Dem Gestammel den Garaus machen

Lesezeit: 4:00

Man glaubt es kaum: "Die Polizei machte einem Kroaten (40) und einem Bosnier (35) den Garaus."

Zugegeben: Die beiden waren auf Einbruchstour gegangen. Aber es hätte doch genügt, die Ordnungshüter hätten ihnen das Handwerk gelegt.

Tatsächlich ist die Sache ohne Blutvergießen abgegangen. Der Zeitungsschreiber hätte bloß im Duden nachsehen sollen: "jmdm. den Garaus machen (jmdn. umbringen)".

Über die Polizei kann man sich sowieso nur wundern. Als ein 15-jähriger Mofafahrer "ohne Kennzeichen" mit 90 km/h durch einen Ort düste, spürten ihn die Beamten auf ‒ und was taten sie zur Überraschung des Lesers? Sie nahmen ihm "die Kennzeichen ab". Ein Wunder im Alltag.

Hier handelt es sich um zwei brandaktuelle Beispiele des Gestammels, das den Lesern allenthalben vorgesetzt wird. Auf den ersten Blick dürfte einen die Befassung mit dem zitierten "Gestammel" wie ein sommerlicher Lückenfüller anmuten, ist es aber nicht: Es findet leider das ganze Jahr über statt.

Auch in Deutschland. "Mönchengladbach: Nach Familientragödie lebte Toter auf Bäumen und Dächern". Und da belächeln aufgeklärte Menschen unserer Tage die schönen alten Volksmärchen.

Dass in einem deutschen Landkreis "Hunde- und Katzenhalter wegen der Vogelgrippe nicht mehr frei herumlaufen dürfen", wird aus Sachsen berichtet.

Eine deutsche Agentur schilderte ein Zirkuskunststück: "Weil sich der Mann nicht beruhigte, behandelte ihn der Arzt mit gefesselten Händen."

Österreichische Kollegen wollten dafür den Lesern einreden, dass sich in Venedig 2000 Demonstranten "den Kreuzfahrtschiffen in den Weg gestellt haben". Leider gab es dazu kein Foto.

Zurück in heimatliche Gefilde. Im vergangenen Winter rettete eine Frau einer Familie das Leben, weil sie am Abend "Rauchgeruch vernahm". Vielleicht hatte sie auch einen Knall gesehen oder einen Lichtschein gerochen.

"Wagen demoliert", lautete der Titel einer lokalen Kurzmeldung. Gott sei Dank wurde das gestohlene Fahrzeug laut Text "unversehrt aufgefunden".

Eine Lenkerin übersah eine Mitfahrerin, "die gerade einsteigen wollte und über ihren Fuß rollte". Rollte die Mitfahrerin über den eigenen Fuß oder über den Fuß der Lenkerin? Man weiß es nicht.

Gegen Sprach-Fehler hilft auch kein Universitätsstudium. Im Gegenteil. Den Studenten wird heute die primitive Sprache lehrplanmäßig beigebracht! Damit auch die bildungsfernsten Leser das Gestammel der Presseleute verstehen. So können Letztere auf die Tränendrüsen drückend berichten, dass ein kleiner Bub ausgerissen und weinend durch einen Wintersportort geirrt sei. Zum Glück habe ihn eine Urlauberin entdeckt. Sie "nahm sich dem Jungen an". Und kein Chefredakteur nahm sich des stammelnden Journalisten an und korrigierte ihn.

Wenn ein Tischler ein Fichtenbrett nicht von Eichenholz unterscheiden kann, ist ein Berufswechsel fällig. Holz ist eben der Werkstoff, über den man in dieser Branche Bescheid zu wissen hat. In den Medien ist die Sprache der Werkstoff, doch gilt offenbar nur noch eine stramme ideologische Ausrichtung als Befähigungsnachweis.

Na ja, der Boulevard hat halt seine eigenen Schwächen, kann man entgegenhalten. Der Autor kann aber noch "ein Scherflein nachlegen", wie es in einer ostösterreichischen Zeitung hieß, er legt aber lieber ein Schäuferl nach und verrät, dass die folgenden Beispiele aus zwei Tageszeitungen stammen, die sich gerne eines besonders hohen Grades an Seriosität rühmen.

