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Zwei Ministerinnen und die Scheidung

 Da hat die Frauenministerin sicher recht: Noch wichtiger als ein gemeinsames Sorgerecht für Scheidungskinder, wie es der Justizministerin am Herzen liegt, ist die Festlegung eines gesetzlichen Mindest-Besuchsrechts. Aber auch da werden wieder einmal nur halbe Maßnahmen zu halben Zielen diskutiert.

Hier soll gar nicht lange debattiert werden, ob die vorgeschlagenen vier Tage ausreichend sind. Viel spannender ist die nicht beantwortete Frage: Und was sind die Konsequenzen, wenn jemand (meistens die Mütter) das Besuchsrecht ständig hintertreibt? Bleibt das weiterhin so folgenlos wie bisher, wenn einmal das Kind angeblich krank ist, wenn ein andermal beim Abholtermin niemand zu Hause ist, und wenn ein drittes Mal ein ganz, ganz unaufschiebbarer anderer Termin wahrzunehmen ist? Solange sich die Ministerinnen nicht wirklich der Realität stellen, sind ihre Reformversuche nichts wert.

Und geradezu lachhaft ist es, wenn die beiden Damen nun streiten, ob man vom Gericht eine Entscheidung binnen eines Jahres verlangen kann oder nicht. Man würde es noch verstehen, wenn der Streit darum ginge, ob eine Entscheidung binnen eines Monats fallen muss. Aber ein Jahr ist ja schon als Zielvorgabe eine Schande. Immerhin geht es da um Kinder, die man nicht solcherart schikanieren darf. Zermürbte Eltern übrigens auch nicht.

Was Frau Heinisch-Hoseck und Frau Bandion-Ortner genauso wenig ansprechen, ist der Grund von Verfahrensverzögerungen: Das sind nämlich die überwiegend weiblichen Jungrichterinnen, die seltsamerweise meist beim Familienrecht ihre Karriere starte dürfen, und die überraschenderweise des öfteren schwanger werden. Was gut für den Kampf gegen die Demographie-Katastrophe, aber ganz schlecht für die Beilegung eines Rosenkrieges ist.

Wir wollen ja gar nicht davon reden, dass die Hälfte der Familienrichter Männer sein könnten, aber noch wichtiger wäre es, wenn nur lebenserfahrene Menschen (welchen Geschlechts immer) ans Familienrecht herandürfen, und sich die richterlichen Anfänger erst bei Miet-, Verkehrs- oder Konsumentenrecht austoben müssen. Wo menschliche Ahnungslosigkeit lange nicht so folgenschwer ist.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorRichard Mer
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    21. September 2010 10:20

    Die demografischen Entwicklungen sind nicht nur so wie sie sind, weil die jungen Frauen Karriere machen wollen, und so auf Kinder verzichten, sondern auch, weil man als junger Mann heutzutage sehr vorsichtig sein muss, wenn man sich auf Kinder einläßt, weil man sehr schnell in einer Situation ist, wo man viel zahlen muss ohne jegliche Rechte auf sein Kind. Das ist ein ganz wichtiger Grund warum es immer weniger Kinder gibt: männlicher Zeugungsstreik aufgrund ungerechten Familienrechts. Deswegen sind diese Fragen von zentraler Bedeutung.

  2. Ausgezeichneter Kommentatorterbuan
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    21. September 2010 07:11

    Geschiedene Männer aller Länder vereinigt Euch!
    Sehr viele Männer werden heute noch nur zwecks Zeugung gebraucht, dann werden sie hinausgeschieden und dürfen nur noch zahlen. Wobei man gerechterweise sagen muß, dass viele dieser Betroffenen selbst schuld sind an ihrem Schicksal, weil sie in unserer Spaßgesellschaft aufgewachsen sind und außer Autos, Fußball und sonstiger Vergnügungen wenig im Sinn haben und ein Familienleben schon gar nicht!

  3. Ausgezeichneter Kommentatorsimplicissimus
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    21. September 2010 07:40

    einerseits ist es richtig, kindern den vaterbesuch zu erleichtern - in erster linie sollte es um die kinder gehen und auch männerechte weiter auszubauen, die durch die ständige bevorzugung der frau zunehmend unter die räder gekommen sind, andererseits sollte der fokus der politik wesentlich mehr auf geburtenzuwachsförderung und förderung des familienzusammenhalts liegen anstatt scheidungen einfach wie eine versicherungskündigung zu machen. die betroffenen sind hauptsächlich die kinder, die am elternegoismus zu leiden haben.

    wirksame familienpolitik ist durch die genderisierung und homo/lesbenverehrung vollkommen zu einer altmodischen konservativen forderung verkommen.

    es liegt an der rechten, dieser wieder frischen schwung, attraktivität und neuen inhalt zu geben. dringend.

  4. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    21. September 2010 09:20

    Die Familie ist die Keimzelle des Staates.

    Die Politik soll die Familie unterstützen durch gesetzlichen Schutz.

    Zerfallende Familien müssen genauso geschützt werden, schließlich geht doch ein Paar (verheiratet oder nicht) mit einem Kind eine Verpflichtung ein. Das Kind hat niemenden anderen als Mutter und Vater. Das heißt eine mit Kind begründete Familie endet mit dem Tod des jeweiligen Partners, egal wieviele sonstige Verpflichtungen jeder dieser Eltern noch eingeht. Dazu gehört der Kontakt, dazu gehört die Kontaktmöglichkeit.

    Ja, da meinen aber die Gutmenschen, daß die Kinder Sache des Staates wären. Also Heim-'Betreuung' durch fremde Personen, deren Dienstzeit und Engagement um 17 Uhr endet, etc. Das Ergebnis ist ja diese verlorene Gesellschaft. Lieber soll der Staat Elter1 und Elter2 erziehen und ihnen die Pflichten nachträglich beibringen, die er ihnen in der Schule nicht beigebracht hat, und die vorbildhafte Lebensweise für ihre Kinder und das findet nicht beim Branntweiner statt. Werte RichterInnen, das sei Ihnen ans Herz gelegt, so weit haben wir uns schon vom Leben entfernt. Die Gründe haben wir des öfteren schon behandelt.

