Die Republik der Dilettanten

Lesezeit: 10:00

2012 hat der Kulturhistoriker und Zeitkritiker Thomas Ritzschel ein außerordentlich lesenswertes Buch mit dem Titel „Die Stunde der Dilettanten“ veröffentlicht. Er zeigt darin, wie im Laufe der letzten Jahrzehnte ein bestimmter Menschentyp gesellschaftsmächtig wurde, der zwar nichts kann, sich aber alles zutraut.

Dieser breitete sich zunächst in der Kunst aus, wo mit dem Verschwinden verbindlicher Stile gnadenlose Beliebigkeit Einzug hielt, und sich bloße Exzentriker und Nonkonformisten zu Genies hochstilisierten. Nachdem die Maßstäbe von objektiver Qualität und handwerklichem Können sich aufgelöst hatten, begann die Idee, sich durch „Kreativität“ mit „Selbstverwirklichung“ beglücken zu können, zum massentauglichen Phänomen zu werden. Es erstaunte daher nicht mehr, wenn bloße „Aktionskünstler“ sich plötzlich im Rang eines Goethe oder Mozart sahen.

Im Zuge der Beseitigung des Humboldtschen Bildungsideals in der Kulturrevolution der sechziger und siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts begann sich die Herrschaft der Dilettanten auszubreiten. Humboldt hatte das Bildungsideal an die Gleichzeitigkeit von mühsam erworbenem Wissen und der Einwurzelung in der moralischen Tradition geknüpft und damit vor dem hemmungslosen Technokraten einerseits und dem kenntnislosen Schwärmer andererseits gleichermaßen gewarnt.

Insbesondere die Zeitlosigkeit des in einem Kulturraum langsam gewachsenen Wissen und die Absage an den Zwang zur sofortigen „Umsetzung“ und „praktischen Nutzung“ alles „sinnvollen Wissens“ kennzeichnete die Bildungseinrichtungen des deutschsprachigen Raumes unter dem Eindruck des klassischen Bildungsideals. Diese Einrichtungen – Universitäten und Schulen - brachten viele Generationen verantwortungsbewusster Entscheidungsträger in allen gesellschaftlichen Bereichen hervor, die es verstanden, nicht sich selbst und ihre eigenen Bedürfnisse und Interessen, sondern die ihnen anvertrauten Menschen und ihre Nöte ins Zentrum ihrer Arbeit zu stellen.

Mit dem Voranschreiten der „Modernisierung“ hallt seit einem halben Jahrhundert der Ruf nach „Entstaubung“ und „Entrümpelung“ der Lehrpläne, nach „Praxistauglichkeit“ und „Zeitgemäßheit“, nach „Chancengleichheit“ im Schulwesen und nach Beseitigung angeblich privilegierter Bildungseliten durch die Hallen von Parlamenten und Regierungseinrichtungen ebenso wie durch den medialen Blätterwald. „Wissen“ wird demokratisiert, Meinung ersetzt Kenntnisse, und – darf man wohl hinzufügen – der Glaube an Gott wird durch den Glauben an die eigene Bedürfnisbefriedigung ersetzt.

„Du kannst alles – wenn du nur willst.“ Das ist die Losung des Dilettanten. Und die Zerstörung der Verbindlichkeit zeitloser Bildung erzeugt das Biotop seiner Ausbreitung. Fünfzig Jahre sozialistische Bildungspolitik und ihre Duldung bzw. Mitverantwortung durch die sogenannten bürgerlichen Parteien Europas konnten nicht ohne Wirkung bleiben. Funktioneller Analphabetismus, das Herabbrechen der sittlichen Norm und die Lust, alle Lebensbereiche als bloße Show zu begreifen, machen sich überall bemerkbar. „Das Leben ist ein Hit.“

In diesem Biotop der Orientierungslosigkeit wird der Dilettant zur dominierenden Figur. Beauty-Docs werden zu Society-Stars, Charity-Ladies machen Sozialpolitik, Sportler werden zu Sängern und It-Girls füllen die Farbseiten auflagenstarker Tagesmedien. Der Dilettant ist fachlich unbefangen und von unerschütterlichem Selbstbewusstsein. Es gibt daher kein Gebiet, auf dem er sich nicht zu vermeintlichen Höchstleistungen berufen fühlt. Gesellschaftliche und politische Fehlentwicklungen liefern ihm dafür ein dickes Unterfutter.

So führte die verfehlte Politik einer hemmungslosen Ausdehnung der Geldmenge zur raschen Aufzucht verantwortungsloser Hasardeure. „Start ups“, New Economy, Technologie-Revolutionen und Börsebooms. „Moderne Finanzprodukte“ und astronomische Gewinnphantasien, Spekulanten ohne wirtschaftliche Kenntnisse, Banker ohne Hemmungen und Anleger ohne Hausverstand bewiesen, dass auch die Wirtschaft zur Spielwiese der postmodernen Spaßgesellschaft werden kann und wurde. Denn der „Finanz-Guru“ ist der Inbegriff des Dilettanten.

