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Die Rückkehr eines Gespensts

Vor drei Jahren war das Gespenst aufgetaucht, über Nacht ist es verschwunden und mit Beginn dieses Jahres ist es schlagartig wieder da: Es sind die europaweit geradezu explosionsartig steigenden Nahrungsmittelpreise. Plötzlich geht wieder die Angst vor einer rapide zunehmenden Inflation in der EU um – und vor Hunger, ja Hungerrevolten in der Dritten Welt.

Natürlich wird wieder viel, wenn auch ohne konkrete Beweise von dubiosen Spekulanten als Schuldigen die Rede sein. Denn ebenso natürlich ist die Hauptursache wie immer ein Auseinanderklaffen von globalem Angebot und der Nachfrage. Was natürlich alle Akteure im Lebensmittel-Zyklus zu Reaktionen veranlasst, die man als Spekulation bezeichnen könnte.

Die EU könnte es sich gewiss zumindest kurzfristig so leicht machen wie die Amerikaner. Die messen halt in ihrem Inflationsindex einfach die Nahrungsmittel- und Ölpreise nicht. Das wäre aber fatal: Gaukelten sich doch die USA deswegen bis 2008 Preisstabilität vor, übersah doch deswegen die amerikanische Notenbank die Bildung gefährlicher Blasen. Das wurde dann ja zum Auslöser der Weltwirtschaftskrise. Die zum Glück, wenn auch nur scheinbar, rasch übertaucht worden ist.

Die Menschen in den meisten EU-Ländern haben seit dem Herbst wieder Zuversicht und in Übermaß das von den Notenbanken weiterhin viel zu freigiebig gedruckte Geld. Das treibt natürlich die Nachfrage und damit Preise vor allem jener Produkte in die Höhe, die nicht binnen weniger Monate beliebig vermehrt werden können.

Gleichzeitig nimmt bei den beiden Milliardenstaaten China und Indien als Folge von Fleiß und der dort relativ neuen Marktwirtschaft der Wohlstand rapide zu. Menschen, die noch vor wenigen Jahrzehnten von Hungersnöten bedroht waren, die jedenfalls in der Regel nur eine Mahlzeit pro Tag hatten, essen sich plötzlich zwei- bis dreimal täglich satt. Das lässt die Nachfrage zusätzlich hochschnellen.

Was aber tun? Man kann ja weder die Chinesen oder Inder wieder in die alte kommunistisch-sozialistische Not zurückstoßen noch den Europäern sagen, dass sie jetzt den Gürtel enger schnallen müssen (außer aus gesundheitlichen Gründen). Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy glaubt nun, das Rezept gefunden zu haben: Die Rohstoffmärkte müssen besser kontrolliert werden.

Solche Vorstellungen sind populär – sie funktionieren aber nie. Man stelle sich nur vor, was passiert, wenn der Preis für Reis (um nur ein global wichtiges Produkt zu nennen) gedeckelt werden sollte. Während die EU-Länder sich so wie bei der CO2-Reduktion halbwegs daran zu halten versuchen, kostet das Preislimit die Chinesen nur ein freundliches Lächeln. Sie werden ganz locker in ihre übervollen Kassen greifen und weltweit zu erhöhten Preisen die Produktion der Reisbauern aufkaufen, um ihre Massen weiter satt – und ruhig zu halten. Und kein einziger Reisbauer, kein Reishändler wird seine Ernte statt dessen den Europäern zum festgelegten niedrigeren Preis verkaufen. Überdies haben sich die Chinesen mit ihren Devisen-Billionen vor allem in Afrika schon riesige Ländereien aufgekauft, die ihre Versorgung sichern sollen.

Nehmen wir aber den unwahrscheinlichen Fall an, auch die Chinesen und Inder würden sich an ein Preislimit halten. Dann würden viele Reisbauern im nächsten Jahr halt etwas anderes anbauen, wo es noch Geld zu verdienen gibt. Und man müsste sich bald auch in Europa frühmorgens um ein halbes Kilo Reis so anstellen wie einst im Ostblock, wo die Planwirtschaft auch glaubte, die Preise festsetzen zu können. Gleichzeitig würde sich sehr rasch ein Schwarzmarkt mit höheren Preisen bilden, wo man aber die gewünschte Ware wenigstens auch bekommt.

Was bedeutet aber die Lebensmittelknappheit jenseits der Debatten über untaugliche Instrumente wie Preisregelungen? Müssen wir wirklich hungern, verhungern oder Kriege um die knappen Nahrungsmittel führen? Bekommt Thomas Malthus nach mehr als 200 Jahren mit seinen Katastrophenprophezeiungen doch noch recht, da sich die Weltbevölkerung inzwischen rund versiebenfacht hat und noch weiter auf das Zehnfache wachsen dürfte?

Kurzfristig können sicher Ernteausfälle und eine zu träge Reaktion der Produktion auf gesteigerte Nachfrage zu Engpässen und damit höheren Preisen und damit auch gefährlichen politischen Protesten führen.

Langfristig muss man sich aber nicht fürchten – zumindest wenn die Politik vernünftig ist. Denn die moderne Wissenschaft hat so wie in den letzten Jahrzehnten noch gewaltiges Potential, die Lebensmittelproduktion zu steigern. Freilich darf sich die Menschheit dabei nicht vor lauter Ängsten selbst die Möglichkeiten einer Produktionssteigerung verbauen.

Das aber tun einige EU-Staaten wie etwa Österreich – im Gegensatz zur Brüsseler Kommission – gerne. Etwa im besonders vielversprechenden Bereich der genveränderten Pflanzen, mit denen weit höhere Ernteerträge erzielt werden können. Solange es keinen einzigen echten Beweis für die Schädlichkeit genveränderter Pflanzen gibt – und den gibt es allen Panikmachern zum Trotz noch immer nicht –, ist es absolut unsinnig, sie total zu verbieten. Schließlich hat ja die Landwirtschaft seit Generationen durch Zuchtvorgänge das genetische Material massiv verändert. Und niemand hatte Probleme damit. Und wenn es welche gegeben hätte, hätte man sofort die Produktion umgestellt.

Noch zwei andere Faktoren machen zumindest indirekt optimistisch. Erstens: Sollten die Lebensmittelpreise wirklich dauerhaft steigen, dann wäre die EU wenigstens auch ihr größtes Finanzproblem los, nämlich die gemeinsame Agrarpolitik. Wenn die Weltmarktpreise steigen, dann können die europäischen Bauern ja ihr Geld wieder durch ihre Produkte verdienen und sind nicht mehr beim Großteil ihres Einkommens von europäischen und nationalen Subventionen abhängig. Was den Finanzministern wieder die Möglichkeit gäbe, die Steuern zu senken, um die Bürger beim Einkauf der Lebensmittel zu entlasten.

Zweitens: Auch die von vielen vermutete globale Erwärmung wäre ein positiver Faktor. Sollte sie nämlich eines Tages wirklich eintreten, dann gäbe es neben den befürchteten Gefahren für einige Küstenregionen auch einen großen Vorteil: Im bisher zu kalten Norden könnte künftig Landwirtschaft betrieben werden. Und immerhin liegen im Norden, von Kanada bis Sibirien, die größten Landmassen der Erde, die bisher weitgehend menschen- wie auch landwirtschaftsfrei sind.

Es gibt also durchaus Zusammenhänge, die lehren, die gegenwärtige Lebensmittelpanik gelassener zu sehen. Freilich: Wir und vor allem unsere Medien sowie viele unserer Politiker lieben die Panik. Bei aller in anderen Bereichen berechtigten Kritik an der EU tut es gut, dass dort zumindest in diesen Fragen noch viel stärker als hierzulande die wissenschaftliche Rationalität regiert. Hoffentlich dauerhaft.

Ich schreibe regelmäßig Beiträge für das neue unabhängige Internet-Portal eu-infothek.com.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorReflecting
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Februar 2011 12:24

    Von den vielen Gespenstern, die sich auf dieser Welt herumtreiben (auch vor und nach Marx und Engels), gehört die Inflation sicherlich zu den hinterhältigsten, den ruchlosesten, den erbarmungslosesten und natürlich auch zu den ungerechtesten. Sie trifft in erster Linie jene Menschen, die solide und ehrlich arbeiten, Kinder großziehen, sparen sowie für ihren Lebensabend in verantwortungsbewusster Weise vorsorgen, brav Steuern zahlen und viele andere Leistungen für das Gemeinwesen erbringen. Sie sind keine Demonstrierer, keine Forderer, keine Trittbrettfahrer in der einen oder anderen Form, sie sind als gesetzestreue Bürger das Salz der Erde, verlässlich, rechtschaffen und, ohne selbst der öffentlichen Hand zur Last zu fallen, bereit, da und dort ihr Scherflein beizutragen. In gleicher Weise trifft sie alle jene, die nach einem arbeitsreichen Leben gleiches praktiziert haben. Beide, die aktiven und nicht mehr aktiven zukünftigen Inflationsopfer, sind auch spaßgesellschafts-resistent und nicht gehirnwaschbar einzustufen, deshalb werden sie auch kaum für würdig angesehen, mit verbaler Menschlichkeit bedacht zu werden.

    Heute kann man mit großer Genauigkeit die Ursachen für die Inflation definieren, und es geschieht auch, aber einerseits leidet die Kommunizierung unter ideologischem Ballast und andrerseits ist für die veröffentlichte Meinung scheinbar der Tanz auf dem Vulkan lustiger, weil dadurch die Verdrängung leichter fällt. Aber es wird aus naheliegenden und offenkundigen Gründen von den Regierungen dagegen nichts bis gar nichts unternommen.

    Den jüngsten und wohl unverschämtesten Inflationsschub hat es hierzulande nach der Einführung des Euro gegeben. Im Zeitpunkt der Einführung lautetet der Umstellungskurs 1 zu 13,76; es hat nur wenig Wochen gedauert und der reale Umstellungskurs lag bereits bei 1 zu 10. Wohin sind die Milliarden, die dabei auf unlautere Weise lukriert wurden, verschwunden. Es war ja kein Zufall, dass im Volksmund aus dem Euro bald der Teuro geworden ist.

    Was die Monopolgreißler sich leisten, ist ja auch nicht ohne! Seit ich ge-zwungenermaßen die Einkäufe tätigen muss, fange ich die ungeheuren Hin-terhältigkeiten, die täglich in variantenreicher Form ersonnen werden, langsam zu begreifen an (Gewichtsänderungen, Qualitätseinsparungen und viele andere Merkwürdigkeiten, die den Behörden offensichtlich nicht auffallen). Auf diesem Gebiet spielt sich bereits eine wenig verdeckte Inflation ab.

    Wie bei vielen anderen unliebsamen Erscheinungen der Jetztzeit schweigen wir auch hier! Aus Bequemlichkeit oder aus der resignativen Erkenntnis, dass dort, wo es nicht gleichgültig sein sollte, was geschieht, eben doch eine große Gleichgültigkeit herrscht? Aber man sollte das alte Sprichwort nicht vergessen: Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht. Siehe dazu aktuelle Beispiele auf der Welt.

  2. Ausgezeichneter KommentatorErich Bauer
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Februar 2011 12:24

    "...die Hauptursache wie immer ein Auseinanderklaffen von globalem Angebot und der Nachfrage..."

    Ein Staat muß in der Lage sein die Versorgung seiner Staatsbürger mit Lebensmittel sicherzustellen. Karl Friedrich Raiffeisen hat da halt die Genossenschaftsidee für zielführend gehalten… Desweiteren hat er erwartet, dass durch eine moderne Landwirtschaft, die eine effiziente Lebensmittelproduktion hervorbringt, Gewerbe und Industrie entstehen kann…
    In Afrika und anderen Schwellenländern findet die Nahrungsmittelproduktion der lebenswichtigsten Güter in den USA und Australien statt. Überspitzt: diese Produkte werden dann durch private Spenden und staatlicher Entwicklungshilfe verschenkt… Für die Produzenten ein WIN-WIN…

    Überspitzt: Wenn die Nahrungsmittelindustrie in irgendeinem Schwellenland flächendeckend "Chiquitta Bananenkulturen" anbaut, und so den Anbau der lebenswichtigsten Güter in diesem Land verhindert, darf sich niemand wundern. Freilich werden dann Mais oder Weizen als "Hilsgüter", finanziert mit privaten Spendegeldern und staatlicher Entwicklungshilfe samt Entwicklungshelfer, wie "Schadenbegrenzung" eingeführt.

    Man denke auch an das Soja-Anbauverbot für Österreich. Bei Industrie und Entwicklungshilfe besteht kein wirkliches Interesse daran, daß sich die Entwicklungsländer mit einer effizienten Landwirtschaft selbst versorgen...

  3. Ausgezeichneter KommentatorPhilipp Starl
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Februar 2011 02:14

    Wenn man die Hauptursache der gestiegenen Preise kennt, kann einem aber schon angst und bange werden. Die höheren Preise sind einzig und allein auf das Drucken der Geldscheine und die damit einhergehende Inflation zurückzuführen. Unglaublich, nach sage und schreibe 3 Jahren QE und massenhaften Aufkäufen von Staatsanleihen der PIGS ist die Inflation schon derart hoch und das, obwohl nach dem Platzen einer Blase die Güterpreise immer zurückgehen, wenn keine Markteingriffe stattfinden. Genannt wird dies "versteckte Inflation".

    Der VPI weist keine Inflation aus, damit meint man, es gibt keine. In Wahrheit müssten die Preise aber genau in dem Ausmaß fallen, wie auch die Aktienkurse gefallen sind, sind sie aber nicht. Einfach aus dem Grund, dass das Geld bereits so viel weniger wert ist.
    Dass in dieser kurzen Zeit nicht nur die Preise nicht fallen, sondern auch so stark ansteigen, deutet auf eine gewaltige Inflationsspirale hin.

    Ganz ist die Inflation noch nicht beim Bürger angekommen. Erst müssen die Massenpropagandamedien monatelang hohe Inflationsraten hinausposaunen. Ist es aber soweit, sollte man genau auf den Goldpreis achten.
    Der wird dann enorm steigen und zwar recht schnell über die 2.000 Dollarmarke.

    Im Übrigen: auch der Ölpreis zeitigt jetzt schon eine gewaltige Inflation, ist doch heute der Preis für Brentöl über die 100 Dollar geklettert (übrigens zum Teil auch auf Grund der Krisen in den arabischen Ländern).

    Ich rate hiermit all den Blogteilnehmern, ihre Gehälter, Pensionen, usw. ab sofort nur noch in Edelmetalle umzutauschen. Geben Sie diese Information bitte an alle weiter, die Ihnen in den Sinn kommen. Lösen Sie Ihre Sparbücher, Lebensversicherungen usw. auf uns tauschen sie gegen Edelmetalle. Kaufen Sie aber in Tranchen und nur unter 10.000 Euro, denn ab diesem Betrag muss man sich schon ausweisen.
    Behalten Sie jeweils für einen Monat nur noch das Geld, dass sie für ihren täglichen Unterhalt benötigen.
    Besorgen Sie sich Lebensmittel in großem Umfang, die sich sehr lange halten, wie etwas Pasta, Dosengerichte, usw. sobald die Inflation über 5% beträgt.

    Und belassen Sie bitte alle Edelmetalle in Ihrem Haus, die Bank wird sie ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr herausgeben.

  4. Ausgezeichneter KommentatorDr.Markus Deim
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Februar 2011 17:48

    Jeder, der einmal Eier, Erdäpfel oder Fleisch direkt vom Biobauern gegessen hat, kennt den Unterschied zum "Gen-Fraß", alle anderen dürfen sich weiterhin von Lebensmittel ernähren, die von Weltkonzernen fabrikartig hergestellt werden und nach "Pappendeckel" schmecken. Ich als Arzt für Allgemeinmedizin bedaure die niedrigen Preise für unsere Nahrung und das damit verbundene Sinken der Qualität zugunsten der Quantität, abgesehen davon, daß die niedrigen Preise für Essen zur Entwicklung von Übergewicht und den damit verbundenen Wohlstandserkrankungen wie Hypertonie, Diabetes, KHK, von den degen. Erkrankungen des Bewegungsapparates wegen Übergewicht und falscher und zuwenig sportlicher Betätigung beitragen. Wir sollten unseren Bauern ermöglichen, nicht Masse zu niedrigem Preis, von der kein Bauer leben kann, sondern Qualität zu hohem Preis zu produzieren, der zu überlebensfähigen bäuerlichen Betrieben führt, auf die wir stolz sein können, weil sie traumhaft gutes und gesundes Essen und Trinken (Weinbau) produzieren. Leider wird sich auch Europa in die falsche Richtung entwickeln, nämlich in Richtung von agrarindustriellen Betrieben, die erstens nur miese Masse produzieren und zweitens eine unabhängige Ernährung der Bevölkerung unmöglich machen, weil unserer Landwirtschaft defacto das Recht auf eingenständige Saatgutproduktion durch diverse juristische Tricks genommen wurde, ausgenommen Biossatgut wie Emmelmann in St.Leonhart am Hornerwald, Arche Noah und ähnliche sehr lobenswerte Einrichungen, die in Krisenzeiten eine autonome Saatgutproduktion unabhänging von nordamerikanischen Saatgutfirmen ermöglichen, noch dazu in hervorragender Qualität und Geschmack, ich hab`s hundertemale selbt gekostet und genieße den deutlichen Unterschied. Geringere Mengen von gutem Essen, das etwas kostet, ist besser als Massenfraß, der nur wenigen riesigen Saatgutfirmen nützt, unsere Landwirtschaft eigentlich zerstört und noch dazu ungesund ist! Was nichts kostet, ist nichts wert, das bewahrheitet sich auch in dieser causa.

