Die Freiheit der Demokratie und ihre ahnungslosen Feinde

Autor: Leo Dorner

Die massive Korruption in der Slowakei und eine Dissertation

Autor: Elmar Forster

Hass in Favoriten

Autor: Georg Vetter

Corona: Nicht alle leiden ...

Autor: Rachel Gold

"Waffenlager“

Autor: Rachel Gold

Ein gelungener Rutsch ins Neue Jahr ...

Autor: Werner Milota

„Crisis? What Crisis?“

Autor: Elmar Forster

Krisen-Gewinnler

Autor: Markus Szyszkowitz

Chinas Aufstieg und Europas Bankrott

Autor: Andreas Tögel

Verunsicherte Kinder

Autor: Rachel Gold

Weitere Gastkommentare

Abonnenten können jeden Artikel sofort lesen, erhalten anzeigenfreie Seiten und viele andere Vorteile. Ein Abo (10 Euro) ist jederzeit stornierbar. Nicht-Abonnenten können Artikel und die "Spannend"-Hinweise zu Texten anderswo erst nach 48 Stunden lesen. 

weiterlesen

SN-Kontroverse: Islamische Demokratie?

Unter dem Titel “Kontroverse” gibt es in jeder Freitag-Ausgabe der Salzburger Nachrichten eine Doppelkolumne, in der Katharina Krawagna-Pfeifer und ich jeweils zum gleichen, von der SN-Redaktion vorgegebenen Thema schreiben. Und zwar ohne dass man gegenseitig die Texte vorher kennt.

Diese Woche steht die “Kontroverse” unter dem Titel:

Ist der arabische Islam mit der Demokratie vereinbar?

In der Folge finden Sie die beiden – unverändert wiedergegebenen – Kolumnen. Dadurch soll dieser kreativen und spannenden Idee auch hier ein Forum gegeben werden.

Sehnsüchte sind unausrottbar

Katharina Krawagna-Pfeifer war Innenpolitikerin der SN, Innenpolitikchefin sowie Leiterin des EU-Büros des “Standard” und SPÖ-Kommunikationschefin. Sie arbeitet jetzt als Publizistin und Kommunikationsstrategin (kkp.co.at).

 Natürlich kann man sich auf den Standpunkt stellen, wonach die Frauen und Männer, die von Tunesien ausgehend die Jasmin-Revolution in den arabischen Ländern vorantreiben fehlgeleitete Anhänger der Moslembrüder oder fundamentalistischer Fanatiker sind. Aber Tatsache ist, dass die Revolution von der „Generation Facebook" ausgeht. Diese lässt sich nicht einmal, wie jetzt in Libyen zu sehen ist, von einem offenkundig psychopathischen Diktator, der das eigene Volk mit Kampfflugzeugen niedermetzeln lässt, von ihrem Drang nach Freiheit und der Sehnsucht nach einem besseren Leben abhalten.

 Dies allein sollte reichen, um Hochachtung vor den Menschen auf den Straßen von Tripolis, in Kairo, in Sanaa oder Marokko zu haben. Die Generation 2011 läutet das Ende des „arabischen Systems" ein. Es ist entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg. Seine Hauptinstitution ist die Arabische Liga, die im Rahmen der Dekolonialisierung geschaffen wurde durch Revolutionäre der Befreiungsbewegungen, putschende Militärs, von Königen und Stammesfürsten. Sie beherrschten unter dem Schutz der alten Kolonialmächte die nach 1945 entstandenen neuen unabhängigen Staaten. Die 2011er wollen dieses „arabische System" nicht mehr länger ertragen. Es hat den meisten kein besseres Leben gebracht, sondern Unterdrückung, Armut, wenige Chancen auf Bildung und keine demokratischen Standards. Statt funktionierender Rechtssysteme gab es Elitekorruption auf höchstem Niveau. Alles zusammengenommen ein guter Nährboden für religiöse, nationalistische und andere Fundamentalisten. Wenn die diktatorischen Kleptokratien in der arabischen Welt keinen Nährboden mehr haben, werden auch hier Demokratien entstehen können. Es kann dauern, doch sie ist möglich. Weil die Sehnsüchte der Menschen sind unausrottbar.


Revolutionsgeiles Wunschdenken

Andreas Unterberger

Lebhafte Zweifel und ein wenig Trotz-Allem-Hoffen löst die gestellte Frage bei mir aus. Amüsant ist aber jedenfalls die plötzliche Revolutionsgeilheit der europäischen Linken. Hat sie doch jahrzehntelang die dortigen Diktaturen für voll vereinbar mit dem Sozialismus gehalten. Waren doch Tunesiens wie Ägyptens Staatspartei Teil der Sozialistischen Internationale. Hat sich doch Bruno Kreisky mit keinem anderen arabischen Potentaten neben Jassir Arafat so innig und händchenhaltend gezeigt wie mit dem libyschen Schlächter, Terrorist und Erpresser Muammar al-Gadafi. Haben doch noch vor ganz wenigen Wochen der ORF und andere Kreisky-Fans dessen nahostpolitische Weitsicht wieder einmal unkritisch bejubelt. Ähnlich blamiert haben sich in Sachen Libyen freilich auch Jörg Haider und seine blau-orangen Freunde.

Auffällig ist, dass mit Ägypten und Tunesien die mildesten arabischen Diktaturen als erste gefallen sind. Dient das nun anderen Diktatoren als Lehre, das man noch viel brutaler sein muss? Von China über Kuba, Iran, Burma, Simbabwe bis Libyen sind ja Herrscher mit einer solchen Strategie tatsächlich „erfolgreich". Gleichgültig, ob nun Kommunismus, Sozialismus oder Islamismus ihre Ideologie ist.

Viele europäische „Experten" sehen nach den Umstürzen eine rechtsstaatliche Demokratie ausbrechen. So wie sie das ja etwa auch nach dem Sturz des Schah getan haben. Wie wir heute wissen, wurde im Iran aber alles nur viel, viel schlimmer. Ganz grundlos ist jedenfalls auch die große Zukunftsangst der ägyptischen Christen nicht, ebenso sind die irakischen erst unter der Demokratie vertrieben worden. Und wenn in Kairo derzeit ein radikaler Prediger aus Katar am meisten bejubelt wird, der „bis zum Allerletzten" zur Tötung der Israelis aufruft, dann ist das vor allem eines: beklemmend. Es wird aber vom revolutionsgeilen europäischen Wunschdenken ignoriert. 

zur Übersicht

einen Kommentar schreiben

Teilen:
  • email
  • Add to favorites
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Twitter
  • Print

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Februar 2011 09:47

    @ Frau Krawagna-Pfeifer

    'Sehnsüchte sind unausrottbar', das ist richtig.

    Eine Religion, die die Frau unterdrückt, die Emanzipation erst zulassen muß (aber noch lange nicht zulassen wird, Feudalherrscher, Despoten und Diktatoren und die Armut tun ihr übriges), die wird noch lange nicht zu einer Demokratie fähig sein.

    Es wird bei unseren Wünschen für diese Menschen bleiben, eben bei der Sehnsucht.

    @ Dr. Unterberger

    'Viele europäische „Experten" sehen nach den Umstürzen eine rechtsstaatliche Demokratie ausbrechen.'

    Auch bei diesen 'Experten' ist der Wunsch der Vater des Gedanken und sie denken in unseren Dimensionen.

    Daß der Islam eine andere Dimension ist, die wir weder verstehen noch demokratisch behandeln können, das sollte längst jedem hier einleuchten. Da haben wir es nicht mit Multi-Kulti zu tun und nicht mit 'Integration', sondern mit Krieg bis aufs Messer.

    Wir können nicht die Probleme des Islam lösen, ja nicht einmal unsere eigenen und schon gar nicht unsere eigenen mit dem Islam, dazu müssten wir erst Rot-Grün überzeugen oder abwählen.

    Wünschen wir den Ägyptern, Tunesiern und den Lybiern, daß es dort im Sinne der dortigen Menschen für die dortigen Menschen besser werden möge.

  2. Ausgezeichneter KommentatorReflecting
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Februar 2011 10:40

    Ohne unmittelbare Kenntnis der Situation vor Ort ist es schwierig, ja vielleicht sogar vermessen, präzise Aussagen über das Warum oder das Ziel der derzeitigen Entwicklungen im arabisch/islamischen Raum machen zu wollen. Man ist daher gut beraten, nur den Versuch zu unternehmen, sich auf Grund einer Symbiose aus aktuellen Informationen und aus historisch bekannten Fakten, die immer und überall nachwirken und trotz aller Veränderungen ihre Wirksamkeit haben, sinnvolle Schlussfolgerungen zu ziehen.
    Im Falle der revolutionären Ereignisse in den islamisch/arabischen Ländern kristallisieren sich für den interessierten Beobachter auf Grund der erwähnten Quellen schon einige handfeste Fixpunkte heraus.
    Punkt 1): Die Unruhen scheinen in erster Linie in der sozialen Lage der Mehrheit der Menschen ihren Ursprung zu haben.
    Punkt 2): Die Kluft zwischen der Lehre des Islam und der von der herrschenden Klasse und sonstigen Oberschichten gelebten Praxis ist immer größer geworden; durch die hohe Geburtenrate ist das Missverhältnis noch verstärkt worden.
    Punkt 3): Es geht nicht so sehr um Demokratie oder Menschenrechte, wie das wishful thinking in Europa und den USA lautet, sondern vielmehr um eine nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen in allen Bereichen. Dabei ist nicht primär, wie dies erreicht wird, sondern dass es erreicht wird. Deng Xiaoping soll gesagt haben, dass es bedeutungslos sei, ob die Katze schwarz oder weiß sei, Hauptsache sei, sie fängt Mäuse.
    Punkt 4): Da ist ferner das offenkundige Missverhältnis im religiösen Verständnis zwischen Glaubenslehre und Glaubenspraxis bei den verschiedenen Bevölkerungsschichten. Die herrschende Klasse und die in der Regel für ihr soziales Verständnis nicht berühmten Oberschichten geben zwar vor, fromme Moslem zu sein, verstehen es aber zu verbergen, der Lehre Mohammeds in allen Belangen mit Eifer zu folgen. Es ist nicht bekannt, dass sie der dritten (Zakat) der fünf Säulen des Islam eine besonders große Vorliebe abgewinnen könnten oder sie großzügig praktizierten - nämlich den Armen zu helfen oder sie zu unterstützen, um auf eigenen Beinen stehen zu können. Der „kleine Mann“ in Tunesien, Ägypten oder in anderen islamisch/arabischen Ländern ist gläubig, für ihn ist zuallererst und ausschließlich der Koran absoluter und alleiniger Quell des Glaubens und Richtschnur im Leben. Er sieht täglich, wie wenig ernst die „Gstopften“, wie sie ein einstiger österreichischer Minister nennen würde, das Hilfegebot des Koran nehmen, wie sie mit den „Ungläubigen“ ihre Geschäfte und sonstigen „deals“ machen und wie wenig ihnen ihr Schicksal am Herzen liegt.
    In abgewandelter Form sind dies ernste und tief gehende Bruchstellen in jeder Gesellschaft und nicht nur im arabisch/islamischen Raum!
    Punkt 5) Man wir wahrscheinlich wieder den schon mehrmals angestellten Versuch aktivieren, so etwas wie einen islamischen Sozialismus auf die Beine zu stellen. Da sich bisherige einschlägige Versuche als wenig dauerhaft oder tauglich erwiesen haben, wird es nicht genügen, nur alte Hüte hervorzuholen, sondern man wird Neues wagen wollen und müssen. Es sollte nicht überraschen, wenn für die vielen Probleme im arabisch/islamischen Raum letztenendes doch die Moslembrüder eine Antwort in Form einer Reformation der arabisch/islamischen Gesellschaft haben könnten. Dies schon deshalb, weil sie langjährige politische Erfahrung haben und vor allem über eine Struktur verfügen, die in der einen oder anderen Form weit über die Grenzen Ägyptens in den arabischen Raum wirkt. Sie haben sich scheinbar von einem islamistischen Konzept freigemacht und vertreten, wenn ich die bekannten Ideen korrekt verstanden habe, eine Richtung, die zwar einem strengen Islam mit einer starken sozialen Komponente entsprechen dürfte, aber lernfähig zu sein scheint. Das ist auch die Basis, auf der sie sich mit den Vorstellungen des türkischen Ministerpräsidenten treffen könnten. Mit den Moslembrüdern, wie sie sich derzeit darstellen, können sicherlich auch die Militärs leben. Gerade die Verbindung Militär und Moslembrüder könnte eine stabile Zukunftsoption für die ganze Region sein. Fakten sprechen dafür, dass nicht Demokratie in der abendländischen Vorstellung, sondern eine Gesellschaft, die dem Prinzip „law and order“ sowie den religiösen Bedürfnissen in Lehre und Praxis der großen Mehrheit der arabischen Bevölkerung gerecht wird, Hoffnungsträger sein dürfte.
    Punkt 6) Europa würde gut daran tun, die im vorhergehenden Punkt darge-stellte Möglichkeit positiv zu sehen, und vor allem zu bedenken, dass sich so manche Alternativen als höchst unproduktiv und unvorteilhaft erweisen könnten.
    Punkt 7) Europa und das übrige „Abendland“ sollte endlich begreifen, dass es sinnvoller, produktiver und vor allem zukunftsorientierter ist, nicht dauernd anderen Kulturen Demokratie und verbose Menschenrechte beibringen zu wollen, sondern sie ihrer eigenen gesellschaftlichen Entwicklung in Respekt und Anstand zu überlassen.
    Der nordafrikanische Raum ist der natürliche Partner Europas; bisher hat man mit wenig durchdachten Mitteln versucht, diese Partnerschaft auf die Beine zu bringen, und hat man darüber hinaus auch noch den Fehler gemacht, es mit untauglichen Partnern in dieser Region machen zu wollen. Die Ereignisse der jüngsten Zeit sollten auch hier zu einem Umdenken führen.
    Punkt 8) Schlussfolgerungen: Mit etwas Glück wird es in Ägypten zu einer Art Triumvirat zwischen Militärs, Moslembruderschaft und der säkularen Komponente der Gesellschaft kommen. Ein solches Triumvirat könnte die nötigen echten gesellschaftlichen Reformation evolutionär auf den Weg bringen und für die Region richtungsweisend sein.
    P.s.: Wenn im ersten Teil der Kontroverse von der Generation Facebook die Rede ist, so klingt das gut, ist aber Lichtjahre von der Realität entfernt. Eine einfache Kalkulation zeigt, dass die face-bookers nur eine Promillegröße der Gesamtbevölkerung darstellen und auch als Multiplikator nicht überbewertet werden sollten.

