Abonnenten können jeden Artikel sofort lesen, erhalten anzeigenfreie Seiten und viele andere Vorteile. Ein Abo (10 Euro) ist jederzeit stornierbar. Nicht-Abonnenten können Artikel und die "Spannend"-Hinweise zu Texten anderswo erst nach 48 Stunden lesen. 

weiterlesen

Die Freiheit und ihre Feinde oder: Die Macht der Eliten

Wenn es ein oberstes gemeinsames Grundmotiv im Denken aller Exponenten der Österreichischen Schule gibt, dann ist es ein hoher, fast demütiger Respekt für die Freiheit jedes Einzelnen. Ohne Freiheit kann kein funktionierendes Wirtschaftssystem entstehen, so haben sie nachgewiesen. Ohne Freiheit kann auch – was mindestens ebenso wichtig ist – kein menschenwürdiges Gesellschaftssystem funktionieren, wie etwa Friedrich August Hayek in „Verfassung der Freiheit“ sehr überzeugend gezeigt hat.

Während sich manche andere Autoren der Österreichischen Schule primär mit theoretischen Fragen befassen, hat Hayek schon vor mehr als 50 Jahren geradezu hellseherisch die Vorzüge des Schweizer Systems der direkten Demokratie herausgearbeitet. Inzwischen hat die Schweiz nämlich besser als jeder andere europäische Staat die Wirtschaftskrise überlebt. Das hängt zweifellos damit zusammen, dass die Schweiz sowohl der direkten Demokratie wie auch einem den Ideen der „Austrians“ relativ nahen liberalen Wirtschaftssystem treu geblieben ist. Während man in den Nachkriegsjahren, in denen Hayek schrieb, die Schweiz noch als glücklichen Sonderfall abtun konnte, ist sie heute ein Beweis der Praktikabilität der „Österreichischen“ Ideen (mit denen die österreichische Politik selber bekanntlich recht wenig zu tun hat).

Inzwischen zeigt sich aber noch etwas viel deutlicher: Dass die Freiheits-Ideen der Österreichischen Schule in Kontrast zu einem konträren Leitmotiv fast der gesamten Geschichte stehen. Denn die Kultur- und Wirtschaftsgeschichte ist in hohem Ausmaß vom ständigen Kampf von Eliten um mehr Macht auf Kosten jedes Einzelnen geprägt. An dieser Konstante ändert es nichts, ob diese Eliten nun in der jeweiligen Epoche durch Stand, Klassenzugehörigkeit, Beruf oder Ideologie definiert werden.

Dieses Muster machtgieriger Eliten findet sich sowohl bei den chinesischen Mandarinen wie auch bei der europäischen Aristokratie, sowohl bei den iranischen Imamen wie auch den kommunistischen Apparatschiks. Stets hat eine Schicht um die Macht gerungen und sie meistens auch errungen. Wobei man ihren Exponenten durchaus zubilligen muss: Sie hatten in der Anfangsphase meist sehr humanitäre Motive. Sie wollten ja nur das Beste für die ungebildeten Menschen gäbe es Ordnung anstelle von Chaos.

So ist der europäische Adel im frühen Mittelalter oft durch das explizite oder implizite Versprechen an die Macht gekommen, den Bauern Law and Order zu verschaffen; im Gegenzug bekämen sie das Recht zur Herrschaft über die Bauern. Recht und Ordnung waren nach den dunklen Jahren der Gesetzlosigkeit der Völkerwanderung besonders attraktive Angebote. Aber in Wahrheit zahlten die Bauern für ein oft nicht eingehaltenes Versprechen mit Jahrhunderten der Leibeigenschaft, in denen sie und ihre Arbeitsleistung durch Zehent und Fron, durch Münzprivilegien (samt dem damit verbundenen Betrug) und Unfreiheit ausgebeutet wurden.

Zugleich war das Ordnungs-Versprechen eine bedeutungslose Finte: Denn in jenen Regionen, wo die Bauern ihre Freiheit bewahren oder sehr früh zurückerobern konnten, wie etwa in Tirol und der Schweiz, herrschte alles andere als Unrecht, Chaos und Unordnung. Kultureller Gleichklang sorgte dort sogar für besonders vorbildliche Gemeinwesen. Ebenso blühten von Flandern bis Oberitalien jene Städte besonders stark auf und gewannen einen anderswo damals unbekannten Wohlstand, in denen sich das durch Handel und Gewerbe aktive Bürgertum feudalen Souveränitätsansprüchen weitgehend entziehen konnte.

Zwar muss man ehrlicherweise darauf hinweisen, dass dieser Zugewinn an Freiheit und Selbstbewusstsein, an Wohlstand und Mitsprache für Bauern und Bürger keineswegs automatisch auch das Los des Gesindes, der Mägde und Knechte verbessert hat. Jedoch gibt es keine Indizien, dass es dieser in der sozialen Hackordnung ärmsten Gruppe in Regionen mit einer starken Feudalherrschaft besser gegangen wäre. Sie gewann erst durch Aufklärung und liberale Revolutionen ihren Freiheitsanspruch. Dieser Anspruch konnte letztlich erst durch die Unabhängigkeit der Justiz und den technischen wie wirtschaftlichen Fortschritt des 19. und 20. Jahrhunderts auch für die Masse Wirklichkeit werden.

Ihre Freiheit errangen diese lange im Schatten stehenden Schichten übrigens nicht durch die Gewerkschaften. Denn auch diese stellen nach idealistischen Anfängen nur eine moderne Form elitären Machtanspruchs dar. Langfristig gibt es keinen Beweis, dass in Ländern mit starken Gewerkschaften ein größerer Anteil von Menschen einen guten Arbeitsplatz hätte als in anderen. Im Gegenteil: Wenn die Gewerkschaften erfolgreich sind, verschafft das zwar einem Teil der Arbeitenden attraktive Bedingungen, vergrößert aber die Zahl der Arbeitslosen und prekären Situationen für die Nicht-Besitzer eines Arbeitsplatzes, und führt volkswirtschaftlich zu Schulden und Inflation.

Das Scheitern der Versprechungen jedes elitären Machtanspruchs lässt sich in ähnlicher Weise in der ganzen Menschheitsgeschichte durchdeklinieren. Und sei er anfangs noch so gut gemeint gewesen. Ab dem Zeitpunkt der Machterringung wächst immer sofort die Versuchung zu zynischem Missbrauch der Macht. Ohne Mitsprache der ganzen Bevölkerung und ohne selbstverantwortete Freiheit jedes Einzelnen kann kein Gesellschaftsmodell funktionieren.

Besonders gefährlich ist das Scheitern derzeit im Fall der an Atombomben bastelnden iranischen Imame. Bei ihnen ist der einst wohl durchaus wohlgemeinte Anspruch, einen funktionierenden Gottesstaat mit breiter Unterstützung der Menschen errichten zu können, längst zu einem Folter- und Unterdrückungssystem degeneriert.

Besonders spektakulär war das Scheitern einer sich als Avantgarde der Bauern und Arbeiter ausgebenden Elite im Falle des Kommunismus. Der Glaube war geradezu absurd, mit einem von Bürokraten ausgearbeiteten Fünfjahresplan zu funktionierenden Ergebnissen einer ganzen Volkswirtschaft zu kommen. Und natürlich waren die Ergebnisse einer solchen Planwirtschaft für die Menschen viel unattraktiver, als es die Resultate einer freien Wirtschaft sind. In einer solchen entscheiden ja die Menschen selbst über ihre materiellen wie immateriellen Prioritäten. Sie können ihre Entscheidungen auf all ihrem individuellen Wissen und auf Aber-Millionen Erfahrungen aufbauen.

Kaum ist aber der Kommunismus in einer gigantischen Implosion untergegangen, so sind die Eliten schon wieder mit neuen Tricks und Strategien zum Kampf um die Macht angetreten. Während die freie Welt in der Polarisierung gegen den Kommunismus noch stolz auf ihre Freiheit war, wird seither von vielen elitären Machtkämpfern ununterbrochen, wenn auch ohne Beweise, behauptet, dass der Kapitalismus genauso gescheitert sei wie der Kommunismus. Wobei sie unter „Kapitalismus“ die Freiheit und die Marktwirtschaft verstehen, der Ludwig Erhard und seine Mitdenker – die Gründer des Neoliberalismus – einst das Adjektiv „sozial“ verliehen haben. Worunter Erhard&Co damals nicht eine Einschränkung der Marktfreiheit verstanden haben, sondern eine nähere Beschreibung der Ergebnisse des freien Wirkens der Marktkräfte.

Zu dieser heute um ihre Macht kämpfenden Elite zählen heute alle Parteien, die „Sozialisten in allen Parteien“, wie Hayek sie einst pointiert genannt hat. Fast überall wird heute diffus von einem Dritten Weg zwischen Kommunismus und Kapitalismus geschwärmt, der nur in einem Punkt klar ist: in der wichtigen Rolle, die Eliten auf diesem Weg haben.

Es gibt in Europa keine ernsthafte Bewegung, die etwa wie Amerikas populäre Tea Parties für weniger Staatsmacht, für Small government kämpfen würde. Das Ausmaß der Regulierung und die Einschränkung der Bürger haben seit Hayeks Zeiten im Gegenteil ungeahnte Ausmaße angenommen. Das kann man an der kilometerlangen Länge der Gesetze und Verordnungen genauso ablesen wie an der tendenziell ständig steigenden Abgabenquote (dem Anteil der öffentlichen Hand an allem, was die Menschen erarbeiten), die in Österreich weit über 40 Prozent liegt, und an der Staatsquote (dem Anteil des Staates an allen Ausgaben), der dank sonstiger Staatseinkünfte und Schulden sogar mehr als 50 Prozent beträgt. All diese Werte sind in den westlichen Industrieländern fast jedes Jahr gestiegen.

Die Abgabenquote liegt heute weit über jedem Prozentsatz, den jemals eine Obrigkeit ihren Untertanen abgeknöpft hat. Man erinnere sich nur an die diversen historischen Konflikte um die Ablieferung eines Zehents, also von bloßen zehn Prozent. Man erinnere sich daran, dass noch vor hundert Jahren der Prozentsatz der höchsten Einkommensteuer überall nur eine einstellige Zahl betragen hat.

Trotz dieser unglaublichen Einkassier-Gier der neuen „demokratischen“ Herrscher machen sie höhere Schulden, als jemals von Staaten gemacht worden sind. Trotz dieser Gier erwecken die Propagandisten der herrschenden Elite den Eindruck, dass Hunger und Elend drohten, wenn nicht der Staatsanteil ständig noch weiter ausgedehnt wird. Und sie attackieren mit Effizienz den Kapitalismus, also Freiheit und Marktwirtschaft.

Diese Propaganda gelingt vor allem deshalb so gut, weil die Journalisten trotz mancher Scheinkritik selbst Teil der elitären Machtstruktur geworden sind, ohne aber elitär qualifiziert zu sein – was ja auch die Politiker nicht sind. Wenn in Österreich ein Berufsstand so heftig von den Staatsbudgets profitiert wie die Journalisten (über alljährlich hunderte Millionen an Inseraten, Kooperationen, Förderungen von Bund, Ländern und politisch kontrollierten Unternehmungen), dann hat er jedes Interesse daran, dass all diese verteilenden (bestechenden) Institutionen selbst gut wattiert bleiben.

Heute ist die repräsentative Demokratie ein Eckstein der elitären Strukturen geworden. Sie wird vor allem mit dem Argument gegen alle Ideen von mehr direkter Demokratie verteidigt, dass es ohne die Herrschaft einer repräsentativen Elite zu „falschen“ Entscheidungen kommen würde. Was ist aber richtig und falsch? Darüber entscheidet in dieser Argumentationskette natürlich wieder die Elite selbst. Diese bildet soziologisch einen politisch-medial-juristisch-bürokratisch-professoralen Komplex (während beispielsweise das einst wichtige Militär heute ebenso bedeutungslos geworden ist wie Aristokratie oder Bischöfe). Dieser Komplex wird trotz aller in Details ausgetragenen Meinungsverschiedenheiten von einem grundlegenden Konsens getragen: Dass eben dem Volk keine zusätzlichen Kompetenzen übertragen werden dürfen.

Der aktuelle Anspruch der Eliten auf ständig noch mehr Macht lässt sich an vielen Beispielen nachweisen. Er beginnt mit dem zunehmend lauter werdenden Wunsch nach Abschaffung der – einst hart erkämpften – Geschwornen- und Schöffen-Judikatur.

Er zeigt sich im geldverschlingenden Gesundheitssystem. Wohl wird dieses rhetorisch mit den Interessen des Patienten gerechtfertigt. In Wahrheit aber geht es dort um eliten-interne Machtspiele von Ärzten, Bürgermeistern, Landeshauptleuten, um Führungsposten in den Pflicht-Versicherungen für Gewerkschafter und Kammer-Funktionäre. Die sich trotz ihrer Vielzahl vor jedem Wettbewerb fürchten und ihre Monopolbereiche heftig verteidigen.

Der Machtanspruch der Eliten setzt sich fort im Schulsystem. Er hat dort eine klare ideologische Tendenz: verpflichtende Einheitsschule, Reformen um ihrer selbst willen a la Rechtschreibreform, Ablehnung von familiärem Home Schooling, keine Mitbestimmungsrechte der Eltern bei der Direktorenbestellung, immer stärkere juristische Regulierung des Erziehungsprozesses und weitgehende Entmachtung der Lehrer und Direktoren zugunsten bürokratischer und juristischer Machtansprüche. Die dadurch (und einige andere Faktoren) verursachte Verschlechterung der Bildungsergebnisse wird nun sogar zynisch als Argument verwendet, die schulische Vielfalt, die Eltern- und Lehrerrechte noch mehr zu reduzieren.

