Ohne Kinder keine Zukunft?

Lesezeit: 5:00

Ich wünsche jedem Kind, dass es so aufwachsen kann wie wir vor 70 Jahren: Der Wörthersee vor uns, Wälder, Felder, Bäche, gesundes Bauernland hinter uns. Trotz des Schulwegs von zweimal einer Stunde blieb uns reichlich Freizeit. Heute kommen viel zu viele Kinder auf nicht einmal eine Stunde Spielen und Sport pro Tag!

Wir hatten Frühabends Judo-, Fecht-, Turnstunden, dazu Schifahren, Bergsteigen, Eishockey und weitere Aktivitäten. Engagierte, aber strenge Erwachsene beaufsichtigten und führten uns, und brachten uns Techniken und Fertigkeiten beim Sport und an Musikinstrumenten bei, die das ganze weitere Leben Freude bereiten. 

Man braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen.

Wir waren viele Kinder, weil die Anstrengungen der Großen, die Folgen der schrecklichen Kriege zu überwinden, sich nicht nur auf Demokratisierung, Wiederaufbau, Einfügen in ein gemeinsames Europa und weitere Ziele beschränkten, sondern auch einen Kinderreichtum schafften, der Schwung und Lärm, Lachen und Weinen brachte, ganz anders als die Friedhofstimmung in weiten Teilen unseres Landes heutzutage.

Viele Kinder erforderten auch Disziplinierung, die allerdings oft zu streng ausfiel, aber auch eine gesunde Sozialisation durch die Kinder selber. Heute hingegen überwiegen Einzelkinder und mit ihnen die Overprotection. "E i n e  Stunde am Tag genügt", beruhigte die ahnungslose (oder wider besseres Wissen redende) Johanna Dohnal die in den Vollberuf gelockten, getriebenen Mütter kleiner Kinder, die mit dem ständig schlechten Gewissen leben mussten. Verständlich, dass Eltern nicht die viel zu geringe Zeit mit ihren Kindern durch Korrekturen, Rügen, Belehrungen verderben wollen.

Probleme in der Schule führen empörte Eltern in die Direktion, Lehrpersonen müssen da allerhand einstecken. Der Mitautor der ersten Studie über die üblen Auswirkungen der Arbeitslosigkeit "Die Arbeitslosen von Marienthal" (1933), Paul Lazarsfeld, beklagte, dass er "immer auf der falschen Seite gestanden sei": In Europa hätten die Kinder Angst vor den Lehrern gehabt, drüben, in den USA, wohin er 1935 emigrieren musste, fürchten sich die Pädagogen vor den Schülern. So schaut es in der Zwischenzeit auch bei uns aus.

Weit haben wir es gebracht: In einer Parlamentsdebatte vor etwa einem Jahr warf eine verflossene Unterrichtsministerin der neuen Regierung vor, mit der Wiedereinführung von Schulnoten "international Schlusslicht" zu werden. Mit rund 30 Prozent der Schulabgänger, die kaum lesen, schreiben und rechnen können, sind wir es bereits! Die Idee, das Niveau in den Schulen zu senken, Schulnoten abzuschaffen, damit schwächere Schüler "mitkommen", ist nicht edel, sondern dumm und verantwortungslos: Wie kamen Fachleute aus der linken Reichshälfte bloß auf den Gedanken, den Kindern gerade ihrer Wählerschichten so schlechte Voraussetzungen fürs Berufsleben zu schaffen? 

Kinder brauchen Betreuung, Hilfe, Kontrolle, gelegentlich auch angemessene Strafen, um unsere Schulen, die bis vor ein paar Jahrzehnten zu den besten gezählt haben, zu bewältigen. Und dazu eignet sich am allerbesten – die eigene Mutter. Viele Väter machen ja mit, aber die Mütter sind die besseren Erzieher!

Ein Schulpädagoge verlangte, dass der Unterricht eine volle Stunde später beginnen sollte, weil so viele Kinder müde, unausgeschlafen zum Unterricht erscheinen. Ja, dann würden ja noch mehr Schulkinder die Krimis und Filme der "Primetime" sehen und erst nach 21 Uhr 45 ins Bett kommen. Kinder brauchen viel Schlaf: mit 3 bis 5 Jahren 13 bis 10 Stunden; mit 6 bis 12 Jahren bis 9, mit 13 Jahren 10 Stunden, Pubertierende oft wieder mehr. Kinder wachsen nur im Schlaf!

Der Witz, dass Italiener eher klein sind, weil sie hören: "Wenn Du groß bist, wirst Du arbeiten müssen!" ist gemein und nicht zutreffend.

