Karfreitag – von einer gerechten Lösung weit entfernt

Lesezeit: 4:30

So verständlich es ist, dass die Lösung der durch das EuGH-Urteil heraufbeschworenen Debatte nicht in einem zusätzlichen Feiertag für alle bestehen konnte, irritiert an der getroffenen Regelung doch einiges: Sie "privatisiert" einen für alle Christen wichtigen Tag, und sie ist geeignet, Anitisemitismus zu befördern, indem die Sonderregelung für den wichtigsten jüdischen Feiertag, Jom Kippur, unangetastet bleibt.

Religiöse Festtage, sofern sie nicht (auch) katholische Feiertage sind, sind nun in Österreich zur Privatsache degradiert. Das ist die bittere Botschaft mindestens für alle Protestanten. Sollte dies am Ende auch daran liegen, dass die theologische Bedeutung des Karfreitags – etwa durch Luther – wesentlich in Deutschland entwickelt wurde, und umso mehr dessen philosophische Bedeutung, wenn Hegel im Zuge seines Ansinnens, den Inhalt des Christentums philosophisch zu begreifen, von einem "spekulativen Karfreitag" sprechen konnte, aus welchem "die höchste Totalität in ihrem ganzen Ernst und aus ihrem tiefsten Grunde (...) in die heiterste Freiheit ihrer Gestalt auferstehen kann und muss"?

Ohne Karfreitag keine Auferstehung. Dies ist freilich kein Thema der Politik und soll es auch nicht sein, doch man hätte den Karfreitag gegen einen katholischen Feiertag tauschen können. Der von vielen vorgeschlagene Pfingstmontag ist kein guter Kandidat, da hier viele Kurzurlaube gebucht werden und der Tourismus geschwächt worden wäre. Hingegen liegt die theologische Bedeutung von Mariä Himmelfahrt oder Mariä Empfängnis – ganz im Gegensatz zum Karfreitag – wohl auch für 95 Prozent der Katholiken im Dunkeln. (Man kann schon von Glück sprechen, wenn das Immaculata-Dogma nicht mit der Jungfräulichkeit Mariens verwechselt wird. Von einer ausgearbeiteten, allgemeinen Bedeutung der Mariendogmen ist indes auch die Theologie weit entfernt.)

Natürlich bleibt ein gewisses Unbehagen: Warum nicht erforderlichenfalls auch für Jom Kippur einen katholischen Feiertag eintauschen, warum nicht eines Tages auch für das islamische Opferfest, warum nicht auch ein allgemeiner Feiertag der Buddhisten, Hindus, Sikhs usw.? Dann blieben irgendwann nur noch Weihnachten und Ostern als christliche Feiertage übrig.

Fakt ist, dass die Protestanten mehrfach geprellt wurden: Ihnen wurde entgegen urspünglicher Andeutungen etwas weggenommen, und zwar ein halber und schließlich ein ganzer Feiertag. Und wenn es ungerecht sei, dass einer mittlerweile kleinen Gruppe ein zusätzlicher Feiertag zusteht (das kann man in der Tat so sehen!), warum belässt man dann mit Jom Kippur den Feiertag einer noch kleineren Gruppe?

Die realpolitische Antwort auf diese letztere Frage ist glasklar: Wenn Juden ein Recht auf einen zusätzlichen Feiertag haben, so wäre dessen Streichung – formal betrachtet – eine "Entrechtung" der Juden. Doch so fing es bekanntlich schon in den 1930-er Jahren an. Warum sollte die türkis-blaue Regierung ohne Not ein derartiges Presseecho riskieren, wenn der EuGH ohnehin nur die Karfreitags-Regelung aufgehoben hat? Wozu Fleißaufgaben machen, wenn es einfacher geht?

Allerdings weiß jetzt die gesamte Bevölkerung, dass Juden mit Jom Kippur ein zusätzlicher Feiertag zusteht. (Auch der Verfasser dieses Kommentars wusste dies bis vor wenigen Tagen noch nicht.) Nun aber steht einzig und allein Juden ein zusätzlicher Feiertag zu.

