geschichtsbedingt (seit 1866 und fortlaufend bis zur deutschen wiedervereinigung, würde ich meinen), ebenso vorbehalte gegenüber italienern oder franzosen. die geschichtslast der grossen vergangenheit kommt bei vielen von uns in form von minderwertigkeitskomplexen, dem gefühl der undedeutendheit etc. völlig unbewusst zum ausdruck. andere kleinstaatler (schweiz, teilweise holland, norwegen, schweden etc.) kennen diese gefühle nicht oder viel weniger. der wirklich geschichtsbewusste österreicher kann mit diesen verborgenen prägungen besser umgehen. daher ist es an der zeit den geschichtsunterricht wieder richtung stärkeres bewusstsein, was in, um und mit österreich geschah, auszurichten. der heutige sozial-progressive unterricht ist keineswegs in der lage, unseren kindern identität zu vermitteln und will das auch gar nicht.
    abgesehen davon sehe auch ich im einseitigen ausgang des ersten weltkriegs die hauptursache der folgenden fürchterlichen unheile. dem kraftstrotzenden, wirtschaftlich erfolgreichen preussen waren die militärischen erfolge über österreich-ungarn und frankreich zu kopf gestiegen, sodass es sich zu leichtfertig mit den bisher dominanten kolonialmächten england und frankreich anlegte, die ihrerseits nicht gewillt waren, die deutschen ernsthaft mitnaschen zu lassen. die einbindungsversuche von italien schlugen fehl, da dieses nach habsburgerland schielte.
    österreich litt an der nationalitätenfrage und kam so in automatische gegnerschaft zu russland. dieser cocktail war eine tickende zeitbombe, mit oder ohne sarajewo.
    dass der erste weltkrieg nicht in einer art pattsituation in etwa unentschieden ausging, was wesentlich zur hitlervermeidung beigetragen hätte, haben wir einem spät eingetretenen kriegsteilnehmer zu verdanken: den usa.

  43. Celian
    09. Mai 2011 09:57

    A propos Geschichtslosigkeit Österreichs: Gestern wurde von Burschenschaften eine Demo am Heldenplatz in Wien abgehalten zum Gedenken an die Toten des zweiten Weltkriegs. Linke und ORF nahmen dies gerne zum Anlaß um vor Rechts mit einer Gegendemonstration zu warnen. Im ORF-Fernsehen war eine junge Gegendemonstrantin vom vermutlich subventionierten Verein „Linkswende“ zu sehen, die mit dem Schrillton der Überzeugung ins Mikrophon schrie, daß diese Korporierten allesamt Faschisten seien und ihr Verein dazu da wäre, das „darzustellen“.

    Noch selten hat man in dieser Offenheit freimütig ohne Not bekannt, daß man, also die "Linkswende", dazu da wäre andere Menschen als Faschisten zu denunzieren. Dabei kann man der nett aussehenden Dame gar nicht böse sein. Sie schrie ihre Worte mit Inbrunst ins Mikrophon, man sah ihr an, daß sie glaubte, was sie dachte. Die meisten Menschen handeln nicht vernunftmäßig, sondern ihren Einbildungen gemäß. Nur einige wenige behalten sich ihre Skepsis auch gegen über ihren eigenen Glaubenssätzen.

    • Anton Volpini
      09. Mai 2011 10:01

      ....also, nett hat sie nicht ausgeschaut, die Dame..

    • Celian
      09. Mai 2011 12:23

      mag sein. Vielleicht hat ihre grenzenlose Naivität eine solche Schutzbedürftigkeit ausgestrahlt, daß diese mein Auge trübte.

      Andererseits man sollte an dieser Pippi Langstrumpf (ich mach mir die Welt, wide wide sie mir gefällt) zumindest ein gutes Haar lassen. Ihre Ansichten sind so verquer, daß sie es dringend nötig hat, gut auszusehen...

    • byrig
      09. Mai 2011 23:39

      dafür gab es heute abend eine völlig linksdominierte berichterstattung über die veranstaltung am heldenplatz,es kamen nur linke und grüne zu wort,rechte wurden nur zitiert-in negativen kontext natürlich.
      solange sich "die nichtlinken und bürgerlichen" diesen medienterror des orf gefallen lassen,wird es nicht besser hier werden.

  44. Samtpfote
    09. Mai 2011 09:56

    Das Diktat von Versailles wurde von der EU übernommen.
    In beiden Fällen war und ist Deutschland die Melkkuh.

    • simplicissimus
      09. Mai 2011 10:49

      und der deutsche michel lässt sichs gefallen, seine linken hände klatschen begeistert beifall. ist ja auch nur recht zur kompensation der erbsünde, oder?

    • Samtpfote
      09. Mai 2011 10:54

      .. vor lauter klatschen haben sie die Hände für nichts vernünftigeres mehr frei... :-(

  45. Cotopaxi
    09. Mai 2011 09:44

    Ein hervorragender Artikel! Zufällig lese ich zur Zeit von David Stevenson "Der erste Weltkrieg", der hervorragend ausführlich die politische, wirtschaftliche, gesellschaftspolitische, militärische, strategische, waffentechnische Entwicklungen in den beteiligten Staaten vor und während des Krieges beschreibt.
    Er vermittelt unglaubliches Detailwissen und vor allem die Opferzahlen sind unglaublich.

    In manchen Staaten spricht man nicht vom ersten Weltkrieg, sondern immer noch vom großen Krieg.

