Wien darf nicht Paris werden! – Planwirtschaft schafft Wohnungsnot

Kürzlich gefunden: „Freie Mieten würden bedeuten, dass dem Mietwucher legal Tür und Tor weiter geöffnet wird.“ Dreimal dürfen Sie raten, welch seltsamem Biotop der Schöpfer dieser skurrilen Behauptung entstammt. Nun, es handelt sich um die Zwangsvertretung österreichischer Arbeitnehmer – die Arbeiterkammer. Deren Präsident, der gelernte Kellner Rudolf Kaske, hat es offenbar auf die Verleihung des nächsten Wirtschaftsnobelpreises abgesehen.

Die Mieten sind ein Markt – dessen ist sich der brave Mann gewiss – nicht etwa ein Treffpunkt freier Akteure zwecks Tauschs von Waren und Dienstleistungen gegen Geld, sondern eine von ruchlosen Ausbeutern erfundene Veranstaltung zur Pauperisierung der proletarischen Massen. Wer etwas verkauft, also für etwas einen Preis verlangt, ist ein Wucherer. Wieder was dazugelernt.

Genosse Kaske hat sich bei seiner Wortmeldung, wie es seinem zurückhaltenden Naturell entspricht, stark gebremst, denn der zitierte Spruch wäre ja durchaus ausbaufähig. Etwa so: Freie Preise für Hemden und Hosen würden bedeuten, dass werktätige Menschen künftig nackt herumlaufen müssen. Und freie Preise für Butter und Brot würden bedeuten, dass nur noch Unternehmerschweine sich satt fressen können.

Daher, zu diesem Schluss zwingt die Logik des Geistesathleten von der mit Sicherheit überflüssigsten Organisation des Landes, muss der Staat dem gierigen Ausbeuterpack zeigen, wo im Politbüro der Bartel den Most holt. Im Fall der Mieten eben mit oktroyierten Obergrenzen, die möglichst niedrig zu sein haben. Am besten gepaart mit einer amtlichen Verpflichtung der Grundbesitzer zum beschleunigten Bau von Mietskasernen.

So sieht sie aus, die Traumwelt stalinistischen Zuschnitts: Die Weisen Führer der Partei dekretieren einen erwünschten Zustand – zum Beispiel schöne und billige Wohnungen für jedermann – und schwuppdiwupp, schon tritt dieser ein.

In Frankreich steht seit einiger Zeit ein ähnlich surrealistisches Stück auf dem Regierungsspielplan: Die Steinzeitsozialisten unter Francois Hollande haben es dort unternommen, die Marktgesetze für den Wohnbau abzuschaffen und rigide Mietpreisobergrenzen zu verordnen. Nun können sie nicht fassen, dass sich das gewünschte Ergebnis, nämlich massenhaft billigen Wohnraum zu schaffen, nicht einstellen will.

Ganz im Gegenteil. Dort sind die privaten Wohnbauaktivitäten unter den Händen der linken Gesellschaftsklempner auf ein Allzeit-Tief gesunken. Ein Lehrbeispiel dafür, was man besser nicht tut.

Da in der Wolle gefärbte Sozialisten ihrer Ideologie aber erkenntnisresistent und unbeirrbar bis ins Grab zu folgen pflegen, schicken sich die klassenkampferprobten Genossen in Österreich an, dem französischen Vorbild eisern nachzueifern. Man kann sich im Land der Hämmer jetzt schon ausmalen, was passieren wird, wenn der allsorgende Staat es unternimmt, noch engagierter in den Wohnungsmarkt hineinzuregieren, als das jetzt schon der Fall ist.

Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Das blieb schon Wladimir Iljitsch Uljanow nicht verborgen. Wer etwa Mindestlöhne festsetzt und damit Geringqualifizierte aus der bezahlten Werktätigkeit drängt, produziert Arbeitslose. Wer Höchsttarife (wofür auch immer) festlegt, erntet einen Angebotsmangel und Warteschlangen. Das ist so sicher wie die Wirkung der Schwerkraft.