Ob auch Jom Kippur im Zuge einer juristischen Anfechtung fallen würde, ist zudem fraglich. Hatte zunächst eine Arbeitsrechtlerin dieses Szenario noch für sehr wahrscheinlich erachtet, erklärte der Arbeitsrechtler Franz Marhold einen Tag später: Der Generalkollektivvertrag 1953 wurde kurz nach dem Ende des Nationalsozialismus unterzeichnet. Dies könne als Akt der Förderung des jüdischen Lebens in Österreich unmittelbar nach der Shoah interpretiert werden. Somit wäre die Ungleichbehandlung sachlich gerechtfertigt.

Mindestens österreichische Höchstgerichte, so steht zu befürchten, würden genau so argumentieren. So passierte auch das Sonderenteignungsgesetz betreffend eine oberösterreichische Immobilie anstandslos den VfGH. Auch, was die heutige EU betrifft, hat Robert Menasse leider in der Sache Recht, wenn er deren Gründungsakt auf das Gelände des ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz verlegt. Durch die Ungerechtigkeit des Nationalsozialismus wird die Ungerechtigkeit zum Recht erklärt – was nicht nur den Nationalsozialismus, sondern auch den Antisemitismus unverdient am Leben hält, ja erneuert.

Hinzu kommt, dass das Judentum in einer solchen Argumentation offenbar nicht (bloß) als Religion betrachtet wird, denn der Nationalsozialismus hatte dieses nicht "bloß" als Religion verfolgt. Was aber sei das Judentum dann? Schnell kommt einem das grausige, ebenfalls mit "R" beginnende Wort in den Sinn, womit einmal mehr nationalsozialistische Kategorien fortgeführt würden.

Eine gute Lösung wäre es, wenn die israelitische Kultusgemeinde von sich aus auf Jom Kippur verzichten würde (auch Jom Kippur kann ja immerhin als "Privatfeiertag" gewählt werden). Doch dies wird vermutlich nicht eintreten. Viel eher wird es dazu kommen, dass jemand, dessen Kind zufällig am 20. April geboren wurde und der daher diesen Tag als "Privatfeiertag" wählt, ins Visier des Verfassungsschutzes gerät.

Dennoch: Für die FPÖ ist die Zustimmung zu der offenbar von der ÖVP ausgegangenen Karfreitags-"Lösung" mit wenig Risiko verbunden: Evangelische Christen sind in Österreich traditionell SPÖ-nah, hier ist also nichts an Wählern zu verlieren. Und für enttäuschte Deutschnationale unter den Protestanten gibt es politisch keine Alternative zur FPÖ.

Blickt man in die fernere Zukunft, wird man allerdings ohnehin nicht darum herumkommen, die Anzahl der allgemein arbeitsfreien christlichen bzw. katholischen Feiertage zu überdenken. Dass eine bestimmte Religionsgemeinschaft, deren Anteil an der Gesamtbevölkerung insgesamt im Schwinden ist, exklusiv alle religionsbezogenen allgemeinen Feiertage "besetzt", wird irgendwann nicht mehr zu halten sein. Auch wenn dies noch viel mehr Personen nicht "schmeckt".

Wilfried Grießer, geboren 1973 in Wien, evangelisch A.B., im Zivilberuf Lehrer (und daher von der Neuregelung nicht persönlich betroffen), ist Philosoph und Buchautor.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorPeregrinus
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    04. März 2019 18:04

    So leidet es mir tut, aber das ganze Karfreitagsgerde ist eine Posse. Die beste Regel war die alte. Ein paar religiöse Minderheiten, insbesondere die Evangelischen, hatten mit dem Karfreitag einen zusätzlichen Feiertag. Das konnte keinem vernünftigen Menschen weh tun. Querulanten konnten daran aber Anstoß nehmen. Die alte Regelung verstieß nicht gegen den Gleichheitssatz. Einer Minderheit zusätzlich aus sachlichen Gründen - und die sind in diesem Falle gegeben - ist eine sachliche Differenzierung. Das haben die EuGH-Richter offenkundig nicht begriffen oder sie wollten es nicht. Ganz abgesehen davon, geht es im konkreten Fall um eine Frage, die keinerlei europaweite Bedeutung hat. Aber das steht auf einem anderen Blatt.

