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Der Pflegekollaps muss nicht sein

Es droht der Pflegekollaps. Wundert Sie das nicht? Es ist doch kaum erst der vierte Sommer ins Land gezogen und die zweite neue Regierung im Amt, seit ein Wahlkampf die noch 2006 herrschende „soziale Kälte“ vertreiben wollte und das Ende der menschlichen Eiszeit am Thema Pflege festgemacht hat. Da sollte das Pflegeproblem doch längst im Griff sein.

Die Fakten sind schließlich seit Jahrzehnten bekannt. Zum Glück werden wir alle immer älter, wodurch aber auch die Zahl der Menschen, die Betreuung oder Pflege brauchen, stetig steigt. Wurde früher diese – physisch wie psychisch meist aufreibende Arbeit unentgeltlich innerhalb der Familien geleistet, so braucht es heutzutage bei veränderter Gesellschaftsstruktur und allgemeiner Berufstätigkeit der Frauen bezahlte Hilfe von außen. Schließlich wünscht sich, wie man aus Umfragen, aber auch aus eigener Überlegung für sich selbst weiß, die Mehrzahl der Menschen, den Lebensabend in den vertrauten eigenen vier Wänden verbringen zu können – wenn möglich bis zum Tod.

Österreich hat Pflegegeldleistungen, die das erleichtern sollen – deren Inanspruchnahme steigt aber so rasant, dass die Unfinanzierbarkeit droht, sogar wenn wir ein saniertes Budget hätten. Es wäre hoch an der Zeit, vom regierungsüblichen Improvisieren und Verschieben zu einer ernsthaften Diskussion der Optionen zu kommen.

Neben dem Geld- beunruhigt aber auch der Pflegekräftemangel. Das Lamento, es sei trotz Krisenfestigkeit des Berufs kein Nachwuchs zu finden, weil die Altenpflege weder gut bezahlt noch prestigeträchtig sei, gehört zu den dümmsten Argumenten überhaupt: Kranke, oft geistig verfallende Greise zu pflegen – gut zu pflegen – und nie wirkliche Besserung, sondern unvermeidlich den Tod als Endpunkt aller Bemühungen vor sich zu sehen, das erfordert besondere Menschen. Das kann nicht jeder. Und besonders keiner, dem es in seinem Beruf in erster Linie um Prestige und hohen Verdienst geht.

Schon jetzt ist also unser System des Umgangs mit dem Alter am Ende – finanziell, personell und menschlich. Dabei erleben wir gerade erst den Anfang der grauen Gesellschaft. Die Lage wird von Jahr zu Jahr prekärer.

Eines Eindrucks kann man sich erwehren: In Österreich reicht die gestalterische Phantasie beim Umgang mit dem stetig wachsenden Bevölkerungsanteil alter Menschen gerade einmal dazu aus, die Alten zu verwalten. (Das einzige Resultat der „Vertreibung“ der sozialen Kälte war denn auch ein Behördenspießrutenlauf für diejenigen, die private Pflege für ihre Angehörigen organisieren wollen.)

Ein Blick nach Dänemark zeigt, dass es auch anders geht. Dort sind die alten Menschen Könige im Vergleich zu ihren Altersgenossen bei uns – kein Wunder, dass wissenschaftliche Studien zeigen, dass die dänischen Senioren die gesündesten sind und diejenigen, die sich am glücklichsten schätzen. Die Dänen haben schon 1998 einen politischen Paradigmenwechsel vollzogen, der zu diesen Resultaten führte: Sie haben sich entschlossen, (Steuer-)Geld nicht hauptsächlich in Pflege zu investieren, sondern verstärkt in alles, was dazu beiträgt, dass Pflege – wenn überhaupt – so spät wie möglich notwendig wird. Alles, was Geist und Körper fit hält, ist den älteren Menschen kostenlos zugänglich und wird von den Gemeinden angeboten. Sport für Senioren wird organisiert, Aktivitäten, die das Gedächtnis stärken, Planung und Umplanung von Verkehrsflächen und öffentlichem Verkehr sind an den Bedürfnissen der Alten ausgerichtet. Folgen von Unfällen im Haushalt werden in Einrichtungen in der Nachbarschaft rehabilitiert – um der Hospitalisierung und dem dadurch häufig eintretenden Verfall vorzubeugen. Alles wird unternommen, die alten Menschen so lange wie möglich autonom zu erhalten. Einkaufs- und Lieferdienst für Mahlzeiten sowie sämtliche anderen vorstellbaren Dienstleistungen sind bei der Gemeinde abrufbar, um eigenständiges Leben zu unterstützen.

Auch die Aufhebung des Pensionsalters und die berufliche Umorientierungsmöglichkeit noch für 60jährige sind in Diskussion, weil der Pensionseintritt für viele Menschen ein derartiger Einschnitt im Leben ist, dass sie sich fallen lassen – nicht jeder ist zum swingenden Frühpensionisten geboren.

Altersheime, die teuerste Art, wie eine Gesellschaft für ihre alten  Menschen sorgt, sind in Dänemark der letzte Ausweg. Und auch sie sehen anders aus: Es sind kleine Wohngemeinschaften, nicht spitalsähnliche Fluchten. Denn warum sollte man seine hilflos gewordenen Anverwandten in einer Atmosphäre leben lassen, die man für sich selbst nie akzeptieren würde? Die Senioren – auch wenn sie ihre Defizite haben – sind bei allen Alltagsverrichtungen eingebunden, und der Alltag wird gemeinschaftlich so ausgerichtet, dass immer noch Freude möglich ist: beim gemeinsamen Essen, mit einem Glas Wein, einer Zigarre. Glück hat kein Alterslimit, sagen sich die Dänen.

Natürlich, das dänische Modell belastet das Budget auch stark. Eine alternde Gesellschaft ist teuer. Aber es ist ein großer Unterschied, ob mit dem Geld das Leben der Menschen organisiert wird oder das Sterben.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorNorman Bates
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    06. August 2010 11:04

    Der von den PC-korrekten Linken ausgerufene künstliche und nicht existente "Pflegenotstand" ist ein Instrument, mit dem die Linken Wahlen gewinnen können, wenn die Ängste der Bevölkerung entsprechend aktiviert werden.

    Er ist auch ein Bereich, den die Linken besetzen wollen, da er für Arbeitsplätze und deren Versorgung und Besetzung sorgt und er ist auch interessant, da er immerhin auch "Wählerstimmen pflegt" und manipulieren kann.

    Es ist wichtig für unsere Linken, solche Bereiche zu besetzen. Insbesondere, wenn sie in der Wirtschaft (siehe bald auch ÖBB) vollends scheitern ..

    Das Geld für das alles kommt aus der Steckdose (= vom Steuerzahler).

