Medien und Gesellschaft – eine zerrüttete Ehe    drucken

Lesezeit: 8:30

Demokratie, so lautet der politische Psalm, benötigt den mündigen Bürger. Politisch mündig zu sein, setzt Information voraus. Auch die pure Neugier am Gang der Dinge ist ein triftiger Grund, sich den Medien anzuvertrauen. Mediennutzung hat jedoch einen hohen Preis. Beglichen wird er mit dem Ärger über das Geschriebene oder Gesagte. Je mehr Medien man konsumiert, umso größer ist der Verdruss am Gebotenen. Für die Ursachen des Unbehagens sind zwei unterschiedliche Motive bestimmend: zum einen das Berichtete, zum anderen das Verschwiegene.

Beweisstücke für beide Thesen lassen sich aus rezenten Geschehnissen in Deutschland ableiten. Dazu ist es nötig, die Zeit zunächst auf den 8. Jänner zurückzudrehen.

An diesem Tag wird der Bremer AfD-Chef Frank Magnitz von drei vermummten Gestalten von hinten überfallen, zu Boden gestoßen, nach ersten Meldungen mit einem Kantholz malträtiert und mit schweren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert. In den Teletexten und tags darauf auch in den Printmedien heißt es einhellig, dass die Polizei von einer politisch motivierten Tat mit Tötungsabsicht ausgeht. Die deutsche Regierung und Parteienvertreter überschlagen sich mit Bekundungen des Entsetzens. Gewalt dürfe niemals Mittel der politischen Auseinandersetzung sein, tönt es von überall. Bundespräsident Steinmeier sieht sogar den Rechtsstaat in Gefahr.

Schon einen Tag später ist es mit der melodramatischen Zerknirschung nicht mehr weit her, denn inzwischen trat in Bremen der Staatsanwalt Frank Passade vor die Kameras von ARD und ZDF und gab dem Geschehen eine neue Note. Zwar sei der AfD-Politiker attackiert worden, aber es sei nur einer der drei Vermummten gewesen, der ihn von hinten niedergerempelt habe. "Wir gehen davon aus, dass die gesamten Verletzungen dem Sturz gewidmet sind", verkündete der Staatsanwalt. Vermutlich habe der Politiker die Hände in den Manteltaschen gehabt und konnte sich daher nicht abstützen.

Der Vertreter der Anklagebehörde war sichtlich bemüht, der AfD eine übertriebene Darstellung des Attentats anzulasten und den Vorfall herunterzuspielen. Eine später veröffentlichte Videoaufzeichnung bestätigt: Kein Kantholz, nur von hinten mit großer Gewalt zu Boden gestoßen. Plötzlich ist auch keine Rede mehr von einem politischen Hintergrund. Die Polizei vermutet einen solchen zwar weiterhin, aber die Anklagebehörde ermittelt nur wegen Körperverletzung.

Entwarnung also und spürbare Erleichterung, denn die AfD sollte sich schließlich nicht als Verfolgte bezeichnen dürfen. Julia Emmerich hat es in der "Berliner Morgenpost" auf den Punkt gebracht: "Wer der AfD Gelegenheit gibt, sich als Opfer zu fühlen, hilft ihr."

Nicht genug damit, tauchte drei Tage nach dem Überfall urplötzlich eine Anzeige gegen den attackierten Mangnitz auf. Die Staatsanwaltschaft vermeldete, dass gegen ihn wegen angeblich unredlichen Umgangs mit Parteigeldern ermittelt werde. Über nähere Details hüllten sich die Ankläger in Schweigen. Ebenfalls aufgetaucht sind plötzlich ominöse Mails mit den Bombendrohungen einer "nationalsozialistischen Offensive" in sieben deutschen Städten. Gefunden werden konnten Sprengsätze dann allerdings nirgends. In jedem Fall geriet die schwere Tätlichkeit gegen den Bremer Funktionär der  gehassten Rechtspartei rasch in den ganz offenkundig herbeigesehnten Hintergrund.

