Störenfried Arik Brauer drucken

Lesezeit: 4:00

Seit Tagen dreht sich im ORF alles um das Jahr 1938 – abgesehen vom traditionellen FPÖ-Bashing, das läuft parallel dazu weiter. Wann immer man das staatliche Radio oder Fernsehen einschaltet, wird die Vergangenheit von Menschen, die sich aus welchen Gründen auch immer dazu berufen fühlen, bewältigt und aufgearbeitet. Einer der Höhepunkt dieser Gedenktage war die Talksendung "Im Zentrum", die Gäste dementsprechend wichtig.  

Eingeladen waren unter anderem Alt-Bundespräsident Heinz Fischer, Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka und Historiker Oliver Rathkolb. Wichtige Vertreter der politischen korrekten Priesterkaste wollten einmal mehr einem toten Diktator die Stirn bieten und gegen längst vergangene Gefahren kämpfen. Je länger Adolf Hitler tot ist, desto engagierter wird der Kampf gegen ihn geführt.

Das hat viele Vorteile. Der wichtigste: Es ist völlig ungefährlich und erfordert keinerlei Mut. Die unterschwellige Botschaft, die beim Aufstehen gegen tote Nazis stets mittransportiert wird: Hätten wir damals gelebt, es wäre alles ganz anders gekommen, was hätten wir nicht alles …  

Moralische Selbsterhöhung und selbst zugesprochener Mut zum Nulltarif.

Es ist kein Zufall, dass sich vor allem Menschen so inszenieren, die wahre Weltmeister darin sind, die realen und aktuellen Gefahren für unser Land, unsere Gesellschaft, unsere Demokratie und Kultur zu verdrängen und zu verleugnen. Je länger dieser ritualisierte Abwehrkampf gegen die Geister der Vergangenheit andauert, desto religiösere Züge nimmt er an, desto weniger hat er mit den politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse der Gegenwart zu tun. Wer wirklich gegen Faschismus kämpfen möchte, der sollte sich vor allem mit seinen aktuellen Strömungen und Erscheinungsformen auseinandersetzen.

Bei der ORF-Sendung war man zusammengekommen, um die ritualisierten aber angesichts des gesellschaftlichen Wandels untauglichen Appelle, Mahnungen und Belehrungen öffentlich und feierlich zu zelebrieren. Doch einer störte dieses Ritual in der Medien-Kathedrale und legte den Finger tief in die Wunde der politisch korrekten Heuchler. Arik Brauer, Künstler, Zeitzeuge und Jude.

Er sprach aus, was diese selbsternannte, antifaschistische Priesterkaste so gerne ignoriert, verleugnet und verschweigt. Nämlich, dass die Nationalsozialisten, gegen die die Neosozialisten so leidenschaftlich "kämpfen", längst tot sind, und dass unsere Demokratie, unsere Freiheit und unsere westliche Gesellschaft von anderen Gefahren bedroht werden: Nach Kommunismus und Nationalsozialismus breitet sich in Europa eine weitere totalitäre und mörderische Ideologie, der Islamismus, aus.

Arik Brauer: "Und von denen gibt es viele, die hier einwandern. Und das ist eine Gefahr für den Antisemitismus. Wenn mich jemand auf der Straße umbringt, dann ist das ganz bestimmt kein Fechter (Burschenschafter, A.d.V.). Ich fühle mich nicht von ihnen bedroht." Und weiter: "Es gibt eine Viertelmilliarde Araber, die wollen uns lieber unter der Erde oder am Grund vom Mittelmeer sehen."

Das wollte keiner der anwesenden selbsternannten "Kämpfer" gegen Antisemitismus und Faschismus hören. Denn im Gegensatz zu Hitler und den Nazis sind die Islamisten quicklebendig und gefährlich. Schattenboxen mit toten Diktatoren ist eine Sache; sich einer realen Gefahr entgegenzustellen, eine ganz andere.

Was Brauer hier ansprach und andeutete, ist in Europa längst Realität. In Frankreich verlassen mittlerweile jedes Jahr hunderte Juden aus Angst um ihre Sicherheit und ihr Leben das Land in Richtung Israel. Und es sind keine glatzköpfigen Franzosen in Springerstiefeln, die die Juden aus dem Land vertreiben. Das wird von den selbsternannten Antifaschisten gerne ignoriert. Gellendes Schweigen. Man praktiziert in der Gegenwart das, wovor man mit Hinweis auf die Vergangenheit so gerne warnt: Wegsehen und so tun, als ob man von diesen Entwicklungen nichts mitbekommen würde.