    Ich kenne einen Bekannten, dem wurde als Arbeitsloser das Besuchsrecht seines Kindes, das er 5 Jahre lang gemeinsam mit der anderswo lebenden Mutter aufgezogen hat, 2 Wochen bei der Mutter, 2 Wochen beim Vater, gestrichen, weil er die plötzlichen Alimenten- und Unterhaltsforderungen der Frau nicht erfüllen konnte.

    Er hat dann nach einem Gerichtsverfahren bis zum Obersten Gerichtshof, die Vaterschaft für das Kind abgelehnt. Er stand auf dem Standpunkt, entweder darf er seine Tochter sehen oder er ist dann kein Vater mehr. Der Staat hat sich unmöglicher weise in Dinge gemischt, die sich die beiden besser selbst ausgemacht haben sollten. Hätte das Gericht geprüft, wie es bisher war, hätte es den Status quo zementieren können. Aber gemeinsames Sorgerecht 'gibt es bei uns nicht', bei den Ösis. Wir sind ja so gescheit.

    Die Auswüchse an Lebensferne sind schon gewaltig und P.C. verdorbene RichterInnen seien von mir aufgefordert, Hirn anzuwenden und Hausverstand walten zu lassen, sofern sowas noch gerettet werden konnte.

    Ich war ein paar Mal Geschworener und ein paar Mal Schöffe bei Gericht und es gab jedesmal brisante Fälle, wo auch Jus-Studenten die Verhandlung beobachteten. Wenn ich mir die jungen Menschen so angesehen habe, tuschelnd und tratschend, abwesend, teilweise interessiert, u.s.w., da habe ich insgeheim gedacht, daß diese in Zukunft Recht sprechen werden, sind sie doch noch dazu die besseren, die Richteramtsanwärter oder -bewerber. Gnade uns ! Herr Dr. Unterberger schreibt das Gleiche, was ich mir damals gedacht habe.

    Sogar ich selbst hätte unendliche Schwierigkeiten mit einem gerechten Urteil, ich habe stets Sorgfalt angewendet und auch als Laienrichter getan, was 'nicht üblich ist' und beinahe jedesmal fast verwehrt wurde, die Akteneinsicht und das Hinterfragen bei der Verhandlung.

    Wir zerstören uns selbst dadurch, daß 'Christkindln' als Richter fungieren dürfen, daß die Sorgfalt nicht angewendet wird, daß der Hausverstand und die Erfahrung fehlt, daß stets über Rechte verhandelt wird und fast nie über Pflichten und daß Moral kein Maßstab mehr ist, weder bei Anwälten noch bei den Richtern, noch bei den Klienten und Beklagten und Klägern.

  5. Ausgezeichneter KommentatorUndine
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    21. September 2010 20:33

    Wenn ich's recht bedenke, komme ich zu der Überzeugung, daß es für ein Kind einen haushohen Unterschied macht, ob der Vater bzw. die Mutter stirbt, oder ob sich Eltern, die ja einander einmal geliebt haben, freiwillig trennen, also scheiden lassen.

    Als ich nach dem Krieg zur Schule ging, waren leider viele Kinder, deren Väter aus dem Krieg nicht mehr zurückgekehrt sind. Zu all der unbeschreiblichen Not in dieser Zeit kam dann dieser Schmerz hinzu: die unzähligen jungen Mütter trauerten um íhre geliebten Männer, die Kinder waren zu Halbwaisen geworden.

    Unter diesen Halbwaisen gab es wieder Kinder, die sich an ihren Vater gut erinnern konnten und ihn sehr vermißten; dann waren jene bedauernswerten Kinder, die gar nicht die Möglichkeit gehabt hatten, ihren Vater kennenzulernen, und viele wurden geboren, als der Vater schon gefallen war.

    Dieses Elend kann man sich heute fast nicht mehr vorstellen.
    Aber eines, so denke ich, unterscheidet die Kriegswaisen von den heutigen "vaterlos" aufwachsenden Kindern:

    Die jungen Mütter, die im Krieg, oftmals nach kurzer Ehe, ihren Mann verloren haben, erzählten meist voller Liebe ihren Kindern vom Vater. Möglicherweise verklärten sie ihn sogar ein wenig. Aber die Kinder wuchsen in dem Gefühl auf, daß ihr Vater es wert war, geliebt zu werden, und daß er Frau und Kind/Kinder nicht freiwillig im Stich gelassen hat oder hätte.

    Dieser Faktor fällt bei einer Scheidung weg, ganz gleich, welcher Elternteil die Trennung wollte. In den meisten Fällen wird das Kind, bzw. werden die Kinder der Mutter zugesprochen.
    In diesem Fall machen geschiedene Mütter häufig einen großen Fehler:
    Sie lassen am Vater des Kindes oft keinen guten Faden. Wohl um sich vor sich selber zu rechtfertigen, stellen sie den Vater als schlechten Menschen hin. Auf ein Kind muß das eine verheerende Wirkung haben. Daß die Frauen nicht die Größe aufbringen, auch irgendetwas Gutes an dem Mann, dem Vater des Kindes, der Kinder finden können!
    Einmal muß doch Liebe da gewesen sein!
    Hetzutage kann jede Frau sich aus eigenen Stücken ihren Mann auswählen. Die Zeiten, als Ehen arrangiert wurden, sind längst vorbei!

    Nun kommt es ja leider immer wieder vor, daß ein Vater, eine Mutter stirbt.
    Eine Freundin, deren Mann sie und ihre Kinder verlassen hatte, sagte mir damals, als mein Mann starb und unsere Kinder ihren geliebten Vater verloren, wir seien dennoch besser dran, als sie und ihre verlassenen Kinder. Denn mein Mann hätte mich und die Kinder nie freiwillig verlassen.
    Aber es gibt auch Mütter, die Mann und Kinder sitzen lassen. Da fehlen mir die Worte.

