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Constantia: Gutes Ende eines panischen Anfangs

Die kleine gute Nachricht rechtzeitig vor Weihnachten.

Die Constantia Privatbank AG, beziehungsweise ihre Nachfolgerin gibt es nicht mehr; eine der aufsehenerregendsten Pleiten der letzten Jahre ist ohne einen Cent Verlust für die Staatskassa abgewickelt worden. Obwohl die Republik anfangs mit beängstigenden 400 Millionen Euro für die Constantia gehaftet hat. Die Lehre daraus: Bei Banken schaut vieles nach einem Wertverlust aus, was Jahre später dann doch durchaus verwertet werden kann. Vor allem dann, wenn man die Forderungen und Investitionen nicht am Höhepunkt der Krise bewertet, sondern erst nachher. Schrottpapiere sind eben nicht immer wirklicher Schrott. Noch erfreulicher: Die Steuerzahler bekommen von der nun abgewickelten „Bad Bank“ sogar eine kleine Haftungsprämie. Der Unterschied zu staatlichen Schulden: Dort bleiben Schulden immer Schulden. Und sie können sich nie mehr in Gold zurückverwandeln. Ägerlich ist, dass die gute Nachricht am Ende allerorten kaum zur Kenntnis genommen wird – während die schlechte am Anfang für große Schlagzeilen gesorgt hat.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorthomas lahnsteiner
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    20. Dezember 2010 20:55

    Für mich fällt anlegen bei der constantia oder aufnehmen von fremdwährungs-krediten unter den überbegriff "spekulation", was durchaus nicht negativ gemeint ist.
    Aber jeder, der sich auf geschäfte in diesen bereichen einläßt, weiss (oder sollte wissen), dass er ein gewaltiges risiko eingeht.
    Und so kann es daher sein, dass die constantia in die hände von immobilienhaien gelangt oder dass der schweizer franken steigt und steigt und der arme "kleinanleger" oder "häuslbauer" zur kassa gebeten wird. Niemand hätte den "kleinanleger" oder den "häuslbauer" gehindert, anleihen der republik österreich zu kaufen bzw einen bausparkredit aufzunehmen.
    Aber nachher, wenn das desaster eingetreten ist, zur AK rennen und verlangen, dass der staat für die "kleinen" einspringt ist absolut unfair.
    Dass wenigstens der staat anscheinend im fall constantia nicht zur kassa gebeten wird ist erfreulich....
    Im fall fremdwährungskredite ist ja einiges noch offen, haben sich doch schon zivilgerichte auf die seite der "häuslbauer" geschlagen, die angeblich "nichtwissend, dass sich das ändern kann" minimalzinsen bezahlt haben und dann sofort erfolgreich zu gericht gelaufen sind, als der hut bzw der umrechnungskurs brannte und die banken den kredit auf Euro mit natürlich saftigen zínsen umschulden wollten.
    hoffen wir, dass im fall fremdwährungskredite nicht der staat zur kasse gebeten wird, weil vielleicht irgendwelche advokaten eine mangelnde bankaufsicht konstruieren.

  2. Ausgezeichneter Kommentatorterbuan
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    20. Dezember 2010 20:10

    Gutes Ende, schlechtes Ende...
    Dieser Kurzkommentar erweckt den Eindruck, dass bei der Causa Constantia/Immofinanz alles gut gegangen ist und keine Schäden für den Steuerzahler entstanden sind. Mitnichten.
    Durch ein verantwortungsloses Management der Herren DDr. Petrikovits und Konsorten wurde eine vorher seriöse Privatbank zu einem Immobilienfonds mit angeschlossener Bank und einem undurchschaubaren Firmengeflecht von Immobilien- und Finnazbeteiligungen umgestaltet.
    Gleichzeitig wurden die Aktien mit Keilern hochgepusht und an Kleinanleger als "sicher wie ein Sparbuch" verkauft. Irgendwann kam dann die Stunde der Wahrheit und die Manager versuchten durch getarnte Aktienrückkäufe die Kursverluste zu verschleiern. Das Pyramidenspiel brach zusammen und die Anleger verloren zum Großteil ihr Geld.
    Dass es überhaupt so weit kommen konnte ist dem Umstand zu verdanken, dass es in Österreich weder eine funktionierende Finanzmarktaufsicht noch eine entsprechende Bankenaufsicht gibt.
    Dazu kommt, dass durch die Einführung der Bewertung der Immobilien zum Tageswert (Zeitwert) keine stillen Reserven in den Liegenschaften mehr in den Bilanzen steckten und ein Rückgang des Marktes damit sofort schlagend wurde.
    Insgesamt hat die Pleite der Constantia zwar dem Steuerzahler kein Geld gekostet, dem österreichischen Kapitalmarkt insbesondere dem der Immobilienwertpapiere jedoch enormen Schaden zugefügt und das nicht nur den einzelnen gutgläubigen Sparern!

