Butter statt Palmöl

Wer Malaysia oder Indonesien bereist, kennt das Bild: Kilometer um Kilometer zieht sich die Straße durch Plantagen niedrig wachsender Palmen. Auf die beiden Länder entfällt fast 90 Prozent der weltweiten Palmöl-Produktion. Und diese hat sich seit 2001 von 25,6 Millionen auf 60 Mllionen Tonnen mehr als verdoppelt. Allein zwischen 1990 und 2005 haben die beiden südostasiatischen Staaten auf fast 5 Millionen Hektar neue Plantagen angelegt; zum großen Teil dort, wo früher Regenwälder wuchsen.

Palmöl wird nicht nur als Biokraftstoff sowie in der Produktion von Kosmetika und Reinigungsmitteln eingesetzt, sondern kommt aufgrund des butterähnlichen Geschmacks auch bei der Herstellung von Margarine, Schokolade, Karamell, Chips, Erdnussflocken und Backwaren sowie bei Fertiggerichten und Saucen zum Einsatz. 6,7 Millionen Tonnen Palmöl hat die EU im Jahr 2015 importiert, zwei Drittel davon entfielen auf die Lebensmittelindustrie. Dem steht eine EU-Buttererzeugung von 2,4 Millionen Tonnen gegenüber. Der oberösterreichische Nationalratsabgeordnete Leopold Steinbichler (Team Stronach) hält fest, dass der europäische Kuhbestand verdoppelt werden müsste, würde man das gesamte importierte Palmöl durch Butterfett ersetzen. Doch Butterfett ist mehr als dreimal so teuer wie Palmöl.

An dieser Differenz hat sich wenig verändert, seit die Milchpreise nach dem Ende der Milchquote im letzten Jahr stark gefallen sind. 2014 konnten die heimischen Bauern noch bis zu 40 Cent pro Liter Milch erlösen, heute sind es in Österreich nur mehr 28 Cent und in Norddeutschland oft nicht einmal mehr 20 Cent. Zu diesen Preisen kann aber kein Landwirt mehr produzieren: Die durchschnittlichen Kosten für die Milcherzeugung liegen im Alpenraum bei 35 bis 40 Cent und bei den Großbetrieben in den Gunstlagen sogar bei 30 bis 35 Cent pro Liter. Der Preisverfall ist fatal, denn ein Ende der flächendeckenden Milchwirtschaft im Alpenraum würde nicht nur unsere Ernährungssicherheit in Krisensituationen gefährden und uns von Milchimporten aus Irland oder Milchpulver aus Übersee abhängig machen. Auch die offene Kulturlandschaft mit ihren Weiden, Wiesen und Almflächen würde nicht mehr weiterbestehen, großflächige Aufforstungen wären die Folge, die Attraktivität der Berggebiete für Urlauber und Ausflügler würde massiv abnehmen.

Nicht nur ökonomisch, auch ökologisch droht damit ein Gau: Kühe fressen Grünfutter von Flächen, auf denen wegen ihrer Hang- oder Höhenlage kein Ackerbau möglich ist. Die Milch von Kühen, die vor allem Gras und Heu fressen, ist für uns besonders gesund, weil ihr Anteil an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren hoch ist. Außerdem ist ihre Energiebilanz deutlich positiv.

Man kann messen, wie viel von auch menschlich verwertbaren Nutzpflanzen verfüttert werden muss, um eine bestimmte Menge an tierischem Eiweiß zu produzieren. Bei getreidebasierten Rindermastsystemen, wie sie etwa in Großbritannien vorherrschen, wird nur ein Sechstel der verfütterten essbaren Energie in Form von Fleisch wiedergewonnen. Heimische Heumilchbetriebe produzieren dagegen ein Vielfaches der eingesetzten, theoretisch verwertbaren pflanzlichen Energie in Form von tierischem Eiweiß. Selbst in der heimischen Rindermast ist die Energiebilanz noch positiv, wenn das Grünland die überwiegende Nahrung bietet und nur verhältnismäßig wenig Kraftfutter (meist in Form von Getreide-Eiweißmischungen) zugefüttert wird.

Einen Ausweg aus der existenzgefährdenden Krise der Milchbauern könnte tatsächlich in einer teilweisen Zurückdrängung des Palmölanteils in Lebensmitteln liegen, wofür sich auch die bayrische EU-Parlamentarierin Ulrike Müller einsetzt. Sie fordert die Wiedereinführung der Beihilfe für die Verwendung von Butter in Lebensmitteln, wie sie die EG im Jahr 1988 gewährt hat. Ein ähnlich gerichteter Vorstoß von Landwirtschaftsminister Rupprechter im Agrarministerrat der EU blieb allerdings erfolglos.

Auch eine Anhebung der europäischen Importzölle für Palmöl von derzeit 3,8 Prozent ist wegen des GATT-Abkommens kaum machbar.

Realistischer ist da Steinbichlers Forderung nach einer Besteuerung von Palmöl, wie Frankreich es bereits praktiziert. Mit dieser Steuer soll eine Lebensmittelkennzeichnung finanziert werden, damit in Zukunft auch der Palmölanteil von Nahrungsmitteln auf der Packung steht. Die österreichische Fachzeitschrift „Landwirt“, die dem Thema in ihrer Ausgabe vom 1. Oktober einen umfassenden Bericht gewidmet hat, zitiert abschließend Steinbichlers Hoffnung auf eine politische Mehrheit für seinen Vorstoß: „Wir sehen ja bei der Allergen-Verordnung, welch sinnlose Regelungen geschaffen werden können. Da wird es auch möglich sein, einmal etwas Vernünftiges auf die Beine zu stellen.“

Mag. Wolfgang Dvorak-Stocker ist Verleger des Leopold Stocker Verlags und Eigentümer der Landwirt Agrarmedien GmbH.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorBob
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    15. Oktober 2016 11:54

    Von den Grüningen sind keine Umweltverbesserungen zu erwarten, die sind ausschließlich für Verbote zuständig.

  2. Ausgezeichneter KommentatorIngrid Bittner
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    15. Oktober 2016 19:14

    Team Stronach Agrarsprecher Leo Steinbichler "Palmöl schon in 70 % der Lebensmittel" - YouTube
    https://www.youtube.com/watch?v=WE0n8i5kmlk

    Team Stronach Agrarsprecher Leo Steinbichler: Wo Palmöl drin ist... - YouTube
    https://www.youtube.com/watch?v=NTNIz49FNSo&spfreload=10

    Ist das eine Freude - für mich ganz persönlich. Seit Jahren werde ich belächelt, weil ich die Meinung des Leo Steinbichler - bei uns in OÖ besser bekannt als der "Bauernrebell" in bezug auf Palmöl teile und weil es mir gefällt, mit welcher Vehemenz er seine Standpunkte vertritt.

