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Euro-Anleihen: Trau Schau Wem?

David gegen Goliath. Luxemburg gegen Deutschland. Der Kleinste gegen den Größten der EU – da hat normal der Kleine immer viele Sympathien auf seiner Seite. Vor allem, wenn er so verbissen kämpft wie Luxemburgs Premier Juncker für die Einführung von Euro-Bonds. Also für Anleihen, für die alle EU-Staaten haften.

Diese Anleihen würden den am heftigsten verschuldeten Ländern Europas helfen, gegen niedrigere Zinsen als zuletzt an neues Geld heranzukommen. Die relativ disziplinierten Länder würden freilich deutlich mehr zahlen müssen als heute. Wirklich disziplinierte Länder gibt es in der EU zwar ohnedies keine – denn die wären so solide wie die Schweiz oder hätten überhaupt keine Schulden. Was ja angesichts der niedrigen Kinderquote aller europäischen Länder durchaus zwingend wäre. Und nicht so blauäugig, wie es klingen mag.

Aber zurück zu den „relativ disziplinierten“ Europäern wie den Deutschen, den Niederländern und Österreichern. Die zeigen kein Interesse an diesen Euro-Bonds und der Haftung für die Schulden aller anderen, auch wenn Herr Juncker es ihnen mit viel Seelenmassage zu verkaufen versucht.

Sie haben damit im Prinzip recht. Denn die Euro-Bonds würden als Signal aufgefasst, dass sich Deutschland & Co überhoben haben und langfristig nicht mehr stabil sind. Umgekehrt würden die ausgabenfreudigen Südeuropäer glauben, dass sie weiterhin über ihre Verhältnisse leben können; dass sie nicht bankrottgehen, auch wenn ihre Regierungen ständig den oft unverschämten Forderungen der Gewerkschaften oder den utopischen Vorstellungen der Sozial- und Interessenpolitiker nachgeben.

Doch halt: In Wahrheit unterscheiden sich die Euro-Bonds kaum von dem 750 Milliarden teuren Rettungsschirm, den alle Europäer im vergangenen Mai gemeinsam aufgespannt haben. Dieser hat Griechenland und Irland vor dem Bankrott gerettet. Er wird wohl auch noch für den nächsten auf der Liste reichen, also Portugal. Für Spanien freilich kaum mehr, und ganz sicher nicht für die übernächsten Pleitekandidaten Italien, Belgien, Ungarn und auch Frankreich, die allesamt Probleme haben, ihre Schulden und Defizite in den Griff zu bekommen. Daher wird ja auch schon von einer Verdoppelung des Schirms geredet.

Bringt das aber nicht haargenau die gleichen Gefahren, die man in Berlin und Den Haag als Folge der Euro-Bonds fürchtet (in Wien denkt man da ja nicht so viel nach)? In der Tat, der Unterschied ist klein. Dementsprechend ziehen die Zinsen neuerdings ja auch schon für Musterschüler Deutschland kräftig an.

Der schwere Fehler vom vergangenen Mai rächt sich nun fürchterlich. Und lässt sich auch kaum noch rückgängig machen. Denn wie erklärt man es Rom oder Madrid – sobald es auch dort soweit ist –, dass es Geld für die griechischen Obersünder gegeben hat, dass aber nichts mehr da ist, wenn die relativ harmloseren Sünder die Hand aufhalten?

Ich schreibe in jeder Nummer der Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung „Börsen-Kurier“ die Kolumne „Unterbergers Wochenschau“.  

 

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorPatriot
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    16. Dezember 2010 11:58

    Die Juncker-Bonds sind Junk-Bonds.

    Zur Ergänzung die Leistungsbilanzdefizite (ungefähr, Zahlen von 2008) der genannten Länder:

    http://www.welt-auf-einen-blick.de/wirtschaft/leistungsbilanz.php

    Irland: 13 Mrd
    Portugal: 29 Mrd
    Griechenland: 51 Mrd
    Frankreich: 52 Mrd
    Italien: 78 Mrd
    Spanien: 154 Mrd

    Wie sollen Spanien, Griechenland und Portugal dauerhaft im Euro-Raum bleiben? Mutti Merkel wird nicht jedes Jahr 100 Milliarden Euro "Finanzausgleich" zahlen können und wollen. Österreich wäre nach der Daumenregel (Deutschland = 10x Österreich) mit 10 Milliarden Euro pro Jahr dabei.

