Umfragen

Lesezeit: 1:30

Wir haben leider beständig den Eindruck, dass sich die Diözesen Österreichs unter Kardinal Schönborn einem – sicherlich überaus bequemen – Kurs völliger Anpassung an das derzeitige linke Establishment ergeben haben.

Was das für Konsequenzen hat, sieht man an vielerlei Exempeln, hier sei nur auf die "Standard"-Ausgabe vom Ostersonntag zugegriffen. Auf der Titelseite Ausführungen zu einer fragwürdigen "Umfrage", die angeblich belegt, dass die "Zweifel" an der Religion "wachsen"; auf Seite 3 ein als "Kulturgeschichte" ausgegebenes und zwischen Geschmacklosigkeit und Blasphemie changierendes Pamphlet gegen die Gipfelkreuze auf unseren Bergen; im "Album" dann Luther-Lobrede.

Auf Seite 12 wird die erwähnte "Umfrage" im Detail nochmals ausgeführt: "Ganz starke Ablehnung gibt es zum Vorschlag, dass sich die Kirche bei aktuellen politischen Fragen zu Wort melden sollte, und zur im Evangelium festgehaltenen Aufgabe, die Menschheit zu missionieren." Die zentrale Umfrage-Botschaft an die Bischöfe lautet also gewissermaßen: "Hände falten, Goschen halten". Die Gesinnung der Verantwortlichen des "Standards", die solche "Oster"-Botschaften zusammenstellen, ist bekannt; beunruhigend ist der Umstand, daß die aktuellen hiesigen Bischöfe, zu den meisten haben wir als überzeugte Katholiken bedauerlicherweise gar kein Vertrauen, diese Botschaften vermutlich verinnerlichen.

Wie weit diese Verinnerlichung geht, sehen wir am Umstand, dass ausgerechnet der "Standard" seit Jahren zu den in Schönborns "Radio Stephansdom" immer wieder überaus eifrig beworbenen Produkten zählt. Wir halten des Kardinals kirchenpolitischen Kurs für einen Verrat am Glauben. Und wenn die Kirchliche Hierarchie den Glauben verrät, dann sollte der Christ zum Mittel des Widerstandes greifen.

Dr. Albert Pethö, Historiker und Publizist, lebt in Wien.

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  1. franz-josef
    08. Juni 2017 22:16

    Stelle einen Link noch ein weiteres Mal herein:

    http://www.katholisches.info/2016/10/von-der-einwanderungsinvasion-zum-buergerkrieg-der-plan-hinter-der-krise-in-kirche-und-gesellschaft/

    Diese Seite ist immer interessant zu lesen, weil viel Recherchiertes und Nicht-pc-konforme Berichterstattung dort zu finden ist. Zur Hintergrundinformation und zum Vergleichen und Überprüfen, als Beitrag zur Meinungsbildung sehr wertvoll.

    Der obige Link beschäftigt sich unter anderem mit einer beschriebenen Beeinflussung der Kirche durch die Hochfinanz - das wäre ja nichts Neues, wie man aus dem vorigen Jahrhundert noch recht gut weiß. Abgesehen davon , gab es vermutlich ohnehin keine Zeit, zu der das Kapital nicht versuchte, die Kirche vor seinen Karren zu spannen. Normalität also? in Krisenzeiten, die ohne diese Nachhilfe vielleicht gar nicht entstünden und die Frage nach dem Cui Bono aufwerfen.

  2. Romana
    08. Juni 2017 09:38

    Zu welchen Mitteln des Widerstandes sollen Christen greifen, die von dieser Kirchenführung genug haben? Leider kann man sie nicht abwählen. Austreten ist sicher keine Lösung, denn das schwächt die ohnehin schon schwache Katholische Kirche noch mehr.

    • franz-josef
      08. Juni 2017 22:22

      Ich denke seit einiger Zeit darüber nach, ev wieder in die kath Kirche einzutreten, die ich vor Jahrzehnten enttäuscht und zornig verlassen habe.
      Nicht, weil ich die Kirchenorganisation jetzt gut fände, die Oberhäupter respektierenswert, den Papst unfehlbar - nein, das kann ich nun wirklich nicht behaupten.
      Aber: Wenn in meinem Kulturkreis eine "Religion" wie der Islam wuchert und absehbar überhand nimmt, dann wird es mir immer mehr Bedürfnis, m e i n e Werte klarzustellen und die decken sich perfekt mit den zehn Geboten, die ich als Grundlage des Zusammenlebens in unserer westlichen Gesellschaft betrachte.





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