    Es wird ihm alltenthalben natürlich vorgehalten, dass er es bei mehreren Parteien versucht hat - sozusagen als Minuspunkt, den man ihm anhängen kann.
    Klar ist es nicht leicht, so einen Querkopf in dienende und meinungslose Stille zu bringen. Der will sagen was Sache ist und die Menschen aufklären. In der ÖVP hatte er natürlich keinen Platz mehr, weil er das Fehlverhalten des Bauern-bundes mehrmals und lautstark aufgezeigt hat. Ich finde, berechtigterweise.

    Und noch ergänzend zum Palmöl:
    Es ist ja nicht nur so, dass die Affen getötet werden, sondern in Südamerika auch die Indigenen (kann man nachlesen bei sos-regenwald.at).
    Da wird gemordet und gebrandschatzt, aber bei uns wird das totgeschwiegen.

    Ab und zu hört man was, aber nur dass es halt wieder irgendwelche Zertifikate gibt, so zur Beruhigung, Palmöl ist ja gut und richtig gewonnen, etc.etc.
    Es gibt ja kaum Produkte, wo Palmöl nicht drin ist, Lebensmittel, Kosmetik, Waschmittel, etc.etc.

    Die links zu Leo Steinbichler hab ich dazugegeben, weil es einfach direkter zeigt, wie er verdeutlicht, was Palmöl alles nach sich zieht.

    Hr. Steinbichler erscheint ja am Rednerpult des Parlaments immer mit wahrhaftigen Produkten um das Thema zu veranschaulichen.

    Wenn er z. B. mit seinem 2,5 kg Kunstkäseblock oder dem "Pflanzensprühtopping", das eine oö bäuerliche Molkerei aus Holland importiert, erscheint, dann verziehen die Bauernvertreter der ÖVP immer das Gesicht. Es ist ihnen nicht angenehm, wenn einer eine klare Sprache spricht und sagt, was Sache ist. Die Herren Reisecker und Auer sind immer besonders angewidert, weil sie halt dann zu hören bekommen, die Kammervertreter hätten sich um die einheimischen Bauern zu kümmern und nicht um die Multinationalen Konzerne wie Nestle, etc. Es ist lustig anzuschauen, wie die Mimik sagt, was sie sich so denken.

    Mir gefällt's, wenn einer druckreif Klartext spricht und sagt was Sache ist. Und nochdazu durchgehend auf Deutsch - im Gegensatz zum Kanzler, der ja sehr oft auf Englisch ausweicht.

  3. Ausgezeichneter KommentatorPoliticus1
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    15. Oktober 2016 15:36

    Dass Staaten auch darauf schauen sollen, dass sie möglichst autark, und nicht total von Importen abhängig sind, darf man ja heute schon kaum mehr sagen; ist ja rechtes Gewäsch, wie Heimat und Boden ...
    Und wenn wir in Österreich einmal nicht mehr genug Milch im eigenen Land produzieren werden, dann werden die politisch Korrekten garantiert die Schuldigen sofort gefunden haben: unsere Bauern!

  4. Ausgezeichneter KommentatorFreak77
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    15. Oktober 2016 08:46

    Einerseits die regionalen Besonderheiten, wie bei und die Bergbauern und die dortige Milchwirtschaft in den österr. Bergen. Die Milch der heimischen Kühe ist besonders gesund außerdem nutzen die heimischen Kühe Flächen in den Bergen die anders nicht nutzbar sind. Arbeitsplätze und Bergbauernhöfe in den Alpen werden gesichert und die jahrhunderte lange landwirtschaftliche Tradition weiter geführt.

    Und es kommt hinzu: Die Kühe auf Österreichs Almen und Berghängen: Sie fressen das Gras kurz und dies verhindert Lawinen und Schneebretter.

    Aber auch die regionalen Besonderheiten in Malaysia und Indonesien: Der Regenwald (Urwald) verschwindet immer mehr: Eine der grünen Lungen mit enormener Sauerstoffproduktion für den Planeten Erde verschwindet.

    Aber es verschwinden auch viele regenwald-typische Tiere und Pflanzen. Die Arten, der Genpool unseres Planten wird gefährdet.

    Vor allem der Orang-Utan (aber auch andere landestyp. Tiere), ein Menschenaffe wie man ihn noch im Wiener Tiergarten Schönbrunn sehen kann - er ist wegen des weltweiten Palmölbooms stark gefährdet:

    https://www.welt.de/wissenschaft/tierwelt/article5254887/Orang-Utans-die-Opfer-des-Palmoel-Booms.html

    http://www.orang-utans-in-not.org/gefahr.html

    https://www.regenwald.org/petitionen/815/sagen-sie-der-palmoel-industrie-orang-utans-sind-kein-ungeziefer

    http://www.geo.de/geolino/natur-und-umwelt/11629-bstr-orang-utans-not/140115-img -

    Ebenso sollte man daran denken was es bedeutet wenn in weiten Gebieten riesige Monokulturen, eben Palmöl-Kulturen existieren: Auf hunderten Quadratkilometern gibt es nur immer die gleichen Mono-Kulturen. Wie sieht es mit den Düngemitteleinsatz aus? Wie halten das die Böden auf Dauer aus? Wie schaut es mit Pestiziden aus? Wie seht es mit verschiedensten chemischen Mittel aus die dort verwendet werden müssen? Und wie gesund und bekömmlich ist das Palmöl, das Endprodukt dann noch?

    Und die ökonomische Abhängigkeit von riesigen Gebieten mit der dortigen Bevölkerung von genau EINEM Produkt - da ergeben sich etliche Fragen ob das für die dortigen Nationen so besonders vorteilhaft ist.

    Aber es gibt eben auch die weltweite Ebene, den freien Welthandel, die Globalisierung. Die kann nicht mehr bzw. kaum mehr zurück gedreht werden.

    Weltweit werden die Zölle immer mehr abgeschafft, gigantische Warenströme sind um den Globus unterwegs: es sichert die weltweite Arbeitsteilung.