In der Zwischenzeit ist der unbequeme Zwischenfall abgehakt. Niemand redet mehr darüber. Auch nicht über die Stichhaltigkeit der (von der AfD heftig bestrittenen) moralischen Verdächtigungen des schwer verletzten Politikers. 

Ungeachtet dessen lassen sich die vielen dem Bremer vorangegangenen Beispiele von Gewalt gegen rechts nicht wegradieren. Nur wenige Tage vor dem Bremer Vorfall explodierte vor dem AfD-Büro im sächsischen Döbeln ein Sprengsatz. In den letzten Jahren gab es immer wieder Angriffe auf AfD-Politiker: auf deren ehemalige Parteivorsitzende Frauke Petry und Prof. Lucke, auf die stellvertretende Vorsitzende Beatrix von Storch sowie auf eine ganze Reihe anderer Funktionäre. Auch einige ihrer Autos wurden abgefackelt.

Nach einem Bericht der "Welt" ("Häuserkampf gegen die Rechten", 10. Jänner) gab es allein in Sachsen seit 2014 insgesamt 143 Angriffe auf Parteibüros der AfD. Zum Vergleich: Auf Büros der Linken wurden in den vergangenen fünf Jahren 88 Attacken verübt, auf Einrichtungen der CDU 30; die SPD traf es 16 Mal und die Grünen 12 Mal. Als Faustregel kann gelten, dass die Rechten auch in den übrigen deutschen Bundesländern ungleich häufiger der Gewalt ausgesetzt sind als andere Parteien.

Dazu kommen Schmähungen, zu denen die Justiz auffallend gern ein Auge zudrückte. Verwunderung erregte beispielsweise, dass die Spitzenkandidatin Alice Weidel es hinnehmen musste, in einer Satiresendung als "Nazi-Schlampe" bezeichnet zu werden. Das Gericht wertete diese schwere Beleidigung erstaunlicherweise als durch die Meinungsfreiheit gedeckt. Als AfD-Spitzenkandidatin stehe Weidel im Blickpunkt der Öffentlichkeit und müsse daher auch überspitzte Kritik akzeptieren, hieß es in der Begründung (SWR).

Auch hierzulande gab es schon mehrfach Grund, die Augenbrauen verwundert hochzuziehen. So etwa, als der Pfarrer von Mondsee die FPÖ ungestraft als "blaue Brut" verunglimpfen durfte. (SN, 10. Jänner 2017).

Die Bewertung politischer Rechtsverstöße befindet sich zweifellos in einer argen Schräglage. Der deutsche Politikwissenschaftler Prof. Mannewitz verwies in diesem Zusammenhang auf Defizite in der Erforschung des Linksextremismus. Die Präventivforschung dieses Bereichs sei sträflich vernachlässigt. Mannewitz beklagt, dass nur wenig über linksextreme Täter bekannt sei. (3 Sat, 10. Februar 2016).

Welche Rolle spielen die Medien?

Es stellt sich die Frage, welche Rolle die Medien bei all dem spielen und wo ganz allgemein die Gründe für die ungleichen Gewichtungen politischer Vorgänge zu suchen sind.

Ein wesentlicher Teil der Erklärung liegt in der politischen Asymmetrie der Medienlandschaft, die Andreas Unterberger kürzlich in einem scharfsinnigen Essay("Wieso sind die Medien so links?") am Beispiel Österreich dargestellt hat. Was der erdrückenden Links/Grün-Lastigkeit der Informationsvermittler ihre besondere Brisanz verleiht, ist die lebensnotwendige Bedeutung von Disharmonien zur Sicherung der journalistischen Existenz.