Was Arik Brauer außerdem angedeutet hat und viele Europäer nicht wissen: Der Islamismus begann, wie seine kollektivistischen und totalitären Brüder, der Kommunismus und der Nationalsozialismus, in den politischen Umbruchszeiten der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts Fuß zu fassen. In den europäischen Schulbüchern werden der Nationalsozialismus und auch der Kommunismus abgehandelt, die Entstehung des politischen Islams, des Islamismus während der 1920er und 1930er Jahre kommt hingegen praktisch nicht vor.

Damals, im Ägypten des Jahres 1928, gründet Hassan Al-Banna die Muslimbrüder. Es ging ihm um die Rückkehr zum Ur-Islam. Seine Schriften üben auch heute noch starken Einfluss auf die Islamisten aus. Während man in Österreich den Nationalsozialismus gründlich aufgearbeitet hat, während dem Kommunismus zumindest die meisten Menschen kritisch gegenüberstehen, weiß der Durchschnittsösterreicher über Entstehung, Entwicklung, Hintergründe und Ziele des Islamismus so gut wie nichts, obwohl von ihm im neuen Jahrtausend die größte Gefahr für den Westen und die Demokratien ausgeht.  

Aber davon wollen jene, die sich aus Bequemlichkeit lieber mir der Vergangenheit als mit der Gegenwart und Zukunft beschäftigen, nichts hören. Die linken Mainstreammedien und Bedenkenträger blasen lieber alte Liederbücher und die Verwendung von Wörtern wie "konzentriert" zu riesigen Skandalen auf, während die brandgefährlichen aktuellen Entwicklungen systematisch verharmlost und Gotteskrieger in der medialen Darstellung zumeist  zu  "gestörten" Einzeltätern werden. 

Arik Brauer hat sie vorgeführt. Das ist gut so.

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  1. Ausgezeichneter KommentatorIngrid Bittner
    23x Ausgezeichneter Kommentar
    15. März 2018 10:55

    Arik Brauer ist ein weiser Mann, der sagt, was Sache ist.
    Vom Rotfunk wird er allerdings sicher nicht mehr eingeladen, wenn er so dreist das Konzept der Sendung kaputtmacht.
    Danke Herr Brauer!

  2. Ausgezeichneter Kommentatorotti
    20x Ausgezeichneter Kommentar
    15. März 2018 10:38

    Großartig war auch das Interview von Arik Brauer am Sonntag , 11.3., auf Ö3.
    Ich hatte nichts gefunden, wo ich ihm NICHT zustimmen hätte müssen !
    Wirklich schade, daß ich keine DVD davon bekommen kann. Da war soviel Gescheites, Berührendes zu hören, daß es wert wäre, öffentlicher gemacht zu werden !

    PS: die glitzernden Augen des Altpräsidenten waren lehrreich, als A. Brauer gemeint hat:
    "Ich lasse mir den schrecklichen Tod des Erstickens meines Vaters von NIEMANDEN, egal welcher politischen Richtung, instrumentalisieren !"

    DAS hat dem Leitner Tarek dann die Sprache verschlagen.

  3. Ausgezeichneter Kommentatorlogiker2
    19x Ausgezeichneter Kommentar
    15. März 2018 15:11

    ********************! danke wieder einmal für die absolut wahre Beschreibung der "guten" Linken und ihres wahren Charakters. Arik Brauer ein besonderes Lob für den Mut zur Wahrheit und das im linksversifften ORF .

  4. Ausgezeichneter KommentatorBrigitte Imb
    17x Ausgezeichneter Kommentar
    15. März 2018 13:13

    Ja um Himmels Willen, hat der ORF Arik Brauer falsch eingestuft? Können die sich nun auf Künstler auch nicht mehr verlassen?

    Besten Dank an Hrn. Brauer, für seine Aussagen und ich hoffe Kloheini u. Co. kiefeln ordentlich daran.

  5. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    14x Ausgezeichneter Kommentar
    15. März 2018 11:28

    Das Gesicht von Dr. Heinz Fischer kann man sehen, wahrscheinlich hat er innerlich gekocht, wo er doch so ein Guter ist.

    https://www.facebook.com/ZeitimBild/videos/10156078549641878/

    https://www.unzensuriert.at/uploads/Dossier_HFischer.pdf

    Danke Herr Reichel !

  6. Ausgezeichneter KommentatorBob
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    16. März 2018 08:48

    Arik Brauer ist nicht nur als Jude nicht angreifbar, sondern ein Ausnahmekünstler auf den Österreich stolz sein kann. Als Vertreter des phantastischen Realismuses hat er Weltgeltung, als Musiker und Philosoph ist er ein Vorzeigeösterreicher erster Klasse.

