Linke Institutsleitung an der Uni Wien lässt Studenten in der Vorlesung bespitzeln

Lesezeit: 2:30

Universitäten waren bereits seit dem Mittelalter sowohl Orte der objektiven und unparteiischen Wissensvermittlung als auch der Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden. So machte mich, als Studentin des Faches Geschichte an der Universität Wien, eine Erfahrung kurz vor den allgemeinen Covid-19 bedingten Ausgangssperren sprachlos.

Ich besuchte eine Vorlesung des Historikers Lothar Höbelt, dessen Vorlesungen schon seit Wochen von linken Studenten massiv gestört wurden. Anlass der Protestaktionen war ein Vortrag, den der außerordentliche Professor bei der "Herbstakademie" des Freiheitlichen Akademikerverbandes Steiermark hatte halten sollen.

Ich saß also in der Vorlesung, als ein Fotograf in den Hörsaal trat, sich vorne neben die Tafel stellte und begann, Fotos der anwesenden Studenten der Vorlesung anzufertigen. Ich rief ihm zu, er solle das bitte lassen, der Fotograf lachte jedoch nur und fotografierte weiter.

Als ich einige Tage später im Internet die Zeitungsmeldungen zu den Ereignissen in der Vorlesung von Professor Höbelt las, stieß ich unerwarteterweise auf eine Homepage mit dem Titel "www.presse-service.at". Diese Internetseite enthielt sämtliche Fotos, die der Fotograf von den Hörern der Vorlesung gemacht hatte. Unter jedem Foto befand sich die Bezeichnung "Rechtsextreme Identitäre". Die Hörer dieser Lehrveranstaltung wurden also als rechtsextreme Identitäre denunziert, offenbar aus dem einzigen Grund, weil sie eine Vorlesung von Lothar Höbelt besucht haben. Wobei bei der Bezeichnung nicht klar war, wer von den abgebildeten Studenten nun konkret "rechtsextremer Identitärer" war. Dies durfte sich der geneigte, oder weniger geneigte Begutachter der Fotos aussuchen. Über ein Impressum verfügte diese Homepage nicht. Diese Internetseite existiert übrigens immer noch.

Mehrere Tage später besuchte ich die Homepage des Institutes für Geschichte der Universität Wien, weil ich mich wegen eines Prüfungstermins informieren wollte. Auf der Internetseite des Instituts befand sich eine, eindeutig Partei der linken Demonstranten ergreifende Stellungnahme zu den Vorkommnissen in den Vorlesungen von Prof. Höbelt.

Höchst interessanterweise befand sich bei dieser Stellungnahme des Instituts ein Link, der zu genau oben beschriebener Internetseite, "www.presse-service.at" mit den illegal aufgenommenen Fotos und ohne Impressum führte (Illegal, weil nicht das Einverständnis der fotografierten Hörer eingeholt wurde und die gemachten Fotos mit der Bezeichnung "Rechtsextreme Identitäre" öffentlich präsentiert wurden.) Anscheinend ist es üblich, dass Hörer von Lehrveranstaltungen von unbekannten Journalisten fotografiert werden, diese Fotos ins Internet gestellt und die darauf abgebildeten Hörer wahllose als rechtsextrem denunziert werden. Und all das in Vereinbarung mit der Institutsleitung des Instituts für Geschichte der Universität Wien.

Ob einer derart politisch agierenden und vermutlich auch gegen das Medienrecht verstoßenden Institutsleitung die Objektivität der Wissenschaft und ihr Anspruch, unparteiisch zu handeln, zuzutrauen ist, bleibt fraglich.

P.S. Meine Frage an Prof. Höbelt, ob er denn bemerkt hätte, dass wir fotografiert worden waren, bejahte er und sagte dazu, er wäre vor einiger Zeit von einem Mitarbeiter des Rektors gefragt worden, ob er etwas dagegen hätte, wenn man in seiner Vorlesung fotografiere. Die weitere Frage, die sich dabei stellt, lautet also, weiß der Rektor der Universität Wien selbst von der Bespitzelung der eigenen Studenten...?!