Medien benötigen nun einmal Gegensätze, Kontroversen und Ängste, um sich dem Publikum als interessant und verlockend zu präsentieren. Nichts wäre für ihre Auflagen und Reichweiten tödlicher als eine harmonische, konsonante, in sich konsistente, konfliktfreie und ereignislose Gesellschaft. Demgemäß werden viele Kriegsschauplätze herbeigeredet oder herbeigeschrieben, auch solche, die fernab der echten Schmerzen der Bürger liegen. So manch konstruierter Konflikt entspricht nicht dem wahren Schmerzempfinden der Bevölkerung, sondern der politischen Erwartung der Autoren. Medien sind letztendlich weit eher Brandbeschleuniger als Brandbekämpfer.

Verfehltes Funktionsverständnis, verfehlte Strategien

Der wirtschaftliche Wettbewerb hat freilich noch eine andere Komponente, die vor allem die Printmedien betrifft. Was den quasi bürgerlichen Blättern vorgehalten werden muss, ist, dass sie ihrer Aufgabe als Advokaten des bürgerlich-konservativen Wertekatalogs nicht mehr in befriedigender Weise nachkommen. Das liegt hauptsächlich an einem verqueren Funktionsverständnis, nämlich der Idee, sich als möglichst neutral und überparteilich zu stilisieren, um dadurch für eine größere Zahl von potenziellen Lesern attraktiv zu werden. Man versteckt folglich die eigene Überzeugung und inszeniert sich als Mäzen linksliberaler Zielsetzungen. Daraus entsteht unwillkürlich der Eindruck einer Wippe, bei der einmal diese und dann wieder jene Meinung nach oben schwebt. Dieses Schaukelkonzept ist weder ein demokratisches Muss noch ist es gewinnbringend für die Reichweite. Es ist kontraproduktiv. Und das hat seinen Grund.

Der Pferdefuß der Strategie steckt in der simplen Tatsache, dass sich die allermeisten Menschen gern einem bestimmten Lager, einem Verein, einer Partei, einer beruflichen Interessenvertretung u.ä. zugehörig fühlen, um daraus Sicherheit zu schöpfen. Wenn man sich irgendwo zu Hause fühlen kann, lassen sich Sorgen und Hader mit dem Gegenwartsgeschehen leichter verkraften. Dieses empirisch belegte Verhalten bot den Medien seit eh und je die Chance, sich als das Sprachrohr einer Bewusstseinsfamilie zu präsentieren und das Prädikat "meine Zeitung" zu erwerben.

Der beschriebene Mechanismus funktioniert indes nicht mehr wie früher. Das bürgerliche Lager ist in puncto medialer Betreuung heimatlos geworden. Die Kluft zwischen der Erwartungshaltung der Leser und der Orientierungsleistung des einstmals deutlich erkennbaren Stamm-Mediums ist zunehmend breiter geworden.

Zum Auseinanderdriften trägt maßgeblich auch die selektive Auswahl von Leserbriefen bei. Die zur Veröffentlichung durchgewunkenen Zuschriften geben nämlich sehr wenig Aufschluss über die im Publikum vorherrschenden Meinungen, hingegen besagen sie viel über die Überzeugungen des zuständigen Sachbearbeiters bzw. der verordneten Blattlinie. Die zur Veröffentlichung freigegebene Leserpost verformt die wahren Proportionen der Lesermeinungen bisweilen so sehr, dass ein geradezu gegenteiliges Bild vom faktischen Stimmungsklima entsteht.

Was besonders ins Gewicht fällt, ist, dass durch die Umgewichtung der Leserpost der bürgerlich gesinnten Mehrheit das Wissen um ihre zahlenmäßige Überlegenheit vorenthalten wird. Bürgerlich-konservative Leser erhalten manchmal sogar den Eindruck, eine Minderheitsmeinung zu vertreten. Dies ist von weitestreichender Bedeutung, denn wer sich unterlegen fühlt, glaubt sich isoliert und tendiert, wie Elisabeth Noelle-Neumann nachgewiesen hat, zum Verstecken des eigenen Standpunkts.

