Zwischen allen Stühlen

Lesezeit: 2:30

Eigentlich müssten alle Berufs-Politiker Kern ziemlich dankbar sein, denn er führt gerade vor, wie schwer das Geschäft tatsächlich ist. Und dass ein Quereinsteiger praktisch in jede Falle tappt, die es gibt. Kerns Jahre als Pressesprecher und Büroleiter im SPÖ Parlamentsklub liegen wohl schon zu lange zurück, um daraus noch Knowhow über die Jahre herüber gerettet zu haben.

Der ehemalige Manager rutscht seit seinem Amtseintritt ständig auf dem glatten Politparkett aus:

Die falschen Asylzahlen, der CETA-Umfaller, die peinliche Inszenierung in Wels und jetzt der Pakt mit der ÖVP.

Zwar hätte man das schon bei Stronach erkennen können, auch wenn man natürlich den international erfolgreichen Geschäftsmann nicht mit dem österreichischen ÖBB-Angestellten vergleichen kann. Aber ungemütlich wurde es in der Politik für beide, weil sie das Politikgeschäft mit einer Firma verwechselten.

Man würde derzeit gerne Mäuschen spielen beim linken Flügel der SPÖ. Sie haben ihm ja geholfen, Faymann aus dem Amt zu hieven. Und nun bringt er ein Programm, das weit, sehr weit weg ist von ihren Vorstellungen. Wünschen sie sich Faymann zurück? Fragen sie sich, ob sie sich da einen Wolf im Schafspelz gezüchtet haben? Würden sie alles genauso wieder machen? Schade, man wird es nie erfahren...

Ob Kern Neuwahlen anpeilte oder nicht, werden wohl nur er und vielleicht sein teurer Berater Tal Silberstein wissen, was aber sichtbar wird: So war das Ganze sicher nicht geplant.

Denn jetzt hat sich Kern so ziemlich zwischen alle Stühle gesetzt: dem linken Flügel zu rechts, der Basis zu ÖVP-hörig – und die Wähler, die er damit von der FPÖ zurückholen wollte, die gehen sowieso lieber zum Schmied, als zum Schmiedl.

Wie Politik funktionieren soll, hatte er sich von seinem ÖBB-Posten aus so schön ausgemalt. Aber es kam halt wie so oft: In der Phantasie ist vieles möglich, in der Realität sieht's anders aus.

Photogeshopte Bilder mit Einblicken in den Berufsalltag auf Facebook reichen einfach nicht, um die Wähler zu überzeugen. Nein, sie schaden eher, denn was man Strache interessanterweise problemlos abnimmt, wirkt bei Kern gestelzt und übertrieben.

Warum? Ganz einfach: Kern ist nicht authentisch. Bis heute wage ich zu bezweifeln, ob wir auch nur eine Minute den echten Kern gesehen haben.

Kern spielt die Rolle eines Politikers - und genau das ist sein Problem: Spielen reicht einfach nicht!

Manuela Hahofer ist Journalistin und schreibt fast 30 Jahre für österreichische und deutsche Medien.

einen Kommentar schreiben
Teilen:
  • email
  • Add to favorites
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Twitter
  • Print

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorglockenblumen
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    02. Februar 2017 16:31

    "Kern spielt die Rolle eines Politikers - und genau das ist sein Problem: Spielen reicht einfach nicht!"

    Er kann nicht mal ordentlich schauspielern! Er ist einfach zu kernlos........

  2. Ausgezeichneter KommentatorBob
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    02. Februar 2017 20:20

    Kern glaubt er könne eine Rolle spielen? Und das die roten Gehirnakrobaten diese Rolle auch glauben? Das ist ja zum lachen. 90% der Basisroten verstehen nicht einmal seine Worte und deren Sinn.

  3. Ausgezeichneter KommentatorIngrid Bittner
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    02. Februar 2017 17:48

    Was mich bei Kern besonders stört: er hält seine Wähler für dumm und vergesslich. Das sind sie aber nicht. Er weiss offenbar nicht mehr, was er vor ein paar Monaten gesagt hat, die Wähler aber schon.
    Beim Antritt hat er gemeint, er brauche sich für keine Phase der SPÖ schämen ( oder so ähnlich) - in Wels hat er sich für die Fehler entschuldigt! Also was jetzt?
    Seine gestelzte Sprache ist unerträglich. Er redet dabei so viel stumpfsinniges Zeug, weil er meint, wenn man viele Fremdworte verwendet, dann ist das besonders klug oder kommt zumindest so hinüber. Ist es aber nicht. Da lob ich mir manch Abgeordneten, der aus Überzeugung so spricht, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, den aber jeder versteht und von dem man weiss, was er vertritt.
    Das weiss man ja bei Kern alles nicht. Der schwafelt irgendetwas dahin und wenn's brenzlig wird, dann wird er krank, aber nicht so krank, dass er nicht schöne Fotos vons einem Büro aus posten kann, so wie gestern. Politik lässt sich nicht über Facebook machen. Vielleicht ein kleines bisschen aufmotzen, aber im Grunde müsste man schon seinen Mann stehen. Die Duzdar hat er auch fuhrwerken lassen, da hat er auch nicht Klartext gesprochen. Er scheint auch feig zu sein, wie sich jetzt immer mehr herausstellt. Wenn's um was geht, dann drückt er sich. Na ja, wenn man nur ein Strahlemann sein will, dann passen halt die Störfeuer nicht. Ein schöner Mann zu sein ist einfach zu wenig. Das muss er auch erkennen, es fehlt ihm einfach an Rückgrat und Substanz. Und das mit dem gewesenen Manager, das find ich nur lächerlich. Erfolgreich war er nicht, wenn's Geld nicht gereicht hat, die Steuerzahler haben wieder bezahlt. So geht's halt bei der Verstaatlichten.

