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Steuergeld für die Bauern - warum eigentlich?

Verdienen die Bauern zu viel oder zu wenig? Regelmäßig taucht das Thema auf – am liebsten in Wahlzeiten und wenn größere Verteilungskämpfe wie in diesem Herbst bevorstehen. In eine besonders tiefe Schublade hat nun ein Buchautor gegriffen, der schon einmal vor Gericht wegen Fälschung von Informationen eingegangen ist. Dennoch ist die Agrarförderung diskutabel, mehr als diskutabel.

(Ich schreibe in jeder Nummer der Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung „Börsen-Kurier“ die Kolumne „Unterbergers Wochenschau“. Diesmal ist sie dem Thema „Agrarförderung“ gewidmet.)

Denn warum wird überhaupt landwirtschaftliche Produktion in Österreich, in der ganzen EU so heftig gefördert, dass für den Großteil der Bauern die Hauptquelle der Einkünfte in Förderungen besteht? Industrie und Gewerbe werden ja auch nicht gefördert, höchstens in Ausnahmesituationen.

Manche tun so, als ob Bauern aus sozialen Gründen zu fördern sind. Ein absurder Gedanke. Denn es wäre weit billiger, wenn die Bauern einfach das neue Grundeinkommen bekommen, aber nicht über den teuren Umweg ihrer Produktion gefördert würden. Es wäre auch ein absoluter Unsinn, die Landwirtschaft deshalb zu fördern, damit der Strukturwandel abgebremst wird, damit Kleinbauern überleben können. Warum sollte man das tun? Hätten wir in den letzten 150 Jahren den Strukturwandel verhindert, dann hätten wir heute noch 80 Prozent Bauern. Dann gäbe es noch zigtausende Greißler und Schuster, die alle von Förderungen lebten. Das kann kein Staat, keine EU finanzieren, das würde unseren Lebensstandard atomisieren.

Daher sind auch alle Neidargumentationen falsch, die lustvoll die Förderungen für Großbauern oder für Prominente auflisten. Kleinheit soll und darf künftig kein Förderungsgrund mehr sein. Sonst müsste man ja auch den ÖBB, dem weitaus meistgeförderten Betrieb Österreichs, alle Gelder streichen und nur ein paar kleine Privatbahnen subventionieren.

Ökonomisch wäre es viel sinnvoller, wenn wir viel weniger, dafür große, schlagkräftige und unternehmerisch geführte Betriebe hätten.

Was wirklich förderwürdig ist, hängt nicht mit der Größe zusammen. Legitim sind etwa etliche umweltbezogenen Fördermotive: etwa der Verzicht auf besonders wasserverschmutzenden Dünger oder der gesunde Mischwald anstelle von Monokulturen. Logischerweise dient es der Umwelt nicht, wenn das nur bei Kleinen gefördert würde.

Dasselbe gilt für die touristischen Fördermotive: Die Landschaft ist attraktiver, wenn auch entlegene Bauernhöfe bewohnt sind, wenn in den alpinen Regionen weiterhin Wiesen und Felder kultiviert werden und nicht alles dem sich ohnedies ständig ausbreitenden Wald geopfert wird.

Alles andere an der Agrarförderung ist unsinnig, belastet nur schwer die europäischen Budgets, verhindert Strukturwandel und schädigt die Dritte Welt, die gegen die künstlich verbilligten europäischen Lebensmittel nicht konkurrenzfähig ist.

Ob sich diese Erkenntnis gegen Europas – vor allem Frankreichs – mächtige Bauernverbände jemals durchsetzen wird? Neidargumente unseriöser Autoren helfen da aber sicher nicht weiter.

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  1. Ausgezeichneter KommentatorMartin Bauer
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    09. September 2010 08:38

    Sehr geehrter herr Dr.Unterberger!

    Diesmal kann ich Ihrem Kommentar (fast) nichts Positives abgewinnen.
    Sie schütten das Kind mit dem Bade aus.

    Natürlich gehört die Agrarförderung nach dem Giesskannenprinzip abgeschafft. Vor allem aber gehört sie den österreichischen Verhältnissen angepasst. Nicht die Quantität, sondern die Qualität gehört gefördert. Und die heisst nicht Agrarföreerung".

    Alles was östlich von Scheibbs geschieht, die Zusammenlegung von Agrarflächen, unterstützt von Betriebsaufgaben der Nebenerwerbsbauern zu grösseren Aggregaten, macht Sinn und verbessert die Kostenstruktur der wachsenden mittelgrossen Bauern. Das sollte für den (österreichischen) Markt reichen.

    Die meisten der verbleibenden Kleinbauern (westlich von Scheibbs, muss ja nicht unbedingt bis Nebraska reichen), dienen primär der Landschaftspflege, des Landschaftsschutzes und der für Österreich essentiell wichtigen Tourismusbranche.
    Die Nahrungsmittelproduktion ist de facto schon seit langem ein Minusgeschäft, welches nur durch die Subventionen zu einem Nullsummenspiel mutiert.

    Dieser Tatsache gehört umgehend Rechnung getragen.

    Diese Bauern gehören verstärkt gefördert. Allerdings nicht unter dem Namen "Agrarförderung", sondern unter "Qualitätsförderung".

    Die Direktvermarktung gehört umgehend liberalisiert und freigegeben!
    Der Landschaftspflegeanteil gehört von der Allgemeinheit unter diesem Titel gefördert.

    Vor wenigen Wochen war im ORF (ja machmal sendet der auch Sehenswertes) ein Bericht über eine westösterreichische Bergbauernfamilie zu sehen, der die Produktion und Vermarktung der eigenen Käseherstellung unmöglich gemacht wurde, weil die behördlichen Auflagen den Bau von 3 getrennten, verkachelten, mit Geräten im Wert von über Euro 60.000,00 ausgestatteten Räumen, vorsehen.

    Damit kann man diesen "Zuerwerb" praktisch vergessen.

    Begründung: EU-Auflagen

    Ein weiteres Beispiel, wie man Betriebsauflagen, erstellt für grossstrukturierte europäische Betriebe, im Masstab von 1:30 (anscheinend das europaweit geltenden Umrechnungsmass für Österreich) umlegt, ohne nachzudenken.

    Ich wage ja sogar zu behaupten, dass eine Entbürokratisierung der Direktvermarktung von bäuerlichen Produkten (der Markt soll entscheiden) a la longue die Subventionen in der heutigen Form drastisch reduzieren würde.

