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Der richtige Platz der Sozialdemokraten

Die Rückeroberung Hamburgs durch die deutschen Sozialdemokraten bestätigt zwar nur die Erwartungen. Sie fiel aber in ihren Dimensionen gewaltig aus. Und bringt eine Menge politischer Lehren:

Die Erholung der Sozialdemokraten von ihrem historischen Tief begann nämlich keineswegs zufällig dort, wo sie sich wieder auf einen wirtschaftsfreundlichen Kurs begeben hat, der gerade in der Hansestadt eine lange Tradition hat. Die Hamburger SPD ist wieder die alte Partei Helmut Schmidts, Wolfgang Clements oder Franz Münteferings. Das scheint von den Sozialdemokraten auch auf Bundesebene verstanden zu werden: Denn schon am Montag vormittag hat sich die SPD mit der Regierung in Sachen Hartz IV geeinigt – und den radikal utopistischen Forderungen der Grünen und Linken eine Absage erteilt.

Wenn die Sozialdemokraten eines Tages auch noch erkennen, wie wichtig ein Thilo Sarrazin für sie wäre, denn wären sie praktisch unbesiegbar.

Mindestens ebenso aufschlussreich ist das Ergebnis der Grünen. Sie haben sich – wie auch schon oft in Österreich – einige Monate als Umfragesieger fühlen können, in der Wahlzelle bleiben sie aber stets der alte Außenseiter. An ihrem Abschneiden ist besonders signifikant, dass ihre kleinen Zugewinne sogar geringer sind als jene der zuletzt schon von fast allen Kommentatoren totgesagten FDP.

Die CDU versucht sich damit zu trösten, dass ihre Umfragen in anderen Bundesländern in diesem Superwahljahr wieder zunehmend besser werden. Sie hat aber eine bittere Lektion lernen müssen: Wenn die CDU mit den Grünen koaliert und diese – etwa im Gegensatz zu Oberösterreich – tatsächlich den Kurs mitbestimmen können, dann wird es sinnlos, eine bürgerliche Partei zu wählen, dann kann man gleich die in Hamburg auch personell besser aufgestellten Sozialdemokraten wählen. Wenn die CDU für die Gesamtschule eintritt, dann verliert sie nicht nur eine diesbezügliche Volksabstimmung, sondern auch ihre Existenzberechtigung.

 

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorsimplicissimus
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Februar 2011 13:47

    was man so mitkriegt war das eine glatte abwahl einer ungeliebten koalition auf regionaler basis.
    wäre auch für ö zu wünschen, dass diese abwahl nächstes mal stattfindet und die wähler endlich mit dieser unsäglichen groko-lähmung und irrwegförderung schluss machen.
    protest kann durchaus auch über links der mitte artikuliert werden, wenn konservative zu schwach sind und keine alternative weit und breit ist, warum nicht?
    warum nicht, wenn sozialdemokraten ihre lektion durch abwahl bereits gelernt haben. das war ja meine grosse hoffnung nach der österr. wende, hat sich aber leider nicht erfüllt.
    wichtig ist, dass der wechsel stattfindet und wieder protest gewählt wird, wenn weiterhin am volk vorbeiregiert wird.
    nur das ewige halten am futtertrog garantiert uns die schlechtmöglichste politik.
    wann geht das endlich in das hirn des so konsensbereiten und konfliktscheuenden österreichers?

  2. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Februar 2011 13:36

    Nur ehrliche Arbeit soll sich lohnen.

    Es hat sich das Ergebnis ja schon lange abgezeichnet, auch dort wurden Unfähige abgewählt (oder zumindest Unfähigere als die anderen Unfähigen).

    Das steht bei uns noch bevor, aufgepasst ÖVP, soferne es so was bei uns noch gibt !

    Aber bei uns müssen auch die anderen Unfähigen aufpassen, die SPÖ und die Grünen.

    Ich würde mir alle 3 Parteien eine Auszeit zum Nachdenken wünschen, die treiben es mit Österreich zu bunt und glauben, sie dürfen alles sich erlauben.