  3. Ausgezeichneter Kommentatorfosca
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Dezember 2010 01:37

    Stimmt, DER Steuerzahler wurde im Fall Constantia bisher nicht zur Kassa gebeten, aber dafür viele kleine Steuerzahler, denen von findigen Anlageberatern sichere Ertragsformen eingeredet wurden.
    Mir fällt die Wahl schwer, was besser ist - genauso wie bei Pest und Cholera! :-(

  4. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Dezember 2010 09:46

    Der Staat haftet für staatliche Anleihen.

    Die werden ohne hin durch Euro-'Geschäfte' jetzt verteuert und wertlos werden, denn der Euro ist eine weiche Inflationswährung geworden, an der wir längst nicht mehr teilnehmen dürften, auch wenn UHBK gemeint hat, die Rückkehr zum Schilling wäre fatal.

    Ich erachte die Constantia Meldung insofern als positiv, als man da nicht auch den allgemeinen Steuerzahler und die Staatsschuldenwalze bemüht hat, sondern das private (Betrugs- ???) Geschäft sich selbst erledigen hat lassen ganz ohne zusätzliche Staatsschulden zur 'Bankenrettung'.

    Damit wurde in positiver Weise eine Privatabwicklung privat gelassen und in negativer Weise von Privaten an Privaten Schaden angerichtet. Schaden für den die Anleger und die Constantia Leute haften.

    Wenn eine Bankenaufsicht versagt hat, dann wären diese Personen mit haftbar zu machen und es stellt sich die Frage, welche Constantia Leute mit ihrem persönlichen Vermögen haftbar gemacht werden können.

    Wenn es sich um eine AG handelt, dann sehe ich nämlich sehr wohl Strafbares auf vielen Seiten.


alle Kommentare

  1. Vianca (kein Partner)
  2. Amar (kein Partner)
    22. Januar 2015 08:32

    I have a question about em and en dahses. How do you work with dahses for an ebook to be converted to kindle? I had to delete all my dahses in my ebooks and put in and together because I got weird symbols in the final mobi file. http://kyyglsbgb.com [url=http://kliorzof.com]kliorzof[/url ] [link=http://mtfrycs.com]mtfrycs[/link ]

  3. Dinesh (kein Partner)
    21. Januar 2015 17:04

    Hi Grace! It depends on how you're fmirattong. When I format Kindle books, I'm doing so in HTML, so I use the HTML code for em and en dashes or (no spaces)If you're fmirattong in a word processor, I'm not too sure if it works the same way or not (I've never tried fmirattong in a word processor). If you've a way to open the HTML guts of a word processor document, you can probably replace the em and en dashes with the proper code, and when you revert back to plain view, they *should* show up. This is just theory, however LOL

  4. Vanessa (kein Partner)
    20. Januar 2015 18:35

    Happy Birthday, and I am glad that you had a fine meal and you enjoyed some wines. I feel that you suhold not be overly critical of yourself because you are enjoying Riesling wines at the moment and worried about the pairing potential. Sometimes you find that it works better, then you thought. The warm duck crepe sounds delicious, and even though it is a fowl, I tend to order red wines with duck, but I can see in my mind's eye plenty of white wines that would work as well.I am glad that you enjoyed your evening out.

  5. Schnabeltierfresser (kein Partner)
    21. Dezember 2010 23:56

    Aber die Bankenrettung ist ja sooo schrecklich und sozialistisch, jaja.

    • ...der Redaktion bekannt! (kein Partner)
      22. Dezember 2010 13:44

      Gegen Bankenrettungen aus strategischen Gründen hab ich persönlich nichts, schlecht finde ich es wenn eine "systemrelevante" Bank auf jeden Fall gerettet wird! Solange es keine "too big to fail" Banken/Betriebe in einem Land gibt, kann man es dem Markt ganz alleine überlassen, wer bankrott geht und wer nicht.