  46. Johann Scheiber
    09. Mai 2011 09:17

    Nach dem Sieg Deutschlands über Frankreich 1870, durch den so nebenbei in Frankreich die Demokratie eingeführt wurde, wurde in Versailles die deutsche Einigung, das Deutsche Reich ausgerufen. Die immer schon gegenüber dem europäischen Festland perfiden Engländer haben im Augenblick erkannt, welch übermächtiger Konkurrent auf dem Weltmarkt mit Deutschland heranreift und haben ihre bis zum heutigen Tag berüchtigte Hetzpresse gegen Deutschland losgelassen. Die Geschichte, wie England den Krieg gegen Deutschland inszeniert hat, kann man bei George Buchanan und vielen anderen Autoren nachlesen.
    Dass aus dem ersten Weltkrieg ein Vernichtungskrieg wurde, dafür hat man mit der Gründung der FED und der damit verbundenen Möglichkeit die Geldmittel beliebig zu verlängern gesorgt.
    Deutschland wurde auf dem Feld im ersten Weltkrieg nie besiegt, hat aber einem Waffenstillstand zugestimmt, den dann die Engländer zu einer brutalen Hungerblockade gegen das deutsche Volk mit einer Million Toten, vor allem Kindern und alten Menschen, umfunktioniert haben und an dessen Ende das Diktat von Versailles gestanden hat - die de facto Fortsetzung des Krieges. Denn die Absicht der angelsächsischen Eliten ist es Deutschland ebenso zu vernichten, wie Rom Karthago vernichtet hat. Weltkrieg Eins und Weltkrieg Zwei, aller guten Dinge sind Drei - hat Carl Schmitt gereimt.
    Dass die Wall Street den geisteskranken Verbrecher Hitler zur Entzündung des nächsten Waffenganges aufgebaut hat, dürfte wohl kein Geheimnis sein, ebenso die Tatsache, dass Hitler mit seinem Angriff auf die UDSSR einem gewaltigen sowjetischen Angriffskrieg gegen Europa wahrscheinlich nur wenige Tage zuvor gekommen ist.
    http://derhonigmannsagt.wordpress.com/2011/05/08/stalins-verhinderter-erstschlag/

    So leben wir heute unter der brutalen Herrschaft des angelsächsischen free market-Konzeptes, das soviel heißt wie :Willst du nicht mein Kunde sein, dann schlag ich dir den Schädel ein.

    Der Gerechtigkeit halber sei gesagt, dass die angelsächsischen Völker selbst genauso zum Opfer ihrer kapitalhörigen Eliten geworden sind und ebenso wie wir in Mitteleuropa mit dem Rücken zur Wand stehen.
    Die Zerstörung der regionalen Wirtschaft, der Landwirtschaft, die Multikulturelle Gesellschaft, Gender Mainstreaming, die Enteignung der Familie, die Forcierung der Abtreibung, die Verbreitung von Pseudoseuchen wie Aids, Vogelgrippe, Schweinegrippe, Denkverbote wie Antidiskriminierung, PC ganz allgemein, die Etablierung der Klimareligion - das alles ist ja weltweite Agenda unserer Eliten, das ist Krieg!

    Die Geschichte lässt eigentlich nur eine Deutung zu: Wir befinden uns in der Endphase des dritten und bisher mächtigsten Totalitarismus, dessen Bezeichnung ich mir erspare, mit dessen einzelnen Phänomenen wir aber täglich drückender konfrontiert werden.

    Mit dem letzten Toten des Ersten Weltkrieges ist der Weltkrieg noch lange nicht Geschichte, vielmehr kommen wir vielleicht wieder in eine heiße, dann aber möglicherweise finale Phase.

    • simplicissimus
      09. Mai 2011 14:04

      die schweinereien der angelsachsen sind heute kaum mehr thema. dort ist es sogar möglich in zeitungsartikeln die atombombenabwürfe über japan zu rechtfertigen (gelesen vor ein paar jahren in einer angesehenen amerikanischen tageszeitung), da man so tausenden amerikanischen soldaten das überleben ermöglicht hätte.
      bei uns wird man eingesperrt, wenn man was falsches sagt oder unüberlegt-dümmlich witzelt. vae victis. die sieger haben immer recht.
      und in europa haben sich die amis von albion gerne naiv-willig einspannen lassen.
      ein dritter weltkrieg gegen deutschland ist nicht mehr nötig, das gebrochene, in sich zerfleischte und entfremdete deutschland vernichtet sich selbst. detto österreich.

    • Johann Scheiber
      09. Mai 2011 14:24

      Und wer weiß noch, dass in den cages, den Käfigen der Westalliierten für die deutschen"Tiere" ca. zwei Millionen deutsche Soldaten nach dem Krieg verreckt sind. Das hat der Kanadier James Bacque in "Der geplante Tod" und anderen Büchern nachgwewiesen - natürlich nicht ohne von den westlichen Geheimdiensten bedroht worden zu sein.

    • Johann Scheiber
    • schreyvogel
      09. Mai 2011 21:29

      Wer sind eigentlich diese "angelsächsischen brutalen kapitalhörigen Eliten"?

    • Johann Scheiber
      09. Mai 2011 22:02

      "brutal" haben sie dazuerfunden, schreyvogel!

      Ich meine eigentlich die Politiker, die Meinungsmacher, die Unkulturschaffenden, usw.

    • schreyvogel
      10. Mai 2011 00:23

      Naja, Sie sprechen in diesem Zusammenhang von der "brutalen Herrschaft des angelsächsischen free market-Konzeptes", das war doch auf den gleichen Personenkreis gemünzt?

      Aber meine Frage war leider nicht gut formuliert, eigentlich wollte ich wissen, wer die Kapitalisten sind, denen diese angelsächsischen Eliten hörig sind.

    • Johann Scheiber
      10. Mai 2011 05:12

      Wer die sind, weiß ich nicht, schreyvogel. Es verschwindet ja jede Gestalt hinter ser Anonymität der Börse. Ab einer bestimmten Größe geht es in Unternehmen nur noch um Geld, aber aus dem Hintergrund werden die Giganten möglicherweise zu Macht- und Herrschaftszwecken eingesetzt. Macht und Herrschaft bedeutet pathokratisch veanlagten Menschen - zb Androsch - mindestens so viel wie Geld.