  6. Ausgezeichneter KommentatorKarl Rinnhofer
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    21. September 2010 17:02

    Dieser Beitrag spricht einen wichtigen Aspekt an: Die Exponiertheit von Vätern infolge der vielerorts katastrophalen Spruchpraxis nach Scheidungen. Sie ist ein wichtiger Grund der weit verbreiteten Skepsis "potenzieller Väter", Familien zu gründen.

    Kinderlose mit Hedonisten a priori gleichzusetzen, ist verhängnisvoll und nicht der Realität entsprechend. Ich kenne viele, die sich enorm wertvoll in die Gesellschaft einbringen.

    Grundsätzlich ist die Familienförderung in Österreich durchaus großzügig. Pekuniär lässt sich dieses (mögliche) Problem der sich möglicherweise anbahnenden demographischen Katastrophe kaum lösen. Ganz andere Gründe hemmen Familiengründungen: Feminismus, Ideologie eines Einheits-Geschlechts", Anspruchsdenken, Materialismus, allgemeiner Werteverfall, der vor allem Menschen, die sich zu Familiengründung entschieden, existenziell exponiert, da jedes Familienmitglied auf grundsätzliche Anständigkeit der Familienmitglieder, etwa einem minimalen Gefühl für Dankbarkeit – statt uferlosem Anspruchsdenken angewiesen ist.

    Es muss also an der Wertefrage angesetzt werden: Trotz vielerlei Härten in der Berufswelt schützen dort Gesetze und Gewerkschaften viel wirksamer als das innerhalb von Familien vorauszusetzende Vertrauen in einen geltenden Wertekonsens. Und wenn einmal Gesetze sprechen, gibt es eher unsymmetrische Spruchpraxis zu Lasten von Scheidungsvätern.

    In Familien ist der Einzelne –stets von Undankbarkeit, und oft - offensichtlich gerade der „Vater“ – von De-facto-Ruin (nach Scheidungen) bedroht, während tendenziell der alleinerziehenden Mutter eher die Fokussierung gesellschaftlicher Zuwendung gilt.

    Umgekehrt gibt gelungenes Familienleben mehr als das durch Geld je aufzuwiegen wäre …

  7. Ausgezeichneter KommentatorSuPa
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    21. September 2010 08:31

    Scheidungskinder sind immer die Verlierer. Wäre es nicht besser, wenn unsere gewählten Volksvertreter der Familie durch bessere Rahmenbedingungen in unserer Gesellschaft wieder einen höheren Stellenwert verleihen und damit die Anzahl der Scheidungen reduzieren?

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorcarlo soziale
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    22. September 2010 12:04

    Dass das Auswendiglernen von Telefonbüchern in Kombination mit dem richtigen Parteibuch zum Mag.iur. führt, das Abschreiben alter Dissertation den Dr.iur. bringt, erklärt das hohe Niveau der österreichischen Richterschaft.
    Sinnvoller wäre es, eine Lehrlingsausbildung zu installieren, dessen Gesellenbrief den Mag.iur. und dessen Meisterbrief den Dr.iur. ersetzt. Die Qualität der Juristerei würde sprunghaft ansteigen, wenn wir dafür eine geeignete Berufsschule mit entsprechenden Ausbildern hätten.


alle Kommentare

  1. Danielle (kein Partner)
  2. Marwan (kein Partner)
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  5. Elmar Leimgruber (kein Partner)
    23. September 2010 05:10

    Und wieder mal bin ich ganz Ihrer Meinung:

    Ich bin schon dafür, dass Frauen zu Ihrem Recht kommen.
    Aber ich bin genauso dafür, dass Kinder zu ihrem Recht auf beide Eltern kommen.
    Und ich bin vor allem dafür, dass (im Normalfall) mit dieser Demütigung endlich Schluss ist, dass Väter vor Gericht darum kämpfen müssen, ihre Kinder sehen zu können.

    Habe unlängst bereits zu diesem Thema ebenfalls einen Kommentar verfasst:
    http://www.redakteur.cc/scheidungskinder-und-obsorge/

    • Gennadi (kein Partner)
      23. September 2010 09:21

      Warum, Herr Leimgruber, befürworten Sie aber in Ihrem Artikel die "Rechte der Frauen"? Die gibt es genauso wenig, wie die Rechte von Männern. Sondern ganz einfach, die Rechte von Menschen, ohne Unterschied des Geschlechts. Das und nichts anderes sieht die Verfassung vor.

      Gerade durch diese Frontstellung - separate Rechte hie und da - kommen unwürdige Skurrilitäten wie das "Besuchsrecht" heraus.

    • Undine
      24. September 2010 08:52

      Sollte nicht eigentlich die Frage nach dem WOHL der KINDER an allererster Stelle stehen?
      Etwas weiter unten hab' ich in einem Kommentar einen Aspekt erwähnt, der die "Rolle" der Mütter mit ihrer heimlichen Macht, die Kinder gegen die Väter zubeeinflussen,angesprochen, wobei mir @Pro Consul als Betroffener Recht gab.

    • Gennadi (kein Partner)
      24. September 2010 17:43

      Solange das "Kindeswohl" in der Rechtsprechung mit den Wünschen eines Elternteils (fast immer der Mutter) gleichgesetzt wird, kann dieser Begriff weder objektiv noch abgesondert gewertet werden. Die Schwierigkeit in all den Pflegschaftsverfahren ist aber die rechtliche Ungleichstellung der Kontrahenten. Erst wenn diese beseitigt ist - gleiche Rechte und Pflichten für beide Eltern - erst dann kann man darüber hinaus blicken.

  6. Gennadi (kein Partner)
    22. September 2010 18:40

    "Noch wichtiger als ein gemeinsames Sorgerecht für Scheidungskinder, wie es der Justizministerin am Herzen liegt, ist die Festlegung eines gesetzlichen Mindest-Besuchsrechts."