    Österreicher und Deutsche werden sowieso viel von ihrem Ersparten verlieren, per Inflation oder per Ausgleich mit ihren Banken. Vielleicht ist sogar die Hälfte weg.

    Was weg ist, ist weg. Man sollte nur die europäische Wirtschaft mitsamt ihrer Finanzarchitektur möglichst schnell auf strukturell gesunde Beine stellen. Wenn die Südländer im Euro-Raum bleiben wollen, dann darf es keine Haftungen mehr für ihre Schulden geben. Oder sie schaffen sich ihre eigene Währung, den PesoLireEuro.

  2. Ausgezeichneter KommentatorCelian
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    16. Dezember 2010 12:19

    Um Ungarn mache ich mir keine Sorgen. Die machen gerade ihre Hausaufgaben, machen Spezialsteuern für Banken, Telekommunikiation, u.s.w. und haben dafür die niedrigste Einkommenssteuer ab 1.1. von 16 % flat tax! Und außerdem sind die nicht im Euro.

  3. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    16. Dezember 2010 17:57

    Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

    Die Schweine, die heute sich am Futtertrog mästen auf Kosten der Zukunft der Einzahler, die haben zumindest noch Pfandpapiere, die zu spät kommenden werden das Nachsehen haben.

    Die Wahrheit aber wird noch furchtbarer, wer soll das bezahlen ?

  4. Ausgezeichneter KommentatorCelian
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    16. Dezember 2010 22:15

    Der Austritt Österreichs aus der EU ist ja nun wirklich nicht mehr fern.

    Der Lissabon-Vertrag gilt nicht mehr, eine kleine Vertragsänderung verkehrt ihn in sein Gegenteil. Der EU-Gipfel hat sich auf die Schaffung eines permanenten Krisenbewältigungsmechanismus für die Euro-Zone geeinigt. Nun sind wir also bereit, alles dafür zu tun, um die Stabilität des Euro-Gebiets zu gewährleisten. Die Bailout-Klausel „Kein Staat haftet für die Schulden eines anderen EU-Staates“, das Fundament des Euros ist nicht mehr.

    Wie auch immer , der BK hat für den Fall eine Volksabstimmung angekündigt. Ich möchte nun schwer hoffen, daß wenigstens diese Erklärung umgesetzt wird. Daher gehe ich davon aus, daß Österreich aus der EU mit Ende 2011 ausgetreten sein wird. Frohen Mutes!

  5. Ausgezeichneter Kommentatorsocrates
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    16. Dezember 2010 17:30

    Jemandem oder etwas trauen heißt nicht, daß das gut ist. Ein Mensch mit Charakter heißt nicht, daß der gut ist.
    Ich finden die Eoro-Bonds genau so gut wie die Amerikanischen Bonds. Am besten zahlen wir alle Schulden damit. Dann bleibt die Währung heil und wir tauschen Makulatur. Kaufen würde ich sie nicht.
    Es ist Zeit, die Staatsschulden für obsolet zu erklären. Die Investoren werden trotzdem weiter zahlen, was sollen sie mit dem Papierzeug schon tun. Niemand glaubt, daß man mit DKT-Geld einkaufen kann. Trotzdem muß man weiterspielen.
    Wenn ich mir die Pensionsverhandlungen bei den Reichen wie z.B. Skylink anhöre und mit unserer "Pensionsreform" vergleiche, dann frage ich mich, warum eine "Pensionsreform" nur bei kleinen Verdienern möglich ist und die Mächtigen die Gelder der Kleinen dazubekommen, das bei SOZIs.
    Wenn Ungarn die Geldflüsse besteuert und kontrolliert, ist es ein böser Nazistaat und man hat Sorgen wegen des EU-Vorsitzes. Das BIP ist dabei ganz egal, so eine Denkweise darf nicht aufkommen. Wozu die Nazis alles gut sind!
    Druckt EU-Bonds auf den Rotationspressen der Qualitätsmedien, die sind Unwahrheit gewohnt und zahlt damit die Anleger aus. Zinssatz: -1% p.m.
    Pensionen werden nach 45 Arbeitsjahren mit Beträgen zwischen 1000 und 3000 € ausbezahlt, der Rest ruht. Gilt für ALLE!