  3. Ausgezeichneter KommentatorCelian
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Februar 2011 14:31

    Die Generation Facebook hat die Revolution im arabisch-muslimischen Raum ermöglicht? Eine Internet-Seite hat eine Revolution verursacht?

    Der Hype um Facebook wird langsam absonderlich. Ausschlaggebend war der Gebärwillen der jungen Musliminnen, der zu einem explodierenden Bevölkerungswachstum führte. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung in diesem Raum liegt bei 24 Jahren, die Arbeitslosigkeit bei 20 bis 30 %. Das in Kombination mit den steigenden Lebensmittelpreisen hat zum Aufstand geführt. Und auch keine Sehnsucht nach Demokratie, ein schöner Gedanke zwar, der aber nur einem dieser Welt Entrückten einfallen kann, der sich und seine Community auf Facebook etwas zu wichtig nimmt.

  4. Ausgezeichneter KommentatorDI Friedrich
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Februar 2011 09:23

    Freiheitsdrang und was daraus wird.
    Drei grosse Freiheitsbewegungen fanden in den letzten Jahrzehnten statt. In den 60er Jahren befreiten sich viele Afrikanische Länder von ihren Kolonialherren. Was mit viel Jubel begann endete in Hungersnot, Bürgerkrieg, Mord und Totschlag. In den 90er Jahren befreiten sich in Osteuropa die Länder von der kommunistischen Diktatur. Wieder viel Jubel, heute sitzen sie vor unseren Supermärkten und betteln. Die dritte Freiheitsbewegung findet zur Zeit in den Arabischen Ländern statt, man braucht nicht viel Phantasie um vorherzusagen was dort nach dem Jubel sein wird.
    Freiheit ist eines der höchsten Güter in der menschlichen Gesellschaft. Die demokratische Staatsform garantiert diese Freiheit weitgehenst. Wir müssen aber auch begreifen, das dies nur in einer aufgeklärten und gebildeten Bevölkerung funktioniert.

  5. Ausgezeichneter KommentatorRosi
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Februar 2011 14:02

    1. 'Dies allein sollte reichen, um Hochachtung vor den Menschen auf den Straßen von Tripolis, in Kairo, in Sanaa oder Marokko zu haben.' Nein, liebe Frau Krawagna-Pfeifer, Leute, die unter anderem ein ägyptisches Museum verwüsten, vor denen habe ich alles Mögliche, aber sicher nicht Hochachtung.
    2. Im Übrigen finde ich die diversen Wortmeldungen der Linken zu den (teils ehemaligen) Diktatoren - jetzt plötzlich ein Schwenk um 180 Grad bestenfalls verlogen.
    3. Im Koran steht laut Aussage unseres marokkanischen Reiseführers, daß sich gutgläubige Moslems nicht längere Zeit in einem Land aufzuhalten haben, das nicht nach den islamischen Regeln, die im Koran festgeschrieben sind, regiert wird. Ich hege große Zweifel, daß laut Koran ein demokratischer Rechtsstaat eine mögliche islamisch korrekte Regierungsform darstellt.

  6. Ausgezeichneter KommentatorWertkonservativer
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Februar 2011 05:00

    Da es es in der arabisch/afrikanischen Hemisphäre nach meinem Wissen (man möge mich bitte berichtigen!) bislang keine echten Demokratien gibt, zeigt das schon einiges über den Zivilisationsstand und die Demokratiereife dieser Völker auf.

    Als normaler Zeit- und Weltbeobachter glaube ich eigentlich eher nicht, dass sich nach den revolutionären Ereignissen dieser Tage daran in nächster Zeit viel ändern wird.

    Es wird eine Zeit des chaotischen Interregnums kommen, Bruchlinien in den verschiedenen Bevölkerungsschichten (Stammesfehden) werden zu Mini- Bürgerkriegen führen, Religionsfanatiker werden ihr unheiliges Tun verstärken!
    Echte Demokratiebewegungen werden es daher schwer haben, die vielfach analphabetische Bevölkerung zu erreichen und auf ihre Seite zu bringen.

    Meine einzige Hoffnung beruht auf der Jugend dieser Länder! Da sollten und könnten sich Keimzellen für echte Demokratieentwicklung herausbilden, und somit den Teufelskreis zwischen Unwissen, Aberglauben und Machtstreben von Stammes-Potentaten durchbrechen!

    Wir Europäer (+ umliegende "Ortschaften") sollten mit Weitsicht (und ohne Schielen auf wirtschaftliche Vorteile) recht behutsam entsprechende Schritte vorsehen, um diese Bestrebungen durch intelligente Politik bestmöglich zu unterstützen!

    "Revolutionsführer", Scheichs und andere Anti-Demokraten gehören nicht gestützt, sondern gestürzt!

    Werden wir ölgeile Zivilisationsgesellschaften da auf der richtigen Seite stehen??

  7. Ausgezeichneter KommentatorGeheimrat
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Februar 2011 11:11

    Der Islam ist schon eine feine Sache!

    Die göttliche Inspiration des Korans wird ja in solch hübschen Verslein wie diesem, ganz unzweideutig offenbar:

    “Töten ist euch vorgeschrieben, auch wenn es euch widerwärtig ist. Doch es mag sein, dass euch etwas widerwärtig ist, was gut für euch ist, und es mag sein, dass euch etwas lieb ist, was übel für euch ist. Und Allah weiß es, doch ihr wisset es nicht.” (Der Quran, Sure 2:216).

    Einfach gottvoll!

    Und das ist nur ein kleines Beispiel das für hunderte andere steht.

    Es wird viele, viele Generation dauern diesen grauenhaften Schwachsinn aus den Köpfen der immer wieder auf' s Neue Indoktrinierten zu verbannen. Erst dann wird es möglich sein, Demokratie unbeeinflusst von irgendeiner Ideologiereligion zu leben. Bis es so weit ist (?), werden noch Ströme von Blut fliessen.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorsosheimat
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    26. Februar 2011 09:19

    in welchem muslimischen Staat funktioniert Demokratie und Freiheit nach unseren westlichen Werten????

    Richtig - Nirgendwo!!!

    http://sosheimat.wordpress.com


alle Kommentare

  1. Ivalene (kein Partner)
    09. Februar 2015 04:09

    type http://cialisweb.pw go cover damages http://autoinsurancelw.click quotes spammy comment http://viagraonline.club provided cases could http://cheapcialis.website doctor help though http://carinsuranceqts.com choosing car

  2. Charlie (kein Partner)
    21. Januar 2015 22:45

    Why does this have to be the ONLY rebllaie source? Oh well, gj! http://bhwlbfaxelx.com [url=http://pxpurq.com]pxpurq[/url ] [link=http://ibiydnjjo.com]ibiydnjjo[/link ]

  3. Mbangula (kein Partner)
  4. Pollet (kein Partner)
    21. Januar 2015 07:40

    You really saved my skin with this innrimatoof. Thanks!

  5. Benzzy (kein Partner)
    20. Januar 2015 09:11

    I guess finding useful, reliable intoamrfion on the internet isn't hopeless after all.

  6. Abdulrahman (kein Partner)
    20. Januar 2015 08:33

    This is exactly what I was looking for. Thanks for wrntiig!

  7. Tertullian (kein Partner)
    28. Februar 2011 13:22

    die Lehre des Islam ist nicht demokratisch;
    da der Islam nicht nur Religion ist, sondern das ganze weltliche Leben reguliert,
    kann es keinen demokratischen islamischen Staat geben - siehe IRI (Iran)!!!

  8. mahler (kein Partner)
    28. Februar 2011 12:40

    Der Titel "revolutionsgeiles Wunschdenken" sagt einiges aus. Ich halte jene Leute, die in der Politik immer nur von "Wunschdenken" und "Unmöglichkeiten" reden und auch den Satz in den Mund nehmen "Ich bin ein Realist", für die größten politischen Schädlinge und Zunichtemacher. Wenn immer nur solche Leute das Sagen gehabt hätten, gäbe es auch bei uns noch keine Demokratie. Denn in der Monarchie gab es auch bei uns genug Leute, die sinngemäß sagten: "eine Demokratie ist undurchführbar, lassen wir's einfach". Unterberger hätte damals wohl zu diesen Leuten gehört.

  9. Gennadi (kein Partner)
    28. Februar 2011 09:25

    Das ständige Hineinwerfen von Religion, in politische Konflikte, ist die eigentliche Schwierigkeit.

    In Tunesien waren es soziale Konflikte, die zu Unruhen führten. Erst dann sprangen die Islamisten auf. Unter dem Mantel einer angeblichen Volksrevolution versuchte die Muslim-Bruderschaft dann in Ägypten einen Putsch, mit ihrem "unverdächtigen" Aushängeschild El-Baradei. In Libyen schwelte schon lange der Konflikt zwischen der marxistischen "Revolution" Ghadafis und dem Machtzentrum der Islamisten im Osten des Landes, die im angrenzenden Ägypten verboten sind.

    Um handfeste Machtpolitik geht es da, nichts mit Religion. Ob der Islam mit Demokratie vereinbar ist, kann deshalb nicht die Frage sein. Mit dem pseudo-religiösen, unter Scharia-Recht stehenden Einheitsstaat, wie ihn die Islamisten anstreben, ist Demokratie jedenfalls völlig unvereinbar.

    • Francois Villon (kein Partner)
      28. Februar 2011 10:00

      Gennadi, lesen Sie doch den Link, den ich gesten angegeben habe, dann wissen Sie´s noch genauer was wirklich läuft.

      Daß das Thema völlig falsch gestellt ist, damit haben Sie recht, aber mit dem Rest nicht wirklich. Die Interessen sind etwas weiter gespannt als nur "national" mit etwas mehr sozialer Gerechtigkeit. Das mögen sich die betroffenen Völker wünschen, aber g´spielt wird´s net.

      Es handelt sich im Geopolitik, noch genauer: um amerikanische Machtpolitik, und ganz genau: um die finalen Raubkriege über Zugriff und Zugang zu den Welt-Energie-Ressourcen und deren Transportrouten.

      Wer dies aus den Augen verliert, sollte besser zu diesem Thema schweigen, denn er würde nichts Wesentliches dazu beitragen können.

  10. cmh (kein Partner)
    27. Februar 2011 19:10

    Übrigens: gibt es im Irak schon eine Demokratie? Und wenn nein, wer ist schuld daran, dass nicht?

    • Neppomuck (kein Partner)
      27. Februar 2011 23:29

      Nur Geduld.

      Die Demokratie bricht augenblicklich aus, wenn die Massenvernichtungswaffen gefunden sind.

    • Gennadi (kein Partner)
      28. Februar 2011 09:27

      Frage ist mit Ja zu beantworten. Wer daran schuld ist, warum es noch nicht besser läuft? Wahrscheinlich doch jene, die sich und andere mit Bomben zerfetzen.

  11. cmh (kein Partner)
    27. Februar 2011 19:08

    Das ist doch alles matrixig-perves.