Die Show, der Schein, der überzeugende Auftritt, die Illusion und die mediale Resonanz bilden die Lebensgrundlagen des Dilettanten. Partys, Netzwerktreffen, Promi-Events, Galas und andere Inszenierungen machen ihn zu einer Persönlichkeit des öffentlichen Interesses, dessen einziger Maßstab es ist „dazu zu gehören“. Und so bevölkern Stil-Ikonen, Studienabbrecher, Verkäufertypen und Autodidakten alle Lebensgebiete der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts. Sie überzeugen aufgrund ihrer Anmaßung und sie glänzen, weil sie sich nicht scheuen, überall mitreden zu können und auf alles eine Antwort zu haben.

Es überrascht nicht, dass die Parteiendemokratie, die völlig mit der Bewußtseinsindustrie eines ideologisierten Mediensektors verwoben ist, geradezu treibhausartige Bedingungen für die universelle Herrschaft des Dilettanten bildet. Während wahre Demokratie nicht ohne moralischen und wertemäßigen Grundkonsens auskommt, beruht Parteiendemokratie – in Wahrheit die Diktatur von Parteien und Mediengewaltigen – auf Gleichschaltung, Mode, subjektivem Geschmacksurteil und der Verallgemeinerung hedonistischer Lust. Die Akteure der Parteiendemokratie sind demnach geradezu gezwungenermaßen Dilettanten.

Und das Publikum stört es nicht, wenn Minister zuerst in einem Ressort tätig sind, um aufgrund eines Beschlusses der Parteiräson übergangslos in einem anderen Ressort weiterzudilettieren. Wozu sollten sich auch in einer „demokratischen“ Gesellschaft Gesundheitsminister mit medinzinischen Kenntnissen, Verkehrsminister mit einer logistischen Fachausbildung, Verteidigungs- und Innenminister mit einem Basiswissen der Sicherheitspolitik oder gar Wirtschafts- und Finanzminister mit volkswirtschaftlichen Einsichten belasten? Dilettanten leben im Hier und Heute und scheuen den Ballast der Theorie und des historisch eingebundenen Wertebewusstseins.

Zum vermeintlichen Höhe- und Endpunkt des Dilettantismus entwickelte sich in den letzten Jahren die Unterhaltungsindustrie. Der herkömmliche Boulevard und die Zwischenetappe des „Infotainment“ wichen in ihrer Bedeutung einer geradezu rituellen Verabsolutierung des Dilettantismus, die besonders in der Television die Eckpfeiler der Programmgestaltung definiert.

Rietzschel widmet diesem gespenstischen Phänomen einen eigenen, eindrucksvollen Abschnitt in seinem Buch. Der Voyeurismus einer unterhaltungssüchtigen Mediengesellschaft hat dazu geführt, dass die dilettantischen Darbietungen nicht mehr einfach nur tolerierte Abgleitflächen der traditions- und wissenslosen Gesellschaft, sondern fanatisch ersehnte Beweise eines Triumphs der plebejischen Herrschaft wurden. Unter dem Primat der Quote entfalten Quizmaster, Moderatoren, Talkmaster und andere Hohepriester der Vermassung eine regelrechte Diktatur des schlechten Geschmacks.

Der auftretende Dilettant muß nichts wissen und nichts können – er muss nur bereit sein, sich vorführen zu lassen und zum Gaudium des Publikums ein wahrer Trottel, also „einer von uns“ zu werden. „Dschungelcamp“, „Deutschland sucht den Superstar“, „Dancing Stars“, „Millionenshow“, diverse „Alltagsdokumentationen“ („Sex im Osten“), Doku-Soaps und ähnliche Formate befriedigen die defizienten Gelüste der Zuschauer.

In diesem „Hochamt des Diletantismus … sind es die Jedermänner, … die die Talk-, Quiz- und Showmaster um sich versammeln. Wer immer zu ihnen kommt, tut es freiwillig, glücklich darüber, im Fernsehen auftreten zu dürfen. Alles darf er dort sein, solange er nur das Publikum amüsiert, nicht den Eindruck vermittelt, über ihm zu stehen. ´Der Zuschauer will keinen Hero sehen. Er ist ja selbst keiner. Wenn Leute sich blamieren, fühlt er sich automatisch besser`“, zitiert Ritzschel den Casting-Karrieristen Daniel Küblböck (S. 223).

Wer hätte geglaubt, das nach derartigen Darbietungen der letzten Jahre noch eine Steigerung möglich sein könnte? Der aktuelle Wahlkampf der Bundespräsidentschaftskandidaten beweist: Es gibt sie! Unter dem Druck der quotengeilen Medien und der sie konsumierenden Unterhaltungs-Junkies haben sich die Kandidaten in ein Korsett abstruser Vorführungen zwingen lassen, als deren Effekt die Unernsthaftigkeit und Sinnlosigkeit des gesamten politischen Sektors geradezu zwingend unter Beweis gestellt wird.