  3. Ausgezeichneter KommentatorCelian
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Februar 2011 17:36

    Die Verwerfungen in Hamburgs politischem Leben lassen kaum Schlüsse über das Wahlergebnis zu. Da ist zum einen eine CDU, die mit Ole von Beust fast ein Jahrzehnt in Hamburg regierte. Die CDU war gekettet an die Grünen, mit denen sie eine Vernunftehe einging, mit dem Effekt, daß sie die Anschauungen des Juniorpartners immer mehr zu ihren eigenen machte. Das ging so weit, daß sie sogar für die Gesamtschule eintrat, was nur mehr per Volksabstimmung verhindert werden konnte. Die Wähler sind gar nicht so links, wie die CDU das geglaubt hat.

    Nun steht die SPD nach den Wahlen groß wie eh und je da, ausgestattet mit einer absoluten Mehrheit, ganz wie im sozialistischen Jahrzehnt, den Siebzigerjahren, nur noch besser. Handelt es sich bei diesem überragenden Sieg der Sozialdemokratie um eine Rückkehr zu typisch Hamburger Verhältnissen? Oder wurde hier nur einer sozialistisch gewordenen, bürgerlichen Partei eine gehörige Abfuhr erteilt? Wohl Zweiteres. Die SPD in Deutschland hat den zu hohen Forderungen der Linken und Grünen betreffend der Hartz-4-Regelung eine deutliche Absage erteilt. Welch Ironie der Geschichte. Die Wähler sind „bürgerlicher“ geworden, finden aber das Bürgerliche in der Partei der angestammten Sozialdemokratie.

    Aus diesem Versagen einer vergleichbaren, bürgerlichen Partei, sich einem scheinbaren, von den Medien propagierten Linkstrend anzubiedern, sollte die ÖVP ihre Schlüsse ziehen können.

    Die Zeitungen versuchen die öffentliche Meinung zu beeinflußen. Was gelingt oder auch nicht. Wählen tun immer noch die Bürger und Bürgerinnen.

  4. Ausgezeichneter KommentatorBrigitte Imb
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Februar 2011 13:15

    Für die Schwarzen bleiben bloß einige "Hors d'œuvre" übrig. So wird es auch bei uns kommen, wenn das politische Mandatemenue aufgetischt werden wird.

  5. Ausgezeichneter KommentatorBrigitte Imb
    3x Ausgezeichneter Kommentar
  6. Ausgezeichneter KommentatorTorres
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Februar 2011 12:26

    Die Hamburger Grünen haben sich ja besonders blöd angestellt: als (Mit-)Regierungspartei haben sie die schwarz-grüne Koalition gesprengt in der Überzeugung, bei Neuwahlen eine Koalition mit der SPD zu bilden. Nun stehen sie wie der begossene Pudel da: die SPD hat die Absolute, braucht die Grünen also nicht; so haben sie sich ohne Not selber aus der Regierung gebracht. Recht geschieht ihnen!

  7. Ausgezeichneter KommentatorJohann Scheiber
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Februar 2011 13:52

    Ja, wenn sich die Partei Clements, Münterferings und Schmidts auch in gesellschaftspolitischer Hinsicht wieder ihrer eigenen Traditionen besinnen würde und Multikulti, Islamophilie, Genderwahn, Gesamtschule, emanzipatorischen Frauensozialismus und dergleichen mehr der grünen Sekte überlassen würde, dann wären diese Themen schnell auf die Dimension reduziert, die ihnen in Wirklichkeit zusteht.

    Ich finde es sehr bemerkenswert, Herr Dr. Unterberger, dass sie, inmitten des häufig monotonen Sozialistenbashings hier, daran erinnern, dass es auch in der Sozialdemokratie ehrwürdige Traditionen gibt - und die gibt es auch in Österreich.
    Erst Kreisky hat die österreichische Sozialdemokratie, die sich erfolgreich vom Marxismus emanzipiert hatte, auf den kulturrevolutionären neo-marxistischen Weg zurückgeführt.
    Dass der Herr Androsch gerade eine gesunde Volkswatschn kriegt, zeigt an, dass sich der Wind dreht, ebenso das Debakel der SP um Neutralität und Wehrpflicht.
    Frau Bures hat gestern in Richtung ÖBB auch wirtschaftspolitische Signale gegeben.

    Glücklich, wer noch hoffen kann....