Und niemals ohne ein leichtes Frühstück in die Schule! Die Zeitersparnis, eine Viertelstunde zu gewinnen, rächt sich bitter: Ohne leicht verfügbare Nahrung für ihr Gehirn erfassen hungrige Schüler Lerninhalte schlechter, erst die Jause in der großen Pause gleicht den Rückstand aus. (An die Hälfte aller Kalorien braucht unser Gehirn, bei Stress bis zu 90 Prozent.)

Ich sah meinen ersten Fernsehapparat erst mit etwa 15 Jahren, las daher ein Buch nach dem anderen, Karl May, Technik, Abenteuer, Allgemeinwissen. Jetzt winken viele junge Leute ab, wenn sie Sachwissen erlernen und behalten sollten, sondern zücken dafür ihr Smartphone. Ohne eine Grundausstattung gibt es aber kein Weiterkommen, oder will der Junior beim Gespräch über die Sahelzone oder den 30-jährigen Krieg zuerst sein Smartphone befragen müssen? 

Sprach man früher vom Kindersegen, gelten Kinder heute oft als Karrierehindernis, auch als Bremse beim hedonistischen Ausleben der Angebote der Freizeitindustrie. Immer mehr Erwachsene reisen lieber in ferne Länder und schicken Ansichtskarten an die "Lieben zuhause gebliebenen". Eigentlich eine Provokation. 

Es gibt bereits an die 30 Prozent kinderlose Paare, die unsere Länder immer kinderärmer, familienfeindlicher machen. In unserem Staat sollten jedes Jahr weit mehr als 100.000 Kinder geboren werden, es sind aber nur um die 75.000! Schon seit Jahrzehnten hätten die Politiker alles, wirklich alles dagegen unternehmen müssen. Die mickrige Kinderbeihilfe kann und wird unseren bedrohlichen Mangel an Kindern nicht beheben.

Was also tun? US-Präsident Theodore Roosevelt hat 1905 kinderlose Paare gescholten, ihnen "ein Leben in kalter Selbstsucht und stetem Vergnügen" vorgeworfen. De Gaulle, besorgt um den Fortbestand Frankreichs, gab den Familien so viel Geld, dass angeblich ab dem fünften Kind keine regelmäßige Erwerbstätigkeit erforderlich war. Der rumänische Diktator Ceaucescu hat in seinem Größenwahn ein Großrumänien schaffen wollen und dazu Verhütung und Abtreibung verboten, Familien mit weniger als fünf Kindern sogar eine Sondersteuer aufgebrummt! Mittellose Eltern setzten Kinder aus, die bedauernswerten Straßenkinder von Bukarest. Einen völlig anderen Weg beschritt der marokkanische Potentat Mulay Ismail: Er produzierte mit 500 Frauen 888 Kinder! Ist das nicht die Lösung? (Bedaure, kleiner Scherz). Der Steuerbonus von 1.500 Euro pro Kind und Jahr in unserem "Sozial"-Staat ist sicher kein Anreiz: Kinder kosten viel mehr!

Das vielgescholtenen Ungarn zeigt, wie Patrioten ihr Volk erhalten wollen: Der Kredit von 31.000 Euro für jede Frau bei der Heirat muss ab dem dritten Kind nicht zurückgezahlt werden: Das ist nicht schlecht bei den dortigen noch immer niedrigen Preisen. Dazu kommen weitere Begünstigungen.

Und, nicht vergessen: Kinder sind nicht irgendeine Nummer, eine Zahl, ein Kostenpunkt, sondern bringen Leben, Schwung, Lachen und Weinen – und Zukunft in unser aller Leben.

Dr. Gerd Seyerl, Kärnten, ist Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorIngrid Bittner
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    08. Juni 2019 14:13

    Zu der unendlichen Geschichte mit den Schulnoten meine ich schon gehört zu haben, dass die neue, die Übergangsregierung nicht nur, wie versprochen, die Ministerien verwaltet, nein sie ist tätig! Die Einführung der Ziffernnoten wird offenbar auch schon wieder rückgängig gemacht, kommt ja von schwarz-blau, sowas kann man nicht brauchen, und so geht es hin und hin.
    Alle Errungenschaften der letzten beiden Jahre werden bereits wieder aufgehoben.
    Danke Herr Bundespräsident, dass sie diesen Zirkus nicht verhindert haben.

  2. Ausgezeichneter Kommentatoroberösi
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    08. Juni 2019 14:33

    Kinder kosten einfach zuviel. Den jungen Erwachsenen nehmen sie die Möglichkeit zum Zweitwagen, zur Dachterrassenwohnung in der Innenstadt, zum Selbstfindungssabbatical auf der Treckingtour durch die Innere Mongolei. Und den Pensionisten die Möglichkeit, jährlich zumindest zweimal die wohlverdienten Pensionsprivilegien (bei der Stadt Wien schon ab 55) auf dem Kreuzfahrtschiff zu genießen. Schlicht: zur Teilhabe an einem selbstbestimmten, bewußten, erfüllten und emanzipierten Leben.