    Hier irrt A.U., wie alle diese Proponenten des feministischen Systems. Besuchsrecht? Was soll das sein? Ein Elternteil soll sein Kind besuchen? Kommt doch absolut nicht in Frage!

    Umzusetzen ist - endlich - Artikel 18 der Kinderrechtskonvention:
    Die Vertragsstaaten bemühen sich nach besten Kräften, die Anerkennung des Grundsatzes sicherzustellen, daß beide Elternteile gemeinsam für die Erziehung und Entwicklung des Kindes verantwortlich sind."

    Das heißt übersetzt, gleiches Recht, gleiche Pflichten für beide Elternteile, ab Geburt des Kindes bis zu dessen Volljährigkeit. Wenn ein Elternteil nicht mitspielen will, dadurch ads Kindeswohl gefährdet, gibt es schon jetzt den § 176 ABGB. Nach dem allein die Obsorge eingeschränkt oder entzogen werden sollte.

    Weg also mit diesem feministischen Unwort "Besuchsrecht"!

  7. Neppomuck (kein Partner)
    22. September 2010 18:10

    Die großkoalitionäre "politische Leistungselite" im Kielwasser der Habsburger:
    "Das ist der Fluch von diesem hohen(?) Haus - auf halben Wegen und zu halber Tat mit halben Mitteln zauderhaft zu streben."

    Ein Bruderzwist ..., F. Grillparzer

  8. carlo soziale (kein Partner)
    22. September 2010 12:04

    Dass das Auswendiglernen von Telefonbüchern in Kombination mit dem richtigen Parteibuch zum Mag.iur. führt, das Abschreiben alter Dissertation den Dr.iur. bringt, erklärt das hohe Niveau der österreichischen Richterschaft.
    Sinnvoller wäre es, eine Lehrlingsausbildung zu installieren, dessen Gesellenbrief den Mag.iur. und dessen Meisterbrief den Dr.iur. ersetzt. Die Qualität der Juristerei würde sprunghaft ansteigen, wenn wir dafür eine geeignete Berufsschule mit entsprechenden Ausbildern hätten.

    • protagoras (kein Partner)
      22. September 2010 15:04

      carlo, ich fürchte, sie haben in ihrer offensichtlichen ablehnung gegenüber akademikern, die tatsachen völlig aus den augen verloren.

      auch der richterberuf ist ein lehrberuf. denn jeder richter muss nach abgeschlossenem studium eine 5-jährige ausbildungszeit als rechtspraktikant und anschließend als richteramtsanwärter absolvieren. danach muss er seine "meister"prüfung ablegen, bevor er richter werden kann.

      der unterschied zu einem gewöhnlichen lehrberuf ist, dass die grunderfordernisse um diese "lehre" überhaupt antreten zu können, wesentlich höher sind als bei einem bäcker, tischler oder installateur. denn der lehrbua muss in diesem fall eben zuerst die matura und danach zumindest das studium der rechtswissenschaften als magister abschließen, um überhaupt eine lehrstelle zu bekommen.

      also bitte die anti-juristerei-polemik wieder einpacken und vor dem nächsten post besser recherchieren.

    • carlo soziale (kein Partner)
      22. September 2010 17:33

      @protagoras
      Die von Ihnen angeführten Entschuldigungen für die miese Qualität der österreichischen Gerichte, sind mit alle bekannt. Gerade diese weltfremde Ausbildung, am wirklichen Leben vorbei, erzeugt die Überforderung der jungen Richter, zwischen Recht und Gerechtigkeit zu unterscheiden.
      Oder wie mir ein Richter versicherte:"Recht hat nichts mit Gerechtigkeit zu tun."

    • protagoras (kein Partner)
      22. September 2010 19:30

      carlo, sie haben meinen kommentar offensichtlich nicht gelesen, sonst würden sie nicht schreiben, dass ich entschuldigungen für die justiz vorgebracht habe.

      also, nochmal lesen, nachdenken.

      dass das recht in unserem rechtssystem nichts mit gerechtigkeit zu tun hat, hängt mit den geltenden gesetzen zusammen und dem rechtspositivistischen zugang der gesetzgeber. mit überforderung der richter hat das nichts zu tun.

    • cmh (kein Partner)
      23. September 2010 08:39

      Also ich bin auch der Meinung von Carlo - in den Grundzügen.

      Wenn ein Richter, um ein Rechnungswerk (Bilanz) zu verstehen einen Gutachter braucht, dann wäre es billiger gleich den Gutachter zum Richter zu nehmen. Zu den psychologischen Gutachten, die einerseites menschenkenntnisersetzend und zum anderen verantwortungsabschiebend sind habe ich mich glaube ich bereits geäußert.

      Man muß nur schauen, welcher Schas in erster Instanz am ersten Tag nicht erledigt werden kann.

  9. protagoras (kein Partner)
    22. September 2010 10:39

    Sehr geehrter Herr Unterberger,

    obwohl ich ihrem Kommentar in der Grundhaltung zustimme, muss ich sie auf ein Missverständnis hinweisen. Bei Gerichtsabteilungen wird in der Regel nicht nach Familienrecht, Verkehrsrecht, Konsumentenschutzrecht, etc. entschieden, sondern nach Zivilrecht, Strafrecht und Außerstreitrecht.

    Die Außerstreit-Abteilungen haben häufig mit Familien- und Sorgerecht (zB einvernehmlichen Scheidungen) zu tun, doch eine streitige Scheidung wird vor einem Zivilrichter ausgetragen, der auch wiederum über das Sorgerecht in einem solchen Fall entscheidet. D.h. ihr Vorschlag, so gut er auch scheinen mag, ist in der jetzigen Rechtslage nicht durchsetzbar. Man müsste daher die Abteilungen anders zuordnen und zB Familienrecht, egal ob zivil oder außerstreitig zusammenlegen. Das hätte natürlich auch andere Nachteile und es stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit, eben weil alte systembedingte Nachteile bloß durch neue ersetzt werden.

