Über die Schamlosigkeit der Redakteure öffentlich-rechtlicher Sender

Dass die Schamlosigkeit der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten selbst die von Straßenhuren um mehrere Längen übertrifft, dürfte jedermann längst erkannt haben, der ihre politische Berichterstattung und die von ihnen moderierten Diskussionssendungen verfolgt. Eine Grundtugend des guten Journalismus, nämlich sich keinesfalls mit einer Sache gemein zu machen, auch nicht mit einer vermeintlich guten, sondern vielmehr nach bestem Wissen und Gewissen neutral und objektiv über die Geschehnisse zu berichten, ist völlig verlorengegangen.

Die Einseitigkeit der "Berichterstattung", der totale Siegeszug eines von jedem Berufsethos befreiten Meinungsjournalismus, ist kaum noch zu ertragen. Die Parteinahme für Regierungs- und/oder Linkspolitiker nimmt mittlerweile Formen an, die sich von der in allerlei asiatischen oder lateinamerikanischen Despotien üblichen, kaum noch unterscheidet.

Selbstverständlich sind auch Redakteure Menschen aus Fleisch und Blut. Dass sie für die einen Sympathien und für die anderen Ablehnung empfinden, ist ihnen zuzugestehen und sei ihnen auch unbenommen. Aber ihre persönlichen Empfindungen ungebremst auszuleben, indem sie auf unfaire Art und Weise Doppelstandards festlegen, nach denen den die einen (sagen) dürfen, was den anderen verboten ist; indem sie den von ihnen präferierten Protagonisten in Interviews und als Debattenmoderatoren als streichelweiche Kumpels entgegentreten, während sie alle anderen in der Art und Weise behandeln, die an Stasi-Verhöre erinnert, ist untragbar – zumindest dann, wenn ihre Gehälter aus Zwangsgebühren finanziert werden.

Sowohl in Deutschland als auch in Österreich, verstehen sich die Damen und Herren Rundfunkschaffenden offensichtlich entweder als Parteisprecher (in Österreich existiert seit Jahrzehnten eine virtuelle Drehtür zwischen der Parteizentrale der SPÖ und der ORF-Zentrale am Wiener Küniglberg) oder als Erziehungsbeauftragte, die eine bereits im Kindergarten begonnene und in staatlichen Schulen und Universitäten weitergetriebene Gehirnwäsche zu komplettieren trachten.

Kaum eine Politdiskussionssendung, in der die Moderatoren nicht unentwegt ihnen unliebsamen Teilnehmern ins Wort fallen, oder sich anstatt als neutraler Makler zurückzuhalten, ganz offen auf Seiten ihrer Lieblinge ins Geschehen eingreifen, indem sie sich selbst als Debattenredner gerieren. Vervollständigt wird das an Schauprozesse erinnernde Setting, durch ein handverlesenes Studiopublikum, das exakt an den richtigen Stellen applaudiert oder auch seinen Unmut bekundet.

Wer sich in den zurückliegende Wochen einschlägige Formate im ZDF, ORF oder ARD zu Gemüte geführt hat, weiß wie das geht und wie geradezu gespenstisch perfekt es funktioniert. Tritt einmal doch eine Panne ein, und ein "rechter" Politiker erhält unerwartet Applaus, wird das von der Moderatorin (etwa Anne Will) prompt mit dem Hinweis quittiert, die Klatscher wären ja wohl Begleiter der mit Beifall bedachten Dame. Unglaublich.

Um jedem Unfall vorzubeugen und den gewünschten "Erfolg" hundertprozentig sicherzustellen, wird auch noch dafür gesorgt, dass Teilnehmer, von denen unliebsame Äußerungen zu erwarten sind, sich stets gegenüber der politisch korrekten Medienlieblingen zuverlässig in der Minderzahl befinden. Fairness nach linker Lesart eben.