  2. Ausgezeichneter Kommentatorfosca
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    07. August 2010 00:26

    Der sozialistische Weg ist am Ende, denn die Zerschlagung der kleinsten Zelle im Staat = der Familie bringt genau die unlösbaren Probleme mit sich, vor denen wir jetzt stehen. Wie schon weiter unten erwähnt: wie sollen Kinder lernen, sich als Erwachsener um ihre alten Angehörigen zu kümmern, wenn sie nie Familie und deren Zusammenhalt kennengelernt haben.
    Das sozialistische Model lautet doch >>>> der Staat sorgt für alles, alte Familienmitglieder werden ins Altersheim abgeschoben; die mittelere, leistungsfähige Generation steht im Arbeitsprozeß = natürlich Vater sowie emanzipierte Mutter und die Kinder kommen so rasch wie möglich in die Ganztagsbetreuung!
    Pflege von betagten, hilflosen Menschen gehört zu den anstrengendsten Pflichten und müßte in eine intakte, liebevolle Familie integriert sein.
    Abgesehen davon, daß wie Herr Unterberger richtig bemerkt, die Hilflosigkeit soweit wie möglich mit vorbeugenden Maßnahmen verhindert werden sollte!

  3. Ausgezeichneter KommentatorUndine
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    06. August 2010 13:35

    Die ganzen Statistiken und Bevölkerungswachstumsprognosen haben einen Haken: die Realität.
    Man nimmt immer an, das Durchschnittsalter der Menschen würde stetig anwachsen.

    Dabei übersieht man aber, daß unsere verfetteten Kinder und ebenso stark übergewichtigen jungen Menschen ganz sicher nicht das hohe Alter erreichen werden; von denen wird keiner 100 Jahre alt, auch keine 90, 80, bestenfalls 70.

    Bis dahin werden sie allerdings die Krankenkassen überdurchschnittlich belasten, weil sie bereits als junge Menschen schon ständig die Arztpraxen und Krankenhäuser füllen werden, von der dadurch überdurchschnittlich florierenden Pharmaindustrie gar nicht zu reden.

    Es werden immer wieder Prozentzahlen der übergewichtigen Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen (alte, stark Übergewichtige gibt's kaum; entweder sterben sie früher, oder der Appetit läßt altersbedingt nach) genannt. Die Zahlen sind erschreckend.

    Meist wird die Schuld für starkes Übergewicht den GENEN gegeben. Wenn man allerdings Bilder aus der Zeit bis etwa 1948 sieht, wo die Menschen an wandelnde Gerippe erinnern, fragt man sich, wo da die GENE waren.

    Dieses Faktum der ständig wachsenden Zahl von Menschen, die sich durch ungezügelten Nahrungskonsum selbst gesundheitlich ruinieren, müßte also m.M. nach in die Prognosen eingeflochten werden.

  4. Ausgezeichneter KommentatorReflecting
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    06. August 2010 16:51

    Der Pflegekollaps muss zwar nicht sein, aber er wird auf Grund eingetretener und das gesellschaftliche Verhalten bestimmender Faktoren nicht verhindert werden können. Es sind im besonderen gerade diese Faktoren, die das dänische Beispiel hierzulande kaum als realisierbar erscheinen lassen.
    Auf breiter Basis wurden entsorgt: Ehre Vater und Mutter…….; Sinn und Wesen der Familie; Anstand, Rechtschaffenheit, Moral, Herabmachung des Erbes der Väter (wir haben viele Vergangenheitsbewältiger, aber kaum erkennbare Vergangenheitsverständige) usw. Dafür wurden eingeführt: die Spaßgesellschaft (nicht eine Gesellschaft in Freude), Egomanentum mit materialistischer Grundhaltung (Feind des Kindes) usw.
    Das, was sich derzeit abzeichnet, dürfte noch einige Zeit verkraftbar sein, aber die Situation in etwa 10 Jahren, die sich jeder bei entsprechender Ehrlichkeit vorstellen kann, wird es nicht mehr sein. Wer glaubt, dass man liebevolle Umsorgung oder Betreuung auch in Zukunft wird haben können, irrt gewaltig. Solange große Mittel vorhanden sind, kann man einen „service“ kaufen, aber das ist wohl nicht die große Menschlichkeit, von der gerne und viel gesprochen wird. Aber in 10 Jahren oder so werden auch die Mittel im benötigten Ausmaß nicht mehr vorhanden sein und daher wird auch der „service“ unleistbar werden.
    Die verkündete Vorstellung, dass Einwanderer für alles, das wir leichtfertig aufs Spiel gesetzt und entsorgt haben (auch den eigenen Nachwuchs), aufkommen werden, wird sich als Trugbild herausstellen; besonders dann, wenn wir nicht mehr zahlen können.

  5. Ausgezeichneter Kommentatorbrechstange
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    06. August 2010 08:56

    In Österreich sollte wahrlich geprüft werden, wie viel Geld bei den Bedürftigen ankommt bzw. in der Bürokratie versickert.

  6. Ausgezeichneter KommentatorSuPa
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    06. August 2010 08:54

    Die seit einigen Jahren vom Staat an sich gerissene Verantwortung für die Altenpflege ist und wird immer ein Fass ohne Boden bleiben. Sicher ist es sehr erfreulich, dass sich die durchschnittliche Lebenserwartung in den vergangenen Jahrzehnten rasant gesteigert hat. Allerdings schleppen viele Leute meist 20 oder noch mehr Jahre kleinere oder grössere unheilbare Wehwehchen in ihrem "Rucksack" bis zum Tode mit sich. Sehr oft sind die Alten weder physisch noch finanziell in der Lage, diese Herausforderungen allein zu meistern. Schliesslich sind die letzten 6 oder12 Monate des Lebens für diese Menschen (aber auch für die Angehörigen bzw. das Pflegepersonal) meist sehr mühsam und verlangen auch enorme finanzielle Aufwendungen. Erst der - oft herbeigesehnte Tod - bringt dann eine Erlösung für den Patienten, die Familienmitglieder - und auch die Sozialversicherung.
    Es wäre nun an der Zeit, diese Situation zu überdenken und Auswege zu suchen. Dabei denke ich nicht an neuerliche Einführung von Siechenheimen, Sterbehilfe o.ä. Es geht mir vielmehr darum, dass die Menschen - und besonders die Familienangehörigen - erkennen, dass alt sein und der Tod ein Teil des Lebens sind und die Pflege der Eltern und Großeltern nicht ausschliesslich dem Staat überlassen werden sollte. Oder anders ausgedrückt: mehr Eigenverantwortung in der Gegenwart und Planung für die Zukunft. Wenn die Karriere- und Wohlstandsmenschen in unserer Fungesellschaft erkennen, dass der Staat nicht automatisch für dieses und jenes aufkommt, dann wird auch mehr an Familiennachwuchs und Eigenvorsorge gedacht.
    Wenn wir in diesem Blog öfters über Migranten - besonders jene aus moslemischen Staaten - klagen, dann muss man aber erkennen, dass dort ein enormes Zusammengehörigkeitsgefühl unter den (Gross-)Familien existiert und auch die Altenpflge kein grosses Thema ist. Unter den Österreichern ist dies oft nicht mehr vorhanden und es gibt genug Beispiele, wo die Alten nur mehr zum Geburtstag, Muttertag und sonstigen Anlässen aus dem Altenheim geholt und durch die Gegend gekarrt werden. Am Abend werden sie wieder abgeliefert und das Pflegepersonal hat dann Mühe, Herz und Kreislauf wieder zu stabilisieren.
    Es gibt aber auch zu Hause betreute Pflegefälle, wo das Pflegegeld nicht zielgemäss verwendet wird. So kenne ich eine Familie, wo sich die Enkel dafür einen schönen Ibiza-Urlaub machten. Der Bürgermeister hat sich zur Kontrolle einige Tage vorher angemeldet, daraufhin wurde das Zimmer nach langem wieder gereinigt und der bettlegerigen Person wurde eingeschärft, nur das Beste über die gegebene Pflege zu sagen, anderenfalls ... .
    Sicher zwei Extrembeispiele, sie sollen aberzeigen, dass der eingeschlagene Weg in Österreich nicht der optimalste ist. Nochmals: mehr Eigenverantwortung, mehr Eigenvorsorge und mehr Familiensinn.