Kuscheln statt kritischem Diskurs

Eine folgenschwere Attitüde des Gegenwartsjournalismus ist der Verzicht der Journalisten auf Meinungsindividualität sowie ihre hohe Bereitschaft, in den Branchenkanon einzustimmen. Anstelle einer lebendigen Auseinandersetzung untereinander über Gegenwartsfragen besteht in der Medienwelt eine Tendenz zum Kuscheln und zu Konformismus. Charakteristisch dafür war die Gemeinschaftsaktion "AUFBRUCH", bei der sieben Bundesländerzeitungen plus Die Presse eine uniforme politische Beilage gestalteten und darin die Ansichten eines standardisierten Kreises von 66 Prominenten mit dem Multiplikator acht vervielfachten. Zusätzlich dazu durften einige der zu Opinion-Leadern hochstilisierten Personen wie Robert Menasse ihre Weltsicht in Einzelbeiträgen ausbreiten. Wo bleibt da die für eine funktionierende Demokratie so wichtige Meinungsvielfalt? Es scheint im heutigen Medienwesen ein Akt politischer Tollkühnheit zu sein, sich dem Denkschema der Branche zu widersetzen.

Vieles, was der bürgerlich-liberalen Leserschaft die Laune verdirbt, ist durch die Wienlastigkeit der Medienszene zu erklären. Alle überregionalen Zeitungen samt ORF-Hauptquartier haben schließlich ihren Sitz in Wien. Die Redakteure leben im urbanen Hauptstadtmilieu, haben ständig Tuchfühlung mit der linksgrünen Boheme und kommunizieren generell mit anderen Gesprächspartnern als ihre Kollegen in der Provinz. Hoch zu veranschlagen für die politischen Sichtweisen ist das in Wien präsente Gemisch aus internationalen Ethnien. Die Hauptstadtjournalisten haben im Schmelztigel der Kulturen demgemäß auch eine andere, nämlich geringere Heimatbezogenheit. Sie ticken in vielen Dingen grundsätzlich anders als ihre Kollegen fernab der Metropole.

Wo immer auch die Gründe für das Unbehagen zu suchen sein mögen: Es steht fest, dass die Medien ihren demokratiepolitischen Aufgaben in mehrfacher Hinsicht nicht gerecht werden:

  • nicht als glaubwürdige Informationsquellen,
  • nicht als kompetente Interpreten des politischen Geschehens,
  • nicht als Ideenbringer oder Eintreiber politischer Konzepte,
  • nicht als Unterstützer der nationalen Sicherheit
  • und schon gar nicht als Korrektive der politischen Moral.

Der Tübinger Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen erklärte unlängst, die Bürger seien (noch) nicht medienmündig. Wie wäre es, Herr Professor, wenn man Ihren Satz umdrehen würde: "Die Medien sind nicht (mehr) bürgertauglich". Ich meine, das käme der Wirklichkeit erheblich näher.

Andreas Kirschhofer-Bozenhardt war langjähriger Leiter des renommierten Meinungsforschungsinstituts Imas.

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  1. Ausgezeichneter KommentatorAusgebeuteter
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Januar 2019 10:40

    Ist die sog. virtuelle Vierte Gewalt der Medien noch das, für was sie einmal bezeichnet wurde? Die Politik und Wirtschaft nützt die Möglichkeiten, durch Förderungen, Werbungen und Insersate die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sowie Zeitungen in ihrem Sinn zu beeinflussen. Damit hat diese vierte Gewalt stark an Kontrollfähigkeit eingebüßt.

    Erfreulicher Weise gibt es nun das offene Internet, welches folglich schon als Fünfte Gewalt bezeichnet wird. Den Machern in der Politik ist dies schon sehr unangenehm geworden, daher auch die Bemühungen, mit fadenscheinigen Argumenten dort eine Kontrolle zu übernehmen, wobei das Wort Zensur vermieden wird.

    Das AU-Tagebuch gehört auch zu dieser jüngeren Informations- und Beeinflussungsmöglichkeit. Aber wie lange geht dieser offene Meinumngsaustausch und manche Kritik noch ohne Sanktionen?