Allerdings sind nicht ausschließlich die Sympathien der durch die Bank (selbst nach ihrer eigenen Einschätzung) linken Redakteure maßgeblich. Natürlich sind es auch handfeste wirtschaftliche Interessen, die ihren Stil prägen. Wer von öffentlichen Mitteln lebt, tut, was dem Politbüro gefällt. Schließlich will man ja weiterhin an den von der herrschenden Klasse wohlgefüllten Futtertrögen fressen. Unangenehme Fragen an diejenigen zu richten, oder unbotmäßiges Verhalten gegenüber denjenigen zu zeigen, die über die Gelder gebieten, die bislang so großzügig fließen, wäre doch hochgradig ungeschickt. Wes´ Brot ich ess´, des´ Lied ich sing´!

Wer aber jetzt meint, er könnte die rotgrünen Meinungsbildner, gegen deren Methoden sich die im Totalitarismus geübte Meinungsgleichschaltung als geradezu subtil erweist, durch kritische Fragen aus der Reserve locken, irrt. Wer das gegenüber dem österreichischen Rotfunk, der, wie der deutsche, von Zwangsgebühren lebt, versucht, bekommt zur bereits erlittenen Zumutung, auch noch eine kräftige Portion Hohn serviert.

So geschehen, als kürzlich eine von der frechen Art des Umgangs einer ORF-Megäre mit einem bürgerlichen Politiker genervte Seherin, eine kritische E-Mail an dessen Generaldirektion sandte. Die Antwort der Kundendienstabteilung lautete, nach einer inhaltsleeren Einleitung:

"Des Weiteren teilen wir Ihnen mit, dass Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk von existenzieller Bedeutung sind. Dem wird im Bundesverfassungsgesetz über die Sicherung der Unabhängigkeit des Rundfunks und im ORF-Gesetz ebenso Rechnung getragen wie mit dem ORF-Redakteursstatut und den ORF-Programmrichtlinien. Darüber hinaus stellt der Verhaltenskodex für journalistische Tätigkeiten, der für sämtliche ORF-Journalistinnen und -Journalisten gilt, auf Basis des ORF-Gesetzes Qualität, Authentizität und Glaubwürdigkeit der ORF-Berichterstattung sicher." (Hervorhebungen von mir)

Ein Verhaltenskodex, der von Figuren erstellt wird, die dem rotgrünen Meinungsmonopol in gleicher Weise verpflichtet sind, wie die kritisierten Redakteure, wacht also über die von diesen gelieferte "Qualität und Glaubwürdigkeit". Na dann Prost, Mahlzeit.

Die Tatsache, dass die Öffentlich-Rechtlichen laufend an Reichweite verlieren und mehrheitlich ohnehin nur noch von Rentnern konsumiert werden, ist, angesichts dessen, dass auch nichtlinke Zeitgenossen für den von diesen produzierten geistigen Sondermüll aufzukommen genötigt sind, ein schwacher Trost.

In Österreich besteht immerhin eine, wenn auch minimale, Chance darauf, dass nach der Wahl im Herbst der Wind sich drehen, oder wenigstens ein bisschen abflauen wird. Niemand ist schließlich so rückgratlos und feige wie die Nachrichtenzunft im ORF. Wer sich noch an den nach der Angelobung der schwarzblauen Koalitionsregierung anno 2000, binnen weniger Tage vollzogenen Klimawandel erinnern kann, weiß, was gemeint ist. Plötzlich gab es kritische Fragen an Linkspolitiker und einen einigermaßen zivilisierten Umgang mit den Bürgerlichen. Geht also!

Die Deutschen werden – wieder einmal – deutlich weniger Glück haben. Auch mit einer AfD mit zehn Prozent werden die degoutanten Merkel-Festspiele wohl dauerhaft auf dem Spielplan bleiben.

Andreas Tögel, Jahrgang 1957, ist Kaufmann in Wien.

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alle Kommentare

  1. heartofstone (kein Partner)

    Ja genau Herrrr Kogler ... die ungebildeten "Flüchtlinge" zahlen mehr ein als sie in Summe kosten ... wenn ich ihnen für jeden Euro den die "Flüchtlinge" mehr kosten als sie einzahlen eine auflege, sind ihre Überreste nicht einmal in einer Biogasanlage verwertbar ... verstanden du "Trottel"? ... wahrscheinlich nicht ... Grüne sind einfach Scheiße ...



    • heartofstone (kein Partner)

      und meiden sie in Zukunft die U3, denn sie stinken wie der Arsch einer mehrfach bestiegenen Ziege ... das Deo das dies überdeckt ist leider noch nicht erfunden.