Die gleiche Elitendiktatur zeigt sich auch rund um die rapide Zuwanderung der letzten Jahrzehnte. Die in einer utopischen Welt lebenden Juristen und Politiker haben ein Zuwanderungsmodell durchgesetzt, das jedem in einem fremden Land Beschäftigten im Gegensatz zu allen früheren Epochen das Recht gibt, seine ganze Familie mitziehen zu lassen. Die Zahl der arabischen und türkischen Immigranten  vermehrt sich zusätzlich durch eine weitere Zuwanderung aus der alten Heimat via arrangierter Eheschließungen. Die Konsequenzen dieser forcierten Zuwanderung müssen die Eliten in ihren Nobelghettos freilich am allerwenigsten selbst tragen. Übt dann ein mutiger Dissident aus der Elite wie Thilo Sarrazin fundierte, wenn auch pointierte Kritik, wird er sofort als Rassist denunziert und nach totalitärer Methode sogar um seinen Arbeitsplatz gebracht. In den deutschsprachigen Ländern wird man überdies durch willkürlich vergebenen Stempel wie etwa: „Rassist“ auch noch mitschuldig am Holocaust.

Kein Wunder, dass bei Umfragen schon über 50 Prozent der Österreicher sagen, dass sie in einem Land leben, in dem man nicht mehr frei seine Meinung sagen kann. Weil es der herrschende Elitenkonsens verbietet. Mit der Meinungsfreiheit ist eines der zentralsten Menschenrechte atomisiert worden. Dies ist ein erschütterndes Ergebnis nach einem Vierteljahrtausend der Aufklärung und der demokratisch-liberalen Verfassungen. Die Political Correctness hat nicht zu mehr Rücksichtnahme auf wirklich Benachteiligte geführt, sondern sie ist zu einem universalen Maulkorb der Eliten gegen jede aufmüpfige Meinung geworden.

Nun werden manche die ehrlich gemeinte Sorge äußern, dass mehr direkte Demokratie ja auch zu einer Diktatur der 51 Prozent über Minderheiten führen könnte. Jedoch gibt es kein einziges Land, indem das wirklich der Fall wäre. In der Schweiz etwa ist heute mit der direkten Demokratie und dem eine delikate Machtbalance herstellenden Föderalismus nach Epochen des Konflikts die Toleranz gegenüber den traditionellen sprachlichen und religiösen Minderheiten stärker und besser fundiert als in jedem anderen Land der Erde. Es sind ganz im Gegenteil oft repräsentativ gewählte oder gar autokratische Herrscher, die mit Schüren von Emotionen gegen Minderheiten ihren eigenen Machterhalt sichern.

Die repräsentative Demokratie hat noch ein weiteres Defizit. Sie ist meist mit dem Verhältniswahlrecht verbunden. Dieses produziert in den meisten Fälle Koalitionsregierungen, weil nur selten eine Partei eine ausreichende Mehrheit erzielt. Koalitionsregierungen aber sind die teuerste inner-elitäre Allianz: Denn die dabei notwendigen Kompromisse werden meist mit Steuergeld beziehungsweise Schulden erkauft.

Jede Partei versucht in einer Koalition, ihre eigenen Anhänger-Gruppen zu bedienen. Das läuft etwa so: Hier sinnlose Milliarden für die Bundesbahn; dort sinnlose Milliarden für die Bauern. Da werden sinnlose Monster-Tunnels in den Berg gebaut, weil irgendwann einmal ein Mini-Grüppchen gerade die Regierung erpressen konnte; dort bekommen schwarze Länder so viel Geld, weil auch die roten und blau-orangen Länder so viel kassieren und umgekehrt.

„Gibst Du mir, so geb ich Dir“ ist wohl die übelste Form, mit den Staatsfinanzen umzugehen. Daran ändert es auch nichts, dass die Profiteure dieses System propagandistisch als Konsensdemokratie rühmen.

Wir sollten uns aber im Klaren sein: Noch ist in den Menschen der meisten westlichen Länder das Bewusstsein nicht entscheidend gereift, dass das Gaukelbild einer totalen Wohlfahrt und soziale Rundum-Absicherung nicht funktionieren kann. Sie glauben noch mehrheitlich an die Schimäre der durch eine Obrigkeit hergestellten Sicherheit. Sie begreifen nicht, dass ohne eine entscheidende Rolle der Eigenverantwortung das Leben nicht funktionieren kann. Sie wollen nicht akzeptieren, dass der Staat nur in wirklichen Notfällen eine Antwort auf die Probleme unseres Lebens sein kann.

Das wissen die Schweizer, das weiß ein guter Teil der Amerikaner, und das haben die Osteuropäer in bitteren Lektionen gelernt. Uns stehen die noch bevor.

(Dieser Text wurde für den am 1. und 2. Oktober von "GoAhead " im Palais Niederösterreich veranstalteten „Kongress zur Österreichischen Schule der Nationalökonomie“ und eine dazu erscheinende Publikation verfasst. Der kostenpflichtige Kongress umfasst eine lange Liste prominenter Redner vom US-Abgeordneten Ron Paul über den Vermögensforscher Thomas Druyen bis zum deutschen Abgeordneten Frank Schäffler.)

 

zur Übersicht

einen Kommentar schreiben

Teilen:
  • email
  • Add to favorites
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Twitter
  • Print

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorsocrates
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    19. September 2010 10:51

    Einer der besten Kommentare!
    Nach 1955, als die Claims neu besetzt wurden, sah ich im Rondellkino noch "Jud Süß" und diskutierte mit Maxi Weiß darüber. Heute ist das undenkbar!
    Ein Auszug aus der Chronik Ö, die aus den Schulen verbannt wurde:
    9.Mai 1873. Ein Börsenkrachin Wien (fortan "der große Krach" genannt) leitetdas Ende des Freihandels in Ö ein. Infolge der durch die gewaltige Spekulationswelle der sog. Gründerzeit ungesund aufgeblähten Wirtschaft kommt es an der Wiener Börse zu einem rapidem Kursverfall, der diesen Tag zum "schwarzen Freitag" werden läßt.
    Der Ausdruck "Krach" wird erstmals von Börsebesuchern aus Gallizien benutzt und soll sich auf das englische Wort "crash" beziehen. Ferdinand Kühnberger, ein excellenter Feuilletonist, dieser Tage und "das gute Gewissen" der öffentlichen Meinung schreibt ineinem Brief am 10. Mai über den Börsenkrach:
    Gestern, Freitag, den 9. Mai, mittags um 1 Uhr, wurde die Wiener Börse polizeilich geschlossen. Und da sage man noch, daß der Freitag ein Unglückstag sei! Die Börse brach unter der Überlast ihrer Verbrechen zusammen. Seit gestern können ehrliche Leute wieder über die Straße gehen, und Menschen, welche arbeitn, werden nicht mehr Dummköpfe genannt. Seit gestern Heißt ein Dieb wieder ein Dieb und nicht mehr Baron. Nie hat ein schöneres Gewitter eine verpestetere Luft gereinigt.
    Das "schmachvolle Treiben"
    Der Wiener Bürgermeister Cajetan Felder schreibt in seinen Erinnerungen über den Börsenkrach u.a.:
    "Schon Jahre zuvor hatten geniale Finanzgauner, darunter Leute von Vermögen, Ansehen und Stellung, das Strafgesetz, die große Masse an Dummköpfen......... verhöhnt, gar nicht existierende Werte auf dem Papier fingiert, um damit Kartenhäuser zu bauen, die der erste Luftzug umwerfen mußte. Und dieser Windstoß kam, nachdem seine Vorboten bereits einige Tage zuvor die Luft bewegt hatten, durch große Verkaufsaufträge aus dem Auslande, infolge welcher an der Börse die leitende Kreditaktie in einer Stunde um 25 Gulden fiel. Alle anderen Papiere folgten nach und sanken bis zur Wertlosigkeit..."
    Danach kam es durch Jahrzehnte zu schweren antijüdischen Ausschreitungen.
    Die "Presse" benützte diesen Artikel zum Beweis der Unschuld der (damals nicht existierenden) ´Ostküste´.
    In der Monarchie herrschte mehr Freiheit und es gab einen besseren Bürgermeister.

  2. Ausgezeichneter Kommentatorharald18
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    19. September 2010 11:11

    Sehr geehrter Herr Dr. Unterberger,

    Ein wahrlich tiefgehender Artikel, der genau in unsere Zeit passt. Sie sprechen darin Faktenlagen und Rückschlüsse an, die in dieser Stringenz wohl in keinem anderen Medium zu vernehmen sind. Gleichzeitig unterstreichen Ihre Aussagen die demokratiepolitisch eindeutig negativ zu beurteilende Position unseres (selbsverschuldeten?) Medienwesens. Gedanklich korrupt, schönfärberisch und als Meinungs- und Gesinnungstrommler im Einsatz. Auf das Volk wie eine geistige Besatzungsmacht wirkend, parteipolitische Propaganda wird mit informativ sinnlosem Füllmaterial versetzt, auf dass der Leser, Höhrer un Seher die gelenkte Botschaft leichter schluckt. "Bewusste Verblödung" in Reinkultur, die aber als Lebensstil verkauft wird.

    Auch Ihre Betrachtungen zur sogenannten "Einwanderungspolitik" zeigen klar, wie abgehoben und ideologiegesteuert, ohne Rücksicht auf den Willen des Volkes, durchgegriffen wird. Kein vernünftiger Mensch, der von seiner eigenen Leistung lebt, wird einer derart unlogischen Verwässerung der eigenen Strukturen zustimmen, was zwangsläufig zur Frage führt, in welchem Interesse agiert unsere Politik? Welche Mächte steuern Brüssel? Die Frage stellt sich, weil sich im kultur- und gesellschaftspolitischen Sinne für eine Selbstverleugnung kein Beispiel findet. Der moralische und politische Zerfall Roms kann doch nach den humanzentrierenden Phasen im geschichtlichen Ablauf heute nicht mehr als Modell gelten.

    Wer heute Kinder in der Schule hat, muss zusehen, wie unter den gegebenen Umständen die Lernleistung deutlich hinter jener Linie liegt, die man einst selbst erarbeitet hatte. Und zwar unabhängig vom Schulmodell.

    Dass Staaten von stärkeren Einheiten übernommen werden, dabei selbst Brutalität und Unmenschlichkeit zu Tage treten, ist nicht neu. Wir haben diese Phase auch keinesfalls überwunden, Gerechtigkeit ohne Macht obliegt noch immer der Hoffnung,

    Was dem halbwegs denkenden Bürger zu schaffen macht, ist das Aufgeben eigener Stärke, bei gleichzeitigem Bücken vor dem Schwachen, der im Grunde überrascht wird von der steten Einladung, an der Tafel doch endlich Platz zu nehmen. Durch diese Selbstverleugnung erstarkt der Aggressionsgedanke, allerdings beim Gast bzw. Gegner. In diesem Zeitabschnitt leben wir.

    Morbidität der Eliten? Moralische Verkommenheit als natürliche Folge der Abwärtskurve nach Erreichen des kulturphilosophisch-geistigen Höhepunktes? Oder ein gezüchteter Glaube, einbekannte Schuld müsse doch wohl zur kollektiven und immerwährenden Selbstgeißelung führen? Opfer fehlender Courage? Opfer oder Täter?

    Eigentlich erschrecken wir ob des aus dem Ruder laufenden Humangedankens oder dem, was uns als menschenrechtskonformes Verhalten vorgegaukelt wird, in Wirklichkeit aber den Tatbestand des Verrates durch unsere Eliten erfüllt. Das völlige Weglegen des Schwertes mag ja zu den hohen Glücksgefühlen bei Tagträumern und Menschenrechtsaktivisten zählen. Aber Nutzen ziehen daraus, das tun andere. Wir zahlen nur mit unserer Substanz.

    Noch schlimmer aber zählt das über allen Grundsatzfragen liegende institutional gewordene Tabu, das eine Auseinandersetzung mit kritischen Fragen verbietet und notfalls über den Staatsanwalt unterbunden wird. Was die Frage aufwirft: Haben wir mit dem Wirksamwerden von Gesetzen, welche zeitgeschichtliche Themen aus anderen Perspektiven, als den "staatskonformen", zu beleuchten versuchen, der Demokratie genützt? Oder das Kind mit dem Bade ausgeschüttet?

    Für die "dekretierte Wahrheit" werden wir von manchen gelobt, man sieht dies als Beispiel eines Volkes, das den politischen Fesseln der Vergangenheit entkommen will. Allein, man denke nur an die Initialzündung für andere Rechtsmaterien, die auf unbedingt einzuhaltende Gerechtigkeit bedacht sind. Das kommende "Antiterrorismusgesetz" bildet den vorläufigen Höhepunkt.