  7. Ausgezeichneter KommentatorMartin Bauer
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    06. August 2010 09:42

    Aus eigener Erfahrung (ein aktuell gewordener 24-Stundenpflegefall in meinem Bekanntenkreis), konnte ich folgende Fakten eruieren:

    Geht man von 100.000 24-Stundenpflegefällen in Österreich aus und nimmt man an, dass jede Pflege inklusive SV und Fahrtkostenersatz Euro 3.000,00 p.m. ausmacht, so kommt man auf eine Summe p.a. von 3,6 Mrd p.a. Der staatliche Zuschuss schwankt zwischen 10% und 30% des Aufwandes.
    (Leider ist nirgendwo im WEB die genaue, derzeit staatlich unterstützte 24-Stundenpflegeanzahl zu eruieren)

    Derzeit schwankt der Satz z.B. für Slowakische Betreuerinnen
    - mit Deutschkenntnissen
    - mit entsprechender Ausbildung
    zwischen 70,00 und 100,00 Euro pro Tag, zuzüglich SV 140,00 p.m. und Fahrtkostenersatz. (Meist zu Zweit, Abwechslung im Wochenrhythmus)

    Die derzeit über die Spitäler "aktiv vermittelten" österreichischen Betreuungseinrichtungen, liegen bei ca. 2.600,00 Euro pro Monat plus SV und Fahrtkosten.

    Was aber bisher überhaupt nicht eruiert wurde, ist der qualitative Vergleich der Betreuungseinrichtungen. Das Netz geht über mit Angeboten, aber echte Entscheidungskriterien fehlen total.
    - Persönlichkeitsprofile des Pflegepersonals,
    - Lebensläufe etc. bei Angebotslegung,
    - Eruierung von Erfahrungswerten durch die Betroffenen u.s.w.

    Was bei jedem Stellenbewerbungsvorgang automatisch vorausgesetzt wird, scheint hier in keiner Weise gegeben.

    Immerhin muss der Pflegende ja mit der Betreuerin unter einem Dach wohnen.
    Es bleibt nur "Versuch und Irrtum". Das kann keine Lösung sein. Hier sollte sich der Gesetzgeber einmal etwas einfallen lassen.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorj.r.tm
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    07. August 2010 09:54

    stimme voll und ganz zu. aber vor allem sollte man endlich einen arbeitsmarkt für senioren schaffen. es ist ein wahnsinn was hier in österreich an arbeitskraft vergeuded wird.

    komme grad aus polen, da hab ich mein auto auf einem bewachten parkplatz abgestellt - der wächter war sicher um die 70, sein kollege auch.

    (entsprechende) arbeit gibt den menschen sinn und hält sie auch länger gesund.
    das gilt nämlich nicht nur für arbeitslose!!!!!

    in österreich wird leider der weg der altersarmut gewählt:
    zuerst eine teilweise die gesundheit überfordernde arbeitswelt, dafür früh in pension daher pensionen, die grad zum überleben reichen.


alle Kommentare

  1. Neha (kein Partner)
    20. Januar 2015 09:48

    I much prefer inaiomftrve articles like this to that high brow literature.

  2. Brigitte Imb
    07. August 2010 15:25

    Anstatt die Menschen von einem Schreckensszenario zum nächsten zu jagen und staatliche Einflußnahme von der Wiege bis zur Bahre zu diktieren, sollte die Politik endlich einmal bereit sein, Verantwortungsbewußtsein von den Bürgern einzufordern, bzw. zuzulassen.
    Die Politiker mischen sich bereits so weit ein, dass nicht einmal die Familien in ihren 4 Wänden Ruhe haben. Da schmeißt man jungen Eltern ein saures Zuckerl hin und befürwortet z.B. die steuerliche Absetzbarkeit der Kinderbetreuung, wofür Großeltern dann auch noch einen Kurs besuchen dürfen, weil sie offensichtlich ohne staatliche Ausbildung von 8 Std., pädagogisch nicht geeignet seien. Wie haben diese Leute es bloß geschafft ihre eigenen Kinder großzuziehen.
    Bleibt die Frage offen, wann der Staat Kurse zur innerfamiliären Altenpflege vorschreibt, denn dass es auch Menschen mit Hausverstand gibt, die ohne jegliche Ausbildung ihre alten, pflegebedürftigen Angehörigen gut betreuen, scheint nicht ausreichend zu sein. Staatliche Regulierung wo nur möglich, scheint die Devise gewisser Politiker zu sein.

    Von älteren Menschen höre ich häufig, dass es ja den Jungen nicht zuzumuten ist, sich ihrer anzunehmen. Warum?
    Eltern ist es zuzumuten ihre Sprösslinge, bis weit ins Erwachsenenalter, in irgendeiner Form zu unterstützen, aber umgekehrt sollte dies nicht gelten.
    Da liegt m.M. ein großes Defizit in der Familienpolitik vor.

    Anstatt den Familien vorzugaukeln, der Staat, mit seinem Reglementierungswahn, kümmere sich um alles und jeden, sollte eher am Verantwortungsbewußtsein gearbeitet werden.

    So wie ich (u.viele andere), keine gelernte Gärntnerin, Köchin, Erzieherin, etc. bin, aber meinen Garten, die Ernährung meiner Familie und die Erziehung meiner Kinder, etc., gut im Griff habe und erledige muß es auch denkbar sein als Ungelernter Pflegetätigkeiten ausüben zu können. (Hausverstand)
    Ließe man den Menschen genug Freiraum neben der indoktrinierten "Selbstverwirklichung" und würde man auf intuitives Pflichtbewußtsein setzen, diese Eigenschaft vielleicht noch pos. unterstützen, würden viele Familien ohne gr. Probleme den Alltag meistern.

    Bei uns hier, in einer ländlichen Idylle, funktioniert die Betreuung der alten Menschen zu einem hohen Prozentsatz sehr gut, es existieren viele Großfamilien die eine hervorragende Versorgung leisten. Viele mit Unterstützung von Pflegediensten, jedoch auch mit massivem pers. Einsatz.

    Im städtischen Bereich, wo es oftmals in den Wohnungen nicht einmal gegeben ist ein zusätzliches Bett aufstellen zu können, erweist sich die Altenbetreuung sicher schwieriger, bis unmöglich.

    Patchworkfamilien sind gr. in Mode und werden quasi von der Politik beworben, jedoch mit einem "Alterslimit". Alt=Pflege=Pflegenotstand=Entmündigung.

    Für mich und meine Familie wäre es undenkbar meine 86 jährige Mutter, falls sie pflegbedürftig werden sollte, in ein Heim abzuschieben. Es ist uns 3 Geschwistern mit je 3 Kindern wohl zuzumuten unsere Oma zu betreuen, nein, es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, ob es dafür staatl. Unterstützung gibt od. nicht.

    Ich habe gr. Respekt vor alten Menschen und mit ein wenig Glück darf auch ich vielleicht alt werden.
    Meinen Kindern lebe ich das vor und ich bin guter Dinge dafür später Früchte zu ernten.