Beim Brand der Fassade eines "dreistöckigen Hochhauses" wurde eine Person verletzt. Diese wird sich wohl künftig nur noch in ein- und zweistöckigen Hochhäusern aufhalten.

Dass ein Lkw-Fahrer "die Höhe seines Lastwagens unterstützt haben dürfte", war ein Fehler. Sonst wäre das Gefährt vielleicht doch nicht in einer Autobahnunterführung stecken geblieben. Man soll die Gefahren von Straßenbrücken nicht unterschätzen.

Empörung hat bei manchem Leser die "seriöse" Meldung ausgelöst, dass in Österreich Empörung über den "Spionageverdacht eines Bundesheeroffiziers" geherrscht hat. Was ist denn so empörend, wenn ein Bundesheeroffizier einen Spionageverdacht hegt? Die Falschmeldung entstand aus dem gestörten Umgang der Journalisten mit dem 2. Fall. Der Spionageverdacht hatte sich nämlich "gegen" diesen Bundesheeroffizier gerichtet.

Ja, der 2. Fall. Auch die "seriösen" Zeitungen versuchen ihn oft zu vermeiden. Dann erleidet der Leser einen Schock, wenn bei einer Rauferei in einem Linzer Asylheim "die Mitarbeiter vom Roten Kreuz verletzt wurden". Bis er erkennt, dass die Heimmitarbeiter nicht vom Roten Kreuz verletzt wurden, sondern die Mitarbeiter des Roten Kreuzes die Opfer waren.

Zuletzt ein "seriöser" Sportbericht: "Der souveräne Abwehrchef Marin Pongracic spielte bei einem Vorstoß Doppelpass mit Patson Daka. Aus spitzem Winkel überwand er den Torhüter zum 2:0." Bravo Pongracic, möchte man rufen. Das darf man auch, der Torschütze war allerdings Daka. "Dieser"(!) und nicht "er" hatte den gegnerischen Torhüter überwunden.

Um zur Eingangsmeldung zurückzukehren: Man soll dem Gestammel den Garaus machen, nicht aber den medialen Sprachgesetzesbrechern. Man muss diesen auch nicht gleich das Handwerk legen, sondern sollte zunächst versuchen, es ihnen beizubringen.

PS: Selbstverständlich sind alle Zitate mit Ort, Zeit und Seite belegt.

Willi Sauberer, Schüler Hugo Portischs, war Mitarbeiter der ÖVP-Politiker Gorbach, Klaus und Withalm und von 1971 bis 1994 Chefredakteur einer kleinen Salzburger Tageszeitung. Der katholische Journalist publiziert zu zeitgeschichtlichen, lokalgeschichtlichen und volkskulturellen Themen.

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  1. Ausgezeichneter Kommentatorsimplicissimus
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Juli 2019 18:39

    Ein weiteres Beispiel den Redakteuren der Kronen Zeitung ins Stammbuch geschrieben:

    Wenn schreckliche Tragoedien passieren, schreiben sie fast immer von "Drama".

    Wenn zB eine ganz Familie bei einem Unfall stirbt, dann ist das in erster Linie eine Tragoedie und kein Drama!
    Dramatisch ist, wenn Kurz aus der Regierung fliegt, oder Dominic Thiem ein verloren geglaubtes Spiel noch umdreht.

    Die Journalisten der Krone verstehen's nicht.

  2. Ausgezeichneter KommentatorBrigitte Kashofer
    7x Ausgezeichneter Kommentar
  3. Ausgezeichneter KommentatorPoliticus1
    6x Ausgezeichneter Kommentar
  4. Ausgezeichneter KommentatorAltsteirer
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Juli 2019 13:52

    Christian Morgenstern:
    (1871 1914)

    Ein Werwolf eines Nachts entwich
    von Weib und Kind und sich begab
    an eines Dorfschullehrers Grab
    und bat: Bitte, beuge mich!

    Der Dorfschulmeister stieg hinauf
    auf seines Blechschilds Messingknauf
    und sprach zum Wolf, der seine Pfoten
    geduldig kreuzte vor dem Toten:

    „Der Werwolf“ – sprach der gute Mann,
    „des Weswolfs, Genitiv sodann,
    dem Wemwolf, Dativ, wie man’s nennt,
    den Wenwolf, – damit hat’s ein End.“

    Dem Werwolf schmeichelten die Fälle,
    er rollte seine Augenbälle.
    Indessen, bat er, füge doch
    zur Einzahl auch die Mehrzahl noch!