  6. Ausgezeichneter Kommentatorfosca
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    16. Dezember 2010 13:38

    Mit der Ausgabe von Euro-Bonds würde die Transferunion auch in der Realität endgültig einzementiert und was das bedeutet, sehen wir ja mit der Umverteilung in Österreich: die Schulden werden immer höher, weil es bei den Transferempfängern keinerlei Anreize mehr für Einsparungen gibt und sie schlußendlich die vernünftig Wirtschaftenden mit in den Abgrund reißen.
    Mit und ohne Euro-Bonds steht Europa vor fast unlösbaren Währungsaufgaben, was unaufhaltsam den Zerfall nach sich ziehen wird.

  7. Ausgezeichneter KommentatorHDW
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    16. Dezember 2010 12:52

    Das Konjunkturhoch in Deutschland ist meiner Meinung nach eine vorübergehende Illusion. Die Auslagerung des Niedriglohnsektors in den eigenen Osten und die Forcierung der hochqualifizierten im Westen hat zwar zur Exporthausse geführt, wird aber da sich die Löhne im Osten schon jetzt anpasse und auch China und Indien hochwertige Metallverarbeitung erreichen werden, irgendwann enden und dass die Rotgrünlinken dann plötzlich auf die "sozialen Errungenschaften" verzichten werden ist wohl nicht anzunehmen! Die Deutsche Regierung weiß das natürlich auch und ist deshalb gegen die Bonds. Wenn nämlich auch die BRDDR herabgestuft würde, kämen wir dem von den Linken herbeigesehnten Bürgerkrieg auch in Deutschland wieder näher! Und was das heisst lehren sogar die Geschichtsklitterungen des SPDlers G.Knoop! Brüning blickt herab, der konnte nämlich damals auch kein "deficit spending" mehr betreiben, weil die anderen Länder zwar die Reparationszahlungen eisteckten aber keine Kredite bewilligten! Die Dämonen des Klassen oder Rassenkampfes zeigen sich jedenfalls schon, in Griechenland, Italien und GB!

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  1. Ausgezeichneter Kommentatorsosheimat
    1x Ausgezeichneter Kommentar

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  1. Kayli (kein Partner)
  2. Lorrie (kein Partner)
  3. Wilson (kein Partner)
  4. Dixita (kein Partner)
    21. Januar 2015 05:45

    Great thnkiing! That really breaks the mold!

  5. Trent (kein Partner)
    20. Januar 2015 15:45

    Haeallujlh! I needed this-you're my savior.

  6. Neppomuck (kein Partner)
    17. Dezember 2010 19:10

    Die Kollaborateure.

    Die Duckmaus ist das Wappentier
    der Schwarzen, Roten, Grünen.
    Denn ist der Gegner nicht von hier,
    hört man auch nichts von ihnen.

    Der Fremde wird geliebt, gehutscht,
    gehätschelt und verteidigt.
    Auf eigener Schleimspur ausgerutscht,
    tun sie dann auf „beleidigt“.

    Der Bürger wär’ verhetzt, verführt,
    vernarrt in HC Strache,
    von Rattenfängern bloß verwirrt,
    verdummt? Dass ich nicht lache.

    Hier geht die Saat der Leute auf,
    die schon seit hundert Jahren
    bestimmten stets der Welten Lauf,
    durch Kriege und Gefahren.