  7. Ausgezeichneter KommentatorIngrid Bittner
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    15. März 2018 11:06

    Wenn wer so wie ich, nicht oder kaum ORF schaut, jetzt aber doch neugierig geworden ist, hier kann man schauen:

    IM ZENTRUM ?? 1938 - Der "Anschluss" - YouTube
    https://www.youtube.com/watch?v=i_ddJ2S3U8I

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  1. Mentor (kein Partner)
    18. März 2018 00:07

    Zur gutmenschlichen Kultur des Erinnerns fällt mir Wolfgang Porth ein:

    Die Erben der Täter passen darauf auf das die Opfer nicht rückfällig werden.

  2. Riese35
  3. Torres (kein Partner)
    17. März 2018 11:48

    Bei uns ist es offenbar nur Arik Brauer, der sich traut, den wahren Grund für mehr Antisemitismus - der fast ausschließlich auf die Einwanderung hunderttausender Antisemiten und Israelhasser zurückzuführen ist - zu thematisieren. Und der wird wohl ganz sicher nicht mehr zu Talk-Shows ins heimische Fernsehen eingeladen. In Deutschland hört man diese Stimme viel lauter und schon seit Jahren durch Henryk M. Broder. Dieser erscheint doch immer wieder auf deutschen Bildschirmen und ist auf youtube auch ständig verfügbar.

  4. M.N. (kein Partner)
    17. März 2018 11:29

    Arik Brauer im Zentrum: "Philosemitismus is a Hetz und kost ned vü..."

    Da haben sie aber g`schaut, die selbsternannten "Philosemiten", die um ihn herumsaßen. Die seit Jahrzehnten diese traurigen Jahre für ihre kleine, widerliche Parteipolitik vermarkten. Herr Brauer hat ihnen die Larve vom Gesicht gezerrt. Fischers Gesicht erstarrte. Ertappt ! Danke, Herr Brauer. Aufrechte Juden wissen, woher die echte Gefahr droht.

    Was hat der Fischer eigentlich ans Staatsgeldern kassiert dafür, dass er mit seinen Hofgeschichtsschreibern ein Propagandajahr inszenieren darf, um von den realen Gefahren abzulenken ? Und wer hört sich diese ganze Inszenierung überhaupt an ?
    Wir sind übersättigt.

  5. Karl Rinnhofer
    17. März 2018 08:48

    Danke, Herr Brauer! Danke, Herr Reichel! Es ist erfreulich, dass es im Chor der moralinsauren, gutmenschlichen "Bedenkenträger" so mutige Worte gibt. Im übrigen: Wer sich heute , heuchlerisch und ohne sich zu gefährden, als selbsternannt-moralisch überlegen, "antifischistisch", "antirassistisch" etc. gibt, wäre wohl damals aus dem gleichen Opportunismus, der mit dem Mainstream feige mitschwimmt, unter den pointiertesten Mitläufern der verhängnisvollen Ideologien gewesen, sie sie heute glauben, so plakativ bekämpfen zu müssen.

  6. Dr. Faust
    17. März 2018 06:09

    http://www.andreas-unterberger.at/m/2018/03/zaghaft-in-die-neuen-zeiten-eine-erste-bilanz-von-schwarzblau/#comment-542443

    Arik Brauer, als Jüngling habe ich alle seine Lieder auswendig gekannt. Eine Ausnahmeerscheinung unter den Künstlern und als Mensch! Ein Querdenker, der sich schon viele Jahre vor Entstehung der Grünen für eine humane Stadt - z.B sein Lied "Sie haben ein Haus baut" -, gegen Rassismus und Ausgrenzung ("Rostiga die Feuerwehr kummt"), aber auch gegen die politische und gesellschaftliche Verlogenheit, Feigheit und Falschheit ausgesprochen hat.

    "Du ißt ein Kipferl, trinkst an Kaffee, und derweil passieren Sachen ..."

    Arik Brauer, ein echter Wiener, der zu seinem Judentum steht und es uns sympathisch macht ("Der Wunderrabbi"). Einer, der repräsentiert, was an einem "echten Grünen" für uns alle gut und anerkennenswert sein hätte können. Ein Großer, der sich nie angebiedert hat.

    Arik, ich danke Dir! Ad multos annos!

  7. Freisinn
    17. März 2018 05:07

    Sehr gut - so macht man das - so führt man die Linken vor!