    Der Dorfschulmeister aber mußte
    gestehn, daß er von ihr nichts wußte.
    Zwar Wölfe gäb’s in großer Schar,
    doch „Wer“ gäb’s nur im Singular.

    Der Wolf erhob sich tränenblind –
    er hatte ja doch Weib und Kind!!
    Doch da er kein Gelehrter eben,
    so schied er dankend und ergeben.

  5. Ausgezeichneter KommentatorIngrid Bittner
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Juli 2019 16:46

    Das kann ich nicht vorenthalten, weil das mit dem Sterben und Töten dürfte wirklich ein großes Problem sein:

    Von: ing.bittner@aon.at
    Datum: 04.03.2018 19:21:34
    An: online@nachrichten.at
    Betreff: Skitourengeher abgestürzt und getötet | Nachrichten.at

    http://www.nachrichten.at/nachrichten/chronik/Skitourengeher-abgestuerzt-und-getoetet;art58,2831979

    Und wer hat den bedauerlicherweise Verunfallten jetzt getötet?? Der Wind, der Schnee oder der geheimnisvoll Unbekannte?

    Sterben und töten - tja, beide Male kommt der Tod heraus, aber der WEg dahin ist unterschiedlich.

    MfG Ingrid Bittner

  6. Ausgezeichneter KommentatorIngrid Bittner
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Juli 2019 16:58

    So, das ist jetzt definitiv das letzte Beispiel. Der Begriff "Firma" wird immer und in allen Zeitungen falsch verwendet. Mir ist in Fleisch und Blut übergegangen ):
    "ich endesgefertigte/r.... werde die Firma zeichnen wie folgt..." und wenn man dann immer wieder liest, dass die Firma ein Gebäude ist, tut das weh. Daher meine oftmaligen Mahnungen z. B. an die OÖN.

    -------Originalmeldung-------

    Von: ing.bittner@aon.at
    Datum: 17.01.2018 22:47:41
    An: online@nachrichten.at
    Betreff: Männlicher Leichnam auf Firmenareal gefunden | Nachrichten.at

    http://www.nachrichten.at/nachrichten/chronik/Maennlicher-Leichnam-auf-Firmenareal-gefunden;art58,2790276

    Zum ungefähr 199.x eine Erklärung (Wikipedia) für den Begriff FIRMA (ein bisschen mehr Allgemeinbildung könnte nicht schaden!!):

    Eine Firma (abgekürzt: Fa.; von lateinisch firmare ‚beglaubigen‘, ‚befestigen‘) ist der Name, unter dem ein Kaufmann seine Geschäfte betreibt, seine Unterschrift leistet und unter dem er klagen und verklagt werden kann (§ 17 HGB). Man spricht auch von einer Firmierung. Im Markenrecht wird die Firma dem Begriff der Unternehmenskennzeichen zugeordnet, § 5 Abs. 2 MarkenG. Freiberufler und Kleingewerbetreibende treten im Geschäftsleben dagegen unter ihrem bürgerlichen Namen auf oder führen eine Geschäftsbezeichnung.

    Die Firma ist ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmenspersönlichkeit (Corporate Identity) von Konzernen und größeren mittelständischen Unternehmen. Bei einer Übernahme eines Unternehmens kann die Firma beibehalten werden, wenn der vorherige Eigentümer zustimmt – oder im Todesfall dessen Erben (§ 22 HGB).

    Die Wahl der Firma wie auch der Rechtsform und der Firmenzusätze zählt zu den strategischen Grundsatzentscheidungen bei der Unternehmensgründung. Firma und Firmenzusätze stellen für Handelsbetriebe ein interessantes Mittel zur psychologischen Segmentierung dar.[1]

    MfG Ingrid Bittner

    ----

    Ich habe meine Kritik immer mit Beweisen untermauert, aber geglaubt haben die mir nie...........