  47. Helmut Oswald
    09. Mai 2011 09:16

    'Deutschland hatte weit agressivere Pläne, es wollte weltweit zur Nummer 1 aufsteigen' - pardon, das durfte es natürlich nicht wollen, denn der Platz war natürlich Engländern und Amerikanern reserviert. Gott wollte es so: ganz bestimmt. Und worin bestand die Agressivität ?

    Bitte nicht den Flottenbau - der Unsinn hat einen zehn Meter langen Bart.
    Nur so viel - vor dem Einsetzen der deutschen Flottenrüstung setzten die Briten ihre Seegeltung regelmäßig - seerechtswidrig - zum Nachteil der deutschen Handels- und Fischereiflotte ein. In der Nordsee fuhren unter dem Schutz ihrer Kreuzer britische Schiffe in die Netze deutscher Fischerboote - erinnert sich hierorts jemand an den 'Fischereikrieg' von 1970-72 Großbritanniens mit Island ?
    Übersee- und insbesondere Fernosthandel lief für deutsche Handelsschiffe besonders schlecht, denn Wasser und Kohlenaufnahme oder die Nutzung von Telegrafenstationen lief über die fast ausschließlich englischen Flottenstationen entlang der Route nach Ostasien nicht - es wurde den Kauffahrern schlicht verweigert. Und die einsetzende Flottenrüstung erfolgte 1.) vollkommen transparent - im Reichsgesetzblatt und den Budgetgesetzen war das Vorhaben für jedermann einsehbar 2.) in keiner Weise für England bedrohlich denn die Kriegsmarine des Kaiserreiches rüstete in Parität zu den Seemächten Frankreich und Russland - deren (vereinigte) Flotten nicht Nord- und Ostsee beherrschen sollten. Niemals, vermochte die durch Tirpitz aufgebaute Flotte die britische Vorherrschaft zur See in Frage zu stellen. Trotz aller dummen Sprüche von Willy 2.

    Aggressiv - ? Deutschland stand Österreich bei, als Russland die Mörder des Thronfolgers unter seinen Schutz genommen hatte, deren Ausbildung die serbische Regierung mit Rückendeckung der Ochrana vorgenommen hatte. Einzelheiten gerne - daß der Kaiser von Österreich den deutschen Kaiser um Hilfe gebeten hatte und dieser den entstandenen Konflikt nicht deeskalierte, darin besteht die Mitschuld - aber doch keineswegs die Alleinschuld am Kriegsausbruch.

    Österreich, Deutschland handelten, wie souveräne Mächte in ihrer Zeit zu handeln pflegten. Nicht mehr, nicht weniger. Daß mit der Erfahrung der letzten hundert Jahre Regierungen heute anders handeln würden ist richtig. Die nachträgliche Bewertung aus heutiger Sicht ist nicht gerecht. Und es entspricht unserer duckmäuserischen Haltung und der Auslandstümelei, dies nicht aussprechen zu können - sine ira et studio.

    Als Schröder von Maischberger in einer öffentlichen Diskussionsrunde gefragt
    wurde, wen die Schuld am Ausbruch des ersten Weltkrieges denn treffe, antwortete er ohne zu zögern 'Deutschland'. Soweit mir erinnerlich schickten aber nicht Österreich-Ungarn oder Deutschland Mörder nach Russland und Serbien, um den Thronfolger des Zaren zu töten, sondern es war umgekehrt.

    Sieg oder Unsieg liegt in Gottes Hand, der Ehre sind wir selber Herr und König.

    • simplicissimus
      09. Mai 2011 14:09

      den angelsachsen gehört die welt, die haben das match gemacht. ob der ball vor oder hinter der linie aufgesprungen ist, hat keine bedeutung mehr. die sieger machen die geschichte und damit gehen ungerechtigkeiten hand-in-hand.
      das aktuelle schlimme an der situation ist der fortschreitende politische wille deutschlands (und österreichs) sich entgültig selbst zu vernichten.

    • Helmut Oswald
      09. Mai 2011 14:15

      Lieber Simplicissimus,

      Sie und ich, wir wurden nicht besiegt. Ich erinnere mich nicht, vor irgendetwas oder irgendwem kapituliert zu haben. Und die Geschichte, die schreibt sich von alleine - die Wahrheit ist geduldig, denn nur sie hat eine lange Zukunft vor sich!
      Fassen wir Mut und Zuversicht. Leoparden ändern ihre Flecken nicht.

    • Johann Scheiber
      09. Mai 2011 15:39

      Ich denke auch, dass es enscheidend ist, selbst in einer scheinbar aussichtslosen Lage den Mut nicht zu verlieren. Deskriptiv hat simplicissimus recht und die richtige Analyse ist die entscheidende Voraussetzung jeder Aktion. Der Ansatzpunkt der Veränderung sind wir - ob Deutsche oder Österreicher - selbst.

    • simplicissimus
      09. Mai 2011 15:58

      den herren oswald und scheiber: danke für die diskussion. ich sehe die zukunft zwar eher düster, aber aufzugeben ist meine sache nicht. daher bin ich bei jeder positiven veränderung mit begeisterung dabei, egal ob zu spät oder nicht.