Hanna Schneider ist Geschichtsstudentin, die aus Sicherheitsgründen unter anderem Namen schreibt.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorglockenblumen
    12x Ausgezeichneter Kommentar
    18. Mai 2020 10:13

    Danke für den Bericht!!
    Die unfaßbare Dreistigkeit, daß gerade diese Spitzel und Denunzianten aber so gar keine Hemmung haben, genau diese zu recht verpönten Nazi-Methoden anzuwenden, spricht Bände. Vor allem da auch Hitler ein Linker war. "haltet den Dieb" - die Parole der Linken! :-(

    die Verweise dazu:

    https://www.welt.de/geschichte/article191925515/Raeterepublik-1919-Hitlers-politische-Karriere-begann-im-Linksextremismus.html

    https://ze.tt/warum-es-nicht-strafbar-ist-mit-einem-goebbels-zitat-durch-dresden-zu-marschieren/

  2. Ausgezeichneter KommentatorPeter Pan
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    18. Mai 2020 10:07

    Und warum wird hier die Staatsanwaltschaft nicht tätig, wegen Verletzung des Datenschutzes bzw. Recht aufs eigene Bild?
    Ist unser Land schon so linksversifft, daß diese Zustände zur Normalität gehören?

  3. Ausgezeichneter KommentatorKyrios Doulos
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    18. Mai 2020 21:20

    Das sind die klassischen Zeichen einer Diktatur. Wem gehört das Wissenschaftsressort? Der ÖVP. Wem "gehört" die ÖVP? Kurz. Heute vor 1 Jahr wurde er Putschkanzler. Die Kriminellen an der Uni fühlen sich geschützt, weil sie von höherer Stelle geschützt sind. Kurz und Faßmann wissen genau, was läuft. Sie finden den Herrn Prof. H. "widerlich", nicht die Stasi- und die GESTAPO-Nachahmer.

  4. Ausgezeichneter KommentatorOMalley
    7x Ausgezeichneter Kommentar
  5. Ausgezeichneter KommentatorPeter Kurz
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    18. Mai 2020 15:30

    In den Pfarrbriefen dürfen keine Fotos von Firmungen und der Erstkommunion mehr abgedruckt werden.
    Aber linke Spitzel und Denunzianten stehen über jedem Gesetz.

  6. Ausgezeichneter KommentatorPolestar
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    18. Mai 2020 14:14

    Erschreckend:
    Bei den vermeitlich Guten sind die Gesichter verpixelt. Die übrigen werden an den Pranger gestellt.
    Habe einen Bericht aus Deutschland gelesen, wo dies mit AFD-Sympatisanten auch so gemacht wird.
    Nächster Schritt ist, dass die "Zivilgesellschaft" dafür sorgen soll, die unliebsamen Demoteilnehmer, etc. gesellschaftlich zu ächten. Durch Druck auf den Arbeitgeber, etc.
    Ich kann nur empfehlen, dagegen Rechtsmittel einzulegen.

  7. Ausgezeichneter Kommentatorpressburger
    5x Ausgezeichneter Kommentar

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorZraxl
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    20. Mai 2020 09:46

    Das riecht mindestens nach einer Verletzung der Datenschutz-Grundverordnung. Insbesondere ist dabei auch die politische Gesinnung aufgezeichnet worden (völlig egal ob die Aufzeichnung richtig ist oder nicht), wovon auch besonders geschützte Daten nach Artikel 9 betroffen sind.

    Bitte wenden Sie sich vertrauensvoll an die Datenschutzbehörde, denn sich um solche Fälle zu kümmern ist ja angeblich ihr Lebenszweck. Der Strafrahmen ist 20M€.

    Unter "whois.net" findet man übrigens, auf wen die Seite "presse-service.at" registriert ist.

    Bitte konsultieren Sie einen Anwalt um Schadenersatzansprüche geltend zu machen.


alle Kommentare

  1. Ergänzung (kein Partner)
    30. Mai 2020 10:30

    Zur Info: Oberster Datenschützer der Republik ist Dietmar Mühlböck. Ein fanatischer Transatlikfa-Anhänger, der keine Meinungen duldet.

  2. fewe (kein Partner)
    26. Mai 2020 06:31

    Das sind ja Zustände wie in der früheren Sowjetunion oder anderen Unrechtsregimen. In einem demokratischen Rechtsstaat wäre das nicht möglich. Das ist das selbe Gesindel, mit dem Hitler das Dritte Reich aufgebaut hat.

  3. monofavoriten (kein Partner)
    20. Mai 2020 16:56

    Ich habe versucht, herauszufinden, wem die Domain gehört, bekam allerdings folgende Auskunft auf ionos who-is domainabfrage:

    Whois Ergebnisse zu Ihrer Domain

    Aktueller Besitzer

    Aus rechtlichen Gründen, können die Whois Informationen Ihrer angefragten Domain nicht angezeigt werden.

    Brauchen Sie weitere Informationen zur Domain? Klicken Sie hier um die vollständigen Whois Informationen zu erhalten. Wenn Sie eine neue Whois Überprüfung wünschen, klicken Sie hier.