  5. Ausgezeichneter KommentatorCelian
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Februar 2011 16:58

    Geldmenge und Teuerung haben nur mittelbar etwas miteinander zu tun. Das erklärt man mit der berühmten "Dagobert-Duck-These":

    Geldmenge und Inflation sind völlig unabhängig, wenn es einen Dagobert Duck gibt, der die Wirtschaft beherrscht und zusätzliches Geld einfach in seinem Geldspeicher bunkert.

    Nichts anderes tut Philipp Starl (siehe Post ganz unten). Indem er sich vor der Geldentwertung schützen will, hortet er Geld. Ob in Gold oder nicht, ist ganz nebensächlich, wesentlich ist, daß er es nicht zur Konsumation ausgibt und auch nicht investiert. Damit entzieht er der Inflation die Luft, die Geldmenge wird wieder kleiner und: die Inflation verkehrt sich in ihr Gegenteil. Natürlich nur, wenn das viele machen, so wie in den letzten Monaten und schon bald Jahren. Das Anlegen in Gold schützt also nicht nur vor Inflation. Es bekämpft auch die Inflation.

    Dank an Philipp Starl. Dann kann ich ja wieder ganz in Ruhe investieren…

  6. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Februar 2011 09:58

    Keine Rückkehr eines Gespenstes, es war immer da.

    Es war immer da in dem Ausmaß, wieviel Inflationsgeld wir erzeugt haben.

    Es wird die Inflation, die Enteignung kommen und es wird der Hunger kommen und danach der Exekutor und seine Schulden eintreiben.

    Die Verhöhnung aller Grundsätze eines ordentlichen Kaufmannes durch die Politik hat uns das eingebrockt und die Armut wird für das Volk lange dauern.

    Es wird auch zu Aufständen kommen gegen die diktatorischen Politikerkasten in Österreich, die glauben, sie könnten Österreich mit Gewalt vernichten.

  7. Ausgezeichneter KommentatorKaffeehäferl
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Februar 2011 16:23

    ad Schädlichkeit genveränderter Lebensmittel:

    Möglicherweise ist nicht die Genmanipulation selbst schädlich.

    Sicher schädlich ist es aber, wenn massiv Schädlingsbekämpfungsmittel zum Einsatz kommen, die für den Menschen giftig sind. Denn durch Genmanipulation der Nützlinge können diese resistent gegen die Schädlingsbekämpfung gemacht werden (Stichwort "round-up ready"). Und dann kann man getrost Unmengen von Schädlingsbekämpfungsmitteln einsetzen, denn die Nützlinge überleben es ja. Und es wirkt ertragssteigernd, also genau das, was man ja erreichen wollte.
    Daß die Nützlinge die Schadstoffe einlagern und der Mensch sie dann mit der Nahrung zu sich nimmt, so weit hat leider keiner gedacht. Langzeitschäden wie Unfruchtbarkeit oder Krebserkrankungen verschleiern den direkten Zusammenhang freilich, also keine direkter Nachweis möglich. Alles in Butter.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorTorres
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    02. Februar 2011 12:54

    Endlich wieder jemand, der die irrationalen Ängste der Österreicher (und vieler anderer) vor genveränderten Produkten anspricht. Mich ärgert vor allem, dass die Verhinderer anderen (z.B. mir) auch verbieten wollen, Genprodukte zu kaufen, wenn sie es wollen. Sie müssen natürlich als solche gekennzeichnet werden, keine Frage; aber ich muss die Möglichkeit und die persönliche Freiheit haben, sie zu erwerben. Ich habe es schon immer gesagt: Wenn man jede Neuerung abgelehnt und verboten hätte, aus Angst, sie wäre schädlich oder ungesund, würden wir noch immer in Höhlen leben.


alle Kommentare

  1. Mickey (kein Partner)
  2. Gerrilyn (kein Partner)
    19. Februar 2015 07:40

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  9. erwin tripes (kein Partner)
    03. Februar 2011 00:25

    Also dieser Beitrag, Herr Dr. Unterberger, erscheint mir leider etwas zu naiv für das von mir bisher angenommene Niveau Ihrer Person.

  10. Pretty (kein Partner)
    02. Februar 2011 22:22

    Wenn Getreide verheizt wird, dieser Irrsinn auch noch massiv gefördert wird, braucht man sich über Fehlbeständ u. steigende Preise sowie Mangel bei der Nahrungsmittelversorgung nicht wundern:
    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/redaktion/heizen-mit-weizen.html
    Ähnliches gilt für die unsinnige Produktion von Biotreibstoffen. Bestenfalls fehlen die Anbauflächen, schlimmstenfalls verhungern Menschen wegen politischer Durchsetzung "grüner" Agenden zur Freude von Spekulanten.

  11. sosheimat (kein Partner)
    02. Februar 2011 22:17

    Ein Mann in Straßburg spricht Klartext - Nigel Farage!!!

    Die Schulden-Union - Video mit deut. Untertitel:

    http://sosheimat.wordpress.com/2011/02/02/nigel-farage-die-schulden-union/

  12. gast (kein Partner)
    02. Februar 2011 17:00

    "Das aber tun einige EU-Staaten wie etwa Österreich – im Gegensatz zur Brüsseler Kommission – gerne. Etwa im besonders vielversprechenden Bereich der genveränderten Pflanzen, mit denen weit höhere Ernteerträge erzielt werden können. Solange es keinen einzigen echten Beweis für die Schädlichkeit genveränderter Pflanzen gibt – und den gibt es allen Panikmachern zum Trotz noch immer nicht –, ist es absolut unsinnig, sie total zu verbieten."

    Hat der werte AU schon jemals von Monsanto gehört, die früher das Agent Orange für den Vietnamkrieg hergestellt haben?
    Dass gerade durch diese genveränderte Pflanzen, die keine höheren Ernteerträge bringen, sondern es um die Lizenzierung von Pflanzensamen geht, welche in weiterer Folge die großen Hungersnöte in den dritte Welt Ländern jetzt schon auslöst. Abgesehen von der Vermischung mit Orginalsaatgut, welche nicht in Griff bekommen wird.

    Tote Ernte - Der Krieg ums Saatgut

    http://video.google.com/videoplay?docid=-7992855588272035000 #

    Im kanadischen Weizengürtel wurde der Landwirt Percy Schmeiser vom Chemie- und Saatguthersteller Monsanto auf Patentverletzung und eine halbe Millionen Mark Schadenersatz verklagt, weil Wind oder Vögel ihm Monsantos genmanipulierten Raps zugetragen haben. Schmeiser erhob Gegenklage wegen Rufmord und Verseuchung seiner Felder, ging an die Öffentlichkeit und wird inzwischen von Bio- und Bürgerrechts-Organisationen als Ikone des Monsanto-Widerstands rund um den Globus geschickt. Seine weltweite Botschaft: Verteidigt Euer Saatgut! In Europa sammelt der Landwirt Klaus Buschmeier aus dem westfälischen Extertal Kollegen um sich und organisiert einen Aufstand gegen den Deutschen Bauern-Verband. Ein Kooperationsabkommen des Bauernverbandes mit den Pflanzenzüchtern über Nachbaugebühren empfinden die Bauern als Verrat. Im Landgericht München, das eigens eine Sonderkammer einsetzt, lesen Bauern ihrem Landesführer vor der Kamera fast handgreiflich die Leviten.Um die Gentechnik durchzusetzen, haben die Chemiemultis fast alle großen Pflanzenzüchter geschluckt. Gentechnik stoppt nicht den Hunger in der Welt, sondern fördert den Chemieabsatz. Die Gentechnik macht Nutzpflanzen gegen Unkrautmittel resisdent. Der Bauer darf die Pflanzen anbauen, mit Chemie behandeln und verkaufen, mehr nicht. Jede Wiederaussaat oder eigene Zuchtarbeit wird verboten oder mit Gebühren belegt. Für Buschmeier und Schmeiser ist das die Rückkehr der Leibeigenschaft.Der Gipfel des gentechnischen Zynismus ist die sogenannte Terminator-Technologie. Sie macht die Bauern mit Hilfe der Gentechnik endgültig von den Konzernen abhängig. Die Pflanzen werden gentechnisch so manipuliert, dass sie nur einmal keimfähig sind. Eine Wiederaussaat der Ernte ist zwecklos. Die Ernte ist tot.

    Monsanto - Mit Gift und Genen

    http://video.google.com/videoplay?docid=-7781121501979693623 #

    Sehr interessante Dokumentation von arte über einen Multinationalen Biotechnologiekonzern! Monsanto erwirtschaftet viel Geld. Viel Geld aus Geschäften mit Agent Orange, PCB oder Gen-Pflanzen. Erfolgreich ist der Gigant auf dem Agro-Sektor deshalb, weil er beste Beziehungen zu Regierungsbehörden hat, Druck ausübt oder Gutachten manipuliert, um seine Produkte auf den Markt zu bringen. Monsantos Skandalgeschichte ist lang: So zeigt Robins Film, dass Monsanto seit Jahrzehnten über die hochtoxische Wirkung von PCB, eines der schlimmsten Umweltgifte, Bescheid wusste. Die Verkäufer aber erhielten die Weisung, darüber zu schweigen. In Verruf geriet die Firma auch wegen des Verkaufs des Wachstumshormons rBGH. In Europa und Kanada sind sie verboten: Risiken für Verbraucher, die Milch von entsprechend behandelten Kühen trinken, konnten nicht ausgeschlossen werden. In den USA versuchte Monsanto Molkereien gerichtlich zu zwingen, nicht mehr mit dem Aufdruck rBGH-frei zu werben. Tatsächlich stammen 90 Prozent aller weltweit angebauten Gen-Pflanzen von Monsanto. Über Patente sichert sich der Konzern weitreichende Zugriffsrechte auf die Produktion unserer Lebensmittel: Die Ernte gehört nicht dem Landwirt allein. Über exklusive Nutzungsrechte kann der Konzern bestimmen, wer was zu welchen Preisen kaufen darf. Denn selbst die verarbeitete Ernte, also das Endprodukt ist im Patentanspruch enthalten. Das global agierende Unternehmen verfolgt ein atemberaubendes Ziel: Es will die globale Landwirtschaft vollständig unter seine Kontrolle bringen, sagt Ulrike Brendel, Gentechnikexpertin von Greenpeace. Dabei greifen Monsantos Strategien wie Zahnräder ineinander: Einflussnahme auf Politik und Wissenschaft, Aufkauf konkurrierender Unternehmen, aggressiver Erwerb von Patenten, Kontrolle von Landwirten und Inkaufnahme der Kontamination unserer Nahrungsmittel mit Gen-Pflanzen.

    Monsanto: Das Bio-Patent auf Schweine Teil 1-5

    http://www.youtube.com/watch?v=Se239f_paxE&p=8ADCC24D1237E1BC
    http://www.veoh.com/collection/Dokusundreportagen/watch/v62557194Db75WSq

    Wie Monsantos das Schweine-Gen für sich schützen lassen will.
    Die neue Marktstrategie aus den USA:
    Patentanmeldungen auf Lebewesen und die Lizenzeinforderungen durch die Verseuchung von genmanipuliertem Saatgut.
    Ein Film aus der Reihe "die Story" des WDRs.

    Und noch ein pickantes Detail am Rande:

    „Bei Svalbard finde ich es inakzeptabel, dass diese Saatgutbank von Monsanto kofinanziert wird. Diejenigen, die die Biodiversität bedrohen, finanzieren die Weltsaatgutbank und erkennen damit praktisch die Bedrohung an.“

    – Marie-Monique Robin[9]
    http://de.wikipedia.org/wiki/Svalbard_Global_Seed_Vault#Kritik

  13. ...der Redaktion bekannt! (kein Partner)
    02. Februar 2011 14:27

    China & Indien als ähnlich anzusehen ist mir zu kühn! Danach hab ich nicht mehr weitergelesen....

  14. Gasthörer (kein Partner)
    02. Februar 2011 13:25

    Nun macht Herr Unterberger Werbung für die EU. Na wunderbar! Ich hatte immer schon den Verdacht, dass er bei der Brüssler Diktatur auf der Gehaltsliste steht. Hier wird sich pseudokritisch mit der EU auseinandergesetzt. Ein Ventil also, um die Despotie zu stärken.
    Herr Unterberger, es gibt nichts Gutes im Bösen. Und das Böse ist eine Diktatur, die ihre Verfasstheit euphemistisch mit Demokratiedefiziten umschreibt.

  15. Torres (kein Partner)
    02. Februar 2011 12:54

    Endlich wieder jemand, der die irrationalen Ängste der Österreicher (und vieler anderer) vor genveränderten Produkten anspricht. Mich ärgert vor allem, dass die Verhinderer anderen (z.B. mir) auch verbieten wollen, Genprodukte zu kaufen, wenn sie es wollen. Sie müssen natürlich als solche gekennzeichnet werden, keine Frage; aber ich muss die Möglichkeit und die persönliche Freiheit haben, sie zu erwerben. Ich habe es schon immer gesagt: Wenn man jede Neuerung abgelehnt und verboten hätte, aus Angst, sie wäre schädlich oder ungesund, würden wir noch immer in Höhlen leben.

  16. Celian
    02. Februar 2011 12:14

    Indiens nationales Interesse sei höher zu bewerten als die Rechte eines einzelnen Unternehmens an seiner Technik. Die Begründung des indischen Patentrichters für die Enteignung der ostfriesischen Firma Enercon von seiner Technologie und Investition in Indien.

    Von mir kriegen Schwellenländer, die unter dem Schutz ihrer Regierung den Raubritter hervorkehren dürfen, keinen Cent. Diese Sache wird interrnationale Investoren abschrecken. Sie werden sich davor hüten, in Gegenden gutes Geld zu investieren, wo ihre Investitionen nicht geschützt sind.

    http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~E5CD8BE1CCB0F49ADA6ED6B97DE323524~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    • Erich Bauer
      02. Februar 2011 13:26

      Celian,
      "...Sie werden sich davor hüten, in Gegenden gutes Geld zu investieren, wo ihre Investitionen nicht geschützt sind..."

      Da wär ich mit nicht so sicher. "Goldgräber" sind äußerst risikobereit. Solange billige Arbeits- und Produktionskosten in ferne Länder locken... Die Zölle moderat - wenn überhaupt vorhanden... Und das Ganze sich "Globalisierung" nennt... Die nicht mehr vorhandenen "Volkswirtschaften" nur noch gebannt auf irgendein "Tripple" stieren (können/müssen)... Der bürgerliche Nationalstaat hierzulande seine Bedeutung verliert... Ja, dann...

      Dann wird jedes Individuum sein eigener "Staat". Wenn es genug Nuggets gefunden hat, kann es sich sogar Militärprofis mieten. Und die Berufsheere der... hm... naja... Weltregierung... wären ausgelastet und könnten sich der Aufträge kaum erwehren...

      Zum Verständnis: Ich glaube ich habe heute meinen "Schwarzen Mittwoch".

  17. Francois Villon (kein Partner)
    02. Februar 2011 11:11

    Vor gut 3 Jahren erschien unter nachfolgender – überraschender - „Headline“ meiner Provinz-Zeitung ein etwas verwirrter Artikel:

    Die Lebensmittelbranche startete ein Wettrennen um höhere Preise

    Ich kommentierte ihn damals so (und dies ist so aktuell wie vor drei Jahren): ein bißchen Wahrheit garniert mit Scheingründen ergibt eine unerhörte Desinformation, so wie halbe Wahrheiten eben auch nur ganze Lügen sind. Ein begleitender Kommentar dazu – „Gegenrevolution“ – kündigt scheinbar Positives an: die Kürzung der Agrarsubventionen der EU, weil „die Bauern ihr Geld wieder auf dem Markt verdienten“. (Was selbstverständlich auch in Zukunft nicht der Fall sein wird. Warum werden wir gleich sehen.)

    Auffällig an dieser groß aufgemachten Story war der Umstand, daß bei uns bis zu diesem Zeitpunkt kaum noch in irgend welchen Statistiken über Lebensmittelpreise diese „größte Preissteigerung seit 25 Jahren“ sichtbar geworden ist. Woher also dieses Vorauswissen der Presse? Denn ähnliche Titel bzw. Artikel erschienen „zufällig“ zeitgleich und gehäuft: „Die Rally um höhere Lebensmittelpreise kommt in eine entscheidende Phase.“ ...

    Was die Presse als Gründe diskutiert sind Geschichtchen, weißes Rauschen und etwas Lärm über „Trittbrettfahrer“.

    Es wäre freilich interessant zu erfahren, was denn diese „Rally“ verursacht hat, von der man immerhin zu berichten wußte, daß so etwas noch nie da gewesen sei. – Vermutlich fällt dieses Wissen bzw. das Schreiben darüber unter Tabu, das zu brechen ein Journalist sich nicht erlauben darf, wenn er weiter seinen Job behalten möchte. So erlaube ich mir etwas nachzuhelfen.