    Ich kann mir nicht helfen. Aber unsere Interessensvertretung in der EU hat geschlafen, schläft und wird auch in Zukunft schlafen (Bis auf den einzigen Moment pro Monat, der sich Gehaltsüberweisung nennt)

  2. Ausgezeichneter KommentatorSuPa
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    09. September 2010 08:09

    Das Hauptproblem sind die viel zu niedrigen Ex-Hof-Verkaufspreise. Nehmen wir als Beispiel die Milcherbaueren. Da bekommen die Bauern ca. 30 Cent, während die Konsumenten in den Geschäften ca. das 3fache bezahlen. Um Milch regelmässig zu produzieren, müssen die Kühe jedes Jahr kalben. Auch die zu den Schlachthöfen abgelieferten Tiere werden nur zu sog. Weltmarktpreisen übernommen. Wieder kann der Landwirt nicht selbst kalkulieren und der Verkaufspreis liegt unter seinen Gestehungskosten.
    Das Dilemma liegt also, dass
    1. unsere meist kleinstrukturierten Bauern mit den völlig durchrationalisierten (fast vollautomatischen) Großbetrieben nicht wettbewerbsfähig sind,
    2. die Konsumenten nicht bereit sind, für die Grundnahrungsmittel "Made in Austria" mehr zu bezahlen,
    3. die Konsumenten den Qualitätsunterschied zwischen Produkten aus Tierfabriken und "normalen" Bauernhöfen meist nicht zu schätzen wissen und
    4. die zwischengeschalteten Verarbeiter (z.B. Molkereien, Schlachthöfe, Getreidehandel) sowie der Einzelhandel (z.B. Supermärkte) die Erzeugerpreise diktieren.
    Bemühungen von AMA und diverse Exportaktivitäten helfen wenig, daran etwas zu ändern. In der Schweiz hat man den Markt für die Grundnahrungsmittel weitgehend abgeschottet, damit die Landwirte "echte" Preise erzielen kölnnen. Ob dies eine langfristig gute Lösung ist?

  3. Ausgezeichneter KommentatorErich Bauer
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    09. September 2010 08:51

    Karl Friedrich Raiffeisen hat postuliert, daß in einer sich entwickelnden Gewerbe- und Industriegesellschaft die Vollversorgung von leistbaren Lebensmittel nur dann gewährleistet ist, wenn die Lebensmittelerzeugnisse nicht dem "freien Markt" ausgesetzt sind. Das bedingt naturgemäß Ausgleichszahlungen (Subventionen) durch das Gemeinwesen. Damals war die "Umweltpflege" noch kein so großes Thema. Das erklärte Ziel war nicht zuletzt die Lebensmittel-Selbstversorgung des Staates. Ich behaupte, daß dieser Gedanke auch heute noch seine Gültigkeit hat. Insbesondere für "Schwellenländer" - aber nicht nur.

    Es ist immer wieder lustig, wenn sich hochsubventionierte - meist auch unnötige - Polit-Stellen über den Mangel an "freien Markt" bei der Lebensmittelproduktion beschweren. Zumal es noch dazu solche Stellen sind, bei denen das Wort "liberal" fast augenblicklich ein "Kerzerl" entzünden läßt. Denn im gleichen Atemzug weisen diese Stellen mit Abscheu auf den freien Lebensmittel-Börsenmarkt hin. Ein Markt, der andererseits aber gar nicht so "frei" ist. Sind diese Produkte doch auf Teufel komm raus subventioniert. Und zwar von Ländern, die wiederum fast als "Archetypen" des freien Marktes gelten... Delikat dabei, daß die Auswirkungen eines, wenn auch nur "virtuell" freien Marktes, für die "Schwellenländer", diesen Herrschaften ja bekannt ist. Wären die Bauern endlich SPÖ-ROT wäre das alles kein Thema.

    Daß Subventionen nicht nur der Höhe, sondern auch ihrer Notwendigkeit nach ständig überprüft werden müssten, sollte eigentlich nicht extra erwähnt werden. Daß es dabei so ist wie beim Raiffeisengedanken ist leider die Praxis. Ideen werden pervertiert. Vom Raiffeisengedanken zur Raiffeisenorganisation.

  4. Ausgezeichneter Kommentatorterbuan
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    09. September 2010 10:43

    Die Agrarförderung insgesamt bringt unzweifelhaft erhebliche Vorteile für den Konsumenten und den Erhalt kleinbäuerlicher Strukturen, die Förderung von industriellen Großbetrieben wie Agrana oder Rauch jedoch gehört sicherlich überdacht bzw. abgeschafft, denn diese kassieren den Löwenanteil dieser Subventionen.

  5. Ausgezeichneter KommentatorAnton Volpini
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    10. September 2010 09:07

    An den Agrarsubventionen offenbart sich die ganze Widersprüchlichkeit und Scheinheiligkeit der menschlichen Gesellschaft. Und zwar weltweit.
    Wir wollen einerseits billige Lebensmittel haben, müssen aber andererseits unsere "Urproduzenten" irgenwie bei Laune halten. In unserer Wohstandsregion Europa hätten wir sie weiters auch gerne als "Landschaftsgärtner" gehalten, ohne aber dafür zahlen zu wollen.
    Dieses Thema kann weder durch eine Neiddiskussion zwischem Groß und Klein, noch durch singuläre Maßnahmen, auf Österreich alleine bezogen, gelöst werden.
    Einen kleinen Einblick in die Komplexität dieser Materie bekommt man durch das Buch von Josef Reichholf: "Der Tanz um das goldene Kalb"

  6. Ausgezeichneter KommentatorGerhard Pascher
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    09. September 2010 09:29

    Die Agrarsubventionen sind leider ein weltweites Problem. So ist es damit z.B. afrikanischen Kleinbauern praktisch unmöglich, Lebensmittelexporte zu machen, da die Getreideprodukte aus den USA oder Brasilien am Weltmarkt so günstig angeboten werden, dass lokale Produktionen trotz sehr niedriger Stundenlöhne nicht mithalten können. So bleibt meist die afrikanische Produktion auf den Eigenbedarf beschränkt und die WTO-Mitgliedschaft verpflichtet sogar diese Regierungen, das günstigere Getreide ohne Importbeschränkungen hereinzulassen.
    Manche NGOs verschenken sogar importierte Grundnahrungsmittel an die dortige arme Bevölkerung. Daher hat z.B. ein afrikanischer Landwirt kürzlich im BBC-Radio erklärt, dass es ihm nicht mehr möglich ist, seine bescheidene Hirseproduktion am nächsten Markt zu verkaufen. Fazit: er produziert keine Hirse mehr und stellt sich nun selbst bei einer Ausgabestelle an, um den Bedarf seiner Familie zu decken. Das ist doch eine tolle Entwicklungshilfe. Hat doch schon Bill Clinton gesagt: "It's the economy, stupid".

  7. Ausgezeichneter KommentatorWahrheit
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    11. September 2010 09:57

    O.T.:
    Wenn grüne Bundesvorstandsmitglieder aus ihrer grünen Parallelwelt wieder in den Alltag zurückkehren, dann gibt es manchmal erstaunliche Erkenntnisse, so wie gestern im Kurier Ex-Nationalrätin Monika Langthaler:

    "Man muss aber selbstkritisch eingestehen: Die Grünen haben verabsäumt, neue spannende Leute anzuziehen - es wurden viele abgeschreckt.

    Indem bei Schlüssel-Themen wie der Migration zu lange Schwarz-Weiß-Schemata verfolgt wurden. Bis vor Kurzem wurde jeder, der im Migrantenmilieu von Problemen sprach, schnell als Ausländerfeind punziert. Da war man realitätsfremd. Ich weiß das heute mit dem Blick aus der Distanz. Ein anderes Beispiel: Mein Mann sucht als Gastronom oft Mitarbeiter. Von 30 Bewerbern, die uns das AMS schickt, wollen 30 nicht arbeiten. Vor diesem realen Hintergrund muss ein Konzept wie die Mindestsicherung bestehen."