  2. fxs (kein Partner)

    Ich hoffe, dass die AFD ein gutes Ergebnis erzielt, zumal viele ehemalige CDU-Funktionäre keinen Hehl daraus machen, dass ihnen die AFD lieber ist als die Merkl-CDU.
    Dass die Systemnutznießer alles unternehmen, um die AFD runterzumachen war ja zu erwarten. Fake-News und Hasspostings sind eben kein Privileg des Internets.
    Die Wahl in den USA hat aber gezeigt, dass die Macht der Medienmafia beschränkt ist, dass die Wähler sie störrischerweise ignorieren können. Trump mag der falsche Mann für das gewählte Programm sein, die Systemkandidaten wurde jedenfalls abgewählt. Soweit mag es in Deutschland noch nicht sein, ein großer Schritt in diese Richtung jedoch ist zu erwarten.



  3. monofavoriten (kein Partner)

    wie aussichtslos die situation ist, erkennt man alleine an der tatsache, dass es offenbar niemandem komisch vorkommt, wenn sich ein regime überhaupt rundfunkanstalten und medienhäuser hält. dass es nicht die aufgabe einer staatlichen bürokratie ist, für unterhaltung zu sorgen, macht hierzulande niemanden stutzig.



  4. Pennpatrik

    Eine Reform?
    Das hat schon Schüssel probiert. Was glauben Sie, was geschieht, wenn die Sozialisten wieder in einer Regierung sind?
    Was geschieht mit den Linken Regionalsendern?
    Auch nach einer Reform ist der ORF durch die Angestellten links verseucht.
    Der ORF muss zertrümmert werden. Keine GIS. Keine! Und ab in die Privatwirtschaft.Bei der "Qualität" in die sichere Insolvenz.

    Der Abschuss von Wrabetz löst kein Problem, wenn dahinter immer noch z.B. Dittelbacher steht.



  5. OMalley

    Den Rotfunk abmelden wie meine ganze Familie es getan hat ist längst angezeigt.



  6. otti

    Sehr geehrter Herr Tögel !

    Jedes mal freue ich mich, von Ihnen zu hören !
    Eine winzige Ergänzung:
    In der "Krone" vom Sonntag, 17. Sept., gibt es ein halbseitiges Inserat vom ORF (eigentlich "inseriert" dieser unerträglich ORF aber eh jeden Tag in eigener Sache- zu Lasten unserer Gebühren) und bilderlt die Moderatoren ab.
    LAUTER LINKE !!!

    UND SIE GENIEREN SICH NICHT EINMAL !

    Und nirgendwo gibt es dazu ein Echo.

    Und überdies schließe ich mich dem Kommentar von Helmut Oswald wieder einmal an.



  7. Helmut Oswald

    Ich finde den Vergleich mit den Strassenhuren unpassend. 1.) Strassenhuren machen den glücklich und zufrieden, der sie bezahlt. Wir bezahlen den öffentlich- rechtlichen Alles, von Zufriedenheit ist aber weit und breit keine Spur. 2.) Strassenhuren geben im allgemeinen nicht vor, einer hohen moralischen Standards entsprechenden Tätigkeit nachzugehen, Redakteure öffentlich-rechtlicher Politiker Bedürfnisanstalten aber überpurzeln sich in moralinsauren Kommentierungen und Stellungnahmen, sodaß man meinen könnte, sie sind alle von Mutter Theresa erleuchtet, vom Papst gesegnet und dem Armuts- und Keuschheitsgelübde verpflichtet 3.) Strassenhuren sind billig - die Gehälter der ORF Redakteuere ... 4.) Strassenhuren können sich die Freier aussuchen - vom ORF hingegen werden wir zwangsbeglückt ... 5.) Strassenhuren stiften im allgemein nach Erledigung ihres Geschäftes ein paar Minuten Frieden, hört man sich die partei- und schnöselhaft-voreingenommenen Kommentare im Rundfunk auch nur drei Minuten an, ist man kurz davor, das Empfangsgerät durch die geschlossenen dreifachverglasten Fensteranlagen zu entsorgen, andernfalls der angewachsene Aggressionsstau nicht mehr gesundheitlich erträglich ist ....
    und so könnte man den Vergleich noch lange fortsetzen, aber eines ist jetzt schon klar: die ehrlichere Gattung ist die, die sich an der Bordsteinkante ihr Geld verdient.