    Der Grund, warum insbesondere junge Richter mit Familienrecht zu tun haben, liegt daran, dass sich Familiensachen vor dem Bezirksgericht, also der niedrigsten Instanz, abspielen. Und da ist es ja durchaus sinnvoll, unerfahrene Richter in der niedrigsten Instanz lernen zu lassen.

    Das Hauptproblem der Justiz, und das wurde mittlerweile erkannt, aber mit Sicherheit viel zu spät, liegt darin, dass in den letzten 10-15 Jahren fast ausschließlich weibliche Richter in den Richterberuf übernommen wurden, um die männerlastige Justiz auszugleichen. Da jedoch viele der männlichen Richter, die für die Männerlastigkeit verantwortlich waren, mittlerweile in Pension sind, hat sich in dieser Zeit das Gewicht dermaßen verlagert, dass man in unteren Instanzen fast keinen männlichen Richtern mehr begegnet. In den oberen Instanzen ist dies noch nicht der Fall, aber wohl bald.

    Gegengesteuert wurde viel zu spät und männliche Juristen, die in den letzten 10-15 Jahren ihren Berufseinstieg hatten, wussten, dass es kaum Sinn macht den Richterberuf anzustreben. Das löst natürlich eine Kettenreaktion aus, sodass heute kaum männliche Kandidaten für das Richteramt vorhanden sind, und aus Not schon jeder durchschnittliche männliche Kandidat übernommen wird.

    Genauso wie in den Jahren zuvor jede weibliche auch nur durchschnittlich qualifizierte Kandidatin einem männlichen, auch besser qualifizierten Kandidaten vorgezogen wurde, um die Frauenquote mit allen Mitteln zu erhöhen, so passiert jetzt das exakte Gegenteil.

    Das Resultat ist, dass die Richter seit etwa 15 Jahren nicht mehr nach Qualifikation ausgesucht werden, sondern nach Geschlecht (und zwar in beide Richtungen lediglich zu anderen Zeiten, immer mit dem dümmlichen Ziel, die bestehende Quote zu ändern). Das ist der eigentliche Skandal. Denn dadurch wird garantiert, dass die Qualität der österreichischen Justiz immer stärker absinkt und der Durchschnitt regiert. Aber dafür 50/50.

    • Gennadi (kein Partner)
      22. September 2010 18:51

      Diese Ausführungen sind nett. Aber falsch.
      Spezifisch Pflegschaftssachen machen bei vielen Gericht die Vorsteher. Wer Vorsteher nach welchen Voraussetzungen wird, brauche ich gerade Ihnen sicher nicht zu sagen. Bei den meisten Gerichten werden heutzutage Richterposten ausschließlich nach dem Parteibuch besetzt, sprich nach den Wünschen der sozialistischen Richtervereinigung. Dass Frauen eher berücksichtigt werden, ist klar, denn diese sind weit eher systemkonform.

      Der Skandal spielt sich aber auf anderer Ebene ab. Erstinstanzliche Entscheidungen werden in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle aus dem Handgelenk getroffen, ohne Beweisaufnahme. Die Landesgerichte bestätigen diese Beschlüsse, mit wenigen Ausnahmen, der OGH verweigert seit Jahren die Arbeit. Ergebnis: Ein systemtreuer Sachverständiger wird bestellt, der nach einem Jahr Blödsinn verzapft, das Richterlein holt sich beim Jugendamt Anleitung für den Erstbeschluss, und die Sache ist gefressen.

    • protagoras (kein Partner)
      22. September 2010 19:44

      gennadi, es ist unsinnig, meine ausführungen pauschal als falsch zu bezeichnen. insbesondere, da sie in ihrer scheinbaren begründung dieser behauptung überhaupt nicht auf meine aussagen eingehen.

      darüber hinaus vermischen sie völlig unterschiedliche dinge, die in relation zu einander völlig unerheblich sind. natürlich sind gerichtsvorsteher politisch besetzt. aber es ist unsinn, zu behaupten gerichtsvorsteher würden "spezifisch pflegschaftssachen machen". das eine ist eine organisatorische funktion, das andere eine inhaltliche spezialisierung. wenn also der gerichtsvorsteher nicht außerstreitrichter ist, dann macht er auch keine pflegschaftssachen. aber, ganz ehrlich, darüber überhaupt zu diskutieren, ist ein bißchen lächerlich.

      ihren zweiten absatz würde ich zwar nicht so unterschreiben, aber er ist mit sicherheit nicht so unrichtig wie die erste hälfte ihres ersten absatzes.

    • Gennadi (kein Partner)
      23. September 2010 09:28

      Gut, protagoras, ich sah eben über Wien hinaus. In der Mehrzahl kleinerer Gerichte werden Pflegschaftssachen vom Gerichtsvorsteher - in seiner Funktion als Richter - behandelt. Da es die Unterscheidung Außerstreitrichter, Streitrichter, etc. nicht gibt, kann jederzeit einem Richter ein gewisser Sachbereich zugeordnet werden, der auch gewechselt werden.

      Mit Grund für die Befassung der als Vorsteher tätigen Richter ist selbstverständlich, dass diese ob ihrer Position weniger angreifbar sind und ihre Erstbeschlüsse eine noch höhere Erfolgsquote bei den Landesgerichten aufweisen. Gerade aus dieser Sicht finde ich es nicht lächerlich, das auch zu erwähnen.

  10. cmh (kein Partner)
    22. September 2010 09:36

    Die menschliche Ahnungslosigkeit ist das Problem und übrigens ein guter weil treffender Begriff. Wenn junge Juristen im Justizbetrieb sozialisiert werden, gewinnen sie den Eindruck, dass die kleinste Zeiteinheit 4 Wochen sind. Das macht bei zwei Parteien jeden Zeitraum unter 8 Wochen nicht mehr wahrnehmbar. Und dann gibt es auch noch den Begriff der richtigen, weil in allen Instanzen bestätigten Entscheidung. Das ist ein Loch Ness Ungeheuer und immer noch keine richtige Entscheidung in der Sache.