    • fewe (kein Partner)
      26. Mai 2020 07:04

      Das sind vorgebliche Journalisten, die sich tatsächlich unter diesem Vorwand einschleichen. Linientreue "Journalisten" gab es auch bei den Nazis. Die bekommen dann Preise für ihre "wertvolle" Arbeit.

  4. Crusader (kein Partner)
    20. Mai 2020 11:12

    "Und warum wird hier die Staatsanwaltschaft nicht tätig..."
    Vielleicht weil keiner Anzeige erstattet hat...??
    Der Artikel hier ist zwar schön und gut, aber wer sich nicht entsprechend wehrt, wir von mir kein Mitleid bekommen! Wer immer noch nicht verstanden hat, das alleiniges Sudern nichts bringt, sondern NUR entsprechende Maßnamen im gesetzlichem Rahmen, dem ist nicht zu helfen.........

  5. Zraxl (kein Partner)
    20. Mai 2020 09:46

    Das riecht mindestens nach einer Verletzung der Datenschutz-Grundverordnung. Insbesondere ist dabei auch die politische Gesinnung aufgezeichnet worden (völlig egal ob die Aufzeichnung richtig ist oder nicht), wovon auch besonders geschützte Daten nach Artikel 9 betroffen sind.

    Bitte wenden Sie sich vertrauensvoll an die Datenschutzbehörde, denn sich um solche Fälle zu kümmern ist ja angeblich ihr Lebenszweck. Der Strafrahmen ist 20M€.

    Unter "whois.net" findet man übrigens, auf wen die Seite "presse-service.at" registriert ist.

    Bitte konsultieren Sie einen Anwalt um Schadenersatzansprüche geltend zu machen.

  6. Matthias (kein Partner)
    19. Mai 2020 20:18

    Mein Tipp: In Zukunft solche Vorlesungen nur mehr mit Mund-Nasenschutz besuchen. Aus Angst vor Corona bzw. anderen Viren, die nach Corona kommen ;)

  7. Kyrios Doulos
    19. Mai 2020 08:11

    Da sich beide im Machtbereich der neuen ÖVP mit Kurz und Minister Faßmann befinden, empfehle ich unbedingt zu lesen, was unser Blogmaster gestern online gestellt hat:

    https://www.andreas-unterberger.at/2020/05/linke-institutsleitung-an-der-uni-wien-lsst-studenten-in-der-vorlesung-bespitzeln/

    Ein Kontinuum gibt es immer unter der ÖVP-Führung: Unis und Schulen sins SOZIALISTISCHE Indoktrinierungs-Institute mit einer linksextremen ÖVP-geführten Leherer*INNEN-Gewerkschaft.

    Durchgehendes Gendern aller Lehrerinnen und Lehrer und Schülerinnen und Schüler und Elternvertreterinnen und Elternvertreter und eben die expizite und nichtlinke Menschen diskriminierende Kompetenzen und das Hinunternivellieren der Bildung, damit nur ja die Statistik der Politiker*INNEN stimmt und wir viele Maturantinnen und Maturanten und Akademikerinnen und Akademiker produzieren, die dann außer Gendern nicht viel wissen und können, zumindest im internationalen Wettbewerb (Schweiz in der Nähe, asiat. Länder in der Ferne) garantiert nicht mithalten können.

    Diese bürokratischen und formalistischen Schikanen, von denen Unterberger erzählt, sind überall üblich, wo autoritäre UND dumme Menschen an der Macht sind. Das ist auch in schlecht geführten Unternehmen so. Und wer je beim Bundesheer war, weiß, wie man einen guten KOmmandanten von einem schlechten, schwachen unterscheidet. Der schwache ist exakt so wie die Leute, die jetzt die Schulen schikanieren.

    Lauter zipfende und sinnlose und anstrengende Befehle, die auch dadurch gekennzeichnet sind, daß sie von Autoritätskomplexlern in den Schulbehörden sehr leicht, nämlich mittels einfachen Blicks ohne das Hirn einschalten zu müssen, zu kontrollieren sind.

    Interessant, daß die sich offiziel antiautoritär Gebenden unglaublich dumme, menschenfeindliche lebenspraxisferne Autoritäre sind, die selber vor jedem Führer buckeln und ihm die Stiefel lecken, nach untern aber gnadenlose Bruatlität walten lassen. Diese Typen sind in einer späteren Phase unserer Diktatur in der EUdSSR unsere Blockwarte, Politoffizieren, Stasi-Spitzel, Folterknechte, Denunzianten ...