    Nicht komme man mir mit dem Gejammere, dass den Evangelischen etc ein Feiertag genommen worden ist. Dieser Personenkreis genießt eine Mehrzahl von katholischen Feiertagen, die vom Glauben her gesehen für ihn keine Bedeutung hat (zB Fronleichnahm und alle gesetzlichen Marienfeiertage). Einem gläubigen Protestanten kann das Erfordernis eines Urlaubstages, um am Karfreitag einen Gottesdienst zu besuchen, nicht schwer fallen. Ganz abgesehen davon, dass es evangelischen Geistlichen doch nicht allzu schwer fallen sollte, einschlägige Gottesdienste (auch) am Nachmittag oder am Abend des Karfreitags zu gestalten. - Im Übrigen: gibt es noch Leereres als evangelische Kirchen?

    Auch komme man mir nicht mit der Argumentation der Trennung von
    Staat und Kirche. Diese bedeutet nur, dass die Kirche (bzw. die Religionsgemeinschaften) dem Staat nicht vorschreiben können, was er zu tun hat. Der Staat wiederum darf den Religionsgemeinschaften grundsätzlich keine Vorschriften über deren Riten und Glaubensinhalte machen. Auf Details kann hier nicht eingegangen werden. Dass z.B. eine Fatwa nicht zum Mord berechtigt, wird wohl jeder mit unserer Wertordnung verbundene vernünftige Mensch einsehen.

    Ich werde einen Verdacht nicht los: nämlich den, dass zumindest die Unterstützer der Klage beim EuGH im Hintergrund etwas ganz anderes im Schilde führen als Rechte für Arbeitnehmer zu erwirken.

  2. Ausgezeichneter KommentatorKyrios Doulos
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    04. März 2019 23:14

    Nachdem die r.k. und die evang. Kirchen in Österreich (wie in Deutschland) rot-grün-feministische Institutionen sind und überwiegend von Steuergeld aller Steuerzahler leben (Förderunge, Stuererleichterungen und -befreiungen, vom Staat bezahlter Religionsunterricht, Fakultäten auf Unis usw.), schadet diese Entscheidung der Regierung und des Parlaments keineswegs.

    Wenn man hört, daß Evangelische ausgetreten sind, weil der Karfreitag kein Feiertag ist, dann sagt auch das einiges aus.

    Zur Sache: ich hätte den Evangelischen folgendes beschieden. Der Karfreitag wird fortan wie der Reformationstag behandelt. An letzterem haben Arbeitgeber Arbeitnehmern für den Besuch des Reformationsgottesdienstes frei zu geben. Dem Feiern des Gottesdienstes steht nichts im Wege. Und wem es um diesen Gottesdienst zur Ehre Jesu geht, der handelt entsprechend. Alle andern brauchen weder die 2 oder 3 Stunden frei zu bekommen noch einen ganzen Feiertag zu erhalten.

    Mich regt weniges diese Regelung jetzt auf. Mich regt das Motiv des Klägers auf. Und mich regt diese Gleichheitsideologie auf. Auf der einen Seite führen sie sogar ein 3. Geschlecht ein, weil gar nichts mehr gleich ist. Auf der andern Seite dulden sie keine religiöse Diversität, wenn sie eben auch logische Folgen hat.

    In Wahrheit ist das alles Neiddebatte (Kläger) und Heuchelei (Richter, Politiker, Kirchen).

  3. Ausgezeichneter KommentatorHans24
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    04. März 2019 16:25

    Die ganze Debatte sind scheinheilige Krokodilstränen: schaut am Karfreitag tatsächlich in die Kirchen und beachtet die Teilnahme - mehr als gering. Und gerade die Linken kümmern sich um religiöse Belange? Da steckt ein anderer Grund dahinter: man will den religionsfreien Osterurlaub verlängern. Tauscht doch den 1.Mai gegen des Karfreitag ein. Die Maiaufmärsche interessieren ohnehin nur die Fundis der Funktionäre der SPÖ.

  4. Ausgezeichneter KommentatorKonfrater
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    05. März 2019 08:42

    1. Es gibt kein Problem.
    2. Die EU greift ein, um das nicht vorhandene Problem zu lösen.
    3. Als Folge des Eingreifens der EU gibt es jetzt ein Problem.