    Es geht hier darum eine vernünftige Balance zu finden, einen vernünftigen Ausgleich: Die Erfordernisse u. Notwendigkeiten sowohl in Österreich als auch in den Regenwald-Nationen Malaysia und Indonesien entsprechend zu regulieren. Da sind gescheite Leute, Agrarier und auch Wirtschaftsfachleute sowie auch andere gefragt.

    Ja, das muss betont werden: "Reguliern" - wir brauchen ein Regelwerk, wir brauchen Regeln und zwar genau die richtigen, der Markt ganz alleine ist zu wenig.

    Auch die Konsumenten müssen mitspielen. Die Konsumenten sollen wissen welche Schäden die Palmölprodukte wie z. B. manche Schokoladen in den Regenwaldgebieten anrichten. Ein jeder Konsument ist ein Teil dieses weltweiten Geschehens.

  5. Ausgezeichneter KommentatorAbaelaard
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    15. Oktober 2016 08:37

    Volle Zustimmung, hier wären auch die Grünen gefragt ob ihnen die Abholzung des Regenwaldes mitsamt den getöteten Menschenaffen behagt weil man nämlich wenig von ihnen in dieser Beziehung hört.

  6. Ausgezeichneter KommentatorZraxl
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    17. Oktober 2016 09:32

    "die Attraktivität der Berggebiete für Urlauber und Ausflügler würde massiv abnehmen"
    Die Ausflügler sind sowieso weg, sobald hier Bär und Wolf wieder heimisch sind, denn ein paar vollgekiffte Umweltfanatiker aus Bobostan ersetzen den Ausfall an Wanderern nicht.
    Nachdem man die Rindviecher als heimtückische Klimavergifter entlarvt hat, stehen die Chancen gut, dass man die heimische Landwirtschaft komplett umbringt: Alles zum Nutzen der Natur und für den Umweltschutz - versteht sich!

  7. Ausgezeichneter KommentatorHugo v. Hofmannsthal
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    19. Oktober 2016 15:21

    Man denkt gerade in der Palmöl-Produktion wahrscheinlich in viel zu kleinen Mustern. In diesem Zusammenhang sollte man den Film „Landraub“ (https://www.youtube.com/watch?v=8tqa_f6dzqc bzw. http://www.landraub.com/HOME/ ) zumindest andeutungsweise kennen. Die wirklich Dimension von alle dem kann man eigentlich nur erahnen, wenn man davon ausgeht, dass sämtliches gezeigtes Material im Film „polical correctensiert“ und geschönt wurde, um ja nicht irgendwo anzustreifen.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorZraxl
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    17. Oktober 2016 09:32

    "die Attraktivität der Berggebiete für Urlauber und Ausflügler würde massiv abnehmen"
    Die Ausflügler sind sowieso weg, sobald hier Bär und Wolf wieder heimisch sind, denn ein paar vollgekiffte Umweltfanatiker aus Bobostan ersetzen den Ausfall an Wanderern nicht.
    Nachdem man die Rindviecher als heimtückische Klimavergifter entlarvt hat, stehen die Chancen gut, dass man die heimische Landwirtschaft komplett umbringt: Alles zum Nutzen der Natur und für den Umweltschutz - versteht sich!


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  1. Lilly (kein Partner)
    09. März 2017 19:48

    Sie sagen:"Einen Ausweg aus der existenzgefährdenden Krise der Milchbauern könnte tatsächlich in einer teilweisen Zurückdrängung des Palmölanteils in Lebensmitteln liegen". Und ich möchte hinzufügen, dass der Palmfettanteil vor allem in der Butter verboten gehört! Ich verstehe nicht, dass die Konsumenten nicht bemerken, dass unsere Butter mit immer noch mehr Palmfett gestreckt wird und in vielen Fällen schon eher nach Margarine als nach Butter schmeckt. Angepriesen wird sie mit "jetzt noch streichfähiger" und eigentlich müsste draufstehen "jetzt noch mehr Palmfett". Und die Butterindustrie muss das nicht einmal kennzeichnen, weil das -so nehme ich an- in Österreich ganz legal ist.

    • Undine
      09. März 2017 21:17

      @Lilly

      Besten Dank für Ihren Beitrag!*********************!
      Da werde ich wieder drangehen und aus dem abgeschöpften Obers der Milch vom nahen Meierhof des Klosters selber Butter rühren (mit dem Mixer!)

  2. Rübezahl
    21. Oktober 2016 21:49

    Danke für den Artikel. Das ist sehr sehr betrüblich.

    Nur eine kleine spitzfindige Anmerkung: Omega-6 Fettsäuren sind gesund? Gibt es neue Erkenntnisse? Ich denke Omega 3 sind die wertvollsten, dann Omega-9. Omega 6 eher Risiko FS...
    Und die Erucasäure musste man auch aus dem Raps herauszüchten...(aber der Klugschiss nur am Rande :) )

    • Wolfgang Dvorak-Stocker
      24. Oktober 2016 02:30

      Sie haben recht, hier war ich nicht ausführlich genug: Bei "normaler" Milch ist der Anteil an gesättigten Fettsäuren höher als bei Heumilch. Dafür ist der Anteil an Omega-3-Fettsäuren bei Heumilch doppelt so hoch. Von den Omega-6-Fettsäuren ist der Anteil der konjungierten Linolsäure, die auch eine positive Wirkungen auf den Organismus ausübt, ebenso doppelt so hoch. Insgesamt soll aber das Verhältnis vom Omega-3 zu Omega-6-Fettsäuren bei Heumilch deutlich besser sein.
      Ich bin allerdings kein Chemiker und kann leider nur die Ergebnisse der mir bekannten Studien zusammenfassen!
      Mit herzlichen Grüßen
      Wolfgang Dvorak-Stocker
      wdst@stocker-verlag.com

  3. Pumuckl
    21. Oktober 2016 02:59

    " WEIL ER SO GSCHEIT IST " antwortete einst Bruno Kreisky Journalisten auf die Frage, was denn den Journalistenkollegen FRANZ KREUZER zum GESUNDHEITSMINISTER qualifiziere.

    Der, ach so gescheite, Gesundheitsminister dürfte vermutlich, ohne es selbst zu kapieren das PROPAGANDAGESCHÄFT DES LEBENSMITTELKONZERNS UNILVER erledigt haben.