    Unsere repräsentative Demokratie versandet zusehends, wenn nicht Kräfte der Vernunft in den politischen Prozess, eher ein permanenter Kuhhandel für diverse Klientel-Gruppierungen, eingreifen. Vielleicht kann man aber relativ getrost in die Zukunft schauen, den Konservative und auch Linke dürften bald vor ihrer Zerplitterung stehen. Oder eine geläuterte, neue Besatzung geht bei den alten Parteien ans Steuer. Dieser zur Zeit dilettantische Kurs aller Beteiligten lässt sich so nicht weiter führen. Das Zaudern und das Nichtwissen müssen ein Ende haben. Geistige Durchdringung kann nicht auf Dauer verboten sein.

  3. Ausgezeichneter Kommentatorthomas lahnsteiner
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    19. September 2010 16:57

    Die größten feinde der freiheit in österreich sitzen für mich in wien und in
    st pölten.
    zwei kongeniale partner haben mit absolutistischer landesfürsten-attitüde mit hilfe willfähriger medien von zb kurier, standard, news bis zum orf ein perfektes system des meinungsterrors und der einschüchterung aufgezogen. besonders arg der jeweils regionale ORF, der in beiden bundesländern die funktion des hofberichterstatters übernommen hat.
    sie verwirtschaften ungeniert das geld des steuerzahlers, der eine, indem er steuergelder in mafiöse spö-firmen umleitet, der andere indem er unsummen an niederösterreichischen öffentlichen geldern in dubiosen anlageformen einfach verzockt .
    besonders gefährlich wird es, wenn die beiden im duett mit hilfe ihrer hofschranzenmanager großbauvorhaben "managen".
    der flughafenausbau wien als paradebeispiel für rot-schwarze freunderlwirtschaft, korruption und geldverschwendung

  4. Ausgezeichneter KommentatorRosi
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    20. September 2010 10:51

    'political correctness', wie das Wort schon besagt, ist eigentlich nicht Korrekt-Sein, sondern ein Taktieren, eben 'politisch' Argumentieren/Agieren. Man ist nicht korrekt, sondern 'politisch' korrekt, - Aussagen oder ein Verhalten um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.
    Daher handelt im Prinzip in 98,9% der Fälle jeder tatsächlich unmoralisch, der sich an die Regeln der 'political correctness' hält.

  5. Ausgezeichneter Kommentatorfosca
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    20. September 2010 00:54

    Gratuliere Herr Unterberger!
    Ein (all-) umfassender, brillant-anspruchsvoller Kommentar, dem nichts mehr hinzuzufügen ist.
    Dafür gebühren Ihnen mindestens 5 Sterne und der Titel: Kommentator des Jahres 2010! ;-)

  6. Ausgezeichneter KommentatorWertkonservativer
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    19. September 2010 11:07

    Es ist Sonntag; der Text unseres A.U. ist heute zu schwere Kost für mich: es ist Familientag! (Vielleicht fällt mir später etwas einigermaßen Kluges dazu ein).

    Und gerade jetzt, zum Zeitpunkt meiner diesbezüglichen Resignation, Vogelgesang aus dem Gartenbaum vor meinem Fenster; ein wunderbarer Vers der Droste kommt mir in den Sinn:
    "
    Dennoch, Himmel, immer mir nur,
    Dieses Eine nur: für das Lied
    Jedes freien Vogels im Blau
    Eine Seele, die mit ihm zieht,
    Nur für jeden kärglichen Strahl
    Meinen farbigschillernden Saum,
    Jeder warmen Hand meinen Druck
    Und für jedes Glück einen Traum."

    Mein Sonntag (wen's interessiert): in der Früh "Du holde Kunst", ein Glas Brunello am Mittagstisch, von der lieben Frau wunderbar bereitet; die zwei jüngsten Enkerln bei uns, im Garten späte Himbeeren pflückend.
    Eine unzeitgemäße Idylle, noch dazu in einem Forum streitbarer Geister?
    Bewahren wir uns, liebe Freunde, doch auch unter den gegebenen Zu- und Umständen den positiven Glauben: der Mensch ist gut, das Leben schön!

  7. Ausgezeichneter Kommentatorharald steiner
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    20. September 2010 08:42

    Sehr guter Artikel, Herr Dr.Unterberger. Vielleicht hätten Sie auch noch die guten Universitäten in der Schweiz erwähnen können. Die ETH Zürich gilt seit langem als die beste Uni Kontinentaleuropas, was sich auch in den Uni-Rankings immer deutlicher manifestiert. Somit ist das Argument, dass nicht-englischsprachige Hochschulen generell benachteiligt werden weitgehend hinfällig. Es ist halt der politische Wille, der den Unterschied macht.

    (Übrigens, vielleicht könnten Sie einmal auf der Hompage der ETH vorbeischauen. Dort gibt es einige interessante Beiträge zum Thema Wissenschaft, Medien und Politik zu lesen. Außerdem bekommt man dort einen Einblick in wissenschaftliche Diskussionen über aktuelle Probleme, wie z.B. den Klimawandel...falls Sie den Herr- und Frauschaften der Uni Wien oder Boku nicht vertrauen sollten.)

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorharald steiner
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    20. September 2010 08:42

    Sehr guter Artikel, Herr Dr.Unterberger. Vielleicht hätten Sie auch noch die guten Universitäten in der Schweiz erwähnen können. Die ETH Zürich gilt seit langem als die beste Uni Kontinentaleuropas, was sich auch in den Uni-Rankings immer deutlicher manifestiert. Somit ist das Argument, dass nicht-englischsprachige Hochschulen generell benachteiligt werden weitgehend hinfällig. Es ist halt der politische Wille, der den Unterschied macht.

    (Übrigens, vielleicht könnten Sie einmal auf der Hompage der ETH vorbeischauen. Dort gibt es einige interessante Beiträge zum Thema Wissenschaft, Medien und Politik zu lesen. Außerdem bekommt man dort einen Einblick in wissenschaftliche Diskussionen über aktuelle Probleme, wie z.B. den Klimawandel...falls Sie den Herr- und Frauschaften der Uni Wien oder Boku nicht vertrauen sollten.)


alle Kommentare

  1. Elmar Leimgruber (kein Partner)
    23. September 2010 05:26

    Während man hierzulande politischerseits überall Jobs zuschanzt und das Presserecht verschärft, ja Andersdenkende medial verunglimpft, ist es ja glücklicherweise nicht überall so.
    Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel geht meines Erachtens einen beeindruckenden Weg, der weder links noch rechts ist, weswegen sie sich auch in beiden Lagern unzählige mächtige Feinde gemacht hat, vielleicht auch gerade, weil sie -als gebürtige Ostdeutsche- gegen Meinungsdiktatur auftritt.
    Und von ihr gabs letzthin eine meines Erachtens viel zu wenig beachtete Rede zu den Themenbereichen Toleranz, Meinungs- und Pressefreiheit:
    http://www.redakteur.cc/merkel-verteidigt-meinungs-und-pressefreiheit/

  2. Adiaphoron (kein Partner)
    21. September 2010 12:47

    Ein sehr guter und tiefgehender Kommentar, den ich in weiten Teilen unterstützen kann. Dennoch möchte ich auf einige argumentative Schwächen hinweisen. Jene, Ideologie, die a.u. vertritt - der Neoliberalismus - war, bis sie konsenfähig wurde, genauso ein elitäres Projekt. Von der Gründung 1938 in Paris über Treffen der Montpélerin Society bis hin zu Netzwerken an Hochschulen wie LSE, Universität Chicago usw usf. Auch die "bürgerliche" Revolution in Frankreich war ein Elitenprojekt. Nicht alle Elitenprojekte scheitern also notgedrungen, und auch der Liberalismus ist keine natürliche Ordnung, die einfach so zu Tage tritt.

    Es ist auch seltsam, dass a.u. die Immigrationspolitik linker Eliten so stark kritisiert. War es doch genau der von ihm so hochgelobte Erhard, der türkische Gastarbeiter nach Deutschland kommen ließ, ohne dass dafür unmittelbarer Bedarf bestand. Vielmehr war hier die Angst vor zu großer Macht der Arbeitnehmer ausschlaggebend.

    Eine Frage, die sich mir noch aufdrängt: Wieso vertreten so oft Reiche, die sich aufgrund ihrer Macht dem Wettbewerb nicht mehr stellen müssen, neoliberale Positionen? Eine liberale Wirtschaftsordnung gefährdet ihren Reichtum doch nur. Liegt hier etwa eine Mentalität vor, wie sie auch in Unterbergers Partei, der ÖVP, anzutreffen ist? Also: Wettbewerb ja, aber um Himmels willen nicht für uns selbst?

    • harald18
      21. September 2010 14:48

      @ Adiaphoron:

      Ohne mit einem ad-hoc-Quellenverweis dienen zu können, aber die ersten Gastarbeiter in D kamen auf "Wunsch" der USA zustande. Es war dies wohl der erste Schritt in eine Politik, vor deren Scherben wir heute stehen. Der "Zahlmeister für Europa" wurde institutionalisiert, die Belastungsschwelle für die nachfolgend geplante Enthomogenisierung " angezüchtet. Bei VW z.B. konnte man die ersten Gastarbeiter in den Arbeitsprozess nicht einfügen, sie wurden daher für Reinigungs- und Putzarbeiten herangezogen, die nicht unbedingt notwendig gewesen wären. Erhard war in diesem Fall ein wahrlicher Vorläufer von Kohl.

  3. gogol (kein Partner)
    21. September 2010 07:16

    Die Macht der Eliten besteht in einem in Europa totalitär agierenden Monopolismus, der alles Bestehende missachtet und das an Vernünftigem Vorhandene zerstört. Eine flapsige Pipifax-Ideologie geistig kaputter EU-Konformisten walzt alles Vernünftige nieder. Diese Vernichtung bezahlen diejenigen Bürger, die das nicht wollen und die nicht gefragt werden. Wenn unsere Eliten ausnahmsweise einmal etwas Gutes tun möchten, dann sollen sie zur Hölle fahren.

  4. Segestes (kein Partner)
    20. September 2010 17:51

    Interessanter Artikel, doch diesem pauschalen, üblichen Gemecker in Richtung Gewerkschaften, kann ich nicht ganz zustimmen.
    Im 19. Jahrhundert war der Arbeiter, bevor es Gewerkschaften gab, auf Gedeih und Verderben den Fabriksbesitzern ausgeliefert. Viele dieser Männer waren großzügig und hatten eine soziale Ader. Aber ebenso viele beuteten die Menschen rücksichtslos aus.
    Die Sozialdemokratie hat dies mit den Gewerkschaften geändert.
    Sie hat die Rechte der arbeitenden Klasse quasi in Gesetze gegossen.
    Ein großes Verdienst dieser Bewegung.

    Keine Frage, irgendwann begann die Pervertierung. Zuerst bei den Gewerkschaften und spätestens in den 50er-Jahren auch bei der sozialdemokratischen bzw. sozialistischen Partei selbst.
    Eine von Bankern, Juristen und Soziologen geleitete Partei, die von Lobbyisten durchsetzt und korrumpiert ist. Eine Partei, die nachdem sie in den 60ern von kryptointellektuellen Eiferern übernommen wurde, heute auf die Pro-Zuwanderungstrommeln klopft, um im Migranten-Milieu jene Wählerstimmen einzusacken, die sie bei der autochthonen Bevölkerung aufgrund vollkommener Weltfremdheit und Inländerfeindlichkeit verloren hat.

    "So vergeht der Ruhm der Welt", heißt es.
    Und so vergeht auch jener Ruhm, den sich diese Bewegung einst erarbeitet hatte.

    • cmh (kein Partner)
      20. September 2010 18:10

      Sic transit gloria mundi ...

      Darf ich mich auch einmal mit fremden Federn schmücken:

      Es musst' ein wildes Schlachten kommen,
      Du, Welt, verträgst den Frieden nicht,
      Du schreist nach ihm, und naht er schüchtern,
      So schlägst du ihm ins Angesicht.

      Ich sah noch keinen Tag erstehen,
      Der nicht entfacht vom Reinen war,
      Und keine Sonne sah ich sinken,
      Die trüb nicht vom Gemeinen war.

      O dummes, bettelhaftes Prahlen
      Mit deines Fortschritts großen Siegen,
      Wenn unter den brutalen Füßen
      Zermalmt der Seele Schätze liegen.

      Zermalmt ist mit den Götzenbildern
      Auch Jovis hehre Lichtgestalt,
      Und deine neuen Lichter leuchten,
      So wie der Fäulnis Phosphor strahlt.

      Du weißt soviel und bist nicht weise,
      O sage, Welt, ob dir denn wohl ist
      Bei deiner krausen Hochkultur, die
      Außen bunt und innen hohl ist?

      Den Hexentanz des Lebens tanzt
      Die Kunst getreulich mit; die Taube
      Entsank den reinen Himmelshöhn
      Und flattert halbbetäubt im Staube.

      Die Güte und die Menschenwürde,
      In heißen Kämpfen dir errungen,
      Ist fremd geworden deinem Herzen,
      Ein Schmuck nur wortelustiger Zungen.

      O, nichts vom vorigen Jahrhundert
      Hast du dir, Welt, gemacht zu Nutzen,
      Als bloß die Kunst, mit frechem Flunker
      All deine Torheit aufzuputzen.

      Die graugelockte Weisheit schweiget,
      Die unerfahrne Jugend spricht;
      Besiegt, ruft sie, sind Elemente!
      Die Leidenschaften sind es nicht.

      Von Hohn und Geifer der Parteien
      Seh' ich mein Vaterland beflecket,
      Die Führer blind und taumelnd, bis sie
      Ein grauses Menetekel wecket.