    Jedenfalls ist es sehr wichtig auch gestandene Sozialdemokraten, die ebenfalls heimatlos geworden sind, anzusprechen. So wird der UB- Blog endgültig zu einem Kristallisations- und Orientierungspunkt möglicher Erneuerung.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorTorres
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Februar 2011 12:26

    Die Hamburger Grünen haben sich ja besonders blöd angestellt: als (Mit-)Regierungspartei haben sie die schwarz-grüne Koalition gesprengt in der Überzeugung, bei Neuwahlen eine Koalition mit der SPD zu bilden. Nun stehen sie wie der begossene Pudel da: die SPD hat die Absolute, braucht die Grünen also nicht; so haben sie sich ohne Not selber aus der Regierung gebracht. Recht geschieht ihnen!


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  1. Keyon (kein Partner)
  2. Jaylene (kein Partner)
    10. Februar 2015 18:15

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    20. Januar 2015 21:53

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  9. Segestes (kein Partner)
    22. Februar 2011 21:33

    Den Sozialdemokraten zu raten, sie sollten nach rechts rücken, um wieder erfolgreich zu sein, ist der gleiche Schmonzes, wie jene Kommentare, denen zufolge die ÖVP in Wien die letzten Wahlen deshalb verloren hat, weil man zu weit rechts, und zuwenig linksliberal, aufgetreten wäre...
    Gegen letzteren Unsinn hat sich auch Herr Unterberger verwehrt. Was ihn aber nicht daran hindert, ein ähnliches Spielchen mit den Roten zu betreiben.

    Die Sozis wählen deshalb immer weniger, weil sie ihre Kernklientel, die Arbeiter und kleinen Angestellten, zugunsten einer winzigen, aber medial massiv unterstützten, kryptointellektuellen, urbanen, links-intellektuellen Schickeria, verraten und verkauft haben.
    Im Parlamentsklub der Roten sitzen heute kaum noch Vertreter der arbeitenden Klasse, sondern ganze Legionen von Soziologen, Bankern, BWLern, Juristen und Historikern.
    Der Mond könnte nicht viel weiter von der wachsenden Bevölkerungsgruppe der Klein- und Geringerverdiener entfernt sein, wie diese Schein-Sozialdemokraten,
    die sich der Partei bloß aus egoistischen Karrieregründen bedienen

    Und die ÖVP wählen immer weniger, weil deren Klientel, die Bauern und die kleinen Selbstständigen alten Schlages, einfach wegsterben.
    Die Gutverdienenden wählen heute immer häufiger die Grünen.
    Die ÖVP aber ist eine Partei mit Ablaufdatum.

    • Civil Qurage (kein Partner)
      23. Februar 2011 10:05

      @Segestes "Die ÖVP ist eine Partei mit Ablaufdatum". Aber keine Spur! Die ÖVP hortet ungeheure Schätze, allerdings momentan gut versteckt im Keller. Als da wären:
      - Christliches Welt- und Werteverständnis. Dies wird (momentan) ein bissl gschamig behandelt. Kein Wunder, sieht es doch so aus, als wäre die ganze Welt auf dem Ego- und Atheistentrip oder zumindest auf dem der Vielgötterei (wie weiland Himmler übrigens) oder auf dem des nicht vom Herrn gesandten Propheten. Ja, das sind deutliche Worte. Es ist aber so und keine Medienmacht der Welt kann diese Tatsachen wegschreiben, auch nicht in hunderten von Jahren. Denn die Wahrheit bleibt die Wahrheit, auch wenn man lange nach ihr graben muss.
      - Ein zukunftsträchtiges Gesellschaftsmodell mit der Familie und dem Individuum als Machtzentrum.
      - Sozialverständnis nach christlicher Vorstellung. Sieht nicht den Staat als Übervater, der Almosen verteilt und die Kinderchen in Abhängigkeit hält. Ist aber für die Benachteiligten da. Und zwar nicht aus politischem Kalkül oder noch schlimmer aus "Humanismus" - welche unglaubliche Arroganz!. Sondern aus Demut dem Geschöpf Gottes gegenüber. Und weil sie im Ärmsten und Schwächsten dem Höchsten und Stärksten dienen dürfen.
      - Einer Menge an Heroen und Widerständlern vor allem im Nationalsozialismus. Wo bitte sind die Ausstellungen, die Schriften und die Gedenkveranstaltungen des katholischen Widerstandes im 3.Reich? Wo sind die Ehrungen für Ludwig Steiner? Wo die Denkmäler für Jägerstätter, Bonhöfer. Wo der Gedenkmarsch für den Jesuiten, der aus dem Fenster des Churhauses geworfen wurde, wo jener für die paar Katholiken, die ungefähr eine Woche lang im Jahr 1938 Demonstrationen durch die Kärntnerstraße veranstaltet haben? Blutig niedergeschlagen. Und waren nicht viele der Gründerväter der Partei nach dem Krieg ehemalige KZ-Insassen, Verfolgte, die sich für den Glauben und die Heimat in Gefahr begeben haben? Aber dabei darf man natürlich auch nicht jene Menschen vergessen, die leider erst viel zu spät draufgekommen sind, wie sehr sie belogen und betrogen wurden. Und manipuliert. Vor allem diesen muss man auch die Hand ausstrecken, insbesondere, wenn sie erkannt haben, welchen entsetzlichen Irrtum sie begangen haben und ihnen das leid tut. Auch um sie müsste man sich irgendwie kümmern über alle Parteigrenzen hinweg, denn den Sozialdemokraten wird ja anempfohlen, jetzt einfach rot zu sein und sich damit schon absolut reingewaschen zu haben. Das ist natürlich auch fatal für die Menschen und ihre Kinder und Kindeskinder. Fatal.
      - Tradition und es gäbe noch so viel mehr, aber jetzt habe ich keine Zeit mehr, muss arbeiten.