    In provozierendem Widerspruch zur Werbeslogan von Bauernkammer und Molkereiindustrie BUTTER KANN DURCH NICHTS ERSETZT WERDEN, verkündete gescheite Gesundheitsminister Kreuzer, BUTTER KANN DURCH WENIGER BUTTER ERSETZT WERDEN

    Kreuzer fiel dabei auf die, von Pharmaindustrie UND UNILEVER angeheizte, schon damals widerlegte Cholesterin-Hysterie herein.

    UNILEVER war über sehr viele Jahrzehnte einer der Hauptprofiteure, der aus Afrika stammenden, Ölpalme und hatte anfangs in deren Nutzung geradezu ein Weltmonopol.

    • Normalsterblicher
      21. Oktober 2016 13:53

      Aha, und die Cholesterin-Hysterie ist auch den dunklen Machenschaften des besagten Lebensmittelkonzerns zuzuschreiben, gaaaanz anders als die seitens der WHO bereits vor 30 Jahren ausgerufene Nikotin- und Passivrauch-Kampagne, oder das Waldsterben, das Ozonloch, die Klimahysterie und und und - oder was?

      Wenn sich Palmöl so schnell als Lebensmittelzusatzstoff verbreitet hat, so wird das nicht zuletzt darauf zurückzuführen sein, dass es den Konsumenten schmeckt und die Eigenschaften eine Produktion zu erschwinglichen, dh attraktiven Preisen erlauben.

    • Rübezahl
      21. Oktober 2016 22:07

      Palmöl:
      Das wurde vor allem flächendeckend angebaut um Biosprit herzustellen. Vulgo Alkohol.
      Außerdem kann man diese Ester auch dem Diesel als Biokomponente dazumischen.
      DAS war der wirkliche Start dieser Epedemie.
      Dann wurde es lediglich als günstiger Fettersatz verwendet.
      Sonst ist da nix!

      apropos ALkohol und Kreuzer: Da gab es auch ein ziemliches Naheverhältnis. Vor ein paar Jahren ist Herr KReuzer dann den Weg jeden irdischen Lebens gegangen.

    • Rübezahl
      21. Oktober 2016 23:01

      Natürlich nach entsprechender Umesterung.. Es ginge aber auch als Einsatz in einer Hydrieranlage bzw. direkt in den Tank. Da gibt es auch Räuberg'schichten darüber :)

  4. Normalsterblicher
    20. Oktober 2016 22:46

    Das ist ja alles sehr interessant, was hier über Palmöl steht. Die Verlagerung im Konsumverhalten könnte aber auch damit zu tun haben, dass vielleicht Palmöl für die Produktion haltbarer Lebensmittel besser geeignet ist als Butter und in diesen Lebensmitteln auch bessser schmeckt.

    Ich zB mag Butter sehr, aber zum Backen bevorzuge ich Speiseöl. Ein derartiger Geschmacksunterschied ließe sich vielleicht auch auf haltbare Lebensmittel übertragen, ganz abgesehen von der womöglich besseren Haltbarkeit.

  5. eynhuf
    20. Oktober 2016 12:13

    Wir werden sicher nicht die Palmöl-Produktion in der Dritten Welt killen können. Die weltweite Liberalisierung der Handelsströme verhindern auch eine wirksame Einschränkung der Palmöl-Importe. Was können wir also machen, um unsere Agrarwirtschaft zu retten?

    Es bleibt nur eine ausreichende Erhöhung der Subventionen der Milchbauern, damit deren Einkommen nicht in den Keller fallen und damit sie fortfahren, steile und hoch liegende Grünflächen zu beweiden.

    Da unsere Bundesregierung und unsere Landesregierungen große Erfahrung im Subventionieren haben, sollte das eigentlich kein großes Problem darstellen!

  6. Hugo v. Hofmannsthal
    19. Oktober 2016 15:21

    Man denkt gerade in der Palmöl-Produktion wahrscheinlich in viel zu kleinen Mustern. In diesem Zusammenhang sollte man den Film „Landraub“ (https://www.youtube.com/watch?v=8tqa_f6dzqc bzw. http://www.landraub.com/HOME/ ) zumindest andeutungsweise kennen. Die wirklich Dimension von alle dem kann man eigentlich nur erahnen, wenn man davon ausgeht, dass sämtliches gezeigtes Material im Film „polical correctensiert“ und geschönt wurde, um ja nicht irgendwo anzustreifen.

  7. Brigitte Imb
    17. Oktober 2016 23:12

    Ewig gestrig, wie ich als Landpomeranze halt bin, kaufe ich Milch, Eier und mehr beim Bauern. Also eigentlich werde ich "beliefert" und zahle dafür sicher nicht mehr als im Handel, was sowohl für "meine" Bäuerin, wie für mich paßt.
    Die Milch wird entrahmt, Butter und Schlagobers gerührt, usw., genauso wie ich selbst Jus für Saucen bereite, und KEINE Fertigpackerln u. -gerichte verwende.
    Kann Jeder/JederIn wenn er will.

    Stadtleute könnten, so sie wollten, sich auch einen Bauern anheuern. Aber den meisten wäre schon die "rohe" Milch ein "Keim" im Auge.

    Mich wundert es ja wirklich jeden Tag, wie wir als eine Art Bauernkinder mit der Verkeimung überleben konnten und OHNE unleserliche Aufschrift durchgekommen sind. ;-)

    Zudem gesellt sich erhärtend, daß ich auch Topfen und Blunzen und Sulz mache(n kann). Ungustiös, oder?

    Geht natürlich nur weil mein Mann die "Gesundheitsbehörde" im Ort ist. Sonst hätt`man mich sicher schon inhaftiert, od. zumindest "grünwaginiert".

    P.s.: Leo Steinbichler kenne ich aus einem früheren Wahlkampf....., in der Sache liegt er dennoch richtig. Viel Glück.

    • Ingrid Bittner
      18. Oktober 2016 09:17

      HM a söwag'machte Sulz, was Besseres gibt es doch gar nicht. Und A Blunzngröstl mit Sauerkraut - kulinarische Höchstgenüsse und die müssen ja irgendwie hergestellt werden. Gegen a guade Sulz lass i jedes Beafsteak stehn!!
      Aber heutzutage ist es ja, wie wir auch überall lesen, sehr schwierig, eine gesamtverwertete Sau an den Mann und die Frau zu bringen. Da werden nur die besten Teile verwendet, alles andere wird verwurschtet oder sonst wie in die Maschinerie gebracht.