    Wir befinden uns am Beginn des größten nachhaltigen Anstiegs der Getreidepreise seit drei Jahrzehnten für alle wichtigen Getreidesorten: Mais, Weizen, Reis. Diese drei Nutzpflanzen machen etwa 90 Prozent des gesamten in der Welt angebauten Getreides aus. (Daß etwa ¾ der Welt-Getreideernten an der Chicagoer Warenbörse verschachert werden, sei nur nebenbei erwähnt; es hängt aber mit den massiven Preissteigerungen unmittelbar zusammen.) Die US-Regierung hatte nämlich – „überraschend“ - beschlossen (trotz der ungebremsten Energieverschwendung in den USA, der Ignorierung jeglicher Empfehlungen irgendwelcher Umwelt-Beschlüsse, wann immer solche in den vergangen 30 Jahren deklamiert wurden), wie der Wolf im Märchen, Kreide zu fressen, um sich als „besseren Hüter der Umwelt" öffentlich zu präsentieren. – Wie?

    Präsident BUSH kündigte damals in seiner „State-of-the-Union“-Rede – mit dem „20 bis 10“ etikettierten Programm - an, den Benzinverbrauch in den USA bis 2010(!) um 20 Prozent senken. Offizieller Grund: „die Abhängigkeit von importiertem Öl“, sowie die unerwünschten Emissionen von „Treibhausgasen“ zu verringern. Das stimmt zwar nicht, aber es macht einen guten Eindruck, und wenn man die Lüge nur oft genug wiederholt, mutiert sie bekanntlich zur „Wahrheit“.

    Mittelpunkt dieser politischen Absichtserklärung, ist eine groß angelegte, vom Steuerzahler bezahlte Ausweitung des Einsatzes von Bio-Ethanol als Treibstoff für den Straßenverkehr. BUSH fordert die Produktion von 35 Milliarden Gallonen (ca. 133 Milliarden Liter) Ethanol p. a. Dieses Ziel soll bis 2017 erreicht werden.

    Der Kongreß hat mit dem Energy Policy Act im Jahr 2005 bereits beschlossen, daß die Produktion von Ethanol aus Mais von 4 Milliarden Gallonen im Jahr 2006 auf 7,5 Milliarden Gallonen im Jahr 2012 ansteigen muß.

    Damit dies auch geschieht, erhalten Farmer und die Agrar-Großindustrie wie ADM oder David ROCKEFELLER großzügige Subventionen, um Mais zur Ethanolgewinnung anstatt als Nahrungsmittel anzubauen. Ethanolproduzenten – d.h. diejenigen die das Ethanol für den Verkauf mit Benzin mischen - erhalten z. Zt. in den USA einen Zuschuß von 51 Cent pro Gallone Ethanol. In der Regel sind die Begünstigten - Ölfirmen.

    Die Nachfrage nach Bio-Ethanol wird somit nicht nur in den USA steigen. In der Folge unterschrieb BUSH und der brasilianische Präsident einen bilateralen "Ethanol-Pakt" zur Zusammenarbeit in der Forschung und der Entwicklung von Technologien zur Herstellung von Bio-Treibstoffen der „nächsten Generation“, wie etwa der Produktion von Zellulose (zur Gewinnung von Ethanol aus Holz). Man kooperiert auch, um den Einsatz von Bio-Treibstoffen in Entwicklungsländern, vor allem in Südamerika, zu „stimulieren“, und ein OPEC-ähnliches Kartell für Bio-Treibstoffe schaffen, das den Aufbau eines Ethanolmarktes für die westliche Hemisphäre zum Ziel hat.

    Mit einem Wort: Das Ziel ist die weltweite Nutzung von Anbauflächen für Bio-Ethanol und anderen Bio-Treibstoffen - die Verbrennung von Nahrungsmitteln anstatt sie für die Ernährung von Menschen oder als Tierfutter zu verwenden - in USA, Brasilien und anderen Wirtschaftsregionen, darunter auch die EU, womit eine bedeutende neue Wachstumsindustrie kreiert werden soll.

    Das damit verbundene existenzielle Problem ist die Reduzierung von Anbauflächen für die Ernährung der Weltbevölkerung, die ohnedies schon knapp geworden zu sein scheinen. Die Umstellung auf Ethanol-Produkte in den USA ging rasant voran, ohne daß neue Flächen für Nahrungs- bzw. Futtermittel geschaffen worden wären. Die Verschlechterung der Böden durch derartige Monokulturen, also das Gegenteil angeblicher ökologischer Ziele, ist absehbar, wie auch das blühende Geschäft der Giftmischer mit ihren Kunstdüngemitteln und Herbiziden. Jene die dies ausheckten – u. a. CFR-KISSINGER– merkten schon 1970 treffend an: „Mit Öl beherrscht man Nationen, mit Nahrung die Menschen, mit Geld die Welt“. Nun ist der Griff auf die Nahrung an der Reihe. Die Industriekonzerne des Agribusiness wie Cargill, ADM, Montsanto und Syngenta reiben sich die Hände. Aber auch die Öl-Konzerne, BP, ExxonMobil, Chevron, … die alle massiv ins Bio-Business eingestiegen sind. Die Mengen an Bio-Sprit sind, was ihr eigentliches Geschäft betrifft, nicht der Rede wert, aber sie behübschen sich nun auch mit einem Öko-Mäntelchen. Am schlimmsten jedoch ist, daß mit der Umstellung von gewaltigen Nahrungs- und Futtermittel-Flächen für Energie-Gewinnung ein Wettbewerb zwischen Hunderten Millionen Automobilen und dem Hunger von ein paar Milliarden Menschen ausgebrochen „wurde“.

    D. h. es ist erfolgreich gelungen die Nahrungsmittelpreise an den Ölpreis zu koppeln.

    Was das bedeutet, kann sich kaum wer in seinen schlimmsten Alpträumen vorstellen.
    Dies war gewiß kein „Betriebsunfall“, bedingt durch unbedachte Gesetzgebung. Die USA forschen und entwickeln auf dem Gebiet der Bio-Treibstoffe seit den 70-er Jahren. Es ist so sicher wie das Amen in der Kirche, daß die „Erfinder“ des Bio-Ethanols genau wußten was sie taten. Die Ähnlichkeit mit der fabrizierten Inflation der Ölpreise und der jetzt auch absichtlich herbeigeführten entsprechenden Inflation der Nahrungsmittel-Preise ist offensichtlich. Seit Ende 2000 stiegen die durchschnittlichen Preises für Erdöl um 300 Prozent, seitdem Erdöl die US-Außenpolitik dominierte. Als die Produktion von Bio-Ethanol erstmals ein Faktor am Markt wurde – in 2006 -, stiegen die Preise für Mais an der Chicagoer Waren-Börse in innerhalb von 14 Monaten um 130 Prozent. Der Kongreß und die BUSH-Regierung stellten 2005 die Weichen für den Boom von Bio-Ethanol, obwohl längst bekannt war, daß die Welt-Getreidereserven seit Jahren in alarmierendem Maß im Schwinden begriffen sind, und die weltweite Nachfrage vor allem wegen des steigenden Wohlstands und der wachsenden Nachfrage aus China anstieg.

    In der EU soll der Anteil an Bio-Sprit auf 10% gesteigert werden, was nach den Plänen der unverantwortlichen Bürokraten Nahrungsmittel-Anbauflächen von 18% zum „Verbrennen“ bestimmt. Noch um die Mitte des 20. Jhdts. war Deutschland nicht in der Lage die Ernährung seiner Bevölkerung ohne Importe zu gewährleisten. Wir gehen offenbar solchen Zeiten mit Riesenschritten entgegen.

    Die angeblichen ökologischen Vorteile sind überdies erlogen. Einerseits, weil die Energie-Bilanz zur Herstellung von Ethanol bestenfalls ausgeglichen ist, andrerseits, weil Ethanol selbst beim Verbrennen eine Reihe von hochgiftigen Sekundärstoffen erzeugt. Wir wollen auf den Unsinn der CO2 „Treibhaus-Gas“-Diskussion hier nicht eingehen, dies wurde an anderer Stelle schon erörtert. Aber auch die Vorstellung, daß die CO2 Menge geringer würde ist Illusion, weil für die durch die Monokultur bedingten Mengen an Herbiziden und Kunstdünger der Verbrauch von Kohle und Kohlenwasserstoff-Produkten dementsprechend steigt.

    Den „grünen“ Etikettenschwindel unter dem Vorwand des Klima-Schutzes könnte man noch als ein, von Provinz-Politiker inszeniertes, Ärgernis übergehen. Wirklich ernst ist die Verknappung der Welt-Ernährung, die sich in Hungersnöten in den armen Regionen und in exorbitanten Preistreibereien (mit entsprechenden Verarmungseffekten breiter Schichten des Volkes) bei uns auswirken wird.

    Bio-Sprit und kein Ende der Probleme

    Die OÖN brachten dann, ein halbes Jahr später – offenbar einen Folge-Artikel zur Bio-Sprit Anlage in Enns, die vor der Pleite stand (und inzwischen auch pleite ging).
    Bemerkenswert ist, daß bei diesem Projekt die Raiffeisenlandesbank OÖ des Ludwig SCHARINGER mit schlappen 49% beteiligt war (den Rest hielt eine „Schweizer Investmentfirma“). Und daß SCHARINGER „bereit“ war, diese Anlage in eine Raiffeisen-„Stiftung“ zu übernehmen.

    Daß dieses Projekt in die Pleite rutschte trotz oder wegen der unübersehbaren, leider falschen Spekulation auf exorbitante Gewinne aus einer politischen Fehlsteuerung der EU hat gute und schlechte Gründe.

    Der schlechte war, daß der Fast-Hälfte-Eigner Raiffeisen die Betriebskredite fällig stellte und somit die Zahlungsunfähigkeit unmittelbar herbeiführte, was angesichts der Übernahme-Offerte etwas nach Chuzpe aussieht.

    Der guten Gründe gab es wohl verschiedene. Einerseits konnte die Rechnung nicht aufgehen, weil die für eine Auslastung nötigen Rohstoffe überhaupt nicht vorhanden waren und sind. Die in vorangegangen Berichten genannten Abschätzungen der benötigte Anbauflächen, um die EU-Zielvorgabe von 10% Bio-Sprit zu erreichen (detto in Österreich, mit der zusätzlichen Fleißaufgabe, die eine irreale Verschärfung dieser unsinnigen Beschlüsse darstellt, diese 10% Bio-Sprit Beimengung bereits in wenigen Jahren (2009(!)) erreicht haben zu wollen), zeigten, daß von den in Österreich insgesamt 1,4 Mio. Hektar Boden unter Pflug ein überproportionaler Anteil allein für die Produktion von 10% Bio-Sprit nötig wäre. Eine idiotische Unmöglichkeit, die schon im Ansatz die Ernährungsbasis des Landes sträflich unterminiert. D. h. es war von vornherein absehbar, daß diese Mengen in Österreich überhaupt nicht darzustellen sind.

    Der zweite gute Grund des Desasters – das einem mit gewisser Schadenfreude erfüllt – liegt darin, daß sich diese Spekulanten selbst das Bein gestellt haben. Indem nämlich mit dieser Ansage so gewaltige Mengen an Anbauflächen faktisch zum Verbrennen umwidmen zu wollen eine Knappheit bei den Nahrungsmitteln provoziert wurde, was klarerweise die Preise der Urproduktion dramatisch in die Höhe trieb. Damit ist plötzlich auch kein billiger Rohstoff mehr für die Trittbrettfahrer verfügbar, was trotz der hohen Spritpreisen die Rechnung nicht aufgehen ließ. Eine zusätzliche Erhöhung a conto „Bio“ ist nämlich den Autofahren nicht wirklich zu „verkaufen“.

    Vielleicht hatte man sogar mit höheren Rohstoffpreisen gerechnet, aber das Ausmaß der Verteuerung falsch eingeschätzt. Der entscheidende Preisschub dürfte nämlich nicht durch die Verknappung der Anbauflächen für Nahrungsmittel induziert worden sein, sondern in einem bisher nicht erkannten Zusammenhang bestimmter neuer Markt- und Konkurrenzverhältnisse begründet liegen; – jedenfalls wurde es von unseren Medien peinlichst vermiedenen auch nur den geringsten Hinweises darauf geben.

    Es ist die unerhörte Tatsache, daß erstmals in der Menschheitsgeschichte die Nahrungsmittel in einen Wettbewerb mit dem Welt-Energie-Sektor, hier insbesondere den Öl-Konzernen, gebracht wurden. Und was sich in diesem Machtkartell und Welt-Oligopol weniger Öl-Giganten abspielt, ist wohl jedem klar. Jedenfalls hat dies nicht das Geringste mit „Markt“ oder fairem Wettbewerb zu tun, sondern mit knallharter Profitmaximierung – freilich nicht für ein paar Provinz-Mitspieler – noch dazu in deutschen Landen. Die Abzocke ist ausschließlich den auserwählten Konzerngiganten und dem Monopolkapital vorbehalten.

    Als Postskriptum sei nur noch angemerkt, daß vor dem Zweiten WK, als Deutschland unter Blockade lag und sich die wichtigsten Rohstoffe nicht mehr am Weltmarkt beschaffen konnte, hier mit Substituten und Alternativ-Produktionen experimentiert wurde. Um z. B. die Bauern zB zum Anbau von Flachs zu veranlassen, schlossen die Verarbeitungsbetriebe Abnahmeverträge über Mengen und Preise, was die Bauern zu kalkulieren erlaubte und ihnen die freie Entscheidung ließ es tu tun oder zu lassen, und den Betrieben die nötige Menge an Rohstoffen sicherte. Trotz der schrecklichsten Diktatur, die damals – wie man heute weiß – herrschte, wurden die Bauern nicht gezwungen etwas anzubauen, und die Betriebe bzw. staatliche Behörden (Wirtschafts- bzw. Nährstand-Ministerium) verordneten keine Zwangspreise, wie dies heute im Agrarbereich die EU tut, die angeblich ein Freiheits- und Friedensprojekt ist – und den Bauernstand inzwischen nicht dezimierte, sondern auf weniger als ein Zehntel des früheren Bestandes eliminierte. Was dies für die Ernährung in echten Krisenzeiten bedeutet, mag sich jeder selbst ausmalen.

    Zur Bemerkung von Dr. Unterberger über die Genmaipulation von Nahrungsmittel quasi im Nebensatz kann ich nur sagen, daß ich über so viel Verantwortungslosigkeit fasssungslos bin.

    • Anton Volpini
      02. Februar 2011 12:43

      Sehr geehrter Hr. Francois Villon, zu Ihrer hervorragenden Darstellung zum Thema: Urproduktion für Lebensmittel versus Engergieerzeugung,
      möchte ich noch ein weiteres Detail anmerken, das zusätzlich für preistreibende Wirkung sorgt.
      Der Inflationsdruck ist ja nicht nur bei Lebensmittel stark, sondern bei allen anderen Rohstoffen ist derzeit ebenfalls der Teufel los. Ärger als 2006/2007!

      Wir konnten in den letzten Jahren beobachten, wie Finanzfonds zunehmend Eigentümer von multinationalen Konzernen in allen Sparten wurden. Die gehen natürlich nur dann in Unternehmungen rein, wenn sie dort bessere Rendite als auf den Finanzmärkten erwarten. Und überdurchschnittliche Rendite erwirtschaftet man nur in knappen Märkten.

      Wenn also früher der Grundsatz gegolten hat: Der Spekulant folgt knappen Märkten, so gilt heute obendrein, daß er für knappe Märkte sorgt!

    • Francois Villon (kein Partner)
      02. Februar 2011 14:25

      Sg Herr Volpini, danke für den Hinweis.

      Ich hatte in den letzten 2-3 Jahren a.) ein ca. 300-jähriges Landhaus für meinen Sohn zu restaurieren - und kaum Zeit mich den aktuellen Wirtschaftsdaten zu widmen und b. ein Buch zu einem ganz anderen Thema geschrieben, sodaß ich nur fallweise dazu kam das alles im Detail zu verfolgen.

      Der Grund mich heute überhaupt noch einzumischen liegt darin, daß ich die "Grand Strategy" sehe, mit der Europa abgewickelt wird. Daß dies so leicht möglich ist, liegt zu einem erheblichen Teil daran, daß selbst gebildete Leute so von ihrem Beruf eingenommen sind, daß sie einfach nicht sehen, was neben ihnen wirklich passiert.
      Ich versuche halt hier mit bescheidenen Kräften gegenzusteuern.

      Nur habe ich oft den Eindruck, daß man wie bei Religionskriegen die Argumente und Folgerungen daraus nicht rüberbringt.

      MfG

    • Norbert Mühlhauser
      02. Februar 2011 16:17

      @ Villon:

      Nach meinem bescheidenen Allgemeinwissen ist Deutschland nicht erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts, sondern seit Ende des 19. Jahrhunderts lebensmittelautark. Die entscheidende Wende ist der Erfindung und dem Einsatz des Kunstdüngers auf Nitratbasis ("Stickstoffdünger") zu verdanken. Dass es im 20. Jahrundert auch Hunger und/oder Importbedarf gegeben hat, hängt mit den politischen und Kriegswirren zusammen. Mir ist nicht zu Ohren gekommen, dass die notorischen Agrarüberschüsse Europas vor einer Dekade Getreide ausschlössen. Dafür liegen mir Informationen (aus 2007) vor, dass sich der Getreidepreis in Ö seit 1980 halbiert hat, obwohl die Semmel Dreieinhalbfache kostet.