  2. Ausgezeichneter Kommentatorelfenzauberin
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Januar 2019 11:35

    Das Versagen der konventionellen Medien wird am Beispiel von Chemnitz deutlich. Es gab eben laut dt. Verfassungsschutz und Berichten einer Lokalzeitung keine Hetzjagden, was aber weder Merkel noch Seibert daran hinderte, an der Hetzjagdthese in der Öffentlichkeit festzuhalten.
    Die Medien in D. noch in Ö. korrigierten diese Fehlinformation keineswegs, sondern sperrten einfach die Foren bzw. siebten die unerwünschten Postings empörter Bürger einfach aus und hielten an Merkels Deutung fest, obwohl zu diesem Zeitpunkt schon genug Informationen vorlagen, die geeignet waren, die offizielle Darstellung zumindest in Zweifel zu ziehen. Als man die Wahrheit nicht mehr verbergen konnte ("Hase, du bleibst hier!"), ging man einfach zur Tagesordnung über und tat so, als wäre nichts gewesen. Da und dort gab es einen dürren Text über den Hintergrund des Videos der Antifa Zeckenbiss, der alsbald in den Archiven verschwand.
    Umso perfider war es im Lichte dieses Ereignisses, die Märchenerzählungen eines Claas Relotius als Einzelfall hinzustellen, die angeblich so raffiniert waren, dass sie jede Qualitätskontrolle passierten. Das Gegenteil ist wahr: die Relotionaden waren so primitiv, dass simple Zeit- und Ortsüberprüfungen (das A&O der journalistischen Qualitätskontrolle) ausgereicht hätten, die Lügengeschichten aufzudecken. All das ist nicht passiert, was den Verdacht nahelegt, dass es mit den internen Qualitätskontrollen in den Redaktionen nicht so weit her ist.

    Umgekehrt bekommt man als Medienkonsument Kommentare von Journalisten vorgesetzt, wo pauschaliert und verallgemeinert wird, dass man nur mit den Ohren schlackern kann. Hier eine kleine Kostprobe von Bettina Steiner aus der Presse:

    "Wir haben schon gegen die Macho-Kultur gekämpft, als ihr noch geglaubt habt, Frauen seien zu blöd für ein Studium und zu emotional, um an den Wahlurnen eine Entscheidung zu treffen. Wir haben euch erklärt, dass Vergewaltigung in der Ehe keine „private Angelegenheit“ ist, weil Gewalt nie privat ist, wir haben Frauenhäuser erbaut und Notrufnummern eingerichtet. Ihr dagegen habt diese Frauenhäuser als „Gefahr für die Ehe“ bezeichnet, gegen den von euch augenzwinkernd so genannten „Pograpsch“-Paragrafen gewettert – „testen“ werde doch erlaubt sein – und wenn ein Mann seine Frau und seine Kinder mit der Axt erschlagen hat, habt ihr von „Beziehungsdrama“ gesprochen. Überhaupt wart ihr ausnehmend verständnisvoll, wenn es um Übergriffe und Gewalt durch Männer ging."

    Man kann über diese undifferenzierte Philippika nur staunen. Über den zerzausten Ruf des Journalisten braucht man sich jedenfalls nicht zu wundern.

  3. Ausgezeichneter KommentatorBürgermeister
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Januar 2019 14:25

    Ihr Titel "Medien und Gesellschaft" sollte eigentlich "Medien gegen Gesellschaft" heißen. Es gab nie eine Ehe zwischen diesen Blöcken, das würde zumindest ein vorheriges Einverständnis zwischen beiden Seiten voraussetzen.

    Die Ehe lautete (schon immer) "Medien und Eliten", für die Gesellschaft sind die Medien sind heute ein Zerrspiegel der Wirklichkeit. Sie verzerren das Bild im Auftrag ihres Ehepartners so, dass die demokratisch untergrabene Machtverteilung nicht gefährdet wird. Dafür gehen die Verantwortlichen wortwörtlich über Leichen.