    Ein Lehrstück.

  5. Ausgezeichneter KommentatorLiberio
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    05. März 2019 11:25

    Wenn man schon mit der Shoa argumentieren muss, sollte auch keineswegs unerwähnt bleiben, dass das Zugeständnis für den Karfreitagsfeiertag für Protestanten ursächlich mit dem Unrecht in Verbindung steht, welches ihnen besonders in Österreich im 16., 17. und 18. Jahrhundert zugefügt worden war. Vertreibungen, Kindeswegnahmen, Enteignungen, Mord und Tod, auf Geheiß katholischer Erzbischöfe, Franziskaner usw...

    Das wirklich erschütternde ist, dass es keinem Land in Europa mehr erlaubt ist, selbst zu entscheiden, wie wir leben und mit verschiedenen Gruppen umgehen sollen.
    Ideologisch indoktrinierte Richter, die keine Ahnung von Geschichte und Kultur haben, sind zu den neuen Normgebern geworden und haben Völker und deren Parlamente völlig entmachtet. DAS ist das Ende der Demokratie. Nicht Orbán & Co.

  6. Ausgezeichneter Kommentatorapokalypse
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    05. März 2019 12:41

    Vermutliche wäre es zu dieser Debatte nie gekommen, wenn nicht irgendwelche parteipolitische Unruhestifter den Weg an den Europäischen Gerichtshof beschritten hätten. Wäre interessant, wie lange diese Beschwerde in Brüssel verweilte, denn meistens arbeiten dort die Mühlen sehr langsam?! Anhand dieses Urteils könnte jetzt jede in Österreich anerkannte Religion kommen und ihre Feiertage verlangen. (Öffnung der Büchse der Pandora) Na dann, gute Nacht für die heimische Wirtschaft und die Attraktivität für Investoren.
    Last not least, viele der Feiertage sind kein Auftrag von Gott, sie sind nicht biblisch, sondern von Menschen initiiert. Was, wer wird am Ostermontag, Pfingstmontag oder Fronleichnam gefeiert? Für die meisten von der Bevölkerung zählt nur, ein bezahlter arbeitsfreier Tag sowie keine Schule!

  7. Ausgezeichneter KommentatorGallenstein
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    04. März 2019 18:20

    Grundsätzlich sind die Überlegungen des Herrn Grießer keine weitere Befassung wert; mit Ausnahme eines Satzes, der aber sicherlich mit seinem relativ geringen Alter und seiner dazupassenden linksgedrehten Sozialisierung und den daher bitter fehlenden Geschichtskenntnissen zu erklären ist: Oh nein, lieber Herr Grießer, die Evangelischen Österreichs sind und waren nicht "traditionell SPÖ - nah", wie man Ihnen offenbar in der Schule (auch im Religionsunterricht!) weisgemacht hat. Ganz im Gegenteil: Die evangelische(n) Kirchen waren stets eine konfessionelle Heimat für diejenigen, die sich als echte Liberale fühlten. Also diejenigen, die weder mit dem politischen Katholizismus, aber auch schon gar nichts mit dem Marxismus zu tun haben wollten. Diese Leute gibt es immer noch, und es sind das keineswegs alte "enttäuschte Deutschnationale". Der Jammer ist, dass - speziell seit Michael Bünker Bischof wurde und den unseligen Herrn Chalupka jahrelang sein schäbiges Werk verrichten ließ - die Linken in der evangelischen Kirche halt lauter schreien als die Vernünftigen. Aber wie heißt es doch so richtig? "Wer schreit, hat unrecht".