  7. Ausgezeichneter Kommentatorsteinmein
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Juli 2019 11:32

    Worüber ich mich aufrege sind die Schreiberlinge und Reporter, die AM und AUF DEM nicht unterscheiden können.
    Da stehen die Sieger stets am Stockerl, die Politiker un ihre Werke am Prüfstand u.v.m.
    Wahrsscheinlich entsteht dies aus Faulheit beim Sinnerfassen, meinetwegen auch bedingt durch die Kürze beim Sprechen oder aus Platzmangel bei einer Schlagzeile.
    Ich habe diese "Unart" bemerkenswerterweise beim "Wetterpanorama" wegreklamieren können (Bravo!), wo im Winter im Insert immer stand "Schneehöhe am Berg".
    Dass die Sprache Kulturgut ist und kein Kommunikationsgewäsch wird immer weniger bewußt. Die Schlagzeile ist Hauptaugenmerk geworden. Dies zum Wohle der Zuwanderer, die der deutschen Sprache (noch) nicht mächtig sind. Da helfen ohnehin nur Piktogramme.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorZraxl
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    26. Juli 2019 10:43

    Diese Zusammenstellung resultiert aus ehrlicher Dummheit. Ja, das ist unschön, manchmal lächerlich, aber im Grunde harmlos.

    Das Problem mit den Medien besteht darin, dass diese ganz bewusst Lügen verbreiten, tatsächlich wichtige Informationen blockieren, die Bevölkerung aufhetzen und von Politikern, Parteien und Firmen Geld erpressen!

alle Kommentare

  1. andreas.sarkis (kein Partner)
    27. Juli 2019 16:31

    Gute Auftstellung, die beliebig erweiterbar wäre; besonders durch die zahllosen Verirrungen mit dass/das und "vor Ort".

    Nur bitte nicht das reichsdeutsche Firmenprodukt Duden als Relevanz heranziehen. Die Duden-Versprache ist nicht unsere.

  2. Neppomuck (kein Partner)
    27. Juli 2019 12:27

    Der politische "Quack-Sprech".
    (© Günter Günter Nenning)

    Die Stammler und die Stotterer
    machen den Kahn nicht flotterer.
    Den Weg zur Wahrheit zu verrammeln,
    lässt dazu noch sehr viele stammeln,
    und mancher hat sich schon verheddert,
    noch eh‘ die „Festplatte“ geschreddert.

    Und angesichts des eig‘nen Un-
    vermögens blieb ihm nur zu tun,
    um nicht die Kumpels zu verbittern,
    die ganze Chose bös zu klittern.

    Der Adressat des Schabernacks
    versteht nicht mehr mal einen Klacks,
    ob seiner kognitiven Trübung,
    was letzten End‘s der Zweck der Übung.

  3. Prinz Eugen von Savoyen (kein Partner)
    27. Juli 2019 06:54

    Auf lasset uns stoßen, ins Horn brechen und auf den Weg machen.

  4. Zraxl (kein Partner)
    26. Juli 2019 10:43

    Diese Zusammenstellung resultiert aus ehrlicher Dummheit. Ja, das ist unschön, manchmal lächerlich, aber im Grunde harmlos.

    Das Problem mit den Medien besteht darin, dass diese ganz bewusst Lügen verbreiten, tatsächlich wichtige Informationen blockieren, die Bevölkerung aufhetzen und von Politikern, Parteien und Firmen Geld erpressen!

    • Florian Teufel
      27. Juli 2019 09:35

      Genau. Als gutes Beispiel möge die gestrige ZiB1 dienen (ich hab eh ganz schnell weitergeschaltet): noch bevor (heute) die Temperaturen fielen und der ersehnte Regen einsetzt, hat man gestern noch einen langen Beitrag zum Klimawandel, Extremsommer und Extremhitze gebracht, wohl wissend, dass dem nicht so ist.
      Aber das Bäumchen ist gepflanzt, die Botschaft unterm Volk.
      Lügen, nichts als Lügen.
      Man berichtet nicht, dass die Eisbrecher im Norden wegen zu dicken Eises steckenbleiben und dass es im Hitzesommer in den Bergen geschneit hat.
      Usw., usf.