      Dann mitten in der wilden Drangsal
      Wird männiglich die Welt verfluchen,
      Doch ringend mit den Nachtdämonen
      Den Flug in lichtere Höhn versuchen.

      Das stete Glück macht Sünder, Toren,
      Und kleines Unheil Weltverhöhner.
      Die maßlos schwere Not allein ist
      Der große Sühner und Versöhner.

      Der bekannte österreichische Autor war zweimal für den Nobelpreis für Literatur im Gespräch. Warum er diesen nicht bekam ist in der Wikipedia zu lesen. Würde ich das so wie gelesen wiedergeben - fürwahr AU würde mich bannen und der Rache der pc übergeben. Den Autor selbst hat die Strafe des Vergessens - damnatio memoriae sozusagen - ereilt nachdem er 1000 Jahre lang in falsche Hände gelangt war.

      Ich selbst betrachte das Gedicht mit einer Mischung aus Faszination und Widerwillen. Faszination weil es in jeder Zeile eine Prophetie enthält und Widerwillen weil diese Prophetien unwiderlegbar uns selbst betreffen.

    • cmh (kein Partner)
      20. September 2010 18:11

      Ich bitte auch das Enjambement in der sechsten Strophe zu beachten.

    • Neppomuck (kein Partner)
      20. September 2010 19:13

      Schöne Geschichten müssen nicht immer wahr sein.
      Also schon auf Grund der Chronologie hat die Sozialdemokratie nichts Bahnbrechendes für die Arbeiter getan:

      1887: Unfallversicherung
      1889: Krankenversicherung
      1906: Pensionsversicherung

    • Segestes (kein Partner)
      20. September 2010 22:18

      @Neppomuck: Ich weiß nicht was du mir mittels falscher Daten sagen möchtest?
      Die Unfallversicherung wurde beispielsweise nicht 1887 in Österreich eingeführt, sondern 1888, also im Gründungsjahr der österr. Sozialdemokratie ^^

    • Segestes (kein Partner)
      20. September 2010 22:20

      @CMH: Peter Rosegger, einer meiner Lieblingsdichter

    • Neppomuck (kein Partner)
      20. September 2010 22:43

      Ab 1886 lebte als Folge einer beabsichtigten Gründung von Arbeiterkammern "erneut die Agitation sozialistischer Gruppen auf, und zu Neujahr 1888/89 konnte V. Adler auf dem Hainfelder Parteitag eine Einigung erreichen. Von da an stand die Partei auf dem Boden des Marxismus.
      Nach der Wahlrechtsreform 1897 verfügten die Sozialdemokraten über 14 Abgeordnete.
      Nach Einführung des allgemeinen Wahlrechts (der Männer) stellte 1907 die SDAP 87 (davon 49 deutschsprachige) Abgeordnete und wurde zweitstärkste Gruppe im Abgeordnetenhaus."
      http://www.aeiou.at/ - Sozialdemokratische Partei Österreichs, SPÖ

      Die hatten also noch nichts zu plaudern, haben aber "eingeführt".
      Was, will ich hier gar nicht sagen.

    • Undine
      21. September 2010 00:17

      @cmh

      Danke für den Rosegger! Welch wahre, prophetischen Worte!
      Ich habe so ziemlich alles von diesem für die heutige Jugend wohl völlig unbekannten Dichter gelesen. Besonders in seinen Aphorismen steckt so viel Lebensweisheit drin, sodaß ich diesen Band "Das Dasein ist köstlich" immer gerne zur Hand nehme.
      Ja, Rosegger ist, wie Sie es nennen, der "damnatio memoriae" zum Opfer gefallen wie so viele andere Große.

    • cmh (kein Partner)
      21. September 2010 09:30

      Richtig Rosegger!
      Es ist schön, verstanden zu werden.

      Das ist doch die eigentliche Aufgabe von Dichtern (eigentlich Machern), in ihren Werken gekannt zu werden. Dann nämlich sind sie die Seele eines (wenn man das heute noch sagen darf) Volkes, einer Nation.

      Danach ist die Existenz einer österreichischen Nation zu beurteilen. Wenn im gleichen Atemzug die Dichter der Vergessenheit anheimgestellt werden, kann es mit der Ernsthaftigkeit derartigen Gefasels nicht weit her sein. Das hat mich damals verwundert.

  5. Neppomuck (kein Partner)
    20. September 2010 17:36

    Macht und Ohnmacht.

    Die Macht, Aphrodisiakum
    für den, der gern brutal od’ dumm,
    sei der Kontrolle unterzogen,
    zumal wenn sie nicht ausgewogen.
    Jedoch macht Macht, die überwacht,
    kaum Spaß und wird deshalb verlacht.
    Lang her ist’s, dass im Felde Herrscher
    verlustig gingen ihrer Ärscher,
    heut’ sieht die Chose anders aus;
    mit Ross und Wagen, Mann und Maus,
    geht heutzutage keiner baden,
    es sei, er hieße O. bin Laden.
    Der Kriegsherr heißt, den Eid vergisst er,
    jetzt nur Verteidigungsminister,
    auch braucht man kaum noch Söldner mehr;
    wozu gibt es ein Bundesheer?
    Der 'kleine Mann des Sprichworts' aber
    hat satt das salbungsvoll’ Gelaber,
    welches von Grundgesetzen spricht,
    von seinem Schicksal aber nicht.
    Er sieht, wie’s sich die Mächt’gen richten,
    die da von einseitigen Pflichten
    und schlechten Zeiten „larmoyieren“,
    die schließlich doch wir alle spüren.
    Und die Bilanz des Unbehagens
    zerfrisst die Wände seines Magens,
    das Auge rinnt, auch knirscht der Zahn,
    es bildet sich Verfolgungswahn,
    der dann bei näherer Betrachtung
    berechtigt ist, doch die Beachtung
    der Menschenrechtekommission
    nicht findet, die im Plauderton
    von Paranoia, unterdrücktem
    Schuldkomplex spricht, auch von verrücktem
    Weltbildnis, was dazu nicht schön,
    und ganz und gar nicht pathogen.
    Dann präsentiert man, wie zur Hetz,
    das Terrorpräventionsgesetz,
    damit sich weder Frau noch Mann,
    dagegen wirksam wehren kann.
    So bleiben an den Futtertrögen
    die Leute, welche wir nicht mögen
    und spotten uns zum Dank noch aus.
    Mir langt’s, drum geh’ ich jetzt nach Haus.

    • Segestes (kein Partner)
      20. September 2010 18:00

      Hmmm, dieses Versmaß und der Duktus,
      erinnern mich sehr stark an Wolf Martin ;-)
      Jedenfalls sehr gut.

  6. socrates
    20. September 2010 17:23

    Xanthippe meint:
    Jean Paul Sartre "Im Räderwerk" Da steht schon alles drinnen!
    Wird aus wegen seiner Aktualität nicht mehr aufgeführt.
    Eines meiner Lieblingsbücher:
    Berthold Brecht: Die Geschäfte des Herrn Julius Cäsar.
    Vieles, was darin steht, darf man heute nicht mehr sagen. Humanistische Bildung ist gefährlich, eigentlich jede Bildung, daher eine Schulreform nach unten.

  7. Schnabeltierfresser (kein Partner)
    20. September 2010 17:05

    Na bitte, wenn sich Unterberger für einen hehren Anlass bemüht, kommt doch wieder ein sprachlich und inhaltlich ansprechender Text heraus. Chapeau!

    • Erich Bauer
      20. September 2010 17:22

      Na bitte... vielleicht erleb' ich's noch. Und Sie werden Mitglied. (grins) Das eine oder andere "Schnabeltier" findet man immer. (grins, grins) Ohne Ihnen nahetreten zu wollen, ich hätt' meinen Spaß dabei, mich würd's freuen...

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      21. September 2010 11:22

      Pardon, nur weil unter hundert grottig geschriebenen und hyperpolemisch-einseitigen Threads einmal ein Qualitätsartikel zu finden ist trete ich jetzt auch noch nicht bei.

    • Frank (kein Partner)
      22. September 2010 05:29

      Na ja, das würde ich und ich schätze wohl auch A.U. nicht begrüßen, dass ausgerechnet Sie, welcher hier großteils als Senfabgeber bekannt ist, als "Partner" einsteigen würde.

  8. cmh (kein Partner)
    20. September 2010 13:44

    Bisher dachte ich immer, es hätte seit der Aufklärung einen technischen Fortschritt gegeben. Dabei war immer auch ein Fortschritt in den Kulturtechniken nicht nur des LEsens, Schreibens, Rechnens, sondern auch der Kulturtechnik des richtigen Umganges miteinander. Gerade die Demokratie schien mir fast der Stein der Weisen zu sein, wie sich der Wille jedes Einzelnen in den Willen des Staates umformen lassen könnte. Natürlich ist die Demokratie nicht perfekt, aber mir schien es immer, dass ein gesitteter und höflicher Umgang miteinander dem Abhilfe schaffen könnte.

    Ähnliche Steine der Weisen, die in ihren Bereichen eine im wesentlichen endgültige Lösung der Probleme zu bringen schienen, haben sich mittlerweile als uneinlösbare Versprechen erwiesen. Ich denke da nur an die Keysianische Feinsteuerung, die Atomenergie samt Kernfusion, die moderne Medizin, die Raumfahrt usw. aber auch an ganz simple Dinge wie wartungsfreiee dicht Fenster
    oder die Glasflasche, die schließlich doch durch die Pet-flasche abgelöst wurde.

    Bei der Demokratie hat es sich aber leider nicht nur gezeigt, dass die eine oder andere punktuelle Schwierigkeit besteht, sondern vielmehr, dass die Demokratie bereits von innen ausgehölt ist und man sich nicht mehr an seine Vertreter im Parlament, sondern an eine nebulose Elite wenden muss, will man etwas erreichen.

    Mit anderen Worten: Wir stehen wieder einmal da, wo wir angefangen haben und nicht nur das. Wir haben auch kein besseres Werkzeug als früher und die Lösungsideen sind auch gleich.

    Und mit da meine ich nicht die Aufklärung sondern alle denkbaren politischen Lagen in denen wir uns heute befinden können, wurden bereits von den alten Griechen beschrieben. Möglicherweise geht es sogar noch weiter zurück. Platos Republik ist damit durch uns lediglich um eine skurril-absurde Fußnote reicher, aber nicht ergänzt und schon gar nicht verbessert.

    Genügt Reden eigentlich noch? Aber - was tun?

    • Neppomuck (kein Partner)
      20. September 2010 14:40

      Gute Frage.

      „Man darf nicht warten, bis der Freiheitskampf Landesverrat wird.“

      Erich Kästner

    • cmh (kein Partner)
      20. September 2010 14:55

      Das kann man auf zwei Arten verstehen:

      1) Der Kampf um die Freiheit ist immer und laufend zu führen.
      2) Landesverrat ist Freiheitskampf.

      Beides bringt Gefahren. Wenn immer Wolf geschrieen wird, interessiert das keinen wenn der Wolf dann einmal tatsächlich kommt. Und es soll sich auch nicht jeder Landesverräter auf einen Freiheitskampf berufen können.

      Ich wollte oben nur die Überraschung ausdrücken, dass es trotz der Aufklärung und trotz der Eliten (die haben ihren Daseinszweck ja nur in Bezug auf einen Staat, relativ auf die Mitbürger) jetzt eine Situation gibt, die zu solchen Überlegungen nach uraltem Muster führt. Es gibt kein Verfahren oder Methode, die die Rechtmäßigkeit eines Verfahrens gewährleistet.

  9. M.U. Shrooms (kein Partner)
    20. September 2010 12:31

    Endlich einmal ein Beitrag, wo man dem A.U. vollinhaltlich zustimmen kann.

    Die deutsche grüne Künast hat heute gewarnt, günstige Umfragen allzu ernst zu nehmen. Die sind dort realistischer als unsere grünwappler. Wir werden keine Volkspartei, hat sie gesagt. Die grünen dort wissen, dass sie mit 15% auch alle vor sich her treiben können, für eine Diktatur reicht das allemal.

    Solange die schweigende Mehrheit schweigt und glaubt, mit dem kühnen bürgerlichen Kopfschütteln etwas zu erreichen, wird den fanatischen Minderheiten das auch gelingen.

  10. Robert Bond (kein Partner)
    20. September 2010 11:25

    Als erklärter Freund der Schweiz finde ich den Vergleich zwischen der Eidgenossenschaft und den Tea Parties ärgerlich. Die Schweiz ist nämlich ein funktionierender Sozialstaat (vermutlich der bestfunktionierende der Welt). Es wird zwar mehr Eigenverantwortung verlangt als z.B. in Österreich, es muss aber niemand vor dem Krankenhaus verbluten, weil die Versicherung nicht stimmt. Finanziert wird das übrigens auch über (zum Teil recht saftige) Vermögenssteuern. Dafür sind Einkommenssteuer und Mehrwertsteuer viel niedriger als hierzulande. Das belastet zwar die, die es schon zu Wohlstand gebracht haben, nützt aber jenen, die das noch vorhaben. Ich denke, davon profitiert eine Gesellschaft insgesamt. So nebenbei erwähnt entspricht das Schweizer Schulsystem weitgehend jenem Modell (mit gewissen kantonalen Besonderheiten), das gerade in Hamburg als böse Gesamtschule abgewählt wurde.
    Und noch ein Wort zu den Tea Parties: Dort mischen ganz entscheidend die Neocons mit und das ist eine Gruppe, die explizit auf informelle Elitenbildung setzt und mit direkter Demokratie überhaupt nichts im Sinn hat.