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorZraxl
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    06. März 2019 20:50

    Es ist immer wieder faszinierend, wie unglaublich blöd angeblich die Katholiken sind. Jedenfalls wenn man protestantischen Philosophen zuhört.
    (Fehlt da wirklich die Möglichkeit, die eigene Intelligenz anders hervorzuheben als "die anderen" zu diskreditieren?)

alle Kommentare

  1. Christian Peter (kein Partner)
    07. März 2019 11:58

    Am besten wäre es, religiöse Feiertage grundsätzlich allesamt abzuschaffen, denn das sind Privilegien für die großen Kirchen, die eines modernen Rechtsstaates nicht würdig sind (warum gibt es Feiertage nur für die großen Kirchen ?). Auch in den USA gibt es nur einen religiösen Feiertag, den 25.12. In den USA sind Privilegien und Subventionen für Kirchen ohnehin völlig tabu, eigentlich sollte das selbstverständlich sein. Österreichs Gesetzgebung in diesem Bereich ist völlig überholt, mit der Kuttenbrunzerpartei ÖVP in Regierungsverantwortung werden wir aber niemals Reformen erleben.

  2. Zraxl (kein Partner)
    06. März 2019 20:50

    Es ist immer wieder faszinierend, wie unglaublich blöd angeblich die Katholiken sind. Jedenfalls wenn man protestantischen Philosophen zuhört.
    (Fehlt da wirklich die Möglichkeit, die eigene Intelligenz anders hervorzuheben als "die anderen" zu diskreditieren?)

  3. apokalypse
    05. März 2019 12:41

    Vermutliche wäre es zu dieser Debatte nie gekommen, wenn nicht irgendwelche parteipolitische Unruhestifter den Weg an den Europäischen Gerichtshof beschritten hätten. Wäre interessant, wie lange diese Beschwerde in Brüssel verweilte, denn meistens arbeiten dort die Mühlen sehr langsam?! Anhand dieses Urteils könnte jetzt jede in Österreich anerkannte Religion kommen und ihre Feiertage verlangen. (Öffnung der Büchse der Pandora) Na dann, gute Nacht für die heimische Wirtschaft und die Attraktivität für Investoren.
    Last not least, viele der Feiertage sind kein Auftrag von Gott, sie sind nicht biblisch, sondern von Menschen initiiert. Was, wer wird am Ostermontag, Pfingstmontag oder Fronleichnam gefeiert? Für die meisten von der Bevölkerung zählt nur, ein bezahlter arbeitsfreier Tag sowie keine Schule!

    • otti
      05. März 2019 18:23

      Mit der Religion haben`s nichts am Hut.
      Vom ÖGB Präsi abwerts.
      Aber Feiertage - geschaffen zu einer Zeit wo es keinen Urlaub gab - wollens immer mehr.
      Bin dafür !
      Machen wir 300 Tage Urlaub und Feiertag, verdoppeln wir alle Sozialleistungen, J.P.R.W. hüpft vor Glück, der ÖGB bekommt 5 Mitglieder mehr, die SPÖ gewinnt wieder Wahlen - ALLE sind wir glücklich !
      Die letzten wandern aus.

    • otti
  4. Liberio
    05. März 2019 11:25

    Wenn man schon mit der Shoa argumentieren muss, sollte auch keineswegs unerwähnt bleiben, dass das Zugeständnis für den Karfreitagsfeiertag für Protestanten ursächlich mit dem Unrecht in Verbindung steht, welches ihnen besonders in Österreich im 16., 17. und 18. Jahrhundert zugefügt worden war. Vertreibungen, Kindeswegnahmen, Enteignungen, Mord und Tod, auf Geheiß katholischer Erzbischöfe, Franziskaner usw...

    Das wirklich erschütternde ist, dass es keinem Land in Europa mehr erlaubt ist, selbst zu entscheiden, wie wir leben und mit verschiedenen Gruppen umgehen sollen.
    Ideologisch indoktrinierte Richter, die keine Ahnung von Geschichte und Kultur haben, sind zu den neuen Normgebern geworden und haben Völker und deren Parlamente völlig entmachtet. DAS ist das Ende der Demokratie. Nicht Orbán & Co.

  5. Konfrater
    05. März 2019 08:42

    1. Es gibt kein Problem.
    2. Die EU greift ein, um das nicht vorhandene Problem zu lösen.
    3. Als Folge des Eingreifens der EU gibt es jetzt ein Problem.

    Ein Lehrstück.