    Noch jede Zivilisation ist unter anderem nicht unwesentlich an ihrer Bereitschaft, Kinder in die Welt zu setzen, zugrunde gegangen. Offensichtlich ein weises Korrektiv der Natur, damit auch andere zum Zug kommen und das Rad sich weiterdreht.

    Im übrigen sehe ich das als Vater von drei Kindern gelassen. Gegen diese Gesetzmäßigkeit gibts kein Ankämpfen, höchstens kleine Verschnaufpausen, punktuelle Erfolge. Denn auch die Ungarn werden aufs Kinderkriegen vergessen, wenn sie erst einmal ein gewisses materielles Niveau erreicht haben.

    Irgendwann werden die vorgeblichen Nachteile der Kinderaufzucht in einer Gesellschaft, in der sich alles um materielle Optimierung der eigenen Person dreht (jünger, reicher, schöner, gesünder), so groß, daß die meisten drauf verzichten und sich der herrschenden Lebensphilosophie anschließen: Hol dir was dir zusteht, und zwar hier und jetzt. Und im übrigen: hinter mir die Sintflut.

  3. Ausgezeichneter KommentatorMF
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    08. Juni 2019 23:24

    Aufgrund der schlechten Stadtplannung gibt es heute in den modernen Großstädten zu viele Wohnbauten, die Kindern keinen direkten Zugang zur Natur ermöglichen. Kinder sollten regelmäßig auf Naturanlagen mit Wiesen und diverser Natur spielen und sich dort auch sicher fühlen.

    Vor 60 Jahren war der Weg zur Schule für die Gesundheit der Kinder durchaus förderlich. Heute gibt es in den Großstädten mehr Autos, Lärm, Dreck und Stress. Heute schadet der Weg zur Schule die Kinder.

    Generell sind mediale Inhalte (Fernsehen, Smartphone, PC etc) heute weniger kindgerecht. Das Kindesgehirn wird zu sehr stimuliert und kommt nicht zur Ruhe. Die Konzentration leidet.

    Heute glaubt fast jedes 14 Jährige Kind, dass es zumindest so tun muss als ob es mit einem anderen Kind "geht". Brüderliche Freundschaft, Kameradschaft und Kollektivität, die für die Kindesentwicklung während der Adoleszenz essentiell sind, werden mangels Reife frühzeitig und unnötigerweise durch emotionale Ambiguitäten und Zwänge im Spannungsfeld zwischen weiblich und männlich geschwächt. Soziale Kompetenzen gehen verloren.

    Finanzielle Anreize alleine reichen wahrscheinlich nicht mehr. Paare wünschen sich keine Kinder, weil moderne Großstädte, Zustände in vielen Schulen und eine zunehmend ideologisierte anti-Familie Gesellschaft, nicht die beste Umgebung für die Kindesentwicklung darstellen. Frauen sollen sich zunehmend wie Männer verhalten und werden in "Karrieren" gedrängt. Die Bedeutsamkeit von Mutterschaft, Mütterlichkeit und der ehelichen Lebensgemeinschaft von Mann und Frau wird zunehmend ausgeblendet.

  4. Ausgezeichneter KommentatorAusgebeuteter
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    09. Juni 2019 07:17

    Die Zukunft gehört der Jugend ...
    ... und ohne Jugend haben wir keine Zukunft.