Exakt im Stile von Casting-Shows werden die Kandidaten für das „höchste Amt im Staat“ genussvoll durch die hohe Schule des Dilettantismus geschleift. Sie bekommen vom Showmaster Aufgaben zugewiesen, in denen sie, wie Tanzbären, verschiedene Zirkusnummern ausführen müssen. Geduldig versuchen sie sich als Köche von Eierspeis und behübschen sich dabei mit den Insignien eines würdigen Chefkochs. Sie dilettieren als Fremdenführer, Lebensberater und Alleinunterhalter in Outdoor-Inszenierungen, wobei die höchste fiktive Punkteanzahl für eine besonders distanzlose Unterwürfigkeit gegenüber den „einfachen Mitbürgern“ vergeben wird. In der Haltung abzuprüfender Unterstufler müssen sie nach einem zugeteiltem Stichwort sinnentleerte Schülerreferate halten. Die persönlichsten und intimsten Details werden abgefragt.

In den – mittlerweile berühmt gewordenen – 15-minütigen Zweierpaarungen, mehr oder weniger offiziell als „Speed dating“ bezeichnet, werden die Kandidaten aufeinandergelassen wie scharf gemachte Kampfhähne, deren vorzeitige Verendung als Zugeständnis an den Blutdurst der Zuschauer hingenommen wird. Die höheren Weihen des Aktionismus erhalten sie allerdings als Beifahrer eines Chauffeurs, der sich als Journalist ausgibt und die Probanden in seinem schicken Oldtimer durch die Kulisse der Landschaften Österreichs führt, während dessen diese ihre Leutseligkeit, ihren Humor, ihr Improvisationstalent und ihre Bereitschaft zur Selbstverleugnung unter Beweis stellen müssen.

Am Ende der Fahrt erhalten sie, ähnlich wie bei Überraschungs-Automaten im Prater, ein beziehungsvolles Geschenk aus dem Handschuhfach des Autos und müssen dieses auf möglichst originelle Weise kommentieren, ohne sich darüber zu ärgern, dass der entnommene Gegenstand auf irgendwelche persönlichen Schwächen Bezug nimmt.

Sämtliche dieser Inszenierungen haben den Charakter einer choreographierten Fiktion. Die Kandidaten werden in allen möglichen Disziplinen geprüft und vorgeführt, nur nicht in jenen, die für die Funktion erforderlich oder gar bedeutend sind, für die sie sich der Wahl stellen. Auch die sogenannten Elefantenrunden werden nicht als inhaltliche Konfrontationen angelegt, sondern so, als ob es sich dabei im die Abhaltungen von Assessment-Centers handelt, im Zuge derer die Prüflinge auf hintergründige Weise psychoanalytisch beleuchtet werden sollen.

Die radikalste Variante der Beseitigung jedes zusammenhängenden Gedankens ist die, mittlerweile in mehreren Wahlkämpfen zum Einsatz gebrachte, Unterhaltungsform des sogenannten word rap. Der Kandidat bekommt Stichworte hingeworfen, wie Nachbars Bello seinen Hundekuchen serviert bekommt, und muss blitzschnell eine originelle Reaktion herausrülpsen, ohne sich dabei zu sehr zu blamieren oder lächerlich zu machen, wobei genau das natürlich der Zweck des Dressuraktes ist.

Es ist nicht bekannt, unter dem Einfluß welcher Flüssigkeiten oder Pülverchen die zuständigen Redakteure der Fernsehanstalten die genannten Formate ausgebrütet haben. Auch weiß man nicht, ob die Programmmacher Wetten darüber abgeschlossen haben, ob ihre Versuchskaninchen im konkreten Vollzug wirklich bereit sind, sich auf diese Weise endgültig für jede ehrenhafte Arbeit entqualifizieren zu lassen. Fest steht aber, dass im Dschungelcamp des Präsidentschaftswahlkampf jede Chance auf eine ernsthafte Beschäftigung mit den großen gesellschaftlichen und politischen Fragen der Gegenwart nachhaltig beseitigt wurde.

Selbst dort, wo in Interviews ansatzweise „inhaltliche“ und nicht persönliche Fragen gestellt wurden, ging es ausschließlich um die Mobilisierung von Reflexen, die Erzeugung von Stigmata und die Stimulierung niedriger Formen der Konfrontation. Was soll die Verbeißung in die Fragen, wer wen angeloben oder entlassen würde, was dem einen oder anderen Gegenkandidaten unterstellt wird und was ein längst vergessener Sager an Emotionen hervorruft, sonst sein?

In einer funktionierenden Demokratie wäre das Wählerpublikum über die Konzepte und Vorhaben betreffend die existenziellen Probleme der Menschen informiert worden, und über die Frage, wie weit ein Bundespräsident eine diesbezügliche Rolle spielen kann und soll. Die Kandidaten hätten ihre Einschätzungen der Krisenherde der Welt und deren Bedeutung für unser Land dargeboten. Und sie hätten nicht ihre Befindlichkeiten, sondern ihr Weltbild und ihre Wertvorstellungen öffentlich gemacht, auf der Basis derer sie sich als moralische Instanz und als Moderator in schwierigen Situationen des Gemeinwesens einzubringen gedenken.