    Wohlgenährte Mitteleuropäer sitzen vor ihren Kasteln im wohltemperierten Zuhause, verschenden keinen einzigen Gedanken darüber, woher der wohlige, wenn auch selbstverständliche Wohlstand kommt und begeilen sich an einer virtuellen Revolution mit echten Toten; dabei glauben sie doch tatsächlich, die "Demokratie" - also etwas wofür sie bei schönem Wetter nicht eine einzige halbe Stunde opferten - wäre der Schlüssel zum Paradies für alle von den eigenen LEuten unterdrückten Nordafrikaner. Als ob einer von denen bereit wäre, außer dem eigenen auch nur für ein einziges weiteres Gedeck, geschweige denn für mehr zu verteilendes zu sorgen.

    Das ist sowas von abgehoben weltfremd.

    • Gennadi (kein Partner)
      28. Februar 2011 09:37

      Der übliche falsche Blick der Linken, die Demokratie mit Umverteilung verwechseln.

  12. Francois Villon (kein Partner)
    27. Februar 2011 19:02

    Am 26. 2. 2011 kam dieser Artikel über die "arabischen Revolutionen" herein. Er beleuchtet die wahren Hintergründe der jüngsten Revolutionen, wie ich sie auch schon angedeutet hatte.

    Der Artikel ist ziemlich lang, aber er ist absolut lohnenswert ihn zu lesen, denn all das Geschwätz in unseren Medien ist nichts als Desinformation. Der Link ist angegeben.

    „Mubarak von der CIA gestürzt, weil er sich amerikanischen Plänen für einen Krieg gegen den Iran widersetzte?“ (Teil 1)

    Von Webster G. Tarpley

    Die USA erwägen die Beschlagnahme des Suezkanals. Wurde Mubarak mit dieser Drohung zum Rücktritt gezwungen? ....

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/webster-g-tarpley/mubarak-von-der-cia-gestuerzt-weil-er-sich-amerikanischen-plaenen-fuer-einen-krieg-gegen-den-iran-w1.html;jsessionid=AF3FE205D45DDA66951D2C12B1CD03E1

    • Gennadi (kein Partner)
    • brechstange
      01. März 2011 12:57

      Papier ist geduldig.

    • Francois Villon (kein Partner)
      02. März 2011 09:27

      brechstange: Sie haben ganz recht, vor allem das der heimischen und im mainstream schwimmenden Zeitungen.

      Als ich einmal mit einem Verfechter des Systems eine Auseinandersetzung über die herrschende Wirtschaftsordnung hatte, einigten wir uns auf eine „harte Diskussion“ zu der jeder Kontrahend sich seine „Sekundanten“ mitbringen könne. Meiner, ein wissender Freund, fragte v o r Beginn der Debatte meinen Widersacher, woher er denn seine Informationen beziehe. Dieser replizierte, daß er „alle Ö s t e r r e i c h i s c h e n Zeitungen lese“, was mein Freund spöttisch damit quittierte: „Damit sagen sie mir, daß sie g a r nichts lesen“. Mein Opponent mißverstand diesen Einwand, und glaubte die Übertreibung „a l l e“ Zeitungen wäre gemeint, worauf er einräumte: „natürlich nicht alle, aber alle w e s e n t l i c h e n Österreichischen“. Mein Sekundant darauf: „Sie mißverstehen mich; wenn sie nur Österreichische Zeitungen lesen, dann lesen sie n i c h t s, denn in diesen steht nichts von Bedeutung, keine zutreffende Analyse oder Fakten über welt- oder geopolitische Fragen. Wenn sie keine englisch-sprachigen, französischen und Artikel aus anderen Weltgegenden lesen, haben Sie keine Ahnung was in der Welt wirklich vorgeht.“ – Damit war die Auseinandersetzung beendet, bevor sie überhaupt begonnen hatte.

      Mir ist es natürlich völlig egal, ob Sie meinen Hinweis glauben oder nicht, und er kann, wie alles in der Welt, auch unvollständig oder Irrtümer enthalten. Man kann aber aus Umständen und Kontext sich doch eine Meinung bilden. Nur die rundweg ablehnende Reaktion kommt mir wie die von ziemlich vernagelten Köpfen vor.

      Gennadi: haben Sie Selbstgespräche geführt?

  13. Neppomuck (kein Partner)
    27. Februar 2011 11:07

    Heißt das jetzt "Faselschmeichler" oder "Faslerschmeichler"?

  14. Frondeuse (kein Partner)
    27. Februar 2011 10:09

    Die Urschel faselt von der arabischen Jasmin-Revolution...ich fass es nicht !

  15. Francois Villon (kein Partner)
    26. Februar 2011 20:03

    Die Frau Krawagner-Pfeiffer faselt von der „Facebook-Generation“, als ob das schon Geist implizierte, der hinter oder in so einer Revolution stecken mag. Das „Facebook“ … war/ist eine neue Methode für die Organisation von Revolten und Aufruhr.
    Wer wirklich dahinter steckt ist eine ganz andere Frage.

    Aber auch Dr. Unterberger laviert herum – ohne eigentlich etwas zu sagen, denn – wie noch ausgeführt – ist die Frage im Grunde sinnlos. Was könnte man darauf schon sagen.

    Das hier aufgeworfene Thema, ob der arabische Islam mit der Demokratie vereinbar sei, scheint mir ein typisches, im westlichen main-stream liegendes „Problem“ zu sein. Die Frage unterstellt offenbar bereits einige (Vor-)Urteile:

    1. als ob die Demokratie ein besonderer Wert wäre
    2. ob es verschiedene Arten des Islam gäbe und
    3. ob so eine Mischung denkbar oder gar möglich sei.

    Wenn man sich die Lage in der Welt und dann auch im Besonderen in Nordafrika ansieht, so ist auch ohne Expertise unmittelbar klar, daß ein riesiger Anteil an Menschen hungert bzw. verhungert. Die Parolen von der Freiheit nähren sie keine 3 Tage, überdies hat Freiheit mit Demokratie ohnedies kaum was zu tun. Aus Sicht der Betroffen hat also Pkt. 1 Priorität 795.

    Der 2. Pkt. ist möglicherweise mit ja zu beantworten, aber die Essenz ist – wenn man dann immer noch vom Islam sprechen sollte – daß er, wie dies schon mehrfach festgestellt wurde, einen Vorrang vor diesen westlichen Konzepten eines laizistischen Staates beansprucht. Damit ist die Frage im Thema bereits als absurd erwiesen und hinfällig geworden, d.h. auch Pkt. 3 ist erledigt.

    Brecht sagte: Erst kommt das Fressen, dann die Moral. Wie die Massenpsychosen, die zwar Hunderttausende mobilisieren können, um auf die Straße zu gehen, das mit dem Fressen hinkriegen, nun - da bin ich gespannt. D. h. eigentlich nicht, denn es ist ohnedies klar: überhaupt nicht. Die einzige und existenzielle Frage ist also: wie ernähre (kleide und behause) ich die Abermillionen, ohne daß sie als „Asylanten“ Europa überschwemmen – und hier mangels hier brauchbarer Kenntnisse – als Bodensatz der Gesellschaft dem nächsten Bürgerkrieg die Voraussetzungen schaffen.

    Amerikanische „Vordenker“, wie Huntington (Clash of Civilisations), meinten in Bezug auf Kulturen, die „aufzuholen hätten“, daß dafür die Demokratie keinesfalls die beste Option sei, sondern eine mehr autokratische (um nicht zu sagen „diktatorische“) Ordnung bessere Ergebnisse liefere. Und selbst bezüglich der Erhaltung der globalen Vormachtstellung der USA kam er zu analogen Schlüssen.

    Ich kann das hier nicht ausführen, bin aber gerne bereit, wenn nötig nachzuholen oder auf Wunsch zuzusenden.

    Der zweite Teil der Frage, der der Religion, ist von besonderer Dummheit oder Arroganz. Warum sich immer Außenstehende hier anmaßen die für eine Religion „gültigen“ Dogmen zu verzapfen? Wenn dies zB die katholische Kirche mit ihrer Glaubenskongregation tut, nämlich authentisch festzustellen was nun Glaubensinhalt dieser Religion ist, geifern die Atheisten und Feinde der Kirche, maßen sich aber selber an ihrerseits festzustellen, „was Sache sei“.

    Nicht daß ich den Islam verteidige, er ist eine Religion die m.A. längst nicht an das Niveau der christlichen heranreicht, aber er ist wie er ist. Und man sollte das als Faktum hinnehmen und die Frage stellen, was angesichts dieser „Randbedingung“ möglich ist. Wobei, wie gesagt, es vor allem auch darum geht: „… gib uns unser tägliches Brot!“ – alles andere ist pharisäerhaft und letztlich dumm, weil es weder die akuten Probleme löst, noch überhaupt mit Aussicht auf Erfolg durchgeführt werden könnte. Nicht einmal, wenn man die dafür unvermeidlichen (Menschen-)Opfer brächte.

    Und zuletzt, zum Drüberstreu´n: wo sind die geistigen Führer dieser „Revolutionen in den islamischen Ländern“; ein Kant, Fichte, Schelling, Hegel oder die englischen, französischen, spanischen, russischen, … Denker und Leitfiguren? Es gibt sie nicht. Was wir hier sehen sind Massen, führungslose Haufen, die weder heute noch morgen wissen, wie es weitergehen soll.

  16. Celian
    26. Februar 2011 19:53

    Dunkel war's, der Mond schien helle,
    Schnee lag auf der grünen Flur.
    Als ein Wagen blitzeschnelle
    langsam um die Ecke fuhr.

    Ungefähr so widersinnig ist das Wortpaar "Islam" und "Demokratie". Da der Islam despotisch zu regieren gedenkt und niemanden - keine Christen, die er als Dhimmis denunziert, neben sich und die Trennung von Staat und Kirche nicht anerkennt, kann Demokratie je auf muslimischen Boden stattfinden.

  17. Michael RAMI
    26. Februar 2011 18:25

    "Natürlich kann man sich auf den Standpunkt stellen, wonach die Frauen und Männer, die von Tunesien ausgehend die Jasmin-Revolution in den arabischen Ländern vorantreiben fehlgeleitete Anhänger der Moslembrüder oder fundamentalistischer Fanatiker sind."

    Wieder einmal ficht Frau Krawagna-Pfeifer ihren härtesten Kampf mit der Rechtschreibung aus. Ein Beistrich- und ein Fallfehler, und das gleich im allerersten Satz - Respekt!

    • Francois Villon (kein Partner)
      26. Februar 2011 20:05

      Herr Rami, sie haben recht sich aúf die Grammatik und Orthographie zu stürzen. Zum Inhalt ist ja leider kaum was zu sagen.

    • dieba (kein Partner)
      26. Februar 2011 21:09

      "Dient das nun anderen Diktatoren als Lehre, das man noch viel brutaler sein muss?"

      Von Andreas Unterberger ist aber auch nicht schlecht.

      :-)

  18. Rainer (kein Partner)
    26. Februar 2011 17:27

    "Statt funktionierender Rechtssysteme gab es Elitekorruption auf höchstem Niveau."

    Im grassernen Gegensatz zu einem vorbildlichen Rechtssystem, wie es Österreich sein Eigen nennen darf. Thumbs up!

  19. Robert Bond (kein Partner)
    26. Februar 2011 17:26

    @Wolfgang Schrems

    1.) Fakt. Im Koran findet sich kein einziger Vers, in dem den Muslimen eine bestimmte Staatsform vorgeschrieben oder nahegelegt wird. Wie sich Mohammed verhalten haben mag, ist da von untergeordneter Bedeutung.

    2.) So wurde z.B. die Machtteilung zwischen Khalif und Sultan begründet. Wenn Sie wollen, kann ich die Quellen nachschlagen. Der Slogan "din wa daula" ist übrigens ziemlich jung und dürfte irgendwann im späten 19. Jahrhundert entstanden sein.

    3.) Warum nicht. Fundamentalistische Gruppen hatten ja auch Anteil an der Entstehung der amerikanischen Demokratie.

    5.) Wir befinden uns im Jahr 1055, also 11 Jahre vor der Schlacht von Hastings. Das Unterwerfen und Knechten von Völkern fand man damals nirgendwo anstößig. Das Funktionieren eines politischen Konzepts im Mittelalter kann man nicht aus heutiger moralischer Perspektive bewerten. Die Frage ist: was kann man daraus für die Gegenwart lernen?

    6.) Dass sich Gandhi (wie viele andere Hindus) in der Khilafat-Bewegung engagierte ist Fakt. Über die Interpretationen kann man diskutieren. Die Annahme, das könnte etwas mit der britischen Bevorzugung der Wahabiten zu tun haben, scheint mir nicht soooo weit hergeholt.

    • Wolfram Schrems (kein Partner)
      28. Februar 2011 11:54

      Ad 1.) Wie sich Mohammed verhalten hat, ist für seine Anhänger von absoluter, normativer Bedeutung. Nicht gewußt?