      Den Leuten muss man dann halt vorher noch klarmachen, dass ein Pensionsfond immer eine Spekulation ist und kein sicherer Gewinn!

    • fosca
      22. Dezember 2010 22:47

      @Schnabeltierfresser

      Differenzierung scheint nicht ihr Ding.
      Das ist z. B. für mich "sooooo schrecklich und sozialistisch"! *fg*

  6. Martin Bauer
    21. Dezember 2010 11:02

    .. OT .. DETAILS ZUR AUSZEICHNUNG VON DR.UNTERBERGER - FÜR ALLE DARAN INTERESSIERTE:

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    Mit freundlichen Grüßen
    Sabine Ritzinger
    Leitung Vertrieb
    eMail: vertrieb@oberauer.com
    Tel. +43/6225/2700-40
    "

  7. Josef Maierhofer
    21. Dezember 2010 09:46

    Der Staat haftet für staatliche Anleihen.

    Die werden ohne hin durch Euro-'Geschäfte' jetzt verteuert und wertlos werden, denn der Euro ist eine weiche Inflationswährung geworden, an der wir längst nicht mehr teilnehmen dürften, auch wenn UHBK gemeint hat, die Rückkehr zum Schilling wäre fatal.

    Ich erachte die Constantia Meldung insofern als positiv, als man da nicht auch den allgemeinen Steuerzahler und die Staatsschuldenwalze bemüht hat, sondern das private (Betrugs- ???) Geschäft sich selbst erledigen hat lassen ganz ohne zusätzliche Staatsschulden zur 'Bankenrettung'.

    Damit wurde in positiver Weise eine Privatabwicklung privat gelassen und in negativer Weise von Privaten an Privaten Schaden angerichtet. Schaden für den die Anleger und die Constantia Leute haften.

    Wenn eine Bankenaufsicht versagt hat, dann wären diese Personen mit haftbar zu machen und es stellt sich die Frage, welche Constantia Leute mit ihrem persönlichen Vermögen haftbar gemacht werden können.

    Wenn es sich um eine AG handelt, dann sehe ich nämlich sehr wohl Strafbares auf vielen Seiten.

  8. fosca
    21. Dezember 2010 01:37

    Stimmt, DER Steuerzahler wurde im Fall Constantia bisher nicht zur Kassa gebeten, aber dafür viele kleine Steuerzahler, denen von findigen Anlageberatern sichere Ertragsformen eingeredet wurden.
    Mir fällt die Wahl schwer, was besser ist - genauso wie bei Pest und Cholera! :-(

    • phaidros
      21. Dezember 2010 06:21

      Der Staat hat nicht die Verantwortuing für die Sicherheit individueller Anlagen. Die liegt beim Anleger, und der wiederum ist völlig frei im sich-einreden-Lassen-was-immer-er-will.

      Der Staat hat einzig die Verantwortung für die Steuersumme, und in diesem Sinne scheint mir schon richtig, was Dr. Unterberger sagt.

      LG/phaidros.vie@gmail.com

    • brechstange
      21. Dezember 2010 09:10

      @phaidros
      Der Staat und seine Organe sind verantwortlich dafür, dass sie es zulassen und sogar noch fördern, Menschen in Veranlagungen zu locken, den Menschen damit Sicherheit suggerieren und eine versagende Finanzaufsicht zu verantworten haben. Schuld daran sind die vielfältigen politischen Verflechtungen und Abhängigkeiten mit den Banken.

      Das politische Personal scheint mehr den Banken verantwortlich zu sein, als dem Bürger und Steuerzahler.

    • Martin Bauer
      21. Dezember 2010 10:57

      Der Staat hat über die FMA sehr wohl Verantwortung.

    • phaidros
      21. Dezember 2010 11:59

      Nur, damit ich's richtig verstehe:

      1. Ich lasse mir ein schlechtes (was man ja erst nachher weiß) Papier einreden.
      2. Ich unterschreibe in meiner Gier, dass ich um die Möglichkeit von Verlusten - womöglich bishin zum Totalverlust - weiß und sie in Kauf nehme
      3. Ein Verlust tritt ein.
      4. Der Staat ist schuld, weil er über die FMA das hätte verhindern müssen?
      5. Der Steuerzahler ersetzt mir womöglich meinen Verlust?