Es ist bemerkenswert, dass es keiner der Kandidaten abgelehnt hat, sich als Praterfigur medial vorführen zu lassen. Nicht einer hat zum Ausdruck gebracht, dass er sich nicht auf gruppendynamische Spielchen zur Optimierung des Unterhaltungswertes einläßt, und zwar nicht deshalb, weil er ein Spielverderber ist, sondern weil er alles daran setzen muß, die Würde des Amtes, für das er die Ehre hat zu kandidieren, vor Beschädigung zu bewahren. Stattdessen haben alle die Castingshow der Dilettanten willfährig mitgemacht.

Das ist eine melancholische Erfahrung angesichts der bereits sowieso in einer sehr späten Phase der Zerrüttung befindlichen Parteiendemokratie. Denn es nicht schwer zu prognostizieren, dass die word raps ihrer Funktionsträger erst im nahenden vollständigen krisenhaften Untergang verklingen werden.

Mag. Christian Zeitz ist wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Angewandte Politische Ökonomie.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorM.S.
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    18. April 2016 18:17

    Eine ausgezeichnete Beschreibung einer dekadenten, dem Ende entgegentaumelnden Ochlokratie. Das alte Rom lässt grüßen. Der Prozess des Unterganges unserer Kultur wird aber wohl rascher ablaufen als jener des römischen Reiches.

  2. Ausgezeichneter KommentatorBob
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    18. April 2016 22:08

    Danke für diesen ausführliche Artikel. Kann man nur jedes Wort unterstreichen.

  3. Ausgezeichneter KommentatorCollector
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    19. April 2016 11:52

    "Europa im globalen Chaos - Was wollen und was können wir retten?" war das Thema eines fulminanten Vortrags vom MEP i.R. Andreas Mölzer gestern (18.04.) im Neuen Klub.

    Sein Fazit: "Die EU is gescheitert", Demokratie und Rechtsstaat gibt es nicht mehr, die Erhaltung der Völker ist gefährdet und mit ihnen ihr Wohlstand, ihre politische, finanzpolitische und ethnisch-kulturelle Ordnung.
    Der Traum, dass es noch so etwas gäbe wie Volksgemeinschaft oder Solidarität ist ausgeträumt. Noch überdeckt ein gewisser Wohlstand die spirituelle Leere. Das Christentum existiert nur noch in der Erinnerung, es ist an den Rand gedrängt, hat keine gestaltende Kraft mehr aufzuweisen, die Gesellschaft glaubt nichts mehr, sie versinkt im Chaos. Die Muslime verachten diese glaubenslose Gesellschaft und überrennen sie.Auch alternative Parteien werden sie nicht retten können. die globalen Probleme wie 1. Bevölkerungswachstum (Afrika, Asien, Lateinamerika), 2. die Häufung der Konflikte, die Grossteils von den USA geschürt werden, sowie 3. der Klimawandel, bekommen wir in Form von nicht beherrschbaren Migrationsströmen bereits heute zu spüren.
    Eine gewisse Hoffnung für die Rettung des "Eigenen" besteht noch in kleinen Gemeinschaften wie Familie, Freundeskreis, Dorfgemeinschaften, doch wie lange noch angesichts des massiven Drucks, welcher von der Politik und der KOnzentration von politischer Dummheit in Brüssel ausgeht?

    Inn der Diskussion wurde deutlich, dass das Chaos in Wahrheit geplant ist und es so etwas wie einen "Generalstabsplan des Bösen" gibt ((© Mölzer). Die Chaotisierung und Destabilisierung in allen Weltzonen dient den USA zur Stärkung ihrer hegemonialen Stellung und im Nahen Osten vor allem der Existenzsicherung von Eretz Israel, reichend vom Euphrat bis zum Nil. Europa mit seinen "Pudeln" oder Marionetten fungiert nur noch als Bauer auf dem Schachbrett, bewegt von jenen, die an den Hebeln der Macht sitzen.

    Das Lamentieren des Journalisten Thomas Rietzschel über den Dilettantismus bringt nichts, er ist gewollt.

  4. Ausgezeichneter KommentatorCamilla
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    18. April 2016 23:43

    Sehr geehrter Herr Mag. Zeitz!

    Ihre Person und Ihre Artikel schätze ich sehr.
    Am Wahltag werden wir nicht hier sein,
    deshalb habe ich bereits gewählt.
    Ohne eine der genannten Sendungen gesehen zu haben.
    Darüber bin ich froh.
    Ich kann nicht verstehen, daß kein einziger der Kanditaten
    sich geweigert hat, sich so am Nasenring vorführen zu lassen.
    Eine Weigerung wäre wohl eine starke Empfehlung gewesen.

  5. Ausgezeichneter Kommentatordssm
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    19. April 2016 12:04

    Wenn wir schon beim Wort 'Dilettant' sind, so kann sich der Direktor des … gleich mit anstellen.

