Macht einfach euren Job. Danke

Lesezeit: 4:00

Kaiser Franz Josephs große Leidenschaft war die Jagd. 55.000 Stück Wild soll er erlegt haben. Andere Quellen sprechen gar von über 100.000. Besonders gerne ist der Kaiser auf Gamsjagd gegangen. In seiner Sommerresidenz in Bad Ischl hängen hunderte Trophäen. Besonders beeindruckend sind die Treppenaufgänge der Kaiservilla mit ihren unzähligen Geweihen, Tierköpfen und anderen Jagdtrophäen.

Der Kaiser weilte während der Sommermonate in Bad Ischl und lenkte von seiner Villa aus die Geschicke der Monarchie. Vor wenigen Tagen besuchte ich die Kaiservilla und musste mich ärgern. Wer die Sommerresidenz des Kaisers von innen sehen möchte, kann das nur im Rahmen einer Führung tun. Gemeinsam mit rund 30 anderen Touristen lasse ich mir von einer älteren Dame im Dirndl die Räumlichkeiten und Gemächer von Franz Joseph und Elisabeth zeigen.

Weil es kaum eine Ecke in dem Gebäude gibt, in der keine Geweihe oder Tierköpfe hängen, betont unsere Führerin, dass sie die Jagd ablehne, der Kaiser aber, fügt sie entschuldigend hinzu, sei eben ein begeisterter Jäger gewesen. Ihre Sache sei das nicht, all die Geweihe würden schon etwas befremdlich wirken.

Das wiederholt sie beim Rundgang durch die Villa mehrmals, schließlich sind die Trophäen allgegenwärtig. Viel mehr Infos über die Jagdleidenschaft des Monarchen, außer dass die Führerin sie nicht teilt, bekomme ich nicht. Die meisten Besucher scheint das nicht zu stören. Sie - vor allem die Damen - nicken meist zustimmend, wenn sich unsere Führerin über die Jagd empört und man ist offenbar furchtbar stolz, dass man selbst keine Tiere tötet, sondern nur töten lässt. Jedenfalls fühlt man sich dem Kaiser nicht nur in diesem Punkt moralisch überlegen.

Ich hingegen muss mich zurückhalten, um die gute Frau nicht anzuherrschen, dass es mir völlig egal sei, wie sie zur Jagd stehe, ob sie sie als barbarisch, brutal, verwerflich, widerlich oder was auch immer ablehne. Es interessiert mich einfach nicht. Ich habe den Eintritt und die Führung nicht bezahlt, um etwas über die persönlichen Vorlieben und Abneigungen einer Fremdenführerin zu erfahren. Sie soll ihren Job machen und mich mit ihren Befindlichkeiten, ihrer Moral und ihrer politischen Orientierung verschonen. Ich habe mich bis zum Schluss zurückgehalten, weil ich meine Begleiterin nicht in Verlegenheit bringen wollte.

Und warum hat uns die Fremdenführerin das erzählt? Weil sie offenbar der Überzeugung ist, dass es von ihr erwartet wird. Weil die "kultivierten und gebildeten " Menschen, die die Kaiservilla besuchen, über die Jagd genauso denken wie sie selbst. Weil es in unserer politisch korrekten Gesellschaft zum guten Ton bzw. mittlerweile zur Pflicht gehört, dass jeder, vom Promi bis hin zum Fremdenführer, seine korrekte Geisteshaltung unablässig unter Beweis zu stellen hat, sein politisch korrektes Glaubensbekenntnis vor den anderen Gläubigen ablegen muss, um zu beweisen, dass er kein Rechter, kein Tiermörder, kein Klimaleugner, sondern ein guter Mensch, Teil der Gemeinschaft der moralisch Überlegenen ist. Man stelle sich vor, die Dame hätte sich als begeisterte Jägerin geoutet.