    • Josef Maierhofer
      07. August 2010 16:21

      @
      'Alt=Pflege=Pflegenotstand=Entmündigung'

      Eine wahre Begebenheit:

      Eine damalige Freundin meines 89-Jährigen hatte eine Eigentumswohnung in Hietzing. Mit knapp unter 70 Jahren stürzte sie im Jänner zufolge einer Eisplatte auf der Straße, kam nach Lainz und wurde dort operiert. Nach der Operation hat sie sich in dem dortigen Labyrinth verirrt und der Arzt konstatierte 'Ortsverwirrung' und einen ganzen Tag nach Einlieferung in Lainz fand sie sich in der psychatrischen 'Klinik' am Steinhof wieder.

      Mein 89-jähriger fand sie dort und wollte sie wieder von dort wegbekommen, als die Operation abgeheilt war. Als er erfuhr, daß sie dort bleiben müsse als Pflegefall, hat er ihre Eigentumswohnung vermietet, um die Pflege zu zahlen mitsamt ihrer Pension.

      Er wurde vor ein Strafgericht zitiert, weil er dazu nicht berechtigt war, wurde doch der Frau bereits 2 Wochen nach ihrer Einlieferung in Steinhof eine sündteure Anwältin als Sachwalter vorgesetzt, was er nicht wissen konnte. Er wurde freigesprochen.

      Als dann nach 2 Jahren in etwa die Eigentumswohnung aufgebraucht war, namhafte Primarärzte waren da mitverantwortlich, ist die Frau in Steinhof wehrlos im Gitterbett mit Netz darüber gestorben.

      Keine Eingabe, keine Anzeige, alles wurde abgewiesen, bzw. versandete.

      Die Wohnung wurde nach ihrem frühen Tod zugunsten der aufgelaufenen Pflegekosten und Sachwalterhonorare von der Gemeinde Wien versteigert.

      Dies gibt der Entmündigung noch eine Dimension dazu. Der Zeuge lebt noch.

  3. j.r.tm (kein Partner)
    07. August 2010 09:54

    stimme voll und ganz zu. aber vor allem sollte man endlich einen arbeitsmarkt für senioren schaffen. es ist ein wahnsinn was hier in österreich an arbeitskraft vergeuded wird.

    komme grad aus polen, da hab ich mein auto auf einem bewachten parkplatz abgestellt - der wächter war sicher um die 70, sein kollege auch.

    (entsprechende) arbeit gibt den menschen sinn und hält sie auch länger gesund.
    das gilt nämlich nicht nur für arbeitslose!!!!!

    in österreich wird leider der weg der altersarmut gewählt:
    zuerst eine teilweise die gesundheit überfordernde arbeitswelt, dafür früh in pension daher pensionen, die grad zum überleben reichen.

    • Reinhard (kein Partner)
      07. August 2010 12:59

      In Österreich werden Sie niemanden finden, weder mit 70 noch jünger, der um ein Butterbrot Parkplatzwächter spielt, denn hier kann er um eine fette Brettljausen daheim bleiben. Das Märchen, die Leute würden ja ach so gerne arbeiten gehen, wenn man sie nur ließe, widerlegt sich in den täglichen Gesprächen quer durch alle Altersgruppen, in denen herauskommt, dass der einzige Traum des "fleißigen und anständigen" Österreichers darin besteht, für möglichst viel Geld vom Staat möglichst wenig zu tun. Die meisten Frühpensionisten sind eben nicht die brutal vom Arbeitsmarkt gefegten Opfer des bösen Kapitalismus, sondern beginnen gezielt ab 40 mit regelmäßigen Schüben von Nackenweh und Depression sowie den dazugehörigen Langzeitkuren und Jammerorgien darauf hinzuarbeiten, frühestmöglich den restlichen steuerzahlenden Deppen die Finanzierung seines süßen Lebens zu überantworten. Während die Deppen weiter hakeln gehts mit 53 und ner Harley unterm Hintern über die Höhenwege Europas.
      In Polen kann man eher davon ausgehen, dass die Pension - wenn überhaupt vorhanden - so gering ist, dass der 70-jährige sich seine Extraration Wodka, Tschick oder auch nur Fleisch am Teller oder eine warme Stube im Winter nur durch die Übernahme solcher Posten jemals leisten kann, während bei uns selbst Leute, die noch nie in ihrem Leben einen Finger gekrümmt haben, an all dem keine Not finden.
      Machens mal ein Experiment: Stellen Sie an einem Parkplatz eine Hütte auf und inserieren Sie einen Wächterposten für Pensionisten. Zum polnischen Tarif.
      Viel Erfolg!

    • Undine
      07. August 2010 13:51

      @Reinhard

      "...., daß der einzige Traum des "fleißigen und anständigen" Österreichers darin besteht, für möglichst viel Geld vom Staat möglichst wenig zu tun."

      Es wird sich in den letzten 25 Jahren vielleicht einiges geändert haben.
      Dennoch: man soll es nicht glauben, wie verbissen berufstätige Frauen kämpfen, um einen oder mehrere Tage Krankenstand (ungerechtfertigt!) herauszuschinden.Sollte der Arzt drauf hinweisen, daß er dem nicht zustimme, geht man eben zu einem anderen Arzt; irgendeiner wird schon mitspielen.

      Dieses Verhalten zeigt Dreierlei:
      1. Merkwürdiges Berufsethos
      2.Mangelnde Loyalität dem Arbeitgeber und Mitarbeitern gegenüber
      3.Ausnützen des Steuerzahlers, der dafür aufkommen muß
      Es zeigt aber auch, daß die vielgepriesene Berufstätigkeit der Frauen doch nicht immer das Alleinseligmachende ist, sonst würde eben um "zusätzliche" freie Tage nicht so heftig gekämpft.

    • H. Richter (kein Partner)
      07. August 2010 14:17

      Und Männer tun das nicht? Haben Sie Statistiken? Ein paar Fälle kennt jeder in seiner Umgebung, aber wie repräsentativ sind diese. Ich glaube ja nicht, dass Frauen signifikant öfter blau machen als Männer.

    • RB (kein Partner)
      07. August 2010 14:42

      @reinhard
      @undine
      Also das muss das grausliche Wetter sein, dass heute so viel Topfen hier im
      Blog geschrieben wird.
      Wünsche Ihnen beiden ein langes, befriedigendes Berufsleben, ohne jede
      Krankheit, nicht einmal Wehwehchen, frisch und munter bis 70 oder länger wenn Sie wollen, denn Sie werden ja wollen (!) und mögen Sie ein grandioses Berufsleben mit einem guten Gehalt haben. Mitunter sollten Sie sich schon ein Wöchlein Urlaub gönnen, quälen Sie sich ein paar Tage im Jahr ohne Arbeit/Schufterei durchs Leben. Held und Heldin der Arbeit - vielleicht eine Inschrift für Ihren Grabstein?

    • RB (kein Partner)
      07. August 2010 14:52

      Also Sie wissen ja jetzt schon, was Sie ab Ihrer Pensionszeit machen werden:
      Parkplatzwächter! Superidee! Ein besseres Vorbild als in Polen hätten Sie ja nicht haben können. Also alles geregelt für Ihren Lebensabend, kann nicht jeder
      von sich sagen. Aber nicht vergessen, das Zusatzeinkommen versteuern,
      nix Schwarzarbeit, gell?