  5. Ausgezeichneter Kommentatorkiepura1902
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    09. Juni 2019 15:01

    Ich danke Ihnen für diesen Artikel! Dabei mußte ich an meine Kindheit denken. Innerhalb knapp vier Jahre bekam meine Mutter drei Kinder (beim ersten - mir - waren beide Eltern 24 Jahre alt, knapp 12 Jahre nach mir kam noch eine Nachzüglerin; damals war meine Mutter 36, also in einem Alter, indem heute viele über das erste Kind nachdenken). Geld war knapp, meine Mutter blieb zu Hause, das damalige Überschwemmungsgebiet bei Floridsdorf war meine Spielwiese. Aufgrund meines wilden Naturells gab es kaum einen Tag, an dem ich nicht mit irgendeiner Wunde nach Hause kam, die wir mit Schnaps desinifisziert haben. Zu einer Zeit, als meine Klassenkameraden (in den 1970er Jahren) von Urlauben in Italien und Spanien schwärmten, machten wir wochenlang Ferien auf dem Bauernhof in Niederösterreich. Ich stand früher auf, als zu Schulzeiten, lernte Traktorfahren und Melken (und wurde von einer Kuh getreten), habe mit 12 Jahren mein erstes Huhn geschlachtet, gerupft, ausgenommen und danach gebraten, schwamm gemeinsam mit glücklichen Schweinen und einem Hund in einem Teich, habe mir tausend blaue Flecken geholt, bin beim Kirschenbrocken vom Baum gefallen und unverletzt wieder aufgestanden (heute wären die Bauersleute oder meinen Eltern dafür eingesperrt worden), wurde - ohne Folgeschäden - von wilden Bienen gestochen, weil ich ihren Honig stehlen wollte, habe Schweine gefüttert und Kühe beim Kalben gesehen, wir haben im Wald Tonnen von Schwammerl gefunden, ich habe Kuh- und Schweineställe ausgemistet und mir von einer brütenden Henne beinahe die Hand abhacken lassen, ich half beim Ausnehmen geschlachteter Schweine und genoß die auf offenem Feuer gebratenen Schnitzel. All das unter Umständen, die bei heutigen Helikoptereltern hysterische Schnappatmung verursachen. Allerdings habe ich bis heute ein exzellentes Immunsystem (von zwei Operationen abgesehen, befand ich mich in den letzten 20 Jahren keine 10 Tage in Krankenstand und kaum eine Grippewelle konnte mir was anhaben).

    Meine Eltern haben das Fernsehschauen strikt limitiert, deshalb habe ich mich - wie Sie - in Hunderte Bücher vergraben (natürlich auch Karl May) und meinem Großvater beim Erzählen hunderter Geschichten zugehört. Meine Frau und ich haben leider keine Kinder, nicht, weil wir nicht wollten, sondern weil es nie funktioniert hat (auch nicht nach einer Hormontherapie, die wir abgebrochen haben, weil meine Frau aufgrund der Nebenwirkungen schon Selbstmordgedanken hatte). Deshalb kümmern wir uns heute um unser Patenkind, das unter denkbar schwierigen Umständen aufgewachsen ist und das wir heute so gut wie möglich unterstützen...

    Allen, die mit ihrem Kinderwunsch "warten" wollen sage ich: es gibt keinen guten oder schlechten Zeitpunkt, Kinder zu bekommen. Ich hatte eine Kollegin, die mit 21 drei Kinder hatte und glücklich damit ist. Heute ist sie 37, die jüngste ist 16, die beiden älteren sind aus dem Haus, sie arbeitet wieder und genießt mit dem Vater ihrer Kinder das Leben. Ich kenne ein Paar, das 20 Jahre zusammen war, bevor dessen erstes Kind auf die Welt kam (damals waren sie beide um die 40); heute haben sie drei Kinder zwischen 5 und 10 und sind hochzufrieden. Ich kenne aber auch Leute, deren langjährige Partnerschaft nach dem ersten Kind zerbrochen ist. Auch kürzlich hat mir eine 40jährige Kollegin unter Tränen erzählt, daß sie so gern ein Kind hätte, vor lauter Karriere aber keine tragfähige Partnerschaft aufgebaut hat und nicht weiß, wo sie jetzt einen Vater für ihre potentiellen Kinder hernehmen soll...

    Heute bin ich 53 und freue mich gemeinsam mit meiner Frau (50) des Lebens und wir beide arbeiten daran, daß unser Patenkind sich in eine Richtung entwickelt, die ihm ein erfülltes Leben ermöglicht...

    Bitte um Entschuldigung für das lange Posting, aber das mußte einmal raus...

  6. Ausgezeichneter KommentatorTiroler Madl
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    11. Juni 2019 11:45

    Selbstverständlich ist eine Wertschätzung von kinderreichen, einheimischen Familien durch den Staat, wie es in Ungarn neuerdings praktiziert wird, sehr wünschenswert, doch das eigentliche Problem liegt tiefer. Die Ängste vor materiellen Engpässen, vor allem davor, den Kindern nicht alles bieten zu können, was andere haben, ist nur ein Aspekt, der junge Menschen vor Kindern zurückschrecken lässt. Kinder machen Arbeit, Mühe, bedeuten auch Opfer und Verzicht, das haben viele junge Menschen heute nicht mehr gelernt und scheuen es, ihre Komfortzone zu verlassen.

    Wir bräuchten dringend eine Imagekampagne für Familien, für gesunde, intakte Familien mit mehreren Kindern. In der Werbung und in Filmen geht der Trend genau in die falsche Richtung: Alleinerzieher oder noch besser Patchwork- oder so genannte Regenbogenfamiien anstatt der verpönten Familie aus Vater, Mutter und Kindern.