      Ad 2.) "Din wa daula" ergibt sich der Sache nach aus der Vorgangsweise Mohammeds. Vielleicht ist der Slogan sehr spät formuliert worden (um Axiome zu formulieren, braucht man ja auch Intelligenz und das Vorbild anderer, vorzugsweise von Christen, das kann dann schon einmal ein bißchen länger dauern), kein Mullah würde aber das Prinzip bestreiten. Steht übrigens auch in den Religionsbüchern an österr. Schulen.

      Ad 3.) "Fundamentalismus" ist eben ein vieldeutiger Begriff, mit dem völlig unterschiedliche Dinge bezeichnet werden. Sie sollten von diesen Schlagwörtern dringend Abstand nehmen.

      Ad 5.) Die Herrschaft der Normannen in England mit der der Türken am Balkan zu vergleichen, ist vollkommen abwegig.

      Ad 6.) Wenn man die Wirklichkeit nicht sehen WILL, sieht man sie eben nicht. Gilt auch für Gandhi. Wahhabiten oder Kalifats-Bewegung, das ist dann für die Geknechteten auch schon Powidl.

  20. Wolfram Schrems (kein Partner)
    26. Februar 2011 14:57

    Antwort, besonders auf KKP:

    Ist nicht vereinbar.

    Haben wir jetzt 1400 Jahre lang gesehen. In den letzten paar Jahrzehnten immer deutlicher.

    Außer man definiert "Demokratie" um die Herrschaft des alle paar Jahrzehnte revoltierenden Pöbels und aufständischer Militärs, die dann ihrerseits wieder ein Terrorregime errichten. (Nach Platon: "Ochlokratie".)

  21. Hansi Glaser (kein Partner)
    26. Februar 2011 12:40

    Gestern in der ZIB wurde über die libysche Botschaft in Wien berichtet und dabei das Messingschild am Eingang gefilmt. Nur ganz ganz kurz, fast verschämt. Wohl weil darauf zu lesen war:

    Sozialistische Libysch-Arabische Volks-Dschamahirija

    Also die amtliche Bezeichnung des Landes Libyen. Ekelhaft.

    • Neppomuck (kein Partner)
      26. Februar 2011 15:13

      Was daran wäre jetzt „ekelhaft“?
      Die kurze Zurschaustellung der Tafel oder ihr Inhalt?

      Die DDR sah sich als 'Deutsche Demokratische Republik', oft auch als „Volksdemokratie“ (eine ähnliche Tautologie finden wir hier auch), „sozialistisch“ war sie sowieso, und „Dschamahirija“ bedeutet eben nichts anderes als „Volks-Republik“. Also auch hier der verräterische Gebrauch des Begriffs „Volksvolks …“, der nichts Gutes verheißt.
      Dass „sozialistisch“ nichts mit „sozial“ zu tun hat, sollte man heute nicht mehr erwähnen müssen.

      Spannender wäre es, darüber nachzudenken, was es heißen soll, ob der „arabische Islam mit der Demokratie zu vereinbaren wäre“.

      Ist das eine besondere Spielart des Islam, die nichts mit dem doch sehr an eine restriktive „Staatsreligion“ gemahnenden ‚sonstigen Islam’ zu tun hat, oder bezieht sich dieses Spezifikum nur auf die geographische Position, sprich auf den „Maghreb“ inklusive Ägypten, Saudi-Arabien etc. einmal ausgeklammert?
      Wahrscheinlicher scheint mir Zweiteres zu sein, denn im vorder- und mittelasiatischen Raum verträgt sich „der Islam“ nirgendwo mit der Staatsform „Demokratie“, die ja (u. a.) die freie Wahl des Glaubens als unverzichtbares Fundament ihrer selbst festgeschrieben hat.

      Außerdem sollte man nachfragen, ob die Einführung der Demokratie, lt. Oswald Spengler „die vollendete Gleichsetzung von Geld und politischer Macht“ (siehe „Untergang des Abendlandes“), eine übrigens sehr resignative, aber nicht realitätsferne Darstellung, in diesen Schwellenländern überhaupt zu verantworten wäre.
      Zumal diese Staatsform in den Ländern der „ersten Welt“ doch nur deshalb (noch) aufrecht ist, da sie auf einem wesentlich höheren Niveau stattfindet; das heißt, die „Teilhabe“ an Geld und (politischer) Macht scheint für die Masse erträglich zu sein.

      Was aber nützt dieses „Vergnügen“, an der „res publica“ mitdrehen zu können, wenn man nichts zu fressen hat?
      Hier werden Begehrlichkeiten geweckt, die nicht zu erfüllen sein werden.

      Und auf „niedrigem Niveau“ zu scheitern ist doppelt schmerzhaft.

    • Francois Villon (kein Partner)
      26. Februar 2011 20:08

      Hansi, bist ein wahrer Aufrechter; wir brauchen Dich.

  22. Robert Bond (kein Partner)
    26. Februar 2011 11:56

    Da diese Diskussion erwartungsgemäß recht faktenfrei geführt wird, hier ein paar historische Eckdaten:

    1.) Im Koran findet sich kein einziger Vers zur einer bevorzugten Staatsform. Allenfalls lässt sich eine leichte Abneigung gegen die Monarchie erkennen (Pharaonen und andere Könige kommen schlecht weg), was ganz der Haltung der Araber zu Mohammeds Zeit entsprach.

    2.) Am Ende seines Lebens betraute Mohammed verschiedene Leute mit unterschiedlichen Aufgaben, wobei viele Kommentatoren einen Ansatz zur Trennung von Religion und Staat erkennen wollen.

    3.) Die Frage nach der Legitimation politischer Macht war im Islam von Anfang ein zentrales Thema. Demokratische Ansätze gab es bereits kurz nach Mohammeds Tod. Interessanterweise waren es gerade besonders "fundamentalistische" Gruppen, die auf Selbstbestimmung und die Wahl ihrer Anführer Wert legten (Oswald Spengler zog hier Parallelen zum Protestantismus).

    4.) Historisch mag es eine Schwäche des Islam gewesen sein, dass er nie eine weithin akzeptierte Theorie der politischen Macht entwickelte. Der verbreitete Despotismus in der islamischen Welt rührt nicht daher, dass der Koran diesen vorschriebe, sondern daher dass Macht im Islam immer zur Diskussion stand und daher von den herrschenden immer mit recht rüden Mitteln unmittelbar hergestellt werden musste. Im christlichen Europa fand man dagegen zu Strukturen, die über lange Zeit sowohl von der Intelligenz als auch vom größten Teil der Bevölkerung (mit erstaunlicher Duldsamkeit) akzeptiert wurden.

    5.) Die türkischen Seldschuken entwickelten ab 1055 mit der Teilung der Macht zwischen Khalif und Sultan ein Konzept, dass dann viele hundert Jahre recht gut funktionierte und auf eine Trennung zwischen Religion (Khalifat) und weltlicher Herrschaft (Sultanat) hinauslief.

    6.) Das Khalifat wurde nach dem 1. Weltkrieg auf Druck der Briten abgeschafft. Das führte besonders in Indien zu heftigen Protesten, an denen sich sogar Hindus beteiligten. So war Gandhi ab 1919 in dieser "Khilafat-Bewegung" aktiv. Offenbar wusste die islamische Intelligenz Indiens, was ohne Khalifat droht: Der steigende Einfluss wahabitischer Betonköpfe auf den Islam.

    • Robert Bond (kein Partner)
      26. Februar 2011 11:57

      PS: Sorry für die Tippfehler...

    • Wolfram Schrems (kein Partner)
      26. Februar 2011 14:54

      @Robert Bond
      ad 1) Ist falsch, weil aus den islamischen Quellen eindeutig hervorgeht, daß Mohammed sämtliche Bereiche des Lebens regelte UND Entscheidungen ohne erkennbare Grundorientierung, also willkürlich, traf. Daraus ergibt sich als Staatsform nur die absolute Despotie.
      ad 2) "Viele Kommentatoren"? Welche? Diese Trennung von Staat und Religion wäre vollkommen gegen die Ratio des islamischen Systems (din wa daula). Die "vielen Kommentatoren" "wollen" eben etwas gerne erkennen, nur gibt es das nicht.
      ad 3) "Demokratische Ansätze" bei "fundamentalistischen Gruppen"? Sehr interessant.
      ad 4) Genau: Das Vakuum an reflektierter politischer Theorie und gerechter und homogener Rule of Law erzeugt notwendigerweise Despotismus, zumal sich Allah auch an keinerlei Regeln hält (Willkür).
      ad 5) Funktionierte gut. Können die unterworfenen, geknechteten und vernichteten Völker gut bezeugen.
      ad 6) "Offenbar" können Sie sich für absurde und faktenfreie Spekulationen erwärmen.

    • Celian
      26. Februar 2011 21:01

      Danke Wolfram Schrems für diese Klarstellung.

  23. S. Oberreit (kein Partner)
    26. Februar 2011 11:35

    Das Argument der Frau K-Pfeifer, hinter der Revolution würde die Facebook-Generation stecken und nicht die Islamisten, ist ja extrem hanebüchen.

    Ja Potzpbitz auch Islamisten, Muslimbrüder und Terroristen nutzen die "neuen" Kommunikatrionsmittel wir Internet, Facebook......
    Wer auf der einen Seite die guten facebookuser sieht und auf der anderen die böpsen Islamisten (wobei die ja bei Frau K-Pfeifer auch nicht wirklich böse sind) der msus schon sehr sehr naiv sein oder er hält die andern dafür.

    Frau K-Pfeifer ist der schreibende Beweis wie dummm und ideologisch verblendet die rezente linke "Elite" ist.

    Um zu überprüfen, ob Demokratie und Islam vereinbar sind, bräuchte man nur das Naheliegenste tun, sich alle Staaten/Regionen in denn mehrheitlich Moslems leben ansehen (schon mal was von Empirie gehört Frau K-Pfeifer?). Und dann fällt das Ergebnis mehr als eindeutig aus.

    Auch die früher von Guitmenschzen so gerne als Vorzeigebeipsiele herangezogenen Beispiele wie Malaysia (Christenverfolgung wird dort immer brutaler), Türkei oder Indonesien sind ja alles anderes als Demokratien im eigentlichen Sinne.

    Auch in der Geschichte gibt es keine Beweise die für K-Pfeifers Behauptung (These wäre zu hoch gegriffen). Auch das von gutmenschlichen Revisionisten gerne angeführte Andalusien war (wenn man die islamophile Schutzbrille abnimmt) alles andere als das tolerante System, als das es so gerne dargestellt wird.

    Frau k-Pfeifers Geschreibe klingt vielmehr nach dem berühmten Pfeifen im finsteren Wald.

    Ja so ein Umsturz geht schneller als man glaubt (das dürfte auch für das mittlerweile islamisch geprägte Europa gelten).

    Was hätte denhn z.b. Österreich so aufzubieten, wenn plötzlich in Wien 200.000 Rechtgläubige Revolutuon machen. Das Bundesheer von Pazifisten Norbert??

    • numerus clausel (kein Partner)
      26. Februar 2011 14:48

      Das wär was, wenn gegen die hiesigen Sozialisten demonstriert wird. Wie würde hier die Medienmanipulation aussehen? Wie würde es hier bewertet werden, wenn nicht unwidersprochen den Forderungen der Straße nachgegeben wird? Wer würde Sanktionen verhängen? Welche Staatsform wird von den Demonstranten gewünscht? Fragen über Fragen....

  24. Torres (kein Partner)
    26. Februar 2011 10:37

    Unterberger bestätigt immer wieder, dass er der deutschen Sprache nicht mächtig ist:
    "...als Lehre, das man noch viel brutaler sein muss...?" DAS??? Doch wohl "dass" (früher "daß"). Etwas weiter unten: "...mit dem libyschen Schlächter, Terrorist und ..."
    Mit dem TERRORIST? Lieber Herr Unterberger, das ist ein Dativ (3. Fall, Wemfall), also "mit dem TerroristEN".
    Und genau dieser Herr Unterberger gibt immer wieder gute Ratschläge bezüglich Bildung, Schulen, Universitäten usw. aus. Vielleicht sollte er selber die Volksschule wiederholen?

    • M.S.
      26. Februar 2011 12:40

      Also wenn man um ein Uhr in der Nacht solange Artikel verfasst, da passieren eben leicht Flüchtigkeitsfehler. Ihren Zynismus könnten sie sich sparen.
      Zum Thema haben sie sonst nichts zu sagen?

    • numerus clausel (kein Partner)
      26. Februar 2011 14:45

      @M.S.: Das ist aber eine ziemlich naive Ansicht. Wenn Sie mal sehen, wann diese Kontroverse immer online zu finden ist, dann kann man nicht davon reden, dass diese um ein Uhr nachts verfasst wird. Zudem wird so ein Artikel sicher noch gegengelesen werden und wenn jemand ein "Nachtmensch" ist, dann wird er, gesetzt die Artikel werden erst um diese Zeit verfasst, doch gerade erst dann zur Hochform auflaufen. Glaub jedoch nicht, dass der geschätzte A.U. sofort jeden Gedankenblitz hier online stellt oder zumindest nicht ohne den Artikel nochmals überprüfen zu lassen.
      Seltsamerweise vermehren sich in letzter Zeit tatsächlich diese Flüchtigkeitsfehler, woran das liegen mag, wird wohl einzig und allein der Blogbetreiber wissen.