    • Reinhard (kein Partner)
      07. August 2010 19:12

      @RB
      Gratulation! Sie haben zwar nix verstanden und begriffen, das aber dafür mit aller Klarheit deutlich gemacht.

    • Undine
      07. August 2010 19:29

      @H.Richter

      Damit Sie beruhigt schlafen können: das sind Erfahrungen aus eine Gynäkologenpraxis.

    • Undine
      07. August 2010 20:20

      @Reinhard

      Na, jetzt haben wir's aber gekriegt, wir beide!
      Zum Glück sind Sie auch nicht auf den Mund gefallen! :-)

    • H. Richter (kein Partner)
      07. August 2010 20:41

      Ich kann immer beruhigt schlafen, sehe aber trotzdem nicht ganz, wie die Einzelbeobachtungen aus einer gewiss sehr ehrenhaften Gynäkologenpraxis auf die Gesamtheit der Arbeitnehmer übertragbar sind. Also bleibt die Frage nach der Relevanz Ihrer Einzelbeobachtung weiter offen ... Wenn's dem Arbeitgeber (in diesem Fall dem Gynäkologen nehme ich an) nicht passt, dann wird er schon die Konsequenzen ziehen.

    • RB (kein Partner)
      07. August 2010 20:44

      @Reinhard
      Danke für die Blumen. :-)
      Ich kann Pauschalierungen absolut nicht ausstehen. Ja, es gibt Menschen, deren
      oberstes Ziel es ist, so früh als möglich in Pension zu gehen und es gibt, auch Hochqualifizierte, die mit 50 oder 55 Jahren gekündigt werden und keinen Job mehr finden, auch wenn sie wollen. Und es gibt bei der Pflegebetreuung der eigenen Eltern oder nahestehender Verwandte auch die vielfältigsten Situationen von Gegebenheiten und Möglichkeiten. Und es gibt viele Kinder,
      Schwiegerkinder, die sich sehr wohl um ihre alten Eltern kümmern können und wollen. Wenn dem nicht so wäre, müssten hunderte Altenheime prompt zusätzlich gebaut werden.
      Was mich sehr stört an dieser Debatte ist, dass nur die häusliche Pflege von - so nach dem Motto, geht schon, wenn man nur will - von nahen Angehörigen als
      "anständig" betrachtet wird. Ich habe in einem Kommentar geschrieben, dass es zu diesem Thema SEHR viel zu sagen gäbe.
      Aber seis drum, glauben Sie was Sie wollen, ob ich etwas verstanden habe oder nicht. Die Thematik und Problematik ist für mich vielschichtig in jeder Hinsicht und zu ernst.
      Guten Abend!

    • socrates
      08. August 2010 16:29

      @ Reinhard
      Polen hatte ein sehr gutes Sozialsystem unter dem Kommunismus (Ehre wem Ehre gebührt). Ein Steiger, der bis 60 gearbeitet hatte, bekam eine Pension von 700 Zl mit der er gut leben konnte. Nach der Wende haben sich die Lebenshaltungskosten verzehnfacht. Jetzt muß er schwarz arbeiten.Irgenwer muß ja die Kosten der Wende zahlen, und die neien Reichen bedienen sich an dem, was da ist, also Pensionen, und kaufen wegen des Preisgefälles schnell alles auf.
      In Argentinien, das in die Krallen des WWF geriet, wurden die Pensionen abgeschafft um die Anleger zu bezahlen. Daher fordere ich immer Anlegerschutz für Pensionen. Auch die Pensionisten hatten Geld angelegt, daher gleiches Recht! A. löste sich aus den Fängen des WWF um einem Aufstand zu entgehen.
      Ich sehe also in Ihrem System keinen Fortschritt.
      Von meinem Jahrgang hat es nur einer geschafft bis 65 zu arbeiten: Er hat sich rechtzeitig als Behinderter einstufen lassen. Andere fahren Taxi. Einer ist Werkzeugmachermeister und findet keine Arbeit, obwohl täglich das Gegenteil behauptet wird. Mein jüdischer Freund und Lehrer sagte: "Solange keine Not aufkommt, geht alles, sonst kommt ein neuer starker Mann"
      Harley-Fahrer (pfui, Triumpf Bonneville bringts, die haben keine Ahnung vom Motorrad...) sind nach Statistik noch älter wie Porschefahrer, nämlich 65. Die Dinger kosten

  4. Hayek (kein Partner)
    07. August 2010 09:24

    Herr Unterberger (sowie einige seiner Genossen) ist wirklich der letzte der auf die SPÖ hinhauen muss.

    Da sehnt er sich auf seine alten Tage nach ein bisschen Achtung, dabei bleibt von seiner angeblich wirtschaftsliberalen Einstellung nicht viel übrig. Was er wohl (zurecht) schreiben würde wenn die SPÖ auf einmal Altenturnen auf Staatsgeldern abieten würde?Wo ist der Unterschied zwischen altersgerechter Planung und gendergerechter Raumplanung, die er mit Sicherheit (ebenfalls zurecht) verlachen würde?

    Ich muss mich inzwischen sehr über die Empfehlung für diesen Blog wundern. Wirtschaftsliberal, dass ich nicht lache, ebensogut könnte man die KPÖ als wirtschaftsliberal bezeichnen. Bürgerlich ist der Herr Unterberger, im schlimmsten Sinne. Kleinbürgerlich und voll mit katholischer Moral angesäuert. Wirtschaftsliberal ist gut solange es ihm in sein ultrakonservatives Weltbild und in seine persönlichen Lebensumstände passt.

    Das Steuergeld ist geraubtes Geld, egal ob es jetzt in Pflege investiert wird (was wenigstens noch halbwegs günstig ist) oder in ihre Seniorenwellness. Aber die Sozialisten und Umverteiler sind natürlich immer die Anderen, Wasser Predigen und Wein saufen...

    • Neppomuck (kein Partner)
      07. August 2010 10:09

      "Gendergerechte Raumplanung" - was soll das sein?
      Gibts schon ein neues Institut zu dieser Wissenschaft?
      Auch ist "altersgerechte Planung" erklärungsbedürftig.

      Planung ersetzt zwar den Zufall durch den Irrtum, wie ein Sprichwort weis, aber was soll man darunter verstehen?
      Und wie soll man Unterschiede aus- oder festmachen, wenn man die Inhalte der zu unterscheidenden Objekte nicht kennt, bzw. nicht kennen kann, weil die Begriffe an sich Unfug sind?

      Gewürzt mit den "üblichen Verdächtigungen" ergibt das eine Melange der besonderen Art, die sich nahtlos in die gleichermaßen logorrhoischen wie linken Anpatzereien fügt, denen wir in Vorwahlzeiten über Gebühr ausgesetzt sind.

      Wie man sehen kann, ist die Demokratisierung der persönlichen Meinungsmache nicht unbedingt ein Gewinn für unsere demokratisch organisierte Gesellschaft.
      Logisches Chaos und die Babylonisierung des Mediums Sprache stört die Entwicklung des menschliches Geistes, in Tateinheit mit der uns verordneten Gehirnwäsche ein fatales, weil die Zukunft zerstörendes Element verkappter Diktaturen, und vermindert die Erkenntnisfähigkeit, aber auch die Erkenntnisbereitschaft der Bürger.

