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Hurra, es geht uns wieder gut

 Österreich ist Spitze: Kein Land der EU hat sich so lange Zeit gelassen wie die Alpenrepublik, um konkrete Maßnahmen gegen das explodierende Budgetdefizit auch nur zu diskutieren. Offenbar geht es Österreich so gut. Und offenbar hat es wirklich weise Politiker, die den Vorteil des Nichtstuns erkannt haben, weil man doch nun die neuesten Konjunktur- und Budgetprognosen kennt. Nach dieser Logik wäre es freilich noch weiser, würden sie auch die nächste Prognose abwarten. Und dann die übernächste . . .

Jedenfalls wird derzeit prophezeit, dass die Wirtschaft wieder wächst. Freilich nur um durchschnittlich 1,6 Prozent im Jahr. Das ist in Wahrheit ein sehr magerer Wert, der deutlich unter der Dynamik Deutschlands liegt, von dem Österreich immer in hohem Ausmaß abhängig ist. Also ist der Grund zum Jubeln sehr klein, auch wenn heuer eineinhalb Milliarden Euro mehr als erwartet in die Staatskasse gespült worden sind.

Es ist abenteuerlich, mit welchem Tempo sofort manche Politiker diese eineinhalb Milliarden verteilen wollen. Obwohl sie nur eine kleine Reduktion des Defizits bedeuten, keineswegs einen Einnahmenüberschuss. Diese vor allem im Export erzielten Erfolge waren vor allem Folge des zeitweise recht niedrigen Euro-Kurses. Dieser ist aber inzwischen schon wieder deutlich gestiegen. Denn derzeit werden alle anderen großen Währungen der Welt nach unten manipuliert, was automatisch den Euro in die Höhe treibt und Europas Exporte schädigt.

Noch gefährlicher ist die Tatsache, dass in wenigen Monaten in vielen Ländern die Defizitreduktionsmaßnahmen zu greifen beginnen. Diese sind zwar unverzichtbar, wenn man nicht wie Griechenland enden will. Dennoch werden sie wohl die kleine gegenwärtige Zwischenkonjunktur Europas beenden. Das wird auch eine zunehmend wahrscheinliche Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank tun.

Einziger echter Lichtblick ist, dass diese kleine Zwischenkonjunktur in Europa von einer weltweiten Hochkonjunktur begleitet wird – die vor allem von den asiatischen Riesen getrieben wird.

Aber selbst wenn die Rezessionsjahre wirklich längerfristig vorbei sind, darf das kein grünes Licht für die jetzt rundum eskalierenden Wünsche bedeuten. Wünsche nach mehr Geld für die Schulen, die Unis, die Forschung, die Pflege, die Gemeinden, das Gesundheitssystem, die Alternativenergien, usw.

Denn unter Ökonomen ist heute völlig unbestritten: Konjunkturpolitisch sollte eine Phase der (wenn auch vielleicht nur kurzen) Erholung unbedingt zum Ansammeln neuer Reserven genutzt werden. Damit man in schlechten Zeiten widerstandsfähiger ist. Das Dumme ist nur: Fast kein Politiker – außer er hätte alemannische Gene – ist imstande, dann zu sparen, solange er noch irgendwo Geld bekommt. Daher werden wir mit einem noch größeren Schuldenberg in die nächste Krise gehen.

Ich schreibe in jeder Nummer der Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung „Börsen-Kurier“ die Kolumne „Unterbergers Wochenschau“.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    14. Oktober 2010 08:45

    Vernunft und Disziplin war noch nie unsere Stärke.

    Irgendwo bleiben 1,5 Milliarden übrig, die sofort durch das Mehrfache davon als Neuverschuldung ersetzt werden, weil man ja annehmen könnte, das würde auch in den kommenden Jahren so weitergehen. Sind wir noch bei Trost ?

    Nochmals:

    Gesetzesreform
    Föderalismusreform
    Privilegienabbau
    Verwaltungsreform
    Budgetdiszplin (Oberlimit ist Steueraufkommen)

    Ohne diese Schritte und Zutaten werden wir nicht überleben können.

    Die 1,6% Wirtschaftswachstum von heuer (künstliche Geldspritzen mit ungedeckten Neuverschuldungen) werden bald umschlagen in die schlagenden Schuldenverbindlichkeiten und es kann nächstes Jahr wieder alles anders sein.

    Warum kann/will den keiner der Politiker die Realität erkennen ?

    220 000 000 000 Euro Staatsschulden, Staatshaftungen in unbekannter Höhe (geschätzte 400 000 000 000 Euro) mit Jahreskosten von 7 500 000 000 Euro auf 100 (!) Jahre für das Kapital, das sind die Realitäten.

  2. Ausgezeichneter KommentatorLaura R.
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    14. Oktober 2010 13:29

    Der Werner hat mir gestern g`sagt, daß er in einem Land, in dem es möglich ist, daß einer wie er Bundeskanzler und die Bures Doris Ministerin wird, eigentlich gar net leben will, in so einem hinigen Land mit lauter Obezahrer. Und dann hat er mir sein Maturazeugnis zeigt, ganz vertraulich, wie er g`meint hat. Und da war`n nur lauter Vierer; bis auf Religion, weil da hat er net teilg`nommen, der Werner.

    Dabei hab`ich glaubt, daß er wenigstens in Singen an Einser hat mit seiner lieben Stimme.

  3. Ausgezeichneter KommentatorGraf Berge von Grips
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    14. Oktober 2010 08:28

    Nr.261
    Lieber Gott, gib' uns unser täglich' Brot!
    Jetzt müssen wir Sparen in der Not.
    Besten Dank an Schwarz und Rot.