  11. Rosi
    20. September 2010 10:51

    'political correctness', wie das Wort schon besagt, ist eigentlich nicht Korrekt-Sein, sondern ein Taktieren, eben 'politisch' Argumentieren/Agieren. Man ist nicht korrekt, sondern 'politisch' korrekt, - Aussagen oder ein Verhalten um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.
    Daher handelt im Prinzip in 98,9% der Fälle jeder tatsächlich unmoralisch, der sich an die Regeln der 'political correctness' hält.

    • Erich Bauer
      20. September 2010 12:06

      Rosi,
      "...'political correctness'..."

      ... ist die neue "Schuldkomplexreligion". Deren lächerliche und schärfsten "missionarischen Kritiker" stellen bezeichnenderweise an die z.B. r.k. Kirche die höchsten Ansprüche. Wahrscheinlich ist ihnen die derzeitige Kriche zu wenig inquisitorisch. Die Geschichte wiederholt sich als Farce.

      Im übrigen ist die p.c. stickiger und miefiger als die Eltern der 68er je sein konnten. Die Eltern der 68er sind rückblickend wahrscheinlich "progressiver", als diese heutige "Spätlese" jemals war.

    • Erich Bauer
      21. September 2010 08:01

      "... Deren lächerliche und schärfsten "missionarischen Kritiker"..."

      Korrektur (sehr peinlich): Soll heißen: Deren lächerliche und schärfsten "Missionare" (Anm. der p.c. "Schuldkomplexreligion) stellen bezeichnenderweise an die r.k. Kirche die höchsten Ansprüche....

    • Rosi
      21. September 2010 11:20

      Man hat es schon so verstanden, wie's gemeint war :-)

  12. Stachel (kein Partner)
    20. September 2010 10:05

    Die Rolle der Gewerkschaften wird hier zwar nur gestreift, die Aussage ist aber ganz wesentlich: Die Gewerkschaften sorgen sich nur um jene, die Arbeit haben und versuchen, deren Lage und deren Einkommen möglichst zu verbessern; jene, die keine Arbeit haben, sind den Gewerkschaften allerdings völlig wurscht. Bei einer (oft zutreffenden) Alternative, bei den Arbeitenden auf etwas zu verzichten, um dadurch eventuell mehr Menschen Arbeit zu verschaffen, stellen sich die Gewerkschaften immer völlig taub.

    • M.U. Shrooms (kein Partner)
      20. September 2010 12:33

      Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will.

      Ein wahrhaft konstruktiver Ansatz.

  13. Philipp Starl (kein Partner)
    20. September 2010 09:38

    Ein wirklich ausgezeichneter Artikel, in dem jedes Wort der sprichwörtliche Balsam auf die zur Genüge geschundene Seele ist.

    Mit ein wenig Kritik sollte man aber auch hier aufwarten, da Herr Unterberger leider dazu tendiert, das wahre Motiv der Austrians zu übersehen. So lässt sich der gesamte Artikel beinah mühelos durchlöchern, wenn man nur argumentativ stark genug darlegen könnte, dass die Wege der Austrians wenig mit ökonomischem Erfolg zu tun haben.

    Die österreichische Schule der Nationalökonomie entstand zumindest indirekt als Folge der Liberalismusströmungen in Europa und den USA. Demnach ist der Ursprungsgedanke der Austrians der von Natur aus mit Rechten versehene Mensch, was sich auch in dem Zitat Friedmans (auch wenn er kein Austrian war) widerspiegelt:" Auch wenn sich die freie Marktwirtschaft als das schlechtere System herausstellen sollte, so bevorzuge ich doch diese, da nur in ihr jeder Mensch frei ist".

    Vielmehr ist der Liberalismus und der Humanismus also das Motiv der Austrians. Dies hätte ich mir gewünscht, dass Sie betonen, denn allein aus diesem Motiv heraus muss jeder vernünftig denkende Mensch danach trachten, den Staat zurückzudrängen.

    Noch eine Randbemerkung zur Schweiz: leider sind auch dort Tendenzen zu erkennen, die in Richtung Freiheitsbeschneidung gehen (exemplifiziert durch den von Ihnen erwähnten Leitfaden für korrekte Sprache), so dass man noch nicht sagen kann, ob die direkte Demokratie den Prozess nur verlangsamt oder doch das Gegenmittel ist.

    Ganz witzig in dem Zusammenhang sind die Ausführungen Hoppes, der ja die Demokratie eher für den Teufel hält, wenn man die wenig demokratischen Staaten Österreich, Deutschland, usw. mit dem demokratischsten Staat, der Schweiz, vergleicht.

    • Philipp Starl (kein Partner)
      20. September 2010 09:40

      Übrigens müssen Sie sich nur noch ein paar Jahre gedulden, denn dann finden Sie auch in Österreich beachtliche entsprechende Bewegungen (die es ja im Keim schon jetzt zahlreich gibt).

  14. Alexander V. Neumaier (kein Partner)
    20. September 2010 09:03

    Ich gebe zwar dem Dr. Unterberger in allen Punkte vollinhaltlich recht, aber nachdem an mir hier immer wieder unterstellt, ich würde mich nicht kurz fassen können, nachfolgend meine Sicht der Dinge, ausgedrückt in einem Zitat der IHT:

    "You should know that our leaders are big belly people, and they care about themselves more than anyone else."
    - OSMAN SHENWARI, a village mayor in Afghanistan.

    mfg

    DDr. Alexander V. Neumaier

    • brechstange
      20. September 2010 09:47

      Ich lese auch Ihre langen Artikel sehr gerne.

    • RB (kein Partner)
      20. September 2010 13:32

      @Dr. Neumaier
      Schade, dass Sie heute nicht mehr geschrieben haben. In der Kürze liegt zwar
      die Würze, aber Würze allein ist auch zu wenig. :-)
      Bitte nächstes Mal wieder mehr, es ist immer interessant, was Sie zu sagen haben.

    • xxxxxx
      20. September 2010 16:56

      ich würde mich auch über einen längeren Beitrag freuen.

    • Franco (kein Partner)
      26. September 2010 03:44

      Schreiben Sie ruhig Ihre Beiträge wie gewohnt und lassen Sie sich nicht verunsichern!

  15. harald steiner (kein Partner)
    20. September 2010 08:54

    Die Tea-Party Bewegung in den USA ist durchaus umstritten, seit klar geworden ist, dass hauptsächlich die Koch Industries, möglicherweise der größte Familienkonzern weltweit, dahinterstehen. Die Bedenken von amerikanischen Bürger gegenüber Big Government sind natürlich verständlich, leider werden sie ausgenützt von den Kochs, die vor allem eigennützige Interessen zum Wohle ihres Unternehmens verfolgen.

    • brechstange
      20. September 2010 09:52

      Jede Bewegung ist Lobbying. Jeden, der eine solche Bewegung in Gang setzt, wird von vornherein unterstellt, er bezwecke was und der eigene persönliche Vorteil ist so und so der Hauptgrund. Wissen Sie, mit Unterstellung von Machtansprüchen und Erzeugen von Neid kann man jede Bewegung im Keim ersticken. DAs ist nämlich die andere Seite. Setzt jemand privates Geld ein, das man natürlich vorher verdient haben muss, ist es schlecht. Setzen, die die an den Hebeln sitzen, öffentliches Geld ein, ist es gut? Ist es tatsächlich so einfach? Ich meine nicht.

    • harald steiner (kein Partner)
      20. September 2010 10:33

      Falls diejenigen, die jetzt bei uns an der Macht sitzen, etwas öffentliches Geld einsetzen um zu studieren, wie man Staat und Verwaltung, Frühpensionen, sinnlose Infrastrukturprojekte etc. reduziert, wäre ich begeistert. Einen Teil davon könnte man in Schulen und Unis (mit Aufnahmeprüfung) stecken, den Rest einsparen. Soweit so gut.

      Das Problem mit den Kochs ist aber, dass sie möglichst alles abschaffen wollen, was irgendwie nach Steuern oder staatlichen Eingriffen verlangt - öffentlich bezahlte Schulen, staatliches Gesundheitswesen, Geheimdienste (FBI, CIA, ...), militärische Auslandseinsätze (aufgepasst Möchtegern-Bushies !) , Umweltvorschriften, aber auch Drogengesetze, ... Ein Schelm, wer hier Böses denkt. Die Folge wäre, dass Big Government durch Big Business ersetzt wird, nicht unbedingt zum Vorteil der amerikanischen Bürger. Vielleicht irre ich mich, und die Amis mögen das ja, aber man sollte wenigstens wissen, von wem man eine heile Welt vorgegaukelt bekommt.

  16. harald steiner (kein Partner)
    20. September 2010 08:42

    Sehr guter Artikel, Herr Dr.Unterberger. Vielleicht hätten Sie auch noch die guten Universitäten in der Schweiz erwähnen können. Die ETH Zürich gilt seit langem als die beste Uni Kontinentaleuropas, was sich auch in den Uni-Rankings immer deutlicher manifestiert. Somit ist das Argument, dass nicht-englischsprachige Hochschulen generell benachteiligt werden weitgehend hinfällig. Es ist halt der politische Wille, der den Unterschied macht.

    (Übrigens, vielleicht könnten Sie einmal auf der Hompage der ETH vorbeischauen. Dort gibt es einige interessante Beiträge zum Thema Wissenschaft, Medien und Politik zu lesen. Außerdem bekommt man dort einen Einblick in wissenschaftliche Diskussionen über aktuelle Probleme, wie z.B. den Klimawandel...falls Sie den Herr- und Frauschaften der Uni Wien oder Boku nicht vertrauen sollten.)

  17. silke (kein Partner)
    20. September 2010 07:52

    A.U.: Zu dieser heute um ihre Macht kämpfenden Elite zählen heute alle Parteien, die „Sozialisten in allen Parteien“, wie Hayek sie einst pointiert genannt hat.

    Nicht zu übersehen, die ferngesteuerte, "um ihre Macht kämpfende" Freimaurer-Buberl-Partie in der SPÖ:

    Fischer, Faymann, Vranitzky, Sinowatz, Androsch, Verzetnitsch, Klima, Einem, Lacina, Kostelka, Häupl...

    • SOKs (kein Partner)
      20. September 2010 09:24

      Ich habe mir gedacht wo setz ich an, meine Meinung kund zu tun. Zum 1000sten Artikel der Neo-Konfirmisten. Hayek schätzend, spreche ich wider die akademischen Zitierer.
      Mit Ihrem, das ist nicht gegen Sie Silke persönlich gerichtet, Ausdrucks-Schema der Schreibtisch - Diskutierer: Freimaurer-Buberl-Partie der SPÖ - kann ich meinen Standpunkt darlegen. Freimaurer = Böse; Buberl = verharmlosend für Gesellschaftszerstörer; Partie = nebulos.

      Wohlig sich selbst gefallend ob der gewählten Ausdrucksweise und Halb-Wissen wird der Schmerz, selber nichts gegen die kritisierten Zustände unternehmen zu können (wollen) - wird der diskutierende Akademiker zum Kritiker und Bewahrer des status quo.

      Ist nicht nach meinem Geschmack und deshalb kein Interesse mehr am neuen Unterberger.

    • brechstange
      20. September 2010 09:58

      @SOKS
      Das mit dem Tun kann wohl jeder selbst entscheiden und sich Strategien zurechtlegen.
      Warum gibt es viel zu viele Raunzer und Systemerhalter? Auch das muss jeder mit sich selbst ausmachen, ob er zu den Feiglingen, Bequemen, Nichtinteressierten, Netzwerkern oder Opportunisten zählt.
      Die Freimaurervereinigung ist als Geheimbund auf jeden Fall unseriös.

    • Harry (kein Partner)
      20. September 2010 18:50

      @ SOKs: "Buberl = verharmlosend für Gesellschaftszerstörer; Partie = nebulos"

      Ihre Beobachtungsgabe ist einseitig und stark verzögert, denn diese Terminologie (z.B. Buberl-Partie) gehört seit Jahrzehnten zum Tagesgeschehen der eintönigen Medienszene in Österreich.

      Wie erklären sie die "Lichtscheue" dieser im Posting von "silke" angesprochenen Elite?

  18. AEK (kein Partner)
    20. September 2010 07:36

    Danke Herr Unterberger für diesen Artikel.

  19. fosca
    20. September 2010 00:54

    Gratuliere Herr Unterberger!
    Ein (all-) umfassender, brillant-anspruchsvoller Kommentar, dem nichts mehr hinzuzufügen ist.
    Dafür gebühren Ihnen mindestens 5 Sterne und der Titel: Kommentator des Jahres 2010! ;-)

  20. HDW
    19. September 2010 23:17

    Man könnte zum Beispiel nicht immer nur die Hetzartikel der europäischen Journaille nachplappern sondern sich die "Lega nord" und die Analysen Umberto Bossis sowie Giulio Tremontis näher ansehen. Diese beschreiten einen Weg zur Verschweizerung im von AU postulierten Sinne. Durch territoriales Politisches Engagement und jetzt durch den fiskalischen Föderalismus. Gerade Italien leidet ja unter der Zweiteilung Nord - Süd besonders unter der Bereicherung der "Eliten" durch die "pro meridione" Umverteilung aus dem römischen Parlament. Das wird dann zur Mystifikation "Mafia" ist aber genau der Vorgang den AU brilliant anprangert. Und wenn Europa eine Chance hat gegen den Würgegriff der USA dann ist es nur dieser Weg des Föderalismus und Polyzentrismus. Übrigens gegen den Zentralismus sowohl der Linken wie der Rechten. Nicht umsonst unterstützt das State Department den Neofaschisten Gianfranco Fini in seinem Anti-Berlusconi Feldzug. Ghedafi und Putin zum Freund zu haben ist zu viel Antiamerikanismus für Obamas Clinton. Die Migrationsmassen sollen ja gerade Europa pralysieren. Der Kreis schließt sich und die plötzliche Amerikaliebe unserer Neomarxisten wirkt da auch plausibel, denn nur zentralistische Eliten können zu solchen Blutsaugern werden wie sie AU beschreibt!