    • sauna-echo
      09. Mai 2011 17:52

      Im Friedensvertrag von Versailles wurde Deutschland die "Alleinschuld" am Kriegsausbruch (trotz harter Proteste) aufgezwungen und die Deutschen hatten das widerwillig wie eine "Erbsünde" zu tragen.
      Die Erbsünden-Bock-Politik wurde nach dem 2. Weltkrieg intensiviert und teilweise nur gemildert, weil man Verbündete gegen die Sowjets brauchte.
      Bemerkenswert ist, dass die Deutschen inzwischen voller Selbsthass an ihre Erbsünde glauben und diese Hunnen-Fiktion masochistisch weiter aufblähen.
      Obwohl das OKW ewiesen mehr verbrecherische Befehle ausgab als die Westallierten haben die einfachen Soldaten nicht schlechter gehandelt als ihre auch vom Krieg verrohten Gegner. Selbst in Hollywood-Fimen kann man das ungeschminckt sehen. Wenn Mitläufer Verbrecher sind, dann habern objektiv auch Franzosen, Tschechen etc. ein Problem, denn ohne deren Massen-Kollaboration hätte Hitler den Krieg nie so lange weiterführen können. Was treibt die deutschen Publizisten zu ihrem einseitigen Masochismus ?

    • Johann Scheiber
      09. Mai 2011 18:13

      "Obwohl das OKW ewiesen mehr verbrecherische Befehle ausgab als die Westallierten..."

      Wo steht das?

    • Helmut Oswald
      09. Mai 2011 20:04

      @ Johann Scheiber

      Konnte eine Lage jemals aussichtsloser gewesen sein, als am 8.5.1945 ?
      Die Generation die diesen Tag erlebte und nicht verzweifelt die Arme senkte - obwohl sie in mancherlei Hinsicht dazu Anlass genug gehabt hätte - hat angepackt, aufgebaut, weitestgehend verstanden worin auch Ihr 'Versagen' bestand, trotz besonders auch nach dem Krieg durch Genocid und Vertreibung auf das Härteste empfangenes Unrecht die Aussöhnung mit dem ehemaligen Feind gesucht, verständnisvoll und schuldbewußt wiedergut´gemacht, was wieder gut zu machen war und ging. Wir heute stehen - die Früchte dieses Fleißes und der Vernunft erntend - in einer unendlich besseren Positionierung, als dies noch vor dreißig, vierzig Jahren der Fall war, da. Ich verstehe nicht die ständigen klagen, nur weil ein Haufen dummer Lügen kontinuierlich über uns hereinregnet. DAvon werden wir uns schon noch befreien - es braucht nur Geduld mit den meist bildungsfernen Propagandisten der Lüge, Sachkunde und den Charakter, der Unwahrheit die Wahrheit ebenso beständig entgegenzusetzen. Zu Resignation gibt es keinen Anlaß. Auch Rom ist nicht an einem Tag erbaut worden.

    • Johann Scheiber
      09. Mai 2011 20:13

      Sehe ich genauso, werter Herr Oswald!

    • Markus Theiner
      09. Mai 2011 22:25

      Die Deutschen haben ein ähnliches Problem wie die Japaner. Sie haben das Selbe gemacht wie alle anderen, nur deutlich effizienter und konsequenter.

      Weder Progrome gegen Juden noch Konzentrationslager waren eine deutsche Erfindung. Die Gier nach neuem Lebensraum und die Überzeugung von der eigenen Überlegenheit auch nicht. Der Nationalsozialismus war keine historische Anomalie, sondern eigentlich ein Standardprogramm, wenn auch in einer der bisher schlimmsten Ausprägungen.

      Diese Erkenntnis ist eigentlich erschreckend und gibt dem "Niemals wieder" einen viel stärkeren Nachdruck. Denn es gilt nicht einen einmaligen Ausrutscher der Menschheitsgeschichte zu überwinden, sondern ein grundlegendes, Jahrtausende altes Muster. Trotzdem heißt es man hätte seine Lektion nicht gelernt, wenn man die deutsche Alleinschuld (zumindest in dem Zusammenhang darf man Österreich als selbstverständlichen Teil Deutschlands mitdenken) nicht absolut und uneingeschränkt anerkennen will.

    • byrig
      09. Mai 2011 23:57

      die angelsachsen haben sich leider selbst überdibbelt,nämlich mit der einführung der p.c.wobei etliche meinen,diese ginge von frankfurt aus(marcuse und üble konsorten).
      wie auch immer:den siegeszug konnte diese unheilvolle p.c. natürlich nur von der leitmacht aus antreten:den united states of america.jetzt haben wir dieses gesellschaftszerstörende übel auch auf dem "gnack",wobei es ein schwacher trost ist,dass die amis genauso darunter leiden.
      betroffen ist unsere geneinsame westliche welt,zu der europa,nordamerika und australien zählt.eine welt,in der es-in leichten unterschieden-gemeinsame werte und lebensvorstellungen gibt.oder gab.
      von der menschenzahl sogar eine minderheit.das modell dieser art zu leben ist bis heute unübertroffen.und doch höchst gefährdet.
      wodurch?durch zersetzung von innen-durch die political correctness.ein linkes modell,das alles gleichmachen will,alle lebensentwürfe bis hin zu den unterschiedlichen religionen und -ja-rassen.und da gibt es grosse unterschiede,ohne die bewerten zu wollen,aber eines ist klar:es passen nicht alle zusammen ohne anpassung.
      genau das will und wollte man uns einreden,die malaise haben wir jetzt.
      den krieg hat ganz europa damals verloren.

    • simplicissimus
      10. Mai 2011 08:18

      guter kommentar, byrig, dem ich mich anschliesse.