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  1. Ausgezeichneter KommentatorWahrheit
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    11. September 2010 09:57

    O.T.:
    Wenn grüne Bundesvorstandsmitglieder aus ihrer grünen Parallelwelt wieder in den Alltag zurückkehren, dann gibt es manchmal erstaunliche Erkenntnisse, so wie gestern im Kurier Ex-Nationalrätin Monika Langthaler:

    "Man muss aber selbstkritisch eingestehen: Die Grünen haben verabsäumt, neue spannende Leute anzuziehen - es wurden viele abgeschreckt.

    Indem bei Schlüssel-Themen wie der Migration zu lange Schwarz-Weiß-Schemata verfolgt wurden. Bis vor Kurzem wurde jeder, der im Migrantenmilieu von Problemen sprach, schnell als Ausländerfeind punziert. Da war man realitätsfremd. Ich weiß das heute mit dem Blick aus der Distanz. Ein anderes Beispiel: Mein Mann sucht als Gastronom oft Mitarbeiter. Von 30 Bewerbern, die uns das AMS schickt, wollen 30 nicht arbeiten. Vor diesem realen Hintergrund muss ein Konzept wie die Mindestsicherung bestehen."


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  1. Chelsi (kein Partner)
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  6. Yan (kein Partner)
    21. Januar 2015 02:51

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  7. Riezcha (kein Partner)
    21. Januar 2015 01:44

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  8. Maurice (kein Partner)
    19. Januar 2015 14:13

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  9. Sirley (kein Partner)
    19. Januar 2015 10:31

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  10. Wahrheit (kein Partner)
    11. September 2010 09:57

    O.T.:
    Wenn grüne Bundesvorstandsmitglieder aus ihrer grünen Parallelwelt wieder in den Alltag zurückkehren, dann gibt es manchmal erstaunliche Erkenntnisse, so wie gestern im Kurier Ex-Nationalrätin Monika Langthaler:

    "Man muss aber selbstkritisch eingestehen: Die Grünen haben verabsäumt, neue spannende Leute anzuziehen - es wurden viele abgeschreckt.

    Indem bei Schlüssel-Themen wie der Migration zu lange Schwarz-Weiß-Schemata verfolgt wurden. Bis vor Kurzem wurde jeder, der im Migrantenmilieu von Problemen sprach, schnell als Ausländerfeind punziert. Da war man realitätsfremd. Ich weiß das heute mit dem Blick aus der Distanz. Ein anderes Beispiel: Mein Mann sucht als Gastronom oft Mitarbeiter. Von 30 Bewerbern, die uns das AMS schickt, wollen 30 nicht arbeiten. Vor diesem realen Hintergrund muss ein Konzept wie die Mindestsicherung bestehen."

  11. brechstange
    10. September 2010 23:36

    Sg Herr Dr. Unterberger!
    Ihre Frage: "Warum wird überhaupt landwirtschaftliche Produktion in Österreich, in der ganzen EU so heftig gefördert, dass für den Großteil der Bauern die Hauptquelle der Einkünfte in Förderungen besteht?
    Ist es so? Ich meine nicht, das 2000 Euro p.a. Förderung für eine 13 ha Landwirtschaft als Haupteinkunftsquelle gelten kann. In Wahrheit werden mit diesen Subventionen die Preise für die Konsumenten gestützt, es ist eine Umverteilung zum Konsumenten mit vielen Nutznießern auf den Weg bis in den Warenkorb.

    Sie stellen fest: "Industrie und Gewerbe werden ja auch nicht gefördert, höchstens in Ausnahmesituationen."
    Hier freue ich mich tatsächlich auf die versprochenen Transparenzkonten - die hoffentlich auch transparent sind - wir werden nämlich staunen, wie viel Subvention große Betriebe benötigen im Gegensatz zu KMUs. Aus der landwirtschaftlichen Transparenzdatenbank ersehen wir inzwischen auch, dass erst an 15. Stelle der erste Landwirt auftaucht.

    Sie stellen fest: "Ökonomisch wäre es viel sinnvoller, wenn wir viel weniger, dafür große, schlagkräftige und unternehmerisch geführte Betriebe hätten."
    Auf den ersten Blick gebe ich Ihnen recht. Doch bei genauerer Überlegung, warum eigentlich brauchen Großbetriebe Subventionen, wo sie doch über Auslastung, Marktzugang, etc. erhebliche Kostenvorteile haben müssten? In Wahrheit hängen auch diese Betriebe am Fördertopf, verzehren damit den Markt, treffen Entscheidungen, die häufig zu Schulden und damit zu BAnkenabhängigkeit geführt haben. Banken und Investorengruppen dominieren inzwischen die Landwirtschaft und deren Lobby ist stark. Der Landwirt ist vielleicht gerade noch Geschäftsführer, meist Landarbeiter. Gerade die Finanzgruppen, die größte staatliche Sanierungsaktionen brauchten, um selbst zu überleben, die Milliarden in den Sand setzten, haben die Landwirtschaft fest im Griff. Sie betreiben Großbetriebe mit Hilfe von Subventionen um groß Rendite zu machen und die Politkasperl hängen in den Seilen und unterstützen dies.

    Daraus ist bzw. wird eine oligopolartige Planwirtschaft entstehen, die den Wareneinsatz aus Urproduktion am Produktpreis auf ein unerträgliches Minimum reduziert. Ein Beispiel für diese Fehlallokation ist der Brotberg der tagtäglich am Müll landet, weil der Preis des Mehls am Endprodukt minimal ist. Eine unerträgliche Ressourcenverschwendung durch fehlgeleitete Förderpolitik, offenbar regt das niemanden mehr auf. Auch werden die Abhängigkeiten entsprechend hoch. Wollen wir das wirklich?

    Die Förderpolitik ist grundsätzlich zu durchforsten und neu zu denken, in diesem Punkt stimme ich Ihnen zu, jedoch dass groß gut ist und klein schlecht sein sollte, dem kann ich nicht folgen.

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      11. September 2010 09:47

      Ist es so? Ich meine nicht, das 2000 Euro p.a. Förderung für eine 13 ha Landwirtschaft als Haupteinkunftsquelle gelten kann.


      Nein, aber 2000 Euro ist auch verhältnismäßig niedrig. Über alle Betriebs gerechnet ist tatsächlich der größte Teil Subvention. Empfehle eine Lektüre der Input-Output-Tabellen bei der Statistik A, da werden Sie staunen, woraus sich die Wirtschaftsliestung der Landwirtschaft zusammensetzt.

      In Wahrheit werden mit diesen Subventionen die Preise für die Konsumenten gestützt, es ist eine Umverteilung zum Konsumenten mit vielen Nutznießern auf den Weg bis in den Warenkorb.


      Da täuschen Sie Sich. Damit wird nur hintangehalten, dass der Konsument nicht-europäische landwirtschaftliche Produkte konsumiert. Der Steuerzahler zahlt dafür, dass die Konsumenten europäischen Zucker für denselben Preis bekommt wie brasilianische, prima.