      Was letztlich in der totalen Verblödung mündet.

      Aber Vorsicht, auch Evolutionen haben ihre Kinder schon gefressen.
      Manche bereits vor der Zeit.

    • Reinhard (kein Partner)
      07. August 2010 13:12

      Ich kann Hayek in diesem Punkt nur zustimmen: Die Zwangsumverteilung in eine andere Bahn zu lenken ist um nichts besser als das bisherige System.
      Die armgeredeten Senioren haben genug Zeit und auch Geld, sich um Tätigkeiten zu bemühen, die Körper und Geist fit halten. Da bei uns im Gegensatz zu den nordischen Ländern der Großteil der Leute verfrüht in Pension geht, um endlich nix mehr tun und nix mehr denken zu müssen, ist dieses Problem nicht durch neue Umverteilungsgeschenke von den Jungen zu den Alten zu lösen.
      Dass unsere Senioren in der Mehrzahl nicht in der Lage sind, den Zusammenhang zwischen körperlicher und geistiger Fitness einerseits und Gesundheit und Vitalität andererseits zu erkennen, sondern lieber der Bequemlichkeit frönen, fügt es sich nahtlos in das Bild unserer denkfaulen und dekadenten Gesellschaft ein, wo niemand mehr Leistungsmotivation findet, egal ob fettes Kind, fauler Tachinierer oder möglichst jugendlicher Spaziergeher.
      Unterbergers Gratis-Spaßgesellschaft für unsere Senioren kann ich da nur als Witz empfinden. Auch für Alte muss wieder gelten: Eigene Verantwortung für das eigene Leben gehört den Menschen anerzogen! Das ist liberal! Der Rest ist sozialistisch.

    • H. Richter (kein Partner)
      07. August 2010 14:23

      @ Richter
      Sie müssen den Meister nicht so verzweifelt in Schutz nehmen, Hayek liegt mit seiner Charakterisierung A.U.s nicht so falsch. Das Wort "Anpatzereien" kann ich in diesem Zusammenhang aber nicht mehr hören. Das tun immer nur die bösen anderen anarchistischen Buben, selbst übt man ja nur berechtigte Kritik, auch wenn die manchmal unter die Gürtellinie geht.
      Nicht, dass Die mich missverstehen: Unterberger liegt ja selten völlig falsch, aber seine selbstgerechte, grantelnde Art macht es einem manchmal recht schwer, das auch zu würdigen.

    • H. Richter (kein Partner)
      07. August 2010 14:24

      sorry sollte heißen @ Neppomuck

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      07. August 2010 15:56

      "Gendergerechte Raumplanung" - was soll das sein?


      Na ja, ich weiß nicht, ob Ihnen aufgefallen ist, dass während der letzten 10-15 Jahre bei Kreuzungen die Gehsteigkanten abgesenkt wurden, um mit z.B. Kinderwägen leichter drüberzukommen. Schon mal mit einem Kinderwagen gefahren?

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      07. August 2010 15:58

      Oh, da hat wieder mal wer an den "blockquote"-tags herumgebastelt. ;)

  5. RB (kein Partner)
    07. August 2010 08:03

    Es wird immer gewissenlose und pflichtbewusste Kinder, Schwiegerkinder, Menschen geben. Alles über einen Kamm zu scheren, scheint mir sehr ungerecht
    zu sein. Jede Familiensituation ist anders, auch die Eltern und ihr Krankheitszustand im Alter ist unterschiedlich und wie auch noch!
    Ewig von Spaßgesellschaft und Hedonismus zu reden scheint mir auch sehr
    kurz gegriffen und der Realität nicht gerecht werdend. Es gibt in jeder Gesellschaft etwas zu kritisieren. Es gäbe zu dieser Thematik viel zu sagen.

  6. fosca
    07. August 2010 00:26

    Der sozialistische Weg ist am Ende, denn die Zerschlagung der kleinsten Zelle im Staat = der Familie bringt genau die unlösbaren Probleme mit sich, vor denen wir jetzt stehen. Wie schon weiter unten erwähnt: wie sollen Kinder lernen, sich als Erwachsener um ihre alten Angehörigen zu kümmern, wenn sie nie Familie und deren Zusammenhalt kennengelernt haben.
    Das sozialistische Model lautet doch >>>> der Staat sorgt für alles, alte Familienmitglieder werden ins Altersheim abgeschoben; die mittelere, leistungsfähige Generation steht im Arbeitsprozeß = natürlich Vater sowie emanzipierte Mutter und die Kinder kommen so rasch wie möglich in die Ganztagsbetreuung!
    Pflege von betagten, hilflosen Menschen gehört zu den anstrengendsten Pflichten und müßte in eine intakte, liebevolle Familie integriert sein.
    Abgesehen davon, daß wie Herr Unterberger richtig bemerkt, die Hilflosigkeit soweit wie möglich mit vorbeugenden Maßnahmen verhindert werden sollte!

  7. Reflecting
    06. August 2010 16:51

    Der Pflegekollaps muss zwar nicht sein, aber er wird auf Grund eingetretener und das gesellschaftliche Verhalten bestimmender Faktoren nicht verhindert werden können. Es sind im besonderen gerade diese Faktoren, die das dänische Beispiel hierzulande kaum als realisierbar erscheinen lassen.
    Auf breiter Basis wurden entsorgt: Ehre Vater und Mutter…….; Sinn und Wesen der Familie; Anstand, Rechtschaffenheit, Moral, Herabmachung des Erbes der Väter (wir haben viele Vergangenheitsbewältiger, aber kaum erkennbare Vergangenheitsverständige) usw. Dafür wurden eingeführt: die Spaßgesellschaft (nicht eine Gesellschaft in Freude), Egomanentum mit materialistischer Grundhaltung (Feind des Kindes) usw.
    Das, was sich derzeit abzeichnet, dürfte noch einige Zeit verkraftbar sein, aber die Situation in etwa 10 Jahren, die sich jeder bei entsprechender Ehrlichkeit vorstellen kann, wird es nicht mehr sein. Wer glaubt, dass man liebevolle Umsorgung oder Betreuung auch in Zukunft wird haben können, irrt gewaltig. Solange große Mittel vorhanden sind, kann man einen „service“ kaufen, aber das ist wohl nicht die große Menschlichkeit, von der gerne und viel gesprochen wird. Aber in 10 Jahren oder so werden auch die Mittel im benötigten Ausmaß nicht mehr vorhanden sein und daher wird auch der „service“ unleistbar werden.
    Die verkündete Vorstellung, dass Einwanderer für alles, das wir leichtfertig aufs Spiel gesetzt und entsorgt haben (auch den eigenen Nachwuchs), aufkommen werden, wird sich als Trugbild herausstellen; besonders dann, wenn wir nicht mehr zahlen können.

    • Undine
      06. August 2010 20:07

      Welche Veranlassung sollte ein heute geborenes Einzelkind in, sagen wir, 50-60 Jahren haben, sich um seine alten Eltern liebevoll zu kümmern?

      Dieses wurde als Kleinstkind in der Krabbelstube, später im Kindergarten abgeliefert.
      Zu Hause hatte es gerade einmal ein Schlafquartier--meist ein mit 1000 Spielsachen angefülltes, großzügig eingerichtetes Einzelzimmer.