  4. Ausgezeichneter Kommentator11er
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    02. Februar 2017 20:52

    Der BK-Darsteller auf dem Weg zur Unsterblichkeit

    Die Ägide des Ungewählten wird dafür sorgen, dass der Begriff "kernweich"
    dauerhaft als Synonym für "minderbegabt" den Weg in den Sprachgebrauch finden wird.

    PS.: Auch er wird seinen Platz in der Galerie der Willkommensverbrecher haben, wenigstens als lächerlicher....

  5. Ausgezeichneter KommentatorTorres
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    05. Februar 2017 13:21

    Bei Kern trifft das geflügelte Wort vom "Politikdarsteller", noch genauer, vom "Kanzlerdarsteller", besonders genau zu.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorTorres
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    05. Februar 2017 13:21

    Bei Kern trifft das geflügelte Wort vom "Politikdarsteller", noch genauer, vom "Kanzlerdarsteller", besonders genau zu.


alle Kommentare

  1. monofavoriten (kein Partner)
    06. Februar 2017 11:26

    dass gestalten wie dieser kern etwas zu melden haben liegt einzig daran, dass selbstständiges denken eine minderheitenbegabung ist.

  2. Torres (kein Partner)
    05. Februar 2017 13:21

    Bei Kern trifft das geflügelte Wort vom "Politikdarsteller", noch genauer, vom "Kanzlerdarsteller", besonders genau zu.

  3. Gennadi (kein Partner)
    04. Februar 2017 21:53

    Kerns Problem ist:
    Er wurde von niemandem gewählt. Setzte sich selbst als Bundeskanzler ein.
    Und die ÖVP sah zu und liegt ihm zu Füßen.

  4. Prinz Eugen von Savoyen (kein Partner)
    04. Februar 2017 20:59

    Schon bei Klima sagte man zu Recht: Er ist der Kanzlerdarsteller. Besser war der übrigens auch nicht.

  5. 11er
    02. Februar 2017 20:52

    Der BK-Darsteller auf dem Weg zur Unsterblichkeit

    Die Ägide des Ungewählten wird dafür sorgen, dass der Begriff "kernweich"
    dauerhaft als Synonym für "minderbegabt" den Weg in den Sprachgebrauch finden wird.

    PS.: Auch er wird seinen Platz in der Galerie der Willkommensverbrecher haben, wenigstens als lächerlicher....

  6. Bob
    02. Februar 2017 20:20

    Kern glaubt er könne eine Rolle spielen? Und das die roten Gehirnakrobaten diese Rolle auch glauben? Das ist ja zum lachen. 90% der Basisroten verstehen nicht einmal seine Worte und deren Sinn.

    • Gennadi (kein Partner)
      04. Februar 2017 21:56

      Aber doch.
      Erbschaftssteuer, Mschinensteuer, Vermögenssteuer - das verstehen alle typischen Stammwähler. Deshalb würde er auch jede Wahl gewinnen.
      Darum ist es so unverständlich, dass er keine Wahl will...

  7. Ingrid Bittner
    02. Februar 2017 17:48

    Was mich bei Kern besonders stört: er hält seine Wähler für dumm und vergesslich. Das sind sie aber nicht. Er weiss offenbar nicht mehr, was er vor ein paar Monaten gesagt hat, die Wähler aber schon.
    Beim Antritt hat er gemeint, er brauche sich für keine Phase der SPÖ schämen ( oder so ähnlich) - in Wels hat er sich für die Fehler entschuldigt! Also was jetzt?
    Seine gestelzte Sprache ist unerträglich. Er redet dabei so viel stumpfsinniges Zeug, weil er meint, wenn man viele Fremdworte verwendet, dann ist das besonders klug oder kommt zumindest so hinüber. Ist es aber nicht. Da lob ich mir manch Abgeordneten, der aus Überzeugung so spricht, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, den aber jeder versteht und von dem man weiss, was er vertritt.
    Das weiss man ja bei Kern alles nicht. Der schwafelt irgendetwas dahin und wenn's brenzlig wird, dann wird er krank, aber nicht so krank, dass er nicht schöne Fotos vons einem Büro aus posten kann, so wie gestern. Politik lässt sich nicht über Facebook machen. Vielleicht ein kleines bisschen aufmotzen, aber im Grunde müsste man schon seinen Mann stehen. Die Duzdar hat er auch fuhrwerken lassen, da hat er auch nicht Klartext gesprochen. Er scheint auch feig zu sein, wie sich jetzt immer mehr herausstellt. Wenn's um was geht, dann drückt er sich. Na ja, wenn man nur ein Strahlemann sein will, dann passen halt die Störfeuer nicht. Ein schöner Mann zu sein ist einfach zu wenig. Das muss er auch erkennen, es fehlt ihm einfach an Rückgrat und Substanz. Und das mit dem gewesenen Manager, das find ich nur lächerlich. Erfolgreich war er nicht, wenn's Geld nicht gereicht hat, die Steuerzahler haben wieder bezahlt. So geht's halt bei der Verstaatlichten.

  8. glockenblumen
    02. Februar 2017 16:31

    "Kern spielt die Rolle eines Politikers - und genau das ist sein Problem: Spielen reicht einfach nicht!"

    Er kann nicht mal ordentlich schauspielern! Er ist einfach zu kernlos........





Bitte OHNE Internet-Links (Kommentare mit Links werden nicht veröffentlicht)
verbleibende Zeichen: 700

Sicherheitsabfrage:
Bild neu laden

Ich will die Datenschutzerklärung lesen.


© 2020 by Andreas Unterberger (seit 2009)  Impressum  Datenschutzerklärung