    • Celian
      26. Februar 2011 21:13

      Torres findet auch mal ein Korn. Sie haben sich ja schon als Bildungsbanause bei Ihrem unsäglichen verwehrt/verwahrt-Illtum ausgezeichnet. Nichts haben Sie verstanden, sonst wäre es nicht zu den grammatikalischen Verwirrungen Ihrerseits gekommen. Und jetzt beschweren Sie sich über lächerliche Läßlichkeiten! Das ist ein Blog! LesenS doch den Standard, da sind die rechtschreiberlichen Irrtümer sogar gedruckt.

  25. Guiscard (kein Partner)
    26. Februar 2011 09:22

    Noch vor relativer kurzer Zeit wurde Ägypten als ziemlich demokratischer Staat, der eben Probleme mit Korruption etc. habe, in den Medien dargestellt. Laut Verfassung würden dort Religionsfreiheit garantiert, während Übergriffe gegen kopt. Christen nur die Taten einzelner Islamisten seien. Jetzt erfahren wir, dass Ägypten eine böse Diktatur war. So kann man sich täuschen. Auch als Journalist.
    Die Leute sind zu Recht über das korrupte System empört. Sie wollen Freiheit und vor allem ein besseres Leben. Wer ihnen das glaubwürdig verspricht, wird regieren, wenn es zu demokratischen Wahlen kommt. Sollten islamische Kräfte überzeugen, dann wird sich wahscheinlich ihre Interpretation von Freiheit durchsetzen, die nicht viel mit Demokratie im eigentlichen Sinn zu tun hat. Falls sich dann die Verbesserung der Lebensumstände nicht so schnell einstellen sollte, wird man eben die üblichen Schuldigen benennen: den Westen, Amerika, Israel.
    Spannend könnte es im Iran werden: Dort hat man nach der Diktatur des Schah doch kennen lernen dürfen, wie Freiheit im Sinne des Koran zu verstehen ist. Was könnte dem Sturz des islamischen Terrorregimes, das dennoch vermutlich nicht so wenige Anhänger hat, wie wir gerne glauben würden, folgen?

  26. sosheimat (kein Partner)
    26. Februar 2011 09:19

    in welchem muslimischen Staat funktioniert Demokratie und Freiheit nach unseren westlichen Werten????

    Richtig - Nirgendwo!!!

    http://sosheimat.wordpress.com

  27. Undine
    26. Februar 2011 09:08

    @Rosi

    "..... daß man sich schafft, was man nicht zur Verfügung hat."

    Das ist ja das Beängstigende: daran wird nämlich fleißig gearbeitet, und zwar unter tatkräftiger Mithilfe unserer blauäugigen Gutmenschen Küberl, Landau, Chalupka, U. Bock und den "einschlägigen" Politikern, denen es gar nicht schnell genug gehen kann, dem ISLAM und seinen Anhängern den Boden zu bereiten, daß sie nur ja nichts vermissen müssen in ihrer neuen Heimat und die ersehnte Ausbreitung des Islams in ganz Europa ungehindert und zügig voranschreiten kann. Und wir müssen---dank der UNFÄHIGKEIT unserer Politiker--- zuschauen, wie sich unser ehedem christlich geprägtes Europa in einem unglaublichen Tempo in ein Islamisches umwandelt----GANZ OHNE GEGENWEHR und von uns noch dazu finanziert!

  28. numerus clausel (kein Partner)
    26. Februar 2011 08:58

    Kann mir jemand erklären, warum jetzt so viele aus Tunesien und Ägypten flüchten? Ihre bösen sozialistischen Anführer haben sie davongejagt, also muss dort unten jetzt doch das Paradies herrschen. Zudem fehlt jetzt doch jeder Asylgrund wegen politischer Verfolgung, etc.
    Möchte auch gerne wissen, wie die Huldigungen wegen dem 100er des Schuldenkanzlers ausgesehen hätten, wenn diese Unruhen etwas früher ausgebrochen wären. Man hört oder liest nirgends mehr etwas von dessen Erfolgen bei den Gesprächen mit Gadhafi.
    Äußerst fadenscheinig sind jetzt natürlich die USA. Jetzt, wo es ums Öl geht, sind sie schnell mit Sanktionen, etc. Jetzt werden´s wohl bald "zum Wohle der Menschheit" in Libyen einmarschieren und sich die Ölfelder unter die Finger reissen, damit sie die eigenen Schulden tilgen können. Und alle sind glücklich und froh und jubeln Obama zu.

    • Trollfresser (kein Partner)
      26. Februar 2011 09:04

      Und was hätte wohl Jörg Haider gesagt, der ja der beste Freund der Familie Gaddafi war? Und warum ist eigentlich der ... "Sozialist" (?) Berlusconi ein gar so guter Freund von Gaddafi? Man sieht - dein dümmliches Sozibashing führt hier einmal mehr in die Sackgasse.

    • Undine
      26. Februar 2011 09:23

      @numerus clausel

      "Kann mir jemand erklären, warum jetzt so viele aus Tunesien und Ägypten flüchten?"

      Das ist die Frage, die auch mich seit Beginn dieser Revolutionen beschäftigt: Welchen Grund sollten die nun von ihren diktatorischen Herrschern befreiten Menschen jetzt plötzlich haben zu flüchten, statt tatkräftig mitzuhelfen, endlich eine demokratieähnliche Ordnung herzustellen? Da kann ich mir noch einigermaßen vorstellen, daß die Anhänger der aus dem Land gejagten Herrscher flüchten, aber doch nicht die BEFREITEN! Es gibt also nicht den geringsten Grund, Flüchtlinge aus diesen Ländern scharenweise in Europa aufzunehmen.

    • Reinhard (kein Partner)
      26. Februar 2011 09:27

      Trollfresserplagiator, Berlusconi ist kein Freund von Ghaddafi, sondern hat mit ihm einen Pakt geschlossen, weil Italien in den letzten Jahren sonst von hunderttausenden "Flüchtlingen" überrannt worden wäre.
      Und waren es nicht die Linken, die selbst zu seinen Lebzeiten und bis heute Haider als "National-Sozialisten" bezeichnet haben und bezeichnenß Oder haben die Linxhirne in ihrem antifaschistischen Gutmenschenfuror schon vergessen, was "Nazi" eigentlich für eine Wortbedeutung hat?
      Aber was will man von einem "Trollfresser" erwarten, der sich erbärmlicherweise nicht einmal einen eigenen Nick ausdenken kann, um seine dümmlichen "Bashing"-Sprüche hier abzurotzen...

    • Reinhard (kein Partner)
      26. Februar 2011 09:32

      Undine, warum sie flüchten ist klar, und von mir aus sollen sie es auch tun, ABER, und da sind wir klar einer Meinung, sie haben keinen Flüchtlings- und damit Asylstatus zu erwarten, denn wenn diese Länder jetzt angeblich frei und demokratisch sind, dann gibt es keinerlei politische Fluchtgründe mehr.
      Ganz im Gegenteil, nach der gleichen Lesart, nach der Kosovo-Asylwerber nach Beendigung des Krieges zurückgeschickt wurden, müssten jetzt alle bisher geflüchteten Nordafrikaner zurückgeschickt werden...

    • Guiscard (kein Partner)
      26. Februar 2011 09:36

      Ein nettes Erinnerungsphoto ließ sich kaum jemand entgehen. Vielleicht war es nicht bei allen Sympathie oder gar Freundschaft, aber angewidert wirken die Politiker aus allen Lagern nicht unbedingt auf den Photos http://lindwurm.wordpress.com/2011/02/23/brothers-in-crime-2/

    • Guiscard (kein Partner)
    • Guiscard (kein Partner)
      26. Februar 2011 10:02

      Da hat etwas nicht so geklappt, wie es sollte.
      In der internationalen Politik kommt es nicht auf Sympathie zwischen den agierenden Staatsmännern an, egal welchem politsichen Lager sie entstammen. Solange es keinen verordneten Boykott gibt, wird auch ein Diktator hofiert, wenn es der eigenen Wirtschaft nützt. Wenn wir das Geschäft nicht machen, macht es ein anderer. Auf die Einhaltung von Menschenrechten wird da nicht geachtet. Siehe China. Bei Nordkorea ist es einfacher, die Tyrannei zu verurteilen: Dort gibt es keine Rohstoffe, die wir brauchen, und als Absatzmarkt ist das arme Land auch nicht interessant.

    • numerus clausel (kein Partner)
      26. Februar 2011 10:07

      Gab´s nicht vor einiger Zeit nicht auch die Befreiung von österreichischen Geiseln irgendwo in dieser Region, die trotz Reisewarnung in der Wüste herumfuhren und die erst durch Gadhafi´s Interventionen befreit wurden? Ist der jetzt böse, oder doch gut? Der Drollvrässa wird mir das sicher sagen können...

      Warum wird er jetzt als skurril und verwirrt hingestellt? Bis vor kurzem wurde er doch noch von allen anderen Staatsoberhäuptern hofiert, bedeutet das, dass sich diese entweder so geirrt haben, oder sind diese auf die gleiche Stufe zu stellen? Vom Schuldenkanzler war damals nichts anderes zu erwarten, vorm UNO-Hauptquartier durfte er sein Zelt aufstellen, den Italienern hat er sich den Stopp der Flüchtlingsschwärme teuer abkaufen lassen...

      Hauptsache, die Medienmaschinierie läuft in die Richtung, dass die Amis einmarschieren müssen und sich das Öl aneignen müssen, bei ihnen ist´s doch schließlich am besten aufgehoben und für den Staatshaushalt ist´s auch eine Erleichterung.

    • cmh (kein Partner)
      27. Februar 2011 20:14

      numerus clausel:

      Alle haben immer gewußt, dass der Verzetnitsch ein Penthaus hat und plötzlich war er ein Verbrecher.

      Alle haben immer gewußt, dass der Bua vom Flöttel heftigst und heuschreckenartig spekuliert und plötzlich war er ein Verbrecher.

      Nur beim Adi, da hat niemand irgendwas gewußt und es von allem Anfang an klar, dass der ein Verbrecher war.

      ====>

      Die Information ist immer schon interpretationsbedürftig gewesen. Entweder durch einen selbst, oder eben druch andere.

  29. byrig
    25. Februar 2011 23:17

    naja,ein schwieriges thema,das hier vorgegeben wurde.letzlich haben beide autoren richtiges gesagt.allerdings fehlt beiden eines,das sie auch nicht vorgeben zu haben:die fähigkeit,die zukunft voraussagen zu können.

    • Francoise Villon (kein Partner)
      26. Februar 2011 20:20

      byrig, haben sie nicht. In Bezug auf diese Länder kann man die Zukunft voraussagen: Chaos, Hungersnöte, Völkerwanderung.

  30. M.S.
    25. Februar 2011 23:10

    @ Kein Mensch kann derzeit abschätzen in welche Richtung sich die betroffenen arabischen Staaten nun entwickeln werden. Die Aussicht, dass sich dort jetzt demokratische Systeme bilden werden halte ich aber für äußerst gering, die Gefahr einer Machtübernahme durch radikale Islamisten für viel wahrscheinlicher.
    Damit würden vor den Toren Europas neue islamische Diktaturen nach dem Muster des Iran entstehen. Ich fürchte, da könnten wir noch einige unangenehme Überraschungen erleben.

  31. terbuan
    25. Februar 2011 17:35

    Wir sollten uns überhaupt keine Illusionen machen bezüglich einer demokratischen Entwicklung in diesen Ländern, davon sind sie sehr sehr weit entfernt. Ein Erfahrungsbericht aus Alexandria zeigt, dass es diesen Menschen dort nur einfach ganz dreckig geht und sie sich aus Verzweiflung und Not von ihren Despoten befreien. Auszugsweise hier eine Diskussion des Autors über die Demokratie:

    " Ein besseres Leben wollen natürlich alle. Und für einen jungen ägyptischen Mann bedeutet das: ausreichend Geld zu haben, um eine Familie gründen zu können und sich nicht dafür zu Tode schuften zu müssen. Bei diesem Anspruch hat Pharao Mubarak offensichtlich versagt, so viel ist für die meisten schon mal klar. Aber welches Rezept genau mehr Wohlstand bringt – darüber herrscht keine fundierte Meinung. „Demokratie“ ist für die meisten meiner Schüler ein positiver Begriff, aber niemand kann erklären, was dieser beinhaltet. „Dann entscheidet die Mehrheit, wohin das Geld fließt“, sagt einer. „Und woher kommt das Geld?“ frage ich. „Äh, vom Staat, ja vom Staat. Der muss es gerecht verteilen.“ – „Aber der Staat muss es doch zuerst irgendjemandem abnehmen“, versuche ich einzuwenden. „Ja doch, den Reichen“, erwidert einer. Und ein anderer fügt leise hinzu: „Und den Kopten. Die haben doch alle von Mubarak profitiert.“ Sprach’s und trank einen kräftigen Schluck aus dem Gläschen mit dem koptischen Feigenschnaps"

    Mehr auf ef: "Von Kairo nach Tripolis: Der Untergang" von Björn Tscheridse:
    http://ef-magazin.de/2011/02/25/2878-von-kairo-nach-tripolis-der-untergang

    • Reinhard (kein Partner)
      26. Februar 2011 09:54

      Typische Antworten für Kinder aus einem sozialistischen Schulsystem.