      Wobei der größte Teil der Förderungen von der Produktion ja völlig entkoppelt ist. Im Prinzip dient die Förderung dazu, die Besiedelung des ländlichen Raumes aufrechtzuerhalten.

      Ihre Überlegungen zu economies of scale sind natürlich treffend.

  12. Neid (kein Partner)
    10. September 2010 19:23

    Ja immer der gute Neid. Wehe arme Leute bekommen eine Mindestsicherung, dann ist Kritik daran gut und toll. Wenn aber Leute die es wirklich nicht im geringsten Notwendig haben Förderungen einstreichen, dann ist Kritik natürlich nur von Neid getragen.
    Das alte Spiel - nach unten treten, nach oben buckeln.

  13. Philipp Starl (kein Partner)
    10. September 2010 14:44

    OT:

    Ich rufe hiermit zu einer Spendenaktion zugunsten von Christine Marek und der Wiener ÖVP auf. Bitte lasst uns Geld sammeln, damit sich diese arme Frau und ihre Partei nicht weiterhin diese Wahlwerbung antun muss. Wo hat sie die gekauft? Beim Lidl im Zehnerpack?

    • Samtpfote
      10. September 2010 16:34

      Wenn du mehr als 10 Cent bekommst, verdopple ich! :-)

    • Philipp Starl (kein Partner)
      10. September 2010 17:03

      Wenn ich mehr als 10 Euro bekomme, alarmier ich vorsichtshalber die Psychiatrie :-) .

    • Samtpfote
      10. September 2010 20:21

      Philipp Starl

      Beides gefahrlos. :-)

    • Marcus Aurelius (kein Partner)
      10. September 2010 20:24

      Samtpfote und Philipp Starl:
      Ich glaub', diese € 10,20 würden sinnvoller für einen Besuch des Etablissements von Carlo Soziale ausgegeben.
      Außerdem ist er ein ehrenwerter Biobauer; er hält auch freilaufende Hühner.
      Aber ob die Marie für uns drei reicht? Kaum anzunehmen.

  14. Segestes (kein Partner)
    10. September 2010 14:28

    Ich kenne fast nur Bauern, die mit 5er BMW und E-Klasse ihre Ware zum wöchentlichen Bauernmarkt bringen.
    Lächerlich, dass solche Leute, die aufgrund der vermehrten Umwidmung von Ackerland in Bauland, automatisch immer reicher werden, auch noch auf Kosten der Allgemeinheit Alimentationen empfangen.
    Danke ÖVP, für diese Geldvernichtung.

    • inside
      10. September 2010 15:54

      Genau!
      Sind alle Kartoffelbauern und Mitglieder der SPÖ.
      Sie wissen ja, die blödesten Bauern haben die grössten Kartoffel.

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      10. September 2010 16:30

      Die Kassiererei der Bauernschaft der SPÖ umzuhängen, das wäre eine taktische Leistung!

    • Segestes (kein Partner)
      10. September 2010 17:34

      Wenn man Grammeln und Geselchtes aus Kartoffeln machen kann,
      dann magst du recht haben.
      Aber nur dann.

    • brechstange
      10. September 2010 17:42

      Sind Sie neidig?

      Also auf unserem Bauernmarkt kommen ALLE Bauern ausschließlich mit Nutzfahrzeugen. Das sind nämlich noch echte Bauern, die nicht von der Substanz leben. Aber vielleicht sind auf Ihrem Bauernmarkt auch Händler.

    • Segestes (kein Partner)
      10. September 2010 18:36

      Geh bitte, "Neid", das Totschlagargument schlechthin.
      Hier gehts jedoch um die teure Subventionierung von Leuten,
      die das Geld ganz offensichtlich nicht brauchen.

      Und bei diesen Bauern sind die genannten Autos
      die "Nutzfahrzeuge".
      Mit dem Traktor kommt bei uns jedenfalls schon lange
      keiner mehr :-)

    • SuPa
      10. September 2010 19:20

      Segestes:
      Wie kann der Bauer im 5er-BMW seine Waren zum Markt transportieren?

    • H.K. (kein Partner)
      10. September 2010 20:18

      Bitte, was erzählen Sie denn hier für Räubergeschichten?

    • brechstange
      10. September 2010 22:30

      @segestes
      Ich denke, für Sie wäre nur in Ordnung, wenn der Bauer mit dem Pferdefuhrwerk zum Markt käme, nicht wahr?

    • Systemfehler (kein Partner)
      11. September 2010 08:39

      Der Schwachsinn, der hier erzählt wird (5er BWM etc), der geht auf keine Kuhhaut. Da haltensich die rechten Deppen für anständig, dabei wird gelogen, dass die Balken brechen.

    • Segestes (kein Partner)
      11. September 2010 15:26

      @SuPa und Brechstange:
      In den Kofferraum eines 5er BMW gehen etliche Marmelade- und Grammel-Gläser.
      Ganze Schweinehälften, frisch geschlachtete Hammel oder Käfige mit lebenden Hühnern, werden auf unserem Bauernmarkt jedenfalls eher selten zum Verkauf angeboten ^^

      Ich finde es ja aber wirklich amüsant, dass hier unter dem urbanen Publikum noch die Vorstellung vorherrscht, der Bauer würde heutzutage mit Zugmaschine und großem Anhänger seine Waren zum Markt transportieren.
      Da lachen ja selbst die Hühner des Bauern in ihren Käfigen :-)
      Bestenfalls wird ein klitzekleiner Anhänger an den Nobelhobel gekoppelt und ab geht die Post.

  15. Celian
    10. September 2010 14:15

    Wenn die Bauern subventioniert werden sollen, muss man sich zuerst fragen, wer daran Interesse hat.
    Meiner Ansicht nach gibt es zwei Gründe für eine Subventionierung:

    Erstens aus touristischen Gründen: An der Existenz einer funktionierenden Landwirtschaft verdienen zuerst einmal die Hotels und Pensionen, also die lokal ansässigen Unternehmen und zweitens die Gemeinde, die über Gemeindeabgaben und Gewerbesteuern an den Hotels prächtig mitverdienen. Daraus folgt, daß die Gemeinden zuständig sind, die Bauern mit einer entsprechenden Summe mitverdienen zu lassen denn nur durch ihre Landschaftspflege ist Tourismus überhaupt möglich.

    Zweitens muss gesagt werden daß wir alle, als Bewohner dieses Landes ein gewisses Interesse an einer lebenswerten Umwelt haben, auch wenn das einige abstreiten werden. Man kann also auch daraus einen gewissen Anspruch auf Agrarsubventionierung ableiten, eine Entschädigung dafür, daß die Bauern sich als Landschaftsgärtner betätigen, die Felder überhaupt bestellten und so die Landschaft nicht verkommen lassen. Das kann allerdings nicht viel sein. Denn alles was über Landschaftspflege hinaus geht, ist nicht zu subventionieren.

    Andere Länder allerdings wie die USA, die ihre Landwirtschaft durch hohe Subventionen stützen, müssen durch Einfuhrverbote oder Zölle bestraft werden. Freier Wettbewerb kann nur funktionieren, wenn sich alle daran halten.