    Ich erlebe in meinem Umfeld in einer kleinen Berggemeinde allerdings eine Gegenbewegung. Die Dreikindfamilie ist heute schon sehr weit verbreitet. Manche haben auch wieder vier Kinder. Mein Mann und ich haben sechs Kinder im Alter zwischen 13 Jahren und 8 Monaten. Es ist ein großes Abenteuer und auch wir müssen gegen unseren Egoismus ankämpfen und ja, es macht Mühe, Kinder zu erziehen und ihren Forderungen zu widerstehen. Mir persönlich gibt der Glaube an Gott den Mut und die Kraft dazu.

    Ich denke angesichts der Kinderlosigkeit in Mitteleuropa immer wieder an einen Spruch aus meinem Poesiealbum:
    Jedes Kind ist uns ein Zeichen, dass Gott noch nicht am Mensch verzweifelt.

  7. Ausgezeichneter KommentatorEl Dorado
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    09. Juni 2019 11:05

    Sehr geehrter Dr. Seyerl, vielen Dank für den Bericht. Das erweckt nostalgische Erinnerungen an meine eigene schöne Kindheit. Das wunderbare Eishockey konnten wir uns damals noch nicht leisten, trotzdem haben wir alle Formen des Mannschaftssportes betrieben und die Schule ohne Nachhilfe geschafft. Man lernt nie aus und ich denke, dass wir nun versuchen müssen, aus dem medialen overkill die seriösen und nachhaltigen Informationen zu selektieren. Basis dafür ist eine weltoffene aber kritische Grundhaltung (dazu gehört auch bisherige Eigenmeinungen in Abständen zu hinterfragen). Mit Wissen und Erfahrung können wir stabile Grundsätze bilden, die uns vor Hysterie, Oberflächlichkeit und Geltungssucht schützen.

alle Kommentare

  1. Heimgarten (kein Partner)
    16. Juni 2019 20:22

    Wenn wir den verabscheuungswürdigen Kindesmord wieder unter Strafe stellten, wäre schon ein Teil des Problems gelöst. Dieser Tatbestand wird überhaupt nicht mehr thematisiert. Alle haben sich damit abgefunden. Arme kleine Kinder.

  2. Wise Wolf CEE (kein Partner)
    12. Juni 2019 09:25

    Ich habe auch solche Jugend erlebt aber der Autor hat nicht reflektiert.

    Strenge Erziehung: Deswegen gibt es so viele versteckte Aggression, Posttraumsyndrome, psychische Störungen die unter raunen bekannt sind... wenn es so erfolgreich war, warum ist es jetzt schief gelaufen?

    " Viele Väter machen ja mit, aber die Mütter sind die besseren Erzieher!" Väter werden mit Staatsgewalt von Kindern ferngehalten. Kindergärten, Schulen, explodierende Zahlen der Alleinverziehenden und angeblich nicht interessierte Väter... Die Kinder werden fast nur von Frauen sozialisiert und erzogen.... Ist es nicht ein Widerspruch?

    Gesetzgebung, wenn ein Mann mehr als ein Kind hat, riskiert eigene Existenz.

  3. Tiroler Madl
    11. Juni 2019 11:45

    Selbstverständlich ist eine Wertschätzung von kinderreichen, einheimischen Familien durch den Staat, wie es in Ungarn neuerdings praktiziert wird, sehr wünschenswert, doch das eigentliche Problem liegt tiefer. Die Ängste vor materiellen Engpässen, vor allem davor, den Kindern nicht alles bieten zu können, was andere haben, ist nur ein Aspekt, der junge Menschen vor Kindern zurückschrecken lässt. Kinder machen Arbeit, Mühe, bedeuten auch Opfer und Verzicht, das haben viele junge Menschen heute nicht mehr gelernt und scheuen es, ihre Komfortzone zu verlassen.

    Wir bräuchten dringend eine Imagekampagne für Familien, für gesunde, intakte Familien mit mehreren Kindern. In der Werbung und in Filmen geht der Trend genau in die falsche Richtung: Alleinerzieher oder noch besser Patchwork- oder so genannte Regenbogenfamiien anstatt der verpönten Familie aus Vater, Mutter und Kindern.

    Ich erlebe in meinem Umfeld in einer kleinen Berggemeinde allerdings eine Gegenbewegung. Die Dreikindfamilie ist heute schon sehr weit verbreitet. Manche haben auch wieder vier Kinder. Mein Mann und ich haben sechs Kinder im Alter zwischen 13 Jahren und 8 Monaten. Es ist ein großes Abenteuer und auch wir müssen gegen unseren Egoismus ankämpfen und ja, es macht Mühe, Kinder zu erziehen und ihren Forderungen zu widerstehen. Mir persönlich gibt der Glaube an Gott den Mut und die Kraft dazu.