    Zur Sache: Eine Art Mandatsverfahren wäre eine gute Sache. Bei Verkehrsstrafen (bitte nicht darüber witzeln) geht das ja auch. Das könnte so funktionieren: Besuchstermin geplatzt - Anruf bei einer Schlichtungsstelle - 150,-- Strafmandat - wenn ein guter Grund vorliegt kann das dann wieder aufgehoben werden. Ist auch geschlechtsneutral.

    • Gennadi (kein Partner)
      23. September 2010 09:31

      Eine sehr schlechte Methode. Solche Beträge würden sofort auf den Unterhalt aufgeschlagen.

      Kindesentzug ist Gefährdung des Kindeswohles, da wird etwa die Obsorge im Bereich der gesetzlichen Vertretung einzuschränken sein, oder ein Kollisionskurator bestellt werden können. Meist reicht aber schon ein neutraler Übergabeort, denn nichts ist tödlicher (im Sinne des Wortes), als ein Kind am Wohnort eines Elternteiles durch den anderen abholen zu lassen.

  11. Undine
    21. September 2010 20:33

    Wenn ich's recht bedenke, komme ich zu der Überzeugung, daß es für ein Kind einen haushohen Unterschied macht, ob der Vater bzw. die Mutter stirbt, oder ob sich Eltern, die ja einander einmal geliebt haben, freiwillig trennen, also scheiden lassen.

    Als ich nach dem Krieg zur Schule ging, waren leider viele Kinder, deren Väter aus dem Krieg nicht mehr zurückgekehrt sind. Zu all der unbeschreiblichen Not in dieser Zeit kam dann dieser Schmerz hinzu: die unzähligen jungen Mütter trauerten um íhre geliebten Männer, die Kinder waren zu Halbwaisen geworden.

    Unter diesen Halbwaisen gab es wieder Kinder, die sich an ihren Vater gut erinnern konnten und ihn sehr vermißten; dann waren jene bedauernswerten Kinder, die gar nicht die Möglichkeit gehabt hatten, ihren Vater kennenzulernen, und viele wurden geboren, als der Vater schon gefallen war.

    Dieses Elend kann man sich heute fast nicht mehr vorstellen.
    Aber eines, so denke ich, unterscheidet die Kriegswaisen von den heutigen "vaterlos" aufwachsenden Kindern:

    Die jungen Mütter, die im Krieg, oftmals nach kurzer Ehe, ihren Mann verloren haben, erzählten meist voller Liebe ihren Kindern vom Vater. Möglicherweise verklärten sie ihn sogar ein wenig. Aber die Kinder wuchsen in dem Gefühl auf, daß ihr Vater es wert war, geliebt zu werden, und daß er Frau und Kind/Kinder nicht freiwillig im Stich gelassen hat oder hätte.

    Dieser Faktor fällt bei einer Scheidung weg, ganz gleich, welcher Elternteil die Trennung wollte. In den meisten Fällen wird das Kind, bzw. werden die Kinder der Mutter zugesprochen.
    In diesem Fall machen geschiedene Mütter häufig einen großen Fehler:
    Sie lassen am Vater des Kindes oft keinen guten Faden. Wohl um sich vor sich selber zu rechtfertigen, stellen sie den Vater als schlechten Menschen hin. Auf ein Kind muß das eine verheerende Wirkung haben. Daß die Frauen nicht die Größe aufbringen, auch irgendetwas Gutes an dem Mann, dem Vater des Kindes, der Kinder finden können!
    Einmal muß doch Liebe da gewesen sein!
    Hetzutage kann jede Frau sich aus eigenen Stücken ihren Mann auswählen. Die Zeiten, als Ehen arrangiert wurden, sind längst vorbei!

    Nun kommt es ja leider immer wieder vor, daß ein Vater, eine Mutter stirbt.
    Eine Freundin, deren Mann sie und ihre Kinder verlassen hatte, sagte mir damals, als mein Mann starb und unsere Kinder ihren geliebten Vater verloren, wir seien dennoch besser dran, als sie und ihre verlassenen Kinder. Denn mein Mann hätte mich und die Kinder nie freiwillig verlassen.
    Aber es gibt auch Mütter, die Mann und Kinder sitzen lassen. Da fehlen mir die Worte.

    • ProConsul
      21. September 2010 21:55

      Undine

      ich bin da ganz bei ihnen (selbst Scheidungskind, und immer nur schlechtes über den Vater gehört). daher finde ich es ganz bemerkenswert, dass sie diesen Punkt als Frau so ehrlich ansprechen. Es ist definitiv ein wichtiger und leider oft unbemerkter Aspekt in dieser Debatte.

    • cmh (kein Partner)
      22. September 2010 09:44

      In guten und in schlechten Tagen .... bis dass der Tod Euch trennt ...

      Man sollte es nicht für möglich halten, aber der Inhalt des Satzes ist vielen nicht klar.

  12. Karl Rinnhofer
    21. September 2010 17:02

    Dieser Beitrag spricht einen wichtigen Aspekt an: Die Exponiertheit von Vätern infolge der vielerorts katastrophalen Spruchpraxis nach Scheidungen. Sie ist ein wichtiger Grund der weit verbreiteten Skepsis "potenzieller Väter", Familien zu gründen.

    Kinderlose mit Hedonisten a priori gleichzusetzen, ist verhängnisvoll und nicht der Realität entsprechend. Ich kenne viele, die sich enorm wertvoll in die Gesellschaft einbringen.