    Drum nimmt man uns die Waffen ab,
    das Heer und sonst’ge Mittel.
    ’Ne Schaufel bleibt uns für das Grab,
    und taschenlose Kittel.

    Der Strategie der „einen Welt“,
    der sollte man begegnen.
    Dann bleibt uns auch das eig’ne Geld
    und Christus wird uns segnen.

    Das Potential ist groß genug,
    kein Mensch wird gern beschummelt.
    Wehrt man sich gegen Lug und Trug,
    springt jeder gern auf diesen Zug,
    der dann nicht länger bummelt.

  7. sosheimat (kein Partner)
    17. Dezember 2010 16:36

    Weihnachtsgrüße von Nigel Farage -
    der beste Politiker in Brüssel!!!

    http://sosheimat.wordpress.com/2010/12/17/weihnachtsgruse-von-nigel-farage/

    • Celian
      18. Dezember 2010 13:30

      Der Mann spricht Wahres gelassen aus. seltsamerweise wird so eine kritische Haltung zum Euro und zur Bailout-Stragie eines EU-Abgeordneten nicht im Fernsehen gezeigt.

  8. Paneuropa
    17. Dezember 2010 15:40

    Spätestens jetzt sollte klar sein, daß Staatsanleihen nichts anderes als Pyramidenspiele sind. Und so ein Spiel kann man nur aufrecht erhalten, wenn man die Basis der gutgläubigen Zahler verbreitet. Nichts anderes versucht der seltsame Herr Juncker mit seinem Vorschlag.

  9. Markus Theiner
    16. Dezember 2010 23:38

    Es gibt sehr wohl europäische Länder, die recht stabil da stehen. Vor allem wenn man sich dabei nur die Situation bei den Schulden anschaut.

    Bei den Staatsschulden in Relation zum BIP steht die Schweiz mit ca. 40% recht gut da. Die "relativ disziplinierten" EU-Länder Österreich, Deutschland und die Niederlande stehen bei 60 bzw. sogar um die 70%.

    Luxemburg, das jetzt für den Aderlass der Disziplinierten kämpft, steht etwa bei 15%.
    Vom Schuldenstand her gibt es eine ganze Reihe von EU-Ländern die sich mit dem Schuldenstand im gleichen Bereich bewegen wie die Schweiz, oder sogar deutlich weniger Schulden haben. Estland hat sogar weniger als 10% und hat in den Krisenjahren 2008 und 2009 zusammen weniger Defizit gehabt als es in den Jahren 2006 und 2007 an Überschüssen erwirtschaftet hat. Antizyklische statt dauerhafte Schuldenpolitik, der Neo-Keynes würde sich im Grab umdrehen.

    Sogar Spanien hat nach dieser Messung weniger Schulden als wir.

    Gut, die genannten Zahlen sind von 2009 und die offizielle Version. Die Wirklichkeit kann anders ausschauen (vielleicht haben andere noch mehr Schulden irgendwo versteckt als wir). Aber trotzdem ist das Bild das sich hier bietet recht interessant. Gerade Österreich zu den besonders disziplinierten Ländern zu zählen fällt mir da schwer.

    Die drei genannten Länder sind zwar noch relativ kreditwürdig. Das liegt aber wohl weniger an der Disziplin beim Staatshaushalt - da liegen die ost- oder nordeuropäischen Staaten fast alle deutlich besser - sondern mehr im Vertrauen auf die Stabilität der hiesigen Wirtschaftslage. Irland hat ja relativ eindrucksvoll bewiesen was passiert, wenn ein Staat auf der Überholspur in seinem Spezialbereich von einer Krise geplagt wird und damit nicht umgehen kann.

    Was natürlich nichts daran ändert, dass es dämlich ist Staaten dafür zu belohnen, dass sie mir Krisen nicht gut umgehen, oder die kreditwürdigen für die Tagediebe haften zu lassen. Nur sollte man sich nicht einreden wir wären da in irgend einer Form Musterschüler.

  10. Celian
    16. Dezember 2010 22:15

    Der Austritt Österreichs aus der EU ist ja nun wirklich nicht mehr fern.