  4. Ausgezeichneter Kommentatormike1
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    14. Oktober 2010 08:34

    genauso wird es sein: der schuldenberg wird nicht abgebaut, sondern weiter vergrößert.

    es ist leider eine tatsache, dass unsere machthaber das"machthaben" nicht wirklich verstehen, sondern meinen, ihre politische macht wäre wichtig zur verteidigung eigener pfründe und bestimmer persönlicher vorteile. immunität zum beispiel ? aber sicher nicht die macht, reformen voranzutreiben.

    übrigens: wer hat in letzter zeit von verwaltungsreform-vorschlägen gehört ? das thema scheint irgendwie untergegangen zu sein. offenbar ist das nicht mehr wichtig, weil die steuereinnahmen sowieso fließen. aber wie dr.unterberger richtigerweise ausführt, wird auch dieser aufschwung nur von kurzer dauer sein und die auswirkungen der krise werden uns besser treffen - treffsicherer - als vorher.

    wir werden schon noch blöd schauen....

  5. Ausgezeichneter KommentatorFranzAnton
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    14. Oktober 2010 08:37

    Im Falle unserer schuldenfreudigen Politik gibt es einen Lichtblick aus EU - Gefilden:

    Die Staatschuld soll auf 60% des BIP begrenzt werden ( beträgt bei uns in Ö. schon auf 70% !! ), und das Defizit auf 3,5 %.
    Da gibt es also eine Instanz, auf die unsere Polit - Angsthasen verweisen können, wenn sie die ausufernde Budgetmalaise eindämmen wollen/müssen, gottseidank; das kann ja wirtschaftlich direkt lebensrettend wirken.

    Im Übrigen: Ich bin sehr für eine - moderate, nur im unbedingt notwendigen Ausmaß erforderliche - Erhöhung einer Massensteuer, optimaler Weise der Mehrwertsteuer, um wenige Prozentpunkte, und, als wichtigste Maßnahme, mit einem vorher festzulegenden Ablaufdatum, nach welchem diese Steuererhöhung wieder rückgeführt werden muß. (z.B. nach exakt 5 Jahren; während dieser Frist müßte eine Staatsreform im Sinne von Abschlankung / Entlastung / Demokratiereform / Stärkung der Direktdemokratie / erarbeitet werden).

    Dies hätte mehrere Vorteile: Alle Menschen würden erkennen, daß es ein "Licht am Ende des Tunnels" gibt, wo wieder Normalzustand herrscht; und, ganz, ganz wichtig: Alle Menschen ohne Unterschied würden zur Kasse gebeten, und damit erkennen, daß staatliches Schuldenmachen schlußendlich der eigenen Geldbörse schadet. Die Weisheit "Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not" ist wieder salonfähig zu machen, anstatt Keynes' "Wunderrezept".

    Namentlich den Linkswählern ginge spätestens dann das Licht der Realität auf, und so manche wären von ihrer Links - Schuldenphantasterei mit dieser Therapie zu heilen.

    Gibt es aber demgegenüber eine Steuererhöhung "auf ewig", und noch dazu nur die "braven" Steuerträger betreffend, so drohten diese zu verzweifeln, wohingegen Schmarotzer und deren Unterstützerparteien sich wegen Folgenlosigkeit ihres Tuns - folgenlos nur für sie!! - ins Fäustchen lachen könnten.

    Ein wirtschaftsruinöses Alptraumszenario mit Anwachsen verantwortungsloser linker Parteien, bis zum nicht undenkbaren wirtschaftlichen Ruin wäre die zu befürchtende Folge.

  6. Ausgezeichneter Kommentatorsocrates
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    14. Oktober 2010 06:34

    Nach der Wahl: Schwarz I an Schwarz II:
    Warum hat man nicht wirtschatlich gegen Rot argumenteirt? Wem gehört Wien wirklich? Wem gehört das Wasser, die Verkehrsmittel, etc?
    Psst, die Roten täten sagen: ihr machts in NÖ genau dasselbe!
    Nehmen wir unverfängliche Themen, mit denen wir das Dummvolk beschäftigen!

  7. Ausgezeichneter Kommentatorcarlo soziale
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    15. Oktober 2010 10:32

    Seit meinem Hauptschulnichtabschluss lebe ich von der Sozialhilfe, neuerdings von der Mindestsicherung. Ich habe mir nie Ersparnisse auf die Seite legen können oder wollen. Meine Schulden sind so groß, dass sie meinen Gläubigern Sorgen bereiten, aber sicher nicht mir.
    Wichtig ist mein seriöses Auftreten, um immer wieder eine Dame zu finden, die mir finanziell aushilft oder zumindest bereit ist, für meinen Reitstall zu arbeiten.
    Je größer der Schuldenberg sein wird, den ich bei meinem Ableben hinterlasse, desto erfolgreicher habe ich zu leben gewußt.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorcarlo soziale
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    15. Oktober 2010 10:32

    Seit meinem Hauptschulnichtabschluss lebe ich von der Sozialhilfe, neuerdings von der Mindestsicherung. Ich habe mir nie Ersparnisse auf die Seite legen können oder wollen. Meine Schulden sind so groß, dass sie meinen Gläubigern Sorgen bereiten, aber sicher nicht mir.
    Wichtig ist mein seriöses Auftreten, um immer wieder eine Dame zu finden, die mir finanziell aushilft oder zumindest bereit ist, für meinen Reitstall zu arbeiten.
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  1. terbuan
    15. Oktober 2010 17:39

    Die Börsen sind euphorisch, die FED wird neuerlich Geld in den Markt pumpen, Geld welches sie nicht hat sondern einfach druckt und ihr Chef Bernake bezeichnet das ganze als "Experiment"!
    Das sind die Leute die wir brauchen um die Welt zu retten, experimentieren, weil sie nicht mehr herauskönnen aus der Schuldenspirale und wir ergötzen uns an den zweifelhaften Vorhersagen unserer "Wirtschaftsforscher", wie lange kann das noch gut gehen? Nicht mehr lange, die Stunde des Offenbarungseids rückt sehr nahe!