Es gilt für Lebensmittelläden in Kuba so gut wie für Wohnungsämter in Paris, Berlin und Wien. Denn einen privaten Investor müsste ja der Teufel reiten, sein Geld in Projekte zu stecken, die ihm nichts als Verluste eintragen! Warum wohl stürzen sich hierzulande Geldgeber und Baugesellschaften seit Jahr und Tag mit größter Vehemenz auf die Errichtung von Gewerbeobjekten und vernachlässigen die Errichtung von Mietwohnungen? Ganz einfach, weil bereits jetzt – dank einer extrem eigentümerfeindlichen Mietgesetzgebung im rosaroten Traumland – mit Wohnungsvermietung nichts mehr zu verdienen ist. Von linker Ideologie gesteuerte Irrläufer, die private Eigentumsrechte unentwegt mit Füßen treten, sind daher – allen gegenteiligen Behauptungen zum Trotz – die schlimmsten Feinde der Wohnungssuchenden.

Das aktuelle Ereignis einer spektakulären Hausräumungsaktion in einem Wiener Glasscherbenviertel, ist das unübersehbare Symptom einer verfehlten Mietgesetzgebung: Wenn Hausbesitzer und Vermieter so stark entrechtet werden, wie das hierzulande geschehen ist, kann es eben passieren, dass sie gelegentlich auf ein wenig rustikale Methoden verfallen, um wieder Herr über ihr Eigentum zu werden. Im vorliegenden Fall habe der Hausbesitzer – so wird von der rotgrünen Gemeinde Wien behauptet, ohne dafür einen Beweis vorzulegen – ein paar Punker in dem Objekt wohnen lassen, um die übrigen Mieter hinauszuekeln. Letztlich gab es einen gerichtlichen Räumungsbeschluss, der gegen diese Punker durchgesetzt wurde. Die rotgrünen Feinde des Privatrechts trachten diesen Fall nun prompt dazu zu nutzen, das Mietrecht noch weiter zu Lasten der Hausbesitzer zu verbiegen – was dem Angebot an Mietwohnungen ganz sicher gewaltig auf die Sprünge helfen wird.

Wenn AK-Kapo Kaske wörtlich meint „Wir brauchen klare Mietobergrenzen“ und „Wohnen muss billiger werden“ (schließlich wird unter unserem roten Kanzler ja auch alles andere laufend billiger!), so wandelt er damit auf den Spuren seiner französischen Genossen. Sollte es ihm allerdings darum gehen, das Angebot an erschwinglichen Mietwohnungen zu erhöhen, ist das wohl das Allerletzte, was er tun sollte. Denn nur wer positive Anreize schafft, in den Wohnbau zu investieren, wird sich eines – auch im Sinne der Nachfrageseite – funktionierenden Wohnungsmarkts erfreuen. Derlei komplizierte Überlegungen dürften das Denkvermögen eines Mitglieds des roten Parteiadels indes bei Weitem überfordern…

Andreas Tögel, Jahrgang 1957, ist Kaufmann in Wien.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorsimplicissimus
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    08. August 2014 07:23

    ... und bitte nicht auf behindertengerechten Zugang zu JEDER Wohnung zu vergessen!

    Das wird das Wohnen noch viel billiger machen.

  2. Ausgezeichneter KommentatorMilchmädchen-Mann
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    08. August 2014 11:22

    Funktioniert doch eh wunderbar.

    Erstens: Man reduziere durch Tarifvorgaben, bürokratischen Aufwand und Steuerlast die privaten Investitionen in Wohnungen und damit das Angebot. Der Markt wird ausgeschaltet.
    Zweitens: Man stelle daraufhin ein "Versagen des Marktes" fest, das natürlich eine staatliche Intervention notwendig macht, weil Wohnen ja ein Grundrecht ist.
    Drittens: Man intensiviere den staatlichen Wohnbau, wo also Politiker viele Aufträge und Billigwohnungen an Günstlinge zu vergeben haben.
    Viertens: Man erhöhe die Steuern, Bürokratie und Tarifvorgaben für private Anbieter, weil die ja den Markt ruiniert haben und der staatliche Wohnbau durch irgendwas finanziert werden muss (durch Mieten geht das ja wegen all den Regulierungen nicht).