    • Wyatt
      28. Juli 2019 12:59

      ´********
      *********
      *********

  5. Franz77
  6. Florian Teufel
    25. Juli 2019 12:12

    "Eine Lenkerin übersah eine Mitfahrerin, "die gerade einsteigen wollte und über ihren Fuß rollte". Rollte die Mitfahrerin über den eigenen Fuß oder über den Fuß der Lenkerin? Man weiß es nicht."
    Doch, man weiß es: die Mitfahrerin rollte über ihren (eigenen) Fuß; wäre der Fuß der Lenkerin betroffen gewesen, dann rollte sie über "deren" Fuß!
    Ich glaube aber tatsächlich nicht, dass die "Stammlern" sich dieses Unterschiedes bewusst sind.
    Womit wir beim Genetiv wären: danke, dass Sie sich seiner annehmen! Es ist erschütternd, wie oft "dem" Opfer gedacht wird; in der ZiB sowieso;
    mir scheint, dass in dieser Sache auch der Duden langsam nachgibt und den Dativ zulässt. Was ich für einen Fehler halte.

    Danke für Ihre vielen Beispiele. Bitter mehr davon. Eine Anregung:

    Bekämpfen wir doch die derzeit modernen und unsäglichen, weil falschen Infinitivkonstruktionen:
    Ich hoffe Ihnen dies als ein gemeinsames Anliegen näherbringen können zu wollen!

  7. Staatssekret
    25. Juli 2019 09:05

    Den aufgezeigten Fallfehler nenne ich seit langem: "genitivus proletaris"!

  8. Brigitte Kashofer
    25. Juli 2019 00:47

    Was für ein Lesevergnügen!

  9. simplicissimus
    24. Juli 2019 18:39

    Ein weiteres Beispiel den Redakteuren der Kronen Zeitung ins Stammbuch geschrieben:

    Wenn schreckliche Tragoedien passieren, schreiben sie fast immer von "Drama".

    Wenn zB eine ganz Familie bei einem Unfall stirbt, dann ist das in erster Linie eine Tragoedie und kein Drama!
    Dramatisch ist, wenn Kurz aus der Regierung fliegt, oder Dominic Thiem ein verloren geglaubtes Spiel noch umdreht.

    Die Journalisten der Krone verstehen's nicht.

  10. Ingrid Bittner
    24. Juli 2019 16:58

    So, das ist jetzt definitiv das letzte Beispiel. Der Begriff "Firma" wird immer und in allen Zeitungen falsch verwendet. Mir ist in Fleisch und Blut übergegangen ):
    "ich endesgefertigte/r.... werde die Firma zeichnen wie folgt..." und wenn man dann immer wieder liest, dass die Firma ein Gebäude ist, tut das weh. Daher meine oftmaligen Mahnungen z. B. an die OÖN.

    -------Originalmeldung-------

    Von: ing.bittner@aon.at
    Datum: 17.01.2018 22:47:41
    An: online@nachrichten.at
    Betreff: Männlicher Leichnam auf Firmenareal gefunden | Nachrichten.at

    http://www.nachrichten.at/nachrichten/chronik/Maennlicher-Leichnam-auf-Firmenareal-gefunden;art58,2790276

    Zum ungefähr 199.x eine Erklärung (Wikipedia) für den Begriff FIRMA (ein bisschen mehr Allgemeinbildung könnte nicht schaden!!):

    Eine Firma (abgekürzt: Fa.; von lateinisch firmare ‚beglaubigen‘, ‚befestigen‘) ist der Name, unter dem ein Kaufmann seine Geschäfte betreibt, seine Unterschrift leistet und unter dem er klagen und verklagt werden kann (§ 17 HGB). Man spricht auch von einer Firmierung. Im Markenrecht wird die Firma dem Begriff der Unternehmenskennzeichen zugeordnet, § 5 Abs. 2 MarkenG. Freiberufler und Kleingewerbetreibende treten im Geschäftsleben dagegen unter ihrem bürgerlichen Namen auf oder führen eine Geschäftsbezeichnung.

    Die Firma ist ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmenspersönlichkeit (Corporate Identity) von Konzernen und größeren mittelständischen Unternehmen. Bei einer Übernahme eines Unternehmens kann die Firma beibehalten werden, wenn der vorherige Eigentümer zustimmt – oder im Todesfall dessen Erben (§ 22 HGB).