    Man kann von Glück reden, dass es Blogs wie diesen gibt. Vor 20 Jahren wäre die Meinungsherrschaft über die traditionellen Verbreitungskanäle noch völlig ungefährdet gewesen.

    In 20 Jahren werden die neuen Kanäle durch Robots und KI auch wieder verschlossen sein - in diesem Zeitfenster muss die Reform der Strukturen erfolgen, sonst landen wir wieder in der traditionellen Diktatur.

  4. Ausgezeichneter Kommentator11er
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Januar 2019 14:12

    Falls jemand heute noch keinen Brechreiz verspürt hat....

    https://science.orf.at/stories/2960166/

    Der letzte Absatz ist herrlich entlarvend.

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  1. Nordkette
    25. Januar 2019 17:36

    Eine sehr treffende Analyse, daher haben wir ja auch nach 22 Jahren das ABO der "Tiroler Tageszeitung" und in weiterer Folge auch das ABO der "Presse" abbestellt. Bei der "TT" hat der morgendliche Ärger über die Linksberichterstattung ein Ende gefunden. Auch mehrere telefonische Rückholversuche der "TT" mit "3 Monate gratis und 12 Monate ABO-Bindung" fruchteten nicht. Auch der ORF-Oppositionsrundfunk wird bei uns nicht mehr konsumiert; wir haben schlicht und einfach den Fernseher abgemeldet!

    Die Printmedien können sich mit ihrer Märchenberichterstattung die nächsten Jahre warm anziehen: Die Jungen abonnieren keine Zeitung mehr und die von diesen Medien so bejubelten Migranten aus der ganzen Welt haben sicher kein Interesse, eine Gazette zu lesen, geschweige zu abonnieren!

  2. 11er
    22. Januar 2019 14:12

    Falls jemand heute noch keinen Brechreiz verspürt hat....

    https://science.orf.at/stories/2960166/

    Der letzte Absatz ist herrlich entlarvend.

    • Mentor (kein Partner)
      23. Januar 2019 17:41

      Zur Sprachwissenschaftlerin Ruth Wodak:

      derstandard.at/2000096763245/Diskursexpertin-WodakIn-der-FPOe-loten-einige-die-Grenzen-des-Sagbaren

      und folgende Aussage:
      "Zynischerweise könnte man fragen: Wann werden Muslime nicht mehr auf allen Parkbänken sitzen dürfen?": Ruth Wodak über die Ausgrenzungsversuche der FPÖ

      Würde sie Arabisch verstehen oder lesen können würde das wahrscheinlich bei Frau Wodak immer noch keine geistige Erhellung bringen.
      Endlich, als überzeugte Feministin ist sie sicher für das Recht der Frauen zur Burka, hat es keinen Sinn mit der kritischen DiskursanalystInn über solche Themen zu diskutieren, und Schluss.

  3. Bürgermeister
    21. Januar 2019 14:25

    Ihr Titel "Medien und Gesellschaft" sollte eigentlich "Medien gegen Gesellschaft" heißen. Es gab nie eine Ehe zwischen diesen Blöcken, das würde zumindest ein vorheriges Einverständnis zwischen beiden Seiten voraussetzen.

    Die Ehe lautete (schon immer) "Medien und Eliten", für die Gesellschaft sind die Medien sind heute ein Zerrspiegel der Wirklichkeit. Sie verzerren das Bild im Auftrag ihres Ehepartners so, dass die demokratisch untergrabene Machtverteilung nicht gefährdet wird. Dafür gehen die Verantwortlichen wortwörtlich über Leichen.

    Man kann von Glück reden, dass es Blogs wie diesen gibt. Vor 20 Jahren wäre die Meinungsherrschaft über die traditionellen Verbreitungskanäle noch völlig ungefährdet gewesen.