    • otti

      JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA geschätzer Helmut

    • kritikos

      Grandios der Vergleich! **********************

    • Charlesmagne

      @HelmutnOswald
      Wie schon des Öfteren bemerkt bewundere ich ihre Gabe Dinge so auf den Punkt zu bringen. Sie finden nahezu immer die geeigneten Worte für das, was auch ich, weit weniger eloquent, denke.******************************

    • Helmut Oswald

      @ Charlesmagne - danke, jedoch zuviel der Ehre an meiner Person. Meistens bricht es eher aus mir heraus, wogegen ich mich kaum zur Wehr setzen kann. Es hat oft einen derart eruptiven Charakter, daß ich Syntax, Zeichensetzung und Grammatik sträflicherweise völlig beiseite lasse. Aber ohne jeden Zweifel, es muss heraus. Alles andere wäre der Gesundheit abträglich. Wie die bestehenden Verhältnisse es ohnehin schon sind.

      Nehmen Sie den Kampf auf, wo immer er sich Ihnen anbietet. Die Geister regen sich. Um es mit dem von Hutten zu sagen - es ist eine Lust zu leben.

  8. Brockhaus

    @steinmein

    "........weil man schon die Einseitigkeit im Gesicht ablesen kann."

    Am besten kann man das beobachten, wenn sie von einem Wahlergebnis berichten müssen, das nicht so ausgegangen ist, wie sie sich das vorgestellt haben.

    Ich hoffe spätestens am 15. Oktober wird es wieder soweit sein.



    • Brockhaus

      Kleiner Irrtum. Wie unschwer zu erkennen sollte es eine Ergänzung zu dem Kommentar von "steinmein" um 9.32 Uhr, zu "Bob" sein.

      sorry

  9. El Capitan

    Wie immer irgendeine Reform aussehen mag, sei es ein völliges zerschlagen des ORF, sei es eine Privatisierung, sei es ein Filetieren der einzelnen Sender, was auch immer:
    So wie es bisher läuft kann und _darf_ es nicht weitergehen.

    Ein Staatssender, der in Wahrheit ein Propagandasender für eine Partei ist, die nur eine schwache relative Mehrheit hat und nach diesen Wahlen in die Bedeutungslosigkeit versinken wird, ist auf Dauer nicht zu ertragen.

    Der ORF _muss_ entwrabetzt werden. Das wird zwar die dort beschäftigten Ideologen in den Redaktionen nicht beseitigen, aber noch mehr der Lächerlichkeit preisgeben als jetzt.

    Wrabetz sollte am Samstag vor der Wahl "Die letzten Tage der Menschheit" geben. Alt aber gut - und vor allem passend.



    • otti

      "entwrabetzt" !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  10. oberösi

    Einziger Trost aus deutscher Sicht: bin überzeugt, die AfD wird deutlich näher bei 15 als bei 10 Prozent liegen. Und damit die mit Abstand stärkste Opposition im Bundestag stellen. Ideologisch ist sie sowieso die einzige bürgerliche Partei außerhalb des linksgrünen Spektrums. Dann gehts für sie in die Mühen der Ebene. Aber steter Tropfen höhlt den Stein, siehe die inzwischen mehr als arrivierte FPÖ.



  11. Bob

    Ich erwarte mit Freude ein Köpfe rollen.



    • steinmein

      Nicht von Köpferollen sprechen, das erinnert mich an eine gewisse Religionsausübung.

      Denoch ist der Anblick einer Frau C.K. selbst bei Schlecht-Wetternachrichten noch erfreulich. Bei den Nachrichtensprechern und -innen dreht sich bereits beim Anblick
      der Magen um, weil man schon die Einseitigkeit im Gesicht ablesen kann.
      Pauschalgebühr heißt jeden Dreck fressen zu müssen oder zu hungern. Da würde ich eine zeit- und sendergebundene Abrechnung noch in Kauf nehmen.




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