  21. Ernst
    19. September 2010 22:32

    Hoffentlich kommt es auch in Europa bald zu Tea Parties,und diesen "Elite" Affen wird kräftig Feuer unterm roten A..... gemacht

    • trollfresser (kein Partner)
      20. September 2010 12:45

      Was haben Grüne und Paviane gemeinsam?

      Richtig!

    • Neppomuck (kein Partner)
      20. September 2010 13:28

      Eines haben sie allerdings nicht (das gilt allerdings für alle politischen Parteien) gemein mit den langhaarigen Affen:

      "Sie werden es nicht glauben, aber es gibt soziale Staaten, die von den Klügsten regiert werden. Das ist bei Pavianen der Fall."

      Konrad Lorenz

    • trollfresser (kein Partner)
      20. September 2010 14:01

      Ich bitte die PAviane um Entschuldigung. Es ging nur um den Farbwitz.

      Mir persönlich gefallen die sogar da wo sie rot sind besser als manche Grüne da wo sie grau werden. Aber auch hier geht es nur um den Kalauer und jede Ähnlichkeit mit tatsächlichen Haarsträhnen oder Afternoonshadows ist genauso zufällig wie das Erscheinen von Bürgermeistern auf Wahlplakaten.

      Haben Sie schon das Plakat gesehen, wo er dem Baby das Fusserl drückt. Man merkt richtig die Kinderliebe. Wenn er seine anderen Aufgaben auch so anpackt ... !? Bei allen andern Plakaten beschleichen mich immer Zweifel, ob die Models gemeinsam mit ihm am Set waren. Leider werden wir mit ihm weiterhin gemeinsam bleiben.

    • Neppomuck (kein Partner)
      20. September 2010 14:38

      Im Rothaus regiert der Stamm der "japanischen Affen".
      Nix sehen, nix hören, nix reden (lassen).

      Bemerkenswert, um nicht "merkwürdig" zu sagen:
      Der EU-Administration wird (zur Ehrenrettung) bescheinigt, dass sie nicht mehr Beamte bräuchte als etwa die Stadt Wien.
      Keiner kommt auf den Gedanken, diesen Vergleich "andersrum" (Wien ist schließlich eigener Aussage nach so) herzustellen.

  22. byrig
    19. September 2010 21:55

    trotz der (unnötigen)kritik an thilo sarrazin möchte ich eingangs die genetik bemühen.der heute lebende mensch hat genau die gleichen gene wie einer ,der vor zehntausenden jahren gelebt hat,ganz zu schweigen von griechen oder römern.
    (homo sapiens sapiens).warum dieses "sapiens" allerdings bei der beschreibung unseres status des menschseins gleich 2x vorkommt,entzieht sich meiner logik-anbetrachts z.b.der political correctness-und mehr noch ihrer proponenten.

    der mensch ist das (vermutlich) intelligenteste soziale wesen auf der welt.ausgestattet mit instinkten und genen,die perfekt in die steinzeit gepasst haben.die intelligenz bewirkte,dass sich die umwelt und alles soziale sehr veränderte.
    der angeborene instinkt,die gene blieben gleich.
    und die treiben alle,die die möglichkeit haben,erlangene macht voll auszunutzen.es ist nach wie vor die menschliche natur,die von keinerlei theorien geändert werden kann.
    leider hat es heutzutage eine clique von linken-die vertreter der p.c.-geschafft,die moralische elite zu bilden.durchdringend,unbarmherzig.letzteres wort ist umso dramatischer,als auch viele vertreter der als eher bürgerlich angesehenen kirchen blinde mitkämpfer dieser zerstörerischer linken sind.
    a.u. beschreibt das alles auf wirtschaftsuni-niveau.die conclusio ist die gleiche:es geht um macht.überlassen wir die zumindest nicht kampflos den zerstörerischen linken p.c-lern!

  23. f.m.
    19. September 2010 21:30

    Auch ein A.U. darf es nicht wagen, die wahren Machteliten zu benennen. Man würde ihn mit der Antisemitismuskeule erschlagen.

  24. Intellekto
    19. September 2010 17:00

    Ich könnte angeben und sagen:"Was ich immer sag" Stimmt nicht ganz,so gut u kompakt dargestellt habe ich meine Gedanken noch nicht gesehen:GROßARTIG Danke

  25. thomas lahnsteiner
    19. September 2010 16:57

    Die größten feinde der freiheit in österreich sitzen für mich in wien und in
    st pölten.
    zwei kongeniale partner haben mit absolutistischer landesfürsten-attitüde mit hilfe willfähriger medien von zb kurier, standard, news bis zum orf ein perfektes system des meinungsterrors und der einschüchterung aufgezogen. besonders arg der jeweils regionale ORF, der in beiden bundesländern die funktion des hofberichterstatters übernommen hat.
    sie verwirtschaften ungeniert das geld des steuerzahlers, der eine, indem er steuergelder in mafiöse spö-firmen umleitet, der andere indem er unsummen an niederösterreichischen öffentlichen geldern in dubiosen anlageformen einfach verzockt .
    besonders gefährlich wird es, wenn die beiden im duett mit hilfe ihrer hofschranzenmanager großbauvorhaben "managen".
    der flughafenausbau wien als paradebeispiel für rot-schwarze freunderlwirtschaft, korruption und geldverschwendung

  26. simplicissimus
    19. September 2010 16:06

    herr unterberger, sie haben noch immer nichts begriffen. anstatt solch ellenlange vorträge zu halten, sollten sie ihre zeit besser nutzen und einem wahren liberalen, herrn guido westerwelle herzlich zu seiner hochzeit zu gratulieren und sich mit ihm und seinem geliebten michael mronz furchtbar über neugewonnenes familienglück zu freuen!

    endlich kehrt echter humanismus in unsere politik ein. ganz sicher wird europa daran gesunden.

    wie furchtbar doch die finsteren alten zeiten, in denen ein haltloser billy boy perverse spielchen mit fräulein monica trieb!

    da lob ich mir dieses bekenntnis zu wahrer liebe.

    berichten sie an einem sonntag lieber über sowas menschliches anstatt ihre eingebildeten untergangsszenarien breit zu treten!

  27. Celian
    19. September 2010 15:57

    Weil hier immer wieder die Verwendung des Wortes „Eliten“ im A.U. Aufsatz kritisiert wird.

    Nach meinem Verständnis handelt es sich um selbst ernannte Eliten, jene also die glauben, daß sie gescheiter sind als andere und sich daher berechtigt fühlen, anderen etwas vorzuschreiben. Solche Leute gibt es zwar überall, aber es gibt eben nur jene die für die normale Werktätigkeit ungeeignet sind oder nicht ausgelastet sind oder sonst ganz einfach untauglich sind, sind die gefährlichen: Genau diese „Taugenichtse“ haben Energien frei und auch die Zeit dafür, ihrem Weltverbesserungsdrang nachzugeben und andere zu bekehren. Durch die EU, die Existenz der Vielzahl ihrer Institutionen, besteht die Möglichkeit für diese selbst ernannten Eliten tatsächlich den Marsch durch die Institutionen zu gehen und tatsächlich bis an die Spitze der Machthierarchie zu gelangen. Bestes Beispiel Viviane Reding, die EU-Kommissarin, die Sarkozy in die Nähe des Nationalsozialismus gerückt hat, eine Journalistin, die den Marsch zuerst durch die Partei dann durch die EU-Institutionen geschafft hat. Andere solcher zweifelhaften Karrieren beginnen als Sonderschullehrerin oder Bankkonsulent und enden de facto auch dort, denn ab da geht’s nur mehr per Partei aufwärts auf der Karriereleiter.

    Genau diese Form der Machterlangung der selbst ernannten Eliten ist das Grundübel unserer Zeit. Natürlich gibt es überall solche wieselhaften Karrieren. Aber nur in der Politik ist das in diesem Ausmaß so möglich bzw. gelangen überhaupt nur solche Leute an die Zügel der Macht.

  28. cicero
    19. September 2010 14:40

    Ich lese hier immer wieder von Eliten. Wo ist Elite? Ich erkenne nur Marionetten.

    • inside
      19. September 2010 15:36

      ..... wahrscheinlich die am oberen Ende der Schnürln.

    • eudaimon
      19. September 2010 22:05

      Wenn man in einer "egalitären" undifferenzierten unterschiedslosen Gesell-

      schaft nach Eliten sucht ,so findet man sie in der horizonalen Grundbedürfnis-

      Ebene der " pc society" characterisiert durch ihren Hass gegen alles

      Schöpferische und Freie bzw. alle verfolgend,die sich anschicken der Zwangs-

      sozialisierung durch vertikale Akrobatik zu entfliehen!-L`humanite perdue

  29. ProConsul
    19. September 2010 13:32

    Sehr geehrter Dr. Unterberger,

    danke für diese hochspannendenden Artikel.
    Die heutigen Eliten Europas glauben also, man könne durch Gesetze, Bürokratie, positive Diskrimminierung, politische Korrekheit etc. einen "dritte Weg" zwischen Kapitalismus und Kommuismus einschlagen. Oder sollte man besser sagen: dem Volk aufoktroyieren. Ich verstehe, dass dahinter durchaus ein redliches Motiv liegen kann, und in den meisten Fällen wohl auch liegt. Wer träumt nicht von einer heilen Welt, wo alle Menschen friedlich nebeneinander leben? Es ist nur leider eine Utopie und ein sehr naiver und zugleich gefährlicher Gedanke, mithilfe solcher "Zwangs"-Maßnahmen die Welt verändern zu können.

    Die Menscheit als Ganzes bzw. in unsererm Fall die westliche Welt, können nicht kollektiv durch solche Maßnahmen eleviert werden, wie sich das unsere links-grünen Freunde vorstellen. Der Grund weshalb sich die Geschichte immer wieder wiederholt ist, dass nur jeder für sich diesen Sprung nach vorne, zu geistiger Reife, Verständnis, Nächstenliebe etc. schaffen kann. Diesen Weg der persönlichen Entwicklungen zu einem erwachten Menschen kann einem niemand abnehmen.

    Trotzdem noch ein paar Vorschläge, wie wir zumindest die Rahmenbedingungen massiv verbessern könnten:

    1. Implementierung des Schweizer Demokratie-Modells

    2. Zuwanderungsstopp für ungebildete, religiöse Fanatiker

    3. Fokussierung auf Bildung, Wissenschaft, Forschung

    4. Umstellung auf möglichst umweltbewusstes Leben (auch der Wirtschaft)

    5. Mindestalter für die eigene Fortpflanzung (zB. 25 Jahre) um optimale Lebensbedingungen für den Nachwuchs sicherzustellen.

    Sollte es uns nicht schleunigst gelingen gegenzusteueren, indem wir möglichst vielen Individuuen helfen zu verantwortungsbewussten, gebildeten und eigenverantwortlichen Menschen zu werden, dann werden wir den Weg eines immer totalitärer werdenden politischen Systems beschreiten, der sich jetzt bereits unheilvoll abzeichnet. Wir befinden uns auf dem Weg zu einer weltumfassenden Diktatur des Kapitalismus, mitsamt der seichten amerikanischen Lei(d)tkultur, der uns mit ein paar pseudo-humanistischen Ideen von Gutmenschentum, politischer Korrektheit, Freiheit (die freilich keine ist) präsentiert wird.

    Dann wird sich jene alte Prophezeiung erfüllen: "Die Kleinen und die Großen, die Reichen und die Armen, die Freien und die Sklaven, alle zwang es, auf ihrer rechten Hand oder ihrer Stirn ein Kennzeichen anzubringen. Kaufen oder verkaufen konnte nur, wer das Kennzeichen trug." (Offenbarung13,16) Heute sind es bloß Hunde denen man Mikrochips implantiert, morgen werden wir es sein.

    • simplicissimus
      19. September 2010 15:22

      was meinen sie mit mindestalter 25 jahre für die eigene fortpflanzung?

    • ProConsul
      19. September 2010 17:03

      simplicissimus

      Aus Gründen der persönlichen Reife, Ausbildung, finanzieller Absicherung etc. würde ich vorschlagen erst ab 25 Jahren Kinder bekommen zu dürfen. Eigentlich ist das in den meisten österreichischen Familien bereits Standard. Leider bekommen viele unserer Zuwanderer schon in sehr jungen Jahre, also unter 25, Kinder, - wenn diese Frauen, die mit 17, 18 oft zwangsverheiratet werden, und dann die nächsten 20 Jahre als Gebärmaschinen funktionieren, erst ab 25 Kinder bekommen dürften, dann hätten sie eine reale Chance mit einer Ausbildung/Studium ihrem Schicksal zu entkommen.