Es ist ein unerträgliches Zeitgeistphänomen, dass wirklich jeder in unserer angeblich so freien, vielfältigen, demokratischen und individualistischen Gesellschaft permanent seine Mitmenschen darüber informiert, wo er ideologisch steht, welche politischen und moralischen Standpunkte er vertritt, wofür und wogegen er sich engagiert. Journalisten schaffen es nicht mehr, eine neutrale Meldung zu schreiben, beim Smalltalk erzählt mir der Kellner wie dumm Donald Trump sei, TV-Seriendarsteller versuchen ihren Fans zu erklären, welche Partei sie zu wählen haben und jeder Musiker, der mehr als zwei Akkorde auf seiner Gitarre schrummeln kann, fühlt sich verpflichtet, das politische Weltgeschehen zu kommentieren.

Stopp. Eure politisch korrekte Einheitsmeinung, auf die ihr so stolz seid, interessiert mich nicht. Ich will nicht wissen, was mein Friseur über Kapitalismus, der Taxler über die ÖVP, der Kellner über den Klimawandel, mein Steuerberater über Bio-Lebensmittel, ein Unterhaltungssänger über die Ibiza-Affäre und ein Schauspieler über Einwanderung denkt. Denn diejenigen, die ihre Meinung und politische Einstellungen gerne und oft hinausposaunen, haben in der Regel ohnehin nur die von der politisch korrekten Klasse erwünschte und normierte. Deshalb sind sie so mitteilsam und stolz. Wer gegen den linken Mainstream schwimmt, bekommt in der Regel wenig Applaus und Anerkennung. Dass Kapitalismus nicht das Problem, sondern die Lösung, die Energiewende ein Schwachsinn, die in Europa vorherrschende Technikfeindlichkeit eine Katstrophe ist, hört man im Small Talk praktisch nie.

Und weil ich, so wie in der Kaiservilla, wenig Lust habe, permanent auf Konfrontationskurs zu gehen, mit Menschen zu diskutieren, deren Einheitsmeinung mich ohnehin nicht interessiert, halte ich mich in der Regel zurück. Wie angenehm ist es, mit dem Friseur übers Wetter - nicht über das Klima -, mit dem Steuerberater über die Mercedes A-Klasse oder dem Kellner über Weinbaugebiete zu plaudern. Waidmannsheil.

Werner Reichel ist Autor und Journalist. Sein neues Buch "Der deutsche Willkommenswahn – Eine Chronik in kommentierten Zitaten 2015-2016" ist soeben bei Frank&Frei erschienen.

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  1. Ausgezeichneter Kommentatorglockenblumen
    12x Ausgezeichneter Kommentar
    29. Juni 2019 08:16

    "... vor allem die Damen - nicken meist zustimmend, wenn sich unsere Führerin über die Jagd empört und man ist offenbar furchtbar stolz, dass man selbst keine Tiere tötet...."

    Aber Rehfilet und Hirschrücken verspeisen diese blöden Weiber wahrscheinlich gerne...
    Jeden Tag will man alles haben, aber WIE man dazu kommt, das will man nicht wissen, man ist ja schließlich kein "Bambimörder"
    Dabei lebt Wild "artgerecht", das Fleisch ist fettarm und von bestem Geschmack!

    Über das arme Bambi plärren diese Frauoide Krokodilstränen, während sie völlig ohne Skrupel millionenfachen Menschenbaby-Mord als Fortschritt beklatschen!

    Genau dieser menschenverachtende Widerspruch, diese Gewissenlosigkeit, Verlogenheit, Heuchelei und Schamlosigkeit prägen die "politische Korrektheit"
    doch darüber haben die Bessermenschen in ihrem hehren pc-Dasein noch keinen Gedanken verschwendet, sie sind ja den pöööhsen Rächten moralisch haushoch überlegen.
    Da blendet man die Wahrheit nur zu gerne aus und ersetzt sie durch Dogmen aus der kommunistisch-sozialistisch gemusterten "Schatzkiste".

    Sollten diesen selbsternannten Bessermenschen jemals die Augen aufgehen, werden sie erneut und erbärmlich "nie wieder" jammern....

    P.S. Respekt Herr Reichel, ich wäre dieser unsäglichen Führerin übers Maul gefahren!