  48. thomas lahnsteirer
    09. Mai 2011 08:42

    Ein trauriges Kapitel ist die einseitige Geschichtsbetrachtung des 20. Jahrhunderts. Der Star der Historiker, der Pseudohistoriker, der Sensationsreporter und Quellenfälscher ist eindeutig Adolf Hitler. Hitlers Frauen, Hitlers Hoden, Hitlers Kinder, Hitlers Wien, Hitlers Tagebücher, Hitlers Krieg... hunderte Publikationen sind auf dem Markt...
    Ziemlich unter den Tisch fällt der erste Weltkrieg, obwohl in letzter Zeit doch einige Publikationen auch über den Raubkrieg Italiens gegen Tiroler, Kärntner, Slowenen und Kroaten auf dem Markt sind.
    Dank der linken Medienstrolche wird aber ein Kapitel der Geschichte Österreichs fast völlig verschwiegen. Der verzweifelte Kampf des "autoritären" Österreich gegen den Nationalsozialismus 1933-1938. Dieser Kampf, der eigentlich ein vom
    NS-Deutschland entfachter Krieg gegen Österreich war, der hunderte Tote und Verwundete und einen ermordeten Bundeskanzler forderte. Österreich war in dieser Zeit eigentlich das einzige Land, das den Nationalsozialismus mit aller Härte und Konsequenz (Todesurteile) bekämpfte. Unbestritten war es vor allem ein Kampf gegen die eigenen Nazis. Diesen Kampf hätte das Regime leicht gewonnen, hätte nicht NS-Deutschland die österreichischen Nazis mit allen Mitteln unterstützt. ......
    Aber darüber reden unsere linken Geschichtsfälscher und Geschichtsverschweiger nicht gern, lieber ist Ihnen das Bild vom Heldenplatz 1938 und die gemeine Lüge, dass alle Österreicher Nazis gewesen wären.
    Und in Deutschland lügt man die Ereignisse von 1934 bis 1938 in Österreich sowieso weg.Man kann den dortigen linken Geschichtsfälschern nur zurufen: bei uns ist Hitler nicht durch Wahlen an die Macht gekommen !

    • Xymmachos
      09. Mai 2011 09:09

      Karl Renner 1938: "Ein freudiges Ja zum Anschluß!" => Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!

    • Norbert Mühlhauser
      09. Mai 2011 10:31

      Auch in Deutschland ist Hitler nicht durch Wahlen an die Macht gekommen, genau genommen.

    • brechstange
      09. Mai 2011 12:00

      Ich bin überzeugt, dass die Volksabstimmung, die Schuschnigg einleiten wollte, nicht mit Mehrheit für den Anschluss an Deutschland ausgegangen wäre. Warum wohl war die Reaktion Deutschlands der Einmarsch in Österreich.

      Mir scheint gerade die Sozialdemokraten wollen mit ihrer Geschichtsumschreibung von eigener Schuld ablenken.

    • Helmut Oswald
      09. Mai 2011 13:16

      @ xymmachos

      Der Einmarsch der deutschen Truppen erfolgte - nicht nur, aber auch - weil die durch die NS-Regierung in Österreich erkennbare und erwartbare Preisgabe der Souveränität - Gebietsansprüche der Nachbarn, insbesondere Jugoslawiens hinsichtlich Südkärntens erweckte.
      Das weder die NS Diktatur, noch mit Verlaub gesagt, die ach so toll gegen dieselbe widerständige Dollfuss-Schuschnigg Diktatur - für die die späteren Alliierten nicht bereit waren, auch nur einen Schuß abzugeben - verlässliche Wahlergebnisse produziert hätten ist Gemeingut.
      Wer die Abstimmungsergebnisse nach 1918 für Deutschland all jener österreichischen Länder zählt, denen nicht unter dem Hungerdiktat von St Germain schließlich die Abstimmung darüber schlicht verboten wurde (die Sieger von 1918 kamen ja angeblich, die in den Entwicklungsändern Deutschland und Österreich die Demokratie zu verbreiten) braucht sich freilich hinsichtlich des dringenden Wunsches auf Eigenstaatlichkeit in der Bevölkerung Österreichs keiner besonderen Illusionen hinzugeben. Zumal sich die Beliebtheit der östereichischen Regierung von 1938 in breiten Kreisen als recht überschaubar gestaltete.

    • HDW
      09. Mai 2011 14:45

      Also wenn man sich die Operettenparaden am "Tag des Sieges" der jetzigen russischen oder ukrainischen oder weißrussischen Macht samt Veteranen der Roten Armee so anschaut, bei all den Verbrechen die jene als Hauptstütze der Sowjetmacht nach 1917 so begangen haben, fällt einem die Wahl nach dem Weltmeister der Geschichtsfälscher schwer! Besonders wenn man die Helfershelfer dieses verlogenen Mythos, die Agitatoren deutscher Sprache, dazurechnet. Und vor allem bezüglich gegenwärtiger Geschichtsmächtigkeit, schließlich ist Hitler seit 65 Jahren tot!

    • H1Z
      09. Mai 2011 18:01

      Ihr stärkstes Argument : Hitler war Österreicher.

    • Erich Bauer
      09. Mai 2011 18:10

      H1Z,
      "...Hitler war Österreicher.."

      Da steckt bei all denen ein bißchen "Sado-Maso"-STOLZ dahinter (*lach*). Wer kennt schon deren "feuchte, kranke Träume"?

    • terbuan
      09. Mai 2011 18:39

      Ich kann mit diesem Beitrag nichts anfangen. Einerseits wird hier der Raubkrieg Italiens gegen Tiroler etc. thematisiert und dann der Ständestaat in seinem Kampf gegen die NSDAP gelobt. Und wie steht es mit den Anbiederungen von Dollfuss an das faschistische Italien, welches genau in dieser Periode die Italienisierung Südtirols brutal vorantrieb? Irgendwie vermisse ich da eine schlüssige Betrachtung und sachliche Beurteilung der damaligen, sicher äußerst schwierigen Situation des österreichischen Staates.
      Für mich ist die Periode 1933-1938 kein Ruhmesblatt in der Geschichte des Landes, ohne Sozialdemokrat zu sein.