    Der Lissabon-Vertrag gilt nicht mehr, eine kleine Vertragsänderung verkehrt ihn in sein Gegenteil. Der EU-Gipfel hat sich auf die Schaffung eines permanenten Krisenbewältigungsmechanismus für die Euro-Zone geeinigt. Nun sind wir also bereit, alles dafür zu tun, um die Stabilität des Euro-Gebiets zu gewährleisten. Die Bailout-Klausel „Kein Staat haftet für die Schulden eines anderen EU-Staates“, das Fundament des Euros ist nicht mehr.

    Wie auch immer , der BK hat für den Fall eine Volksabstimmung angekündigt. Ich möchte nun schwer hoffen, daß wenigstens diese Erklärung umgesetzt wird. Daher gehe ich davon aus, daß Österreich aus der EU mit Ende 2011 ausgetreten sein wird. Frohen Mutes!

    • Haider
      16. Dezember 2010 23:42

      Wenn's um Ideologie ging, hat noch nie ein Linker sein Wort gehalten. So blieben eben alle Träume Schäume.
      Wir wurden in die EU gelogen, man hat uns Monopoly auf's Aug gedrückt, und natürlich werden wir nach Griechenland auch für die PIIGS+Belgien+Ungarn+etc. bluten. Wer denn?
      Wacht doch endlich auf!

    • Reinhard (kein Partner)
      17. Dezember 2010 06:21

      Celian, unser Grinsekanzler mit dem Gummirückgrat hat dem Volk ein Versprechen gegeben, aber seien wir doch mal ehrlich: glaubt irgend jemand, dass er sich daran gebunden fühlt?
      Wir werden von einer Truppe regiert, die lächelnd Versprechen, Gesetze und die Verfassung bricht. Welchen Wert da ein populistischer Brief in der "Krone" hat, der auch nur deswegen verfasst wurde, um sich anzubiedern und positive Berichterstattung vor wichtigen Wahlen zu erfahren, kann sich jeder leicht vorstellen.
      Messen wir sie an den Taten, nicht an den Worten, auch wenn wir sie täglich für zu klein befinden müssen.

  11. Josef Maierhofer
    16. Dezember 2010 17:57

    Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

    Die Schweine, die heute sich am Futtertrog mästen auf Kosten der Zukunft der Einzahler, die haben zumindest noch Pfandpapiere, die zu spät kommenden werden das Nachsehen haben.

    Die Wahrheit aber wird noch furchtbarer, wer soll das bezahlen ?

    • Brigitte Imb
      16. Dezember 2010 19:15

      Die Bürger - wenn die Währungsreform da ist.

      Und, bitte nicht die "Schweine" diskriminieren, die Politiker weltweit sind Fallotten und Korruption spielt nicht selten eine Rolle in deren leben.

  12. socrates
    16. Dezember 2010 17:30

    Jemandem oder etwas trauen heißt nicht, daß das gut ist. Ein Mensch mit Charakter heißt nicht, daß der gut ist.
    Ich finden die Eoro-Bonds genau so gut wie die Amerikanischen Bonds. Am besten zahlen wir alle Schulden damit. Dann bleibt die Währung heil und wir tauschen Makulatur. Kaufen würde ich sie nicht.
    Es ist Zeit, die Staatsschulden für obsolet zu erklären. Die Investoren werden trotzdem weiter zahlen, was sollen sie mit dem Papierzeug schon tun. Niemand glaubt, daß man mit DKT-Geld einkaufen kann. Trotzdem muß man weiterspielen.
    Wenn ich mir die Pensionsverhandlungen bei den Reichen wie z.B. Skylink anhöre und mit unserer "Pensionsreform" vergleiche, dann frage ich mich, warum eine "Pensionsreform" nur bei kleinen Verdienern möglich ist und die Mächtigen die Gelder der Kleinen dazubekommen, das bei SOZIs.
    Wenn Ungarn die Geldflüsse besteuert und kontrolliert, ist es ein böser Nazistaat und man hat Sorgen wegen des EU-Vorsitzes. Das BIP ist dabei ganz egal, so eine Denkweise darf nicht aufkommen. Wozu die Nazis alles gut sind!
    Druckt EU-Bonds auf den Rotationspressen der Qualitätsmedien, die sind Unwahrheit gewohnt und zahlt damit die Anleger aus. Zinssatz: -1% p.m.
    Pensionen werden nach 45 Arbeitsjahren mit Beträgen zwischen 1000 und 3000 € ausbezahlt, der Rest ruht. Gilt für ALLE!