    Ich denke angesichts der Kinderlosigkeit in Mitteleuropa immer wieder an einen Spruch aus meinem Poesiealbum:
    Jedes Kind ist uns ein Zeichen, dass Gott noch nicht am Mensch verzweifelt.

  4. fxs (kein Partner)
    11. Juni 2019 08:43

    Eine Volkswirtschaft kann sich hohe Gehälter Sozialleistungen nur dann leisten, wenn das Land über etwas -etwa Bodensachätze- verfügt, die anderswo dringend gebraucht werden oder die Bewohner etwas leisten können, das anderswo so nicht geleistet werden kann. So konnte z.B. Europa durch Vewertung des technischen Know Hows höhere Löhne zahlen und Sozialleistungen eiinführen. Der Vorsprung an Know How ist allerdings im schwinden, vieles, das früher nur in Europa (oden den USA) geschaffen werden konnte, kann heute an vielen anderen Stellen auch geschaffen werden, zu wesentlich geringeren Kosten. Nur technisches Know How kann hohe Löhne und Sozialleistungen finanzieren. Die Schule ist gefordert!

  5. Jonas (kein Partner)
    10. Juni 2019 18:56

    Ingrid Bittner, nicht "danke Herr Bundespräsident", sondern "Scheiße gebaut Kanzler Kurz!!!"

  6. Torres (kein Partner)
    10. Juni 2019 14:08

    "Fachleute aus der linken Reichshälfte" - ein Widerspruch in sich.
    Außerdem tun unsere diversen Regierungen durchaus etwas zur Förderung sowohl des Bevölkerungswachstums als auch des Kinderreichtums: Sie importieren hundertausende steinzeitlich bis mittelalterlich geprägte Moslems, die jetzt und für alle Zukunft für beides sorgen.

  7. kiepura1902
    09. Juni 2019 15:01

    Ich danke Ihnen für diesen Artikel! Dabei mußte ich an meine Kindheit denken. Innerhalb knapp vier Jahre bekam meine Mutter drei Kinder (beim ersten - mir - waren beide Eltern 24 Jahre alt, knapp 12 Jahre nach mir kam noch eine Nachzüglerin; damals war meine Mutter 36, also in einem Alter, indem heute viele über das erste Kind nachdenken). Geld war knapp, meine Mutter blieb zu Hause, das damalige Überschwemmungsgebiet bei Floridsdorf war meine Spielwiese. Aufgrund meines wilden Naturells gab es kaum einen Tag, an dem ich nicht mit irgendeiner Wunde nach Hause kam, die wir mit Schnaps desinifisziert haben. Zu einer Zeit, als meine Klassenkameraden (in den 1970er Jahren) von Urlauben in Italien und Spanien schwärmten, machten wir wochenlang Ferien auf dem Bauernhof in Niederösterreich. Ich stand früher auf, als zu Schulzeiten, lernte Traktorfahren und Melken (und wurde von einer Kuh getreten), habe mit 12 Jahren mein erstes Huhn geschlachtet, gerupft, ausgenommen und danach gebraten, schwamm gemeinsam mit glücklichen Schweinen und einem Hund in einem Teich, habe mir tausend blaue Flecken geholt, bin beim Kirschenbrocken vom Baum gefallen und unverletzt wieder aufgestanden (heute wären die Bauersleute oder meinen Eltern dafür eingesperrt worden), wurde - ohne Folgeschäden - von wilden Bienen gestochen, weil ich ihren Honig stehlen wollte, habe Schweine gefüttert und Kühe beim Kalben gesehen, wir haben im Wald Tonnen von Schwammerl gefunden, ich habe Kuh- und Schweineställe ausgemistet und mir von einer brütenden Henne beinahe die Hand abhacken lassen, ich half beim Ausnehmen geschlachteter Schweine und genoß die auf offenem Feuer gebratenen Schnitzel. All das unter Umständen, die bei heutigen Helikoptereltern hysterische Schnappatmung verursachen. Allerdings habe ich bis heute ein exzellentes Immunsystem (von zwei Operationen abgesehen, befand ich mich in den letzten 20 Jahren keine 10 Tage in Krankenstand und kaum eine Grippewelle konnte mir was anhaben).