    • brechstange
      09. Mai 2011 19:05

      @terbuan, Oswald

      Nein, diese Zeit war bestimmt kein Ruhmesblatt.
      Aus einem Erinnerungsstück meines Schwiegervaters zu dieser Zeit geht hervor, dass die dauernden Terroranschläge der Nazis in Ö - unterstützt aus Deutschland - der Bevölkerung massiv an den Nerven zerrte. Was ihn an als Kind und Jugendlicher an dieser Zeit störte war der dauernde Nachweis die Messe besucht zu haben und die Aufmärsche und Anschläge der Nazis.
      Aus Erzählungen meiner Eltern geht auch hervor, dass man hinter Dollfuß stand und mit dem Attentat von großer Sorge erfüllt war, doch gestimmt hätten sie für Österreich und gegen einen Anschluss. Daher denke ich, dass es 1938 keine Mehrheit für den Anschluss gegeben hätte. Ist natürlich alles Spekulation: Als Indiz gilt, warum waren die deutschen Nazis so gegen eine Abstimmung, ich denke, weil sie ahnten, dass sie durch den Terror, durch die Bespitzelungen und Bedrohungen der Menschen von Deutschland aus, durch den Umzug vieler Juden von Deutschland nach Österreich eine Mehrheit nicht erreichen hätten können. Dies wäre dann der Weltöffentlichkeit bekannt geworden, das Risiko war groß, sich auf das Selbstbestimmungsrecht und gleiches Volk berufen zu können, wäre eine Mehrheit für den Anschluss nicht zustandegekommen.

    • Helmut Oswald
      09. Mai 2011 19:37

      @ brechstange

      Schuschnigg wurde in den Fünfziger Jahren zum Ausgang einer Volksabstimmung befragt. Er beantwortete diese Frage wie folgt: 25 % waren für mich, 25 % waren dezidiert gegen mich - von 50 % wußte keine der seiten, wie si wirklich abstimmen würden.

      Zwei Anmerkungen: ohne die NS Diktatur hätten Sozialisten und die deutsch-christlichen Konservativen (von Nationalliberalen, Nationalkonservativen und Nationalsozialisten sowieso abgesehen) jedenfalls keinen Grund gehabt, gegen einen Beitritt in das deutsche Reich zustimmen. Zu eindeutig war der Wunsch der Deutsch-Österreicher schon nach dem ersten Weltkrieg gewesen, in einem gesamtdeutschen Staat vereinigt zu sein. Man sollte daher ehrlicherweise immer berücksichtigen, daß sich viele Stimmen auch ursprünglich großdeutscher Klientel ganz einfach nicht gegen einen Beitritt, wohl aber gegen die spezifische Form des Anschlusses mit all seinen negativen Begleiterscheinungen des NS Systems wie Terror gegen Juden und Andersdenkende usw. gerichtet hätten.

      Zweitens - jederzeit nachzulesen bei Viktor Reimann - Mitbegründer der Kronenzeitung, nationalliberal und seit 1938 bis Kriegsende im KZ Dachau durch das III. Reich 'verwahrt'. Schuschniggs Abstimmungsmethoden waren fernab jeglicher demokratischer Bewährung: keine Streichlisten (also Mehrfachwählen unkontrollierbar möglich) - Wählerverzeichnisse nur von Heimwehrangehörigen geführt - Eintragung in das Wählerverzeichnis an Hand einer Stromrechnung der Wiener Stadtwerke möglich, die bei unbezahlter Stromrechnung - die überwiegend für die ausgesteuerten Langzeitarbeitslosen unbezahlbar waren, nicht vorweisbar war, womit die Masse der armen Leute von einer Teilnahme an der Wahl ausgeschlossen waren und dergleichen vieles mehr.
      Als klar war, daß Schuschnigg bei der Abstimmung flächendeckend und tief in die Kiste der 'dirty tricks' greifen würde, und Jugoslawien - erwartbar war auch die Tschechoslowakei - Territorialansprüche stellen würden, marschierte die Wehrmacht. Deren jubelnder Empfang nun nicht eben gerade durch die Komparserie der UFA abgefilmt werden musste ...

    • byrig
      10. Mai 2011 00:06

      anscheinend soll hier der aggresive und verbrecherische anspruch der südlawen auf unser terittorium kleingeredet werden,auf italien abgewälzt.lenk ma halt ein bisserl auf den hitler ab,um den es hier gar nicht geht.

    • denke (kein Partner)
      10. Mai 2011 07:55

      In Ö verdrängt man gerne dass es die CSSR unter "Benes" war, die als letzte Demokratie in Mitteleuropa übrig blieb.

    • Helmut Oswald
      10. Mai 2011 09:33

      @ denke

      Eine Demokratie wohl, doch eine, die es verstanden hat dem nur knapp 50%igen 'Staatsvolk' der Tschechen eine privilegierte Stellung über Slowaken, Deutsche, Ungarn und Ukrainer zu reservieren. Aus dieser Position galten für die anderen Völker aus heutiger Sicht elementare Grundrechte von Volksgruppen nicht, wie Schulunterricht, Aufschriften von Ortstafeln, Werbe - und Geschäftsbezeichnungen in der örtlichen Mehrheitsprache uvam. Friedliche Kundgebungen um Selbstbestimmungswünsche zu manifestieren wurden durch Schießbefehle der tschechischen Polizei (alleine 54 Tote Sudetendeutsche in Brünn 1919) und zahlreiche staatliche polizeiliche sowie allgemein bürokratische Schikanen unterdrückt. Nicht zuletzt die von Einschüchterungen begleitete Umvolkungspolitik der Tschechen in nichttschechischen Teilen des Staatsgebietes fordert wohl berechtigte Zweifel an der Weisheit der demokratischen Staatsführung der Tschechoslowakei heraus. Zuletzt regierte eine Volksfrontregierung, die ein außen-und militärpolitisches Bündnis mit Stalins Sowjetunion und der französischen Volksfrontregierung abschloß. Die Tschechoslowakei hat zu dem Abgrund, in den sie letztlich stürzte, selbst fleißig mitgewirkt. Was das Unrecht der Annexion Tschechiens nicht entschuldigt.