    • Kyrios Doulos
      19. Mai 2020 09:24

      Irrtum von mir: Ich hatte diesen Kommentar für den heutigen Tagebucheintrag Unterbergers über die vermurxte Schulregulierung vorgesehen. Ich bitte um Entschuldigung, er paßt hier nur bedingt.

  8. Notimetodie
  9. Kyrios Doulos
    18. Mai 2020 21:20

    Das sind die klassischen Zeichen einer Diktatur. Wem gehört das Wissenschaftsressort? Der ÖVP. Wem "gehört" die ÖVP? Kurz. Heute vor 1 Jahr wurde er Putschkanzler. Die Kriminellen an der Uni fühlen sich geschützt, weil sie von höherer Stelle geschützt sind. Kurz und Faßmann wissen genau, was läuft. Sie finden den Herrn Prof. H. "widerlich", nicht die Stasi- und die GESTAPO-Nachahmer.

  10. annona
    18. Mai 2020 16:58

    Und das sind die Mitläufer - vom Fotografen über die Demostudenten zum akad.Kollegium und dem Rektor selbst - sollen die Alle sich AKADEMIKER nennen -
    dann wissen wir , dass Historiker dem Regime und den Parteien , die sie füttern verpflichtet sind und nimmer der Wissenschaft - UNI steht deshalb in der Neuen Normalität als Abkürzung für " Ultra Naive geistige Inkontinenz"

  11. Hegelianer
    18. Mai 2020 16:23

    Sind Anzeigen eingebracht worden? Wenn ja, was ist aus diesen geworden? Wenn derartige Dinge passieren, muss man sich auch mit allen zu Gebote stehenden Mitteln rechtlich dagegen wehren! Nur jammern alleine ist zu wenig!

    • otti
      19. Mai 2020 07:36

      Vielleicht will der/die Student aber auch nur sein Studium beenden !
      Und dann die Chance auf einen Job bekommen !

    • riri
      20. Mai 2020 12:23

      Lieber bis zum Lebensende ein Duckmäuser sein.

  12. Peter Kurz
    18. Mai 2020 15:30

    In den Pfarrbriefen dürfen keine Fotos von Firmungen und der Erstkommunion mehr abgedruckt werden.
    Aber linke Spitzel und Denunzianten stehen über jedem Gesetz.

  13. Polestar
    18. Mai 2020 14:14

    Erschreckend:
    Bei den vermeitlich Guten sind die Gesichter verpixelt. Die übrigen werden an den Pranger gestellt.
    Habe einen Bericht aus Deutschland gelesen, wo dies mit AFD-Sympatisanten auch so gemacht wird.
    Nächster Schritt ist, dass die "Zivilgesellschaft" dafür sorgen soll, die unliebsamen Demoteilnehmer, etc. gesellschaftlich zu ächten. Durch Druck auf den Arbeitgeber, etc.
    Ich kann nur empfehlen, dagegen Rechtsmittel einzulegen.

    • fewe (kein Partner)
      26. Mai 2020 06:38

      Wenn sich diese Gestapo-Typen nicht zeigen, dann ist eine Anzeige sinnlos. Umso mehr als sie ganz offensichtlich gedeckt werden und ihr Treiben erwünscht ist.

  14. pressburger
    18. Mai 2020 10:15

    Blockwart Mentalität.

  15. glockenblumen
    18. Mai 2020 10:13

    Danke für den Bericht!!
    Die unfaßbare Dreistigkeit, daß gerade diese Spitzel und Denunzianten aber so gar keine Hemmung haben, genau diese zu recht verpönten Nazi-Methoden anzuwenden, spricht Bände. Vor allem da auch Hitler ein Linker war. "haltet den Dieb" - die Parole der Linken! :-(

    die Verweise dazu:

    https://www.welt.de/geschichte/article191925515/Raeterepublik-1919-Hitlers-politische-Karriere-begann-im-Linksextremismus.html

    https://ze.tt/warum-es-nicht-strafbar-ist-mit-einem-goebbels-zitat-durch-dresden-zu-marschieren/

  16. OMalley
    18. Mai 2020 10:09

    GESTAPO ODER STASI Methoden

  17. Peter Pan
    18. Mai 2020 10:07

    Und warum wird hier die Staatsanwaltschaft nicht tätig, wegen Verletzung des Datenschutzes bzw. Recht aufs eigene Bild?
    Ist unser Land schon so linksversifft, daß diese Zustände zur Normalität gehören?

    • fewe (kein Partner)
      26. Mai 2020 06:52

      Schaut danach aus. Die stehen wohl unter dem selben Schutz wie die Schläger vom Schwarzen Block. Wie bei den Nazis. Leider.





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