  2. Ausgezeichneter KommentatorDr.Markus Deim
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    29. Juni 2019 11:53

    Danke, Herr Reichel. Es tut gut, Ihren Beitrag zu lesen. Wenn man weiß, wie es in der industriellen Fleischproduktion zugeht, dann schmeckt der selbsterbeutete Rehrücken gleich viel besser. Allerdings möchte ich anmerken, dass es gar nicht so wenige Gutmenschen gibt, die das Argument, dass Wildfleisch, also Wildpret, eigentlich ein Bioprodukt ist, dann doch gelten lassen und es begeistert verzehren. Vielleicht ist ja doch noch nicht alles verloren. Ich jedenfalls "arbeite" sehr gerne mit dem Argument, dass ein stück Wild bis zum Zeitpunkt seiner Erlegung eigentlich in der freien Natur ohne irgendwelche menschlichen Kunstgriffe heranwächst und im optimalen Fall nur sehr kurz nach dem Schuss zu leiden hat. Viele normale Menschen sehen das ein, einem Fanatiker ist ohnehin nicht beizukommen. Ein schönes Wochenende noch!

  3. Ausgezeichneter KommentatorPeter Kurz
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    29. Juni 2019 09:33

    "Und weil ich wenig Lust habe, permanent auf Konfrontationskurs zu gehen, mit Menschen zu diskutieren, ... halte ich mich in der Regel zurück."
    Und genau das ist das Problem in unserer heutigen Gesellschaft!
    Die Linksfortschrittlichen können lauthals, mit voller Überzeugung und unwidersprochen ihre Botschaften unters Volk bringen.
    Weil hochintelligente und konservative Menschen, wie in diesem Fall Hr. Reichel, zu bequem und/oder zu ängstlich sind, auch nur ein kleines Gegenargument zu bringen.
    Dadurch überlassen wir den Lauten und Linken das Spielfeld.

    Mir macht (gelegentlich) es großen Spaß, Linke mit wohlbegründeten Argumenten aus der Komfortzone zu holen.
    Meistens folgt:
    -Rascher Themenwechsel, oder
    -emotionale Empörung flankiert mit hilflosen persönlichen Angriffen.
    Wenn man als Antwort lächelnd weitere wohlbegründete Argumente nachschiebt ergreifen die meisten Linken die Flucht.
    Harhar!
    Probiert es selbst aus!

  4. Ausgezeichneter KommentatorIngrid Bittner
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    29. Juni 2019 14:32

    @Werner Reichel: danke, großartig!
    Aus meinem persönlichen Erleben: nach mehr als dreissig Jahren in der Juristerei habe ich noch eine völlige andere Berufsausbildung gemacht: ich habe Reiseleiterin gelernt. Ich erinnere mich noch gut an meine erste Unterrichtseinheit: da hiess es man habe keine Religionsabzeichen zu tragen und auch nicht die persönliche Ansicht dazu abzugeben, man habe sich "ordentlich" zu kleiden, man habe seine politischen und sonstigen persönlichen Ansichten selbstverständlich für sich zu behalten, und so weiter und so fort, aber das wird manchmal schwer, wenn man über ein Land oder eine Stadt zu referieren hat und das möglichst neutral tun muss. Tja gelernt wäre gelernt, ob Schlossführer oder Politiker, ohne Lehre geht gar nix..

  5. Ausgezeichneter KommentatorJohn
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    29. Juni 2019 10:17

    Einfach großartiger Text, danke!

  6. Ausgezeichneter KommentatorWise Wolf CEE
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Juli 2019 10:05

    Danke, perfekt! Leider ist die Gesellschaft "überideologisiert" . Dazu kommt, dass die Meisten keine Professionalität und/oder Individualität besitzen und sich so hinter korrekte Aussagen verstecken... Leider von diese Virus sind außer anderen auch Bildung und Justiz "infiziert"....

  7. Ausgezeichneter KommentatorPoliticus1
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    29. Juni 2019 09:04

    Widerspruch!
    Tratsch und Meinungen gehören zum Friseurbesuch oder zur Taxifahrt dazu.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorWise Wolf CEE
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Juli 2019 10:05

    Danke, perfekt! Leider ist die Gesellschaft "überideologisiert" . Dazu kommt, dass die Meisten keine Professionalität und/oder Individualität besitzen und sich so hinter korrekte Aussagen verstecken... Leider von diese Virus sind außer anderen auch Bildung und Justiz "infiziert"....