    • Helmut Oswald
      10. Mai 2011 09:41

      @ Denke

      Pardon, die Polen des Olsa Gebietes habe ich nicht erwähnt. Die revanchierten sich, was heute gerne vergessen wird, indem sie 1939 das Olsagebiet militärisch besetzten. Im Schatten der Empörung über den deutschen Einmarsch im Prag - dessen Bilder übrigens deutlich die Wut und Erbitterung der am Strassenrand stehenden tschechischen Bürger zeigen - wird das gerne großzügig übergangen.

  49. Cotopaxi
    09. Mai 2011 08:39

    Passt überhaupt nicht zum Thema, aber es ist bemerkenswert:

    Bandion Ortner, gesund genug, um Ministerin zu sein, erkrankt anscheinend zeitgleich mit ihrer Rückkehr an ihren Arbeitsplatz im Gericht. Gut, vor Krankheit ist niemand gefeit und ich gehe davon aus, dass sie wirklich krank ist. Woran sie bloß leiden mag?

    Aber im Krankenstand dürfte sie fit genug sein, um Presseleute zu empfangen und ein Interview zu geben.

    Wäre dies nicht ein Fall für die Dienstaufsicht?

    http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/660191/BandionOrtner_Richterin-ist-ein-sehr-schoener-Beruf?from=gl.home_politik

    • brechstange
      09. Mai 2011 12:03

      Ich finde es nicht in Ordnung, auf Bandion wegen eines Krankenstands herumzuhacken. Frau Bandion-Ortner ist Diabetiker, die auch mal Einstellungen brauchen. Es ist eher hinterfragenswert, warum die Medien einen Spießrutenlauf anstoßen.

      Man sollte Mensch bleiben, egal ob man jemanden mag oder nicht.

    • Erich Bauer
      09. Mai 2011 18:31

      Ich denke Bandion-Ortner war für eine Ministerin ziemlich unfähig. Und als Richterin für Hühnerdiebe wurde jetzt ganz gewiss der richtigen Platz für sie gefunden. Ihre Krankheiten intersessieren mich nicht. So wie auch niemand meine "neue Hüfte" interessieren darf...(bin nicht im Krankenstand). Allerdings, wer sich mit der "Frau Öffentlichkeit" einläßt...

    • byrig
      10. Mai 2011 00:09

      sie ist zumindest zuckerkrank,hat gesundheitliche proble,muss aber offensichtlich nicht das bett hüten.mit reportern sprechen kann sie,ebenso ausgehen.das ist normal.wo ist das problem,cotopxi?

  50. Wertkonservativer
    09. Mai 2011 08:20

    Einer Familie aus dem böhmisch-mährischen Teil der österreichischen Monarchie entstammend, hat diese, und somit dann auch ich, die Umwälzungen nach dem 1. Weltkrieg hautnah und schicksalhaft verspürt.
    Nach 1918 plötzlich Bürger in einem fremden Nationalstaat, mein Vater und etliche Onkel im tschechischen Heer dienen müssend: Fremde in der eigenen Heimat!

    Nach dem 2. Weltkrieg dann (nach dem "Heldentod" des Vaters und zweier Brüder), die endgültige Ausweisung aus der angestammten Heimat: eine weitere Folge aus dem Ergebnis des 1. Weltkrieges, diese allerdings selbstverschuldet durch unglückselige Hybris eines Österreichers mit den Initialen A.H.

    Die Vorgeschichte zum 1. Weltkrieg ist von A.U. trefflich dargelegt; die Schuld liegt nicht nur auf einer Seite! Jedenfalls hat dieser Krieg Europa und die Welt grundlegend verändert und völlig neu durchgemischt; wollen wir hoffen, dass der Menschheit ein weiterer Weltkrieg unter Einsatz von Vernichtungswaffen erspart bleibt; Wirtschafts- und Finanzkriege, wie bereits da und dort ungut aktuell, werden uns sowieso noch genug zu schaffen machen!

  51. Josef Maierhofer
    09. Mai 2011 08:06

    Was diese Kriege an Leid gebracht haben, geht oft unter.

    Was aber noch untergeht, ist die Tatsache, daß wir bereits wieder so eine übermütige Konstruktion errichtet haben, die alles verderben wird, die Schuldenpolitik und den Überbau, die EU, mit potenzierten Geldeinsätzen, was niemand mehr zahlen kann.

    Das wird uns als nächstes das Genick brechen.

    • Paige
      09. Mai 2011 09:11

      Ja, das ist leider abzusehen.

    • Konrad Loräntz
      09. Mai 2011 12:13

      Bin mir nicht so sicher, dass es die kleine, politisch-korrekte EU sind wird, die eine Katastrophe auslösen wird. Die grosse Konfrontation könnte aber zwischem der machtbewussten und hochgerüsteten U--S--A (in der Rolle Englands) und dem höchst tüchtigen, selbstbewussten und aufstrebenden China (in der Rolle des wilhelminischen Deutschlands) kommen. Sekundanten in Form von Indien, islamischen Ländern, Russland, N-Korea etc. werden sich finden lassen. Wirtschaftliche Gründe, die ja 1914 und 1939 wohl keine zu geringe Rolle spielten, gibt es ja auch zur Genüge.

    • Wertkonservativer
      12. Mai 2011 11:35

      Da bin ich genau der gleichen Meinung wie @Konrad Loräntz!
      Warum, werte Herren Maierhofer und Paige, wollen Sie der EU, die weltpolitisch ja wirklich ein kleiner Player ist, unbedingt die Schuld an den vielen derzeitigen und kommenden Unglücks-Szenarien geben?