  6. Kyrios Doulos
    04. März 2019 23:14

    Nachdem die r.k. und die evang. Kirchen in Österreich (wie in Deutschland) rot-grün-feministische Institutionen sind und überwiegend von Steuergeld aller Steuerzahler leben (Förderunge, Stuererleichterungen und -befreiungen, vom Staat bezahlter Religionsunterricht, Fakultäten auf Unis usw.), schadet diese Entscheidung der Regierung und des Parlaments keineswegs.

    Wenn man hört, daß Evangelische ausgetreten sind, weil der Karfreitag kein Feiertag ist, dann sagt auch das einiges aus.

    Zur Sache: ich hätte den Evangelischen folgendes beschieden. Der Karfreitag wird fortan wie der Reformationstag behandelt. An letzterem haben Arbeitgeber Arbeitnehmern für den Besuch des Reformationsgottesdienstes frei zu geben. Dem Feiern des Gottesdienstes steht nichts im Wege. Und wem es um diesen Gottesdienst zur Ehre Jesu geht, der handelt entsprechend. Alle andern brauchen weder die 2 oder 3 Stunden frei zu bekommen noch einen ganzen Feiertag zu erhalten.

    Mich regt weniges diese Regelung jetzt auf. Mich regt das Motiv des Klägers auf. Und mich regt diese Gleichheitsideologie auf. Auf der einen Seite führen sie sogar ein 3. Geschlecht ein, weil gar nichts mehr gleich ist. Auf der andern Seite dulden sie keine religiöse Diversität, wenn sie eben auch logische Folgen hat.

    In Wahrheit ist das alles Neiddebatte (Kläger) und Heuchelei (Richter, Politiker, Kirchen).

  7. Gallenstein
    04. März 2019 18:20

    Grundsätzlich sind die Überlegungen des Herrn Grießer keine weitere Befassung wert; mit Ausnahme eines Satzes, der aber sicherlich mit seinem relativ geringen Alter und seiner dazupassenden linksgedrehten Sozialisierung und den daher bitter fehlenden Geschichtskenntnissen zu erklären ist: Oh nein, lieber Herr Grießer, die Evangelischen Österreichs sind und waren nicht "traditionell SPÖ - nah", wie man Ihnen offenbar in der Schule (auch im Religionsunterricht!) weisgemacht hat. Ganz im Gegenteil: Die evangelische(n) Kirchen waren stets eine konfessionelle Heimat für diejenigen, die sich als echte Liberale fühlten. Also diejenigen, die weder mit dem politischen Katholizismus, aber auch schon gar nichts mit dem Marxismus zu tun haben wollten. Diese Leute gibt es immer noch, und es sind das keineswegs alte "enttäuschte Deutschnationale". Der Jammer ist, dass - speziell seit Michael Bünker Bischof wurde und den unseligen Herrn Chalupka jahrelang sein schäbiges Werk verrichten ließ - die Linken in der evangelischen Kirche halt lauter schreien als die Vernünftigen. Aber wie heißt es doch so richtig? "Wer schreit, hat unrecht".

    • otti
      05. März 2019 18:28

      !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  8. Peregrinus
    04. März 2019 18:04

    So leidet es mir tut, aber das ganze Karfreitagsgerde ist eine Posse. Die beste Regel war die alte. Ein paar religiöse Minderheiten, insbesondere die Evangelischen, hatten mit dem Karfreitag einen zusätzlichen Feiertag. Das konnte keinem vernünftigen Menschen weh tun. Querulanten konnten daran aber Anstoß nehmen. Die alte Regelung verstieß nicht gegen den Gleichheitssatz. Einer Minderheit zusätzlich aus sachlichen Gründen - und die sind in diesem Falle gegeben - ist eine sachliche Differenzierung. Das haben die EuGH-Richter offenkundig nicht begriffen oder sie wollten es nicht. Ganz abgesehen davon, geht es im konkreten Fall um eine Frage, die keinerlei europaweite Bedeutung hat. Aber das steht auf einem anderen Blatt.