  16. Neppomuck (kein Partner)
    10. September 2010 12:30

    Die Bereitstellungsgebühr für ein breites Sortiment agrarischer Produkte macht bis zu einem gewissen Grad autark. Weitgehende Autarkie bei essentiellen Gütern ist eine Voraussetzung für ein wünschenswertes Maß an Autonomie.

    Natürlich kann man hergehen und meinen, das Herstellungspotential weniger und hoch spezialisierter bäuerlicher Großbetriebe könnte ausreichen, unsere Bevölkerung zu versorgen, aber wie zukunftssicher ist ein derartiges System? Dazu muss man nicht unbedingt den Rinderwahn vor Augen haben oder einen plötzlich und (un-)erwartet auftretenden Kollateralschaden der landwirtschaftlichen Gentechnik. Ernteausfälle und Tierseuchen würden genügen. Unser Fremdenverkehr, ein nicht unbeträchtlicher Teil des BIPs, ist der Landschaftspflege geschuldet. Usw.

    Man kann aus einen Aquarium eine Fischsuppe machen, das geht sehr einfach, jedoch ist diese Art „Metabolismus“ irreversibel. Also muss man stützen. Über das „wie“ mag diskutiert werden.

    Schließlich macht der Deckungsbeitrag des Fahrkartenverkaufs im öffentlichen städtischen Verkehrsbereich nicht mehr als ein Viertel aus. Und wer soll jetzt „Jovi“ und wer „Bovi“ sein? Im Zweifelsfall entscheide man sich für das Rind. Straßen- und U-Bahnen kann man nicht essen.

  17. Graf Berge von Grips
    10. September 2010 11:13

    Freier Markt für Qualität
    macht die Giebelkreuzler obsolet!

  18. Stachel (kein Partner)
    10. September 2010 10:45

    Die Argumente Unterbergers gehen teilweise ins Leere, bzw. ignoriert er ganz einfach den Hauptgrund für die Förderung der Agrarproduktion in der EU: Richtig ist natürlich, dass die Landwirtschaft ohne Förderung gegen die Weltmarktpreise nicht konkurrenzfähig wäre; wollen wir uns aber von afrikanischen, südamerikanischen usw. Produktionen abhängig machen? Was ist, wenn es dort eine Missernte gibt oder irgendwelche Diktatoren die (Land-)wirtschaft ruinieren ? Dann hungern wir? Nein, wir zahlen lieber (über Subventionen) etwas mehr, haben aber jederzeit die gesamte Nahrungspalette gesichert.

    • RB (kein Partner)
      10. September 2010 13:51

      @stachel
      Ich bin total Ihrer Meinung.
      Bin diesmal gar nicht Herrn Unterbergers Meinung.

    • Segestes (kein Partner)
      10. September 2010 15:34

      Wir könnten auch einfach unseren Markt für diverse landwirtschaftliche Erzeugnisse durch hohe Einfuhrzölle abschotten. Dann erübrigens sich Subventionen, die ja bloß dazu da sind, den angebeteten, grenzenlos freien Welthandel, für die Bauern zu entschärfen - auf unser aller Kosten, versteht sich.

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      10. September 2010 15:39

      Klar Segestes, dann kostet aber das Viertel Butter wieder so viel wie in den seligen wettbewerbsfreien Achziger Jahren, das waren 20 Schilling, wären mit Inflation heute so € 2,40. Also gut das Doppelte. Vom Fleisch reden wir lieber mal gar nicht.

    • inside
      10. September 2010 16:35

      Na und? Schnabeltier

      Dafür kostet Dein T-Shirtfetzn nur 3,00 Euro

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      11. September 2010 09:50

      Bis jemand auf die Idee kommt, den grenzenlos freien Welthandel auch für T-Shirts abzuschaffen. Dann baut Raiffeisen schon wieder Textilfabriken.

  19. Schnabeltierfresser (kein Partner)
    10. September 2010 09:28

    Es mag ja irgendwelche Dinge geben, bei denen sich Unterberger gut auskennt, Agrarpolitik ist es leider nicht. Daher ein paar Klärungen:

    Die Agrarförderungen im Schnitt pro Betrieb betragen grob 11.000 Euro / Jahr. Mindestsicherung Familie mit 1 Kind grob 15.000. Nicht gerade weit billiger.

    Die Landwirtschaft wird keinesfalls deswegen gefördert, um die kleinen Strukturen aufrecht zu erhalten. Das ist zwar ein beliebtes PR-Argument des Bauernbundes, entspricht aber nicht den Tatsachen, Größenargumente finden sich in der GAP nicht wieder (richtig ist nur, dass (sehr) kleine Förderungen von der Modulation ausgenommen sind, das ist eine Umschichtungsmechanismus zugunsten von umweltbezogenen Förderungen). Die Großbetriebe im Osten kommen zwar im Schnitt auf geringfügig niedrigere Förderungen pro Hektar, was aber an den (sachlich gerechtfertigten) geringeren Förderungen aus der zweiten Säule liegt.

    Das touristische Argument klingt gut, umfasst aber in der Praxis gut 80% aller österreichischen Betriebe, die ohne Förderung umgehend die alpine Landwirtschaft aufgeben würden.

    Zu guter letzt, es mag sein, dass Herr Weiss unseriös ist, sein Buch ist es aber unter Garantie nicht. Vielleicht ein bisschen zu poppig für Unterberger, aber jedenfalls voller Fakten. Was hier nicht immer der Fall ist.

  20. Anton Volpini
    10. September 2010 09:07

    An den Agrarsubventionen offenbart sich die ganze Widersprüchlichkeit und Scheinheiligkeit der menschlichen Gesellschaft. Und zwar weltweit.
    Wir wollen einerseits billige Lebensmittel haben, müssen aber andererseits unsere "Urproduzenten" irgenwie bei Laune halten. In unserer Wohstandsregion Europa hätten wir sie weiters auch gerne als "Landschaftsgärtner" gehalten, ohne aber dafür zahlen zu wollen.
    Dieses Thema kann weder durch eine Neiddiskussion zwischem Groß und Klein, noch durch singuläre Maßnahmen, auf Österreich alleine bezogen, gelöst werden.
    Einen kleinen Einblick in die Komplexität dieser Materie bekommt man durch das Buch von Josef Reichholf: "Der Tanz um das goldene Kalb"

  21. Anton Volpini
    10. September 2010 09:07

    An den Agrarsubventionen offenbart sich die ganze Widersprüchlichkeit und Scheinheiligkeit der menschlichen Gesellschaft. Und zwar weltweit.
    Wir wollen einerseits billige Lebensmittel haben, müssen aber andererseits unsere "Urproduzenten" irgenwie bei Laune halten. In unserer Wohstandsregion Europa hätten wir sie weiters auch gerne als "Landschaftsgärtner" gehalten, ohne aber dafür zahlen zu wollen.
    Dieses Thema kann weder durch eine Neiddiskussion zwischem Groß und Klein, noch durch singuläre Maßnahmen, auf Österreich alleine bezogen, gelöst werden.
    Einen kleinen Einblick in die Komplexität dieser Materie bekommt man durch das Buch von Josef Reichtholf: "Der Tanz um das goldene Kalb"

  22. terbuan
    10. September 2010 08:15

    ..und, da man nur einen Link einstellen kann, ein Betrag von Heribert Seifert (NZZ) in ef über das hilflose und scheinheilige Agieren der Mächtigen:
    Sarrazin-Debatte: Zeitenwende? Eher die große Simulation!
    http://ef-magazin.de/2010/09/09/2523-sarrazin-debatte-zeitenwende-eher-die-grosse-simulation

    terbuan@aon.at

  23. terbuan
    10. September 2010 08:12

    O.T.
    Wo ist mein Kommentar zur Fußnote über Voves geblieben, nach dem Hochladen war die Webseite stundenlang nicht erreichbar?