  2. Ausgezeichneter KommentatorNeppomuck
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Juli 2019 14:35

    Typologie

    Sind Sie Linker, sind Sie Rechter,
    oder „nur“ Vernunft-Verächter,
    sind Sie leise oder laut,
    winseln Sie, wenn man Sie haut,
    oder hauen Sie zurück,
    glauben Sie an Gott und Glück,
    oder sind Sie Fatalist,
    dem nicht zuzutrauen ist,
    dass er seines Lebens Bahn
    proaktiv verändern kann,
    sind Sie Kuchen oder Krümel,
    heißem Kurz Sie oder Blümel,
    oder Kogler, Kickl, Rendi,
    sind Sie Pfaffe, gar Effendi,
    Lohnempfänger, Ich-AG,
    CEO – tut auch nicht weh,
    eines sollte jeder trachten,
    statt den andern zu verachten:
    Spüre auf der Frage Sinn,
    dann erst gib dich dafür hin,
    forsch zu kategorisieren,
    um nicht falsch zu nivellieren.
    Oben, unten, links und rechts,
    ist nicht Frage

alle Kommentare

  1. Neppomuck (kein Partner)
    01. Juli 2019 14:35

    Typologie

    Sind Sie Linker, sind Sie Rechter,
    oder „nur“ Vernunft-Verächter,
    sind Sie leise oder laut,
    winseln Sie, wenn man Sie haut,
    oder hauen Sie zurück,
    glauben Sie an Gott und Glück,
    oder sind Sie Fatalist,
    dem nicht zuzutrauen ist,
    dass er seines Lebens Bahn
    proaktiv verändern kann,
    sind Sie Kuchen oder Krümel,
    heißem Kurz Sie oder Blümel,
    oder Kogler, Kickl, Rendi,
    sind Sie Pfaffe, gar Effendi,
    Lohnempfänger, Ich-AG,
    CEO – tut auch nicht weh,
    eines sollte jeder trachten,
    statt den andern zu verachten:
    Spüre auf der Frage Sinn,
    dann erst gib dich dafür hin,
    forsch zu kategorisieren,
    um nicht falsch zu nivellieren.
    Oben, unten, links und rechts,
    ist nicht Frage

    • Neppomuck (kein Partner)
      01. Juli 2019 14:37

      ....

      ist nicht Frage des "Geschlechts",
      sondern eine der Vernunft.
      Ganz egal, aus welcher Zunft,
      Windrichtung und Breitenkreis
      man sich eingewandert weiß.
      Dann, nur dann, ist in der Tat
      man ein guter Demokrat.

    • Undine
      01. Juli 2019 23:16

      @Neppomuck

      ********************************
      ********************************
      ********************************+!

  2. Wise Wolf CEE (kein Partner)
    01. Juli 2019 10:05

    Danke, perfekt! Leider ist die Gesellschaft "überideologisiert" . Dazu kommt, dass die Meisten keine Professionalität und/oder Individualität besitzen und sich so hinter korrekte Aussagen verstecken... Leider von diese Virus sind außer anderen auch Bildung und Justiz "infiziert"....

  3. fewe (kein Partner)
    01. Juli 2019 09:13

    Ja, es ist so wie in der Nazizeit. So wie mir das meine Großeltern erzählt hatten.

    Das selbe in Grün. Lediglich die Feindbilder wurden ausgetauscht.

    Essen aus dem Reformhaus - heute: Bioladen genannt -, möglichst vegetarisch und viel Sport war ja auch eine Vorliebe von Nazis.

  4. Kyrios Doulos
    01. Juli 2019 08:25

    Sie haben mir aus der Seele gesprochen, Herr Reichel. Das tut so richti gut. Ich danke Ihnen!

  5. socrates
    30. Juni 2019 09:10

    Wer noch immer ORF schaut hat mit Armin Wolf ein gutes Beispiel wie man es nicht macht. Wenn eine Karriere geile Kleine die Medien studiert, macht sie es nach. Es ist abstoßend.
    Wie es gemacht werden soll zeigte Putin In einem Interview mit der Financial Times, das lange Zeit gut verlief, begann der Interviewer ihn zu unterbrechen und gegenteilige vorzudringen. Putin erwiderte ungefähr "Es war bis jetzt ein gutes Interview, wo beide zu ihren Ansichten gekommen sind
    " Damit war das Gespräch praktisch zu Ende. Die Qualitätszeitungen bringen meist das Interview im Wortlaut, hier fehlt das und die FT verbreitet ihre Meinung.