      Herrschaften: wo ist die nächste Bank? Ich muss dort sofort hin!

      Wir sind hier doch die, die das Sozialisieren von Verlusten anprangern und uns darüber ärgern! Das gilt aber freilich nur für Verluste anderer.... ?!

      Vor vernichtenden Antworten bitte 2. nochmal zu lesen!

      BG/phaidros

    • Norbert Mühlhauser
      21. Dezember 2010 13:22

      @ Phaidros:

      Drei *** (Sternderl) für diese Replik!

      Was Sie damit ansprechen fällt unter das, was andere unter der wenig anschaulichen Bezeichnung "moral hazard" anprangern.

    • Franz L
      21. Dezember 2010 14:20

      Natürlich besteht ein großer Unterschied zwischen Kapitalmarktrisiko und Betrug. Betrug ist von der FMA entsprechend zu ahnden.

    • brechstange
      21. Dezember 2010 15:28

      @phaidros
      Ich schließe mich, Franz L an und sage Betrug ist von den staatlich finanzierten Aufsichten zu ahnden.
      Jahrelang durften die Banken in Schulen gehen und am Weltspartag junge Kunden mit wertlosen Krimskrams ködern. Das nenne ich billigen Vertrauensaufbau. Daher hatten die Menschen einfach zu viel Vertrauen in diese Institutionen. Die schulische Ausbildung in Sachen Wirtschaft ist überhaupt nicht vorhanden. Die Werbung tut das Übrige.

      Ich bin bei Ihnen, dass die Menschen eigenverantwortlich mit vollem Risiko Geschäfte eingehen können, dann aber auch entsprechend haften unter der Voraussetzung, dass bei komplizierten Finanzkonstruktionen die Berater aufklären müssen und nicht keilen, die sind eh sicher wir unterliegen der Finanzmarktaufsicht. Das ist mE kriminell, passiert öfter als man denkt.

    • phaidros
      21. Dezember 2010 15:57

      Franz, brechstange: Betrug ist ja eine ganz andere Kategorie. Offizialdelikt, somit ohnehin der Staatsanwalt zuständig.

      Was Verbraucher- und Anlegerschutz betrifft, definiert sich die FMA hier: http://www.fma.gv.at/cms/site/DE/einzel.html?channel=CH0036

      Zitat daraus: ...hat die FMA keinerlei rechtliche Handhabe, Beschwerdeführern bei der Durchsetzung zivilrechtlicher Schadenersatzansprüche behilflich zu sein.

      Also, ich habe den Eindruck, da bellen wir den falschen Baum an. Eine Marktbehörde kann ja imho auch nicht dafür zuständig sein, Einzelgeschäfte zu beurteilen. Dafür gibt's das Straf- und Zivilrecht und Gerichte, um diese zu exekutieren.

      Aber das ist nur mein Gefühl, fragen Sie bitte jemanden, der sich mit sowas auskennt.