    Ein bemerkenswerter Beitrag über Meinungsfreiheit und Meinungsterror, heute in der FAZ: "Die roten Linien" von Berthold Kohler:
    http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~E8EF9BFE17C77468094284E21CFA99C32~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    • inside
      10. September 2010 08:59

      und die Kommentare des Monats August fehlen auch noch ... *nachdenk*

    • Alfred E. Neumann
      10. September 2010 09:32

      O.T., aber gut zum Erbrechen geeignet. Gestrige Nachrichten auf Radio Stephansdom:

      - Kanzlerberater Werner Muhm zum Aufruf der Wissenschaftsministerin Karl: "Gute Idee, einzelne Fakultäten zu schließen. Fangen wir gleich einmal mit der Katholischen Theologischen an...";

      - Grünen-Abgeordnete (Legislative!) fordert öffentlich die Offenlegung der Konten Grassers (Anm.: haben die das Jahr 1848 verschlafen?).

      Beide Meldungen sind heute in keinem Medium zu finden!

  24. Martin Bauer
    10. September 2010 08:06

    OT

    1.) Wo ist die Fussnote über Volves hinverschwunden?

    2.) Es gibt einen neuen Gastkommentar.

  25. socrates
    10. September 2010 00:30

    Gebt den Bauern, was der Bauern ist! Die meiste Förderung erhält Nestle (kein Bauer!), der 2. und 3. Platz geht auch an die Nahrungsmittelindustrie(keine Bauern). Hier stimmt vieles nicht!

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      10. September 2010 09:33

      Na und wissen Sie auch, was die Nahrungsmittelindustrie mit diesen Förderungen macht? Kauft die damit etwa teure europäische landwirtschaftliche Produkte (Rübenzucker bei Rauch z.B.) statt billige aus Brasilien etc.?

      Diese Förderungen bekommen im Endeffekt auch wieder die Bauern, ausgenehmen natürlich der übliche Raiffeisen-Pflichtanteil.

    • socrates
      10. September 2010 13:15

      STF
      Das Geld einfach den Bauern geben, damit der Zucker billiger wird! Wenn schon stützen, dann unten, wo es transparent ist, nicht oben, wo alle mitschneiden!

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      10. September 2010 13:51

      Wieso nicht einfach den Zucker in Übersse kaufen, wo die Bedingungen für Zuckerproduktion viel effizienter und günstiger sind?

      Ah ja, da gibt's ja Raiffeisen mit der Agrana, die haben kein Interesse an einer weiteren Liberalisierung.

    • socrates
      11. September 2010 23:14

      STF
      Warum wollen Sie das Geld partout nicht den arbeitenden Bauern geben? Wovor haben Sie Angst?

  26. fosca
    10. September 2010 00:10

    Dem kann ich mich anschließen, daß landwirtschaftliche Betriebe bzw. Bauern nicht nach ihrer Größe, sondern nach ihrer besonders wichtigen Leistung für die Allgemeinheit gefördert werden.
    Denn wenn man Landwirtschaft nurmehr nach ökonomischen Gesichtspunkten betriebe - sprich den größtmöglichen Ertrag mit dem geringsten Aufwand zu erzielen, dann möchte ich nicht mit Nahrungsmitteln aus dieser Produktion versorgt werden und in dieser Umwelt meine Erholung suchen müssen.
    Da ist mir die RICHTIGE und GERECHTE Förderung mit Steuermitteln jeden Euro wert, in unser aller Interesse.

  27. Hiefler
    09. September 2010 11:08

    Der Titel ließe ja Arges erwarten. Aber man kann das das Thema durchaus so sehen.
    Zwei Punkte sind aber für mich noch wichtig:
    Ich bin auch nicht bereit, meine Arbeit zum Lohn eines gleichwertigen Angestellten aus Indien oder auch nur aus Polen zu machen. Der Arbeitsmarkt schützt mich, und zwar sehr gut. - Diesen Schutz gibt es bei Nahrungsmitteln (Macht der Supermarktketten, Liberalisierung, WTO etc.) nicht. Die Bauern müssen mit Produkten auf dem Weltmakt mithalten, haben aber gleichzeitig die Kosten eines Hochpreislandes. So einfach haben es die Bauern nicht. Ich bin froh dass es sie gibt, aber nichts für mich.

    "Verzicht auf wasserverschmutzenden Dünger, gesunder Mischwald, kein Monokulturen, Landschaft attraktiv, entlegene Bauernhöfe bewohnt, in alpinen Regionen weiterhin Wiesen und Felder kultiviert,..." Genau dafür wird ja der größte Teil der Beträge an Bauern bezahlt, also für konkrete und bestellte und beauftragte Leistungen.

  28. terbuan
    09. September 2010 10:43

    Die Agrarförderung insgesamt bringt unzweifelhaft erhebliche Vorteile für den Konsumenten und den Erhalt kleinbäuerlicher Strukturen, die Förderung von industriellen Großbetrieben wie Agrana oder Rauch jedoch gehört sicherlich überdacht bzw. abgeschafft, denn diese kassieren den Löwenanteil dieser Subventionen.

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      10. September 2010 09:35

      S.o., diese Förderungen bekommen im Endeffekt auch wieder die Bauern, ausgenehmen natürlich der übliche Raiffeisen-Pflichtanteil.

  29. terbuan
    09. September 2010 10:19

    O.T.
    Das Zitat paßt zwar nicht ganz zum heutigen Thema, jedoch zu den meisten in diesem Forum diskutierten:

    Zitat des Tages (@ "eigentümlich frei")
    Der rhetorische Basiskniff in hiesigen öffentlichen Auseinandersetzungen besteht darin, die Position des Kontrahenten in eine irgendwie geringere Entfernung zu jener A. Hitlers zu bringen als die eigene.

    Michael Klonovsky

    terbuan@aon.at

  30. HDW
    09. September 2010 09:58

    Ein Plädoyer für Strukturwandel Richtung kapitalistisch geführter Kollektivwirtschaften? China als Vorbild für EU? Keine Sorge das passiert sowieso schon, auch ohne Zutun von AU! Wer möchte dann noch hier leben und arbeiten bzw. seine Kinder aufziehen? Urlaub in der Kolchose statt Urlaub am Bauernhof?