  2. Philipp Starl (kein Partner)
    15. Oktober 2010 13:46

    Konjunkturzyklen müssen und dürfen nicht sein! Jahrhundertelang haben wir die Wirtschaft mit Geld ex nihilo v/o FIAT- Money künstlich aufgepumpt und so haben sich die Menschen ohne damals vorhandenes Wissen an diesen Zustand des Konjunkturzyklus gewöhnt. Aber ein stetes, beständiges und immer wieder hohes Wirtschaftswachstum ist möglich!

    Es wird Zeit, dass wir diesem Treiben ein Ende setzen. Wir wollen keine Penthousebanker, die allein auf Grund gesetzlicher Ermächtigung Geld ohne Ende schöpfen, das Geld damit entwerten, den Bürger somit enteignen und obendrein Kredite vergeben, die a) nicht gedeckt sind und die b) zu falschen Anreizen am Markt und daher immer wieder zur Blasenbildung beitragen.

    Ich finde es sehr schade, dass Sie, Herr Unterberger, ebenfalls davon überzeugt sind, dass es Krisen geben muss.

    Es wird Zeit, dass im Hause Österreich wieder Recht einkehrt!

    Noch ein kleines OT: es ist hier im Asylbereich anscheinend ein neuer Trend entstanden: lasse dich als Mutter in die Psychiatrie einweisen, dann wirst du nicht abgeschoben oder kannst die Abschiebung verzögern. Mit Grausen wendet man sich ab, ob dieser Penetranz und der Diskriminierung gegenüber Asylanten, die keine liebe Tochter haben.

  3. carlo soziale (kein Partner)
    15. Oktober 2010 10:32

    Seit meinem Hauptschulnichtabschluss lebe ich von der Sozialhilfe, neuerdings von der Mindestsicherung. Ich habe mir nie Ersparnisse auf die Seite legen können oder wollen. Meine Schulden sind so groß, dass sie meinen Gläubigern Sorgen bereiten, aber sicher nicht mir.
    Wichtig ist mein seriöses Auftreten, um immer wieder eine Dame zu finden, die mir finanziell aushilft oder zumindest bereit ist, für meinen Reitstall zu arbeiten.
    Je größer der Schuldenberg sein wird, den ich bei meinem Ableben hinterlasse, desto erfolgreicher habe ich zu leben gewußt.

  4. Tertullian (kein Partner)
    15. Oktober 2010 10:16

    die lange Liste der Nobelpreisträger der Wirtschaftswissenschaften seit 1969 ist lang und überaus peinlich.
    wieviele sich teils widersprechende Theorien wurden da prämiert, alles umsonst.
    an den Phänomenen der Arbeitslosigkeit, Inflation, unvermeidlichen Konjunkturzyklen hat sich nichts geändert.
    alles Schall und Rauch!
    das Kapital hätte der Wirtschaft und die Wirtschaft dem Volk zu dienen,
    alles Wirtschaften im Hinblick auf das Gemeinwohl zu erfolgen -
    davon sind wir trotz aller Gelehrten meilenweit entfernt

    • Philipp Starl (kein Partner)
      15. Oktober 2010 13:52

      "das Kapital hätte der Wirtschaft und die Wirtschaft dem Volk zu dienen,
      alles Wirtschaften im Hinblick auf das Gemeinwohl zu erfolgen "

      Ich hoffe, Sie meinen das nicht ernst. Demnach müssten die Bürger enteignet werden und deren Erspartes müsste für die Investition und Produktion bürgernützlicher Güter (was auch immer das sein soll) verwendet werden.

      Wenn Sie das ernst meinen, dann willkommen im Kommunismus.

  5. Amadeus (kein Partner)
    15. Oktober 2010 09:59

    Wie in diesem Tagebuch bereits festgestellt ist Österreich heute nahezu unfeformierbar, dazu e. treffende Analyse wo der Hase im Pfeffer steckt: es geht um den Wahlmodus der Nationalratsabgeordneten und daran sollte man denken wenn man sich über den NR wundert:

    Eine überflüssige Einrichtung namens Nationalrat

    14.10.2010 | 18:42 | FRANZ SCHELLHORN (Die Presse)

    In Wahrheit leistet sich das kleine Österreich nicht neun sündteure Bundesländer. Sondern neun sündteure Bundesländer einen ziemlich fragwürdigen Nationalrat.

    Wer bislang der Meinung war, dass sich das kleine Österreich den Luxus von neun Bundesländern eigentlich nicht mehr leisten könne, sollte sich schön langsam mit der Tatsache anfreunden, die Sache von der falschen Seite angegangen zu sein. Die viel zitierte österreichische Realverfassung (allein die Existenz dieses Begriffs sagt schon alles) lässt nämlich den Schluss zu, dass sich die Bundesländer einen Nationalrat leisten, der nicht mehr zeitgemäß ist. Auf nationaler Ebene passiert die Gesetzgebung nämlich längst nicht mehr im Hohen Haus in Wien, sondern in den neun Landtagen und 2357 Gemeindestuben, die dazu in keiner Weise legitimiert sind.

    Jüngster Beweis für diese These ist der seit Wochen tobende „Lehrerstreit“. Obwohl bildungspolitisch nichts für, aber alles gegen eine Verschiebung der Kompetenzen hin zu den Ländern spricht, werden sich Letztere wohl durchsetzen: Bildung wird künftig Ländersache sein. Das wäre ungefähr so, als würde in Bayern das wichtigste Zukunftsthema den kleinen Landkreisen überantwortet. Kein Mensch käme dort auf eine derartig aberwitzige Idee, während in Österreich der pervertierte Föderalismus seiner Krönung zugeführt wird.