  8. Haider
    17. März 2018 03:54

    Der Beitrag verführte mich, mir IM ZENTRUM in der tvthek anzusehen. Danke

    • Neppomuck (kein Partner)
      17. März 2018 21:32

      Man kann die Mitschrift ("Transskript", untere Funktionsleiste) aufrufen (li. Maustaste) und dann den Text wortwörtlich herunter laden ("Menü öffnen", obere Funktionsleiste, "Seite speichern").

  9. Pumuckl
    16. März 2018 21:34

    Es gibt wohl kaum Partner des Tagebuchs, welche Gastkommentator Werner Reichel und allen bisher geposteten Kommentaren nicht uneingeschränkt zustimmen kann.

    DANKE !

    Auch ich habe mir dieses ZENTRUM N U R D E S H A L B bis zum Ende angesehen, WEIL AUCH ARIK BRAUER ANWESEND WAR !
    Wie selbstgefällig satt aber völlig inhaltsleer wirkte doch der, Arik Brauer gegenüber sitzende, Altpräsident Dr. Heinz Fischer.

    Schade daß sich bisher, nachdem, der Gastkommentar von Werner Reichel schon 35 Stunden im Tagebuch zu lesen ist, erst 10 Kommentatoren zu Wort gemeldet haben.

    • Pumuckl
      16. März 2018 21:53

      In den Medien werden die Begriffe ANISEMITISMUS und FREMDENFEINDLICHKEIT völlig
      sinnlos als zusammengehöriges Begriffspaar verwendet.

      Wollen diese medialen Dummköpfe nun, weil er sich wie wir, von der Invasion kulturfeindlicher Massen bedroht fühlt, ARIK BRAUER ALS FREMDENFEINDLICHEN ANTISEMITEN bezeichnen?

  10. glockenblumen
    16. März 2018 15:00

    Danke Herr Reichel! ************************
    und Danke für alle geposteten Links!

  11. Bob
    16. März 2018 08:48

    Arik Brauer ist nicht nur als Jude nicht angreifbar, sondern ein Ausnahmekünstler auf den Österreich stolz sein kann. Als Vertreter des phantastischen Realismuses hat er Weltgeltung, als Musiker und Philosoph ist er ein Vorzeigeösterreicher erster Klasse.

  12. logiker2
    15. März 2018 15:11

    ********************! danke wieder einmal für die absolut wahre Beschreibung der "guten" Linken und ihres wahren Charakters. Arik Brauer ein besonderes Lob für den Mut zur Wahrheit und das im linksversifften ORF .

  13. Brigitte Imb
    15. März 2018 13:13

    Ja um Himmels Willen, hat der ORF Arik Brauer falsch eingestuft? Können die sich nun auf Künstler auch nicht mehr verlassen?

    Besten Dank an Hrn. Brauer, für seine Aussagen und ich hoffe Kloheini u. Co. kiefeln ordentlich daran.

  14. Rudolf
  15. Josef Maierhofer
    15. März 2018 11:28

    Das Gesicht von Dr. Heinz Fischer kann man sehen, wahrscheinlich hat er innerlich gekocht, wo er doch so ein Guter ist.

    https://www.facebook.com/ZeitimBild/videos/10156078549641878/

    https://www.unzensuriert.at/uploads/Dossier_HFischer.pdf

    Danke Herr Reichel !

  16. Ingrid Bittner
    15. März 2018 11:06

    Wenn wer so wie ich, nicht oder kaum ORF schaut, jetzt aber doch neugierig geworden ist, hier kann man schauen:

    IM ZENTRUM ?? 1938 - Der "Anschluss" - YouTube
    https://www.youtube.com/watch?v=i_ddJ2S3U8I

  17. Ingrid Bittner
    15. März 2018 10:55

    Arik Brauer ist ein weiser Mann, der sagt, was Sache ist.
    Vom Rotfunk wird er allerdings sicher nicht mehr eingeladen, wenn er so dreist das Konzept der Sendung kaputtmacht.
    Danke Herr Brauer!

  18. otti
    15. März 2018 10:38

    Großartig war auch das Interview von Arik Brauer am Sonntag , 11.3., auf Ö3.
    Ich hatte nichts gefunden, wo ich ihm NICHT zustimmen hätte müssen !
    Wirklich schade, daß ich keine DVD davon bekommen kann. Da war soviel Gescheites, Berührendes zu hören, daß es wert wäre, öffentlicher gemacht zu werden !

    PS: die glitzernden Augen des Altpräsidenten waren lehrreich, als A. Brauer gemeint hat:
    "Ich lasse mir den schrecklichen Tod des Erstickens meines Vaters von NIEMANDEN, egal welcher politischen Richtung, instrumentalisieren !"

    DAS hat dem Leitner Tarek dann die Sprache verschlagen.





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