  31. Gerhard Pascher
    09. September 2010 09:29

    Die Agrarsubventionen sind leider ein weltweites Problem. So ist es damit z.B. afrikanischen Kleinbauern praktisch unmöglich, Lebensmittelexporte zu machen, da die Getreideprodukte aus den USA oder Brasilien am Weltmarkt so günstig angeboten werden, dass lokale Produktionen trotz sehr niedriger Stundenlöhne nicht mithalten können. So bleibt meist die afrikanische Produktion auf den Eigenbedarf beschränkt und die WTO-Mitgliedschaft verpflichtet sogar diese Regierungen, das günstigere Getreide ohne Importbeschränkungen hereinzulassen.
    Manche NGOs verschenken sogar importierte Grundnahrungsmittel an die dortige arme Bevölkerung. Daher hat z.B. ein afrikanischer Landwirt kürzlich im BBC-Radio erklärt, dass es ihm nicht mehr möglich ist, seine bescheidene Hirseproduktion am nächsten Markt zu verkaufen. Fazit: er produziert keine Hirse mehr und stellt sich nun selbst bei einer Ausgabestelle an, um den Bedarf seiner Familie zu decken. Das ist doch eine tolle Entwicklungshilfe. Hat doch schon Bill Clinton gesagt: "It's the economy, stupid".

    • Erich Bauer
      09. September 2010 10:07

      "...da die Getreideprodukte aus den USA oder Brasilien..."

      Da die HOCHSUBVENTIONIERTEN Getreideprodukte so günstig angeboten werden. Es wäre für die afrikanischen Bauern die "Erlaubnis" zur Selbstversorgung der afrikanischen Länder schon die Lösung. Zugegeben, das bedingt zumindest einen "staatsökonomischen" Entwicklungsstand, wie in den europäischen Ländern des 19. Jahrhunderts. Ich weiß, das klingt alles nicht ganz "liberal".

  32. Observer
    09. September 2010 09:12

    Wenn exotische Früchte mittels Flugzeugen um die halbe Welt transportiert werden, dann ist dies zwar nicht gut für die CO2-Bilanz, aber wenn der Konsument bereit ist, dafür zu bezahlen, kann man nichts dagegen einwenden. Bedenklich wird es aber, wenn Grundnahrungsmittel (z.B. Kartoffel oder Salat) quer durch Europa gekarrt werden, weil diese (z.B. an französische oder spanische Bauern subventionierten) Produkte inklusive Fracht trotzdem noch preiswerter sind, als österreichische Erzeugnisse. Vielfach werden Obst und Gemüse sogar schon vor der Vollreife gepflückt/geerntet, um beim Konsumenten optisch noch frisch zu erscheinen. Der Geschmack (z.B. von spanischen Erdbeeren) bleibt da vielfach auf der Strecke. Schreckllich sind die nun meist aus Holland ganzjährig erhältlichen Tomaten einer "besonderer" Sorte, welche zwar über eine schöne Farbe verfügen, aber über nicht des im Sommer üblichen Tomatengeschmackes verfügen. Einem kürzlich gezeigten TV-Film konnte man entnehmen, dass diese Tomaten ihre Wurzeln nicht mehr in der Erde haben, sondern in einem Kunststoffgranulat mit besonderen chemischen Substanzen wachsen.
    Bon appétit!

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      10. September 2010 16:29

      Die Bauern sind überall subventiert. Das was sie ansprechen geht auf die hochsubventionierte Fracht zurück. Aber das hören die sogenannten Wirtschaftsliberalen ja nicht so gerne.

  33. Erich Bauer
    09. September 2010 08:51

    Karl Friedrich Raiffeisen hat postuliert, daß in einer sich entwickelnden Gewerbe- und Industriegesellschaft die Vollversorgung von leistbaren Lebensmittel nur dann gewährleistet ist, wenn die Lebensmittelerzeugnisse nicht dem "freien Markt" ausgesetzt sind. Das bedingt naturgemäß Ausgleichszahlungen (Subventionen) durch das Gemeinwesen. Damals war die "Umweltpflege" noch kein so großes Thema. Das erklärte Ziel war nicht zuletzt die Lebensmittel-Selbstversorgung des Staates. Ich behaupte, daß dieser Gedanke auch heute noch seine Gültigkeit hat. Insbesondere für "Schwellenländer" - aber nicht nur.

    Es ist immer wieder lustig, wenn sich hochsubventionierte - meist auch unnötige - Polit-Stellen über den Mangel an "freien Markt" bei der Lebensmittelproduktion beschweren. Zumal es noch dazu solche Stellen sind, bei denen das Wort "liberal" fast augenblicklich ein "Kerzerl" entzünden läßt. Denn im gleichen Atemzug weisen diese Stellen mit Abscheu auf den freien Lebensmittel-Börsenmarkt hin. Ein Markt, der andererseits aber gar nicht so "frei" ist. Sind diese Produkte doch auf Teufel komm raus subventioniert. Und zwar von Ländern, die wiederum fast als "Archetypen" des freien Marktes gelten... Delikat dabei, daß die Auswirkungen eines, wenn auch nur "virtuell" freien Marktes, für die "Schwellenländer", diesen Herrschaften ja bekannt ist. Wären die Bauern endlich SPÖ-ROT wäre das alles kein Thema.

    Daß Subventionen nicht nur der Höhe, sondern auch ihrer Notwendigkeit nach ständig überprüft werden müssten, sollte eigentlich nicht extra erwähnt werden. Daß es dabei so ist wie beim Raiffeisengedanken ist leider die Praxis. Ideen werden pervertiert. Vom Raiffeisengedanken zur Raiffeisenorganisation.

  34. Martin Bauer
    09. September 2010 08:38

    Sehr geehrter herr Dr.Unterberger!

    Diesmal kann ich Ihrem Kommentar (fast) nichts Positives abgewinnen.
    Sie schütten das Kind mit dem Bade aus.

    Natürlich gehört die Agrarförderung nach dem Giesskannenprinzip abgeschafft. Vor allem aber gehört sie den österreichischen Verhältnissen angepasst. Nicht die Quantität, sondern die Qualität gehört gefördert. Und die heisst nicht Agrarföreerung".

    Alles was östlich von Scheibbs geschieht, die Zusammenlegung von Agrarflächen, unterstützt von Betriebsaufgaben der Nebenerwerbsbauern zu grösseren Aggregaten, macht Sinn und verbessert die Kostenstruktur der wachsenden mittelgrossen Bauern. Das sollte für den (österreichischen) Markt reichen.

    Die meisten der verbleibenden Kleinbauern (westlich von Scheibbs, muss ja nicht unbedingt bis Nebraska reichen), dienen primär der Landschaftspflege, des Landschaftsschutzes und der für Österreich essentiell wichtigen Tourismusbranche.
    Die Nahrungsmittelproduktion ist de facto schon seit langem ein Minusgeschäft, welches nur durch die Subventionen zu einem Nullsummenspiel mutiert.

    Dieser Tatsache gehört umgehend Rechnung getragen.

    Diese Bauern gehören verstärkt gefördert. Allerdings nicht unter dem Namen "Agrarförderung", sondern unter "Qualitätsförderung".

    Die Direktvermarktung gehört umgehend liberalisiert und freigegeben!
    Der Landschaftspflegeanteil gehört von der Allgemeinheit unter diesem Titel gefördert.