    Meine Eltern haben das Fernsehschauen strikt limitiert, deshalb habe ich mich - wie Sie - in Hunderte Bücher vergraben (natürlich auch Karl May) und meinem Großvater beim Erzählen hunderter Geschichten zugehört. Meine Frau und ich haben leider keine Kinder, nicht, weil wir nicht wollten, sondern weil es nie funktioniert hat (auch nicht nach einer Hormontherapie, die wir abgebrochen haben, weil meine Frau aufgrund der Nebenwirkungen schon Selbstmordgedanken hatte). Deshalb kümmern wir uns heute um unser Patenkind, das unter denkbar schwierigen Umständen aufgewachsen ist und das wir heute so gut wie möglich unterstützen...

    Allen, die mit ihrem Kinderwunsch "warten" wollen sage ich: es gibt keinen guten oder schlechten Zeitpunkt, Kinder zu bekommen. Ich hatte eine Kollegin, die mit 21 drei Kinder hatte und glücklich damit ist. Heute ist sie 37, die jüngste ist 16, die beiden älteren sind aus dem Haus, sie arbeitet wieder und genießt mit dem Vater ihrer Kinder das Leben. Ich kenne ein Paar, das 20 Jahre zusammen war, bevor dessen erstes Kind auf die Welt kam (damals waren sie beide um die 40); heute haben sie drei Kinder zwischen 5 und 10 und sind hochzufrieden. Ich kenne aber auch Leute, deren langjährige Partnerschaft nach dem ersten Kind zerbrochen ist. Auch kürzlich hat mir eine 40jährige Kollegin unter Tränen erzählt, daß sie so gern ein Kind hätte, vor lauter Karriere aber keine tragfähige Partnerschaft aufgebaut hat und nicht weiß, wo sie jetzt einen Vater für ihre potentiellen Kinder hernehmen soll...

    Heute bin ich 53 und freue mich gemeinsam mit meiner Frau (50) des Lebens und wir beide arbeiten daran, daß unser Patenkind sich in eine Richtung entwickelt, die ihm ein erfülltes Leben ermöglicht...

    Bitte um Entschuldigung für das lange Posting, aber das mußte einmal raus...

  8. El Dorado
    09. Juni 2019 11:05

    Sehr geehrter Dr. Seyerl, vielen Dank für den Bericht. Das erweckt nostalgische Erinnerungen an meine eigene schöne Kindheit. Das wunderbare Eishockey konnten wir uns damals noch nicht leisten, trotzdem haben wir alle Formen des Mannschaftssportes betrieben und die Schule ohne Nachhilfe geschafft. Man lernt nie aus und ich denke, dass wir nun versuchen müssen, aus dem medialen overkill die seriösen und nachhaltigen Informationen zu selektieren. Basis dafür ist eine weltoffene aber kritische Grundhaltung (dazu gehört auch bisherige Eigenmeinungen in Abständen zu hinterfragen). Mit Wissen und Erfahrung können wir stabile Grundsätze bilden, die uns vor Hysterie, Oberflächlichkeit und Geltungssucht schützen.

  9. Ausgebeuteter
    09. Juni 2019 07:17

    Die Zukunft gehört der Jugend ...
    ... und ohne Jugend haben wir keine Zukunft.

    • Angespannter SKLAVE (kein Partner)
      12. Juni 2019 09:29

      Welcher Zukunft? Wie soll sie aussehen?
      PS. In Wien sehe ich eine echte Invasion von Kinderwagen....

  10. MF
    08. Juni 2019 23:24

    Aufgrund der schlechten Stadtplannung gibt es heute in den modernen Großstädten zu viele Wohnbauten, die Kindern keinen direkten Zugang zur Natur ermöglichen. Kinder sollten regelmäßig auf Naturanlagen mit Wiesen und diverser Natur spielen und sich dort auch sicher fühlen.

    Vor 60 Jahren war der Weg zur Schule für die Gesundheit der Kinder durchaus förderlich. Heute gibt es in den Großstädten mehr Autos, Lärm, Dreck und Stress. Heute schadet der Weg zur Schule die Kinder.

    Generell sind mediale Inhalte (Fernsehen, Smartphone, PC etc) heute weniger kindgerecht. Das Kindesgehirn wird zu sehr stimuliert und kommt nicht zur Ruhe. Die Konzentration leidet.

    Heute glaubt fast jedes 14 Jährige Kind, dass es zumindest so tun muss als ob es mit einem anderen Kind "geht". Brüderliche Freundschaft, Kameradschaft und Kollektivität, die für die Kindesentwicklung während der Adoleszenz essentiell sind, werden mangels Reife frühzeitig und unnötigerweise durch emotionale Ambiguitäten und Zwänge im Spannungsfeld zwischen weiblich und männlich geschwächt. Soziale Kompetenzen gehen verloren.