    • Erich Bauer
      20. September 2010 10:58

      ProConsul,
      "...ich vorschlagen erst ab 25 Jahren Kinder bekommen..."

      Aber nicht ohne den vorher positiv abgeschlossenen, bereit ernsthaft angedachten "Kinderführerschein". Wer das nicht tut, muß an der Wohnungstür eine Tafel anbringen: Vorsicht bissiges Kind!

  30. Josef Maierhofer
    19. September 2010 12:47

    Danke für den Kommentar !

    @
    'Wir sollten uns aber im Klaren sein: Noch ist in den Menschen der meisten westlichen Länder das Bewusstsein nicht entscheidend gereift, dass das Gaukelbild einer totalen Wohlfahrt und soziale Rundum-Absicherung nicht funktionieren kann. Sie glauben noch mehrheitlich an die Schimäre der durch eine Obrigkeit hergestellten Sicherheit. Sie begreifen nicht, dass ohne eine entscheidende Rolle der Eigenverantwortung das Leben nicht funktionieren kann. Sie wollen nicht akzeptieren, dass der Staat nur in wirklichen Notfällen eine Antwort auf die Probleme unseres Lebens sein kann.'

    Es gibt keine Garantien.

    Die ersten, die die Bürger im Regen stehen lassen sind diejenigen, die Garantien abgeben, ständig zur Machtfestigung.

    Jeder Bürger, der auf den Staat nicht angewiesen ist, kann zwar durch den Staat 90% seiner Einnahmen für die 'Eliten' (jedweder Art) abgeben, wenn er vom 'Zehent' (diesmal nicht im Sinne des Mittelaters, sondern in dem Sinn, was einem Leistungsträger am Ende noch übrig bleibt von seiner eigenen Leistung) auch noch überleben kann. ... und dann kommt die Vermögenssteuer ...

    Jeder Bürger, der den Staat möglichst vermeiden kann, wird auch seine eigene Meinung haben und bei Gelegenheit kundtun. Er hat ja nun nach der Aufhebung der Meinungsfreiheit nur noch das 'demokratische' Mittel der Wahl und deren von den 'Eltien' gesteuerte Fälschungsmaschinerie, die nächste Stufe der Mechanismen zum Machterhalt der 'Eliten' im hier genannten Sinn nach den Garantien.

    Für mich ist das alles eine wegmütige Erinnerung an vergangene Zeiten, die Demokratie.

  31. Graf Berge von Grips
    19. September 2010 11:13

    z.B.Augustus, Otto waren ein Phänomen der Eliten
    Die heutigen Führer sind meist nur Politikernieten.

  32. harald18
    19. September 2010 11:11

    Sehr geehrter Herr Dr. Unterberger,

    Ein wahrlich tiefgehender Artikel, der genau in unsere Zeit passt. Sie sprechen darin Faktenlagen und Rückschlüsse an, die in dieser Stringenz wohl in keinem anderen Medium zu vernehmen sind. Gleichzeitig unterstreichen Ihre Aussagen die demokratiepolitisch eindeutig negativ zu beurteilende Position unseres (selbsverschuldeten?) Medienwesens. Gedanklich korrupt, schönfärberisch und als Meinungs- und Gesinnungstrommler im Einsatz. Auf das Volk wie eine geistige Besatzungsmacht wirkend, parteipolitische Propaganda wird mit informativ sinnlosem Füllmaterial versetzt, auf dass der Leser, Höhrer un Seher die gelenkte Botschaft leichter schluckt. "Bewusste Verblödung" in Reinkultur, die aber als Lebensstil verkauft wird.

    Auch Ihre Betrachtungen zur sogenannten "Einwanderungspolitik" zeigen klar, wie abgehoben und ideologiegesteuert, ohne Rücksicht auf den Willen des Volkes, durchgegriffen wird. Kein vernünftiger Mensch, der von seiner eigenen Leistung lebt, wird einer derart unlogischen Verwässerung der eigenen Strukturen zustimmen, was zwangsläufig zur Frage führt, in welchem Interesse agiert unsere Politik? Welche Mächte steuern Brüssel? Die Frage stellt sich, weil sich im kultur- und gesellschaftspolitischen Sinne für eine Selbstverleugnung kein Beispiel findet. Der moralische und politische Zerfall Roms kann doch nach den humanzentrierenden Phasen im geschichtlichen Ablauf heute nicht mehr als Modell gelten.

    Wer heute Kinder in der Schule hat, muss zusehen, wie unter den gegebenen Umständen die Lernleistung deutlich hinter jener Linie liegt, die man einst selbst erarbeitet hatte. Und zwar unabhängig vom Schulmodell.

    Dass Staaten von stärkeren Einheiten übernommen werden, dabei selbst Brutalität und Unmenschlichkeit zu Tage treten, ist nicht neu. Wir haben diese Phase auch keinesfalls überwunden, Gerechtigkeit ohne Macht obliegt noch immer der Hoffnung,

    Was dem halbwegs denkenden Bürger zu schaffen macht, ist das Aufgeben eigener Stärke, bei gleichzeitigem Bücken vor dem Schwachen, der im Grunde überrascht wird von der steten Einladung, an der Tafel doch endlich Platz zu nehmen. Durch diese Selbstverleugnung erstarkt der Aggressionsgedanke, allerdings beim Gast bzw. Gegner. In diesem Zeitabschnitt leben wir.

    Morbidität der Eliten? Moralische Verkommenheit als natürliche Folge der Abwärtskurve nach Erreichen des kulturphilosophisch-geistigen Höhepunktes? Oder ein gezüchteter Glaube, einbekannte Schuld müsse doch wohl zur kollektiven und immerwährenden Selbstgeißelung führen? Opfer fehlender Courage? Opfer oder Täter?

    Eigentlich erschrecken wir ob des aus dem Ruder laufenden Humangedankens oder dem, was uns als menschenrechtskonformes Verhalten vorgegaukelt wird, in Wirklichkeit aber den Tatbestand des Verrates durch unsere Eliten erfüllt. Das völlige Weglegen des Schwertes mag ja zu den hohen Glücksgefühlen bei Tagträumern und Menschenrechtsaktivisten zählen. Aber Nutzen ziehen daraus, das tun andere. Wir zahlen nur mit unserer Substanz.

    Noch schlimmer aber zählt das über allen Grundsatzfragen liegende institutional gewordene Tabu, das eine Auseinandersetzung mit kritischen Fragen verbietet und notfalls über den Staatsanwalt unterbunden wird. Was die Frage aufwirft: Haben wir mit dem Wirksamwerden von Gesetzen, welche zeitgeschichtliche Themen aus anderen Perspektiven, als den "staatskonformen", zu beleuchten versuchen, der Demokratie genützt? Oder das Kind mit dem Bade ausgeschüttet?

    Für die "dekretierte Wahrheit" werden wir von manchen gelobt, man sieht dies als Beispiel eines Volkes, das den politischen Fesseln der Vergangenheit entkommen will. Allein, man denke nur an die Initialzündung für andere Rechtsmaterien, die auf unbedingt einzuhaltende Gerechtigkeit bedacht sind. Das kommende "Antiterrorismusgesetz" bildet den vorläufigen Höhepunkt.

    Unsere repräsentative Demokratie versandet zusehends, wenn nicht Kräfte der Vernunft in den politischen Prozess, eher ein permanenter Kuhhandel für diverse Klientel-Gruppierungen, eingreifen. Vielleicht kann man aber relativ getrost in die Zukunft schauen, den Konservative und auch Linke dürften bald vor ihrer Zerplitterung stehen. Oder eine geläuterte, neue Besatzung geht bei den alten Parteien ans Steuer. Dieser zur Zeit dilettantische Kurs aller Beteiligten lässt sich so nicht weiter führen. Das Zaudern und das Nichtwissen müssen ein Ende haben. Geistige Durchdringung kann nicht auf Dauer verboten sein.

    • simplicissimus
      19. September 2010 11:35

      hervorragender kommentar, wie der des herrn au. stimme ihnen vollkommen zu, vor allem in dem punkt, was diese wahnsinnigen zu solch einer politik der schwächung treibt?

      aus einer position der stärke kann ein volk gutes oder böses und alles dazwischen machen, aus einer position der schwäche lässt es über sich gutes oder böses durch andere ergehen. und darauf steuern wir mit vollgas zu.

    • Reflecting
      20. September 2010 18:39

      Harald 18
      Gratulation zu den Ausführungen. George Orwell lässt uns täglich grüßen.

    • harald18
      21. September 2010 13:39

      @ simplicissimus & Reflecting:

      Ihre Zustimmung zeigt, dass alle fähigen und unfähigen Heuchler in den Parteien noch so große Anstrengungen unternehmen können, eine weitgehend einheitliche Politreflexion zu erreichen. Es gibt doch noch resistente und der Freiheit im klassischen Sinne verpflichtete Bürger, die von Vernebelungsaktionen nicht berührt werden. Obwohl unser Handlungsspielraum nicht gerade im Anwachsen begriffen ist. Es wirkt angenehm, Gleichgesinnte im Forum zu wissen. Danke.

  33. Wertkonservativer
    19. September 2010 11:07

    Es ist Sonntag; der Text unseres A.U. ist heute zu schwere Kost für mich: es ist Familientag! (Vielleicht fällt mir später etwas einigermaßen Kluges dazu ein).

    Und gerade jetzt, zum Zeitpunkt meiner diesbezüglichen Resignation, Vogelgesang aus dem Gartenbaum vor meinem Fenster; ein wunderbarer Vers der Droste kommt mir in den Sinn:
    "
    Dennoch, Himmel, immer mir nur,
    Dieses Eine nur: für das Lied
    Jedes freien Vogels im Blau
    Eine Seele, die mit ihm zieht,
    Nur für jeden kärglichen Strahl
    Meinen farbigschillernden Saum,
    Jeder warmen Hand meinen Druck
    Und für jedes Glück einen Traum."

    Mein Sonntag (wen's interessiert): in der Früh "Du holde Kunst", ein Glas Brunello am Mittagstisch, von der lieben Frau wunderbar bereitet; die zwei jüngsten Enkerln bei uns, im Garten späte Himbeeren pflückend.
    Eine unzeitgemäße Idylle, noch dazu in einem Forum streitbarer Geister?
    Bewahren wir uns, liebe Freunde, doch auch unter den gegebenen Zu- und Umständen den positiven Glauben: der Mensch ist gut, das Leben schön!

    • Samtpfote
      19. September 2010 11:20

      Lieber "M"?

      Ein wahres Wort gelassen ausgesprochen.
      Allein, es kommt auch wieder ein Montag.

    • Wertkonservativer
      19. September 2010 12:38

      @ Samtpfote

      Natürlich gebe ich es an den Wochentagen etwas billiger:
      - kein Brunello, ein guter Burgenländer tut's auch!
      - "Du holde Kunst" gibt's auch nur am Sonntag!
      - meine Frau kocht auch wochentags - oft mit einfachen Mitteln - superb!
      - etwas mehr Arbeit und geistige Betätigung schützen vor Vergreisung!
      Insgesamt eine runde Sache, mein Wochenprogramm.

    • Josef Maierhofer
      19. September 2010 12:52

      Sie Glücklicher !

      Schönen Sonntag wünsch ich Ihnen.

  34. socrates
    19. September 2010 10:51

    Einer der besten Kommentare!
    Nach 1955, als die Claims neu besetzt wurden, sah ich im Rondellkino noch "Jud Süß" und diskutierte mit Maxi Weiß darüber. Heute ist das undenkbar!
    Ein Auszug aus der Chronik Ö, die aus den Schulen verbannt wurde:
    9.Mai 1873. Ein Börsenkrachin Wien (fortan "der große Krach" genannt) leitetdas Ende des Freihandels in Ö ein. Infolge der durch die gewaltige Spekulationswelle der sog. Gründerzeit ungesund aufgeblähten Wirtschaft kommt es an der Wiener Börse zu einem rapidem Kursverfall, der diesen Tag zum "schwarzen Freitag" werden läßt.
    Der Ausdruck "Krach" wird erstmals von Börsebesuchern aus Gallizien benutzt und soll sich auf das englische Wort "crash" beziehen. Ferdinand Kühnberger, ein excellenter Feuilletonist, dieser Tage und "das gute Gewissen" der öffentlichen Meinung schreibt ineinem Brief am 10. Mai über den Börsenkrach:
    Gestern, Freitag, den 9. Mai, mittags um 1 Uhr, wurde die Wiener Börse polizeilich geschlossen. Und da sage man noch, daß der Freitag ein Unglückstag sei! Die Börse brach unter der Überlast ihrer Verbrechen zusammen. Seit gestern können ehrliche Leute wieder über die Straße gehen, und Menschen, welche arbeitn, werden nicht mehr Dummköpfe genannt. Seit gestern Heißt ein Dieb wieder ein Dieb und nicht mehr Baron. Nie hat ein schöneres Gewitter eine verpestetere Luft gereinigt.
    Das "schmachvolle Treiben"
    Der Wiener Bürgermeister Cajetan Felder schreibt in seinen Erinnerungen über den Börsenkrach u.a.:
    "Schon Jahre zuvor hatten geniale Finanzgauner, darunter Leute von Vermögen, Ansehen und Stellung, das Strafgesetz, die große Masse an Dummköpfen......... verhöhnt, gar nicht existierende Werte auf dem Papier fingiert, um damit Kartenhäuser zu bauen, die der erste Luftzug umwerfen mußte. Und dieser Windstoß kam, nachdem seine Vorboten bereits einige Tage zuvor die Luft bewegt hatten, durch große Verkaufsaufträge aus dem Auslande, infolge welcher an der Börse die leitende Kreditaktie in einer Stunde um 25 Gulden fiel. Alle anderen Papiere folgten nach und sanken bis zur Wertlosigkeit..."
    Danach kam es durch Jahrzehnte zu schweren antijüdischen Ausschreitungen.
    Die "Presse" benützte diesen Artikel zum Beweis der Unschuld der (damals nicht existierenden) ´Ostküste´.
    In der Monarchie herrschte mehr Freiheit und es gab einen besseren Bürgermeister.