      Nach dem Kindergarten dann die Ganztagsschule. Die (zweifelhafte) Verpflegung gibt's am Schulbuffet.

      Im "Familienurlaub" wollen sich dann die Eltern jene Wünsche erfüllen, von denen sie ein ganzes Arbeitsjahr lang geträumt haben.

      Welche Veranlassung sollte also oben erwähntes Einzelkind haben, seine alten, pflegebedürftigen Eltern liebevoll zu umsorgen?

    • Josef Maierhofer
      06. August 2010 22:45

      @ Undine

      Die staatliche Einmischung wirkt zerstörend, familienzerstörend, darum gibt es auch das verstärkte Pflegeproblem.

      Der Staat macht immer die Rechnung ohne den Wirten, weil er trotz Demokratie die Gesetze diktiert.

      Er darf sich über das Ergebnis und über die Unfinanzierbarkeit nicht wundern.

  8. Undine
    06. August 2010 13:35

    Die ganzen Statistiken und Bevölkerungswachstumsprognosen haben einen Haken: die Realität.
    Man nimmt immer an, das Durchschnittsalter der Menschen würde stetig anwachsen.

    Dabei übersieht man aber, daß unsere verfetteten Kinder und ebenso stark übergewichtigen jungen Menschen ganz sicher nicht das hohe Alter erreichen werden; von denen wird keiner 100 Jahre alt, auch keine 90, 80, bestenfalls 70.

    Bis dahin werden sie allerdings die Krankenkassen überdurchschnittlich belasten, weil sie bereits als junge Menschen schon ständig die Arztpraxen und Krankenhäuser füllen werden, von der dadurch überdurchschnittlich florierenden Pharmaindustrie gar nicht zu reden.

    Es werden immer wieder Prozentzahlen der übergewichtigen Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen (alte, stark Übergewichtige gibt's kaum; entweder sterben sie früher, oder der Appetit läßt altersbedingt nach) genannt. Die Zahlen sind erschreckend.

    Meist wird die Schuld für starkes Übergewicht den GENEN gegeben. Wenn man allerdings Bilder aus der Zeit bis etwa 1948 sieht, wo die Menschen an wandelnde Gerippe erinnern, fragt man sich, wo da die GENE waren.

    Dieses Faktum der ständig wachsenden Zahl von Menschen, die sich durch ungezügelten Nahrungskonsum selbst gesundheitlich ruinieren, müßte also m.M. nach in die Prognosen eingeflochten werden.

    • Josef Maierhofer
      06. August 2010 13:53

      Eine niedergehende Gesellschaft hat eben schwache Wachstumsprognosen und gleichzeitigen Hang zur Selbstzerstörung.

      Es ist ja nicht das üppige Essen allein, auch das Trinken von Alkohol, das Einnehmen von Rauschgiften, das zu wenig Schlafen, die Lieblosigkeit, die Selbstverleugnung, das gesamte lebensferne Luderleben der Spaßgesellschaft, etc., all das sind die Ingredienzien zu unserem kollektiven Selbstmord.

  9. Norman Bates
    06. August 2010 11:04

    Der von den PC-korrekten Linken ausgerufene künstliche und nicht existente "Pflegenotstand" ist ein Instrument, mit dem die Linken Wahlen gewinnen können, wenn die Ängste der Bevölkerung entsprechend aktiviert werden.

    Er ist auch ein Bereich, den die Linken besetzen wollen, da er für Arbeitsplätze und deren Versorgung und Besetzung sorgt und er ist auch interessant, da er immerhin auch "Wählerstimmen pflegt" und manipulieren kann.

    Es ist wichtig für unsere Linken, solche Bereiche zu besetzen. Insbesondere, wenn sie in der Wirtschaft (siehe bald auch ÖBB) vollends scheitern ..

    Das Geld für das alles kommt aus der Steckdose (= vom Steuerzahler).

    • Josef Maierhofer
      06. August 2010 13:56

      Ich wäre froh, käme das Geld für alles vom Steuerzahler. Es kommt vom Kredit, vom Inflationsgeld, denn mit dem Steueraufkommen kommen unsere Platzhirschen schon lange nicht mehr aus.

    • Norman Bates
      06. August 2010 14:00

      Das ist natürlich richtig.

      Der letzte Satz muss dann lauten "... von heutigen und zukünftigen Steuerzahlern".

  10. Martin Bauer
    06. August 2010 09:42

    Aus eigener Erfahrung (ein aktuell gewordener 24-Stundenpflegefall in meinem Bekanntenkreis), konnte ich folgende Fakten eruieren:

    Geht man von 100.000 24-Stundenpflegefällen in Österreich aus und nimmt man an, dass jede Pflege inklusive SV und Fahrtkostenersatz Euro 3.000,00 p.m. ausmacht, so kommt man auf eine Summe p.a. von 3,6 Mrd p.a. Der staatliche Zuschuss schwankt zwischen 10% und 30% des Aufwandes.
    (Leider ist nirgendwo im WEB die genaue, derzeit staatlich unterstützte 24-Stundenpflegeanzahl zu eruieren)

    Derzeit schwankt der Satz z.B. für Slowakische Betreuerinnen
    - mit Deutschkenntnissen
    - mit entsprechender Ausbildung
    zwischen 70,00 und 100,00 Euro pro Tag, zuzüglich SV 140,00 p.m. und Fahrtkostenersatz. (Meist zu Zweit, Abwechslung im Wochenrhythmus)

    Die derzeit über die Spitäler "aktiv vermittelten" österreichischen Betreuungseinrichtungen, liegen bei ca. 2.600,00 Euro pro Monat plus SV und Fahrtkosten.

    Was aber bisher überhaupt nicht eruiert wurde, ist der qualitative Vergleich der Betreuungseinrichtungen. Das Netz geht über mit Angeboten, aber echte Entscheidungskriterien fehlen total.
    - Persönlichkeitsprofile des Pflegepersonals,
    - Lebensläufe etc. bei Angebotslegung,
    - Eruierung von Erfahrungswerten durch die Betroffenen u.s.w.

    Was bei jedem Stellenbewerbungsvorgang automatisch vorausgesetzt wird, scheint hier in keiner Weise gegeben.

    Immerhin muss der Pflegende ja mit der Betreuerin unter einem Dach wohnen.
    Es bleibt nur "Versuch und Irrtum". Das kann keine Lösung sein. Hier sollte sich der Gesetzgeber einmal etwas einfallen lassen.

    • Brigitte Imb
    • Martin Bauer
      06. August 2010 12:27

      100.000 x 3.000 p.m. x 12 = 3,6 Mrd p.a.
      Wieso das ?

    • Josef Maierhofer
      06. August 2010 13:43

      Ich habe einmal gelesen, daß die maximale staatliche Summe 2 200,- EURO pro Monat ist für einen 24-Stunden Fall, kann das aber auch nicht in Internet finden.