    • Ingrid Bittner
      18. Oktober 2016 09:19

      Und zum dezenten Hinweis auf die Fertigpackerl: gelegentlich kauf ich sowas, um die Aufdrucke genau zu studieren, aber dazu muss ich die Packerl daheim haben, weil die Aufdrucke sind ja so klein, dass man sich sehr bemühen muss sie entziffern zu können. Und um bei den Herstellern dann nachzufragen, muss man natürlich korrekt sein, sonst macht man sich die Mühe umsonst.

  8. Zraxl (kein Partner)
    17. Oktober 2016 09:32

    "die Attraktivität der Berggebiete für Urlauber und Ausflügler würde massiv abnehmen"
    Die Ausflügler sind sowieso weg, sobald hier Bär und Wolf wieder heimisch sind, denn ein paar vollgekiffte Umweltfanatiker aus Bobostan ersetzen den Ausfall an Wanderern nicht.
    Nachdem man die Rindviecher als heimtückische Klimavergifter entlarvt hat, stehen die Chancen gut, dass man die heimische Landwirtschaft komplett umbringt: Alles zum Nutzen der Natur und für den Umweltschutz - versteht sich!

    • franz-josef
      18. Oktober 2016 12:12

      :)) Vor nun schon vielen Jahren waren wir im Rothwald wandern, dem großen naturbelassenen Urwald im NÖ/steirischen Grenzgebiet. Immer ruhig den Güterweg entlang, ein paar Stunden wunderbares Dahingehen. Retour ging´s schneller, hinter/neben uns i dichten Gebüsch, durch knackende Geräusche und gelegentliches Brummeln zu orten, war ein Bärentier nicht abzuschütteln, und, ich gestehe, wir rannten in großer Verzweiflung, atemlos, sinnlos, aber erfolgreich bis zu drei Häusern mitten im Wald, wo wir dann unterkamen für die Nacht und vernahmen, daß der Bär dort die Schafe reißt, die Bienenstöcke räubert und die Forellen fischt - kurz, eine echte Bereicherung darstellt...
      Nie wieder!

    • franz-josef
      18. Oktober 2016 12:21

      Noch eine Bärengeschichte: Anfang der Neunziger spazierte wochenlang ein Bär im Winter i den Wäldern um Alland-Heiligenkreuz-Gruberau-.... herum. Die Spuren im Schnee (sah aus wie Moonboots mit Fransen vorne, weil die Krallen durch den Harsch schnitten)zeigten, daß er auch nächtens in die Gärten rund um die Häuser kam. Ein Jagdpächter erzählte, daß - mangels Erfahrung und Wissen - niemand die zahlreichen unübersehbaren Spuren identifiziert hatte und die Leute keine Ahnung hatten, daß sie von einem großen Bären beglückt wurden. Es herrschte erst bei der Rotwildzählung Verwunderung ob der fehlenden Population (die wahrscheinlich großteils geflohen war).

    • franz-josef
      18. Oktober 2016 12:30

      Und die gerissenen Schafe, sogar neben den Häusern, wurden fiktiven, nie gesichteten "wilden Hunden" zugerechnet, und damit hatte sich´s.

      Ich kenne eine Reihe von Leuten, die NICHT nach Mariazell gewandert oder geritten sind, weil sie den Bären nicht begegnen wollten.

      Soviel zur Attraktivität der mit rückgesiedelten Wildtieren bestückten Wälder für Ausflügler und Anrainer.

  9. Haider
    16. Oktober 2016 23:54

    Von Schutzzöllen zur Gewinnmaximierung von Großkonzernen halte ich absolut nichts! Wenn sich jedoch Nationalstaaten von gewissen restriktiven Maßnahmen versprechen, daß ihre Weltmarktabhängigkeit reduziert und dafür ihre Kulturlandschaft erhalten wird - na dann sofort! Was z.B. mit dem Mais (Kukuruz) weltweit passiert, scheint mir ein einziger Horror. Da wird mit horrenden Subventionen unter dem Deckmantel "bio" (eine der vielen Grünlügen) ein hochwertiges Lebensmittel als Treibstoff verbrannt (Äthanol). Und dann gibt's noch linke Vollkoffer, die uns das als "Fortschritt" verkaufen wollen. Geht's dümmer?

    • blem-blem
      20. Oktober 2016 13:42

      Wenn schon, dann dienen nicht die Schutzzölle der Gewinnmaximierung von Großkonzernen, sondern der Zollabbau. Denn richtig große Konzerne haben überall ihr Standbein, sie können in jedem beliebigen Land produzieren, um in jedem beliebigen anderen Land vergleichsweise billig zu verkaufen - solange der Grenzübertritt von Waren zollfrei oder zumindest gering belastet bleibt.

      Aber genau genommen dient auch der zollentlastete Handel nicht der Gewinnmaximierung, weil die Konzerne ja in Konkurrenz zueinander stehen.

      Jedenfalls sind es die Nationalstaaten, die über Jahrhunderte ihre Standorte durch Zölle geschützt haben. Das ist das einzige Schutzmotiv.

    • blem-blem
      20. Oktober 2016 22:37

      Es gibt natürlich Fälle, wo die Interessen der Allgemeinheit, soweit sie staatlicherseits wahrgenommen werden sollten, mit jenen von Konzernen gleichlaufen können: nämlich dann, wenn ein Konzern gerade erst schwer in einen Standort investiert hat. Dann könnten auch für den Konzern Schutzzölle ein besonderes Anliegen sein.

      Das ist aber nicht der Regelfall, denn wenn die Anlageinvestitionen schon länger zurückliegen, dann schreibt der Konzern, wenn der Standort unattraktiv zu werden beginnt, seine Investitionen schleichend ab und lässt den Standort einfach auslaufen.

  10. Ingrid Bittner
    16. Oktober 2016 18:47

    Und jetzt zum Thema von mir ein Beispiel aus der Praxis!
    Ich habe eingekauft und dann folgendes Schreiben an einen dieser großen Lebensmittelhändler losgelassen :
    Gestern habe ich wieder einmal zu viel Geld gehabt - ich habe bei ................... eingekauft.

    Ich habe mich verleiten lassen zu : ............... Grießnockerlsuppe für 3 Teller 57 g, dies deshalb, weil auf der Vorderseite steht:

    + nach traditioneller Rezeptur in Österreich hergestellt

    + ohne Farbstoffe, Konservierungsstoffe* und geschmacksverstärkende Zusatzstoffe.