      Man muss diese Dinge ausgraben, bewerten, vielleicht neu bewerten und dann muss man ein neues politisches Konzept weg von allen oberflächlichen Strategien und Gigi erstellen, ein Konzept, das trägt. Dann braucht man sich um das Rüberkommen bei den Medien überhaupt keine Gedanken zu machen. Weil dann nämlich eine Kraft da ist, die rüberkommt, die mehr zählt, als die Gesichter der Menschen, die sich einsetzen, dass sie für die Bürger und Bürgerinnen zum Leben erwacht.
      Dazu braucht man sehr viel Zeit, ich schätze etwa 2 Jahre, mindestens. Und ein Team von Wirtschaftsexperten, aber auch von Theologen, Philosophen und so weiter.
      Das Konzept muss den Politiker selbstbewusst machen, dann, und nur dann, kann man sich jeden Spindoktor ersparen und jeden gekauften Journalisten und jeden Brain-programmierer. Und siehe da - dann wird man es auch vertragen können, von dem ein oder anderen nicht gewählt zu werden. Weil man weiß, dass die Zeit für einen arbeitet.

      Ihre Civil (und ja - ich habe einige sehr konkrete Ideen um zumindest einiges Kleines zu verändern, soweit es meinen geistigen Möglichkeiten entspricht. Ich bin aber z.B. keine Ökonomin.)

    • Civil Qurage (kein Partner)
      23. Februar 2011 10:12

      Korrektur: es muss natürlich heißen: "des nicht von meinem Herrn gesandten Propheten." Und um Missverständnissen vorzubeugen: ich bin für einen verstärkten Dialog mit dem Islam. Sehr verstärkt und liebevoll.

  10. sosheimat (kein Partner)
    22. Februar 2011 20:25

    Eine rote Alleinregierung - MULTIKULTI träumt!!!!
    Aber immer noch besser als Rot-Grün in Wien...

    http://sosheimat.wordpress.com/2011/02/21/arbeitsmarktservice-in-der-moschee/

    • Trollfresser (kein Partner)
      22. Februar 2011 21:49

      Deine ständige Eigenwerbung für dein deppertes Weblog nervt.
      Hau di über die Häuser.

  11. Brigitte Imb
    • cmh (kein Partner)
      22. Februar 2011 15:37

      Auf einen Topos möchte ich hier aufmerksammachen:

      Es genügt nicht, dass man einfach Ungeziefer (was immer das ist) wegkriegen will. Es müssen auch Allergiker ein Problem damit haben.

      Tierschutz, eingeschränkt auf Allergiker also.

      Damit wird einerseits eine Pseudobegründung geliefert und andererseits suggeriert, dass man doch sehr einfühlsam mit Personen mit speziellen Bedürfnissen ist.

      Das ist - zum Mitschreiben - Heuchelei. Denn zur Heuchelei gehört unbedingt auch ein Depperter, der sie glaubt.