    Wer von der fehlenden Gegenwehr auf Bundesebene überrascht sein sollte, wird vermutlich nicht wissen, dass bei den jüngsten Nationalratswahlen 149 der 183 Mandate in den Ländern vergeben wurden. Mit anderen Worten: Acht von zehn Nationalratsabgeordneten hängen direkt von den Launen ihrer Landesorganisationen ab. Wer nicht spurt und an der falschen Stelle die Hand in die Höhe reißt, wird seinen Namen bei der nächsten Nationalratswahl vergeblich auf einer Liste suchen. So einfach ist das. 20 der 183 Abgeordneten betätigen sich „nebenberuflich“ übrigens als Bürgermeister (über die Zahl der Gemeinde- und Bezirksräte fehlen leider die statistischen Daten).

    An die auffallend starke Präsenz föderaler Interessen im Nationalrat sollten sich die Bürger vor allem dann erinnern, wenn die Landeshauptleute im Chor mit den Bürgermeistern das traurige Lied von den sündteuren Aufgaben anstimmen, die „der böse Bund“ auf die armen Länder und Gemeinden abwälzt, ohne freilich das nötige Kleingeld mitzuliefern. Dass die ach so gemeinen Abgeordneten, die derartige Grauslichkeiten zulasten der vermeintlich mittellosen Länder und Gemeinden beschließen, exakt jene sind, die von den Ländern und Gemeinden in den Nationalrat geschickt wurden, verleiht dem Dramolett eine etwas drollige Note.

    Obwohl sich die Länder auf den ersten Blick nur um Petitessen wie die Abschusspläne in den Jagdrevieren kümmern dürfen, diktieren sie in Wahrheit also das Geschehen der Republik. Nichts zu reden hat die Bundesregierung, die sich in allen wichtigen Fragen dem Diktat der Länder und „ihrer“ Abgeordneten im Hohen Haus zu beugen hat. Dementsprechend steht diese Republik auch seit Jahren still. Von Vertretern der Länder und Gemeinden im Nationalrat einen radikalen Abbau von Verwaltungsposten zu fordern ist ja auch in höchstem Maße absurd. Niemand rationalisiert sich schließlich gerne selbst weg.

    Den Vertretern der Bundesregierung bleibt eigentlich nur noch, freundlich zu lächeln und Zuständigkeit zu schauspielern, wo keine ist. Und den Bürgern jene Milliarden abzuknöpfen, die wenig später aus den föderalen Fenstern fliegen: 94,77 Prozent aller Steuern und Abgaben werden hierzulande vom Bund eingehoben, 5,23 Prozent von den Ländern und Kommunen.

    Weniger schüchtern geben sich Landeshauptleute und Bürgermeister beim Geldausgeben: Sie bringen 40 Prozent der vom Bund eingetriebenen Mittel unter die Leute. Das ist auch die fundamentale Schwäche des heimischen Föderalismus: dass jene, die das Geld ausgeben, nicht dieselben sind, die es den Bürgern abnehmen und diesen Vorgang bei Wahlen zu verantworten haben. In der Schweiz ist es genau umgekehrt.

    Deshalb liegen die Ausgaben der öffentlichen Hand in Österreich auch bei 52 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung – bei unseren Nachbarn sind es 34 Prozent. Dort diskutiert übrigens niemand über höhere Steuern und Abgaben.

    Link: http://diepresse.com/home/meinung/kommentare/leitartikel/602212/index.do

    • CJT (kein Partner)
      15. Oktober 2010 10:41

      Der Fehler wurde bereits 1919 gemacht als in der Bundesverfassung (von Kelsen) Österreich als "Bundesrepublik" definiert wurde: Also 1 Gebietskörperschaft (Gesamtstaat) plus 9 Gebietskörperschaften (die 9 Bundesländer).

      Daraus ergab sich ein teures Kompetenzwirrwarr das bis heute nicht besser geworden ist.

      Vergleiche die techn. und Kommunikationsmöglichkeite von 1919 und 2010! => Dieser 'Bundesrepublikanische Aufbau' ist veraltet.

      Ich möchte auf das Positivbeispiel "Tschechische Republik" (vergleichbar groß wie Ö.) verweisen: Dort war man nicht so dumm einen verkrampften "Bundesstaat" mit Kompetenzdschungel zu schaffen: Die zweite Kammer des Parlaments ist dort der Senat: " ... Die Wahlen erfolgen im Abstand von zwei Jahren, wobei jeweils in einem Drittel der 81 Wahlkreise gewählt wird ... "

      http://de.wikipedia.org/wiki/Tschechien

      Von dieser Organisationsform des Staates sollte sich die Rep. Österreich einiges abschauen!!

  6. Schnabeltierfresser (kein Partner)
    15. Oktober 2010 08:42

    Jedenfalls wird derzeit prophezeit, dass die Wirtschaft wieder wächst. Freilich nur um durchschnittlich 1,6 Prozent im Jahr. Das ist in Wahrheit ein sehr magerer Wert, der deutlich unter der Dynamik Deutschlands liegt, von dem Österreich immer in hohem Ausmaß abhängig ist.

    Diese Zahl kommt offenbar vom IWF (nein, muss man eh nicht angeben im Börsenkurier); dazu wäre anzumerken, dass das gerade veröffentliche Herbstgutachten das deutsche Wirtschaftswachstum deutlich pessimistischer prognostiziert. Relativ zur Eurozone sind die österreichischen Prognosen aber schon alamierend.

