Plädoyer für eine Renaissance der Freiheit

Neofeudale und korporatistische Systeme mit oligarchischen und höfischen Strukturen sollten weder als liberaler Rechtsstaat noch als Marktwirtschaft bezeichnet werden. In antiwettbewerbsföderalen Staaten reicht die Macht der Nomenklatura von oligarchisch strukturierten Partei- und Verbändeapparaten in alle "Gewalten" und bis in die kleinsten Siedlungen.

Zahlreiche servile Untertanen pflegen eine freiwillige Knechtschaft und einen vorauseilenden Gehorsam gegenüber Funktionären und Bürokraten. Der Staat wird von Sonder- und Regional-Interessengruppen instrumentalisiert. Im paternalistischen Versorgungsstaat auf Pump ist eine Umsetzung von Ideen der Aufklärung nicht zu erwarten.

Bevormundung und Fürsorge dominieren in den Wählerbestechungsprogrammen. Immer mehr Zwangsumverteilung tritt an die Stelle von Freiheit, von Eigenverantwortung und von Wettbewerb. In der europäischen Günstlingswirtschaftsordnung freuen sich die Profiteure der Geldentwertung und der Zinsmanipulation über die zunehmende Staats- und Staatenverbundsgläubigkeit sowie über eine immer größere Wertschätzung von Planung, Bürokratie, Regulierung und Interventionismus.

Die Geldpolitik ist zu einem Instrument der Strukturkonservierung und der Verringerung der Freiheit der Bürger geworden. Sie höhlt die Reste des liberalen Rechtsstaates und einer wettbewerbsorientierten Marktwirtschaft aus und dient der Macht des Staates und supranationaler Institutionen.

Politische Mehrheitsentscheidungen im EZB-Rat verändern die Realverfassungen der Mitgliedsstaaten der Enteignungs- und Zwangsumverteilungs-Union. Die geldpolitischen Interventionskaskaden und der politische Moralismus (der Bewusstseinsbildungsindustrie), der einen Ersatz des Rechts durch die ("richtige") Moral anstrebt, sind Elemente einer Zivilisationsrevolution und Mittel zur Verringerung des Privateigentums.

Die antikapitalistische Geldpolitik, die Angstpolitik und die Politik der neojakobinischen Öko-Realsozialisten (in mehreren Parteien) mit ihren zahlreichen Eingriffen in Freiheitsrechte/Rechte von Privateigentümern führen zum Abschied von den Resten eines liberalen Rechtsstaates und der Marktwirtschaft. Sie fördern den "Weg zur Knechtschaft".

Schon Alexis de Tocqueville (1805-1859) forderte eine Achtung des Rechts und warnte vor der "Liebe zur Gleichheit in der Knechtschaft" sowie vor einer Servilität gegenüber der fürsorglichen und bevormundenden Macht des Staates, die mit einer "Entmündigung des einzelnen Menschen" verbunden ist.

Die Entmachtung der Bürger schreitet voran. Wir benötigen wieder mehr Vertrauen in die individuelle Freiheit unter dem Recht.

Tocqueville plädierte für eine Renaissance der (Idee der) Freiheit. Er betonte den Wert der Freiheit sowie der "Ungleichheit in der Freiheit" und ermahnte zu Selbstverantwortung und zu bürgerlichem Engagement. Der supranationale und der staatliche Interventionismus bewirken Freiheitsverluste.

Die Bürger sollten sich nicht davor fürchten, als freie und eigenverantwortliche Menschen zu irren und Fehler zu machen. Die Freiheit ist nicht nur mit Risiken, sondern auch mit Chancen und mit Lernprozessen (im Wettbewerb) verbunden.
Haben wir doch die Lust und den Mut, frei zu sein! Eine marktwirtschaftliche Bildung fördert die Sehnsucht nach Freiheit!

Josef Stargl ist AHS-Lehrer in Ruhe und ein Freund der Freiheit.

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alle Kommentare

  1. Rupert Wenger

    Gratuliere Herr Stargl!
    Habe nur ein Problem mit Ihren Ausführungen:
    "Im paternalistischen Versorgungsstaat auf Pump ist eine Umsetzung von Ideen der Aufklärung nicht zu erwarten." Diese Aussage bedeutet wohl, dass das bestehende System des paternalistischen Versorgungsstaates auf Pump mit politischen Mitteln nicht mehr reformierbar ist. Das ist zwar insgeheim auch meine Sorge, aber meinen Kindern wünsche ich eine weiterhin friedliche Entwicklung. Die Frage, wie verändern wir unser Land auf friedlichem Weg, quält mich schon lange. In Österreich fehlt schon auf Grund von Bildungsmängeln das Problembewusstsein. Wer kennt hier schon Tocqueville?