  13. fosca
    16. Dezember 2010 13:38

    Mit der Ausgabe von Euro-Bonds würde die Transferunion auch in der Realität endgültig einzementiert und was das bedeutet, sehen wir ja mit der Umverteilung in Österreich: die Schulden werden immer höher, weil es bei den Transferempfängern keinerlei Anreize mehr für Einsparungen gibt und sie schlußendlich die vernünftig Wirtschaftenden mit in den Abgrund reißen.
    Mit und ohne Euro-Bonds steht Europa vor fast unlösbaren Währungsaufgaben, was unaufhaltsam den Zerfall nach sich ziehen wird.

  14. HDW
    16. Dezember 2010 12:52

    Das Konjunkturhoch in Deutschland ist meiner Meinung nach eine vorübergehende Illusion. Die Auslagerung des Niedriglohnsektors in den eigenen Osten und die Forcierung der hochqualifizierten im Westen hat zwar zur Exporthausse geführt, wird aber da sich die Löhne im Osten schon jetzt anpasse und auch China und Indien hochwertige Metallverarbeitung erreichen werden, irgendwann enden und dass die Rotgrünlinken dann plötzlich auf die "sozialen Errungenschaften" verzichten werden ist wohl nicht anzunehmen! Die Deutsche Regierung weiß das natürlich auch und ist deshalb gegen die Bonds. Wenn nämlich auch die BRDDR herabgestuft würde, kämen wir dem von den Linken herbeigesehnten Bürgerkrieg auch in Deutschland wieder näher! Und was das heisst lehren sogar die Geschichtsklitterungen des SPDlers G.Knoop! Brüning blickt herab, der konnte nämlich damals auch kein "deficit spending" mehr betreiben, weil die anderen Länder zwar die Reparationszahlungen eisteckten aber keine Kredite bewilligten! Die Dämonen des Klassen oder Rassenkampfes zeigen sich jedenfalls schon, in Griechenland, Italien und GB!

  15. brechstange
    16. Dezember 2010 12:51

    "Die EFSF (European Financial Stability Facility) genießt ein Triple-A-Rating. Derzeit fällt es ihr leicht, Geld aufzunehmen. Das Risiko würde erst schlagend, wenn das erste Euro-Land in Bankrott ginge, weil der Fonds nicht mehr ausreichend Mittel auftreiben kann." (Hr. Regling aus der Presse)

    Dieser Herr Regling ist beauftragt für diese EFSF, die in Luxemburg gegründet wurde, in Asien und Arabien Geld für den Euro-Rettungsschirm aufzutreiben. Dieser Herr Regling war engster Mitarbeiter des Theo Waigel bei Einrichtung des Euro-Stabilitätspakts und der Maastricht-Kriterien, wo verabsäumt wurde, durchsetzbare Konsequenzen für Maastricht-Sünder zu installieren. Nun sagt er, dass Euroland nur dann kein Geld mehr bekäme, wenn ein Eurostaat bankrott ginge.
    Ist das ein Freibrief für die PIIGS, die Banken und die Investoren? Ist das die Transferunion durch die Hintertür am deutschen Grundgesetz vorbei?

    Außerdem ereifert sich ein Verhofstadt aus Belgien dem Juncker beizuspringen mit seiner Forderung nach Euro-Bonds. Alle jene die das Wasser bis zum Hals steht, führen nun große Worte. Alle, die zum Zahlen verdonnert werden, sollten schweigen.
    Doch über Schuldnern kreisen einmal die Geier, die werden kein Interesse haben Löcher zu stopfen, die die wollen die Substanz. Wer das nicht begreift, dem ist nicht zu helfen. Das nun die Deutschen da mittun, verwundert mich. Von unseren Hampelmännern hört man eh nichts, nur nicht zu weit hinauslehnen.