    Die Wahl der Firma wie auch der Rechtsform und der Firmenzusätze zählt zu den strategischen Grundsatzentscheidungen bei der Unternehmensgründung. Firma und Firmenzusätze stellen für Handelsbetriebe ein interessantes Mittel zur psychologischen Segmentierung dar.[1]

    MfG Ingrid Bittner

    ----

    Ich habe meine Kritik immer mit Beweisen untermauert, aber geglaubt haben die mir nie...........

    • steinmein
      25. Juli 2019 11:43

      Wer ein wenig im Italiensichen bewandert ist weiß, dass firma übersetzt Unterschrift bedeutet. Und da viele monetäre begriffe aus dem Italienischen kommen wie Bankrott, Kassa oder Saldo wäre der Sinn nicht zu verdrehen.
      Dem Spruch: "gehört eh alles der Firma" als anonymer Spender von Betriebseigentum
      ist nur der einfachen Sprache des AN zuzuschreiben.

  11. Ingrid Bittner
    24. Juli 2019 16:46

    Das kann ich nicht vorenthalten, weil das mit dem Sterben und Töten dürfte wirklich ein großes Problem sein:

    Von: ing.bittner@aon.at
    Datum: 04.03.2018 19:21:34
    An: online@nachrichten.at
    Betreff: Skitourengeher abgestürzt und getötet | Nachrichten.at

    http://www.nachrichten.at/nachrichten/chronik/Skitourengeher-abgestuerzt-und-getoetet;art58,2831979

    Und wer hat den bedauerlicherweise Verunfallten jetzt getötet?? Der Wind, der Schnee oder der geheimnisvoll Unbekannte?

    Sterben und töten - tja, beide Male kommt der Tod heraus, aber der WEg dahin ist unterschiedlich.

    MfG Ingrid Bittner

  12. Ingrid Bittner
    24. Juli 2019 16:38

    Tut mir fast leid, dass ich jetzt so viele Beispiele beigesteuert habe, aber es ist einfach ein Graus, was man so alles zu lesen bekommt. Daher konnte ich mich auch schwer entscheiden, welches Gustostückerl ich bringen soll.

    • Florian Teufel
      25. Juli 2019 12:18

      Liebe Frau Bittner,
      keine falsche Scham: das passt schon!
      Leider fallen einem wegen der Vielzahl die vielen Fehler in Print- und Funkmedien diese oft schon garnicht mehr auf:
      Sensibilität tut not. Pflegen wir diese Sensibilität und damit unsere schöne Sprache!

      "Legen wir die Finger auf die Wunde", oder so.

      mfG

  13. Ingrid Bittner
    24. Juli 2019 16:36

    Von: ing.bittner@aon.at
    Datum: 21.09.2018 20:20:53
    An: online@nachrichten.at
    Betreff: Italien-Urlauber beflügeln häufig Schwarzwirtschaft | Nachrichten.at

    https://www.nachrichten.at/nachrichten/wirtschaft/Italien-Urlauber-befluegeln-haeufig-Schwarzwirtschaft;art15,3013631

    Wie ich schon mehrmals festgestellt habe, die OÖN sind wirklich kreativ beim Verwenden von ungebräuchlichen Wortschöpfungen.
    "Schwarzwirtschaft" - wirklich, auf den Punkt getroffen!

    MfG Ingrid Bittner

  14. Ingrid Bittner
    24. Juli 2019 16:31

    Von: Ingrid Bittner [mailto:ing.bittner@aon.at]
    Gesendet: Freitag, 25. Januar 2019 15:12
    An: 'online@nachrichten.at'
    Betreff: Familienbeihilfe: EU-Vertragsverletzungsverfahren gestartet | Nachrichten.at

    https://www.nachrichten.at/nachrichten/politik/innenpolitik/familienbeihilfe-eu-vertragsverletzungsverfahren-gestartet;art385,3095397

    Wenn man OÖN liest, lernt man immer wieder was dazu.

    Mein ganzes Berufsleben lang, hat mich der Begriff „Lebenshaltungskosten“ begleitet, aber jetzt lerne ich anderes.

    „Damit wurde diese finanzielle Unterstützung an die Lebenserhaltungskosten in jenem Land angepasst, in dem das Kind von in Österreich Beschäftigten lebt.“

    Klar logisch muss man schauen, dass alle am Leben erhalten werden, aber dass es dafür schon Kosten gibt super. Wenn es keine Lebenserhaltungskosten gibt,
    stirbt man dann früher?