      Weiters erinnere ich daran, dass in Europa Bauern dafür bezahlt werden, Anbauflächen stillzulegen. Hier ist Ethanolgewinnung im Ausmaß der Stillegungen der letzten dreißig Jahre jedenfalls sinnvoll.

      Und wenn die USA einen Zuschuss von 51 Ct pro Gallone gewähren (amerik. Gall. = rd 3,7 L), dann ist der Begünstigte der Automobilverkehr bzw der Verbraucher, weil er weiterhin zu einem im Vergleich zu Europa äußerst billigen Preis fahren bzw vom Speditionswesen beliefert werden kann. Dafür gibt es in Europa für Spritersatz eine Steuervergünstigung. - Der Unterschied hält sich also in Grenzen.

      Wenn der Anbau von Mais (etc) für Biosprit soviel an Energie kostet, wie die Biospritgewinnung abwirft, dann kann mit einem Zuschuss von 0,51 $-Ct pro Gallone, entspr 13 $-Ct pro Liter, wohl kaum das Auslangen gefunden werden. Die Gestehungskosten liegen nämlich bei Mais bei 26 $-ct pro Liter, bei Gewinnung aus Zuckerüben in der EU noch höher. ( Anders als in Europa kann der Treibstoff für die Agrarproduktion in den USA nämlich gar nicht besonders gefördert sein, weil die Steueraufschläge dort viel geringer als bei uns sind.)

      Zur Info: Aus einem Hektar Land wird in Brasilien sogar 6.000 Liter gewonnen. Die Angaben der Kritiker liegen weit darunter, was ihren Horrorszenarios dienlich zu sein scheint. Diesbezüglich siehe:

      http://www.autodesk.de/adsk/servlet/item?siteID=403786&id=10531735

    • Francois Villon (kein Partner)
      02. Februar 2011 17:39

      Herr Mühlhauser, Sie haben mich überzeugt. Ab sofort bin ich auch für Bio-Sprit zulasten von Brotgetreide.

      Ich weiß auch von der Weisheit der EU-Agrarpolitik, daß sie für´s Nichtstun - Flächenstillegung - Prämien bezahlte, weil sie, gemäß dem Ökonomischen Kalkül, das für die wirtschaftlich optimale Lösung hielt. Auch von dieser Weisheit bin ich nun doppelt überzeugt, weil das ja automatisch Reserveflächen sind, wenn wir sie einmal brauchen sollten.

      Da auch mit genetischen Methoden die durch Erschöpfung der Böden bedingte geringere Fruchtbarkeit mehr als kompensiert wird, bich ich auch zum glühenden Anhänger der Monsanto´schen wissenschaftlich gesicherten Anbaumethoden und ihres Saatguts konvertiert.

      Im Übrigen brauchen wir - Dank oben Gesagtem - auch das altväterliche, rückständige Know-How der Bauern nicht mehr, weil das ohnedies in Agrarfabriken viel billiger, besser, geschmackvoller, gesündern, usw. hergestellt werden kann. Drum ist es völlig egal, daß wir über 95% des Bauernstandes (und dessen überflüssiges Wissen/Können die Landwirtschaft betreffend) abgebaut haben. Außerdem besorgen wir uns vom Weltmarkt alles was wir wollen, wenn es bei uns einmal etwas fehlen sollte.

      Wegen meiner gänzlich ungenauen Abschätzungen, die nur Vermutungen waren, was den energetischen Aufwand betrifft um aus Getreide Bio-Sprit zu machen, bitte ich um unverdiente Nachsicht. Außerdem hätte ich ja wissen müssen, daß in der Ökonomie mit Preisen und nicht mit Kalorien oder Joule gerechnet wird, es also darauf gar nicht ankommt.

      Was die ebenfalls nur polemisch gemeinte Unterversorgung mit Nahrungsmittel zwischen den Kriegen in Deutschland betrifft, so ist meine Quelle natürlich eine nicht zitierbare, weil aus jener unaussprechlichen Zeit stammend, womit von vornherein klar ist, daß sie nur falsch sein kann.

      Warum dann allerdings Nahrungsmittel importiert wurden, trotz der knappen Devisen, bleibt für mich ein Rätsel.

      Ich bin, wie ich zerknirscht einsehe, dem Lobbyismus irgendwelcher Öko-Fundamentalisten aufgesessen, was Sie - Gottseidank - wieder ins rechte Licht gerückt haben.

    • Erich Bauer
      02. Februar 2011 18:09

      "...für Bio-Sprit zulasten von Brotgetreide..."

      Ich könnte mir vorstellen, daß wir überhaupt kein Brotgetreide mehr anbauen, sondern nur noch "Benzin- und Diesel-Pflanzen" - für die Amis. Die Saudis kaufen ja auch die Nahrungsmittel am MARKT! Die Amis müßten uns dann genauso wohlwollend behandeln wie die Scheichs... Und wenn wir dann noch das Wasser vekaufen... und dafür zusätzlich Benzin bekommen, mit dem man spekulieren kann... und diese Gewinne in Las Vegas noch steigert...

    • Norbert Mühlhauser
      03. Februar 2011 00:03

      @ Villon:

      ????

      Wenn sie den zarten Hinweis, dass die Reaktivierung stillgelegter Agrarflächen für den Biospritanbau schwerlich zulasten des Brotgetreide-Anbaus erfolgen kann, als Aufruf zur Verknappung der Getreideproduktion zugunsten von Biosprit auslegen, dann können Sie einem leid tun.

      Gleiches gilt für den zarten Hinweis, dass eine Energieerzeugung, die keinen Energieüberschuss abwirft, Staatszuschüsse (direkt oder über Steuerentlastungen) benötigt, die mindestens die Höhe der Gestehungskosten (minus Energieeinsatzkosten) erreichen müssen.

      Rechenbeispiel: Bei einem Energierzeugnis, in das Sie pro Einheit 10 Geldeinheiten für den Energieeinsatz, und insgesamt 100 Geldeinheiten für Energieeinsatz + sonst. Material + Arbeitnehmervergütung (=Gestehungskosten) stecken müssen, müsste Ihnen der Staat folglich mindestens 90 Geldeinheiten retournieren, wenn der Energieertrag lediglich 1:1 beträgt.

      Im übrigen wird Biosprit von Agrarökonomen, vulgo: Bauern, erzeugt.

      Wenn Sie nicht verstehen wollen, dass zwischen endgültiger Stilllegung und Mehrfelderwirtschaft ein Unterschied besteht, und dass die moderne Landwirtschaft Bodenauslaugung zu vermeiden versteht, dann können Sie einem erst recht leid tun.

      Dass die Zwischenkriegszeit angeblich keine solche war, die unter dem Einfluss von politischen und Kriegswirren stand, vergrößert mein Mitleid nur noch mehr.

      Es gilt also wie eingangs dargelegt:

      ????

    • Francois Villon (kein Partner)
      03. Februar 2011 11:13

      Herr Mühlhauser ich danke für Ihr Mitgefühl. Das hilft mir über den Schmerz hinweg, daß Sie meine Position nicht teilen können oder wollen. Als Vertreter des Ökonomischen Kalküls und offenbar Rechtgläubiger bezüglich aller Verheißungen liberaler Marktwirtschaft haben Sie meinen Kommentar natürlich „relativiert“ indem Sie ein paar Krämer-Argumente ins Feld führten.

      Ich beleuchtete aber die Frage (ohne dabei moralisierend zu werden), inwieweit angesichts einer bald 9 Milliarden Bevölkerung es vertretbar ist, die Anbauflächen für Nahrungsmittel zugunsten von Energie-Pflanzen zu verringern.

      Da ich auch die Luftaufnahmen aus dem Weizengürtel der USA kenne und die Methoden der Bewässerung und die daraus folgenden Ver-W ü s t u g n e n inkl. einem Versiegen des Grundwasservorrates (ähnlich wie im Seewinkel des Burgenlandes!), das Verlassen (= Nicht-Bewirtschaften) von alpinen, höher gelegenen Flächen auch bei uns, usw. scheint mir das eine weitere Verschärfung der Lage zu sein.

      Ob die Energie-Bilanz nun aufgeht oder nicht, ist eigentlich belanglos vor dem oben angedeuteten Problem. Außerdem ist Ihre Rechnung mangelhaft, weil sie die K o s t e n (die ja recht willkürlich sein können, weswegen ja oft von Kostenwahrheit geredet wird) vergleichen, ich aber vom Energie- (und n i c h t Geld-)einsatz sprach, der für die Erzeugung von Energie in Form von Bio-Sprit nötig ist. Aber das ist ohnedies nebensächlich.

      Moralisierend nun doch noch zum Schluß: früher betete man „… gib uns unser tägliches Brot“, und es galt als heilig. Brot wegzuwerfen als Sünde. Die heutige Steigerung die Nahrungsmittelgrundlagen wegen eines vermeintlichen Profits und um den Kamikaze-Kurs der Zivilisations-„Kultur“ damit zu „stabialisieren“ für Energiegewinnung umzuwidmen, ist nur noch diabolische Selbstvernichtung.

      Aber bitte, wir haben die Wertetafeln auf den Kopf gestellt: Der Tanz ums Goldene Kalb ist die heutige Religion.

    • Erich Bauer
      03. Februar 2011 13:54

      Norbert Mühlhauser,
      "...Im übrigen wird Biosprit von Agrarökonomen, vulgo: Bauern, erzeugt..."

      Ich weiß nicht, ob sie jemals in Illinois waren. Zur Erntezeit. Wenn die Panzer-Armada riesenhafter Erntegetüme das Land bis zum Horizont überfällt. Ein einziges solches Ungetüm würde unser zukünftiges Berufsheer nicht nur auf die höchsten Gipfe jagen, sondern sogar vernichten...

      Für jeden "Agrarökonomen" ganz sicher ein Anblick, der höchste Erregung hervorruft. Er könnte dabei auch gar keinen Bio-Sprit verbrauchen, da die Staubentwicklung den Blick über die Kühlerhaube seines Hummers nicht zuläßt. Während der Wartezeit könnte er sich der Entspannung hingeben. Ich glaube, einen "Bauern" würden die Tränen kommen.

      Noch etwas zu Illinois. Vor 150 Jahren hatte dieser riesige Bundesstaat einen Baumbestand von 45 Prozent. Heute sind es 15 Prozent. Und Illinois wurde zum "Tornadoland".

    • Norbert Mühlhauser
      03. Februar 2011 18:09

      @ Villon:

      Der Mensch lebt nicht nur von Brot allein. Das gilt nicht nur für den geistig-seelischen Komplex, auf den dieser Spruch originär abzielt. Oder wollen vielleicht Sie materiell nur mit Brot versorgt sein?

      Was Sie als (Klein-)Krämerei verunglimpfen, ist die Essenz unserer technisch-wissenschaftlichen Kultur, die die heutigen Errungenschaften - und damit auch Annehmlichkeiten - hervorgebracht hat, nämlich im Grunde die Logik. Davor walteten Magier und Hohepriester Ihres Amtes, aber mit bescheidenerem Erfolg. Aber auch in späteren Zeiten scheiterten immer wieder Hohepriester des Kommunismus, des Populärsozialismus (Peron), und andere (politisierenden) Moralisierer.

      Konkret brauchen Sie die Kleinkrämerei etwa, um eine Agrarmaschine in einer Effizienz zu konstruieren, die entscheidend zur Ernährung der Bevölkerung beiträgt. Und zur Logik gehört auch, dass ein Ertrag nur erwirtschaftet werden kann, wenn am Ende ein "Mehr" herausschaut, als anfangs hineingesteckt wurde. Sie brauchen keine komplizierten, hochphysikalischen Kilojoule-Berechnungen unter Berücksichtigung der Kaffeepausen des Personals, um zu erkennen, dass bei gemeingültigen Energiepreisen - unter Berücksichtigung der Zu- und Abschläge durch Vergünstigungen und der Einkaufs-/Verkaufsspanne - ein Mehr an Energie nur geschaffen werden kann, wenn trotz der Kosten des Energieeinsatzes ein Einnahmenüberschuss erzielt werden kann, und sofern dieser die besagten Vergünstigungen und Spannen übersteigt.

      Unter der Annahme, dass - laut dem bekannten Bioethanol US-Kritiker Patzek *) - der Hektarertrag bei Mais 8.655 kg/ha beträgt, pro Hektar 3.217 Liter Ethanol anfällt **), und der Mais-Erzeugerpreis (=Abgabepreis) durchschnittlich 160 EUR/Tonne beträgt ***), müsste der Abgabepreis für Ethanol pro Liter 0,43 EUR-ct betragen (Herstellungskosten wie gesagt 26 $-ct oder vielleicht 22 EUR-ct, alles jedoch auf US-Produktion bezogen). Da fällt es schon schwer zu glauben, dass mit 13 $-ct pro Liter Zuschuss alles außer dem Energieeinsatz abgegolten ist, wenn der Energieertrag nur der eingesetzten Energie entspricht.

      Ich frage mich nur, weshalb Sie sich über die Bevölkerungsexplosion und Bodenverkarstungen überhaupt Gedanken machen, wo doch eigentlich die jeweiligen Länder wesentlich besser in der Lage sein müssten, sich über derlei Aspekte den Kopf zu zerbrechen. In der VR China wird es jedenfalls keine Bevölkerungsexplosion geben, dort spricht man bereits von den Lasten der Überalterung - wer hätte sich das noch vor 15 Jahren gedacht! Und in vielen Ländern dürfte die Erfassung noch gar nicht so fundiert sein, um Horrorszenarien zu rechtfertigen, die freilich geeignet sind, der UNO enorme visionäre Autorität zu verleihen.

      Es gibt diesbezüglich nur zwei Szenarien: Entweder der Markt funktioniert, dann wird im Bedarfsfall mehr Getreide zulasten der Bioethanol-Erzeugung produziert.

      Wenn aber der Markt nicht funktioniert, weil etwa die notleidenden Länder kein Geld haben, dann wird es sehr, sehr spannend. Wie bekannt konnten sich vor einigen Jahren manche Länder nicht einmal den Transport "unseres" Überschussgetreides leisten. Vom Produktionsentgelt ganz zu schweigen. Wird dann wieder Zwangsarbeit für "robots" eingeführt, die vielleicht aus Delinquenten (etwa PC-Inkorrekten) rekrutiert werden? Oder darf man verlangen, dass Problemländer selber ihr Geburtenwachstum in den Griff bekommen? Oder melden Sie sich freiwillig für den Ernteeinsatz, hmmm ?

      --------------------------------------
      *) "Ethanol Production Using Corn, Switchgrass, and Wood;
      Biodiesel Production Using Soybean and Sunflower", Natural Resources Research, March 2005

      **) Diese Patzek-Werte dürften jetzt schon deutlich überholt sein!
      ***) Der Maispreis war schon anfang 2004 bei 200 EUR, um Ende 2004 wieder auf unter 100 EUR zu fallen; erst Ende 2007 durchbrach er grob ein halbes Jahr die 200-EUR Marke, auf welchem Niveau wir uns heute wieder bewegen.

    • Norbert Mühlhauser
      04. Februar 2011 01:19

      Nachtrag:

      Zu bedenken wäre, dass ein Verbot des Anbaus von Spritgetreide noch keine Bewirtschaftung bisher bzw jüngst stillgelegter Felder bewirkt, zur Stillung des "Welthungers".

      Eine Versorgungssicherung mit Getreide für Hungerstaaten durch wohlhabende Staaten mittel anderer Eingriffe als die nicht ganz ernst genommene Zwangsarbeit müsste zu Preissteigerungen führen, weil ja ein zusätzlicher Produktionsanreiz vorhanden sein muss. Natürlich müssten die Kosten dafür alle Bürger dieser Sphäre solidarisch tragen, aber auch Schwellenländer. Es sollte jedenfalls bessere Möglichkeiten als solche Interventionen geben ...

    • Erich Bauer
      04. Februar 2011 08:06

      Norbert Mühlhauser,

      Karl Friedrich Raiffeisen hat für die lebenswichtigsten Güter, die ein Staat selbstversorgend herstellen sollte, eine "Marktordnung" vorgesehen. Warum wohl? Sind Weizen, Mais und Reis lebenswichtige Güter? Oder soll man in den Schwellenländern halt Chiquita-Bananen oder Kiwis essen? Bitte kommen Sie mir aber jetzt nicht mit den Segnungen des "freien Marktes" bei lebenswichtigen, horrend subventionierten Gütern. Freier Martk sieht anders aus. Wenn er ohnehin nicht ein Mythos ist.

      Der moralische Aspekt Ihrer Argumentation bringt mich zum Staunen. Um der Bevölkerung in den Hungeländern die "Zwangsarbeit" zu ersparen... Irgendwie verräterisch... die sollen einfach keine effiziente Landwirtschaft aufbauen um sich mit lebenswichtigen Gütern selbst zu versorgen (das wäre ja "Zwangsarbeit). Damit schließt sich der Kreis.