    Im vollen Vertrauen auf .......... hab ich natürlich die hintere Seite nicht gelesen.

    Daheim dann schon und was lese ich:

    Zutaten: Grießnockerl 70 % (Weizengrieß, Palmfett, Milchzucker, Hühnereiweißpulver, Trockeneigelb, Speisesalz, Gewürz),
    Speisesalz, Zucker Palmfett, Hefextrakt, Stärke, Zwiebeln, Rindfleischextrakt, Sellerie, Gewürze (mit Sellerie), Karotten,
    Schnittlauch, Tomaten, Knoblauch, Gewürzextrakt.

    Kann Spuren von Soja enthalten.

    ----

    Bedauerlicherweise hab ich nicht behirnt, dass das wieder ein leeres Versprechen sein könnte.

    Erstens, gehe ich davon aus, wenn eine Grießnockerlsuppe in Österreich hergestellt wird, dass da keine Importprodukte drin sind und zweitens, wenn eine traditionelle Rezeptur draufgeschrieben steht, dann ist doch keinesfalls anzunehmen, dass da Palmfett drin ist oder die sonstigen Produkte, die absolut nichts mit einem traditionellem Rezept für eine Grießnockerlsuppe zu tun haben. Hühnereiweißpulver, Trockeneigelb, Palmfett, Tomaten, Gewürzextrakt??? wozu bitte??
    Die gute Rindsuppe besteht aus Knochen, Rindfleisch, div. G emüsen und Salz. Wozu die ganzen Kinkerlitzchen? Die braucht man dazu nichtl

    Und dann wundert man sich, dass in Österreich so viele Lebensmittel im Müll landen. Ich esse diese Suppe sicher nicht

    • Haider
      16. Oktober 2016 23:58

      Es gibt nur eine Branche die noch mehr lügt als Politiker: Und dies sind Verfasser von Beipackzetteln (siehe z.B. auch CETA).

    • sergej27 (kein Partner)
      17. Oktober 2016 19:20

      Also ich hab nichts gegen Palmöl, mir ist nicht klar ob anders als Sojalecithin oder andere Zusatzstoffe eine Palmölallergie existiert, aber die Grundhaltung (zuviel Import ruf nach Limitierung/Preisanstieg) ist verständlich. Ich bin mehr dafür das man Alternativen zu Soja in Schokoladen und anderen Süßwaren findet.
      Leider hat man ab dem 20.Jahrhundert immer mehr auf Soja gesetzt.
      In Südamerika wurde sogar die Produktion der Kaffeebohne von der Sojabohne verdrängt wenn man Wikipedia glauben schenkt.
      Futterimporte für Tiere (Stichwort Gentechnik)sind großteils ebenso Soja.

    • sergej27 (kein Partner)
      17. Oktober 2016 19:25

      Leider spielt hier immer mehr Geld und Macht eine Rolle, weshalb Gesundheit von einigen wohl bald wieder sinken wird.
      Da man im Handel fast nichts ohne soja kriegt (schokoladen,schokoladehaltige produkte) ist dies auch ein Ärgernis. Als Einzelner kann man da kaum etwas ändern.
      Nun ja made in china oder asia ist heute eine endlose Geschichte wie auch der Gast-Artikel andeutet.
      Vielen Dank auch für Ihren Hinweis mit “kann soja enthaten“. Bis auf Verzicht kann man da eben.nichts machen. Nicht auszudenken was TTIP noch für Extras brächte...

    • Ingrid Bittner
      18. Oktober 2016 09:21

      @sergej27: genaugenommen gentechnisch verändertes Soja.

  11. simplicissimus
    16. Oktober 2016 08:15

    Hatte vor mehr als 30 Jahren einen Besuch bei und danach längeren Kontakt mit PORIOM - Palm Oil Research Institute of Malaysia. Hier wurde mit gezielter westlicher Unterstützung der Ausbau der Palmölindustrie vehement und auf wissenschaftlicher Basis vorangetrieben. Den ökonomischen Vorteilen des Palmöls bewußt gab es damals schon strategische Pläne der Eroberung internationaler Märkte. Die Arbeitskräfte sind spottbillig, wir haben dem dank unserer hohen Lohn- und Lebenshaltungskosten nichts entgegenzusetzen. Subventionen, Zollprotektion, Steuerprotektion, ja, können mittelfristig durchaus wirken, aber hemmen meist den Fortschritt und das Wachstum im Vergleich zur restlichen leistungs- und wettbewerbswilligen Welt. Haben also langfristig durchaus negative Begleiterscheinungen, auch wenn der Erhalt der heimischen Milchwirtschaft, Autarkie und die Pflege der Alpenlandschaft durchaus wichtige und vertretbare Ziele sind. Jedoch ändert das nichts an den Folgen dieser Schutzmaßnahmen.
    Was Europas Abstieg - theoretisch - stoppen könnte wäre Verzicht auf ständig steigende Einkommen, Bereitschaft zu mehr und längerer Leistung, wieder eine wachsende Zahl eigener Kinder. Aus individuellem Antrieb heraus, nicht durch Zwangsmaßnahmen. Freiwilliger Verzicht gehört jedoch nicht zu den menschlichen Stärken.

  12. Dennis
    16. Oktober 2016 02:22

    Die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen auf diesen Palmölplantagen sollten auch einmal unter die Lupe genommen werden:
    + wir sprechen hier von organisiertem Menschenhandel mit Familienvätern aus ländlichen Regionen, die ihre Familie nicht ernähren können
    + die Firmen nehmen ihnen die Pässe weg
    + sie arbeiten jahrelang bis zur Erschöpfung ohne Urlaub, zig Stunden am Tag
    + die Plantagen-Besitzer stellen ihnen Prostituierte zu Verfügung und verdienen wieder so an ihnen
    etc.

    • simplicissimus
      16. Oktober 2016 08:18

      Vernehmen tu ich's wohl, allein mir fehlt der Glaube.
      Da ich selber im agrarischen Sektor in einem Entwicklungsland tätig bin, weiß ich, welche Märchen aller Art herumgeistern, manche davon das schiere Gegenteil von der Realität.
      Lasse mich gerne von Fakten überzeugen, haben Sie konkrete Berichte?