  16. Celian
    16. Dezember 2010 12:27

    Das Beste ist, die Auflage eines neuen Euro-Bonds für den alle haften, soll per Mehrheitsbeschluß der EU-Staaten erfolgen. Das heißt die Schuldner für die der Kredit genommen wird, bestimmten daß die anderen zahlen sollen. Das nennt man gelebte Demokratie. Das ist ungefähr so, wie wenn eine Bande einen Mann auf offener Straße anhält und per Hand abstimmt, ob er überfallen werden soll. In einer Demokratie darf auch der zu Überfallende mit abstimmen. Solche Überlegungen werden von Trichet, Juncker und dem Rest der Gaunerbande angestellt.

    Da stellt man sich nicht mehr die Frage, ob man austreten soll. Für uns als Zahler wohl kaum.

  17. Celian
    16. Dezember 2010 12:19

    Um Ungarn mache ich mir keine Sorgen. Die machen gerade ihre Hausaufgaben, machen Spezialsteuern für Banken, Telekommunikiation, u.s.w. und haben dafür die niedrigste Einkommenssteuer ab 1.1. von 16 % flat tax! Und außerdem sind die nicht im Euro.

  18. Patriot
    16. Dezember 2010 11:58

    Die Juncker-Bonds sind Junk-Bonds.

    Zur Ergänzung die Leistungsbilanzdefizite (ungefähr, Zahlen von 2008) der genannten Länder:

    http://www.welt-auf-einen-blick.de/wirtschaft/leistungsbilanz.php

    Irland: 13 Mrd
    Portugal: 29 Mrd
    Griechenland: 51 Mrd
    Frankreich: 52 Mrd
    Italien: 78 Mrd
    Spanien: 154 Mrd

    Wie sollen Spanien, Griechenland und Portugal dauerhaft im Euro-Raum bleiben? Mutti Merkel wird nicht jedes Jahr 100 Milliarden Euro "Finanzausgleich" zahlen können und wollen. Österreich wäre nach der Daumenregel (Deutschland = 10x Österreich) mit 10 Milliarden Euro pro Jahr dabei.

    Österreicher und Deutsche werden sowieso viel von ihrem Ersparten verlieren, per Inflation oder per Ausgleich mit ihren Banken. Vielleicht ist sogar die Hälfte weg.

    Was weg ist, ist weg. Man sollte nur die europäische Wirtschaft mitsamt ihrer Finanzarchitektur möglichst schnell auf strukturell gesunde Beine stellen. Wenn die Südländer im Euro-Raum bleiben wollen, dann darf es keine Haftungen mehr für ihre Schulden geben. Oder sie schaffen sich ihre eigene Währung, den PesoLireEuro.

    • Celian
      16. Dezember 2010 12:18

      zu Erspartem verlieren:
      Die Regierung hat aber zugesagt, dass sie auch im neuen Jahr für Sparbücher im Wert bis zu 100.000 Euro garantiert. Das ist für die allermeisten Österreicher ausreichend. Die anderen müssen ihre Guthaben auf mehrere Sparbücher aufteilen.

    • Patriot
      16. Dezember 2010 12:32

      Die Regierung sagt alles zu. Die Glaubwürdigkeit ist halt ungefähr so wie bei einem Marktschreier.

      http://derstandard.at/1289608773216/Austro-Banken-PIIGS-nur-Kleinvieh-im-Exposure

      Österreichs Banken haben insgesamt 389 Mrd. Euro im Ausland verborgt, wobei die Bank Austria als "italienische" Bank nicht dazu gezählt ist. Hier müssten nochmals etwa hundert Milliarden draufgeschlagen werden.