  3. Ausgezeichneter Kommentatorsocrates
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    08. August 2014 13:45

    Zu den unausgesprochenen Tatsachen, die jeder weiß, gehört daß man mit Migranten der Unterschicht, Punkern, Tschetschenen, gewaltbereiten Menschen aller Art ein Haus räumen kann. Meine Schwägerin ist deshalb von Manhatten weggezogen, das nicht in Wien liegt.
    Wenn ein Haus gekauft wird und die Mieter mit Gewaltmethoden zum Ausziehen gebracht werden, ist das kriminell. Ein Haus auf der inneren Mariahilferstrasse, in dem u.a. ein Freßlokal ist, wird laufend von solchen Methoden geplagt. Gaschützt von der roten Mietervereinigung verkaufen die Besitzer an den nächsten Gauner und der versucht erneut sein Glück. Auskaufen der Mieter mit Ersatzwohnungen will niemand.
    Die Pizzeria wurde von Profis im Mieterverjagen gekauft und das gehört gestoppt.

  4. Ausgezeichneter Kommentatorterbuan
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    08. August 2014 08:43

    Der nächste Schritt in der "stalinistischen Marktwirtschaft" wird dann die Zwangseinweisung von "Bedürftigen" in leerstehende Wohnungen sein!

  5. Ausgezeichneter KommentatorGerhard Pascher
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    08. August 2014 18:46

    Ich wiederhole mich hier:
    Die Gewerkschaften haben heutzutage enorme Schwierigkeiten, ihre Notwendigkeit und Existenz der Mitgliedern gegenüber zu begründen. Daher kommen solche kämpferischen Parolen (wie eben auch die Unterschriftenaktion für Steuerermäßigung) auf uns zu um zu beweisen: "Uns gibt es auch noch".

    Was ist eigentlich mit Franz Verzetnitsch geschehen, welcher manchen Mist vor seinem schnellen ÖGB-Abgang machte? Keine Ermittlungen, Anklagen oder Verurteilungen?

    In der Vergangenheit gab es viele Arbeitnehmer, welche zum Beitritt der zweiten Arbeitnehmervertretung (die AK ist ja die offizielle und gesetzliche, wo jeder - versteckt unter den Sozialversicherungsabgaben - seinen Obulus leisten muß) gezwungen wurden. Besonders bei ÖBB, Post, der verstaatlichten Industrie, bei den Lehrern usw. musste man sich "organisieren" lassen. Ist dies immer noch so?

    Nebenbei hat die AK eine enorme "Kriegskasse" angehäuft, über deren Höhe kaum etwas nach außen gelangt. Warum muß ich eigentlich als Pensionist auch diese Zwangsabgabe leisten? Mit jeder Erhöhung des persönlichen Einkommens bzw. der Höchstbemessungsgrundlage bekommt die AK automatisch mehr Geld. Toll, oder?

  6. Ausgezeichneter Kommentatordssm
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    08. August 2014 13:02

    Da greife ich mir jetzt das Wort „Privatrecht“ heraus. Genau hier müssen die grün/sozialistischen Funktionäre ansetzen um die Gesellschaft aus Privateigentümern zu zerstören. Bekanntlich kann der Staat alles besser, kostengünstiger und gerechter als die freie Marktwirtschaft. Gestern die Zinsen, heute also bei den Mieten, morgen beim Brot und übermorgen ist jeder Preis reguliert. Privatrecht gilt nichts, wenn es dem Staat (wer immer das sein soll) nicht passt.

  7. Ausgezeichneter KommentatorWolfgang Bauer
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    08. August 2014 13:05

    "Denn einen privaten Investor müsste ja der Teufel reiten, sein Geld in Projekte zu stecken, die ihm nichts als Verluste eintragen!"

    ...Weil es dann eben eine (steuerliche) Liebhaberei ist. Und für solche gibt man doch gern sein Geld aus. Also alles logisch im System...

    Übrigens: Gratuliere zum zündenden Text, inhaltlich und sprachlich!


alle Kommentare

  1. Daisy (kein Partner)
    07. Februar 2015 18:00

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    19. Januar 2015 12:58

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  5. Gerhard Pascher
    08. August 2014 18:46

    Ich wiederhole mich hier:
    Die Gewerkschaften haben heutzutage enorme Schwierigkeiten, ihre Notwendigkeit und Existenz der Mitgliedern gegenüber zu begründen. Daher kommen solche kämpferischen Parolen (wie eben auch die Unterschriftenaktion für Steuerermäßigung) auf uns zu um zu beweisen: "Uns gibt es auch noch".

    Was ist eigentlich mit Franz Verzetnitsch geschehen, welcher manchen Mist vor seinem schnellen ÖGB-Abgang machte? Keine Ermittlungen, Anklagen oder Verurteilungen?