    Finanzielle Anreize alleine reichen wahrscheinlich nicht mehr. Paare wünschen sich keine Kinder, weil moderne Großstädte, Zustände in vielen Schulen und eine zunehmend ideologisierte anti-Familie Gesellschaft, nicht die beste Umgebung für die Kindesentwicklung darstellen. Frauen sollen sich zunehmend wie Männer verhalten und werden in "Karrieren" gedrängt. Die Bedeutsamkeit von Mutterschaft, Mütterlichkeit und der ehelichen Lebensgemeinschaft von Mann und Frau wird zunehmend ausgeblendet.

    • Weisser Ritter (kein Partner)
      12. Juni 2019 09:33

      Frauen haben die ungeschriebenen Vertrag zwischen Mann und Frau gekündigt.. Vernünftiger Mann spielt nicht mit... Deswegen gibt es wachsende Bewegungen wie MGTOW oder red Pill, wie bei FPÖ, sagt es aber keiner laut... Sonst stimmt alles was Sie geschrieben haben...

  11. oberösi
    08. Juni 2019 14:33

    Kinder kosten einfach zuviel. Den jungen Erwachsenen nehmen sie die Möglichkeit zum Zweitwagen, zur Dachterrassenwohnung in der Innenstadt, zum Selbstfindungssabbatical auf der Treckingtour durch die Innere Mongolei. Und den Pensionisten die Möglichkeit, jährlich zumindest zweimal die wohlverdienten Pensionsprivilegien (bei der Stadt Wien schon ab 55) auf dem Kreuzfahrtschiff zu genießen. Schlicht: zur Teilhabe an einem selbstbestimmten, bewußten, erfüllten und emanzipierten Leben.

    Noch jede Zivilisation ist unter anderem nicht unwesentlich an ihrer Bereitschaft, Kinder in die Welt zu setzen, zugrunde gegangen. Offensichtlich ein weises Korrektiv der Natur, damit auch andere zum Zug kommen und das Rad sich weiterdreht.

    Im übrigen sehe ich das als Vater von drei Kindern gelassen. Gegen diese Gesetzmäßigkeit gibts kein Ankämpfen, höchstens kleine Verschnaufpausen, punktuelle Erfolge. Denn auch die Ungarn werden aufs Kinderkriegen vergessen, wenn sie erst einmal ein gewisses materielles Niveau erreicht haben.

    Irgendwann werden die vorgeblichen Nachteile der Kinderaufzucht in einer Gesellschaft, in der sich alles um materielle Optimierung der eigenen Person dreht (jünger, reicher, schöner, gesünder), so groß, daß die meisten drauf verzichten und sich der herrschenden Lebensphilosophie anschließen: Hol dir was dir zusteht, und zwar hier und jetzt. Und im übrigen: hinter mir die Sintflut.

    • oberösi
      08. Juni 2019 15:08

      Der Zug ist im Westen abgefahren, definitiv. Es werden aber Zeiten kommen, in denen der Zweck unseres Menschseins wieder selbstverständlich wird: das Hineingeborenwerden in eine Familie, die Aufzucht eigener Kinder und ein Tod in Würde als natürlicher Abschluß oder Übergang oder wie auch immer, nachdem man seinen Teil zum ewigen Fluß beigetragen hat. Und nicht als mallorcagebräunter, xfach durch kosmetische OPs ins Groteske getunter, lächerlicher, ewig junger Zombie, der einfach nicht abtreten will, dement in einem Seniorensilo verschimmelt.

    • Wyatt
      09. Juni 2019 04:47

      *******
      *******
      *******

    • Bürgermeister
      09. Juni 2019 13:22

      Ich hatte vor 2 Jahren das 30jährige Maturatreffen. Da waren auch einige Frauen ohne Kinder dabei die mehrere Selbstfindungsseminare hinter sich hatten, geholfen hat es aber nicht.

      Zurückgeblickt wie es mit 19 war und irgendwie das Gefühl das Leben vertan zu haben, innere Verzweiflung und Leere trotz materieller Sicherheit.

      Bestimmte Fehler muss man selber machen um zu begreifen, aber ob die Ungarn wirklich dem Westen in seine Leere folgen werden?

  12. Ingrid Bittner
    08. Juni 2019 14:13

    Zu der unendlichen Geschichte mit den Schulnoten meine ich schon gehört zu haben, dass die neue, die Übergangsregierung nicht nur, wie versprochen, die Ministerien verwaltet, nein sie ist tätig! Die Einführung der Ziffernnoten wird offenbar auch schon wieder rückgängig gemacht, kommt ja von schwarz-blau, sowas kann man nicht brauchen, und so geht es hin und hin.
    Alle Errungenschaften der letzten beiden Jahre werden bereits wieder aufgehoben.
    Danke Herr Bundespräsident, dass sie diesen Zirkus nicht verhindert haben.





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