    In 20 Jahren werden die neuen Kanäle durch Robots und KI auch wieder verschlossen sein - in diesem Zeitfenster muss die Reform der Strukturen erfolgen, sonst landen wir wieder in der traditionellen Diktatur.

  4. elfenzauberin
    21. Januar 2019 11:35

    Das Versagen der konventionellen Medien wird am Beispiel von Chemnitz deutlich. Es gab eben laut dt. Verfassungsschutz und Berichten einer Lokalzeitung keine Hetzjagden, was aber weder Merkel noch Seibert daran hinderte, an der Hetzjagdthese in der Öffentlichkeit festzuhalten.
    Die Medien in D. noch in Ö. korrigierten diese Fehlinformation keineswegs, sondern sperrten einfach die Foren bzw. siebten die unerwünschten Postings empörter Bürger einfach aus und hielten an Merkels Deutung fest, obwohl zu diesem Zeitpunkt schon genug Informationen vorlagen, die geeignet waren, die offizielle Darstellung zumindest in Zweifel zu ziehen. Als man die Wahrheit nicht mehr verbergen konnte ("Hase, du bleibst hier!"), ging man einfach zur Tagesordnung über und tat so, als wäre nichts gewesen. Da und dort gab es einen dürren Text über den Hintergrund des Videos der Antifa Zeckenbiss, der alsbald in den Archiven verschwand.
    Umso perfider war es im Lichte dieses Ereignisses, die Märchenerzählungen eines Claas Relotius als Einzelfall hinzustellen, die angeblich so raffiniert waren, dass sie jede Qualitätskontrolle passierten. Das Gegenteil ist wahr: die Relotionaden waren so primitiv, dass simple Zeit- und Ortsüberprüfungen (das A&O der journalistischen Qualitätskontrolle) ausgereicht hätten, die Lügengeschichten aufzudecken. All das ist nicht passiert, was den Verdacht nahelegt, dass es mit den internen Qualitätskontrollen in den Redaktionen nicht so weit her ist.

    Umgekehrt bekommt man als Medienkonsument Kommentare von Journalisten vorgesetzt, wo pauschaliert und verallgemeinert wird, dass man nur mit den Ohren schlackern kann. Hier eine kleine Kostprobe von Bettina Steiner aus der Presse:

    "Wir haben schon gegen die Macho-Kultur gekämpft, als ihr noch geglaubt habt, Frauen seien zu blöd für ein Studium und zu emotional, um an den Wahlurnen eine Entscheidung zu treffen. Wir haben euch erklärt, dass Vergewaltigung in der Ehe keine „private Angelegenheit“ ist, weil Gewalt nie privat ist, wir haben Frauenhäuser erbaut und Notrufnummern eingerichtet. Ihr dagegen habt diese Frauenhäuser als „Gefahr für die Ehe“ bezeichnet, gegen den von euch augenzwinkernd so genannten „Pograpsch“-Paragrafen gewettert – „testen“ werde doch erlaubt sein – und wenn ein Mann seine Frau und seine Kinder mit der Axt erschlagen hat, habt ihr von „Beziehungsdrama“ gesprochen. Überhaupt wart ihr ausnehmend verständnisvoll, wenn es um Übergriffe und Gewalt durch Männer ging."

    Man kann über diese undifferenzierte Philippika nur staunen. Über den zerzausten Ruf des Journalisten braucht man sich jedenfalls nicht zu wundern.

    • Wyatt
      21. Januar 2019 15:54

      ******
      ******
      ******
      ..........und eine Bettina Steiner darf ungestraft in der Presse pauschal gegen Männer hetzen? Aber doch nicht gegen Männer unter den Asylwerbern, weil die waren ja noch nicht da als "WIR" (Bettina mit Fereundinnen?) die Frauenhäuser gebaut haben.