      BG/phaidros.vie@gmail.com

    • terbuan
      21. Dezember 2010 18:23

      Wie fosca richtig sagt, wurde die Immofinanz-Aktie von findigen Anlageberatern den Käufern als eine sichere Ertragsformen eingeredet.
      Sie gingen dazu wie folgt vor:
      -Ungewöhnlich bei Aktien, aber Realität bei diesen Geschäften war, das die Berater nicht nur eine Verkaufs- sondern auch ein Bestandsprovision erhielten, was ihr späteres Verhalten besser verständlich macht.
      -Die Berater priesen in erster Linie die Immobilien als ewige Werte und die gute Streuung in diesem Fonds, der eigentlich keiner war sondern eine AG.
      -Als zusätzliche Verkaufshilfe hatten sie ein Gutachten eines Sachverständigen zur Hand, in welchem Immobilienaktien für die Anlage von Mündelgeldern als geeignet bezeichnet wurden.
      -Als dann die Aktie von 5 Euro (2001) auf über 12 (Mitte 2007) sich mehr als verdoppelte schien das Perpetuum mobile der Geldveranlagung Realität geworden zu sein.
      -Dann platzte die Immobilienblase und die Aktie fiel bis Ende 2007 auf 6 Euro zurück. Die Vorstände annoncierten, dass sie jetzt die Aktie günstig nachkaufen würden, es wäre die beste Gelegenheit und die Berater ríeten zum Durchhalten, sie erhielten ja Bestandsprovision (die AWD schlägt sich heute noch mit Prozessen erzürnter Anleger herum)
      -Der Vorstand der Immofinanz glaubte in einem Anflug von Größenwahn gegen den Markt zu bestehen und finanzierte über verdeckte Kredite an Tochtergesellschaften Ankäufe eigener Aktie um das Debakel zu verhindern.
      -Doch es war vergebens, die Aktie sank bis auf 0,37cts. und die Machenschaften flogen auf. Heute dümpelt die Aktie bei 3 Euro herum.
      Und die Moral von der Geschichte:
      Traue niemanden bei allzu optmistischen Prognosen.
      Vorsicht vor alleinherrschenden Multifunktionsträgern und einem inkompetenten Aufsichtsrat.
      Vorsicht generell vor Anlageberatern denen es zumeist nur um hohe Provisionen geht.
      Die Machenschaften der Herren Petrikovics & Co., die eigentlich den Staatsanwalt immer noch beschäftigen müßten, hätten durch eine funktionierende Finanzmarktaufsicht rechtzeitig aufgedeckt werden können, das war ein Versäumnis des Staates in dieser causa, und er hat dadurch auch Mitschuld am Kapitalverlust einer großen Anzahl von Anlegern.
      Schlechte Anlageentscheidungen durch betrügerische Berater und leichtgläubige und gierige Kunden wird es immer geben, dafür kann man den Staat sicherlich nicht verantwortlich machen

    • fosca
      21. Dezember 2010 20:29

      @terbuan

      Danke, für die vollkommen richtigen Ausführungen, denen ich mich vorbehaltlos anschließe.
      Den Staat mache ich insoferne mitverantwortlich, als den Bürgern seinerzeit auch von Politikern fleißig eingeredet wurde, die "Schrebergartenmentalität" in Österreich in Form von Sparbuchveranlagungen doch endlich abzulegen und in lukrativere Anlageformen zu investieren. Die Banken mit ihren Anlageberatern beackerten dann den so aufbereiteten Boden.
      Das hat nicht nur mit Gier zu tun, das ist mir zu kurz gegriffen!
      Ich kenne den Fall eines Opfers, welches eine gewisse Summe erbte und damit den Kredit auf ihr Eigenheim zurückzahlen wollte, damit sie in Zukunft schuldenfrei leben kann. Ein findiger Bankberater riet ihr, daß dies viel zu konservativ sei, heute legt man das Geld in absolut sichere Immobilienaktien - wie eben in diesem Fall der Immofinanz an und vom Ertrag zahlt man die Kreditraten zurück. Am Ende bleibt das Kapital (+ Kurszuwachs) erhalten und das Eigenheim ist schuldenfrei.
      Wo ist da die Gier, wenn der Fachmann logisch-rosige Zukunftsaussichten anbietet?
      Daß Immofinanz ein Fall für den Staatsanwalt wird und hier offensichtlich unsere Finanzaufsicht versagt hat, die sehr wohl in der Verantwortung des Staates liegt, konnte das Opfer natürlich nicht vorausahnen und blieb mit verschuldetem Eigenheim sowie verlorenem Erbe zurück. So schaut's nämlich in der Praxis aus!

    • Neppomuck (kein Partner)
      21. Dezember 2010 22:39

      Warum sie (?) nicht die "eigene" Immobilie gekauft hat und sich damit die Kreditzinsen erspart hätte wird sie sich heute noch fragen.

    • fosca
      21. Dezember 2010 23:40

      @Neppomuck

      Kann sein, aber für solche Fragen ist es nun zu spät! :-(

    • max (kein Partner)
      22. Dezember 2010 12:57

      Lieber Terbuan, fosca et al., ich kann Ihrer Argumentation in keiner Weise folgen. Erstens sind die von Ihnen erwähnten Anlageberater von Banken angestellt, und somit Partei in einem Geschäft. Dies in seine Ueberlegungen bei einer Anlagestrategie nicht zu bedenken, ist schlichte Dummheit, die vom Staat nicht geschützt werden sollte.