  6. socrates
    30. Juni 2019 06:57

    Bei der französischen Revolution wurde jedem Bauern und Bürger die "Freie Jagd" versprochen. Die Privilegien des Adels sollen fallen versprachen ihre Macher, die Freimaurer Waffen für jedermann. . Tatsächlich wurde es kurzzeitig eingeführt. Kaum an der Macht wurde es wieder stark eingeschränkt oder verboten.
    Ideologisch besetzte Menschen sind intolerant, sie haben die Wahrheit gepachtet und indoktrinieren jeden den sie erwischen. Es ist die Aufgabe der Leitung solche Typen zu entfernen. Die Roten machen das blitzschnell, die Schwarzen und Klerikalen sind tolerant und helfen sogar mit wenn es sie nichts kostet.

  7. Ingrid Bittner
    29. Juni 2019 14:32

    @Werner Reichel: danke, großartig!
    Aus meinem persönlichen Erleben: nach mehr als dreissig Jahren in der Juristerei habe ich noch eine völlige andere Berufsausbildung gemacht: ich habe Reiseleiterin gelernt. Ich erinnere mich noch gut an meine erste Unterrichtseinheit: da hiess es man habe keine Religionsabzeichen zu tragen und auch nicht die persönliche Ansicht dazu abzugeben, man habe sich "ordentlich" zu kleiden, man habe seine politischen und sonstigen persönlichen Ansichten selbstverständlich für sich zu behalten, und so weiter und so fort, aber das wird manchmal schwer, wenn man über ein Land oder eine Stadt zu referieren hat und das möglichst neutral tun muss. Tja gelernt wäre gelernt, ob Schlossführer oder Politiker, ohne Lehre geht gar nix..

  8. Dr.Markus Deim
    29. Juni 2019 11:53

    Danke, Herr Reichel. Es tut gut, Ihren Beitrag zu lesen. Wenn man weiß, wie es in der industriellen Fleischproduktion zugeht, dann schmeckt der selbsterbeutete Rehrücken gleich viel besser. Allerdings möchte ich anmerken, dass es gar nicht so wenige Gutmenschen gibt, die das Argument, dass Wildfleisch, also Wildpret, eigentlich ein Bioprodukt ist, dann doch gelten lassen und es begeistert verzehren. Vielleicht ist ja doch noch nicht alles verloren. Ich jedenfalls "arbeite" sehr gerne mit dem Argument, dass ein stück Wild bis zum Zeitpunkt seiner Erlegung eigentlich in der freien Natur ohne irgendwelche menschlichen Kunstgriffe heranwächst und im optimalen Fall nur sehr kurz nach dem Schuss zu leiden hat. Viele normale Menschen sehen das ein, einem Fanatiker ist ohnehin nicht beizukommen. Ein schönes Wochenende noch!

    • Ausgebeuteter
      30. Juni 2019 11:58

      Die Jagd hat ihre Berechtigung, denn natürliche Feinde von Schwarz- und Rotwild gibt es nicht mehr, welche einen Überbestand regulierten. Daher ist vernünftige Hege und Pflege der Jägerschaft angesagt, natürlich gibt es auch einige 'schwarze Schafe' unter der Jägerschaft, welche durch Aufzucht und späterer Treibjagd das Gleichgewicht stören. Es gibt auch Abschussquoten, um die Tieranzahl im Zaum zu halten, damit auch der Waldbesitz nicht zu stark geschädigt wird. Ebenfalls werden kranke Tiere beobachtet und ggfs. erlegt.
      Ich bin ein Nichtjäger, anerkenne aber die nützliche Funktion der Wildtierepflege.

  9. Jim Panse
    29. Juni 2019 10:28

    Hat zwar nicht unmittelbar damit zu tun, aber die SED Nomenklatura hat die ehemaligen Kaiserlichen Jagdgebiete für sich vereinnahmt und quasi den gleichen Jagdkult betrieben.