  32. RR Prof. Reinhard Horner
    25. Februar 2011 16:32

    reinhard.horner@chello.at

    Der arabische Islam mit der Demokratie?

    Was ist, bitte, „der arabische Islam“? Wie verhalten sich etwa Schiiten zu Sunniten und umgekehrt etc.? Gibt es vielleicht Fatwas, die einen vereinigten arabischen Islam herstellen? Wie stark ist der durchpolitisierte Islamismus in den arabischen Staaten einzuschätzen? Wie passen die Weltmachtsreden von Premier Erdogan und die Äußerungen des Ahmadinedschad vorbildgebend dazu, nicht nur zu al-Gaddafi?

    Bitte, mit welcher Demokratie? Die Demokratie als Selbstbeherrschung eines Volkes mit Hilfe von Mehrheitsentscheidungen ohne Unterdrückung von Minderheiten hat schon dort, wo sie verfassungsmäßig eingerichtet ist, recht verschiedene Ausprägungen. Dass sich die arabischen Völker an westlichen demokratischen Verfassungen orientieren, mag vorkommen, sie werden jedoch ihre eigenen Inhalte und Formen entwickeln und entwickeln müssen. Sicher nicht in einem Schnellverfahren. Auch unsere Demokratien haben lange gebraucht und sind aktuell durchaus verbesserungsfähig und verbesserungsbedürftig. Braucht es übrigens Republiken oder sind auch demokratische Monarchien möglich?

    Herrn Unterbergers Häme gegen die Doppelbödigkeit der Linken ist gewiss nachvollziehbar. Sein „ein wenig Trotz-Allem-Hoffen“ lässt jedoch alles offen.

    Frau Krawagna-Pfeifers „Ende des arabischen Systems“ würde voraussetzen, es gäbe ein solches. Unausrottbare Sehnsüchte der Menschen ortet sie in einem „Drang nach Freiheit und der Sehnsucht nach einem besseren Leben“. Was die gegenwärtig revoltierenden Menschen konkret bewegt, brauchte allerdings eine konkretere Betrachtung. (Im Übrigen könnte Frau KKP in einem knappen Deutschkurs den unterschiedlichen Gebrauch von „Denn“ und „Weil“ erlernen.)

    Wogegen sich die Umstürze in arabischen Ländern akut wenden, wird deutlich demonstriert. Führt der Abbruch einer Unterdrückung aber schier automatisch in den Aufbruch zur aufgabenbewussten und unverkürzt verantwortlichen Freiheit? Und wie werden die Umbruchsphasen gestaltet? Wer gestaltet die erforderliche Neuordnung – mit einer ausreichenden Bevölkerungsmehrheit und aristokratischen Anteilen? (Wie werden sich die Sippen- und Stammesgefolgschaften weiterentwickeln?) Wer nützt den hierzu gewonnenen Teil der Freiheit lieber zur Flucht?

    Vor den freiheitlichen Verfassungsänderungen beziehungsweise in unmittelbarem Zusammenhang mit diesen stehen die Ansprüche und Notwendigkeiten der möglichst rasch wirksamen Verbesserung der Lebensachtung und der Lebensverhältnisse.

    Besonders beachtenswert ist der große Bevölkerungsanteil an Kindern und Jugendlichen. Damit geht ein „Überschuss“ – insbesondere an jungen Männern – einher, wie er durch die gesamte Weltgeschichte stets als Futter für die Kriege Verwendung gefunden hat.

    Damit lässt sich auch die Frage nach Hilfen von außen nicht überschweigen. Zunächst geht es um Soforthilfen – etwa auch mit unverzüglichem militärischem Einsatz gegen das Morden in Libyen! Ein weites Feld von Hilfen vor Ort betreffen vorrangig den umfassenden Aufbau der Bildung – nicht minder als wirtschaftliche Investitionen.

    Nicht viel Zeit lassen dürfen wir uns zudem mit Hilfen, die wir bei uns in unseren reichen Ländern bieten können – wiederum vorrangig für Bildung und Ausbildung sowie für Arbeit und Einkommen.

    Die Hilfen müssen durchwegs Hilfen zur Selbsthilfe betreiben. Politische und wirtschaftliche Eigeninteressen sind nicht auszuschließen, aber zurückzustellen. Keinesfalls darf das Zugreifen zu einem neukolonialen Eingreifen ausarten oder in den arabischen Völkern als solches empfunden werden.

    • Undine
      26. Februar 2011 08:48

      @RR. Prof. Reinhard Horner

      Ihrem Kommentar kann man in jeder Weise nur zustimmen.

      " (Im Übrigen könnte Frau KKP in einem knappen Deutschkurs den unterschiedlichen Gebrauch von „Denn“ und „Weil“ erlernen.)"

      Bei Frau KKP ist Hopfen und Malz verloren: den unterschiedlichen Gebrauch von DENN und WEIL wird sie nie kapieren, und damit ist sie leider nicht alleine. Ich fürchte, daß selbst die Lehrer und Lehrerinnen diesen Fehler machen. Wenn Lehrkräfte im Radio oder im Fernsehen zu Wort kommen, dreht sich mir manchmal der Magen um, einerseits der grammatikalischen Fehler wegen, andrerseits des Dialekts, dessen sie sich bedienen---von Hochdeutsch sind sie meilenweit entfernt.Wenn aber in der Schule kein korrektes Deutsch gesprochen wird, leidet selbstverständlich nicht nur die richtige Anwendung der Grammatik, sondern auch die Rechtschreibung darunter.

  33. Celian
    25. Februar 2011 16:28

    Dank Rosis Kommentar, vom 25.Feb. 2011 14:02 habe ich erfahren, daß im Koran eine Stelle besagt, daß ein Muslim sich nicht lange Zeit in einem nicht-muslimischen Land aufhalten darf. Nun kann man darüber diskutieren, ob alle Muslime den Koran so genau nehmen. Da gibt es sicher auch welche die den Koran auf die leichte Schulter nehmen, und welche die sehr streng gläubig sind. Daraus folgere ich, daß hierzulande die Muslime nicht streng gläubig sind, andernfalls wären sie ja nicht mehr hier.

    Und ein Muslim, der sich weigert nicht nur Alkohol nicht zu trinken, sondern jeglichen Umgang damit ablehnt, also nicht einmal Bierflaschen in der Getränkeabteilung stapeln möchte, so ein Muslim ist doch streng gläubig, nicht? Warum muss dann aber ein Muslim, der aufgrund seiner Strenggläubigkeit die Arbeit geweigert hat, die darin bestand alkoholische Getränke im Regal schlichten, von der Firma, bei der er angestellt ist, behalten werden, wie es das deutsche Bundesarbeitsgericht entschieden hat, und wird nicht stattdessen des Landes verwiesen ? Na ist er nun streng gläubig, oder nicht? Was macht der eigentlich hier? Wenn er streng gläubig wäre, dann wäre er doch gar nicht mehr hier. Oder schiebt er nur seine Religion vor, um sich auf Kosten der Firma auf die faule Haut zu legen?

    http://www.faz.net/s/RubA5A53ED802AB47C6AFC5F33A9E1AA71F/Doc~EF2DDD80FC09741D9BCC7B5A92B4033EF~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    • Reinhard (kein Partner)
      26. Februar 2011 09:53

      Ja so sind sie, unsere Kulturbereicherer: Im Kühllagerbreich Dauerkrankenstand, im Getränkebereich Religionskonflikt, also leistungsfreier Dauerverdienst - und die sich bereits auf ihre Zukunft im Scharia-Rat vorbereitenden Richter nehmen dem Arbeitgeber sogar das Recht, einen dauerhaft Leistungsverweigernden zu feuern, anstatt einfach zu hinterfragen, ob der arme diskriminierte Moslem beim Einstellungsgespräch auch darauf hingewiesen hat, dass er auf der Stelle, für die er sich bewirbt, aus Gewissens- und Glaubensgründen gar nicht arbeiten darf - sonst gehört er wegen Betrug und Erschleichung vor den Kadi gezerrt!
      aber freuen wir uns lieber auf die nächsten hunderttausend Flüchtlinge vor der Demokratie in Nordafrika, die uns die nächsten Monate bescheren werden.

      Ich werde jetzt eine Religion gründen, die jede Form der Arbeit mit Hölle betsraft, eine gutbezahlte Stelle annehmen und dann nichts tun, bis ich gefeuert werde - versuchen kann mans ja...

  34. Celian
    25. Februar 2011 14:31

    Die Generation Facebook hat die Revolution im arabisch-muslimischen Raum ermöglicht? Eine Internet-Seite hat eine Revolution verursacht?

    Der Hype um Facebook wird langsam absonderlich. Ausschlaggebend war der Gebärwillen der jungen Musliminnen, der zu einem explodierenden Bevölkerungswachstum führte. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung in diesem Raum liegt bei 24 Jahren, die Arbeitslosigkeit bei 20 bis 30 %. Das in Kombination mit den steigenden Lebensmittelpreisen hat zum Aufstand geführt. Und auch keine Sehnsucht nach Demokratie, ein schöner Gedanke zwar, der aber nur einem dieser Welt Entrückten einfallen kann, der sich und seine Community auf Facebook etwas zu wichtig nimmt.

  35. phaidros
    25. Februar 2011 14:16

    Themenverfehlung von KKP. Ihre Antwort hat mit der Frage ja nicht mal zu tun.

    (phaidros liest weiter)

    Diese Woche aber leider auch von Dr. Unterberger!

    Beide finden mehr oder weniger elegant den Bogen zu einem jeweiligen Lieblingsthema.

    Unumwunden gebe ich zu, bei dieser Frage aber auch geeiert zu hätten (kann man das so sagen? Sicher nicht, aber Sie verstehen schon).

    Den Autoren mein Mitgefühl. Künftige Kontroversen geben hoffentlich wieder mehr her - ich freu mich drauf.

    BG/phaidros.vie@gmail.com

  36. Rosi
    25. Februar 2011 14:02

    1. 'Dies allein sollte reichen, um Hochachtung vor den Menschen auf den Straßen von Tripolis, in Kairo, in Sanaa oder Marokko zu haben.' Nein, liebe Frau Krawagna-Pfeifer, Leute, die unter anderem ein ägyptisches Museum verwüsten, vor denen habe ich alles Mögliche, aber sicher nicht Hochachtung.
    2. Im Übrigen finde ich die diversen Wortmeldungen der Linken zu den (teils ehemaligen) Diktatoren - jetzt plötzlich ein Schwenk um 180 Grad bestenfalls verlogen.
    3. Im Koran steht laut Aussage unseres marokkanischen Reiseführers, daß sich gutgläubige Moslems nicht längere Zeit in einem Land aufzuhalten haben, das nicht nach den islamischen Regeln, die im Koran festgeschrieben sind, regiert wird. Ich hege große Zweifel, daß laut Koran ein demokratischer Rechtsstaat eine mögliche islamisch korrekte Regierungsform darstellt.

    • Rosi
      25. Februar 2011 14:06

      'Ist der arabische Islam mit der Demokratie vereinbar?'
      Es gibt nur einen korrekten Weg, diese Frage zu beantworten: Man muß den Koran dazu lesen - aber in Originalversion.

    • Celian
      25. Februar 2011 14:41

      Nun, wenn ein Muslim sich nicht längere Zeit in einem nicht-muslimischen Land aufhalten darf, warum fahren sie dann nicht endlich nach Hause?

    • Rosi
      25. Februar 2011 15:17

      @Celian
      Gute Frage.
      Mich hat auch gewundert, daß es doch unter diesen Gegebenheiten Moslems gibt, die in Österreich wohnen. Der Reiseführer meinte dazu, daß es ja bei den Christen auch Leute gibt, die nicht alle Gebote so genau nehmen.

    • terbuan
      25. Februar 2011 17:55

      Vielleicht sollte man diese Leute einfach nur mehr an diese Vorschrift erinnern, wäre vielleicht ganz hilfreich, wo sie es doch mit den Kopftüchern ihrer Töchter so genau nehmen!

    • Rosi
      25. Februar 2011 23:04

      @terbuan
      Ein interessanter Aspekt. Wahrscheinlich ist es leichter, in unbedeutenden Dingen die Regeln zu befolgen.