    Grundsätzlich ist die Familienförderung in Österreich durchaus großzügig. Pekuniär lässt sich dieses (mögliche) Problem der sich möglicherweise anbahnenden demographischen Katastrophe kaum lösen. Ganz andere Gründe hemmen Familiengründungen: Feminismus, Ideologie eines Einheits-Geschlechts", Anspruchsdenken, Materialismus, allgemeiner Werteverfall, der vor allem Menschen, die sich zu Familiengründung entschieden, existenziell exponiert, da jedes Familienmitglied auf grundsätzliche Anständigkeit der Familienmitglieder, etwa einem minimalen Gefühl für Dankbarkeit – statt uferlosem Anspruchsdenken angewiesen ist.

    Es muss also an der Wertefrage angesetzt werden: Trotz vielerlei Härten in der Berufswelt schützen dort Gesetze und Gewerkschaften viel wirksamer als das innerhalb von Familien vorauszusetzende Vertrauen in einen geltenden Wertekonsens. Und wenn einmal Gesetze sprechen, gibt es eher unsymmetrische Spruchpraxis zu Lasten von Scheidungsvätern.

    In Familien ist der Einzelne –stets von Undankbarkeit, und oft - offensichtlich gerade der „Vater“ – von De-facto-Ruin (nach Scheidungen) bedroht, während tendenziell der alleinerziehenden Mutter eher die Fokussierung gesellschaftlicher Zuwendung gilt.

    Umgekehrt gibt gelungenes Familienleben mehr als das durch Geld je aufzuwiegen wäre …

  13. Stadtindianer
    21. September 2010 12:45

    Gesetzliche Mindestbesuchszeit ist lediglich ein SPÖ-Frauen-Entlastungsvorschlag, um die von Bandion-Ortner vorgebrachten Vorschläge abzuschwächen. Dabei wird bewusst das eigentliche Thema verschwiegen: Was ist zu unternehmen damit die vereinbarten Besuchskontakte auch tatsächlich Kontakte werden. – Ob ein fiktiver Besuchskontakt in einem Gerichtsbeschluss oder im Gesetz steht ist dabei total belanglos.

    • cmh (kein Partner)
      22. September 2010 09:46

      Dies Affentheater um das Besuchsrecht ist nur das Korollar des lockeren Umganges mit der Scheidung. Wer Scheidung sagt muß auch Besuchsrecht sagen und wer Scheidung ohne Besuchesrecht sagt betrügt.

      Ich weiss - mein Lieblingsthema.

    • Gennadi (kein Partner)
      22. September 2010 18:53

      Widerspruch.

      Scheidung mit voller Obsorge für beide Eltern. Ohne Besuchsrecht. Und zwangsläufig: keine Rechte, keine Pflichten. Wer keine Obsorge hat, soll auch nicht zahlen müssen.

      Dann fallen schon einmal 2/3 der Verfahren weg.

  14. Richard Mer
    21. September 2010 10:20

    Die demografischen Entwicklungen sind nicht nur so wie sie sind, weil die jungen Frauen Karriere machen wollen, und so auf Kinder verzichten, sondern auch, weil man als junger Mann heutzutage sehr vorsichtig sein muss, wenn man sich auf Kinder einläßt, weil man sehr schnell in einer Situation ist, wo man viel zahlen muss ohne jegliche Rechte auf sein Kind. Das ist ein ganz wichtiger Grund warum es immer weniger Kinder gibt: männlicher Zeugungsstreik aufgrund ungerechten Familienrechts. Deswegen sind diese Fragen von zentraler Bedeutung.

    • WFL
      21. September 2010 15:06

      @richard mer:
      Sie bringen es auf den Punkt. Einen ähnlichen Eindruck habe ich auch in meinem Bekanntenkreis: Viel der jungen Damen toben sich aus, aber wenn sie sich dann binden möchten, ergreifen die potentiellen Jungmänner die Flucht. Weil viele dieser Jungmänner schon genügend Horrorstories über - siehe oben - geschiedene Männer hörten, die zwar bei Zahlungsverzug sofort gepfändet werden, aber dafür ihre Kinder oft jahrelang nicht sehen durften (und wenn, dann nur, wenn sie sich vorher selbst demütigten).

  15. Josef Maierhofer
    21. September 2010 09:20

    Die Familie ist die Keimzelle des Staates.

    Die Politik soll die Familie unterstützen durch gesetzlichen Schutz.

    Zerfallende Familien müssen genauso geschützt werden, schließlich geht doch ein Paar (verheiratet oder nicht) mit einem Kind eine Verpflichtung ein. Das Kind hat niemenden anderen als Mutter und Vater. Das heißt eine mit Kind begründete Familie endet mit dem Tod des jeweiligen Partners, egal wieviele sonstige Verpflichtungen jeder dieser Eltern noch eingeht. Dazu gehört der Kontakt, dazu gehört die Kontaktmöglichkeit.

    Ja, da meinen aber die Gutmenschen, daß die Kinder Sache des Staates wären. Also Heim-'Betreuung' durch fremde Personen, deren Dienstzeit und Engagement um 17 Uhr endet, etc. Das Ergebnis ist ja diese verlorene Gesellschaft. Lieber soll der Staat Elter1 und Elter2 erziehen und ihnen die Pflichten nachträglich beibringen, die er ihnen in der Schule nicht beigebracht hat, und die vorbildhafte Lebensweise für ihre Kinder und das findet nicht beim Branntweiner statt. Werte RichterInnen, das sei Ihnen ans Herz gelegt, so weit haben wir uns schon vom Leben entfernt. Die Gründe haben wir des öfteren schon behandelt.

    Ich kenne einen Bekannten, dem wurde als Arbeitsloser das Besuchsrecht seines Kindes, das er 5 Jahre lang gemeinsam mit der anderswo lebenden Mutter aufgezogen hat, 2 Wochen bei der Mutter, 2 Wochen beim Vater, gestrichen, weil er die plötzlichen Alimenten- und Unterhaltsforderungen der Frau nicht erfüllen konnte.