  10. John
    29. Juni 2019 10:17

    Einfach großartiger Text, danke!

  11. Peter Kurz
    29. Juni 2019 09:33

    "Und weil ich wenig Lust habe, permanent auf Konfrontationskurs zu gehen, mit Menschen zu diskutieren, ... halte ich mich in der Regel zurück."
    Und genau das ist das Problem in unserer heutigen Gesellschaft!
    Die Linksfortschrittlichen können lauthals, mit voller Überzeugung und unwidersprochen ihre Botschaften unters Volk bringen.
    Weil hochintelligente und konservative Menschen, wie in diesem Fall Hr. Reichel, zu bequem und/oder zu ängstlich sind, auch nur ein kleines Gegenargument zu bringen.
    Dadurch überlassen wir den Lauten und Linken das Spielfeld.

    Mir macht (gelegentlich) es großen Spaß, Linke mit wohlbegründeten Argumenten aus der Komfortzone zu holen.
    Meistens folgt:
    -Rascher Themenwechsel, oder
    -emotionale Empörung flankiert mit hilflosen persönlichen Angriffen.
    Wenn man als Antwort lächelnd weitere wohlbegründete Argumente nachschiebt ergreifen die meisten Linken die Flucht.
    Harhar!
    Probiert es selbst aus!

    • Konrad Loräntz
      29. Juni 2019 10:46

      Das Problem ist nur: man wandelt dann sehr alleine auf weiter Flur

    • otti
      30. Juni 2019 09:03

      Peter Kurz : Herr Reichel ist NICHT zu bequem/ängstlich ! Sein Buch, seine Artikel sind ein einziger Kampf gegen diese Tyrannei !

      Nur dort, wo es absolut sinnlos ist zu diskutieren, sollte man seine Energie sparen !
      Ehemalige Freunde verliert man sowieso noch genug.

    • Tegernseer
      30. Juni 2019 12:53

      *****************

    • Tegernseer
      30. Juni 2019 12:55

      **********
      @Konrad Loräntz: das stimmt nicht, probieren Sie es mal auch. Sie werden bald sehen, dass Sie bald andere, bessere Bekanntschaften machen.

  12. Politicus1
    29. Juni 2019 09:04

    Widerspruch!
    Tratsch und Meinungen gehören zum Friseurbesuch oder zur Taxifahrt dazu.

  13. glockenblumen
    29. Juni 2019 08:16

    "... vor allem die Damen - nicken meist zustimmend, wenn sich unsere Führerin über die Jagd empört und man ist offenbar furchtbar stolz, dass man selbst keine Tiere tötet...."

    Aber Rehfilet und Hirschrücken verspeisen diese blöden Weiber wahrscheinlich gerne...
    Jeden Tag will man alles haben, aber WIE man dazu kommt, das will man nicht wissen, man ist ja schließlich kein "Bambimörder"
    Dabei lebt Wild "artgerecht", das Fleisch ist fettarm und von bestem Geschmack!

    Über das arme Bambi plärren diese Frauoide Krokodilstränen, während sie völlig ohne Skrupel millionenfachen Menschenbaby-Mord als Fortschritt beklatschen!

    Genau dieser menschenverachtende Widerspruch, diese Gewissenlosigkeit, Verlogenheit, Heuchelei und Schamlosigkeit prägen die "politische Korrektheit"
    doch darüber haben die Bessermenschen in ihrem hehren pc-Dasein noch keinen Gedanken verschwendet, sie sind ja den pöööhsen Rächten moralisch haushoch überlegen.
    Da blendet man die Wahrheit nur zu gerne aus und ersetzt sie durch Dogmen aus der kommunistisch-sozialistisch gemusterten "Schatzkiste".

    Sollten diesen selbsternannten Bessermenschen jemals die Augen aufgehen, werden sie erneut und erbärmlich "nie wieder" jammern....

    P.S. Respekt Herr Reichel, ich wäre dieser unsäglichen Führerin übers Maul gefahren!

    • Wyatt
      29. Juni 2019 08:38

      Werner Reichel
      u. glockenblumen; immer wieder:

      *****************
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      *****************





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