  7. Segestes (kein Partner)
    15. Oktober 2010 05:55

    Zitat ****"Denn unter Ökonomen ist heute völlig unbestritten: Konjunkturpolitisch sollte eine Phase der (wenn auch vielleicht nur kurzen) Erholung unbedingt zum Ansammeln neuer Reserven genutzt werden."****

    Exakt das sagen auch die Arbeitgeber und steigen mit dieser Begründung seit ewigen Zeiten auf die Lohnerhöhungsbremse.
    Soll heißen: Man muss natürlich bei den Löhnen und Gehältern der Arbeitnehmer sparen (aber nie bei den eigenen), wenn es einem Unternehmen gut geht, damit man in der Not, die ja immer nach einer Phase des Aufschwungs kommt, noch Reservekapital hat.
    Und man muss, "logisch", auch dann bei den Löhnen und Gehältern des Pöbels sparen, wenn die Zeiten schlecht sind.
    Ach wie herrlich, somit ist das ganze unternehmerische Leben quasi eine einzige Sparorgie auf Kosten des Fußvolks.
    Doch wie soll die Wirtschaft wachsen, wenn die Masse der Menschen nicht ausreichend Geld für einen gefälligst immer stärker zu steigernden Konsum haben?
    Ganz einfach, man lebe auf Pump.
    Das freut die Banken und die Wirtschaft.
    Und wer immer mehr Schulden macht, der lässt sich auch bei den nächsten Lohnverhandlungen leichter erpressen.
    Denn weniger Geld ist immer noch besser, als gar kein Geld durch Arbeitsplatzverlust.
    Wer aber weniger Geld hat, muss noch mehr Schulden machen, um dem Konsumzwang, der ja, siehe oben, ach so wichtig fürs Wirtschaftswachstum ist, gerecht zu werden.
    Und somit schließt sich der Kreis der wirtschaftsliberalen Weltanschauung.

    Man hört aus diesem Winkerl (=ÖVP) natürlich auch NIE den Aufruf, die Leute mögen doch nicht über ihre Verhältnisse leben. Oh nein, diese Herrschaften alterieren sich immer nur über die Staatsverschuldung durch einen angeblich überbordenden Sozialstaat. Zu der von ihnen billigend in Kauf genommenen Verschuldung der Privatleute, die in den letzten Jahren nahezu explodiert ist, verliert man tunlichst kein Wort.
    Fadenscheiniger geht es wirklich nicht mehr.

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      15. Oktober 2010 08:49

      Wie soll die Wirtschaft wachsen, wenn die Masse der Menschen nicht ausreichend Geld für einen gefälligst immer stärker zu steigernden Konsum haben?

      Die Lösung ist noch einfacher, im Ausland haben die Menschen mehr Geld für Konsum als im Inland. Also Export.

    • Josef Maierhofer
      15. Oktober 2010 13:18

      Fragen Sie in der Wirtschaftskammer, die fast allen österreichischen Unternehmen Eigenkapitalmangel bescheinigt.

      Die Wirtschaft wächst nicht durch Konsum, sondern durch Produktion, die wir zu einem zu großen Teil bereits ins Ausland verlagert haben, weil man dort noch weiß, was Arbeit bedeutet und froh ist über unsere Firmen bei ihnen samt Know How, etwa wie AT&S in Indien, China, usw. Weil man dort noch konkurrenzfähig ist, weil dort die Löhne nicht zu hoch sind wie bei uns.

      Stellen Sie sich vor, bei uns würden die Politiker statt 22 000,- € nur 11 000,-€ an Monatslohn brutto erhalten, oder die Spitzenbeamten statt 8 000,- oder mehr brutto nur 4 000,- brutto, die ÖBB Bediensteten statt bis 52 bis 65 arbeiten für die gleichen Löhne, u.s.w. Was wäre da anders ? Die Budgetbelastung würde gesenkt. Der ungesunde Konsum würde zu einem gesünderen, denn was tun denn diese Leute mit dem Geld, respektive der übermäßgen Freizeit ? Sie 'legen' es an (bei Lehmann z.B.) oder sie 'pfuschen' ÖBB z.B., oder es ist ihnen fad und sie machen Blödsinn wie die Masse der Grundlohnempfänger ohne Gegenleistung. Es gibt einen Konsum, der ungesund ist, auch das wäre noch ein Argument.

      Stellen Sie sich vor, wir würden mit unserem Steueraufkommen budgetieren und alles Unnötige abspecken. Es wird ein dornenvoller Weg vor uns liegen, denn der Zeitpunkt rückt immer näher, wo wir das Nulldefizit fahren müssen, weil wir keine Kredite mehr bekommen.

      Vielleicht kommen dann aber auch wieder die positiven Eigenschaften, wie Anstand, Fleiß, Arbeitsamkeit, Gesetzestreue, etc. wieder mehr zum Vorschein zu Ungunsten von Raffgier, Schmarotzertum, etc.

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      15. Oktober 2010 15:39

      Wie soll bitte die Produktion ohne Konsum steigen?

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
    • Reinhard (kein Partner)
      15. Oktober 2010 20:17

      @Segestes
      Immer noch nicht begriffen, dass es nicht die bösen bösen Unternehmen sind, die den armen Arbeitsknechten zuwenig Geld bezahlen, sondern die Genossen Regierigen, die es schaffen, dass von jedem Euro Lohnkosten keine 50 Cent bei den Arbeitern ankommen, und diese dann auch noch Waren kaufen dürfen, die wegen der Geldgier des wirtschaftlich unfähigen Staates so hoch mit Abgaben belegt sind, auf dass die Kaufkraft beständig sinke.
      Es sind weder die Arbeiter (die selten so viel Geld hatten wie heute) noch die Unternehmer (die selten so wenig Geld hatten wie heute) Schuld daran, sondern die Kompetenzfreiheit und Kaltschnäuzigkeit der Politik und ihrer geldverwaltenden und -verschwendenden Satelliten.
      Klassenkämpferische Parolen mögen Pluspunkte bei den Marxanhängern bringen, tragen aber nichts zur Beseitigung der wirklichen Missstände bei.