    • Francois Villon (kein Partner)
      04. Februar 2011 11:28

      Habe das gerade in einem anderen Diskussionsstrang geschrieben. Aber es paßt auch gut hierher:

      Die sich heute so wissenschaftlich Gebärdenden glauben anscheinend all dieses Abrakadabra (wobei zu deren Entschuldigung zu sagen ist, daß sie auch nichts anderes auf den Hochschulen mehr lernen), und jene, die selbst kaum ein und eins richtig addieren können, bestaunen mit offenem Maul was Willibald der Zauberlehrling da nicht alles schafft, und glauben es auch. Und Gottseidank ist in der demokratischen Gesellschaft das die Mehrheit, die bekanntlich immer recht, das Monopol auf Wahrheit, hat. Ein Freund (und früherer Richter am (dt.) Verwaltungsgerichtshof) bezeichnete dieses „Herangehen an die menschliche Wirklichkeit aller Bereiche als einen, seit A. Comte grassierenden, alle pränormative, natürliche und metaphysische Normativität strikt ablehnenden Positivismus, der die Universitäten zu Konglomeraten von Bohrlochspezialisten herabgewirtschaftet habe, die kein gemeinsamer SinnhimmeI mehr eint, und die deshalb als soziopolitisch-ökonomischer Lehrstand unheilvoll versagt habe, weil sie die im Pluralismus selbstherrlicher Einzelbereiche besonders unverzichtbaren Zusammenhänge nicht mehr vermitteln.“

    • Norbert Mühlhauser
      04. Februar 2011 14:19

      @ Erich Bauer:

      Missverständnis! Mit Zwangsarbeit war die Heranziehung zu Erntediensten in den entwickelten Ländern (bei "uns") gemeint, um Getreide für diejenigen zu erzeugen, die dies in Entwicklungsländern nicht zuwegebringen. Natürlich müssten dafür auch stillgelegte "Brachflächen" reaktiviert werden.

      Soviel nur zu der mir unterstellten Moral, ansonsten überlasse ich Ihnen aus Zeitgründen das Schlusswort.

    • Erich Bauer
      04. Februar 2011 15:57

      Sehr geehrter Herr Norbert Mühlhauser,

      Ich "reiße" mich ganz sicher nicht um "Schlußworte". Ich reiße mich um Argumente. Auch um Ihre. Denn davon "profititiere" ich. Mein "Mißverständnis" über die von Ihnen in die Debatte gebrachte "Zwangsarbeit", tut mir leid. Aber... die Tatsache, daß "Zwangsarbeit" offensichtlich unabdingbar notwendig ist, damit ich mir beim BILLA spanische Erdebeeren - oder ich weiß nicht was - zu jeder Tages- und Nachtzeit, unabhängig von der Jahreszeit, zu wohlfeilen Preisen... Ist das der "freie Markt"? Ich weiß nicht, ob ich mit diesem "freien Agrar-Markt-GOTT" überhaupt noch was zu tun haben möchte. Ganz abgesehen davon, daß ich bei diesen, durch "Zwangsarbeit" (Marokkaner in Spanien, "Östler" bei uns...) hergestellten "Nahrungsmittel" (ich vermeide das Wort "Lebensmittel), kaum einen geschmacklichen Unterschied zwischen einer Erdbeere, einem Paradeiser, oder einen Paprika feststellen kann. Ich gebe zu, ich bin Raucher. Angeblich soll ja der Zigarettenkonsum die Geschmacksnerven beeinträchtigen. Selbstverständlich wird bei einer "marktkonformen" Produktion der Preis der nicht so "lebenswichtigen" Lebensmittel höher sein. Aber, die I-Pads, die I-phones, die Plasma-TV-Geräte müßten dann halt noch billiger werden.

      Was meine "Zeit" betrifft: ich NEHM' sie mir einfach. Nach Gutdünken. Derzeit halt für's Posten bei A.U. November, Dezember und fast den ganzen Jänner nahm ich sie mir für Anderes... Und sehr bald werde ich wohl wieder andere Zeit-Prioritäten setzen...

    • Norbert Mühlhauser
      06. Februar 2011 16:07

      Sg Herr Erich Bauer!

      Sie sind Raucher? Dann gibt's von mir noch ein freundliches Schlusswort, auf die Gefahr hin, dass Sie's nicht mehr lesen:

      Die von Ihnen beklagte Globalisierung der Agrarökonomie, die zu unsinnigem Energieeinsatz durch enorme Warenbewegungen führt, ist eine Folge der allgemeinen Globalisierungslehre, die sich als wohlstandsverbreitende Heilslehre versteht und den Hebel beim Zollabbau ansetzt. Nur geringste oder keine Zölle machen es sinnvoll, das Wohlstands- und Produktionskostengefälle unter Inkaufnahme eines großen Transportaufwandes auszunützen. Natürlich muss zB früh geerntet werden, um das Verderben der Ware zu verhindern, und das Nachreifen im Regal dürfte nicht die Geschmacksgüte bei zeitgerechter Ernte erreichen.

      Wenn die Globalisierungsevangelisten recht haben, müssten allerdings immer weitere Warentransporte in Kauf genommen werden, da die Südeuropäer dann in Bälde so fortgeschritten sind, dass niemand mehr dort für (billigen) Ernteeinsatz in Frage kommt.

      Erst wenn dann die Welt rundherum entwickelt und die Energie sauteuer ist, wird die Auslagerung unleistbar, und muss wieder im eigenen Land produziert werden. Dann werden aber auch keine Ausländer in's Land geholt werden können, weil kein Andrang mehr bestehen wird.

      Es geht hier also nicht einfach um einen allgemeinen Fortschritts- oder Machbarkeitsglauben, die von Ihnen beklagten Zustände sind auch eine Folge eines politischen Konzepts, einer Ideologie.

      Im Anschluss an meine vorangegeangenen Ausführungen (auch) auf Grundlage einer Studie von Patzek (und Pimenetel) möchte ich noch ausführen, dass der unmittelbare Treibstoffeinsatz pro Hektar rd 370 Liter beträgt (Diesel+Benzin), und die Triebstoffkosten daher rd ein Viertel der Erzeugerpreise oder ein knappes Drittel der Gestehungskosten betragen. Die Energierendite beträgt also überschlagsmäßig 3:7 (4.000 Liter Bioethanol-Ausbeute pro Hektar zugrundegelegt). Bemerkenswert ist, dass der Treibstoffverbrauch pro Hektar hoch ist, was eine ausgeprägte Abhängigkeit von Rohölpreisen auch bei der "normalen" Lebensmittelerzeugung nahelegt.

      Was meine "Zeit" betrifft: ich NEHM' sie mir einfach. Nach Gutdünken. Derzeit halt für's Posten bei A.U. November, Dezember und fast den ganzen Jänner nahm ich sie mir für Anderes... Und sehr bald werde ich wohl wieder andere Zeit-Prioritäten setzen...

      Mit Verlaub, das können Sie so halten, wenn Sie geregelte Arbeitszeiten haben oder Pensionist sind, aber nicht bei selbständiger Tätigkeit mit strikten Terminvorgaben, von deren Erfüllung Ihre Existenz abhängt. (Wenn ich nicht irre, dann sind Sie ja Pensionist, oder?)

    • Norbert Mühlhauser
      06. Februar 2011 20:43

      Berichtigung & Präzisierung:

      Mit "Energierendite" oben war der spezifische Einnahmenüberschuss gemeint, nicht ein Mengenvergleich zwischen Einsatz und Ausbeute an sich, der ja bei einem unmittelbaren Treibstoffeinsatz von 370 Liter pro Hektar und 4.000 Liter Bioethanol-Ernte anders lauten müsste.

      Dabei bin ich von 160 EUR/Tonne Erzeugerpreis für Mais ausgegangen (EUR wegen mir vorliegenden AMA-Daten), und 8,5 Tonnen Ertrag pro Hektar, und von rd 350 EUR Treibstoffkosten pro Hektar. 350 EUR Treibstoffeinsatz ergibt ein rundes Viertel vom Erlös (8,5 x 160 = 1360).

      Unter der Annahme, dass ein Liter Bioethanol Gestehungskosten von 0,22 EUR-ct/Liter nach sich zieht, belaufen sich diese hochgerechnet auf den Hektar auf 0,22 ct x 4.000, macht rd 880. Dabei sind 350 EUR natürlich kein knappes, sondern ein "sehr gutes" Drittel vom Anteil an den Gestehungskosten.

      Das ganze ist natürlich relativ unscharf und soll nur einen überschlagsmäßigen Eindruck von den Relationen vermitteln. Auch sind die Mineralölsteuern in den USA niedriger, und damit auch die Treibstoffkosten. Über Dollar/EUR Relationen und den durchschnittl. Erzeugerpreis für Mais kann man auch lange streiten. Auch bleibt die Raffinierung unberücksichtigt.

      Die 370 Liter Treibstoffeinsatz stimmmen aber auf jeden Fall, das habe ich nicht selber überschlagsmäßig ermittelt, sondern direkt von der genannten Patzek u. Pimentel Studie bezogen, die 88 US-Gallonen Diesel und 40 Liter "Gasoline", jeweils pro Hektar, anführt.

    • Erich Bauer
      07. Februar 2011 08:25

      Norbert Mühlhauser,

      Nein, ich bin kein Pensionist. Ich habe vor bis 70 (dauert noch einige Zeit) mir den "Broterwerb" zu erarbeiten. Aus Solidarität zu den Jungen...

      10 Jahre Selbstständigkeit in diesem Land schienen mir genug. Keine Sorge, weder Konkurs noch Pleite ging dem voraus. Ganz offen gesprochen: ich hatte einfach keine Lust mehr die Bieniensprünge zu finanzieren, indem ich meine Haut zu Markte trage...

  18. APM (kein Partner)
    02. Februar 2011 10:13

    Die packenden ökonomischen Thesen die man hier von "A" bis "Z" lesen darf, sind genau der Stoff, aus dem "die Krisen" bestehen. Normalerweise sollte man glauben, das aus Fehlern gelernt wird. Die Wirklichkeit beweist das Gegenteil... sie ist
    zur Zeit im nahen Osten wie Westen zu beobachten und sie wird alle Jene einholen, die glauben sich über elementarste Vernunft hinweg setzen zu können.

  19. Celian
    02. Februar 2011 07:35

    In der gestrigen Ausgabe des Handelsblatts stand zu lesen (auf Seiten 38 und 39):
    Seit Anfang Januar hat sich der Preis für die Feinunze Gold um acht Prozent verbilligt. [...]Dabei verliert Gold seinen Nimbus als Angstwährung. [...]"Das Chartbild hat alles, was eine typische Trendwende nach unten erfordert", urteilt Wieland Staud. Schon seit Wochen kündigte sich das Ende der Hausse an...


    http://www.handelsblatt.com/_d=HB021101714,_p=1174,_t=ft_archive

    Ich bitte das nur zur Kenntnis zu nehmen. Ansonsten enthalte ich mich einer Stellungnahme. Muß jeder selber wissen, was er macht.

    • Heri (kein Partner)
      02. Februar 2011 09:12

      und dem sei hinzuzufügen: Es gibt für alles "Spekulations-Blasen". Diese platzen erst dann platzen wenn der Preis hoch ist und die ersten Fragen kommen: "Wer braucht eigentlich das Gold"?
      Und frei nach Kostolanyi: Wenn jeder von einer "tollen Investitionsmöglichkeit" spricht, dann ist es höchste Zeit auszusteigen. Siehe Häuser in 2005, siehe Gold in 2011. :)

    • phaidros
      02. Februar 2011 15:44

      Ich kaufe physisches Gold einigermaßen regelmäßig um einen einigermaßen konstanten Betrag (natürlich abhängig von der möglichen Stückelung). Dadurch kaufe ich à la longue kleinere Mengen teureren und größere Mengen billigeren Goldes => "cost averaging".

      Den Kurs beobachte ich gar nicht so wirklich (nur so überblicksartig).

      BG/phaidros.vie@gmail.com

  20. Dr.Markus Deim
    01. Februar 2011 17:48

    Jeder, der einmal Eier, Erdäpfel oder Fleisch direkt vom Biobauern gegessen hat, kennt den Unterschied zum "Gen-Fraß", alle anderen dürfen sich weiterhin von Lebensmittel ernähren, die von Weltkonzernen fabrikartig hergestellt werden und nach "Pappendeckel" schmecken. Ich als Arzt für Allgemeinmedizin bedaure die niedrigen Preise für unsere Nahrung und das damit verbundene Sinken der Qualität zugunsten der Quantität, abgesehen davon, daß die niedrigen Preise für Essen zur Entwicklung von Übergewicht und den damit verbundenen Wohlstandserkrankungen wie Hypertonie, Diabetes, KHK, von den degen. Erkrankungen des Bewegungsapparates wegen Übergewicht und falscher und zuwenig sportlicher Betätigung beitragen. Wir sollten unseren Bauern ermöglichen, nicht Masse zu niedrigem Preis, von der kein Bauer leben kann, sondern Qualität zu hohem Preis zu produzieren, der zu überlebensfähigen bäuerlichen Betrieben führt, auf die wir stolz sein können, weil sie traumhaft gutes und gesundes Essen und Trinken (Weinbau) produzieren. Leider wird sich auch Europa in die falsche Richtung entwickeln, nämlich in Richtung von agrarindustriellen Betrieben, die erstens nur miese Masse produzieren und zweitens eine unabhängige Ernährung der Bevölkerung unmöglich machen, weil unserer Landwirtschaft defacto das Recht auf eingenständige Saatgutproduktion durch diverse juristische Tricks genommen wurde, ausgenommen Biossatgut wie Emmelmann in St.Leonhart am Hornerwald, Arche Noah und ähnliche sehr lobenswerte Einrichungen, die in Krisenzeiten eine autonome Saatgutproduktion unabhänging von nordamerikanischen Saatgutfirmen ermöglichen, noch dazu in hervorragender Qualität und Geschmack, ich hab`s hundertemale selbt gekostet und genieße den deutlichen Unterschied. Geringere Mengen von gutem Essen, das etwas kostet, ist besser als Massenfraß, der nur wenigen riesigen Saatgutfirmen nützt, unsere Landwirtschaft eigentlich zerstört und noch dazu ungesund ist! Was nichts kostet, ist nichts wert, das bewahrheitet sich auch in dieser causa.

    • Erich Bauer
      01. Februar 2011 18:05

      Sehr, sehr wohltuend Ihr Beitrag für mich. Könnte soweit kommen, daß unsere Bauern Benzin- und DieselPFLANZEN anbauen MÜSSEN und wir als "Hilfsleistungen" Weizen und Gerste Gen-Krempel importieren MÜSSEN. Wenn alle Stricke reißen gründen dann die Chinesen eine einträgliche Helferindustrie, sodaß wir diesen Krempel dann sogar noch "geschenkt" bekommen.

    • Kaffeehäferl
      02. Februar 2011 09:22

      Ich stimme Ihnen zu, auch ich zahle gerne etwas mehr für Qualität. Es muß ja nicht immer die billigste Milch und das billigste Brot sein.

      Ich fürchte nur, daß auch vor diesem Bereich die Unmoral nicht Halt macht. Denn was als "bio" ausgewiesen ist, kann teuer verkauft werden. Um die Gewinnspanne zu maximieren, sollte das Produkt aber möglichst günstig und ohne Risiko eines Ernteausfalls hergestellt werden. Also Einsatz von Düngern und Schädlingsvertilgungsmittel, Einkauf von Saatgut aus Nordamerika, Verfüttern von Tiermehl an die Rinder, Futtermittel, denen Industrieschmierstoffe beigemengt werden, usw.

      Dem allen kann man nur entgegenwirken wenn der Bauer, der das Produkt herstellt, einem bekannt ist, man also direkt ab Hof kauft. Für die breite Masse ist das unmöglich, dazu müßte man nicht 1x/Woche zum Hofer fahren sondern mindestens ebenso oft eine Runde durch die Lande drehen um seine Bauern abzuklappern.

    • phaidros
      02. Februar 2011 15:46

      Wien: Im U4-Meidling gibt's einen BIO-Supermarkt (weiß den Namen jetzt nicht). Wär das was für die Tipps?

      BG/phaidros.vie@gmail.com

    • Celian
      02. Februar 2011 23:06

      Der Supermarkt heißt BASIC.

      Bio ist pure Ideologie. Eine der Bio-Vorschriften ist, daß ein eigenes Klo für Kontrolleure vorhanden sein muß. Das hat seeeeehr viel mit Bio zu tun.
      Bio - von mir aus gerne, wers braucht. Ich kaufe was ich selber für gut befunden habe. Ob Bio oder nicht ist dabei zweitrangig.

    • phaidros
      03. Februar 2011 07:24

      Also, irgendwas muss man doch tun, Celian. Wenn Sie sinnlose Vorschriften suchem, werden Sie überall welche finden. Wenn Sie dann deswegen die entsprechenden Lebensmittel nicht kaufen, dann werden Sie verhungern.

      Nebenbei: oft stellt sich heraus, dass vermeintlich Sinnloses ganz konkrete Hintergründe hat, die man einfach nicht kennt.

      Im Großen und Ganzen halte ich BIO-Lebensmittel durchaus für sinnvoll, weil ich davon ausgehe, dass bestimmte Dinge unterlassen werden, die in der konventionellen Landwirtschaft Gang und Gäbe sind.

      Grundsätzlich versuche ich, nur für Dinge einzutreten. Das ist viel schwieriger und anspruchsvoller als bloßes Zerreden, das meistens ziemlich einfach geht.

      BG/phaidros.vie@gmail.com

    • Celian
      03. Februar 2011 11:58

      An phaidros:

      Grundsätzlich versuche ich, nur für Dinge einzutreten. Das ist viel schwieriger und anspruchsvoller als bloßes Zerreden, das meistens ziemlich einfach geht.