    Ich liebe dieses 'früher war alles besser, sogar die Gute Alte Zeit' Gejammere, denn stets folgt ein Loblied auf formale Kriterien, also man wusste genau wo jeder steht. Studien- oder gar Schulabbrecher = igitt! Leider sind seit Beginn der Industriellen Revolution es eben jene 'Abbrecher' die regelmäßig die tollen Firmen gründen oder die neuen Produkte erfinden.
    Ebenso gab es die 'Dilettanten' schon seit jeher und das Publikum tat nichts lieber als sich an lächerlichen Skandalen und Geschichten über die 'Reichen und Schönen' zu ergötzen. Seit Erfindung des Buchdruckes finden sich unendlich viele gut gemeinte Aufrufe und bald folgend Verbote diversen Klatsch zu verbreiten – es war hoffnungslos, die Leute wollten das Lächerliche, das Perverse, das Schrille und keine ernsten Bibelauslegungen lesen.

    Das entscheidende Kriterium heißt 'Scheitern'! Wenn ein Unternehmer oder Erfinder keine Kunden findet, so ist er bald Geschichte. Ganz anders beim Staat. Da wir aber immer noch effizienter produzieren, den Unternehmern sei Dank, können wir uns einfach mehr 'Staat' leisten; was heißt mehr Menschen die Deppen und Trotteln sein dürfen, da ihre Produktionsleistung nicht mehr nötig ist um den Wohlstand zu halten. Natürlich, dieser Haufen von Menschen im geschützten Bereich pervertiert jede Demokratie.

    Und Politiker! Auf einen Böhm-Bawerk kommen wohl zehn Schellings! Auf einen Raab wohl zehn Faymanns! Das war immer so und wird immer so bleiben. In der 'Noth' werden auch die Raab, Figls, Dollfuß, Olahs und Stadions wieder kommen.

  6. Ausgezeichneter KommentatorDr. Bárdossy
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    20. April 2016 01:49

    Für die Präsentierung von Thomas Rietzschels zeitkritischem Werk bezieht sich Christian Zeitz als geistreicher Rezensent auf jene Massen und Massenmedien, die Kunst, Politik oder Wissenschaft amateurhaft, ohne sachgemäße Grundausrüstung und Grundkenntnisse ausüben. Harmlos ist ein solches Tun, wenn sich einer aus Liebhaberei auf der Bühne versucht, etwa in einer Faschingsgilde. Peinlicher wirkt es als "Kasperlrolle" im laufenden Präsidentschaftswahlkampf, aber auch als "Ausgedingeposten" für alte Männer oder Frauen an der Schwelle der 70er Jahre, die vielleicht nicht ganz dessen bewusst sind, ob sie für das Höchste Amt im Staate (noch) "repräsentativ genug" sind? Oder sie dessen überhaupt eingedenk sind, dass ihnen im Ernstfall – Gott behüte! – die Entlassung einer unfähigen Regierung und auch das Oberkommando des Bundesheeres zustehen wird? Diese Bürde zu tragen – so scheint es mir – ist wahrlich kein Traumjob. Die Talk-, Quiz- und Showmaster-haften Wahlkampfstrategen waren in der Tat eine Blamage für die Republik und vor allem für den ORF:

    Griss führt die Altgedienten mit dem "zarten" Durchschnittsalter
    (70+72+75+84...) / 4 = von 75,25 Jahren an. Das richtige Alter von Hofer und Hundsdorfer (45-65) sollte in diesem Ranking doch die Regel und nicht die Ausnahme darstellen. Ob ein Gewinner aus der Riege der Veteranen am Ende einer oder gar zweier Amtszeiten an der Schwelle der 80er Jahren noch tauglich sein wird? Heinz Fischer war immerhin noch im jungen Pensionistenalter als er mit 66 seine 12-jährige Periode antrat.

    Abgesehen von einem altersbedingten Dilettantismus (denn von Demenz möchte ich doch nicht reden) derjenigen, die das eigene Altern nicht wahrhaben wollen, was heißt das "Dilettieren" im engeren und präzisen Sinne des Wortes? Wie so oft, die Etymologie des Wortes bietet einen guten Anhaltspunkt.

    Es kommt aus dem italienischen "dilettar-si", spanischem "deleitar-se", sich an etwas ergötzen; etwas bewundern, genießen; sich dem Genuss hingeben, sich am Anblick weiden und weiden lassen; sich selbst "delektieren". Diese unrechtmäßige "Delectatio" (Wonne, Freude, Vergnügen, Genuss, Lust) von halben, unreifen oder überreifen Früchten verfügt – noch nicht, nicht mehr oder überhaupt nie – über sachgerechte Grundlagen, die zur objektiven Wertschätzung nötig wären. Strenggenommen handelt es sich um ein subjektives Scheingeschäft, um einen Missbrauch coram publico, der den Dilettanten der Lächerlichkeit, dem Kitsch und Übermaß preisgibt. Vor allem die Missachtung der traditionell etablierten Wertmaßstäbe ist das, was einen jeden Dilettanten auszeichnet. In diesem Sinne sind alle sogenannten "Aufklärer, Liberalen & Revoluzzer" von Luther über Rousseau bis Peter Pilz eigentlich Dilettanten, die das öffentliche Ansehen ihres Standes beschädigen.

    "Amateur-Sportler" (Nichtfachmann, Liebhaber, Hobby-Gärtner oder Briefmarkensammler) zu sein, wäre an sich keine Disqualifikation – nur sollte man sich nicht als "Professor" oder als "Profi" dort ausgeben, wo man es nicht ist.