  8. fosca
    15. Oktober 2010 03:22

    Eben, da dürfte man ja nie mehr einen ernstlichen Staatshaushalt erstellen, weil man immer nur auf die Zukunftsprogonosen wartet, oder? *lächerlich*

    Und genauso denke ich über die Konjunktur, wo doch immer gepredigt wird, daß der Staat in einem Tief investieren muß, um sie wieder anzukurbeln und in einem Hoch Rücklagen für schlechtere Zeiten bilden sollte.
    Trotzdem kommen die wirtschaftspolitischen Tiefflieger daher und möchten sofort die prognostizierten Mehreinnahmen gleich einmal "beim Fenster hinausschmeißen", anders kann man die Begehrlichkeiten der linken Umverteiler nicht bezeichnen.

    Man sollte ihnen allen einen Nachhilfekurs in Sachen Staatsbudget verpassen, aber ich fürchte, das wäre "Perlen vor die S..e werfen"! :-(

    • Reinhard (kein Partner)
      15. Oktober 2010 20:27

      Seit der Hausverstand beim Billa wohnt sind die Leute nicht mal mehr in der Lage, einfache Vorgänge zu erkennen.
      Unser Staat gebärdet sich wie ein Hochverschuldeter, der bei einem Monatslohn von 1000 Euro Ausgaben von 1100 Euro bestreiten muss. Und anstatt bei einer Lohnerhöhung auf 1010 Euro sorgenvoll nachzurechnen, wie lange es noch dauern wird kostendeckend zu arbeiten und sich was leisten zu könenn, tanzt er frohlockend herum und erhöht fröhlich seine Ausgaben auf 1200 Euro.
      Jedes Vorschulkind erkennt, dass das nicht funktionieren kann. Aber dem Kind sagt ja auch noch keine Partei, in welche Richtung es gefälligst zu denken hat.

  9. Laura R.
    14. Oktober 2010 13:29

    Der Werner hat mir gestern g`sagt, daß er in einem Land, in dem es möglich ist, daß einer wie er Bundeskanzler und die Bures Doris Ministerin wird, eigentlich gar net leben will, in so einem hinigen Land mit lauter Obezahrer. Und dann hat er mir sein Maturazeugnis zeigt, ganz vertraulich, wie er g`meint hat. Und da war`n nur lauter Vierer; bis auf Religion, weil da hat er net teilg`nommen, der Werner.

    Dabei hab`ich glaubt, daß er wenigstens in Singen an Einser hat mit seiner lieben Stimme.

    • Erich Bauer
      14. Oktober 2010 13:45

      Hm... Werner Ganzschlau war mir da in der Zukunftseinschätzung voraus. Ich hatte in Religion einen Dreier... ansonsten kann ich mit seinem Maturazeugnis mithalten...

    • Johann Scheiber
      14. Oktober 2010 15:41

      Sechs geniale Zeilen!

    • Undine
      14. Oktober 2010 22:24

      @Laura R.

      Liebe Laura, HOFFENTLICH kommen S' zum A.U.Treffen; da könnten S' uns sicher so richtig aus erster Hand viele lustige G'schichterl erzählen vom Werner! Sie dürf'n 's ihm halt net vorher sag'n, denn das wär' ihm vielleicht nicht ganz recht, denk ich. Das muß aber unter uns bleib'n: da in dem Blog mög'n manche den Werner nicht gar so.

    • Xymmachos
      14. Oktober 2010 22:58

      Laura-Mäderl, Du bist und bleibst die Beste!!! Und paß' weiter gut auf auf den Werner, weil was tät'n wir denn ohne ihm...

    • fosca
      15. Oktober 2010 03:32

      Schade, daß es keine Note für Dauergrinsen gab, denn da hätte der Werner sicher einen Einser abgefangen, meinst nicht, liebe Laura? *g*

    • Laura R.
      15. Oktober 2010 12:25

      @undine

      Genossenehrenwort; natürlich komm`ich, aber ohne Werner. Bitte aber ihm nicht weitersagen!

  10. brechstange
    14. Oktober 2010 12:07

    Wer hat das Interview mit Prof. Hörmann im gestrigen Standard gelesen? Da weiß man ja gar nicht mehr, soll man lachen oder weinen, ob der Professoren, die an Österreichs Wirtschaftsuniversität unterrichten.

    • inside
      14. Oktober 2010 12:08

      Ich sage nur: Siehe Ortner-Blog! :-)

    • HDW
      14. Oktober 2010 19:05

      An der technischen Hochschule schauts seit Jahren schon auch nicht besser aus. Das neomarxistische Haschisch der 60er Jahre läßt sich als Bundesbeamter mit Pensionsanspruch eben am besten geniessen, wie in den Bundestheateroasen. Die sollen dann wirtschaftliches Denken beibringen, oder mit den Produktivkräften zusammenarbeiten die alles finanzieren müssen! (Das Geheimnis der ETH Zürich oder auch des Frauenhoferinstituts in der BRD) Aber wie denn mit ihrer Planwirtschaftseinstellung a la Schulmeister (Sohn des dümmlichen Pressenazi und ehemaliger Mühl-Kommunarde) Also da sind mir die roten Gewerkschafter der Wiener Verkehrsbetrieb wesentlich sympathischer weil pragmatischer.