      Den letzten Absatz verstehe ich nicht. Einige Fragen schwirren mir im Kopf:

      Finden Sie, daß ich nur gegen Dinge eintrete?
      Finden Sie, daß ich Dinge bloß zerrede?
      Finden Sie, daß ich es mir leicht mache?

    • phaidros
      03. Februar 2011 20:43

      Oh, SORRY!, natürlich NICHT!

      Das war wohl etwas hirnlos dahingesagt, bezog sich aber nur auf die Häuslbestimmung, ewgen der ich trotzdem BIO-Ware kaufe.

      Simma widda gutt? Ich wäre allenfalls bereit, ein Bier in meine Rehabilitation zu investieren (bzw. zwei, weil ich will ja auch eins trinken).

      BG/phaidros.vie@gmail.com

    • Celian
      04. Februar 2011 10:22

      an phaidros:

      Kein Problem, ich war nie bös und bin mit Ihrer Erklärung zufrieden. Mehr wollt ich gar nicht.

  21. terbuan
    01. Februar 2011 17:10

    Ich stimme mit der Meinung von Philipp ziemlich überein, auch die Veranlagung in Gold (und auch in anderen Sachwerten) halte ich in dieser Situation richtig.

    Beim Goldpreis muß man nur sehr vorsichtig sein, da er erheblichen Manipulationen unterliegt:
    Die Preisfesstellung liegt bei einer Runde von Bankern beim sogenannten "Fixing":

    "Jeweils um 10.30 und um 15 Uhr Londoner Zeit treffen sich im Londoner Fixing-Room der N.M. Rothschild & Sons die Vertreter der fünf großen englischen Häuser. Der Chefgoldhändler von Rothschild führt traditionell den Vorsitz, außerdem nehmen Vertreter von Mocatta und Goldsmid, Sharps, Pixley, Mase Westpac und Samuel Montagu teil. Sie alle sind während des Fixings über über offene Telefonleitungen mit ihren eigenen Händlerzimmern verbunden.

    Der Vertreter von Rothschild beginnt das Fixing mit der Bekanntgabe eines Eröffnungspreises. Dieser wird an den Handel der einzelnen Häuser weitergeleitet, wo die Kunden davon unterrichtet werden. Auf der Basis der Aufträge, die nun hereinkommen, erklärt sich der jeweilige Vertreter beim Fixing als Käufer oder Verkäufer.
    Falls der Eröffnungspreis auf kein Interesse stößt, oder falls zu diesem Preis mehr Käufer als Verkäufer oder mehr Verkäufer als Käufer auftreten, Angebot und Nachfrage also nicht ausgeglichen werden können, wird dieselbe Prozedur zu höheren oder niedrigeren Preisen so lange wiederholt, bis ein Preis gefunden ist, der beide Seiten zufriedenstellt. Angebot und Nachfrage sind jetzt bei einem exakten Preis ausgeglichen, und der Vorsitzende erklärt: >> Gentlemen, we are fixed.

    • terbuan
      01. Februar 2011 17:15

      Der Rest meines Kommentares ist leider im Bermuda-Dreieck verschwunden, er sollte besagen, dass Gold nicht nur physisch sondern auch in Form von Zertifikaten und Optionsgeschäften in erheblichem Ausmaß gehandelt wird und daher der jeweilige Goldpreis nicht unbedingt der echten Nachfrage entsprechen muß.

      Ein Indikator für das Vertrauen der Menschen in das Papiergeld ist er jedenfalls mit Sicherheit!

    • Francois Villon (kein Partner)
      02. Februar 2011 09:14

      Ich glaube vor ein paar Jahren gelesen zu haben, daß Rothschild das Fixing des Goldpreises eingestellt habe.

      Im Übrigen ist der Goldpreis aus verschiedenen Gründen von einigen Großbanken manipuliert und bis vor einigen Jahren künstlich auf niedrigem Niveau gehalten worden. Dazu gab es auch vor ein Paar Jahren eine Klage vor einem US-Gericht durch den Rechtsbeistand von GATA (Gold Anti-Trust Committee), Reginald Howe, die zwar für den Kläger negativ entschieden wurde, aber die ganze Sache doch transparent machte. (GATA underwrote the federal anti-trust lawsuit of its consultant, Reginald H. Howe -- Howe vs. Bank for International Settlements et al. -- which was pursued in U.S. District Court in Boston from 2000 to 2002. While the Howe suit was dismissed on a jurisdictional technicality, it became the model for Blanchard Coin and Bullion's anti-trust lawsuit against Barrick Gold and J.P. Morgan Chase & Co., which was filed in U.S. District Court in New Orleans in 2002 and prompted Barrick Gold's decision to stop selling gold in advance for 10 years.

      Die genauen Hintergründe können Sie sich selbst googeln. Jedenfalls war die Ent-Monetisierung des Goldes im Bewußtsein der Bürger (Gold sei kein "Geld" oder eine zinsbringende Wertanlage) eine der wichtigsten Voraussetzungen, um mit virtual money all die Blasen und kriminellen "Geschäfte" mit Derivaten überhaupt in diesem Umfang tätigen zu können.

      DAs ist nun aber geplatzt und darum wird Gold - wie auch schon GReenspan meinte - der einzige sichere Hafen sein sich vor der völligen entwertung des Geldes zu schützen. (Bin diesmal mit Herrn Starl völlig einer Meinung, die Marke 2000 für die Unze ist nicht das letzte Wort.)

    • THJ (kein Partner)
      02. Februar 2011 09:37

      Die Mitglieder dieses Goldpreisclubs sind mittleweile ganz andere:
      HSBC
      Deutsche Bank
      Societe Generale
      Barclays
      Bank of Nova Scotia
      Und die Festsetzung erfolgt längst per Telephonkonferenz.

  22. Celian
    01. Februar 2011 16:58

    Geldmenge und Teuerung haben nur mittelbar etwas miteinander zu tun. Das erklärt man mit der berühmten "Dagobert-Duck-These":

    Geldmenge und Inflation sind völlig unabhängig, wenn es einen Dagobert Duck gibt, der die Wirtschaft beherrscht und zusätzliches Geld einfach in seinem Geldspeicher bunkert.

    Nichts anderes tut Philipp Starl (siehe Post ganz unten). Indem er sich vor der Geldentwertung schützen will, hortet er Geld. Ob in Gold oder nicht, ist ganz nebensächlich, wesentlich ist, daß er es nicht zur Konsumation ausgibt und auch nicht investiert. Damit entzieht er der Inflation die Luft, die Geldmenge wird wieder kleiner und: die Inflation verkehrt sich in ihr Gegenteil. Natürlich nur, wenn das viele machen, so wie in den letzten Monaten und schon bald Jahren. Das Anlegen in Gold schützt also nicht nur vor Inflation. Es bekämpft auch die Inflation.

    Dank an Philipp Starl. Dann kann ich ja wieder ganz in Ruhe investieren…

  23. Kaffeehäferl
    01. Februar 2011 16:23

    ad Schädlichkeit genveränderter Lebensmittel:

    Möglicherweise ist nicht die Genmanipulation selbst schädlich.

    Sicher schädlich ist es aber, wenn massiv Schädlingsbekämpfungsmittel zum Einsatz kommen, die für den Menschen giftig sind. Denn durch Genmanipulation der Nützlinge können diese resistent gegen die Schädlingsbekämpfung gemacht werden (Stichwort "round-up ready"). Und dann kann man getrost Unmengen von Schädlingsbekämpfungsmitteln einsetzen, denn die Nützlinge überleben es ja. Und es wirkt ertragssteigernd, also genau das, was man ja erreichen wollte.
    Daß die Nützlinge die Schadstoffe einlagern und der Mensch sie dann mit der Nahrung zu sich nimmt, so weit hat leider keiner gedacht. Langzeitschäden wie Unfruchtbarkeit oder Krebserkrankungen verschleiern den direkten Zusammenhang freilich, also keine direkter Nachweis möglich. Alles in Butter.

    • Celian
      01. Februar 2011 17:07

      Schädlingsbekämpfungsmittel werden auch bei nicht-genmanipulierten Pflanzen eingesetzt und vergiften die Pflanze. Das ist also kein Argument gegen Genmanipulation.

      Hingegen kann man Pflanzen so gen-manipulieren, daß Schädlinge nicht mit Pestiziden bekämpft werden müssen, weil die Schädlinge sie nicht "mögen". Dadurch erhält man eine gesunde und größere Pflanze, der Ertrag erhöht sich. Die Preise für Lebensmittel können gesenkt werden.

      Sie sehen: Genmanipulation hilft den Hunger der Welt zu stillen. Alles in Butter.

    • Kaffeehäferl
      01. Februar 2011 17:52

      Es ist schon richtig, daß Schädlingsbekämpfungsmittel auch eingesetzt werden wenn die Nützlinge nicht round-up ready sind. Warum aber macht man Nützlinge mittels Genmanipulation resistent gegen Vertilgungsmittel? Doch sicher nicht um die eingesetzte Menge an Vertilgungsmittel gleich zu lassen. Eher weil man sich einen wirtschaftlichen Nutzen davon verspricht, wenn man mehr davon einsetzen kann.

      Solange die Pflanzen nicht giftresistent sind, gibt es eine Regelschleife, die den Einsatz der Gifte in Grenzen hält: Nämlich in die, die die Pflanze aushält.

      Fällt diese Regelschleife aus, ist die Giftmenge in der Pflanze nicht mehr an diese natürliche Grenze gebunden. Solange der Mensch aber nicht ebenfalls round-up ready ist, gilt die natürliche Grenze aber für ihn immer noch.

    • Kaffeehäferl
      03. Februar 2011 10:05

      Noch eines gebe ich zur Genmanipulation zu bedenken: Diese hat es auch ermöglicht, Saatgut herzustellen, das nur einmal verwendet werden kann. Die daraus gedeihenden Pflanzen sind nicht in der Lage sich weiter zu vermehren, die Früchte, die sie tragen keimen nicht mehr.

      Dadurch wird eine Abhängigkeit vom Saatguthersteller geschaffen, da der Bauer jedes Jahr wieder Saatgut kaufen kann. Er kann nicht wie früher einen Teil seiner Ernte wieder aussäen.

      Dadurch wird auch der Ertrag gesteigert. Allerdings nicht der Ernteertrag sondern der wirtschaftliche Ertrag des Saatgutherstellers.

  24. gh57.at
    01. Februar 2011 15:44

    "Hyperinflation": Ich glaube, dazu ist ein Zusammenbruch der Produktion vonnöten - und daran glaube ich für die Industriestaaten nicht, weder für die Nahrungsmittelindustrie noch für sonstige Produktionen.

    Derzeit gibt es eine "Kreditklemme": die Banken misstrauen sowohl ihresgleichen (zurecht) als auch Industrie und Gewerbe, was allerdings die Produktion gefährden könnte.

    Wenn hier nun die Notenbanken - die europäische wie die amerikanische (sehr salopp, ich weiß, die FED ist ja ganz anders strukturiert) - Geld in dem Ausmaß schöpfen, dass diese Zurückhaltung bei den Kreditvergaben kompensiert wird, gibt es keine solche Geldmengenausweitung, dass eine Hyperinflation entsteht. Die Regierungen haben eben die Notenpressen aus der Hand gegeben!

    Ich denke, im Gegensatz zur Zwischenkriegszeit (des 20. Jahrhunderts) gibt es für so gut wie alle knapp werdenden Güter Substitute, die eine massive Inflationierung verhindern können. Welches Gut soll denn so knapp werden, dass es wirklich zu einer gallopierenden Inflation kommt? Gold und Öl sind da am ehesten gefährdet. Aber z.B. die Treibstoffpreise müssten sich ca. verdreifachen, um - in Relation zum Medianeinkommen - so teuer zu werden wie sie Anfang der 1960er Jahre waren. Und damals war der Anteil der Steuern am Preis geringer als heute!

    Oder nehmen wir Gold. Für Goldhorter wie die Inder (und Sie :-)) ist es jetzt teuer, Gold anzukaufen. Aber Gold als Industrierohstoff kann relativ leicht substituiert werden bzw. beeinflusst den Produktpreis im Prozentbereich. Denken Sie nur daran, wieviel Prozent der Preis des Zahngoldes bei der End-Abrechnung eines Zahn-Inlays ausmacht.

    Nein, ich bleibe dabei: ohne Verknappung von für die Produktion wichtigen Ressourcen wie z.B. der menschlichen Arbeitskraft gibt es keine Hyperinflation.

    Möglicherweise werden wir aber statt jetzt unter 2% Inflation dann halt 5% Inflation haben, das hatten wir in den 1980 und Anfang der 1990er Jahre auch, ohne dass unsere Welt damals zusammengefallen ist.

    Was wahrscheinlich auch aufgebraucht ist, sind die Deflationstendenzen bei einzelnen Produkten. So erinnere ich mich gut, Ende der 80er Jahre in einem BILligen LAden für einen Liter Haltbarmilch satte Schilling 14,60 bezahlt zu haben. Jetzt kostet der Liter Haltbarmilch 0,65 EUR als Aktionspreis bei Penny.

    Oder ein anderes Beispiel: erinnern Sie sich vielleicht noch an die Zeit, da man Schlagobers beim Greißler vorbestellen musste, weil Milchprodukte so knapp und teuer waren, dass On Demand produziert wurde?

    Na, und der Preis unserer wichtigsten Marke "Red Bull" war knapp vor der Bargeldausgabe des Euro bei S 13,90. Acht Jahre später ist er bei 1,10 EUR, also eine Inflationierung von unter 1% p.a.

    Oder nehmen wir die anderen Unverzichtbarkeiten unseres Lebens: elektronische Geräte. Glauben Sie wirklich, dass etwa PCs wesentlich teurer als bisher werden? Dazu gibt es doch zu viele Anbieter und zu viele Produktionskapazitäten! Auf die mittlerweile erfolgte Marktsättigung samt damit verbundenem Nachfragerückgang brauche ich gar nicht näher einzugehen.

    Möglicherweise werden in der nächsten Zeit aber die Akkumulatoren für Handies udgl. empfindlich teurer (Stichwort: Seltene Erden).

    • Celian
      01. Februar 2011 16:42

      Eine 0,25 Red Bull Dose kostet 1,39 (außer bei Penny, Lidl dort kostet sie 1,29) und nicht 1,10.

      Und zur Milch: Milch ist schwerstens subventioniert. Den Fehlpreis zahlen wir mit der Agrar-Subvention. Und außerdem Aktionspreise kann man auch nicht mit Normalpreisen vergleichen.

      So leicht kann man sich die Inflation nicht schön rechnen.

      http://www.aktionsfinder.at/aktionsfinder/angebote-nach-supermarkt/billa-angebote/123.html?backlinkid=102&idfiliale=7&idprodukt=275&pagereal=0&erstdat=2010-02-17+21%3A41%3A47&position=liste275&searchval =

    • gh57.at
      01. Februar 2011 20:10

      (Mein Eintrag war als weitere Antwort auf Herrn Starls Beitrag "Hyperinflation" gedacht. Naja, leider eine Fehlbedienung von mir.)

      @Celian

      OK. Derzeit kostet eine Dose lt. Ihrem Link 0,95 EUR. Ich gebe zu, das Getränk nur bei solchen Aktionen zu erwerben, dann aber in größeren Mengen.

      Also waren es seit 2002 nicht 1%, sondern ca. 2,2% Inflation. Aber es war jedenfalls keine Hyperinflation, oder?

      Lt Prof. Streissler (http://de.wikipedia.org/wiki/Erich_W._Streissler ), der ja insbesondere während der Zeit Dr. Unterbergers als Chefredakteur der Wiener Zeitung dort des öfteren publiziert hat. sollte man aber sehr wohl Aktionspreise - also die Möglichkeit, Produkte zu günstigen Preisen zu erwerben - bei der "gefühlten" Inflation mit berücksichtigen.

      Prof. Streissler hat in seinen Artikeln auch den Standpunkt vertreten, dass die offizielle gemessene Inflation "zu hoch" sei. Diese Sicht teile ich zwar nicht, aber insgesamt denke ich, dass OESTAT mit der Inflationsbestimmung im Großen und Ganzen richtig liegt. Auch die beiden Wirtschaftsforschungsinstitute liegen mit ihren Prognosen meistens nur um ein bis zwei Promille daneben, also halbwegs richtig. Von größerer Inflation in näherer Zukunft ist da keine Rede.

      Zur Milch und Subvention: zu den Agrarsubventionen habe ich in meiner Abtwort auf Herrn Starls Artikel zu "Hyperinflation" geschrieben, was ich hier nicht wiederholen möchte.

      Celian, ich gebe Ihnen recht, dass auch Milch hoch subventioniert ist. Aber das war in den 80er Jahren um keinen Deut anders. Damals gab es noch etwas namens "Milchwirtschaftsfonds".

      Zusammenfassend: ich erwarte natürlich so wie die meisten anderen hier im Blog, dass die Lebensmittel stärker im Preis steigen werden als der allgemeine VPI. Aber - und das war mein Ausgangspunkt - von einer Inflation mehr als 5% p.a. (hatten wir in den 1990er Jahren) wird nichts zu sehen sein.

      Zum Goldhorten gibt es keinen Anlass.