    • Rosi
      25. Februar 2011 23:59

      Eine mögliche Konsequenz aus Punkt 3. macht mir Sorgen, nämlich, daß man sich schafft, was man nicht zur Verfügung hat. Und daß das eine reale Gefahr ist, beweist die Tatsache, daß in UK, wie in diesem Blog nachzulesen war, die Schariah teilweise bereits eingeführt wurde.

    • Undine
      26. Februar 2011 09:05

      @Rosi

      "..... daß man sich schafft, was man nicht zur Verfügung hat."

      Das ist ja das Beängstigende: daran wird nämlich fleißig gearbeitet, und zwar unter tatkräftiger Mithilfe unserer blauäugigen Gutmenschen Küberl, Landau, Chalupka, U. Bock und den "einschlägigen" Politikern, denen es gar nicht schnell genug gehen kann, dem ISLAM und seinen Anhängern den Boden zu bereiten, daß sie nur ja nichts vermissen müssen in ihrer neuen Heimat und die ersehnte Ausbreitung des Islams in ganz Europa ungehindert und zügig voranschreiten kann. Und wir müssen---dank der UNFÄHIGKEIT unserer Politiker--- zuschauen, wie sich unser ehedem christlich geprägtes Europa in einem unglaublichen Tempo in ein Islamisches umwandelt----GANZ OHNE GEGENWEHR und von uns noch dazu finanziert!

    • Rosi
      26. Februar 2011 09:59

      @Undine
      Die Entwicklung könnte man nicht besser zusammenfassen, als Sie es gemacht haben.
      ... zwischen 'Kopftuch für uns alle (Weiblein)' und 'Steinigen von Ehebrecherinnen' ist alles drinnen - oder sehe ich zu schwarz?
      Jedenfalls habe ich keine Lust, daß meine Lebensweise beschnitten und ins Mittelalter 'zurücktgestuft' wird.

    • Francois Villon (kein Partner)
      26. Februar 2011 20:33

      Rosi, das mit den geplünderten Museen ist mir auch aufgefallen. Allerdings erinnerte mich das an Bagdad, wo in den USA lange vor dem Überfall US-Experten für Alte Geschichte einberufen wurden, um festzulegen welche Kulturgüter wo aufbewahrt und zu "retten" sind. Sie wurden unter Wegschauen (= Bewachung!) der US-Söldner von darauf angesetzten Plünderern geraubt und - wohin verbracht?
      (Für diese Feststellung habe ich selbstverständlich glaubwürdige Zeugen aus den USA)

      Sie haben richtig geraten.

      Ich glaube Museen sind das Letzte, das den Pöbel interessiert.

    • Rosi
      27. Februar 2011 09:23

      @Francois Villon
      Danke für diesen Hinweis. Kann sein, daß jemand, der nichts zu Essen hat, nicht zuerst daran denkt, in einem Museum etwas zu klauen, das er dann 'verscherbeln' kann. Daß es Auftraggeber gab, klingt plausibel.
      Mich erinnert die ganz Aktion irgendwie an jene der Pseudostudenten an der Wiener Uni 2009. Gesteuert, aber wohin? Sicher nicht in die Demokratie.

    • Carolus (kein Partner)
      27. Februar 2011 23:09

      Mich erinnern die Museumsverwüstungen eher an die Sprengung der Riesen-Buddhastatuen in Afghanistan durch die Taliban. Rechtgläubige haben vermutlich kein allzu hehres Interesse an außerislamischen Kulturen.

    • Rosi
      28. Februar 2011 21:22

      @Carolus

      Das habe ich damals besonders schlimm empfunden, gerade weil der Buddhismus eine so friedliche Religion ist.
      Ja, da könnte es schon eine Parallele geben, das ist wahr.

  37. Geheimrat
    25. Februar 2011 11:11

    Der Islam ist schon eine feine Sache!

    Die göttliche Inspiration des Korans wird ja in solch hübschen Verslein wie diesem, ganz unzweideutig offenbar:

    “Töten ist euch vorgeschrieben, auch wenn es euch widerwärtig ist. Doch es mag sein, dass euch etwas widerwärtig ist, was gut für euch ist, und es mag sein, dass euch etwas lieb ist, was übel für euch ist. Und Allah weiß es, doch ihr wisset es nicht.” (Der Quran, Sure 2:216).

    Einfach gottvoll!

    Und das ist nur ein kleines Beispiel das für hunderte andere steht.

    Es wird viele, viele Generation dauern diesen grauenhaften Schwachsinn aus den Köpfen der immer wieder auf' s Neue Indoktrinierten zu verbannen. Erst dann wird es möglich sein, Demokratie unbeeinflusst von irgendeiner Ideologiereligion zu leben. Bis es so weit ist (?), werden noch Ströme von Blut fliessen.

    • FranzAnton
      25. Februar 2011 20:27

      @...grauenhaften Schwachsinn....... : meine eher, daß es relativ schnell gehen könnte, besagten Schwachsinn zu kippen; die Internetgeneration ist auf dem Vormarsch, Handy besitzen auch alle Jungen; und, Hut ab vor dem todesmutigen Engagement, nicht nur der libyschen Menschen. Wahrscheinlich dauert es nicht mehr lange, und die Diktatorenverbrecher werden weltweit, Einer nach dem Anderen, zum Teufel gejagt. Natürlich müssen die Menschen dort erst lernen, mit der errungenen, für sie völlig neuen Freiheit umzugehen; aber wenn sie sich von ihre Joch befreien konnten, werden sie hoffentlich auch das schaffen.

      Einen geringen Prozentsatz dieses nordafrikanischen Engagements würde ich mir uns Europäern und Österreichern auch wünschen, damit unsere vielfach unverantwortlich agierende, starrsinnige Politikerkaste durch Vertrauensträger ersetzt würde, und, sich die Menschen direktdemokratisch im eigenen Interesse engagierten.

  38. Reflecting
    25. Februar 2011 10:40

    Ohne unmittelbare Kenntnis der Situation vor Ort ist es schwierig, ja vielleicht sogar vermessen, präzise Aussagen über das Warum oder das Ziel der derzeitigen Entwicklungen im arabisch/islamischen Raum machen zu wollen. Man ist daher gut beraten, nur den Versuch zu unternehmen, sich auf Grund einer Symbiose aus aktuellen Informationen und aus historisch bekannten Fakten, die immer und überall nachwirken und trotz aller Veränderungen ihre Wirksamkeit haben, sinnvolle Schlussfolgerungen zu ziehen.
    Im Falle der revolutionären Ereignisse in den islamisch/arabischen Ländern kristallisieren sich für den interessierten Beobachter auf Grund der erwähnten Quellen schon einige handfeste Fixpunkte heraus.
    Punkt 1): Die Unruhen scheinen in erster Linie in der sozialen Lage der Mehrheit der Menschen ihren Ursprung zu haben.
    Punkt 2): Die Kluft zwischen der Lehre des Islam und der von der herrschenden Klasse und sonstigen Oberschichten gelebten Praxis ist immer größer geworden; durch die hohe Geburtenrate ist das Missverhältnis noch verstärkt worden.
    Punkt 3): Es geht nicht so sehr um Demokratie oder Menschenrechte, wie das wishful thinking in Europa und den USA lautet, sondern vielmehr um eine nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen in allen Bereichen. Dabei ist nicht primär, wie dies erreicht wird, sondern dass es erreicht wird. Deng Xiaoping soll gesagt haben, dass es bedeutungslos sei, ob die Katze schwarz oder weiß sei, Hauptsache sei, sie fängt Mäuse.
    Punkt 4): Da ist ferner das offenkundige Missverhältnis im religiösen Verständnis zwischen Glaubenslehre und Glaubenspraxis bei den verschiedenen Bevölkerungsschichten. Die herrschende Klasse und die in der Regel für ihr soziales Verständnis nicht berühmten Oberschichten geben zwar vor, fromme Moslem zu sein, verstehen es aber zu verbergen, der Lehre Mohammeds in allen Belangen mit Eifer zu folgen. Es ist nicht bekannt, dass sie der dritten (Zakat) der fünf Säulen des Islam eine besonders große Vorliebe abgewinnen könnten oder sie großzügig praktizierten - nämlich den Armen zu helfen oder sie zu unterstützen, um auf eigenen Beinen stehen zu können. Der „kleine Mann“ in Tunesien, Ägypten oder in anderen islamisch/arabischen Ländern ist gläubig, für ihn ist zuallererst und ausschließlich der Koran absoluter und alleiniger Quell des Glaubens und Richtschnur im Leben. Er sieht täglich, wie wenig ernst die „Gstopften“, wie sie ein einstiger österreichischer Minister nennen würde, das Hilfegebot des Koran nehmen, wie sie mit den „Ungläubigen“ ihre Geschäfte und sonstigen „deals“ machen und wie wenig ihnen ihr Schicksal am Herzen liegt.
    In abgewandelter Form sind dies ernste und tief gehende Bruchstellen in jeder Gesellschaft und nicht nur im arabisch/islamischen Raum!
    Punkt 5) Man wir wahrscheinlich wieder den schon mehrmals angestellten Versuch aktivieren, so etwas wie einen islamischen Sozialismus auf die Beine zu stellen. Da sich bisherige einschlägige Versuche als wenig dauerhaft oder tauglich erwiesen haben, wird es nicht genügen, nur alte Hüte hervorzuholen, sondern man wird Neues wagen wollen und müssen. Es sollte nicht überraschen, wenn für die vielen Probleme im arabisch/islamischen Raum letztenendes doch die Moslembrüder eine Antwort in Form einer Reformation der arabisch/islamischen Gesellschaft haben könnten. Dies schon deshalb, weil sie langjährige politische Erfahrung haben und vor allem über eine Struktur verfügen, die in der einen oder anderen Form weit über die Grenzen Ägyptens in den arabischen Raum wirkt. Sie haben sich scheinbar von einem islamistischen Konzept freigemacht und vertreten, wenn ich die bekannten Ideen korrekt verstanden habe, eine Richtung, die zwar einem strengen Islam mit einer starken sozialen Komponente entsprechen dürfte, aber lernfähig zu sein scheint. Das ist auch die Basis, auf der sie sich mit den Vorstellungen des türkischen Ministerpräsidenten treffen könnten. Mit den Moslembrüdern, wie sie sich derzeit darstellen, können sicherlich auch die Militärs leben. Gerade die Verbindung Militär und Moslembrüder könnte eine stabile Zukunftsoption für die ganze Region sein. Fakten sprechen dafür, dass nicht Demokratie in der abendländischen Vorstellung, sondern eine Gesellschaft, die dem Prinzip „law and order“ sowie den religiösen Bedürfnissen in Lehre und Praxis der großen Mehrheit der arabischen Bevölkerung gerecht wird, Hoffnungsträger sein dürfte.
    Punkt 6) Europa würde gut daran tun, die im vorhergehenden Punkt darge-stellte Möglichkeit positiv zu sehen, und vor allem zu bedenken, dass sich so manche Alternativen als höchst unproduktiv und unvorteilhaft erweisen könnten.
    Punkt 7) Europa und das übrige „Abendland“ sollte endlich begreifen, dass es sinnvoller, produktiver und vor allem zukunftsorientierter ist, nicht dauernd anderen Kulturen Demokratie und verbose Menschenrechte beibringen zu wollen, sondern sie ihrer eigenen gesellschaftlichen Entwicklung in Respekt und Anstand zu überlassen.
    Der nordafrikanische Raum ist der natürliche Partner Europas; bisher hat man mit wenig durchdachten Mitteln versucht, diese Partnerschaft auf die Beine zu bringen, und hat man darüber hinaus auch noch den Fehler gemacht, es mit untauglichen Partnern in dieser Region machen zu wollen. Die Ereignisse der jüngsten Zeit sollten auch hier zu einem Umdenken führen.
    Punkt 8) Schlussfolgerungen: Mit etwas Glück wird es in Ägypten zu einer Art Triumvirat zwischen Militärs, Moslembruderschaft und der säkularen Komponente der Gesellschaft kommen. Ein solches Triumvirat könnte die nötigen echten gesellschaftlichen Reformation evolutionär auf den Weg bringen und für die Region richtungsweisend sein.
    P.s.: Wenn im ersten Teil der Kontroverse von der Generation Facebook die Rede ist, so klingt das gut, ist aber Lichtjahre von der Realität entfernt. Eine einfache Kalkulation zeigt, dass die face-bookers nur eine Promillegröße der Gesamtbevölkerung darstellen und auch als Multiplikator nicht überbewertet werden sollten.

    • Francois Villon (kein Partner)
      26. Februar 2011 20:49

      Reflecting, Sie geben die einzige sachliche und vernünftige Analyse. Der Kernsatz ist in der Tat: egal ob die Katze schwarz oder weiß ist, Hauptsache sie fängt Mäuse.