    Nicht komme man mir mit dem Gejammere, dass den Evangelischen etc ein Feiertag genommen worden ist. Dieser Personenkreis genießt eine Mehrzahl von katholischen Feiertagen, die vom Glauben her gesehen für ihn keine Bedeutung hat (zB Fronleichnahm und alle gesetzlichen Marienfeiertage). Einem gläubigen Protestanten kann das Erfordernis eines Urlaubstages, um am Karfreitag einen Gottesdienst zu besuchen, nicht schwer fallen. Ganz abgesehen davon, dass es evangelischen Geistlichen doch nicht allzu schwer fallen sollte, einschlägige Gottesdienste (auch) am Nachmittag oder am Abend des Karfreitags zu gestalten. - Im Übrigen: gibt es noch Leereres als evangelische Kirchen?

    Auch komme man mir nicht mit der Argumentation der Trennung von
    Staat und Kirche. Diese bedeutet nur, dass die Kirche (bzw. die Religionsgemeinschaften) dem Staat nicht vorschreiben können, was er zu tun hat. Der Staat wiederum darf den Religionsgemeinschaften grundsätzlich keine Vorschriften über deren Riten und Glaubensinhalte machen. Auf Details kann hier nicht eingegangen werden. Dass z.B. eine Fatwa nicht zum Mord berechtigt, wird wohl jeder mit unserer Wertordnung verbundene vernünftige Mensch einsehen.

    Ich werde einen Verdacht nicht los: nämlich den, dass zumindest die Unterstützer der Klage beim EuGH im Hintergrund etwas ganz anderes im Schilde führen als Rechte für Arbeitnehmer zu erwirken.

    • Peregrinus
      04. März 2019 18:26

      Mehrmals hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen.- Ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
      1. In der ersten Zeile des ersten Absatzes muss es heißen: "Karfreitagsgerede".
      2. In der vierten und fünften Zeile des ersten Absatzes muss es heißen: "Einer Minderheit zusätzlich aus sachlichen Gründen - und die sind in diesem Falle gegeben - einen weiteren Feiertag zuzugestehen, ist eine sachliche Differenzierung."
      3. In der vierten Zeile des zweiten Absatzes muss "Fronleichnam" stehen.

    • otti
      05. März 2019 18:31

      Peregrinus: trotzdem alles verstanden und volle Zustimmung.

    • Hatschi Bratschi (kein Partner)
      06. März 2019 17:12

      Ihre Ausführungen stimmenso nicht. Auch alle Konfessionslosen bzw. Andersgläubigen haben an katholischen Feiertagen frei. Und auch alle Nichtstaatsbürger haben am Nationalfeiertag und am 1. Mai frei.
      So wie die Juden ihren Jom Kippur arbeitsfrei und bezahlt begehen, so sollten auch die Evangelischen ihren Karfreitag begehen dürfen. Die derzeitige Regelung ist eine Schweinerei sondergleichen, die größte Schweinerei ist allerdings die diesbezügliche Sonderstellung aller Bundes- und Landesbeamten sowie immer mehr Gemeindebediensteten. Alles wohlerworbene Rechte, versteht sich.
      Als ebenso ungerecht könnte man ebenso den Leopoldi-Feiertag ansehen, der nur in NÖ gilt und so weiter und so fort ..

    • Peregrinus
      06. März 2019 17:49

      @ Hatschi Bratschi (16.03.2019 17.12)
      Ihre Argumentation ist bewundernswert: Weil die Konfessionslosen an den katholischen Feiertagen frei haben, müssen sie künftig auch am Karfreitag - einem evangelischen Hochfest, das sie genauso wenig oder noch weniger berührt - frei haben. Übrigens: Der 1. Mai ist kein Staatsbürgerfeiertag, sondern ein Staatsfeiertag.

      Die - tatsächliche oder angebliche - Besserstellung von Bundes- und Landesbediensteten hat mit der vom EuGH verursachten Situation nichts zu tun.

  9. Hans24
    04. März 2019 16:25

    Die ganze Debatte sind scheinheilige Krokodilstränen: schaut am Karfreitag tatsächlich in die Kirchen und beachtet die Teilnahme - mehr als gering. Und gerade die Linken kümmern sich um religiöse Belange? Da steckt ein anderer Grund dahinter: man will den religionsfreien Osterurlaub verlängern. Tauscht doch den 1.Mai gegen des Karfreitag ein. Die Maiaufmärsche interessieren ohnehin nur die Fundis der Funktionäre der SPÖ.





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