      Ich habe aber die Erfahrung gemacht, daß diese staatlichen Mühlen mit dem Ableben spekulieren. Als mein Vater ein rund um die Uhr Pflegefall wurde, haben wir eine Pflege organisiert, die auch im Haus wohnte (4 Damen, je 2 für 2 Wochen), und angesucht um eine, ihm gesetzlich zustehende, entsprechende Pflegestufe. Die schweren Arbeiten hat mein Bruder ausgeführt, der ja im Krankenhaus arbeitet und weiß, wie es geht. Der Vater war nach einem Jahr bereits gestorben und die Pflegestufe auch noch nicht bewilligt trotz mehrfacher Urgenz und wurde auch nicht dem Gesetz folgend nicht mehr bezahlt. Daher lagen wir dem Staat auch nicht am Säckel, aber der Staat uns schon mit allen möglichen Gebühren und Tarifen des österreichischen staatlichen Pomphinäberertums und Erbschleichertums. Auch Erbschaftssteuer, Notar und sonstige Verlassenschaftsgerichtskosten fielen an, die sich locker auf über 10 000,- Euro in Summe beliefen.

      Beim Nachbarn war es genau umgekehrt, der alte Mann hatte alles genau 5 Jahre und 3 Tage vorher an seine Erben überschrieben gehabt und besaß daher nichts, als er einen Schlaganfall erlitten hat, und wurde 3 Jahre auf Landeskosten rund um die Uhr in einem Heim gepflegt.

      Der Vergleich ist wohl der, das ersteres meiner Meinung nach mehr wert war als zweiteres.

  11. brechstange
    06. August 2010 08:56

    In Österreich sollte wahrlich geprüft werden, wie viel Geld bei den Bedürftigen ankommt bzw. in der Bürokratie versickert.

  12. SuPa
    06. August 2010 08:54

    Die seit einigen Jahren vom Staat an sich gerissene Verantwortung für die Altenpflege ist und wird immer ein Fass ohne Boden bleiben. Sicher ist es sehr erfreulich, dass sich die durchschnittliche Lebenserwartung in den vergangenen Jahrzehnten rasant gesteigert hat. Allerdings schleppen viele Leute meist 20 oder noch mehr Jahre kleinere oder grössere unheilbare Wehwehchen in ihrem "Rucksack" bis zum Tode mit sich. Sehr oft sind die Alten weder physisch noch finanziell in der Lage, diese Herausforderungen allein zu meistern. Schliesslich sind die letzten 6 oder12 Monate des Lebens für diese Menschen (aber auch für die Angehörigen bzw. das Pflegepersonal) meist sehr mühsam und verlangen auch enorme finanzielle Aufwendungen. Erst der - oft herbeigesehnte Tod - bringt dann eine Erlösung für den Patienten, die Familienmitglieder - und auch die Sozialversicherung.
    Es wäre nun an der Zeit, diese Situation zu überdenken und Auswege zu suchen. Dabei denke ich nicht an neuerliche Einführung von Siechenheimen, Sterbehilfe o.ä. Es geht mir vielmehr darum, dass die Menschen - und besonders die Familienangehörigen - erkennen, dass alt sein und der Tod ein Teil des Lebens sind und die Pflege der Eltern und Großeltern nicht ausschliesslich dem Staat überlassen werden sollte. Oder anders ausgedrückt: mehr Eigenverantwortung in der Gegenwart und Planung für die Zukunft. Wenn die Karriere- und Wohlstandsmenschen in unserer Fungesellschaft erkennen, dass der Staat nicht automatisch für dieses und jenes aufkommt, dann wird auch mehr an Familiennachwuchs und Eigenvorsorge gedacht.
    Wenn wir in diesem Blog öfters über Migranten - besonders jene aus moslemischen Staaten - klagen, dann muss man aber erkennen, dass dort ein enormes Zusammengehörigkeitsgefühl unter den (Gross-)Familien existiert und auch die Altenpflge kein grosses Thema ist. Unter den Österreichern ist dies oft nicht mehr vorhanden und es gibt genug Beispiele, wo die Alten nur mehr zum Geburtstag, Muttertag und sonstigen Anlässen aus dem Altenheim geholt und durch die Gegend gekarrt werden. Am Abend werden sie wieder abgeliefert und das Pflegepersonal hat dann Mühe, Herz und Kreislauf wieder zu stabilisieren.
    Es gibt aber auch zu Hause betreute Pflegefälle, wo das Pflegegeld nicht zielgemäss verwendet wird. So kenne ich eine Familie, wo sich die Enkel dafür einen schönen Ibiza-Urlaub machten. Der Bürgermeister hat sich zur Kontrolle einige Tage vorher angemeldet, daraufhin wurde das Zimmer nach langem wieder gereinigt und der bettlegerigen Person wurde eingeschärft, nur das Beste über die gegebene Pflege zu sagen, anderenfalls ... .
    Sicher zwei Extrembeispiele, sie sollen aberzeigen, dass der eingeschlagene Weg in Österreich nicht der optimalste ist. Nochmals: mehr Eigenverantwortung, mehr Eigenvorsorge und mehr Familiensinn.

    • brechstange
      06. August 2010 08:59

      Die Großfamilie hat es vor Jahren auch bei uns noch gegeben und hier könnten wir wahrlich von den Migranten lernen.

    • Josef Maierhofer
      06. August 2010 13:11

      Den Tod unserer Eltern haben wir nicht dem Staat aufgehalst, das haben wir selbst organisiert.

      Wäre auch ein Wahnsinn, die eigenen Eltern in ein Heim abzuschieben, solange man selbst für sie was tun kann.

      Wäre auch ein Wahnsinn, sie aus ihrem Heim, ihrer Umgebung, wo sie ihr Leben verbracht haben, herauszureißen.

      Aber die Spaßgesellschaft, die staatliche Einmischung, bei der man an Kosten und Konsequenzen nicht gedacht hat, machen den heutigen Zustand möglich. Es muß alles institutionalisiert werden, verstaatlicht. Es genügt doch, staatliche Vorsorge zu treffen für die Ausnahmefälle, oder ?

      Mein 89-Jähriger wünscht sich seinen Tod auch zu Hause, kann das ganz sicher nicht finanzieren und das staatliche Pflegegeld wird auch nicht reichen. Er tut alles für seine Gesundheit, fährt auf Urlaub, etc., sodaß er, ähnlich dem von Dr. Unterberger geschilderten Modell von Dänemark, möglichst lange für sich selbst sorgen kann. Damit wird auch die staatliche Obsorge verkürzt.

      Er hat aber niemanden mehr und keine Verwandten.

      Es wird schwer sein und einiger Logistik bedürfen, wenn dann Pflege intensiver nötig wird, trotzdem die Heimpflege zu schaffen für ihn und nicht das Altersheim, das bei uns ein Massenbetrieb ist, bei dem der Individualismus und der Altersegoismus große Probleme darstellen.

      So kann man im Detail ganz klar sehen, daß die staatliche Altersvorsorge in der jetzigen Form nicht finanzierbar ist, außer wir verzichten halt auf diese Summen an anderer Stelle.

      Wie war es vor dem Pflegegesetz ? Vorher wurden auf privatem Weg solche Pflegen finanziert, solange es Verwandte, Erben, etc. gab und die anderen ohne Verwandte wurden ins Altersheim gesteckt, in die Todesvorrichtung, weil zum Leben doch einiger Individualismus möglich sein müsste statt Massenabfertigung, natürlich auch eine Kostenfrage.

      Familie ist eben auch Verpflichtung, den Kindern gegenüber und den Eltern gegenüber. Ein einfaches Gebot in der katholischen Religion, ein komplexes Monster in der gottlosen staatlichen Gesetzgebung.





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