      Zweitens, dass der Finanzmarkt kein perpetuum mobile zur Geldvermehrung ist, sollte sich nach diversen, medial grossartig ausgeschlachteten Krisen auch herumgesprochen haben. Verlust, auch Totalverlust, ist Teil dieses Marktes.

      Drittens: Ich verfolge diesen Blog regelmässig. Viel ist von Eigenverantwortung die Rede. Anscheinend ist diese bei manchen Teilnehmern freundlich gesagt nicht durchgehend erwünscht.

      Sich informieren, lieber drei als zwei Meinungen einzufordern, sich von unabhängigen Experten ( das sind die, die an dieser Anlage nichts verdienen können) beraten lassen, auch wenn es etwas kostet, das sind nun einmal Voraussetzungen, die eine erfolgreiche Anlagestrategie erst möglich machen.

      Was mich speziell ärgert, ist das sehr selektive Unterstellen der bösen Gier. Gierig sind im allgemeinen Sprachgebrauch nur Banker, Manager und Konsorten. Fragen Sie die nun ach so armen "Opfer" dieser bösen Menschen nach dem Grund, wieso sie diese Anlageform statt des sicheren Sparbuchs gewählt haben, wird's regelmässig ruhig.

    • terbuan
      22. Dezember 2010 15:41

      max
      Ihre Argumentation ist leider teilweise falsch.
      Da die Banken fast alle ihre eigenen Immobilienfonds bzw. -AGs haben, bieten diese über ihre Anlageberater naturgemäß nur ihre eigenen Produkte an.
      Da die Constantia über kein Filialnetz verfügte mußt sie sich externe Vertriebspartner suchen (wie z.B. den AWD) und von denen ist hier die Rede. Sie erhielten Abschluß- und Bestandsprovisionen und führten die falschen Zielgruppen in das Produkt hinein und hinderten sie am rechtzeitigen Ausstieg.
      Alle anderen angeführten Argumente bezüglich der notwendigen Informationsvielfalt sind zweifellos richtig, eines jedoch ist eben leider sehr oft im Leben so: "Gier frißt Hirn!"

    • fosca
      22. Dezember 2010 22:52

      @max

      Lesen UND verstehen scheint ein schwierig Ding, oder?

      Ich habe angeführt, daß der Boden für lukrativere Veranlagungen sehr wohl von der Politik aufbereitet wurde.
      Erinnern Sie sich nicht an die Zeit, als uns eingeredet wurde, der Österreicher soll endlich diese konservative Veranlagungsform des Sparbuches vergessen und sich wie in vielen anderen Ländern endlich auf sinnvollere und erfolgreichere Veranlagungen konzentrieren.
      Das war entweder grob fahrlässig oder bewußte Irreführung - ich fürchte Letzteres, weil man eben an die Ersparnisse dieser Menschen herankommen wolltel. Es hat auch funktioniert! :-(

  9. thomas lahnsteiner
    20. Dezember 2010 20:55

    Für mich fällt anlegen bei der constantia oder aufnehmen von fremdwährungs-krediten unter den überbegriff "spekulation", was durchaus nicht negativ gemeint ist.
    Aber jeder, der sich auf geschäfte in diesen bereichen einläßt, weiss (oder sollte wissen), dass er ein gewaltiges risiko eingeht.
    Und so kann es daher sein, dass die constantia in die hände von immobilienhaien gelangt oder dass der schweizer franken steigt und steigt und der arme "kleinanleger" oder "häuslbauer" zur kassa gebeten wird. Niemand hätte den "kleinanleger" oder den "häuslbauer" gehindert, anleihen der republik österreich zu kaufen bzw einen bausparkredit aufzunehmen.
    Aber nachher, wenn das desaster eingetreten ist, zur AK rennen und verlangen, dass der staat für die "kleinen" einspringt ist absolut unfair.
    Dass wenigstens der staat anscheinend im fall constantia nicht zur kassa gebeten wird ist erfreulich....
    Im fall fremdwährungskredite ist ja einiges noch offen, haben sich doch schon zivilgerichte auf die seite der "häuslbauer" geschlagen, die angeblich "nichtwissend, dass sich das ändern kann" minimalzinsen bezahlt haben und dann sofort erfolgreich zu gericht gelaufen sind, als der hut bzw der umrechnungskurs brannte und die banken den kredit auf Euro mit natürlich saftigen zínsen umschulden wollten.
    hoffen wir, dass im fall fremdwährungskredite nicht der staat zur kasse gebeten wird, weil vielleicht irgendwelche advokaten eine mangelnde bankaufsicht konstruieren.

