Wie war Weihnachten früher?

Einen Streifzug durch die Bräuche rund um das Weihnachtsfest unternimmt diese "Sendung mit dem Großvater". Was ist unverändert geblieben im Laufe der Zeiten? Was hat sich geändert? Wie war es in den Nachkriegszeiten der Armut? Welche Rolle spielen die Kirche und die Familie in dieser Zeit? Die Themen reichen vom Krampus bis zum Adventskalender.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorGerhard Pascher
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    26. Dezember 2014 17:15

    Natürlich wurde vor 50 und mehr Jahren das Weihnachtsfest etwas anders gefeiert. In den 50er-Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es noch den silbernen sowie den goldenen Einkaufssonntag, wo z.B. die innere Mariahilfer Straße zur Fußgängerzone erklärt wurde und Menschenmassen mit Paketen etc. aus den Kaufhäusern kamen.

    Am "Heiligen Abend" (24.12.) arbeitete man in allen Firmen - wenn dieser Tag nicht auf einen Sonntag fiel - im Rahmen der 48-Stunden-Woche bis Mittag. Auf Christbäume wurde damals wesentlich mehr Wert gelegt, wobei zum Schmücken neben den erwähnten "eingedrehten" Zuckerl und Windbäckerei auch Äpfel uns Orangen aufgehängt wurden. Natürlich gab es auch viel Lametta und Engelshaar zur Baumdekoration. Elektrische Kerzen gab es schon vereinzelt, diese wurden aber meist als "unnatürlich" abgelehnt. Ja und die Wunderkerzen waren auch schon erhältlich.

    Die Kirchen waren zur Christmette immer ganz voll. Da damals auch noch kein Weihnacht in der Ferne gefeiert wurde, gab es z.B. am Flughafen Schwechat sogar einen eingeschränkten Flugverkehr, um den Mitarbeitern Zeit für die Familie zu gewähren. An vielen Fenstern hat man auch brennende Kerzen aufgestellt, dies als Erinnerung, dass man Familienangehörige im vergangenen Krieg verloren hatte.
    In vielen Familien wurde die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel vorgelesen und auch dazu passende Kirchenlieder gesungen. Ich behaupte auch, dass sich früher viel mehr Leute als heute an den Grund dieses Festes (Jesu Geburt) erinnerten. Aus den USA kam damals schon der sinnvolle Spruch nach Europa: JESUS IS THE REASON FOR THIS SEASON.

    So ist mit das Weihnachtsfest vor 50 oder 60 Jahren in Erinnerung geblieben.

  2. Ausgezeichneter KommentatorUndine
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Dezember 2014 21:11

    Dieses nette Video weckt natürlich Erinnerungen an Weihnachten in der eigenen Kindheit! Weihnachten 1944---ich war eine Woche zuvor fünf Jahre alt geworden---bescherte mir ein Paar Schi. Der Haken an der Geschichte: Sie hatten keine Bindung---die war offenbar nirgends aufzutreiben. Also banden mir meine Eltern die Brettl mit einer Schnur an die Füße und so "fuhr" ich im Speisezimmer Runde um Runde auf dem Teppich um den Eßtisch herum. Sie bekamen zu meinem Leidwesen nie eine Bindung! Meine ersten Schi "erbte" ich mit 13 Jahren von einer befreundeten Familie.....

    Sobald ich lesen konnte---das war Weihnachten 1946 in der 1. Klasse(!!!) der Fall, bekam ich immer Bücher---zuvor gehörten sie meinem 13Jahre älteren Bruder!

    Aber bei diesem letzten Kriegs-Weihnachtsfest bekam ich etwas, was mir heute noch unendliche Freude macht: Eine PUPPENSTUBE! Meine Eltern haben sie selbst gemacht---sie ist so allerliebst, daß ich auch heute nicht aus dem Staunen herauskomme; mit wie viel Liebe, Geschick und gutem Geschmack bis ins kleinste Detail alles gemacht wurde---einfach unglaublich. Man möchte gleich selber einziehen, so gemütlich ist dieses Wunderwerk.

    Man soll's nicht glauben, aber für die winzige Tuchent (10x15!) war es meiner Mutter damals nicht möglich, ausreichend Stoff aufzutreiben---so nähte sie zwei verschiedene Stofffleckerl zusammen. Diese Not kann sich heute in unserer Überflußgesellschaft keiner mehr vorstellen!

    Als wir für einige Zeit aus der Wohnung mußten (ein paar Tage nach dem Zusammenbruch Mitte Mai 1945), weil sie von amerikan. Offizieren beschlagnahmt worden war, wurde leider viel Wertvolles "mitgenommen". Und mein Puppenzimmer war auch weg! Glücklicherweise fand es Mutter nach Wochen auf dem Dachboden. Entweder hatte es jemand zur Seite geschafft, um es als "Kriegsbeute" nach Amerika zu schicken, oder---und das will ich lieber glauben: Ein guter Mensch wollte es vor dem Plündern retten, einem Kind zuliebe!

    Dieses Puppenzimmer wurde einige Wochen nach Weihnachten weggeräumt---Kinderzimmer hatte damals so gut wie niemand!---und stand "alle Jahre wieder" auf dem Gabentisch, um einige Stücke erweitert: Herd, Kochgeschirr, Speisen, Besen.....