    • Ingrid Bittner
      16. Oktober 2016 10:02

      @simplicissimus: ich weiß nur eins, Richard Weixler aus Wels, Verein SOS-Regenwald, verbringt immer das Winterhalbjahr in Südamerika bei den Indigenen. Auf seiner homepage können Sie alles nachlesen, da gibt es auch reichlich Bildmaterial. Das ist kein Schaumschläger, der sich interessant machen will, sondern der meint es ganz ehrlich, auch aus der Familie bedingt, da gab es schon früher Forscher, die sich mit den Indigenen beschäftigt haben.

    • simplicissimus
      16. Oktober 2016 10:42

      Danke, Ingrid Bittner, werde nachlesen. Daß die "Indios brutos" generell keinen guten Stand in Lateinamerika haben, ist mir bekannt.
      Zu den Zuständen in Malaysia und Indonesien warte ich auf Fakten von Dennis.

    • Dennis
      16. Oktober 2016 19:35

      Ich war vor einem Jahr in Indonesien und habe Familien mit Familienvätern besucht, die jahrelang auf solchen Plantagen gearbeitet haben. Habe darüber hinaus auch mit der Kirche dort geredet. Das Ergebnis meiner Gespräche steht – knapp komprimiert – oben in meinem Kommentar.

    • simplicissimus
      17. Oktober 2016 21:31

      Dennis,
      Kommen Sie zu mir und sprechen Sie mit Familienvaetern, Familien und sogenannten "Kirchen". Ich garantieren Ihnen, Sie werden 360 Grad Meinungen hoeren, das , meiste reinster Schwachsinn.
      Wer Entwicklungslaender wirklich verstehen will, muss dort jahrelang ERNSTHAFT in der Wirtschaft, weder in NGOs, USAIDs oder Kirchenorganisationen, sondern in der ungeschuetzten Wirklichkeit arbeiten. Erst dann kann man hinter die Kulissen sehen.
      Das heisst nicht, dass Sie nicht recht haben koennen. Solche Szenarien sind durchaus moeglich. Meine Erfahrungen machen mich jedoch sehr vorsichtig kurzfristigen und einseitigen Meldungen gegenueber. Aber wie gesagt, vieles ist moeglich, auch Ihre Infos.

    • Dennis
      18. Oktober 2016 02:27

      Simplicissimus: Es ging nicht um Meinungen, sondern um konkrete, betroffene Personen und ihre Erfahrungen.

    • Dennis
      18. Oktober 2016 02:29

      Betroffene haben über ihre Schicksale gesprochen, nicht irgendwelche Aktivisten.

      "Kommen Sie zu mir und sprechen Sie mit Familienvaetern, Familien und sogenannten 'Kirchen'. Ich garantieren Ihnen, Sie werden 360 Grad Meinungen hoeren, das , meiste reinster Schwachsinn."

      Wollen Sie mit dieser Argumentation auch Zeugenaussagen vor Gericht in Zweifel stellen?

      Übrigens war ich in sämtlichen Entwicklungsländern und kenne das Problem von verschiedenen Seiten.

    • simplicissimus
      18. Oktober 2016 20:04

      Dennis, ok, ich glaube Ihnen, dass Sie das gehoert haben. Es kann auch durchaus wahr sein.

      Der Vergleich mit Zeugenaussagen vor Gericht ist rechtlich zwar haltbar, praktisch aber bedeutungslos, wenn man weiss, wie vor Gericht gelogen wird.

      Sie waren in saemtlichen Entwicklungslaendern? Bringt sicher einen interessanten Ueberblick. Wirkliche Einsicht gewinnt man allerdings nur, wenn man intensiv, mit den Einwohnern ueber laengere Zeit und unter Leistungsdruck zusammenarbeitet.

      In welcher Mission waren Sie in allen Entwicklungslaendern?

  13. nerdfilms
    15. Oktober 2016 23:14

    Das Argument, dass die "Kulturlandschaft" zerstört würde, wenn nicht weiter Subventionen für die Bauern fließen, habe ich nie verstanden! Wald ist nicht hässlicher als Traktorenlärm und Getreidesilos. Außerdem würde jeder Ernährungsexperte zu einem Wechsel von tierischen hin zu pflanzlichen Produkten empfehlen, auch wenn ich nicht dafür bin, diese von fern zu importieren.

  14. Ingrid Bittner
    15. Oktober 2016 19:14

    Team Stronach Agrarsprecher Leo Steinbichler "Palmöl schon in 70 % der Lebensmittel" - YouTube
    https://www.youtube.com/watch?v=WE0n8i5kmlk

    Team Stronach Agrarsprecher Leo Steinbichler: Wo Palmöl drin ist... - YouTube
    https://www.youtube.com/watch?v=NTNIz49FNSo&spfreload=10

    Ist das eine Freude - für mich ganz persönlich. Seit Jahren werde ich belächelt, weil ich die Meinung des Leo Steinbichler - bei uns in OÖ besser bekannt als der "Bauernrebell" in bezug auf Palmöl teile und weil es mir gefällt, mit welcher Vehemenz er seine Standpunkte vertritt.

    Es wird ihm alltenthalben natürlich vorgehalten, dass er es bei mehreren Parteien versucht hat - sozusagen als Minuspunkt, den man ihm anhängen kann.
    Klar ist es nicht leicht, so einen Querkopf in dienende und meinungslose Stille zu bringen. Der will sagen was Sache ist und die Menschen aufklären. In der ÖVP hatte er natürlich keinen Platz mehr, weil er das Fehlverhalten des Bauern-bundes mehrmals und lautstark aufgezeigt hat. Ich finde, berechtigterweise.

    Und noch ergänzend zum Palmöl:
    Es ist ja nicht nur so, dass die Affen getötet werden, sondern in Südamerika auch die Indigenen (kann man nachlesen bei sos-regenwald.at).
    Da wird gemordet und gebrandschatzt, aber bei uns wird das totgeschwiegen.

    Ab und zu hört man was, aber nur dass es halt wieder irgendwelche Zertifikate gibt, so zur Beruhigung, Palmöl ist ja gut und richtig gewonnen, etc.etc.
    Es gibt ja kaum Produkte, wo Palmöl nicht drin ist, Lebensmittel, Kosmetik, Waschmittel, etc.etc.

    Die links zu Leo Steinbichler hab ich dazugegeben, weil es einfach direkter zeigt, wie er verdeutlicht, was Palmöl alles nach sich zieht.

    Hr. Steinbichler erscheint ja am Rednerpult des Parlaments immer mit wahrhaftigen Produkten um das Thema zu veranschaulichen.