  11. mike1
    14. Oktober 2010 10:08

    hier ein recht guter artikel aus der "presse" in zusammenhang mit künftigem "sparen":

    http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/diebilanz/601944/index.do?_vl_backlink=/home/index.do

  12. CHP
  13. socrates
    14. Oktober 2010 09:13

    NZZ zum heutigen Journalismus:
    Weit offen waren zudem die Medienkanäle für die Seelen-Experten. Diese wussten erstaunlicherweise schon vor der Bergung der Mineure, wie es den so lange Eingeschlossenen in den kommenden Tagen und Monaten gehen wird. Die Medienwelt versinkt im Subjektivismus und in der Spekulation.

    Zweifellos darf man sich über die Leistungen der Technik und den Tag der Befreiung freuen. Die Diskrepanz zwischen informationellem Mehrwert und technisch-logistischem Aufwand seitens der Medienhäuser bleibt jedoch grotesk. Die Ressourcen fehlen dann dort, wo es um weniger spektakuläre, aber dennoch wichtige Themen geht.

    Da heulen wieder die Grubenhunde!

    • Erich Bauer
      14. Oktober 2010 10:30

      socrates,
      "...zum heutigen Journalismus:..."

      Die Jornaille kann so gar nicht glauben, daß man in einer finsteren Höhle so lange ohne sexuelle Aktivität auskommen kann. Die "Journailisten" rätseln bereits ernsthaft darüber. Man will daher die Bergleute, so bald wie möglich, "hinterfotzig" befragen. Selbstverständlich in Anwesenheit eines "psychologischen (Sexual)Betreuers". Bitte, da ist keine IRONIE dabei.

      Manfred Deix! Bitte, laß deine Phantasie walten und zeichne was Schönes...

    • brechstange
      14. Oktober 2010 12:04

      @bauer
      Keiner der Journalisten kommt auf die Idee, dass wahrscheinlich der Glaube der Bergleute ihr Überleben bestärkt hat. Nein, diesen Glauben versucht man ja medial sukzessive zu vernichten. Denn gerade dieser stört den Fortschritt der "Revolution".

      Wie "krank" sind eigentlich diese Journalisten, die glauben, überleben kann man nur mit sexueller Aktivität?

    • socrates
      14. Oktober 2010 13:53

      Na ja, die Grubenhunde wären auch schon über 100 Jahre! Vielleicht haben sie sich doch fortgepflanzt und vermehrt?
      Freud meinte, daß geistige Leistungen durch verdrängen des Sexualtriebes entstehen. Die verdrängen halt nichts.

    • socrates
    • Erich Bauer
      14. Oktober 2010 14:24

      socrates,
      "...Freud meinte, daß geistige Leistungen durch verdrängen des Sexualtriebes entstehen..."

      Jetzt ist mir der Sinn der "Seite" in der KRONE völlig klar...

    • Xymmachos
      14. Oktober 2010 23:09

      @socrates:
      Man wecke keinen schlafenden Grubenhund in den Ostrau-Karwiner Bergwerken (auch wenn möglicherweise die explosiven Grubengase auf die Höhe der Lampenkammer gelangen), und auch die Laufkatzen des Herrn Dipl.Ing.Schütz lasse man bitte in Ruhe! Sonst wird noch in den Karawanken (im Bärental?) der Felsgrubenbär (ursus fondinae) wach...

    • socrates
      15. Oktober 2010 09:08

      Xymmachos
      Ein brauner Bär mit großen Ohren
      der Sozialisten Talisman,
      nach jeder Wahl, die sie verloren,
      trägt er die Schuld daran!

  14. Josef Maierhofer
    14. Oktober 2010 08:45

    Vernunft und Disziplin war noch nie unsere Stärke.

    Irgendwo bleiben 1,5 Milliarden übrig, die sofort durch das Mehrfache davon als Neuverschuldung ersetzt werden, weil man ja annehmen könnte, das würde auch in den kommenden Jahren so weitergehen. Sind wir noch bei Trost ?

    Nochmals:

    Gesetzesreform
    Föderalismusreform
    Privilegienabbau
    Verwaltungsreform
    Budgetdiszplin (Oberlimit ist Steueraufkommen)

    Ohne diese Schritte und Zutaten werden wir nicht überleben können.

    Die 1,6% Wirtschaftswachstum von heuer (künstliche Geldspritzen mit ungedeckten Neuverschuldungen) werden bald umschlagen in die schlagenden Schuldenverbindlichkeiten und es kann nächstes Jahr wieder alles anders sein.

    Warum kann/will den keiner der Politiker die Realität erkennen ?

    220 000 000 000 Euro Staatsschulden, Staatshaftungen in unbekannter Höhe (geschätzte 400 000 000 000 Euro) mit Jahreskosten von 7 500 000 000 Euro auf 100 (!) Jahre für das Kapital, das sind die Realitäten.

    • simplicissimus
      14. Oktober 2010 08:54

      die wirtschaftsrealität interessiert politiker nicht, die strampeln nach stimmen und macht. und je zersplitterter die politlandschaft ist, umso weniger vernunft kann man sich erwarten.

  15. FranzAnton
    14. Oktober 2010 08:37

    Im Falle unserer schuldenfreudigen Politik gibt es einen Lichtblick aus EU - Gefilden:

    Die Staatschuld soll auf 60% des BIP begrenzt werden ( beträgt bei uns in Ö. schon auf 70% !! ), und das Defizit auf 3,5 %.
    Da gibt es also eine Instanz, auf die unsere Polit - Angsthasen verweisen können, wenn sie die ausufernde Budgetmalaise eindämmen wollen/müssen, gottseidank; das kann ja wirtschaftlich direkt lebensrettend wirken.