  2. Konrad Hoelderlynck

    Die meisten Leute sind stolz auf ihre Gehorsamkeiten ...



  3. unbedeutend (kein Partner)

    Freiheit:
    Schluss mit dem Maskenball!
    Schluss mit dem ständigen Druck, seine Gesundheit durch irgendwelche mangelhaften Tests beweisen zu müssen!
    Schluss mit dem Drängenzu abtreibungsverseuchten hochriskanten Genbehandlungen!
    Das betrifft nur die äußere Freiheit.
    Die innere Freiheit kann uns erfreulicherweise kein Politiker rauben. Die bekommen wir nur von Gott geschenkt.
    "Wer die Sünde tut, ist Sklave der Sünde. ... Wenn euch also der Sohn befreit, dann seid ihr wirklich frei." Johannes 8,34.36
    Gerade weil Politiker diese wahre Freiheit verworfen haben, haben sie den Drang, die Menschen zu versklaven und zu drangsalieren.



  4. https://tinyurl.com/m5dmuw4w (kein Partner)

    Bekanntlich wurde bei uns kürzlich ein Zahnarzt verurteilt, weil man ihm unterstellt hatte, er würde den Holocaust verharmlosen.
    Da er diesen in Zusammenhang mit Aspekten der Covid-Politik gebracht haben soll.
    Er hat das übrigens vor Gericht zurückgewiesen und sich von solchen Aussagen distanziert - verurteilt wurde er dennoch.

    Von der Aufdeckerplattform Project Veritas, USA.
    Ein hochrangiger Angestellter der Behörde FDA: "die Schwarzen muss man mit Blasrohrpfeilen impfen." ... "Für die Ungeimpften sind Listen zur Registrierung geplant - wie in Nazi-Deutschland" und weiter "Stellen Sie sich das wie eine Art Judenstern vor."



    • Sandokan (kein Partner)

      Soviel zur geistigen Kultur innerhalb der weltweit wichtigsten westlichen Gesundheitsbehörde.

      Deren Vorgaben und Entscheidungen auch immer wieder Vorbildwirkung für unsere Behörden und Gesundheitspolitiker haben.

  5. Sandokan (kein Partner)

    YOU will own nothing, but you will be happy... or else!



  6. https://tinyurl.com/w2wyp6hy (kein Partner)

    Von Austria bis Australia erlebt man allerdings gerade das Gegenteil von Freiheit.

    Freiheit muss man sich immer nehmen.
    Oder so sie von anderen bereits erkämpft wurde auch verteidigen.



  7. Zraxl (kein Partner)

    Eine Renaissance der Freiheit? Ja, schön wär's.
    Ich sehe eher eine Reminiszenz an die Freiheit.



  8. La la land (kein Partner)

    Freiheit würde mit dem Ruf beginnen:
    DIE MASKEN NIEDER!



  9. pressburger

    Das Plädoyer für Freiheit ist eine gute Sache. Aber, wer interessiert sich schon für Freiheit. Zuerst kommt das Fressen.
    Freiheit kommt in den Wertvorstellungen der meisten Mitmenschen gar nicht vor. Die Überzeugung, Freiheit ist ein Geschenk von oben, dass jederzeit weggenommen werden kann, ist ein integraler Bestandteil der Neuen Normalität geworden.
    Friedrich August von Hayek, hat prophetisch bereits 1945 vorausgesagt, die Gesellschaft würde den weg in die Knechtschaft der Freiheit vorziehen. Der Knecht lebt in einer vermeintlichen Sicherheit, ohne sich entscheiden zu müssen.
    Der freie Mensch, z.B. der Nicht-Geimpfte, setzt sich den Unwägbarkeiten und Risiken aus.
    Die Fabel vom dicken Hofhund und dem dürren Wolf. Der Hofhund hat eine Kette um den Hals.



  10. elokrat

    Hochwertiger Beitrag und erfreulich zu lesen, besonders im Vergleich zum heutigen extrem schwachen und beleidigenden Beitrag von Andreas Unterberger.
    Besten Dank!



  11. John

    Danke, großartig“







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