    Wenn er z. B. mit seinem 2,5 kg Kunstkäseblock oder dem "Pflanzensprühtopping", das eine oö bäuerliche Molkerei aus Holland importiert, erscheint, dann verziehen die Bauernvertreter der ÖVP immer das Gesicht. Es ist ihnen nicht angenehm, wenn einer eine klare Sprache spricht und sagt, was Sache ist. Die Herren Reisecker und Auer sind immer besonders angewidert, weil sie halt dann zu hören bekommen, die Kammervertreter hätten sich um die einheimischen Bauern zu kümmern und nicht um die Multinationalen Konzerne wie Nestle, etc. Es ist lustig anzuschauen, wie die Mimik sagt, was sie sich so denken.

    Mir gefällt's, wenn einer druckreif Klartext spricht und sagt was Sache ist. Und nochdazu durchgehend auf Deutsch - im Gegensatz zum Kanzler, der ja sehr oft auf Englisch ausweicht.

  15. Politicus1
    15. Oktober 2016 15:36

    Dass Staaten auch darauf schauen sollen, dass sie möglichst autark, und nicht total von Importen abhängig sind, darf man ja heute schon kaum mehr sagen; ist ja rechtes Gewäsch, wie Heimat und Boden ...
    Und wenn wir in Österreich einmal nicht mehr genug Milch im eigenen Land produzieren werden, dann werden die politisch Korrekten garantiert die Schuldigen sofort gefunden haben: unsere Bauern!

  16. Bob
    15. Oktober 2016 11:54

    Von den Grüningen sind keine Umweltverbesserungen zu erwarten, die sind ausschließlich für Verbote zuständig.

  17. Freak77
    15. Oktober 2016 08:46

    Einerseits die regionalen Besonderheiten, wie bei und die Bergbauern und die dortige Milchwirtschaft in den österr. Bergen. Die Milch der heimischen Kühe ist besonders gesund außerdem nutzen die heimischen Kühe Flächen in den Bergen die anders nicht nutzbar sind. Arbeitsplätze und Bergbauernhöfe in den Alpen werden gesichert und die jahrhunderte lange landwirtschaftliche Tradition weiter geführt.

    Und es kommt hinzu: Die Kühe auf Österreichs Almen und Berghängen: Sie fressen das Gras kurz und dies verhindert Lawinen und Schneebretter.

    Aber auch die regionalen Besonderheiten in Malaysia und Indonesien: Der Regenwald (Urwald) verschwindet immer mehr: Eine der grünen Lungen mit enormener Sauerstoffproduktion für den Planeten Erde verschwindet.

    Aber es verschwinden auch viele regenwald-typische Tiere und Pflanzen. Die Arten, der Genpool unseres Planten wird gefährdet.

    Vor allem der Orang-Utan (aber auch andere landestyp. Tiere), ein Menschenaffe wie man ihn noch im Wiener Tiergarten Schönbrunn sehen kann - er ist wegen des weltweiten Palmölbooms stark gefährdet:

    https://www.welt.de/wissenschaft/tierwelt/article5254887/Orang-Utans-die-Opfer-des-Palmoel-Booms.html

    http://www.orang-utans-in-not.org/gefahr.html

    https://www.regenwald.org/petitionen/815/sagen-sie-der-palmoel-industrie-orang-utans-sind-kein-ungeziefer

    http://www.geo.de/geolino/natur-und-umwelt/11629-bstr-orang-utans-not/140115-img -

    Ebenso sollte man daran denken was es bedeutet wenn in weiten Gebieten riesige Monokulturen, eben Palmöl-Kulturen existieren: Auf hunderten Quadratkilometern gibt es nur immer die gleichen Mono-Kulturen. Wie sieht es mit den Düngemitteleinsatz aus? Wie halten das die Böden auf Dauer aus? Wie schaut es mit Pestiziden aus? Wie seht es mit verschiedensten chemischen Mittel aus die dort verwendet werden müssen? Und wie gesund und bekömmlich ist das Palmöl, das Endprodukt dann noch?

    Und die ökonomische Abhängigkeit von riesigen Gebieten mit der dortigen Bevölkerung von genau EINEM Produkt - da ergeben sich etliche Fragen ob das für die dortigen Nationen so besonders vorteilhaft ist.

    Aber es gibt eben auch die weltweite Ebene, den freien Welthandel, die Globalisierung. Die kann nicht mehr bzw. kaum mehr zurück gedreht werden.

    Weltweit werden die Zölle immer mehr abgeschafft, gigantische Warenströme sind um den Globus unterwegs: es sichert die weltweite Arbeitsteilung.

    Es geht hier darum eine vernünftige Balance zu finden, einen vernünftigen Ausgleich: Die Erfordernisse u. Notwendigkeiten sowohl in Österreich als auch in den Regenwald-Nationen Malaysia und Indonesien entsprechend zu regulieren. Da sind gescheite Leute, Agrarier und auch Wirtschaftsfachleute sowie auch andere gefragt.

    Ja, das muss betont werden: "Reguliern" - wir brauchen ein Regelwerk, wir brauchen Regeln und zwar genau die richtigen, der Markt ganz alleine ist zu wenig.

    Auch die Konsumenten müssen mitspielen. Die Konsumenten sollen wissen welche Schäden die Palmölprodukte wie z. B. manche Schokoladen in den Regenwaldgebieten anrichten. Ein jeder Konsument ist ein Teil dieses weltweiten Geschehens.

  18. Abaelaard
    15. Oktober 2016 08:37

    Volle Zustimmung, hier wären auch die Grünen gefragt ob ihnen die Abholzung des Regenwaldes mitsamt den getöteten Menschenaffen behagt weil man nämlich wenig von ihnen in dieser Beziehung hört.

    • franz-josef
      15. Oktober 2016 20:26

      Wärev lt noch zu Zeiten von Meissner-Blau oder Günther "Auhirsch"-Nenning ein
      Anliegen gewesen.
      Glawischnig ist vollbeschäftigt mit gerichtl.Klagen - wie ich kürzlich las - ihr nicht genehmer oder auch durchaus dummer postings. Wie soll sie sich da noch um die Menschenaffen oder um die südamerikanischen Indios kümmern. Und worum sich die deutsche Grünen kümmern, weiß ohnedies jeder, siehe Beck, Cohn-Bendit, siehe auch Edathy usf. und siehe das Frühsexualisierungsprogramm im rotgrünen BW.





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