    Im Übrigen: Ich bin sehr für eine - moderate, nur im unbedingt notwendigen Ausmaß erforderliche - Erhöhung einer Massensteuer, optimaler Weise der Mehrwertsteuer, um wenige Prozentpunkte, und, als wichtigste Maßnahme, mit einem vorher festzulegenden Ablaufdatum, nach welchem diese Steuererhöhung wieder rückgeführt werden muß. (z.B. nach exakt 5 Jahren; während dieser Frist müßte eine Staatsreform im Sinne von Abschlankung / Entlastung / Demokratiereform / Stärkung der Direktdemokratie / erarbeitet werden).

    Dies hätte mehrere Vorteile: Alle Menschen würden erkennen, daß es ein "Licht am Ende des Tunnels" gibt, wo wieder Normalzustand herrscht; und, ganz, ganz wichtig: Alle Menschen ohne Unterschied würden zur Kasse gebeten, und damit erkennen, daß staatliches Schuldenmachen schlußendlich der eigenen Geldbörse schadet. Die Weisheit "Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not" ist wieder salonfähig zu machen, anstatt Keynes' "Wunderrezept".

    Namentlich den Linkswählern ginge spätestens dann das Licht der Realität auf, und so manche wären von ihrer Links - Schuldenphantasterei mit dieser Therapie zu heilen.

    Gibt es aber demgegenüber eine Steuererhöhung "auf ewig", und noch dazu nur die "braven" Steuerträger betreffend, so drohten diese zu verzweifeln, wohingegen Schmarotzer und deren Unterstützerparteien sich wegen Folgenlosigkeit ihres Tuns - folgenlos nur für sie!! - ins Fäustchen lachen könnten.

    Ein wirtschaftsruinöses Alptraumszenario mit Anwachsen verantwortungsloser linker Parteien, bis zum nicht undenkbaren wirtschaftlichen Ruin wäre die zu befürchtende Folge.

    • Josef Maierhofer
      14. Oktober 2010 08:53

      Es wird ohne wirksame Einsparungen und Reformen nicht gehen.

      Möglich, daß Steuern auch was bringen, wie Sie angführt haben, aber ausschliesslich für die Transferleistungshype der SPÖ und somit nichts Wirkliches für Österreich, außer einige Schnitzel&Bier für die 'Armen'. Denn Transferleistungen sind OHNE GEGENLEISTUNG weg.

      Da setze ich eher auf die Strukturreformen und die Verwaltungsreduktionen, auf den Privilegienabbau, etc.

    • mike1
      14. Oktober 2010 09:50

      bin ganz bei ihnen, franzanton.

      ohne neue steuern wird's wohl nicht gehen - da muss es sich aber auch auszahlen, also die erhöhung der mwst. würde es als massensteuer bringen.

      aber vorausgesetzt werden muss natürlich auch der intelligente einsatz dieser zusätzlichen finanzmittel. und genau da hab ich meine zweifel, wir kennen doch unsere armseligen pappenheimer, vor allem die linksgrünen irrealos.

    • Logiker
      14. Oktober 2010 10:06

      aber sie wissen doch alle, dass eine höhere Mehrwertsteuer auch die Armen trifft. Also muss man die Armen dann eben mehr fördern

    • mike1
      14. Oktober 2010 10:26

      @ logiker:

      wir haben schon 2,5 mio. leut in östereich, die keine steuern zahlen.....

  16. mike1
    14. Oktober 2010 08:34

    genauso wird es sein: der schuldenberg wird nicht abgebaut, sondern weiter vergrößert.

    es ist leider eine tatsache, dass unsere machthaber das"machthaben" nicht wirklich verstehen, sondern meinen, ihre politische macht wäre wichtig zur verteidigung eigener pfründe und bestimmer persönlicher vorteile. immunität zum beispiel ? aber sicher nicht die macht, reformen voranzutreiben.

    übrigens: wer hat in letzter zeit von verwaltungsreform-vorschlägen gehört ? das thema scheint irgendwie untergegangen zu sein. offenbar ist das nicht mehr wichtig, weil die steuereinnahmen sowieso fließen. aber wie dr.unterberger richtigerweise ausführt, wird auch dieser aufschwung nur von kurzer dauer sein und die auswirkungen der krise werden uns besser treffen - treffsicherer - als vorher.

    wir werden schon noch blöd schauen....

  17. Graf Berge von Grips
    14. Oktober 2010 08:28

    Nr.261
    Lieber Gott, gib' uns unser täglich' Brot!
    Jetzt müssen wir Sparen in der Not.
    Besten Dank an Schwarz und Rot.

  18. socrates
    14. Oktober 2010 06:34

    Nach der Wahl: Schwarz I an Schwarz II:
    Warum hat man nicht wirtschatlich gegen Rot argumenteirt? Wem gehört Wien wirklich? Wem gehört das Wasser, die Verkehrsmittel, etc?
    Psst, die Roten täten sagen: ihr machts in NÖ genau dasselbe!
    Nehmen wir unverfängliche Themen, mit denen wir das Dummvolk beschäftigen!

    • FranzAnton
      14. Oktober 2010 07:50

      Sehr treffend, Sokrates! Eine Krähe .....

    • Josef Maierhofer
      14. Oktober 2010 08:33

      Rot I an Rot II:
      Es geht uns doch blendend und die Reichensteurn werden uns nach vorne bringen. Wien verkaufen wir nicht, das haben wir schon. Was könnten wir noch 'Backleasen' für unsere Ausgaben ? Da wäre eventuell noch das Rathaus ... ... samt Inhalt ...

      Da würde ich dann keine Leasingrate mehr zahlen, weg ist weg ...





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