    • terbuan
      19. September 2010 15:55

      Interessanter Ausflug in die Geschichte, wie sich die Bilder (teilweise) gleichen. Damals gab es zwar schon eine Óesterreichische Nationalbank (gegründet 1816) aber sie deckte die Blase nicht mit einer ungebremsten Geldschwemme zu, wie es heute die mit dem Geldschöpfungsprivileg ausgestattete, in privater Hand befindliche FED in den USA (vorläufig) tut!

    • terbuan
      19. September 2010 16:04

      Ergänzung: Der Chefredakteur der "Neuen freien Presse" war damals ein gewisser Moriz Bendedik, den Karl Kraus so charakterisierte:
      ...."die Tatsache, daß es keine Schlechtigkeit gibt, die der Herausgeber der Neuen Freien Presse nicht für bares Geld zu vertreten, und keinen Wert gibt, den er aus Idealismus nicht zu verleugnen bereit ist..."
      In seinem Stück "Die letzten Tage der Menschheit" bezeichnete er Benedikt als den "Herrn der Hyänen".

    • socrates
      19. September 2010 21:51

      Terbuan
      Sie haben Recht, auch bei der Presse hat sich nicht viel geändert.

  35. nescio
    19. September 2010 10:43

    Dem Artikel Unterbergers kann ich nichts hinzufügen.
    Was mich stört, ist der immer wieder gebrauchte Begriff „Eliten“, der sich wohl aus dem Lateinischen ableitet (eligere) und auserwählt bedeutet. Er ist für mich (und ich glaube für die Mehrheit) positiv besetzt, was im Artikel wohl nicht für alle als „Elite“ Bezeichnete zutrifft. Ich hätte deshalb eher von „Mächtigen“ gesprochen. Und es liegt in der Natur der Sache, dass diese an Machtzuwachs interessiert sind, gleichgültig ob es sich um Parteien, Vereine oder sonstige Zusammenschlüsse handelt. Gegen diese Neigung zu egoistischem Machtzuwachs hilft nur die direkte Demokratie, da sie die Allgemeinheit gleichberechtigt einschliesst.
    Ob wir in Österreich die Reife der Schweizer besitzen, die seit Jahrhunderten an die direkte Demokratie gewöhnt sind und sich der Verantwortung scheinbar auch bewusst sind, weiss ich nicht. Aber eines Versuches wäre es wohl wert.

    • simplicissimus
      19. September 2010 11:11

      die verwendung des begriffs "eliten" für die vertreter der political correctness wird das wort wohl bald auf die pc-schwarzliste geraten ("gutmenschen" ist bereits als diskriminierung auf der schwarzliste) und zum schimpfwort werden lassen, wie "neger", obwohl an diesem begriff rational überhaupt nichts auszusetzen ist.

      schade um den begriff "elite", ist er doch eine komponente rechter weltanschauung.

      aber welchen ausdruck hätte au verwenden sollen? "nicht-unterdrückte" wäre vielleicht politisch korrekt?

    • Undine
      19. September 2010 11:58

      @nescio

      Mir geht's beim mißbräuchlich verwendeten Begriff ELITE wie Ihnen. Ebenso habe ich meine Schwierigkeiten beim heutigen Gebrauch des Wortes KULTUR und der inflationär gebrauchten Bezeichnung für KÜNSTLER für jeden Scharlatan.

  36. SuPa
    19. September 2010 08:37

    Zur Schweiz ist zu sagen, dass diese vor 120 Jahren auch noch ein Land mit vielen relativ armen Bevölkerungsschichten war. Erst die Nichtteilnahme an den beiden Weltkriegen, der starke Finanzplatz sowie einige sehr exportorientierte Unternehmen (Nestle, Uhren, Pharma u.a.) haben dieses wirtschaftliche Niveau erreicht. Unbestritten ist sicher auch die sog. direkte Demokratie, welche - wie im Artikel erwähnt - extreme Auswüchse verhindert. Trotzdem herrscht in der Schweiz derzeit großes Unbehagen, weil man völlig von EU-Staaten umgeben ist und sich nur durch viele Sondervereinbarungen mit EU-Brüssel am Europäischen Markt beteiligen kann. Dieser Zustand wird immer unsicherer, weil die EU (mit Recht?) erkennt, dass sich die Schweiz von der EU "nur die Rosinen herauspickt". Daher will die EU-Kommission nun, dass bei Änderungen von generellen EU-Grundsätzen diese automatisch auch in die bilateralen Verträge mit der Schweiz Geltung haben - und dazu wehrt sich nun die Eidgenossenschaft kräftig.
    Bei der aktuellen Steuerbelastung darf nicht vergessen werden, dass sich der Staat in den letzten Jahren immer mehr Aufgaben, Rechte und Pflichten weg vom einzelnen Bürger bzw. der Familie angeeignet hat. So hat es vor über 100 Jahren noch teilweise Schulgeld, Kindergartengebühr, keine Gratisschulbusse, Arbeitslosen- und sonstige Unterstützung usw. gegeben. Auch die Kirchen waren vielfach für Witwen, Waisen uns anderes aufgekommen, was nun alles vom Staat (durch hohe Steuern und Abgaben) finanziert wird.
    Übrigens: bei dem eben in Salzburg stattfindendem Rechtsanwaltskammertag wird eindringlich vor den negativen Folgen in unserem Land gewarnt. Siehe dazu http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20100917_OTS0088/rechtsanwaelte-warnen-vor-drohender-rueckentwicklung-des-rechtsstaates

  37. terbuan
    19. September 2010 07:19

    Sehr lange, sehr gute Analyse, aber was ist zu tun?
    Die Schweiz steht zwar finanziell und bürgerrechtsmäßig besser da als wir, mit dem Geburtenrückgang und den immer mehr zur Last fallenden Einwanderern hat sie die gleichen Probleme wie wir. Auch dort fühlen sich die Bürger über den Tisch gezogen.
    Was wir dringend bräuchten, das wäre eine starke Bürgerrechtsbewegung inklusive Tea-Party!
    In diesem Zusammenhang ein dazu passender Beitrag in ef:
    "Müde Machtelite: Ratlosigkeit in den oberen Etagen", von Robert Grözinger:
    http://ef-magazin.de/2010/09/18/2552-muede-machtelite-ratlosigkeit-in-den-oberen-etagen

    • simplicissimus
      19. September 2010 07:28

      unser geburtenrückgang in entwickelten ländern ist eine kombination von wohlstandserscheinung aus egoistischen motiven und der gleichberechtigung der frau, die durch übers-ziel-schiessen zur gleichmachung von frau und mann verkommen ist und familien und kinderreichtum vernichtet.
      davon ist auch die schweiz leider nicht ausgenommen.

    • Observer
      19. September 2010 08:42

      simplicissimus:
      irgendwann wird sich auch die Schweiz aufraffen, EU-Mitglied zu werden - denn der Diktatur aus Brüssel kann man sich nicht für ewig entsagen, ohne große Nachteile in Kauf zu nehmen. Wenn auch aus anderen Gründen, hat sich die Schweiz jahrzehntelang geweigert, den Vereinten Nationen als Vollmitglied beizutreten. Auch da war der Druck von aussen viel zu groß.

  38. simplicissimus
    19. September 2010 07:07

    ich weiss nicht, was sie haben, herr unterberger?

    die gesellschaftsverändernde funktion der pc-eliten zeigt doch ungeheuer segensreiche wirkung:

    unsere kinderlosen karriere-emanzen, zwar ideologisch bestens aufgeklärt, aber doch aus einer potentiell faschistoiden gesellschaft heraus geboren, werden nahtlos durch devote kopftuchmädchen abgelöst, die einer schützenswerten minderheit zugehören!

    zeigt das nicht, wie hervorragend selbstreinigend diese neue eliten arbeiten?

    nein, ich sehe überhaupt keinen grund, die pc-gutmenschen elite mit solch reaktionärem geschwafel zu diffamieren, besser halten sie endlich den mund und stören sie nicht den gesellschaftlichen fortschritt!

    die gesellschaft muss sich verändern, herr unterberger, stillstand ist rückschritt, und viel zu wichtig, um einem dumpfen kleinbürgerlich-österreichischem stammtisch-nazismus überlassen zu werden.

    jede weitere diskussion erübrigt sich somit.

  39. phaidros
    19. September 2010 06:19

    Sehr geehrter Dr. Unterberger,

    vielen Dank für diese umfassende Analyse und das Privileg, diesen Text bereits vorab studieren zu dürfen. Danke auch für einen grundlegenden Text ohne aktuellen Anlass - es ist fein, zu Abwechslung am Wochenende einmal so etwas zu lesen.

    Darf ich mir erlauben, zur »Freiheit« einen Gedankensplitter zu ergänzen:

    Das Wort klingt natürlich sehr romantisch, der Gedanke verführerisch. Vor dem geistigen Auge entstehen Bilder vom Sonnenuntergang über dem Grand Canyon, denn was könnte wohl besser Freiheit symbolisieren, als diese endlos weite Landschaft?

    Aber Freiheit heißt, und das vergessen wir zunehmend, im wesentlichen zwei Dinge: zum einen die Freiheit zu haben, wegzugehen, wo es einem nicht gefällt. Das ist uns nur zu selbstverständlich geworden, als dass wir das prinzipiell Großartige daran noch wahrnehmen würden.

    Und Freiheit heißt, frei zu sein, Entscheidungen nach eigenem Gusto zu treffen. Das schließt schlechte Entscheidungen mit negativen Konsqeuenzen mit ein, was wir gerne und mittlerweile praktisch durchgehend ignorieren.

    Wenn also alle negativen Konsequenzen von Entscheidungen weitgehend abgewandt und aufgefangen werden, so hat man diejenigen, die das bezahlen, der Freiheibt beraubt (denn sie können ja nicht mehr entscheiden, ob sie helfen wollen oder nicht). Aber ebenso diejenigen, die da im Einzelfall eine schlechte Entscheidung getroffen haben.

    Und noch schlimmer: man beraubt alle der Entscheidungsgrundlagen. Negative Konsequenzen abzuwenden ist, ganz wie Sie schreiben, humanitär beseelt. Aber eine Welt, in der für alle alles immer ausschließlich positive Konsequenzen hat, wird es nicht geben.

    MfG/phaidros

    mailto:phaidros.vie@gmail.com

  40. brauchtKeinSternderl
    19. September 2010 06:13

    Wollen Sie Ihre Meinung ganz entspannt, ohne Bewertungen, äußern? Dann können Sie einfach hier antworten.

    • simplicissimus
      19. September 2010 07:05

      ich weiss nicht, was sie haben, herr unterberger?

      die gesellschaftsverändernde funktion der pc-eliten zeigt doch ungeheuer segensreiche wirkung:

      unsere kinderlosen karriere-emanzen, zwar ideologisch bestens aufgeklärt, aber doch aus einer potentiell faschistoiden gesellschaft heraus geboren, werden nahtlos durch devote kopftuchmädchen abgelöst, die einer schützenswerten minderheit zugehören!

      zeigt das nicht, wie hervorragend selbstreinigend diese neue eliten arbeiten?

      nein, ich sehe überhaupt keinen grund, die pc-gutmenschen elite mit solch reaktionärem geschwafel zu diffamieren, besser halten sie endlich den mund und stören sie nicht den gesellschaftlichen fortschritt!

      die gesellschaft muss sich verändern, herr unterberger, stillstand ist rückschritt, und viel zu wichtig, um einem dumpfen kleinbürgerlich-österreichischem stammtisch-nazismus überlassen zu werden.

      jede weitere diskussion erübrigt sich somit.

    • simplicissimus
      19. September 2010 07:08

      hat oben hinauf gehört.

    • Josef Maierhofer
      19. September 2010 14:10

      @ simplicissimus

      Der Niedergang lässt sich sicher auch nicht durch Dr. Unterberger stören, dazu sind die 'Eliten' zu sehr auf sich fixiert.

      Erst, wenn das 'Popscherl' naß sein wird, wenn es beim Dach bereits sichtbar hineigeregnet hat, wird eine 'Elite' zu denken beginnen.

      Also brauchen wir uns keine Sorgen um den Niedergang zu machen.

    • simplicissimus
      19. September 2010 15:50

      @ josef maierhofer: wie wahr!





Bitte OHNE Internet-Links (Kommentare mit Links werden nicht veröffentlicht)
verbleibende Zeichen: 700

Sicherheitsabfrage:
Bild neu laden

Ich will die Datenschutzerklärung lesen.


© 2021 by Andreas Unterberger (seit 2009)  Impressum  Datenschutzerklärung