      Als ob man eine Kultur mit den selbst bei uns abgewirtschafteten "Prinzipien" ummodeln könnte; oder gar gegen sie. In vielen anderen Zusammenhängen habe ich immer wieder die "Ewigen Wahrworte" von "Demokratie", "Menschenrechte", "Freiheit", ... als nicht ernst gemeinte Parolen bezeichnet, die nicht das, was sie vorgeben den damit beglückten Völkern bringen, sondern "a bisserl Krieg", zwecks Einmischung in anderer Leute Verhältnisse, um sich´s zu richten. Wenn insbesondere die USA hier die Finger mit im Spiel haben, so sind sie - diese hehren Begriffe - immer in Wahrheit die schlimmsten Kreigsmittel.

      Diese Pseudo-Diskussion von Krawagner-Pfeifer und Dr. Unterberger ist völlig daneben - und verlogenes westliches Gutmenschentum (wenn nicht Dummheit).

  39. Josef Maierhofer
    25. Februar 2011 09:47

    @ Frau Krawagna-Pfeifer

    'Sehnsüchte sind unausrottbar', das ist richtig.

    Eine Religion, die die Frau unterdrückt, die Emanzipation erst zulassen muß (aber noch lange nicht zulassen wird, Feudalherrscher, Despoten und Diktatoren und die Armut tun ihr übriges), die wird noch lange nicht zu einer Demokratie fähig sein.

    Es wird bei unseren Wünschen für diese Menschen bleiben, eben bei der Sehnsucht.

    @ Dr. Unterberger

    'Viele europäische „Experten" sehen nach den Umstürzen eine rechtsstaatliche Demokratie ausbrechen.'

    Auch bei diesen 'Experten' ist der Wunsch der Vater des Gedanken und sie denken in unseren Dimensionen.

    Daß der Islam eine andere Dimension ist, die wir weder verstehen noch demokratisch behandeln können, das sollte längst jedem hier einleuchten. Da haben wir es nicht mit Multi-Kulti zu tun und nicht mit 'Integration', sondern mit Krieg bis aufs Messer.

    Wir können nicht die Probleme des Islam lösen, ja nicht einmal unsere eigenen und schon gar nicht unsere eigenen mit dem Islam, dazu müssten wir erst Rot-Grün überzeugen oder abwählen.

    Wünschen wir den Ägyptern, Tunesiern und den Lybiern, daß es dort im Sinne der dortigen Menschen für die dortigen Menschen besser werden möge.

  40. DI Friedrich
    25. Februar 2011 09:23

    Freiheitsdrang und was daraus wird.
    Drei grosse Freiheitsbewegungen fanden in den letzten Jahrzehnten statt. In den 60er Jahren befreiten sich viele Afrikanische Länder von ihren Kolonialherren. Was mit viel Jubel begann endete in Hungersnot, Bürgerkrieg, Mord und Totschlag. In den 90er Jahren befreiten sich in Osteuropa die Länder von der kommunistischen Diktatur. Wieder viel Jubel, heute sitzen sie vor unseren Supermärkten und betteln. Die dritte Freiheitsbewegung findet zur Zeit in den Arabischen Ländern statt, man braucht nicht viel Phantasie um vorherzusagen was dort nach dem Jubel sein wird.
    Freiheit ist eines der höchsten Güter in der menschlichen Gesellschaft. Die demokratische Staatsform garantiert diese Freiheit weitgehenst. Wir müssen aber auch begreifen, das dies nur in einer aufgeklärten und gebildeten Bevölkerung funktioniert.

  41. Observer
    25. Februar 2011 09:16

    Es ist ein Irrtum zu glauben, dass in allen diesen nun "befreiten" Ländern eine Demokratie - wie wir sie kennen - eintreten wird. Dazu fehlen einfach die Voraussetzungen, wie sie z.B. in Europa durch die christliche Kultur über hunderte Jahre gepflegt wurde. Sogar Japan, Südkorea und Taiwan hatten nach 1945 sehr lange gebraucht, um so eine Staatsform in der Praxis umzusetzen.
    Zürück zu Nordafrika: Wie man schon beim Rollenbild von Mann und Frau im Islam erkennen kann, sind diese mit den demokratischen Spielregeln völlig unvereinbar. Für Libyien befürchtet man sogar, dass die alten und meist auch anerkannten Stämme wieder das Sagen haben werden und dadurch sogar eine Sezession möglich ist. Die Kolonialisierung, der oft unklug gewählte Rückzug, die nunmehrige Globalisierung sind nur einige Gründe, welche zum nunmehrigen afrikanischen Desaster geführt haben.
    Nicht zu vergessen: Neben Ägypten, Tunesien und Libyien gibt es in Afrika noch weitere 45 Staaten welche auf Hilfe warten! Die EU pumpt schon jetzt mit zweifelhaftem Erfolg Milliarden in diesen Kontinent. Als Beispiel will ich nur Somalias erwähnen, wo ein kleine Gruppe von "regierungsunabhängigen Kräften" seit Jahren die Schifffahrt im Indischen Ozean tyrannisiert. Die Reedereien erfüllen jeweils mit Zeitverzögerung die Millionen-Dollar-Forderungen, womit dann von zweifelhaften westlichen Lieferanten modernste Waffen, Schnellboote und Ortungssysteme angeschafft werden. Die Reaktionen der internationalen Gemeinschaft sind dabei nur halbherzig und Pfusch, so beruft man sich auf das Seerecht usw., anstatt diese Banditen auf schnellstem Wege zu beseitigen. Derzeit sind 40 Schiffe mit 800 Seeleuten in Geiselhaft. Die gestern gemeldete Klage des Drahtziehers der Segelschiffkaperung ist dabei besonders makaber. Er habe US$ 100,000 in die nun gescheiterte Operration (es wurden dabei u.a. die 4 missionarisch tätigen US-Weltumsegler getötet) investiert und er muss diesen "Verlust" nun anderswo wieder hereinbringen.

  42. Doppeladler
    25. Februar 2011 08:39

    Der Islam entstand Mitte des 7. Jhdt. und befindet sich somit im 14. Jhdt. seines Bestehens. Zieht man einen Vergleich mit dem Christentum und geht in der Zeit zurück, so dauert es noch ca. 300 - 400 Jahre bis zur Aufklärung.

    Sicher! Die Zeiten sind andere. Wir leben in einer globalisierten Welt und die Welt des 14. Jahrhunderts in Europa und anderswo, war eine ganz andere. Aber dennoch: Der Islam hat noch keine umfassende Aufklärung erlebt, die aus der gebotsgläubigen strengen Wüstenreligion, eine für alle Welt tauglich und säkularisierte Religion machen. Als kleines Beispiel sei nur genannt: Die Regeln des Ramadan wären in nördlichen Breiten komplett anders, denn seine Einhaltung in der Polarregion ist im Sommer ein ernstzunehmdes Problem - wenn die Sonne nicht untergeht ...

    So betrachtet ist die Islamische Welt vielleicht auf dem Weg hin zur wirklichen Anerkennung der umfassenden Menschenrechte und der Ertablierung einer stabiler demokratischer Systeme.

    Besonders wichtig sind dabei die Hinweise, daß es spezielle Linke waren, die die arabischen Despoten hofiert haben. Kreisky und seine Nachfolger, sowie die "Wirtschaft" ("Pecunia non olet") legten aus unterschiedlichen Gründen alle Berührungsängste ab mit den Autokraten in den ölreichen Wüsten ab, während Erhard Busek die Dissitenten in Polen besuchte.

    Der Lerneffekt aus Geschichte ist bekanntlich gering. Dennoch: Wer sich heute mit den Diktatoren in den Ex-UdSSR-Ländern und Asiens abgibt, wird in nicht wenigen Jahren, vor den selben Fragen stehen. So gesehen ist das Treffen von Michael Spindelegger mit dem chinesischen Regimekritiker Ai Weiwei ein wichtiger Schritt, über den von Österreichs Medien, wenn überhaupt, nur unter ferner liefen berichtet wurde.

    • Guiscard (kein Partner)
      26. Februar 2011 09:47

      "So betrachtet ist die Islamische Welt vielleicht auf dem Weg hin zur wirklichen Anerkennung der umfassenden Menschenrechte und der Ertablierung einer stabiler demokratischer Systeme." Vielleicht. Selbst wenn es so ist, haben dann alle, die jetzt darunter leiden, dass der Islam dem nicht entspricht, im Namen dieser Religion benachteiligt oder ermordet werden, einach Pech, weil sie in der falschen Zeit leben?

    • cmh (kein Partner)
      27. Februar 2011 20:27

      Ich erinnere mich an den Film Robin Hood mit Kevin Kotzner, in dem zu Zeiten der Kreuzzüge doch tatsächlich ein gebildeter Mohr ein Fernrohr aus der Tasche zog. Daraus ist doch zu schließen - das ist doch Kino mit Niveau und daher wird es stimmen - dass der arabische Raum zu diesen Zeiten schon auf dem Level der beginnenden Technologisierung war. Und in Andalusien hatten sie um 1500 schon einen sicher auch aufgeklärten Wohlfahrtsstaat - höre ich zumindest.

      Und jetzt kommen Sie und erklären, dass diese Leute immer noch im Mittelalter leben. Das ist nicht konsistent.

    • Doppeladler
      28. Februar 2011 13:02

      Ad cmh "Islam und Mittelalter": Betrachtet man es historisch, so kann man auch beim frühen Christentum jene Eigenschaften finden, die Sie zu recht beim Islam in Andalusien beschreiben. Das steht in keinem Widerspruch. Immerhin wurde dieser tolerante Islam in Andalusien von einem mittelalterlichen Christentum ausgemerzt.

      Es dürfte eine immer wieder zu beobachteten Entwicklung von Religionen sein, daß sie in der Anfangszeit, wenn es um die Durchsetzung geht, relativ tolerant sind und erst nach einer gewissen Zeit stark autoritäre Züge aufweisen, ehe eine Aufklärung das Pendel wieder in die andere Richtung schwingen läßt. Und der Islam befindet sich über weite Strecken eben in der sehr autoritären Phase, wenn ich zum Beispiel an die Fastengebote, die noch sehr von der Wüstenreligion geprägt sind denke.

  43. mike1
    25. Februar 2011 08:31

    ich habe größte zweifel an einer demokratisierung dieser nordafrikanischen länder - der islam, und nicht nur der islam, wird dieses verhindern.

    in libyen und umgebung haben doch die stammesfürsten das sagen, die werden sich nie und nimmer irgendwelchen parlamenten unterordnen, die haben ihre eigenen gesetze.

    im städtischen bereich gibt es arbeitslosigkeit in einer größenordnung, die weitere soziale unruhen erwarten läßt. ob hier demokratische einrichtungen (was immer das dann sein soll) hilfreich sein werden ?

    wird ägypten jemals demokratisch sein ? abermillionen arbeitslose werden den demokratiebegeisterten die suppe versalzen. und die nomenclatura wird ihr übriges dazu tun.

    so sehr ich allen diesen menschen demokratie im besten sinne wünsche, bin ich doch nicht so hoffnungsfroh, dass dies auch gelingen wird.

  44. Wertkonservativer
    25. Februar 2011 05:00

    Da es es in der arabisch/afrikanischen Hemisphäre nach meinem Wissen (man möge mich bitte berichtigen!) bislang keine echten Demokratien gibt, zeigt das schon einiges über den Zivilisationsstand und die Demokratiereife dieser Völker auf.

    Als normaler Zeit- und Weltbeobachter glaube ich eigentlich eher nicht, dass sich nach den revolutionären Ereignissen dieser Tage daran in nächster Zeit viel ändern wird.

    Es wird eine Zeit des chaotischen Interregnums kommen, Bruchlinien in den verschiedenen Bevölkerungsschichten (Stammesfehden) werden zu Mini- Bürgerkriegen führen, Religionsfanatiker werden ihr unheiliges Tun verstärken!
    Echte Demokratiebewegungen werden es daher schwer haben, die vielfach analphabetische Bevölkerung zu erreichen und auf ihre Seite zu bringen.

    Meine einzige Hoffnung beruht auf der Jugend dieser Länder! Da sollten und könnten sich Keimzellen für echte Demokratieentwicklung herausbilden, und somit den Teufelskreis zwischen Unwissen, Aberglauben und Machtstreben von Stammes-Potentaten durchbrechen!

    Wir Europäer (+ umliegende "Ortschaften") sollten mit Weitsicht (und ohne Schielen auf wirtschaftliche Vorteile) recht behutsam entsprechende Schritte vorsehen, um diese Bestrebungen durch intelligente Politik bestmöglich zu unterstützen!

    "Revolutionsführer", Scheichs und andere Anti-Demokraten gehören nicht gestützt, sondern gestürzt!

    Werden wir ölgeile Zivilisationsgesellschaften da auf der richtigen Seite stehen??





Bitte OHNE Internet-Links (Kommentare mit Links werden nicht veröffentlicht)
verbleibende Zeichen: 700

Sicherheitsabfrage:
Bild neu laden

Ich will die Datenschutzerklärung lesen.


© 2021 by Andreas Unterberger (seit 2009)  Impressum  Datenschutzerklärung