    Er hat dann nach einem Gerichtsverfahren bis zum Obersten Gerichtshof, die Vaterschaft für das Kind abgelehnt. Er stand auf dem Standpunkt, entweder darf er seine Tochter sehen oder er ist dann kein Vater mehr. Der Staat hat sich unmöglicher weise in Dinge gemischt, die sich die beiden besser selbst ausgemacht haben sollten. Hätte das Gericht geprüft, wie es bisher war, hätte es den Status quo zementieren können. Aber gemeinsames Sorgerecht 'gibt es bei uns nicht', bei den Ösis. Wir sind ja so gescheit.

    Die Auswüchse an Lebensferne sind schon gewaltig und P.C. verdorbene RichterInnen seien von mir aufgefordert, Hirn anzuwenden und Hausverstand walten zu lassen, sofern sowas noch gerettet werden konnte.

    Ich war ein paar Mal Geschworener und ein paar Mal Schöffe bei Gericht und es gab jedesmal brisante Fälle, wo auch Jus-Studenten die Verhandlung beobachteten. Wenn ich mir die jungen Menschen so angesehen habe, tuschelnd und tratschend, abwesend, teilweise interessiert, u.s.w., da habe ich insgeheim gedacht, daß diese in Zukunft Recht sprechen werden, sind sie doch noch dazu die besseren, die Richteramtsanwärter oder -bewerber. Gnade uns ! Herr Dr. Unterberger schreibt das Gleiche, was ich mir damals gedacht habe.

    Sogar ich selbst hätte unendliche Schwierigkeiten mit einem gerechten Urteil, ich habe stets Sorgfalt angewendet und auch als Laienrichter getan, was 'nicht üblich ist' und beinahe jedesmal fast verwehrt wurde, die Akteneinsicht und das Hinterfragen bei der Verhandlung.

    Wir zerstören uns selbst dadurch, daß 'Christkindln' als Richter fungieren dürfen, daß die Sorgfalt nicht angewendet wird, daß der Hausverstand und die Erfahrung fehlt, daß stets über Rechte verhandelt wird und fast nie über Pflichten und daß Moral kein Maßstab mehr ist, weder bei Anwälten noch bei den Richtern, noch bei den Klienten und Beklagten und Klägern.

  16. Celian
    21. September 2010 08:38

    Falscher Ansatz der beiden Damen. Nicht das Besuchsrecht nach der Scheidung muss gestärkt werden, sondern Scheidungen müssen für Ehepartner mit Kinder verunmöglicht werden.
    In Zeiten der Empfängnisverhütung, in der die Menschen es selbst in der Hand haben, ob sie ein Kind haben oder nicht, sollen sie auch Manns und auch Frau genug sein, die Konsequenzen zu tragen. Es darf nicht so leicht gemacht werden, sich zu trennen. Wenn das von vornherein klar ist - in der Kirche gibt es keine Scheidung - dann richten sich die jungen Leute danach und prüfen bevor sie sich binden. Und nicht, na wenns nicht klappt, laß ich mich wieder scheiden...

    • Gennadi (kein Partner)
      22. September 2010 18:44

      Scheidungen verunmöglichen? Aber nicht wirklich. Verheiratet oder Eltern zu sein, sind zwei völlig unterschiedliche Begriffe.

    • karl murx (kein Partner)
      23. September 2010 21:34

      Früher war es eine Schande, also soziale Ächtung, die Scheidungen erschwerte. Die Gesellschaft war daran interessiert, dass der Nachwuchs gut versorgt aufwuchs, ob sich die Eheleute noch heiß liebten, war nachrangig.
      Heute, wo schon Scheidungen wegen Fadesse und etwas zu niederfrequenter Orgasmen erfolgen, übernimmt unser Sozialsystem vermehrt die Betreuung der Kinder, zukünftig auch ganztägig. Wozu noch Nachwuchs?
      Bestenfalls zum Erzählen einer Gute-Nacht-Geschichte und hastiges miteinander Frühstücken - und natürlich Weihnachten....

  17. SuPa
    21. September 2010 08:31

    Scheidungskinder sind immer die Verlierer. Wäre es nicht besser, wenn unsere gewählten Volksvertreter der Familie durch bessere Rahmenbedingungen in unserer Gesellschaft wieder einen höheren Stellenwert verleihen und damit die Anzahl der Scheidungen reduzieren?

  18. Graf Berge von Grips
    21. September 2010 07:55

    Für die linken Richter wäre es das Wahre
    dauerte das Verfahren 18 Jahre ....

  19. simplicissimus
    21. September 2010 07:40

    einerseits ist es richtig, kindern den vaterbesuch zu erleichtern - in erster linie sollte es um die kinder gehen und auch männerechte weiter auszubauen, die durch die ständige bevorzugung der frau zunehmend unter die räder gekommen sind, andererseits sollte der fokus der politik wesentlich mehr auf geburtenzuwachsförderung und förderung des familienzusammenhalts liegen anstatt scheidungen einfach wie eine versicherungskündigung zu machen. die betroffenen sind hauptsächlich die kinder, die am elternegoismus zu leiden haben.

    wirksame familienpolitik ist durch die genderisierung und homo/lesbenverehrung vollkommen zu einer altmodischen konservativen forderung verkommen.

    es liegt an der rechten, dieser wieder frischen schwung, attraktivität und neuen inhalt zu geben. dringend.

  20. terbuan
    21. September 2010 07:11

    Geschiedene Männer aller Länder vereinigt Euch!
    Sehr viele Männer werden heute noch nur zwecks Zeugung gebraucht, dann werden sie hinausgeschieden und dürfen nur noch zahlen. Wobei man gerechterweise sagen muß, dass viele dieser Betroffenen selbst schuld sind an ihrem Schicksal, weil sie in unserer Spaßgesellschaft aufgewachsen sind und außer Autos, Fußball und sonstiger Vergnügungen wenig im Sinn haben und ein Familienleben schon gar nicht!

    • Gennadi (kein Partner)
      22. September 2010 18:42

      Das ist der Grundfehler.
      Nicht "geschiedene Männer" sollen sich vereinigen, sondern Eltern gegen das familienfeindliche System.





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