    Vor wenigen Wochen war im ORF (ja machmal sendet der auch Sehenswertes) ein Bericht über eine westösterreichische Bergbauernfamilie zu sehen, der die Produktion und Vermarktung der eigenen Käseherstellung unmöglich gemacht wurde, weil die behördlichen Auflagen den Bau von 3 getrennten, verkachelten, mit Geräten im Wert von über Euro 60.000,00 ausgestatteten Räumen, vorsehen.

    Damit kann man diesen "Zuerwerb" praktisch vergessen.

    Begründung: EU-Auflagen

    Ein weiteres Beispiel, wie man Betriebsauflagen, erstellt für grossstrukturierte europäische Betriebe, im Masstab von 1:30 (anscheinend das europaweit geltenden Umrechnungsmass für Österreich) umlegt, ohne nachzudenken.

    Ich wage ja sogar zu behaupten, dass eine Entbürokratisierung der Direktvermarktung von bäuerlichen Produkten (der Markt soll entscheiden) a la longue die Subventionen in der heutigen Form drastisch reduzieren würde.

    Ich kann mir nicht helfen. Aber unsere Interessensvertretung in der EU hat geschlafen, schläft und wird auch in Zukunft schlafen (Bis auf den einzigen Moment pro Monat, der sich Gehaltsüberweisung nennt)

    • terbuan
      09. September 2010 09:15

      Volle Zustimmung Martin Bauer!
      Vielleicht sollte man auch noch anfügen, dass der bäuerliche Menschenschlag mit seinen wertkonservativen und heimatverbundenen Einstellungen nicht zu den schlechtesten in diesem Lande gehört!

      terbuan@aon.at

    • SuPa
      09. September 2010 09:37

      Nachdem die EU-Kommission vor einigen Tagen angedeutet hatte, die Subventionen an die EU-Landwirtschaft (bisher ca. 40 % des milliardenschweren EU-Budgets) auf ca. 33 % zu reduzieren, kam sofort aus Frankreich ein non bzw. aus Deutschland ein nein. Die Landwirtschaft verfügt eben doch über gute Lobbyingorganisationen in der Nähe der Entscheidungsstellen.

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      10. September 2010 08:55

      Vor wenigen Wochen war im ORF (ja machmal sendet der auch Sehenswertes) ein Bericht über eine westösterreichische Bergbauernfamilie zu sehen, der die Produktion und Vermarktung der eigenen Käseherstellung unmöglich gemacht wurde, weil die behördlichen Auflagen den Bau von 3 getrennten, verkachelten, mit Geräten im Wert von über Euro 60.000,00 ausgestatteten Räumen, vorsehen.


      Na Sie bzw. Ihr Darm würden schön schauen, wenn Sie Rohmilchkäse ohne die Einhaltung entsprechender Hygienerichtlinien speisen würden und dabei Pech haben. Den Großteil solcher Investitionen fördert übrigens die EU, viele andere Familien schaffen das auch und machen ein gutes Geschäft.

    • Martin Bauer
      10. September 2010 10:12

      Schnabeltier..

      Sie unterstellen Blödheit und Unfähigkeit als Grundvoraussetzung für die Direktvermarktung.
      Die Förderungen für die Kleinen sind ein Witz und scheitern an den tatsächlichen Kosten (für die Kleinen).
      Gerade Sie sollten sich besser informiert zeigen.

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      10. September 2010 12:03

      Das mit "Blödheit und Unfähigkeit als Grundvoraussetzung für die Direktvermarktung" habe ich ehrlich gesagt nicht verstanden.

      Die Direktförderungen für die Kleinen sind natürlich ein Witz, aber ich habe noch mal im Programmtext für die LE nachgesehen, solche Investitionen wie in die Käserei bekommen Sie zu 40% in Achse 1 gefördert, mit etwas Geschick wahrscheinlich auch mehrfach. Davon können andere Wirtschaftsunternehmen nur träumen.

      Und bezüglich Auflagen: es geht im 3. Jahrtausend nunmal nicht mehr ohne entsprechender Hygiene, gerade wenn man mit empfindlichen Produkten wie Rohmilch oder Fleisch hantiert. Manche Details mögen schikanös sein, aber die Grundjamemrei der Bauernschaft diesbezüglich nervt schon etwas.

    • Martin Bauer
      10. September 2010 13:31

      Schnabeltier

      Mit "Blödheit ..." habe ich gemeint, dass jeder, der für den Ab-Hofverkauf oder für die Direktvermarktung produziert, im Eigeninteresse auf die Hygienestandards sieht. Dafür braucht es keine schikanösen Auflagen.

      40% Förderung gut und schön. Aber die Auflagen sind so restriktiv, dass der nichtgeförderte Rest den Direktvermarktern den Rest geben.

      Ich bin hier für eine vollkommene Liberalisierung.

      Schlechte Qualität fliegt sodann automatisch vom Markt.
      Und da die meisten Abnehmer von direktvermarkteten Produkten (oder Ab-Hof-Produkten) im engeren Umfeld der Hersteller zu finden sind, spricht sich das sehr rasch herum.

  35. SuPa
    09. September 2010 08:09

    Das Hauptproblem sind die viel zu niedrigen Ex-Hof-Verkaufspreise. Nehmen wir als Beispiel die Milcherbaueren. Da bekommen die Bauern ca. 30 Cent, während die Konsumenten in den Geschäften ca. das 3fache bezahlen. Um Milch regelmässig zu produzieren, müssen die Kühe jedes Jahr kalben. Auch die zu den Schlachthöfen abgelieferten Tiere werden nur zu sog. Weltmarktpreisen übernommen. Wieder kann der Landwirt nicht selbst kalkulieren und der Verkaufspreis liegt unter seinen Gestehungskosten.
    Das Dilemma liegt also, dass
    1. unsere meist kleinstrukturierten Bauern mit den völlig durchrationalisierten (fast vollautomatischen) Großbetrieben nicht wettbewerbsfähig sind,
    2. die Konsumenten nicht bereit sind, für die Grundnahrungsmittel "Made in Austria" mehr zu bezahlen,
    3. die Konsumenten den Qualitätsunterschied zwischen Produkten aus Tierfabriken und "normalen" Bauernhöfen meist nicht zu schätzen wissen und
    4. die zwischengeschalteten Verarbeiter (z.B. Molkereien, Schlachthöfe, Getreidehandel) sowie der Einzelhandel (z.B. Supermärkte) die Erzeugerpreise diktieren.
    Bemühungen von AMA und diverse Exportaktivitäten helfen wenig, daran etwas zu ändern. In der Schweiz hat man den Markt für die Grundnahrungsmittel weitgehend abgeschottet, damit die Landwirte "echte" Preise erzielen kölnnen. Ob dies eine langfristig gute Lösung ist?

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      10. September 2010 08:59

      Die Antwort auf den letzten Satz können Sie Sich selbst geben, wenn Sie ins Österreich der Achziger Jahre zurückblicken. Ist es den Bauern damals, als ein Viertel Butter oder ein Kilo Schweinernes für den Konsumenten das Doppelte kostete wie heute, besser gegangen? Gestorben sind die Bauern damals jedenfalls schneller.





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