  12. Jeremias (kein Partner)
    22. Februar 2011 14:42

    Naja, wenn ich mir die PK gestern im Konrad-Adenauer-Haus ansehe, hielt Frau BundesVorsitzende Merkel absichtlich eine große Distanz zum Wahlverlierer Ahlhaus.

    Sie denkt sich wohl, wenn sie die Nähe zum Wahlverlierer meidet, bekommt sie nicht den Geruch ab. Aber für mich offenbart sich nur das: "Diese Frau lässt jeden wie eine heisse Kartoffel fallen, der ihr persönlich nicht nützlich ist."

    Diese Frau wird in diesem Jahr mutterseelenallein in der Gegend stehen. Aber daran ist sie selbst schuld.

    • cmh (kein Partner)
      22. Februar 2011 15:39

      Ein Wahlverlierer ist grundsätzlich zu unterstützen und wiederaufzurichten - auch, und gerade dann, wenn er für eine andere Funktion vorgesehen ist.

      Das nennt man landläufig Loyalität. Die ist nicht nur von unten nach oben sondern auch oben nach unten wichtig.

  13. Francois Villon (kein Partner)
    22. Februar 2011 14:31

    In einer so großen Stadt wie Hamburg, die ob ihrer wirtschaftlichen Bedeutung für Deutschland nicht nur auf lokale Fragen reagiert, muß dieses Ergebnis auch sehr viel – wenn nicht alles - mit der Bundespolitik und –regierung zu tun haben. Diese wird nun einmal von dem Merkel geprägt, einer ehemaligen FDJ-Funktionärin, die allfällige Bindungen ans „C“ bestenfalls als nachträglich angebrachte Verzierung trägt. Die arrogante Verlogenheit eines aus der Riege der beliebtesten deutschen Politiker (man erinnere sich daran, daß dieses Ehrenprädikat auch den kriminellen Turnschuh-Joschka zierte!), des Freiherrn von und zu, kam halt auch zur Unzeit. Man glaubt halt den „bürgerlichen“ Politikern nicht mehr.

    D.h. dieser imposante Wahlsieg der SPD zeigt insbesondere die totale Frustration mit der CDU-FDP-Politik an, die für Deutschland ein Versailles ohne Krieg bedeutet, er symbolisiert also nichts weiter als die pure Verzweiflung der Menschen, denn anders kann die Hinwendung zur ebenso bankrotten SPD nicht verstanden werden. (Gefördert natürlich auch vom kurzen Gedächtnis der Wähler.)

    • cmh (kein Partner)
      22. Februar 2011 15:42

      Kann schon sein.

      Nur auch hier ist Loyalität angebracht. Denn die größten Kritiker der Elche, warn früher selber welche.

      In diesem Zusammenhang: der Wahlverlierer wird am stärkesten von denjenigen kritisiert, die selber nichts zusammengebracht haben.

      Wertkonservativer wird mich sicher verstehen, wenn ich jetzt sage, bei derartiger Obmannschelte darf sich niemand wundern, wenn nur Flaschen das Amt anstreben werden.

  14. Torres (kein Partner)
    22. Februar 2011 12:26

    Die Hamburger Grünen haben sich ja besonders blöd angestellt: als (Mit-)Regierungspartei haben sie die schwarz-grüne Koalition gesprengt in der Überzeugung, bei Neuwahlen eine Koalition mit der SPD zu bilden. Nun stehen sie wie der begossene Pudel da: die SPD hat die Absolute, braucht die Grünen also nicht; so haben sie sich ohne Not selber aus der Regierung gebracht. Recht geschieht ihnen!

    • Reinhard (kein Partner)
      22. Februar 2011 13:12

      Das Gesetz, dass Neuwahlen in laufender Legislaturperiode meist demjenigen das Genick brechen der sie losgetreten hat, scheint weiter allgemein gültig zu sein.

  15. plusminus
    21. Februar 2011 23:52

    Ich glaube und hoffe, daß dieses Wahlergebnis in Hamburg ein persönliches des Herrn Olaf Scholz war, mangels eines attraktiven Gegenkandidaten und weil er aus Ämtern und Medien hinlänglich bekannt ist.
    Wie nachhaltig sich dieser Wahlsieg auf die SPD auswirkt, wird sich weisen - für Deutschland wünsche ich ihn mir als Sternschnuppe, alles Andere wäre für das Land fatal, wie es sich ja in Österreich erweist!