      Die deutschen Banken hängen mit hunderten Milliarden, wenn nicht sogar mit BILLIONEN-Beträgen in sehr zweifelhaften "Anlagen" drin.

      Die Staatsverschuldung von Österreich dürfte sich mitsamt ÖBB- und Asfinag- Schulden in Richtung 100% des BIP bewegen.

      Jedes Wort aus einem Politiker-Mund ein Tausender, dann wäre die Sanierung möglich. In der Realität spielen wir das Kinder-Spiel "die Reise nach Jerusalem": 10 Kinder tanzen um 9 Sessel, bis die Musik aufhört zu spielen. Leider haben wir aber keine 9 Sessel, sondern vielleicht 5 Stück.

    • Haarspalter
      16. Dezember 2010 17:05

      Was wollen Sie da noch auf gesunde Beine stellen? Die Kuh ist aus dem Stall! Mit der Abkehr von den Regeln des Mastricht-Vertrags zugunsten des Rettungsschirms ist der Weg vorgezeichnet. Alle EU-Staaten, zumindest die EURO-Staaten, werden die Last mittragen müssen, aber sie werden es nicht aushalten können, denn auch die "Gesunden" sind nicht gesund, sondern nur weniger krank. Die Sparzwänge für weitere Finanzierungslasten sind ohne Gefahr für die politische Stabilität nicht zu erfüllen, auch von Deutschland nicht. Und die Reaktionen auf das österreichische Spabudget, das noch kaum ein solches ist, lassen einiges befürchten, wenn wirklich gespart werden muss, ob für den Rettungsschirm oder gemeinsame EURO-Bonds.

      Rette sich wer kann, heisst die Devise, und selbst dafür könnte es schon zu spät sein!

    • Markus Theiner
      16. Dezember 2010 23:58

      Es geht darum die Schulden und die Haushaltsdefizite der Staaten zu decken. Die volkswirtschaftliche Leistungsbilanz ist dafür absolut nicht aussagekräftig.
      Estland hat seit Ewigkeiten eine negative Leistungsbilanz und trotzdem einen ausgeglichenen Staatshaushalt. Während der "Exportweltmeister Deutschland" mit einer positiven Leistungsbilanz derzeit (in Relation zum BIP) ein doppelt so hohes Defizit und zehnmal so hohe Schulden aufweist.

      Natürlich schauen Ratingagenturen auch nicht nur auf den Schuldenstand oder das Defizit allein, sondern auch auf die Situation der Privatwirtschaft in dem jeweiligen Land - irgendwer muss ja Steuern zahlen auch.
      Aber allein auf die Leistungsbilanz schaut sicher keiner. Und die kann man auch nicht mit fremdem Geld ausgleichen, sondern braucht eine Wirtschaftspolitik die auf solche Zahlen reagieren kann.

    • Zooropa (kein Partner)
      17. Dezember 2010 11:32

      Passen würde ein Gebilde aus NL, FLA, D, A, Scandinavien und Rußland evt. China und Japan. Da es die Horrorversion für die Beherrscher des Westens ist, kann man annehmen, wie sehr es den Wohlstand dieser Länder befördern würde. Lieber von Antwerpen bis Tokio, als von Dublin bis Ankara.

    • Patriot
      17. Dezember 2010 11:36

      Für die Wechselkurse ist die Leistungsbilanz und die damit korrespondierende Kapitalverkehrsbilanz verantwortlich.

      Japan hat eine Staatsverschuldung von 180% des BIP. Gleichzeitig hat Japan eine extrem positive Leistungsbilanz. Es ist also genug Geld im eigenen Land vorhanden. Der Staat kann sich (netto, natürlich halten Ausländer japanische Staatsanleihen, aber Japaner halten ebenfalls ausländische Staatsanleihen) bei seinen eigenen Bürgern verschulden, oder zur Not die Steuern erhöhen.

      Griechenland und Spanien können auch ihre Steuern nur begrenzt erhöhen, weil ihre Bürger relativ arm und unproduktiv sind.

      Die Leistungsbilanz ist wichtiger als die Staatsverschuldung.





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