    In der Vergangenheit gab es viele Arbeitnehmer, welche zum Beitritt der zweiten Arbeitnehmervertretung (die AK ist ja die offizielle und gesetzliche, wo jeder - versteckt unter den Sozialversicherungsabgaben - seinen Obulus leisten muß) gezwungen wurden. Besonders bei ÖBB, Post, der verstaatlichten Industrie, bei den Lehrern usw. musste man sich "organisieren" lassen. Ist dies immer noch so?

    Nebenbei hat die AK eine enorme "Kriegskasse" angehäuft, über deren Höhe kaum etwas nach außen gelangt. Warum muß ich eigentlich als Pensionist auch diese Zwangsabgabe leisten? Mit jeder Erhöhung des persönlichen Einkommens bzw. der Höchstbemessungsgrundlage bekommt die AK automatisch mehr Geld. Toll, oder?

  6. socrates
    08. August 2014 13:45

    Zu den unausgesprochenen Tatsachen, die jeder weiß, gehört daß man mit Migranten der Unterschicht, Punkern, Tschetschenen, gewaltbereiten Menschen aller Art ein Haus räumen kann. Meine Schwägerin ist deshalb von Manhatten weggezogen, das nicht in Wien liegt.
    Wenn ein Haus gekauft wird und die Mieter mit Gewaltmethoden zum Ausziehen gebracht werden, ist das kriminell. Ein Haus auf der inneren Mariahilferstrasse, in dem u.a. ein Freßlokal ist, wird laufend von solchen Methoden geplagt. Gaschützt von der roten Mietervereinigung verkaufen die Besitzer an den nächsten Gauner und der versucht erneut sein Glück. Auskaufen der Mieter mit Ersatzwohnungen will niemand.
    Die Pizzeria wurde von Profis im Mieterverjagen gekauft und das gehört gestoppt.

  7. Wolfgang Bauer
    08. August 2014 13:05

    "Denn einen privaten Investor müsste ja der Teufel reiten, sein Geld in Projekte zu stecken, die ihm nichts als Verluste eintragen!"

    ...Weil es dann eben eine (steuerliche) Liebhaberei ist. Und für solche gibt man doch gern sein Geld aus. Also alles logisch im System...

    Übrigens: Gratuliere zum zündenden Text, inhaltlich und sprachlich!

  8. dssm
    08. August 2014 13:02

    Da greife ich mir jetzt das Wort „Privatrecht“ heraus. Genau hier müssen die grün/sozialistischen Funktionäre ansetzen um die Gesellschaft aus Privateigentümern zu zerstören. Bekanntlich kann der Staat alles besser, kostengünstiger und gerechter als die freie Marktwirtschaft. Gestern die Zinsen, heute also bei den Mieten, morgen beim Brot und übermorgen ist jeder Preis reguliert. Privatrecht gilt nichts, wenn es dem Staat (wer immer das sein soll) nicht passt.

  9. Milchmädchen-Mann
    08. August 2014 11:22

    Funktioniert doch eh wunderbar.

    Erstens: Man reduziere durch Tarifvorgaben, bürokratischen Aufwand und Steuerlast die privaten Investitionen in Wohnungen und damit das Angebot. Der Markt wird ausgeschaltet.
    Zweitens: Man stelle daraufhin ein "Versagen des Marktes" fest, das natürlich eine staatliche Intervention notwendig macht, weil Wohnen ja ein Grundrecht ist.
    Drittens: Man intensiviere den staatlichen Wohnbau, wo also Politiker viele Aufträge und Billigwohnungen an Günstlinge zu vergeben haben.
    Viertens: Man erhöhe die Steuern, Bürokratie und Tarifvorgaben für private Anbieter, weil die ja den Markt ruiniert haben und der staatliche Wohnbau durch irgendwas finanziert werden muss (durch Mieten geht das ja wegen all den Regulierungen nicht).

  10. terbuan
    08. August 2014 08:43

    Der nächste Schritt in der "stalinistischen Marktwirtschaft" wird dann die Zwangseinweisung von "Bedürftigen" in leerstehende Wohnungen sein!

  11. simplicissimus
    08. August 2014 07:23

    ... und bitte nicht auf behindertengerechten Zugang zu JEDER Wohnung zu vergessen!

    Das wird das Wohnen noch viel billiger machen.





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