      Das kann ich einfach nicht verstehen! Das, was Sie der EU vorwerfen, sind lediglich kleine peanuts gegenüber den großen Verwerfungen, die durch die explosive Entwicklung der globalen Weltsituation auf die gesamte Menschheit zukommen werden.
      Nochmals: Schuldenfalle (weltweit), Gurkenkrümmung, Überfremdung; alles gefährliche bzw. unangenehme Entwicklungen. Jedoch der EU die Hauptschuld an diesen Entwicklungen zu geben, halte ich für ungerecht und - Verzeihung - auch für unredlich!
      Nichts für ungut, werte Herren!

  52. Observer
    09. Mai 2011 07:06

    WK I: wie AU richtig ausführt, war die Österr.-ungar. Monarchie aufgrund der verschiedenen Kulturen und Sprachen nicht mehr zusammenzuhalten. Ähnliches spielte sich auch in anderen Gebieten ab. Tito war es nur im Nachkriegseuropa gelungen, während seiner Lebenszeit den Balkan zu vereinen.
    WK II: genau genommen war es eine Folge vom WK I bzw. den demütigenden Verträgen von Versailles etc. Auch der zuerst vielgelobte Völkerbund hatte total versagt. Der Zivilschutz und die Lebensmittelversorgung war besser organisiert, daher gab es - zumindest anfangs - unter der Zivilbevölkerung weniger Tote.

    In der Zwischenzeit sind 90 bzw. 65 Jahre vergangen, neue Generationen entstanden und völlig neue Herausforderungen auf uns zugekommen. Überlassen wir daher die Ursachenforschung sowie die späteren Auswirkungen beiden Weltkriege den Historikern, eine Wiederholung findet in dieser Form sicher nicht mehr statt. Anders sieht es in Indien, China, Indonesien und der arabischen Welt aus, dort hat die Aufarbeitung der Vergangenheit erst begonnen.

    • Johann Scheiber
    • Undine
      09. Mai 2011 09:39

      @Johann Scheiber

      Danke für den höchst interessanten Link!

      Es scheint damit gesichert zu sein, daß KATYN nicht die einzige Kriegslüge war, die über so viele Jahrzehnte mühsam aufrecht erhalten werden konnte. Es existieren also "mehrere Katyns"!

      Ich fürchte nur, daß die Ergebnisse von SUWOROWS Forschung nicht in dem dafür nötigen Ausmaß veröffentlicht werden, da man sich das zurechtgebastelte Geschichtsbild auf gar keinen Fall zerstören lassen will.

      Suworow schreibt: "Durch einen TRICK wurde aus schwarz weiß, indem man bewies, daß die Deutschen mehr Panzer besaßen."
      Dabei hatten die Sowjets 24 000 Panzer, die Deutschen 3 410 Panzer an der Ostfront.

      Weiters schreibt Suworow: " Der Kommunismus hinterließ nicht nur ein anthropologisch falsches Menschenbild. Zu seinem Erbe zählt auch ein falsches Weltbild, in dem STALIN als der heimtückisch ÜBERFALLENE glänzt"

      "Der Invasionsplan (Stalins) existierte also. Nur weil die erbeuteten deutschen Archive strengster Geheimhaltung unterlagen, war es möglich, diesen Plan (Stalins) jahrzehntelang geheimzuhalten“, schließt Suworow das geheimnisvolle Kapitel des historischen Totschweigens (S. 236.)"

    • Johann Scheiber
      09. Mai 2011 10:13

      @Undine

      Ich habe Suworows erstes Buch: "Der Eisbrecher, Hitler in Stalins Kalkül" bei dessen Erscheinung gelesen. Spätestens seit damals ist doch auch ein Historikerstreit um dieses Thema entbrannt. Skurilles Detail am Rande: Jörg Haider hat bald darauf auch ein Buch mit dem Titel "Der Eisbrecher" herausgegeben.

      Ich denke, dass die Teilung Europas geplant war, dass Hitler dazwischengefunkt hat, dass diese Teilung dann aber doch mit Unterstützung der Amerikaner etabliert wurde.

    • Alexander Renneberg
      09. Mai 2011 22:20

      "der große wendig" hilft da weiter.
      richtigstellungen zur zeitgeschichte.

  53. Anton Volpini
    09. Mai 2011 07:01

    In der Vorwoche ist der letzte Soldat des ersten Weltkrieges gestorben und vergangenen November hat Deutschland die letzte Rate der Reparationszahlungen getilgt.
    Wie groß muß der Hass der Franzosen und Engländer auf Deutschland gewesen sein, daß sie den Deutschen eine lebenslange Bürde auferlegten!

    • byrig
      10. Mai 2011 00:15

      wenn man gewisse britische fernsehserien betrachtet muss man glauben,diesen hass gibt es noch immer.aufgeflackert ist er ja unmissverstänlich btritt der schwarz-blauen regierung 2000.
      schade eigentlich.denn ich mag die briten,irgendwie.

    • Undine
      10. Mai 2011 11:16

      @byrig

      Jaja, unsere arroganten Vettern, die Angelsachsen! Ich mag sie ja auch! Aber sie kommen mMn schwer über den Umstand hinweg, daß ihr Königshaus mit dem deutschen Hochadel mehr als verbandelt ist. Und Wegleugnen ist schwer möglich. Prinz Philipp ist ja nicht der erste Deutsche im Hause Windsor. Wenn auch der Prinz Philipp seinen früheren Namen "von Battenberg" ablegen mußte und als "von Mountbatten" Karriere als Prinzgemahl machte--- das liegt eben vielen Briten doch im Magen. :-)





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