    • Philipp Starl
      01. Februar 2011 20:30

      Wenn Sie Recht behalten, passiert nichts, ich freue mich mit Ihnen. Wenn eintrifft, was ich aus Fakten ableite (die Geldmenge die in den letzten zwei Jahren geschöpft wurde, kann niemals durch Güterproduktion "gedeckt" werden), sind Sie profan ausgedrückt im Arsch, eben weil Sie kein Gold haben.

      Wollen Sie noch immer keine Edelmetalle erwerben?

    • gh57.at
      02. Februar 2011 13:17

      Sehr geehrter Herr Starl!

      Ich denke, dass dadurch, dass so gut wie alle Banken in den letzten 2 Jahren nur sehr restriktiv Kredite vergeben haben, die Geldmenge M1 stark geschrumpft wäre (Stichwort "Buchgeld", http://de.wikipedia.org/wiki/Buchgeld ). Durch die Ausgabe von Bargeld u.ä. wird dem entgegengesteuert.

      Dass die Amerikaner ihre Geldmenge relativ stärker als Euroland ausweiten, hat natürlich mit dem Renminbi-/Dollarkurs zu tun. Amerika möchte den Dollar abwerten, um die eigene Produktion wieder ankurbeln zu können. Außerdem sollte auch in Betracht gezogen werden, dass viele Dinge (z.B. Immobilien, Aktien) durch die Finanzkrise sehr viel stärker an Wert verloren haben, als es ihrem "inneren Wert" entspricht.

      Ich denke ich nach wie vor, dass viele der Produktionen in Europa, die durch die Abwanderung ganzer Industrien nach Fernost brachliegen, binnen Kurzem wieder hochgefahren werden könnten, sollten wir uns (pars pro toto gesprochen) chinesische Waren nicht mehr leisten können. Würde man eine rigide Währungspolitik nach Art der österreichischen Regierungen der Zwischenkriegszeit durchführen, wäre der Euro zwar schrecklich stabil - in Vergleich zu den anderen Währungen - aber so eine Politik würde die Wirtschaft komplett abwürgen.

      Dass ein in Vorlarlberg gefertigtes T-Shirt teurer sein wird als eines chinesischer Provenienz, ist klar, nur wird es max. um den Faktor 3 teurer sein und nicht um den Faktor 100.000.

    • Philipp Starl
      02. Februar 2011 15:41

      @ gh57.at

      Spekulationen am Rohstoffmarkt werden von der Geldmenge M1 nicht erfasst...

      Wenn Sie wissen wollen, was sich abspielt, betrachten Sie M3 und die Umlaufgeschwindigkeit.

  25. Celian
    01. Februar 2011 15:40

    Von der Rezession in die Depression?

    Die Europäische Union ist fast dazu entschlossen, einen harten Konsolidierungskurs zu fahren. Die Rede ist von einer europäischen Wirtschaftsregierung unter deutscher Ägide, die eine gesetzlich vorgeschriebene Schuldenbremse für alle Euroländer festlegen will wie in Deutschland. Und die das Pensionsantrittsalter erhöhen soll, auch hier soll als Vorbild Deutschland mit 67 Jahren gelten. Deutsche Tugenden sollen in den anderen Ländern einziehen. Der Euro führt zu einer Germanisierung Europas. Ob das die Levante-Staaten so wollten? War ihnen das klar, als sie dem Euro unbedingt beitreten wollten, daß es einmal so weit kommen wird? Oder wollen sie nicht doch lieber aus dem Euro aussteigen?

    Nehmen wir einmal an, das nicht, dann bleibt immer noch die Frage bestehen, ob sie ihre Näschen wirklich in den harten Wind der internationalen Wirtschaft halten wollen und die erforderliche eiserne Spardisziplin bei geringen Lohnabschlüßen bei harter Konkurrenz auch durchhalten werden. Und falls es nicht schon zu spät ist, weil die Schuldenlast zu hoch geworden ist und Insolvenz der einzige Ausweg ist. Deutschland jedenfalls stellt diese Bedingungen im Gegenzug zur Vergrößerung des kuscheligen EFSF-Rettungsschirms unter den ja alle kriechen wollen. Er hängt wie die Karotte vor dem störrischen Esel, damit er weitergeht. Das ist die Taktik Merkels wohl: durch entsprechende Bedingungen die schwächeren Euro-Länder so fit für den Wettbewerb machen, sodaß der vergrößerte Rettungsschirm wenig bis gar nicht mehr notwendig ist. Eine Strategie nach vorne. Ob sie aufgeht oder nicht, wird sich weisen. Falls nicht würde sich der Rettungsschirm zu einem Faß ohne Boden auswachsen, eine Depression mit Hyperinflation wäre die Folge, und es käme wohl auch zu Unruhen in den Hartwährungsländern. Das sind die Aussichten, falls Merkels Plan fehl schlägt. Drücken wir ihr die Daumen, daß sie sich durchsetzen kann.

  26. Celian
    01. Februar 2011 14:49

    Sollten die Lebensmittelpreise wirklich dauerhaft steigen, dann wäre die EU wenigstens auch ihr größtes Finanzproblem los, nämlich die gemeinsame Agrarpolitik. Wenn die Weltmarktpreise steigen, dann können die europäischen Bauern ja ihr Geld wieder durch ihre Produkte verdienen und sind nicht mehr beim Großteil ihres Einkommens von europäischen und nationalen Subventionen abhängig.

    Wenn die EU die Agrar-Subventionen von fast 60 Mrd Euro streicht, würden wir ein großes Freudenfeuer anzünden. Geld, das allen aus der Tasche gezogen wird, um es der Agrar-Industrie hinten hineinzuschieben, wäre plötzlich wieder anderweitig verfügbar.

    Allerdings, daß dieser Umverteilungsmoloch eines Tages erschlagen wird, daran fehlt mir der Glaube. Denn die umtriebige Agrar-Lobby wird schon eine Begründung dafür finden, warum man großen Nahrungsmittelkonzernen auch weiterhin generöse Spenden zuteilwerden lassen soll.

  27. Norbert Mühlhauser
    01. Februar 2011 14:29

    Interessant ist, dass die Lebensmittelpreise immer zugleich mit den Rohölpreisen in die Höhe schnellen. Da die Weltmarktpreise für Lebensmittel sich aus der stark industrialisierten Agrarproduktion von Getreide ergeben, und weniger aus dem Anbau des Entwicklungsland-Farmers, der vorwiegend für seine Eigenversorgung produziert, sehe ich da einen bemerkenswerten Zusammenhang.

    Die gentechnische Modifikation von Agrarpflanzen würde ich aber nicht mit traditionellen Zuchtvorgängen gleichstellen. Die Beschleunigung, die Tiefe und die Selektivität der Modifikation hat zu einer gänzlich neuen Qualität der Ergebnisse geführt. Zudem sind die politisch präferierten Toleranzen für Verunreinigungen viel zu hoch und die Kennzeichnungsauflagen viel zu lax. Andernfalls könnte man tatsächlich darüber debattieren, ob nicht der Konsument die Wahl haben sollte (- aber natürlich auch bei Fleisch von auf die eine oder andere Art gefütterten Tieren!).

    Und in Europa hatten wir vor 10-15 Jahren enorme Überschüsse (nun vermutlich gelindert durch Justierungen der Agrarpolitik), was bedeutet, dass es - zumindest für den europäischen Raum - keinen Bedarf für dahingehende Produktionsoptimierungen gibt.

    • gh57.at
      01. Februar 2011 20:21

      Ich denke, dass das hauptsächlich mit der Spekulation auf Rohstoffe zu tun hat.

      Ungeheuer große Geldmengen werden derzeit von Immobilien, Industrie und Staatsschulden auf Rohstoffe umgeleitet - und dazu gehören eben auch Lebensmittel.

      Außerdem hat es 2010 etliche Missernten gegeben, was zusätzlich zur Verknappung geführt hat.

    • Norbert Mühlhauser
      01. Februar 2011 22:16

      @ gh57.at:

      "Ungeheuer große Geldmengen werden derzeit von Immobilien, Industrie und Staatsschulden auf Rohstoffe umgeleitet - und dazu gehören eben auch Lebensmittel."

      Verstehe ich nicht: Geldmengen lassen sich nur umleiten, wenn man - etwa Immobilien - mit Gewinn verkauft (wird mit Verlust verkauft, bezieht man ja weniger Kapital aus dem Geldkreislauf, als man zuvor beim eigenen Kauf in diesen "gepumpt" hat). Industriebeteiligungen und Immobilien kann man zwar verkaufen, wenn auch bei derzeitiger Marktlage sicher nicht mit Supergewinnen, Staatsschulden aber sicher nicht.

      Einzig die Geldschöpfung der Notenbanken kann darüber hinaus Wirtschaftskreisläufe durch Geldschöpfung lenken, weshalb unter anderem jede Kriegsanstrengung (Kriegswirtschaft) auch mit Goldkonfiskation einher geht.

  28. Erich Bauer
    01. Februar 2011 12:24

    "...die Hauptursache wie immer ein Auseinanderklaffen von globalem Angebot und der Nachfrage..."

    Ein Staat muß in der Lage sein die Versorgung seiner Staatsbürger mit Lebensmittel sicherzustellen. Karl Friedrich Raiffeisen hat da halt die Genossenschaftsidee für zielführend gehalten… Desweiteren hat er erwartet, dass durch eine moderne Landwirtschaft, die eine effiziente Lebensmittelproduktion hervorbringt, Gewerbe und Industrie entstehen kann…
    In Afrika und anderen Schwellenländern findet die Nahrungsmittelproduktion der lebenswichtigsten Güter in den USA und Australien statt. Überspitzt: diese Produkte werden dann durch private Spenden und staatlicher Entwicklungshilfe verschenkt… Für die Produzenten ein WIN-WIN…

    Überspitzt: Wenn die Nahrungsmittelindustrie in irgendeinem Schwellenland flächendeckend "Chiquitta Bananenkulturen" anbaut, und so den Anbau der lebenswichtigsten Güter in diesem Land verhindert, darf sich niemand wundern. Freilich werden dann Mais oder Weizen als "Hilsgüter", finanziert mit privaten Spendegeldern und staatlicher Entwicklungshilfe samt Entwicklungshelfer, wie "Schadenbegrenzung" eingeführt.

    Man denke auch an das Soja-Anbauverbot für Österreich. Bei Industrie und Entwicklungshilfe besteht kein wirkliches Interesse daran, daß sich die Entwicklungsländer mit einer effizienten Landwirtschaft selbst versorgen...

  29. Reflecting
    01. Februar 2011 12:24

    Von den vielen Gespenstern, die sich auf dieser Welt herumtreiben (auch vor und nach Marx und Engels), gehört die Inflation sicherlich zu den hinterhältigsten, den ruchlosesten, den erbarmungslosesten und natürlich auch zu den ungerechtesten. Sie trifft in erster Linie jene Menschen, die solide und ehrlich arbeiten, Kinder großziehen, sparen sowie für ihren Lebensabend in verantwortungsbewusster Weise vorsorgen, brav Steuern zahlen und viele andere Leistungen für das Gemeinwesen erbringen. Sie sind keine Demonstrierer, keine Forderer, keine Trittbrettfahrer in der einen oder anderen Form, sie sind als gesetzestreue Bürger das Salz der Erde, verlässlich, rechtschaffen und, ohne selbst der öffentlichen Hand zur Last zu fallen, bereit, da und dort ihr Scherflein beizutragen. In gleicher Weise trifft sie alle jene, die nach einem arbeitsreichen Leben gleiches praktiziert haben. Beide, die aktiven und nicht mehr aktiven zukünftigen Inflationsopfer, sind auch spaßgesellschafts-resistent und nicht gehirnwaschbar einzustufen, deshalb werden sie auch kaum für würdig angesehen, mit verbaler Menschlichkeit bedacht zu werden.

    Heute kann man mit großer Genauigkeit die Ursachen für die Inflation definieren, und es geschieht auch, aber einerseits leidet die Kommunizierung unter ideologischem Ballast und andrerseits ist für die veröffentlichte Meinung scheinbar der Tanz auf dem Vulkan lustiger, weil dadurch die Verdrängung leichter fällt. Aber es wird aus naheliegenden und offenkundigen Gründen von den Regierungen dagegen nichts bis gar nichts unternommen.

    Den jüngsten und wohl unverschämtesten Inflationsschub hat es hierzulande nach der Einführung des Euro gegeben. Im Zeitpunkt der Einführung lautetet der Umstellungskurs 1 zu 13,76; es hat nur wenig Wochen gedauert und der reale Umstellungskurs lag bereits bei 1 zu 10. Wohin sind die Milliarden, die dabei auf unlautere Weise lukriert wurden, verschwunden. Es war ja kein Zufall, dass im Volksmund aus dem Euro bald der Teuro geworden ist.

    Was die Monopolgreißler sich leisten, ist ja auch nicht ohne! Seit ich ge-zwungenermaßen die Einkäufe tätigen muss, fange ich die ungeheuren Hin-terhältigkeiten, die täglich in variantenreicher Form ersonnen werden, langsam zu begreifen an (Gewichtsänderungen, Qualitätseinsparungen und viele andere Merkwürdigkeiten, die den Behörden offensichtlich nicht auffallen). Auf diesem Gebiet spielt sich bereits eine wenig verdeckte Inflation ab.

    Wie bei vielen anderen unliebsamen Erscheinungen der Jetztzeit schweigen wir auch hier! Aus Bequemlichkeit oder aus der resignativen Erkenntnis, dass dort, wo es nicht gleichgültig sein sollte, was geschieht, eben doch eine große Gleichgültigkeit herrscht? Aber man sollte das alte Sprichwort nicht vergessen: Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht. Siehe dazu aktuelle Beispiele auf der Welt.

  30. Observer
    01. Februar 2011 11:32

    Leider diesmal ein Artikel von Andreas Unterberger, welcher z.T. voll von Verallgemeinerungen, Vermutungen und subjektiven Behauptungen ist. So gibt es z.B. noch hunderte Millionen von Menschen, welche nur einmal am Tag halbwegs satt werden - nicht, weil keine Lebensmittel vorhanden wären, sondern weil diese für die Betroffenen zu teuer sind. Auch kann ein Reisbauer nicht kurzfristig auf ein anderes Produkt umsteigen und bei den genmanipulierten Lebensmitteln (Pflanzen und Tiere) fehlen einfach noch die langfristigen Auswirkungen.
    Ein Blick in die diversen Warenterminbörsen zeigt aber, dass dort nun viel Geld investiert wird, welches ursprünglich woanders eingesetzt wurde. Und verstärkte Nachfrage bei gleichbleibendem Angebot lässt eben die Preise augenblicklich steigen. Warten wir ab, wenn die Waren tatsächlich verfügbar sind und/oder nicht (weiter) gehortet/gelagert werden. Denn irgendwann wollen ja auch die Händler die Waren wieder zu Geld machen.

  31. A.K.
    01. Februar 2011 11:20

    Inflation und auch @Philipp Starl
    Man kann heute leicht eine Liste von Ländern anlegen, deren pro Jahr angehäufte Staatsschulden wesentlich höher sind, als jedes dieser Länder für sich in einem Jahr erwirtschaften kann. Für mein „primitives“ Verständnis im Rahmen der Mathematik/Naturwissenschaft – ohne spezielle Fachausbildung in der Ökonomie - ergibt sich die ungelöste Frage, wie bei dieser Ausgangslage solche Staatsschulden jemals zurückgezahlt werden könnten. Fachleute für kreative Bilanzgestaltung werden mir sicher erklären, daß Bewertungen, Laufzeiten für Kredite, statistische Einflüsse, etc., zu berücksichtigen sind und daß daher die Lage auch für solche Ländern nicht so dramatisch sei.
    Allerdings kann man ein Wassergefäß, das über eine undichte Stelle ausrinnt, nicht aus einer Quelle, die weniger Wasser liefert, als gleichzeitig ausfließt, füllen. Ich habe auch gehört, daß es in der Geschichte noch nie vorgekommen ist, daß ein Staat seine Schulden gezahlt hat... In der Regel gab es Kriege und danach „Tabula Rasa“. Hoffentlich bleiben uns Kriege erspart, „Tabula Rasa“ in versteckter Form aktuell laufend, wird die Inflation schon schaffen.
    Leider fehlt es mir an Fachkenntnissen, wie man sich als Staatsbürger im Extremfall schützen kann. Auch Gold kann man nicht essen...

  32. Josef Maierhofer
    01. Februar 2011 09:58

    Keine Rückkehr eines Gespenstes, es war immer da.

    Es war immer da in dem Ausmaß, wieviel Inflationsgeld wir erzeugt haben.

    Es wird die Inflation, die Enteignung kommen und es wird der Hunger kommen und danach der Exekutor und seine Schulden eintreiben.

    Die Verhöhnung aller Grundsätze eines ordentlichen Kaufmannes durch die Politik hat uns das eingebrockt und die Armut wird für das Volk lange dauern.

    Es wird auch zu Aufständen kommen gegen die diktatorischen Politikerkasten in Österreich, die glauben, sie könnten Österreich mit Gewalt vernichten.

  33. Graf Berge von Grips
    01. Februar 2011 09:08

    Nr. 354
    Na ja, Junk-Food ist die Ernährung heute -
    und so handelt auch unsere Politikermeute...