    Zu den "Amateur-Heerscharen" aus Kunst, Politik und Wissenschaft gesellen sich dann noch die gemeingefährlichsten Wirtschaftsgurus, Journalisten- und Lebenslügen-Dilettanten. Nicht zuletzt die diversen liberalen Left-Katholiken gehören auch hierher, deren prominentester Vertreter nach einem halben Jahrhundert des Vaticanum II sogar ins höchste Amt der geistigen Hierarchie vorgedrungen ist.

    Im laufe meiner 75 Jahre erlebte ich 7 Heilige Väter – der Reihe nach: Papst Pius XII der guten Alten Schule, die wankelmütigen Konzilspäpste Johannes XXIII und Paul VI, den ephemeren Johannes Paul I, den rund 27 Jahre lang regierenden "Philosophenpapst" Johannes Paul II, den weisen "Theologenpapst" Benedikt XVI und den gegenwärtigen "Soziologen- und Dilettantenpapst" Franziskus. Um die Vorzüge all dieser alten Herren zu beschreiben fehlt mir hier nicht nur der Platz, sondern viel mehr das professionelle Fachwissen eines prominenten Kirchenhistorikers wie Roberto de Mattei, oder eines seines Namens würdigen Philosophen wie Robert Spaemann, die über so manche Dinge dieses Pontifikats erschrocken sind. Nur amateur- und laienhaft möchte ich auf die fachlich hervorragende Berichterstattung des traditionsbewussten Blogs katholisches.info hinweisen, woher ich den Großteil meiner vertrauenswürdigen Nachrichten beziehe.

    Um Franziskus' Dilettantismus auf den Pranger zu stellen, könnten viele Argumente bemüht werden. Seine angebliche "Praxistauglichkeit und Zeitgemäßheit", "Dialog und Offenheit" werden allein von Lampedusa, Lesbos usw. usw. als horrenden, dilettantisch schreienden Stationen seiner dreijährigen Laufbahn in Zweifel gezogen. Seine Interviews, vor allem seine barsche, haltlose Kapitalismuskritik, die völlig unfachmännische Phrasendrescherei in Wetter- und Klimakunde, seine (von A.U. bejubelte!) nachsynodale Exhortation am Vorabend ihrer Veröffentlichung sind jedoch billige Dilettantismen, wenn man diese mit der gediegenen Lehre der großen Tradition vergleicht. Cf.
    //www.andreas-unterberger.at/2016/04/der-papst-gibt-sich-selbst-ein-gutes-beispiel/

    Unser katholischer Dilettantismus ist so weit fortgeschritten, dass man für eine demütige Selbstkritik sogar zu tragikomischer Satire greifen kann bzw. muss. Lesen Sie ein fiktives, historishes Telephonat Seiner Heiligkeit mit Seiner Majestät König Heinrich VIII...:

    //www.katholisches.info/2016/04/15/papst-franziskus-erklaert-amoris-laetitia-in-einem-seltsamen-telefonanruf/

    Man könnte eher weinen als lachen dabei!

  7. Ausgezeichneter KommentatorPoliticus1
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    19. April 2016 12:27

    Bravissimo!
    Mich quält der Gedanke immer mehr, dass die Stimmen der rund 800.000 ORF-Zuseher dieser Panoptikumsendungen in der Wahlzelle den selben Wert haben, wie meine.
    Jawohl, ich gebe es zu, dass ich da unheimlich arrogant bin...

alle Kommentare

  1. dickbrettbohrer (kein Partner)
    23. April 2016 13:23

    "Der Prozess des Unterganges unserer Kultur wird aber wohl rascher ablaufen als jener des römischen Reiches."

    Ja, das befürchte ich auch. Weil die Technik es erlaubt, rascher zu reisen, rascher zu kommunizieren und in "Echtzeit" Bilder und Töne von einem Zipfel der Welt in den nächsten zu transportieren. Dadurch ergibt sich eine ungeheure Beschleunigung des Ablaufes.
    Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen: auch das Geldfälschen durch unsere Hochfinanz und deren politische Partizipanten geht schneller und einfacher vor sich, als damals im alten Rom.

  2. Dr. Bárdossy
    20. April 2016 01:49

    Für die Präsentierung von Thomas Rietzschels zeitkritischem Werk bezieht sich Christian Zeitz als geistreicher Rezensent auf jene Massen und Massenmedien, die Kunst, Politik oder Wissenschaft amateurhaft, ohne sachgemäße Grundausrüstung und Grundkenntnisse ausüben. Harmlos ist ein solches Tun, wenn sich einer aus Liebhaberei auf der Bühne versucht, etwa in einer Faschingsgilde. Peinlicher wirkt es als "Kasperlrolle" im laufenden Präsidentschaftswahlkampf, aber auch als "Ausgedingeposten" für alte Männer oder Frauen an der Schwelle der 70er Jahre, die vielleicht nicht ganz dessen bewusst sind, ob sie für das Höchste Amt im Staate (noch) "repräsentativ genug" sind? Oder sie dessen überhaupt eingedenk sind, dass ihnen im Ernstfall – Gott behüte! – die Entlassung einer unfähigen Regierung und auch das Oberkommando des Bundesheeres zustehen wird? Diese Bürde zu tragen – so scheint es mir – ist wahrlich kein Traumjob. Die Talk-, Quiz- und Showmaster-haften Wahlkampfstrategen waren in der Tat eine Blamage für die Republik und vor allem für den ORF:

    Griss führt die Altgedienten mit dem "zarten" Durchschnittsalter
    (70+72+75+84...) / 4 = von 75,25 Jahren an. Das richtige Alter von Hofer und Hundsdorfer (45-65) sollte in diesem Ranking doch die Regel und nicht die Ausnahme darstellen. Ob ein Gewinner aus der Riege der Veteranen am Ende einer oder gar zweier Amtszeiten an der Schwelle der 80er Jahren noch tauglich sein wird? Heinz Fischer war immerhin noch im jungen Pensionistenalter als er mit 66 seine 12-jährige Periode antrat.

    Abgesehen von einem altersbedingten Dilettantismus (denn von Demenz möchte ich doch nicht reden) derjenigen, die das eigene Altern nicht wahrhaben wollen, was heißt das "Dilettieren" im engeren und präzisen Sinne des Wortes? Wie so oft, die Etymologie des Wortes bietet einen guten Anhaltspunkt.

    Es kommt aus dem italienischen "dilettar-si", spanischem "deleitar-se", sich an etwas ergötzen; etwas bewundern, genießen; sich dem Genuss hingeben, sich am Anblick weiden und weiden lassen; sich selbst "delektieren". Diese unrechtmäßige "Delectatio" (Wonne, Freude, Vergnügen, Genuss, Lust) von halben, unreifen oder überreifen Früchten verfügt – noch nicht, nicht mehr oder überhaupt nie – über sachgerechte Grundlagen, die zur objektiven Wertschätzung nötig wären. Strenggenommen handelt es sich um ein subjektives Scheingeschäft, um einen Missbrauch coram publico, der den Dilettanten der Lächerlichkeit, dem Kitsch und Übermaß preisgibt. Vor allem die Missachtung der traditionell etablierten Wertmaßstäbe ist das, was einen jeden Dilettanten auszeichnet. In diesem Sinne sind alle sogenannten "Aufklärer, Liberalen & Revoluzzer" von Luther über Rousseau bis Peter Pilz eigentlich Dilettanten, die das öffentliche Ansehen ihres Standes beschädigen.

    "Amateur-Sportler" (Nichtfachmann, Liebhaber, Hobby-Gärtner oder Briefmarkensammler) zu sein, wäre an sich keine Disqualifikation – nur sollte man sich nicht als "Professor" oder als "Profi" dort ausgeben, wo man es nicht ist.

    Zu den "Amateur-Heerscharen" aus Kunst, Politik und Wissenschaft gesellen sich dann noch die gemeingefährlichsten Wirtschaftsgurus, Journalisten- und Lebenslügen-Dilettanten. Nicht zuletzt die diversen liberalen Left-Katholiken gehören auch hierher, deren prominentester Vertreter nach einem halben Jahrhundert des Vaticanum II sogar ins höchste Amt der geistigen Hierarchie vorgedrungen ist.

    Im laufe meiner 75 Jahre erlebte ich 7 Heilige Väter – der Reihe nach: Papst Pius XII der guten Alten Schule, die wankelmütigen Konzilspäpste Johannes XXIII und Paul VI, den ephemeren Johannes Paul I, den rund 27 Jahre lang regierenden "Philosophenpapst" Johannes Paul II, den weisen "Theologenpapst" Benedikt XVI und den gegenwärtigen "Soziologen- und Dilettantenpapst" Franziskus. Um die Vorzüge all dieser alten Herren zu beschreiben fehlt mir hier nicht nur der Platz, sondern viel mehr das professionelle Fachwissen eines prominenten Kirchenhistorikers wie Roberto de Mattei, oder eines seines Namens würdigen Philosophen wie Robert Spaemann, die über so manche Dinge dieses Pontifikats erschrocken sind. Nur amateur- und laienhaft möchte ich auf die fachlich hervorragende Berichterstattung des traditionsbewussten Blogs katholisches.info hinweisen, woher ich den Großteil meiner vertrauenswürdigen Nachrichten beziehe.

    Um Franziskus' Dilettantismus auf den Pranger zu stellen, könnten viele Argumente bemüht werden. Seine angebliche "Praxistauglichkeit und Zeitgemäßheit", "Dialog und Offenheit" werden allein von Lampedusa, Lesbos usw. usw. als horrenden, dilettantisch schreienden Stationen seiner dreijährigen Laufbahn in Zweifel gezogen. Seine Interviews, vor allem seine barsche, haltlose Kapitalismuskritik, die völlig unfachmännische Phrasendrescherei in Wetter- und Klimakunde, seine (von A.U. bejubelte!) nachsynodale Exhortation am Vorabend ihrer Veröffentlichung sind jedoch billige Dilettantismen, wenn man diese mit der gediegenen Lehre der großen Tradition vergleicht. Cf.
    //www.andreas-unterberger.at/2016/04/der-papst-gibt-sich-selbst-ein-gutes-beispiel/

    Unser katholischer Dilettantismus ist so weit fortgeschritten, dass man für eine demütige Selbstkritik sogar zu tragikomischer Satire greifen kann bzw. muss. Lesen Sie ein fiktives, historishes Telephonat Seiner Heiligkeit mit Seiner Majestät König Heinrich VIII...:

    //www.katholisches.info/2016/04/15/papst-franziskus-erklaert-amoris-laetitia-in-einem-seltsamen-telefonanruf/

    Man könnte eher weinen als lachen dabei!