    • Ausgebeuteter
      21. Januar 2019 19:44

      Ich nehme an, dass Bettina Steiner, wie auch Sybille Hamann, Robert Menasse u.a. vom Presse-CR Nowak gewünscht sind, um die Über-/Unparteilichkeit, Neutralität und Objektivität der Zeitung gegenüber den kritischen Lesern zu beweisen.

    • elfenzauberin
      21. Januar 2019 21:23

      @Ausgebeuteter
      Das mag so sein.
      Nur entspricht der Artikel von Bettina Steiner nicht einmal den niedrigsten Qualitätsanforderungen, er ist sozusagen ein journalistischer Totalschaden - und solche Artikel sind keineswegs Einzelfälle.
      Die Kronen Zeitung hat mittlerweile ausgewogenere Artikel zu bieten als Presse, Standard & Co. Das heißt nicht, dass die Kronen Zeitung so toll ist, sondern die anderen so schlecht.

  5. Ausgebeuteter
    21. Januar 2019 10:40

    Ist die sog. virtuelle Vierte Gewalt der Medien noch das, für was sie einmal bezeichnet wurde? Die Politik und Wirtschaft nützt die Möglichkeiten, durch Förderungen, Werbungen und Insersate die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sowie Zeitungen in ihrem Sinn zu beeinflussen. Damit hat diese vierte Gewalt stark an Kontrollfähigkeit eingebüßt.

    Erfreulicher Weise gibt es nun das offene Internet, welches folglich schon als Fünfte Gewalt bezeichnet wird. Den Machern in der Politik ist dies schon sehr unangenehm geworden, daher auch die Bemühungen, mit fadenscheinigen Argumenten dort eine Kontrolle zu übernehmen, wobei das Wort Zensur vermieden wird.

    Das AU-Tagebuch gehört auch zu dieser jüngeren Informations- und Beeinflussungsmöglichkeit. Aber wie lange geht dieser offene Meinumngsaustausch und manche Kritik noch ohne Sanktionen?

    • Wyatt
      21. Januar 2019 16:09

      *******
      …….jedoch die Mehrheit der Poster ist m. E. sicher nicht auf Beeinflussung sonder auf Richtig- und Klarstellung, wie Sachverhaltshinweise im "AU-Tagebuch" ausgerichtet.

    • Ausgebeuteter
      21. Januar 2019 19:40

      Doch Wyatt, hier hofft man doch auch, dass die Parteizentralen alles lesen und hoffentlich auch Konsequenzen ziehen. Wenn dies nicht so ist, dann wäre das AU-Tagebuch nur eine "Klagemauer".

    • Riese35
      21. Januar 2019 21:17

      >> "... dass die Parteizentralen alles lesen und hoffentlich auch Konsequenzen ziehen."

      Davon bin ich überzeugt, aber wahrscheinlich in einem anderen Sinne, als es viele meinen. Die passen sicher nicht an, was sie umsetzen wollen, sondern wie sie es bewerben sollen.

    • Ausgebeuteter
      22. Januar 2019 13:15

      Riese35
      Nach der Wahl ist auch vor der Wahl. Daher ist den Parteien die Vox populi nicht ganz egal. Aber ich gebe Ihnen recht, manchmal wird auch nur versucht, manche Sache "dem dummen Volk dann besser zu verkaufen".

    • Zraxl (kein Partner)
      23. Januar 2019 09:57

      Es gibt da ein kleines Problem: Die sogenannte "Vierte Gewalt" ist in keiner Weise demokratisch legitimiert, aber ungeheuer mächtig.

      Man soll die Medien nicht zu einer Hüterfunktion hochstilisieren, sondern sie als das nehmen was sie sind.
      * Die privaten Medien sind Wirtschaftsunternehmen, die ihr Geld mit Werbung, Erpressung von politischen Parteien, und in geringem Maß auch durch Verkauf von Informationen verdienen.
      * Die staatlichen Medien sind Institute zur Volkserziehung.

    • Ausgebeuteter
      23. Januar 2019 13:57

      Zraxl
      So ist es.





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