    • Neppomuck (kein Partner)
      22. Februar 2011 12:15

      Dass eine perfekte Mischung aus Apparatschik und zahnlosem Lächeln als Heilsbringer empfunden werden kann, befremdet mich ein wenig.

      Seine Affinität zu Brechmitteln ist doch zu offensichtlich, zumal sich "seine Doktorarbeit" auf das Verabreichen derselben beschränkte.

    • ja (kein Partner)
      22. Februar 2011 20:49

      plusminus
      sehr richtig, der sieg gehört olaf scholz in erster linie. der anschließende jubel und ide heuchlerei von der bundespartei war zum kotzen, die hamburger spd hat trotz der schlechten politik von gabriel und co. gewonnen. auch hat man vergessen, daß die bundesakteure, allen voran auch gabriel, scholz vor einigen jahren demontiert und aus seinen funktionen ausgehebelt hat. ich freue mich für ihn, auch wenn ich kein besonderer anhänger der linken bin.

  16. Anton Volpini
    21. Februar 2011 20:11

    Der richtige Platz für Sozialdemokraten wäre am Mond...... :-)

  17. Celian
    21. Februar 2011 17:36

    Die Verwerfungen in Hamburgs politischem Leben lassen kaum Schlüsse über das Wahlergebnis zu. Da ist zum einen eine CDU, die mit Ole von Beust fast ein Jahrzehnt in Hamburg regierte. Die CDU war gekettet an die Grünen, mit denen sie eine Vernunftehe einging, mit dem Effekt, daß sie die Anschauungen des Juniorpartners immer mehr zu ihren eigenen machte. Das ging so weit, daß sie sogar für die Gesamtschule eintrat, was nur mehr per Volksabstimmung verhindert werden konnte. Die Wähler sind gar nicht so links, wie die CDU das geglaubt hat.

    Nun steht die SPD nach den Wahlen groß wie eh und je da, ausgestattet mit einer absoluten Mehrheit, ganz wie im sozialistischen Jahrzehnt, den Siebzigerjahren, nur noch besser. Handelt es sich bei diesem überragenden Sieg der Sozialdemokratie um eine Rückkehr zu typisch Hamburger Verhältnissen? Oder wurde hier nur einer sozialistisch gewordenen, bürgerlichen Partei eine gehörige Abfuhr erteilt? Wohl Zweiteres. Die SPD in Deutschland hat den zu hohen Forderungen der Linken und Grünen betreffend der Hartz-4-Regelung eine deutliche Absage erteilt. Welch Ironie der Geschichte. Die Wähler sind „bürgerlicher“ geworden, finden aber das Bürgerliche in der Partei der angestammten Sozialdemokratie.

    Aus diesem Versagen einer vergleichbaren, bürgerlichen Partei, sich einem scheinbaren, von den Medien propagierten Linkstrend anzubiedern, sollte die ÖVP ihre Schlüsse ziehen können.

    Die Zeitungen versuchen die öffentliche Meinung zu beeinflußen. Was gelingt oder auch nicht. Wählen tun immer noch die Bürger und Bürgerinnen.

    • Martin Bauer
    • Haider
      21. Februar 2011 23:22

      1. Diese Wahl ist mit Österreich schwer vergleichbar, da es auf den ersten Blick keine der FPÖ annähernd entsprechende wahlwerbende Gruppierung gegeben hat.
      2. Die Hamburger SPD ist offensichtlich keine KRONE-SPÖ. Sie trat pragmatisch, realistisch und identisch auf. Etwas, was der SPÖ längst abhanden gekommen ist. Deshalb gingen bei den vergangenen Wahlen in Österreich immer mehr gestande Sozis in innere Emigration und verweigerten ihren ehemaligen Genossen den Gehorsam.
      3. Daß der grüne Schwanz mit dem schwarzen Pudel wackelt, das will offensichtlich nichteinmal der weltfremdeste Träumer.
      4. Conclusio: Wahlbeteiligung um 50 %.

  18. Observer
    21. Februar 2011 16:01

    Lokalwahlen dürfen nicht 1:1 auf den Bund übertragen werden. Da spielt - wie bei uns auf Gemeindeebene - eben auch die Persönlichckiet der Kanditaten eine entscheidende Rolle.