    MfG Ingrid Bittner

  15. Ingrid Bittner
    24. Juli 2019 16:22

    Von: ing.bittner@aon.at
    Datum: 01.04.2019 14:00:57
    An: online@nachrichten.at
    Betreff: Bei den OÖN gibts kein oder ein Fehlerteufelchen???

    https://www.nachrichten.at/nachrichten/chronik/35-jaehriger-starb-bei-skitour-in-admont;art58,3115787

    35-jähriger starb bei Skitour in Admont

    ADMONT. Ein 35 Jahre alter Steirer ist am Sonntag bei einer Skitour auf den Kalbling bei Admont (Bezirk Liezen) tödlich verunglückt.

    Also ich kenn in Admont nur das Kloster………. , einen Kalbling glaublich auch nicht, soweit ich mich erinnern kann, war ich einmal auf dem Admonter Kaibling.

    MfG Ingrid Bittner

  16. Ingrid Bittner
    24. Juli 2019 16:20

    Die OÖN les ich auch, weil mich interessiert, was in meiner alten Heimat so passiert:

    Von: ing.bittner@aon.at
    Datum: 03.05.2019 10:39:33
    An: online@nachrichten.at
    Betreff: online gelesen

    Gestern hab ich mich gefreut, dass ich wieder was gelernt hab. War umsonst, weil auf einmal ist alles anders:

    Fehlservierung reklamiert: Wirt verprügelte seine Gäste
    BAD SCHALLERBACH. Der 56-jährige Gastwirt verprügelte insgesamt vier Personen.

    Ich hab schon gemeint, ich werde gaga, weil wieder ein Wort, das mir völlig unbekannt war und ist, zu lesen stand.
    Offenbar ist man doch draufgekommen, dass so kreative Wortschöpfungen nicht unbedingt notwendig sind.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ingrid Bittner

  17. Ingrid Bittner
    24. Juli 2019 16:16

    Jetzt komm ich mit meiner Beispielsammlung:

    Von: ing.bittner@aon.at
    Datum: 05.07.2019 18:08:44
    An: oe24.TV
    Betreff: gestriges Interview mit der Mutter Zaufahl (genaue Schreibweise hab ich mir nicht gemerkt)

    Für Herrn Wolfgang Fellner

    Vorweg, mir gefällt's, dass Ihre Interviews weit weg von denen sind, die man normalerweise zu hören/sehen bekommt.
    Ich versteh's auch, dass man bei Sensationen dick aufträgt, aber das, was Sie sich gestern geleistet haben, das war schon
    exorbitant daneben.

    Wiederholen Sie doch mehrmals, dass der junge Mann mindestens 50 m abgestürzt ist.
    Da ist Ihnen aber der Hausverstand abhanden gekommen, denn wenn man aus dem vierten oder fünften Stock abstürzt, dann können das
    bei einem Gemeindebau aus den Fünfzigerjahren nicht 50 m sein, da müsste ja ein Geschoss 10 m haben, das gibt auch die Wiener Bauordnung nicht
    her, auch wenn man damals vielleicht noch etwas höhere Geschosse hatte, aber mehr wie drei Meter hatte keins, dann rechnen sie noch die Geschossdecken
    dazu, dann kommt man bei 5 x 3,5 - und das ist großzügig angenommen, auf 17,5 m oder glauben Sie, dass ich da irre???

    Mit freundlichen Grüßen
    Ingrid Bittner

    PS: es würde mich freuen, wenn Sie in einem Zweizeiler dazu Stellung nehmen

    • Florian Teufel
      25. Juli 2019 12:27

      Frau Bittner,

      wenn Sie schon regen Austausch mit Herrn Fellner pflegen, dann fragen Sie ihn doch bei der Gelegenheit, warum er sich Gäste ins Studio holt, wenn er diese dann kaum zu Wort kommen lässt.
      Die Qualität eines Interviews oder einer Diskussionssendung erkenne ich darin, dass der Zuhörer/ - seher differenzierte Meinungen oder Argumente kennenlernen kann.
      Solche kann man aber nur vortragen, wenn man mehr als zwei Sätze am Stück zu sprechen in der Lage ist.
      Ich persönlich habe Interviews und Diskussionen bei Hr. Fellner früher gerne gesehen, aber das dauernde Dreingequatsche des Moderators stört mich
      zu sehr, daher schalte ich OE.24 nicht mehr ein.

      danke, mf

  18. Altsteirer
    24. Juli 2019 13:52

    Christian Morgenstern:
    (1871 1914)

    Ein Werwolf eines Nachts entwich
    von Weib und Kind und sich begab
    an eines Dorfschullehrers Grab
    und bat: Bitte, beuge mich!