    Diese Taktik, eine Puppenstube, einen Kaufladen, eine Modelleisenbahn einige Zeit nach Weihnachten "verschwinden" zu lassen, um es---etwas "aufgepeppt" in den nächsten Jahren wieder zu schenken war damals weit verbreitet. Man freute sich als Kind immer wieder von neuem.


alle Kommentare

  1. Mauve (kein Partner)
    07. Februar 2015 14:02

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  2. Mukesh (kein Partner)
    19. Januar 2015 13:07

    Tja, das sind eben die wahren Weihnachts-Fans wobei die Wahl der Antworten ja einteglich nur jeweils eine zulassen. Aber Spadf hat`s trotzdem gemacht!

  3. Undine
    28. Dezember 2014 21:11

    Dieses nette Video weckt natürlich Erinnerungen an Weihnachten in der eigenen Kindheit! Weihnachten 1944---ich war eine Woche zuvor fünf Jahre alt geworden---bescherte mir ein Paar Schi. Der Haken an der Geschichte: Sie hatten keine Bindung---die war offenbar nirgends aufzutreiben. Also banden mir meine Eltern die Brettl mit einer Schnur an die Füße und so "fuhr" ich im Speisezimmer Runde um Runde auf dem Teppich um den Eßtisch herum. Sie bekamen zu meinem Leidwesen nie eine Bindung! Meine ersten Schi "erbte" ich mit 13 Jahren von einer befreundeten Familie.....

    Sobald ich lesen konnte---das war Weihnachten 1946 in der 1. Klasse(!!!) der Fall, bekam ich immer Bücher---zuvor gehörten sie meinem 13Jahre älteren Bruder!

    Aber bei diesem letzten Kriegs-Weihnachtsfest bekam ich etwas, was mir heute noch unendliche Freude macht: Eine PUPPENSTUBE! Meine Eltern haben sie selbst gemacht---sie ist so allerliebst, daß ich auch heute nicht aus dem Staunen herauskomme; mit wie viel Liebe, Geschick und gutem Geschmack bis ins kleinste Detail alles gemacht wurde---einfach unglaublich. Man möchte gleich selber einziehen, so gemütlich ist dieses Wunderwerk.

    Man soll's nicht glauben, aber für die winzige Tuchent (10x15!) war es meiner Mutter damals nicht möglich, ausreichend Stoff aufzutreiben---so nähte sie zwei verschiedene Stofffleckerl zusammen. Diese Not kann sich heute in unserer Überflußgesellschaft keiner mehr vorstellen!

    Als wir für einige Zeit aus der Wohnung mußten (ein paar Tage nach dem Zusammenbruch Mitte Mai 1945), weil sie von amerikan. Offizieren beschlagnahmt worden war, wurde leider viel Wertvolles "mitgenommen". Und mein Puppenzimmer war auch weg! Glücklicherweise fand es Mutter nach Wochen auf dem Dachboden. Entweder hatte es jemand zur Seite geschafft, um es als "Kriegsbeute" nach Amerika zu schicken, oder---und das will ich lieber glauben: Ein guter Mensch wollte es vor dem Plündern retten, einem Kind zuliebe!

    Dieses Puppenzimmer wurde einige Wochen nach Weihnachten weggeräumt---Kinderzimmer hatte damals so gut wie niemand!---und stand "alle Jahre wieder" auf dem Gabentisch, um einige Stücke erweitert: Herd, Kochgeschirr, Speisen, Besen.....

    Diese Taktik, eine Puppenstube, einen Kaufladen, eine Modelleisenbahn einige Zeit nach Weihnachten "verschwinden" zu lassen, um es---etwas "aufgepeppt" in den nächsten Jahren wieder zu schenken war damals weit verbreitet. Man freute sich als Kind immer wieder von neuem.

  4. Gerhard Pascher
    26. Dezember 2014 17:15

    Natürlich wurde vor 50 und mehr Jahren das Weihnachtsfest etwas anders gefeiert. In den 50er-Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es noch den silbernen sowie den goldenen Einkaufssonntag, wo z.B. die innere Mariahilfer Straße zur Fußgängerzone erklärt wurde und Menschenmassen mit Paketen etc. aus den Kaufhäusern kamen.

    Am "Heiligen Abend" (24.12.) arbeitete man in allen Firmen - wenn dieser Tag nicht auf einen Sonntag fiel - im Rahmen der 48-Stunden-Woche bis Mittag. Auf Christbäume wurde damals wesentlich mehr Wert gelegt, wobei zum Schmücken neben den erwähnten "eingedrehten" Zuckerl und Windbäckerei auch Äpfel uns Orangen aufgehängt wurden. Natürlich gab es auch viel Lametta und Engelshaar zur Baumdekoration. Elektrische Kerzen gab es schon vereinzelt, diese wurden aber meist als "unnatürlich" abgelehnt. Ja und die Wunderkerzen waren auch schon erhältlich.

    Die Kirchen waren zur Christmette immer ganz voll. Da damals auch noch kein Weihnacht in der Ferne gefeiert wurde, gab es z.B. am Flughafen Schwechat sogar einen eingeschränkten Flugverkehr, um den Mitarbeitern Zeit für die Familie zu gewähren. An vielen Fenstern hat man auch brennende Kerzen aufgestellt, dies als Erinnerung, dass man Familienangehörige im vergangenen Krieg verloren hatte.
    In vielen Familien wurde die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel vorgelesen und auch dazu passende Kirchenlieder gesungen. Ich behaupte auch, dass sich früher viel mehr Leute als heute an den Grund dieses Festes (Jesu Geburt) erinnerten. Aus den USA kam damals schon der sinnvolle Spruch nach Europa: JESUS IS THE REASON FOR THIS SEASON.

    So ist mit das Weihnachtsfest vor 50 oder 60 Jahren in Erinnerung geblieben.





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