  34. Celian
    01. Februar 2011 08:11

    Na daß das Gelddrucken der FED sich eines Tages negativ auf die Kaufkraft auswirkt, war ja zu erwarten. In den Schwellenländern ist es so, daß die hohe Inflationsrate bereits das Wirtschaftswachstum aufgefressen hat. , d.h. also im Klartext, in den Schwellenländern gibt es kein effektives Wirtschaftswachstum mehr. Das wird zu Unruhen führen. Man darf ihnen nur nicht sagen, daß die FED daran schuld ist.
    Bloß nicht.

    • Simpson
      01. Februar 2011 10:53

      Der erste Grundsatz der Ökonomie die Knappheit.
      Der erste Grundsatz der Politik ist das Ignorieren des ersten Grundsatzes der Ökonomie.

  35. Wertkonservativer
    01. Februar 2011 07:58

    Auch wieder ein Thema, zu dem ich eigentlich keinen wirklich kompetenten Beitrag beisteuern kann.
    A.U. hat dazu - wie üblich - viel Kluges angeführt:
    besonders angesprochen hat mich sein Hinweis auf die Anti-Gen-Verrücktheit der großen Mehrheit unserer Landsleute, auf mögliche positive Auswirkungen der von Vielen prophezeiten Klimaänderungs-Szenarien, und - schlussendlich - auf die bei wesentlichen Preissteigerungs-Tendenzen entfallende Notwendigkeit der Agrarförderungen!
    Aber, liebe Mitblogger, welche Restfunktion könnten wir dann dem in der ÖVP dominierenden Bauernbund (incl.Raiffeisen-Lobby) noch zuordnen?
    Wäre das nicht auch eine positive Auswirkung (bei allen anderen unangenehmen Begleiterscheinungen einer Preisexplosion) für unsere bürgerliche Partei, auch wieder anderen Leitlinien und Zukunftsvisionen in ihrer Politik Raum zu geben?

    Nichts gegen einen weiterhin notwendigen und zeitgemäß werkenden Bauernstand. Aber es gibt halt neben unseren Bauern hierzulande auch noch andere nette Leute!

  36. Richard Mer
    01. Februar 2011 03:08

    In dieser Frage bin ich nicht der Meinung von Andreas Unterberger. Nicht nur, weil das Heer in der Praxis ein vergeudetes Jahr war. Nicht nur wegen der Ungleichbehandlung von Männern und Frauen. Sondern vor allem, weil ein Zwangseinziehen aller jungen Männer den Ideen von Freiheit und Marktkräften (denen ich mich verpflichtet sehe) völlig widerspricht. So verschwindet das Kostenargument, wenn wir uns überlegen, dass ohne das Heer jeder Mann ein Jahr länger Steuern zahlen würde, und das wir weiters auch unsere Eliten der Kunst und Wissenschaft ein Jahr Klos putzen lassen.

    • Simpson
      01. Februar 2011 10:22

      Der Präsensdienst beim Bundesheer ist nur dann ein vergeudetes Jahr wenn es nicht gelingt den jungen Soldaten einen adäquaten Wert für die eingesetzte Zeit zurückzugeben.
      Gelingt es aber, mit einer effektiven und interessanten Ausbildung ohne den bisherigen Lehrläufen den jungen Leuten von der Wichtigkeit ihrer Aufgabe zu überzeugen, so wird auch der persönliche Einsatz weit höher sein.
      Die WC´s können natürlich von der jungen Elite wie zu hause nach dem Benützen selbst rein gehalten werden und die Sanitärräume kostengünstig von Reinigungskräfte betreut

    • Wertkonservativer
      01. Februar 2011 13:17

      Gehört aber eigentlich zum anderen heutigen A.U.-Beitrag "Wehrpflicht-Debatte", oder?

    • Richard Mer
      01. Februar 2011 14:40

      Ja, gehört zum anderen Artikel. Mein Fehler.

  37. Philipp Starl
    01. Februar 2011 02:14

    Wenn man die Hauptursache der gestiegenen Preise kennt, kann einem aber schon angst und bange werden. Die höheren Preise sind einzig und allein auf das Drucken der Geldscheine und die damit einhergehende Inflation zurückzuführen. Unglaublich, nach sage und schreibe 3 Jahren QE und massenhaften Aufkäufen von Staatsanleihen der PIGS ist die Inflation schon derart hoch und das, obwohl nach dem Platzen einer Blase die Güterpreise immer zurückgehen, wenn keine Markteingriffe stattfinden. Genannt wird dies "versteckte Inflation".

    Der VPI weist keine Inflation aus, damit meint man, es gibt keine. In Wahrheit müssten die Preise aber genau in dem Ausmaß fallen, wie auch die Aktienkurse gefallen sind, sind sie aber nicht. Einfach aus dem Grund, dass das Geld bereits so viel weniger wert ist.
    Dass in dieser kurzen Zeit nicht nur die Preise nicht fallen, sondern auch so stark ansteigen, deutet auf eine gewaltige Inflationsspirale hin.

    Ganz ist die Inflation noch nicht beim Bürger angekommen. Erst müssen die Massenpropagandamedien monatelang hohe Inflationsraten hinausposaunen. Ist es aber soweit, sollte man genau auf den Goldpreis achten.
    Der wird dann enorm steigen und zwar recht schnell über die 2.000 Dollarmarke.

    Im Übrigen: auch der Ölpreis zeitigt jetzt schon eine gewaltige Inflation, ist doch heute der Preis für Brentöl über die 100 Dollar geklettert (übrigens zum Teil auch auf Grund der Krisen in den arabischen Ländern).

    Ich rate hiermit all den Blogteilnehmern, ihre Gehälter, Pensionen, usw. ab sofort nur noch in Edelmetalle umzutauschen. Geben Sie diese Information bitte an alle weiter, die Ihnen in den Sinn kommen. Lösen Sie Ihre Sparbücher, Lebensversicherungen usw. auf uns tauschen sie gegen Edelmetalle. Kaufen Sie aber in Tranchen und nur unter 10.000 Euro, denn ab diesem Betrag muss man sich schon ausweisen.
    Behalten Sie jeweils für einen Monat nur noch das Geld, dass sie für ihren täglichen Unterhalt benötigen.
    Besorgen Sie sich Lebensmittel in großem Umfang, die sich sehr lange halten, wie etwas Pasta, Dosengerichte, usw. sobald die Inflation über 5% beträgt.

    Und belassen Sie bitte alle Edelmetalle in Ihrem Haus, die Bank wird sie ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr herausgeben.

    • Wertkonservativer
      01. Februar 2011 08:11

      Lieber Philipp,
      hast schon recht, obwohl ich die Situation (noch) nicht gar so dramatisch einschätze!

      Zu Deinen Vorschlägen;
      unsere Lebensersparnisse haben wir in unser Refugium am Meer investiert; dorthin wollen wir ins Exil gehen, wenn's hier zu unangenehm wird.
      Das wenige Edelmetall, das wir "gehortet" haben, schenken wir unseren jüngeren Familienmitgliedern dosiert zu Geburtstagen und Weihnachten.
      Die Pensions- und noch aktuellen Berufseinkünfte reichen gerade für ein auskömmliches Leben: da können wir kaum mehr viel auf die Seite legen.

      Pasta, Öl, Mehl, Konserven haben wir immer vorrätig; aber eigentlich nicht, um Überlebensstrategien anzustellen, eher, um uns was Gutes zu kochen, wenn uns danach ist: das Ragu zur Pasta mach' ich mir selber!

      Aber - ich wiederhole mich - Du hast schon recht: möglicherweise kommen "lausige Zeiten"!

    • Celian
      01. Februar 2011 08:20

      Philipp Starl, Sie trauen sich was, hier Empfehlungen abzugeben.

      Ob die Inflation mit dem vollen Druck in Europa ankommen wird, ist aber noch nicht gesagt. Außerdem stehen die Edelmetalle nach der Hauße im vergangen Jahr ziemlich am Plafond. Was ist, wenn sie gemäß Chart-Charakteristik nachgeben? Und die Geldentwertung moderat ausfällt? Es kommt nämlich auch auf die Lohnabschlüsse an, ob es eine Preis-Lohn-Spirale gibt. Wie die ausfallen, werden wir erst sehen.

    • Erich Bauer
      01. Februar 2011 09:03

      Lieber Philipp Starl,

      gern möchte ich zu Ihrer Goldtheorie Stellung nehmen. Ich muß vorausschicken, daß manches davon vielleicht als Zynismus verstanden werden könnte. Ist es aber nicht. Genauso wenig, wie ich Ihre "Bilder" herunterziehen möchte. Wenngleich ich weiß, daß Sie Gegenargumente nicht als "persönlichen Angriff" werten.

      Also, das Szenario welches Sie beschreiben kann eintreten. In den "Schwellenländern" tut es das schon früher, wenn es nicht ohnehin schon soweit ist. Die Frage ist, was kann ich in einer solchen Situation mit Gold anfangen? Am Höhepunkt eines solchen "Sturmgewitters" bildet sich eine neue "Währung": Butter, Eier, Schmalz und... Waffen...

      Das Gold wird man schon nehmen. Der Wert richtet sich dann aber ganz bestimmt nicht mehr nach irgendwelchen "offiziellen" Kursen, sondern nur daran wie dringend Sie eine der oben genannten "Währungen" brauchen. ("Und sie werden ihr Gold auf die Straße werfen..." Joh. Apokalypse) Denn das Gold kann man nicht essen und als "Waffe" kann man es bestenfalls als Wurfgeschoß verwenden. Nichtsdestotrotz bleibt der Stellenwert des Goldes nach wie vor hoch. Besonders für Diejenigen, welche es gegen die "Urwährung" eintauschen, horten und abwarten bis die Zeiten wieder anders werden.

      Vielleicht sollte man doch in Waffen investieren? Was meinen Sie? (gequältes Grins)

    • Josef Maierhofer
      01. Februar 2011 09:49

      @ Celian

      Im Jänner war die Inflation in Großbritannien bereits bei 37%.

      Herr Starl hat schon recht und mit März oder Mai dieses Jahres wird das auch bei uns ankommen.

      Da dürfen wir uns bei unseren Politikern bedanken, die selbst in Österreich Geld drucken lassen und erst recht die Billionen in Brüssel. Sie haben uns enteignet, statt und vor Enteignung geschützt.

    • Celian
      01. Februar 2011 09:59

      An Josef Maierhofer:

      da haben Sie sich wohl um eine 10-er Stelle vertan. Die Dezember-Inflation in GB war 3,73 %

      http://www.rateinflation.com/inflation-rate/uk-inflation-rate.php

      Es stimmt schon, Inflation is just around the corner. Aber nicht Hyperinflation, wie Starl sie mit seinen Hamsterkäufen in Gold postuliert.

    • Josef Maierhofer
      01. Februar 2011 10:14

      @ Celian

      Danke für die Korrektur !

      Ich habe da zufällig eine Artikel gelesen im Jänner in GB, da war dann die beginnende Inflationsspirale prognostiziert (im 'Independent'). Es war auch die Rede von den Manipulationen an der Inflationsrate (Warenkorb) und es wurde aufgedeckt, daß die reale Inflation weit höher ist, was man auch bei uns bereits sagen kann.

      Jedenfalls ist es dort bereits deutlich spürbar.

      Es wird zu Inflationsschüben kommen und die werden sich dann nicht mehr mit Warenkorbmanipulation wegtäuschen lassen können.

    • f.m.
      01. Februar 2011 11:17

      Danke für Ihre kostenlose Vermögensberatung. Was halten Sie eigentlich von Aktien? Bieten die auch einen Schutz vor der Inflation?

    • Philipp Starl
      01. Februar 2011 12:01

      @ all

      Das Schöne an meinem Rat ist, dass er Ihr Vermögen auch für den Fall sichert, dass es keine Inflation gibt.

      Wenn es aber soweit kommt, soll bitte das Gold (bzw. Silber) zweierlei sicherstellen:

      Erstens können Sie es immer in die dann gerade geltende Währung tauschen, falls Sie Nahrungsmittel brauchen und zweitens noch viel wichtiger: behalten Sie so viel wie möglich davon, irgendwann ist die Inflation vorbei, irgendwann wird eine neue stabile Währung ausgegeben. Dann können Sie Ihre Edelmetalle wieder ohne Wertverlust (vl. sogar einem guten Gewinn) in die neue Währung umtauschen.

      @ f.m.

      Nunja, kurzfristig können Sie damit extrem hohe Gewinne machen, aber wenn Sie einen Blick auf 2008 werfen, merken Sie, dass das ein gefährliches Spiel ist. Kurzum: in der Krise werden die meisten Aktien wertlos werden, bzw. stark einbrechen.

    • gh57.at
      01. Februar 2011 13:55

      Sehr geehrter Herr Starl!

      Normalerweise verhalte ich mich still und lese Ihre zumeist ausgezeichneten Beiträge.

      Ihrem heutigen Kommentar kann ich aber nicht zustimmen. In Euroland kann keine Regierung "Geld drucken", sondern nur die Europäische Zentralbank kontrolliert die Geldmenge und entscheidet (sehr zum Missfallen so mancher Kantönligeist- und Kirchturmpolitiker) dabei ziemlich autonom.

      Auch denke ich nicht, dass die europäische Agrarwirtschaft grundsätzlich ihre Fähigkeit verloren hat, die EU-Bürger mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Man muss nur den Wahnsinn zurückdrängen, statt Brotgetreide oder Futtermitteln "Energiepflanzen" anzubauen. Auch die Unsitte der EU, Stilllegungsprämien für das bewusste Brachliegen-Lassen von Ackerflächen und Weingärten zu bezahlen (natürlich von unserem Geld, wovon auch sonst?), könnte dann zurückgehen.

      Teilen kann ich Ihre Sorge nur bei neuseeländischen Kiwis, vietnamesischen Kaffee, südafrikanischen Weintrauben und argentinischem Rindfleisch. Ah ja: und zur Tiermast eingesetzte brasilianische Sojabohnen könnten auch noch sehr teuer werden.

      Dafür könnte die Agrarexportförderung der EU drastisch zurückgefahren werden, mit der bisher auch die Weltmarktpreise einzelner Produkte gedrückt werden. Zum Beispiel passiert(e) bisher folgender Irrsinn: In der EU gibt es jede Menge Hühnerzüchter. Viele Menschen kaufen aber nur einzelne Teile der geschlachteten Tiere: z.B. Hühnerschnitzel oder die Schenkel. Der Rest (also z.B. die Flügel) wird in Entwicklungsländer mit einer Tradition beim Verzehr von Hühnern exportiert, also z.B. nach Kamerun. Die dortigen Hühnerzüchter können natürlich nicht mit dem durch hohe Exportförderungen heruntergestützten Preis mithalten und geben auf. Über die sonstigen Nebenbedingungen dieses Geschäfts (so gibt es in Kamerun keineswegs geschlossene Kühlketten, was das Fleisch oft verderben lässt) brauche ich mich hier nicht zu verbreitern. Auch über die Zuckerwirtschaft und ihre Auswirkungen auf so manche Produzenten wie etwa Mauritius ließe sich hier noch so manches sagen, aber lassen wir das.

      Den Butterberg der EU konnten wir ja abbauen, aber derzeit wird von der EU Schweinefleisch gebunkert, weil wegen des Dioxinskandals (eine Futtermittelfirma hat Rohstoff bei einer Schmiermittelfirma gekauft) die Leute halt weniger Schweinefleisch kaufen, als von den Schweinemästern angeliefert werden. Wenn die aufgeregt wie Hühner gackernden Medien die nächste Sau durchs Dorf treiben, wird auch dieser Skandal vergessen sein und der Schweinefleischkonsum wieder ansteigen.

      Zusammenfassend: ich vertrete den Standpunkt, dass die europäische Agrarwirtschaft bei entsprechender Politik (Stichwort: Zurückdrängen von Energiepflanzen zugunsten der Nahrungsmittelproduktion, Wiedereinführen von Getreide-Einlagerungen als Überjahresausgleich) mehr als hinreichend imstande ist bzw. bei der nächsten Ernte sein wird, uns EU-Bürger mit (halbwegs) gesunden Nahrungsmitteln zu versorgen. Wenn der Weltmarktpreis vieler Produkte (z.B. Zucker) steigen würde, könnte Europa auch Agrarprodukte in großem Ausmaß exportieren. (Das glaube ich aber nicht, weil auch in den USA derzeit Agrar-Produktionsmittel in einem Ausmaß stillliegen oder fehlgeleitet werden, von dem wir uns keine Vorstellung machen können.) Wesentliche Preissteigerungen wird es hauptsächlich bei Luxus-Nahrungsmitteln geben.

      Für uns besteht also kein Grund zur Panik!

    • Philipp Starl
      01. Februar 2011 14:00

      Ich denke, es besteht ein Missverständnis. Ich habe den Tip mit den Nahrungsmitteln nicht gegeben, weil ich denke, dass die Versorgung gefährdet ist. Ich habe ihn schlicht aus dem Grund gegeben, dass man zu Zeiten der Hyperinflation mit seinem Geld immer weniger kaufen kann. Es bringt also nichts, 100.000 Euro zu haben, wenn in einer Woche die Packung Mehl 150.000 Euro kostet.

      Zum "Gelddrucken". Die EZB hat ex lege diese Aufgabe, das stimmt. Aber wie kauft die EZB Ihrer Meinung nach die Staatsanleihen denn auf? Natürlich muss sie dazu Geld schöpfen.

    • Philipp Starl
      01. Februar 2011 14:02

      Trotzdem danke ich Ihnen für Ihr Kompliment!





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