  19. Johann Scheiber
    21. Februar 2011 13:52

    Ja, wenn sich die Partei Clements, Münterferings und Schmidts auch in gesellschaftspolitischer Hinsicht wieder ihrer eigenen Traditionen besinnen würde und Multikulti, Islamophilie, Genderwahn, Gesamtschule, emanzipatorischen Frauensozialismus und dergleichen mehr der grünen Sekte überlassen würde, dann wären diese Themen schnell auf die Dimension reduziert, die ihnen in Wirklichkeit zusteht.

    Ich finde es sehr bemerkenswert, Herr Dr. Unterberger, dass sie, inmitten des häufig monotonen Sozialistenbashings hier, daran erinnern, dass es auch in der Sozialdemokratie ehrwürdige Traditionen gibt - und die gibt es auch in Österreich.
    Erst Kreisky hat die österreichische Sozialdemokratie, die sich erfolgreich vom Marxismus emanzipiert hatte, auf den kulturrevolutionären neo-marxistischen Weg zurückgeführt.
    Dass der Herr Androsch gerade eine gesunde Volkswatschn kriegt, zeigt an, dass sich der Wind dreht, ebenso das Debakel der SP um Neutralität und Wehrpflicht.
    Frau Bures hat gestern in Richtung ÖBB auch wirtschaftspolitische Signale gegeben.

    Glücklich, wer noch hoffen kann....

    Jedenfalls ist es sehr wichtig auch gestandene Sozialdemokraten, die ebenfalls heimatlos geworden sind, anzusprechen. So wird der UB- Blog endgültig zu einem Kristallisations- und Orientierungspunkt möglicher Erneuerung.

  20. simplicissimus
    21. Februar 2011 13:47

    was man so mitkriegt war das eine glatte abwahl einer ungeliebten koalition auf regionaler basis.
    wäre auch für ö zu wünschen, dass diese abwahl nächstes mal stattfindet und die wähler endlich mit dieser unsäglichen groko-lähmung und irrwegförderung schluss machen.
    protest kann durchaus auch über links der mitte artikuliert werden, wenn konservative zu schwach sind und keine alternative weit und breit ist, warum nicht?
    warum nicht, wenn sozialdemokraten ihre lektion durch abwahl bereits gelernt haben. das war ja meine grosse hoffnung nach der österr. wende, hat sich aber leider nicht erfüllt.
    wichtig ist, dass der wechsel stattfindet und wieder protest gewählt wird, wenn weiterhin am volk vorbeiregiert wird.
    nur das ewige halten am futtertrog garantiert uns die schlechtmöglichste politik.
    wann geht das endlich in das hirn des so konsensbereiten und konfliktscheuenden österreichers?

  21. Josef Maierhofer
    21. Februar 2011 13:36

    Nur ehrliche Arbeit soll sich lohnen.

    Es hat sich das Ergebnis ja schon lange abgezeichnet, auch dort wurden Unfähige abgewählt (oder zumindest Unfähigere als die anderen Unfähigen).

    Das steht bei uns noch bevor, aufgepasst ÖVP, soferne es so was bei uns noch gibt !

    Aber bei uns müssen auch die anderen Unfähigen aufpassen, die SPÖ und die Grünen.

    Ich würde mir alle 3 Parteien eine Auszeit zum Nachdenken wünschen, die treiben es mit Österreich zu bunt und glauben, sie dürfen alles sich erlauben.

  22. Brigitte Imb
    21. Februar 2011 13:15

    Für die Schwarzen bleiben bloß einige "Hors d'œuvre" übrig. So wird es auch bei uns kommen, wenn das politische Mandatemenue aufgetischt werden wird.

  23. mike1
    21. Februar 2011 13:00

    ich hoffe, die övp nimmt sich das zu herzen....

    • Cotopaxi
      21. Februar 2011 18:11

      Wozu, bei der ist bereits Hopfen und Malz verloren. Schauen Sie sich doch nur die Funktionäre an.

    • Brockhaus
      21. Februar 2011 19:46

      Die Hamburger CSU, ich glaube es war Ahlhaus selbst, hat schon eingeräumt, daß sie den Grünen zuviele Konzessionen gemacht hat.

      Also Häupl, Pühringer und Konsorten "achtung !!"





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