    • terbuan
      20. Dezember 2010 21:16

      Sehr geehrter Herr Lahnsteiner,
      entschuldigen Sie bitte, aber der Fall Constantia und die Aufnahme von Fremdwährungskrediten haben ungefähr so viel gemeinsam wie Weihnachten und Silvester. Sie liegen nahe beieinander.
      Bei der Constantia und bei den Fremdwährungskrediten hat die Gier das Hirn gefressen, das ist aber schon alles.
      Bei der Constantia kam jedoch ein anderer Aspekt hinzu. Der Größenwahn von Managern, die den größten Immobilienfonds Europas konstruieren wollten und dabei unzählige Sparer um ihr Geld gebracht haben und zwar nicht gierige Spekulanten sondern einfache Leute, die an eine sichere Anlage geglaubt hatten und von gierigen Vermögensberatern fahrlässig in diese Veranlagungsform geführt wurden.
      Bei den Fremdwährungskrediten hingegen war es eindeutig die Verlockung der geringeren Zinsen, die Häuslbauer in diese Falle gelockt hatten.

    • numerus clausel (kein Partner)
      21. Dezember 2010 19:37

      @t.l.: Die Sache mit den Fremdwährungskrediten haben sie offensichtlich noch nicht ganz durchschaut, insbesondere in Zusammenhang mit dem Schweizer Franken.

  10. terbuan
    20. Dezember 2010 20:10

    Gutes Ende, schlechtes Ende...
    Dieser Kurzkommentar erweckt den Eindruck, dass bei der Causa Constantia/Immofinanz alles gut gegangen ist und keine Schäden für den Steuerzahler entstanden sind. Mitnichten.
    Durch ein verantwortungsloses Management der Herren DDr. Petrikovits und Konsorten wurde eine vorher seriöse Privatbank zu einem Immobilienfonds mit angeschlossener Bank und einem undurchschaubaren Firmengeflecht von Immobilien- und Finnazbeteiligungen umgestaltet.
    Gleichzeitig wurden die Aktien mit Keilern hochgepusht und an Kleinanleger als "sicher wie ein Sparbuch" verkauft. Irgendwann kam dann die Stunde der Wahrheit und die Manager versuchten durch getarnte Aktienrückkäufe die Kursverluste zu verschleiern. Das Pyramidenspiel brach zusammen und die Anleger verloren zum Großteil ihr Geld.
    Dass es überhaupt so weit kommen konnte ist dem Umstand zu verdanken, dass es in Österreich weder eine funktionierende Finanzmarktaufsicht noch eine entsprechende Bankenaufsicht gibt.
    Dazu kommt, dass durch die Einführung der Bewertung der Immobilien zum Tageswert (Zeitwert) keine stillen Reserven in den Liegenschaften mehr in den Bilanzen steckten und ein Rückgang des Marktes damit sofort schlagend wurde.
    Insgesamt hat die Pleite der Constantia zwar dem Steuerzahler kein Geld gekostet, dem österreichischen Kapitalmarkt insbesondere dem der Immobilienwertpapiere jedoch enormen Schaden zugefügt und das nicht nur den einzelnen gutgläubigen Sparern!

    • Norbert Mühlhauser
      21. Dezember 2010 02:54

      Eine Verschleierung von Kursverlusten durch Aktienrückkäufe wird für den Begeber nur sinnvoll sein, wenn er weiß, dass das Papier mehr wert hat, als die (negative) Stimmungsmache in Börsen- und Journalistenkreisen suggeriert. Andernfalls würde sich der Begeber durch eine solche Aktion ja nur selbst schädigen.

      Mit dem Rückkauf wird sowohl den Geängstigten gedient, die Aktien nicht mehr behalten und sie wieder zu einem zumindest leicht gegenläufigen (=gehobenen) Preis abstoßen wollen, als auch jenen, die ernsthafte Veranlagung betreiben und das Papier nur im Notfall einer Illiquidität veräußern wollen. Denn die könnten zu guter Letzt auch durch einen zu niedrigen Stand dazu veranlasst werden, ein werthaltiges Wertpapier abzustoßen und sich mit der Abschreibung von diesbezügl. Verlusten abzufinden.





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