    Der Dorfschulmeister stieg hinauf
    auf seines Blechschilds Messingknauf
    und sprach zum Wolf, der seine Pfoten
    geduldig kreuzte vor dem Toten:

    „Der Werwolf“ – sprach der gute Mann,
    „des Weswolfs, Genitiv sodann,
    dem Wemwolf, Dativ, wie man’s nennt,
    den Wenwolf, – damit hat’s ein End.“

    Dem Werwolf schmeichelten die Fälle,
    er rollte seine Augenbälle.
    Indessen, bat er, füge doch
    zur Einzahl auch die Mehrzahl noch!

    Der Dorfschulmeister aber mußte
    gestehn, daß er von ihr nichts wußte.
    Zwar Wölfe gäb’s in großer Schar,
    doch „Wer“ gäb’s nur im Singular.

    Der Wolf erhob sich tränenblind –
    er hatte ja doch Weib und Kind!!
    Doch da er kein Gelehrter eben,
    so schied er dankend und ergeben.

  19. oberösi
    24. Juli 2019 12:31

    "Mit der Traumnote von 8,4 schnitt die IMC Fachhochschule Krems beim „Universum Talent Research 2019“ erneut exzellent in der wichtigsten Kategorie, der Studierendenzufriedenheit ab."

    Pressemeldung, soeben von APA ausgesandt.

    Als großen Freund der deutschen Sprache ärgert mich in erster Linie nicht das fehlende Komma nach "Studierendenzufriedenheit" ( Petitessen dieser Art nimmt man ja gar nicht mehr wahr, so alltäglich sind sie inzwischen), sondern das Wortungetüm als solches - Vergewaltigung der Sprache um der politischen Korrektheit willen.

    Gender geht über Grammatik, Orthografie und Sprachgefühl.

    O tempora o mores. Bin froh, wenn der Spuk vorbei ist. Dann, wenn die Scharia auch in DE und Ö gilt. Aber nicht bei uns in Ungarn.

    • August W (kein Partner)
      31. Juli 2019 15:36

      Ebenso interessant finde ich daß die Studentenzufriedenheit nun angeblich das wichtigste Kriterium sein soll. Ich dachte in meiner grenzenlosen Naivität immer das sei die Qualität der Ausbildung die man an einer Schule erhält, aber da verlange ich in Österreich mittlerweile wohl zu viel.

  20. steinmein
    24. Juli 2019 11:32

    Worüber ich mich aufrege sind die Schreiberlinge und Reporter, die AM und AUF DEM nicht unterscheiden können.
    Da stehen die Sieger stets am Stockerl, die Politiker un ihre Werke am Prüfstand u.v.m.
    Wahrsscheinlich entsteht dies aus Faulheit beim Sinnerfassen, meinetwegen auch bedingt durch die Kürze beim Sprechen oder aus Platzmangel bei einer Schlagzeile.
    Ich habe diese "Unart" bemerkenswerterweise beim "Wetterpanorama" wegreklamieren können (Bravo!), wo im Winter im Insert immer stand "Schneehöhe am Berg".
    Dass die Sprache Kulturgut ist und kein Kommunikationsgewäsch wird immer weniger bewußt. Die Schlagzeile ist Hauptaugenmerk geworden. Dies zum Wohle der Zuwanderer, die der deutschen Sprache (noch) nicht mächtig sind. Da helfen ohnehin nur Piktogramme.

    • Florian Teufel
      25. Juli 2019 12:39

      Danke für Ihren Einsatz.
      Dieses und noch viel mehr stört mich schon lange.
      Ich unterschreibe jeden einzelnen Ihrer Sätze. Sogar den Pleonasmus: "Die Schlagzeile ist Hauptaugenmerk".

      Im übrigen meine ich, dass Piktogramme sehr mißverständlich sein können.

      mfG

  21. Politicus1




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