  3. Politicus1
    19. April 2016 12:27

    Bravissimo!
    Mich quält der Gedanke immer mehr, dass die Stimmen der rund 800.000 ORF-Zuseher dieser Panoptikumsendungen in der Wahlzelle den selben Wert haben, wie meine.
    Jawohl, ich gebe es zu, dass ich da unheimlich arrogant bin...

  4. dssm
    19. April 2016 12:04

    Wenn wir schon beim Wort 'Dilettant' sind, so kann sich der Direktor des … gleich mit anstellen.

    Ich liebe dieses 'früher war alles besser, sogar die Gute Alte Zeit' Gejammere, denn stets folgt ein Loblied auf formale Kriterien, also man wusste genau wo jeder steht. Studien- oder gar Schulabbrecher = igitt! Leider sind seit Beginn der Industriellen Revolution es eben jene 'Abbrecher' die regelmäßig die tollen Firmen gründen oder die neuen Produkte erfinden.
    Ebenso gab es die 'Dilettanten' schon seit jeher und das Publikum tat nichts lieber als sich an lächerlichen Skandalen und Geschichten über die 'Reichen und Schönen' zu ergötzen. Seit Erfindung des Buchdruckes finden sich unendlich viele gut gemeinte Aufrufe und bald folgend Verbote diversen Klatsch zu verbreiten – es war hoffnungslos, die Leute wollten das Lächerliche, das Perverse, das Schrille und keine ernsten Bibelauslegungen lesen.

    Das entscheidende Kriterium heißt 'Scheitern'! Wenn ein Unternehmer oder Erfinder keine Kunden findet, so ist er bald Geschichte. Ganz anders beim Staat. Da wir aber immer noch effizienter produzieren, den Unternehmern sei Dank, können wir uns einfach mehr 'Staat' leisten; was heißt mehr Menschen die Deppen und Trotteln sein dürfen, da ihre Produktionsleistung nicht mehr nötig ist um den Wohlstand zu halten. Natürlich, dieser Haufen von Menschen im geschützten Bereich pervertiert jede Demokratie.

    Und Politiker! Auf einen Böhm-Bawerk kommen wohl zehn Schellings! Auf einen Raab wohl zehn Faymanns! Das war immer so und wird immer so bleiben. In der 'Noth' werden auch die Raab, Figls, Dollfuß, Olahs und Stadions wieder kommen.

  5. Collector
    19. April 2016 11:52

    "Europa im globalen Chaos - Was wollen und was können wir retten?" war das Thema eines fulminanten Vortrags vom MEP i.R. Andreas Mölzer gestern (18.04.) im Neuen Klub.

    Sein Fazit: "Die EU is gescheitert", Demokratie und Rechtsstaat gibt es nicht mehr, die Erhaltung der Völker ist gefährdet und mit ihnen ihr Wohlstand, ihre politische, finanzpolitische und ethnisch-kulturelle Ordnung.
    Der Traum, dass es noch so etwas gäbe wie Volksgemeinschaft oder Solidarität ist ausgeträumt. Noch überdeckt ein gewisser Wohlstand die spirituelle Leere. Das Christentum existiert nur noch in der Erinnerung, es ist an den Rand gedrängt, hat keine gestaltende Kraft mehr aufzuweisen, die Gesellschaft glaubt nichts mehr, sie versinkt im Chaos. Die Muslime verachten diese glaubenslose Gesellschaft und überrennen sie.Auch alternative Parteien werden sie nicht retten können. die globalen Probleme wie 1. Bevölkerungswachstum (Afrika, Asien, Lateinamerika), 2. die Häufung der Konflikte, die Grossteils von den USA geschürt werden, sowie 3. der Klimawandel, bekommen wir in Form von nicht beherrschbaren Migrationsströmen bereits heute zu spüren.
    Eine gewisse Hoffnung für die Rettung des "Eigenen" besteht noch in kleinen Gemeinschaften wie Familie, Freundeskreis, Dorfgemeinschaften, doch wie lange noch angesichts des massiven Drucks, welcher von der Politik und der KOnzentration von politischer Dummheit in Brüssel ausgeht?

    Inn der Diskussion wurde deutlich, dass das Chaos in Wahrheit geplant ist und es so etwas wie einen "Generalstabsplan des Bösen" gibt ((© Mölzer). Die Chaotisierung und Destabilisierung in allen Weltzonen dient den USA zur Stärkung ihrer hegemonialen Stellung und im Nahen Osten vor allem der Existenzsicherung von Eretz Israel, reichend vom Euphrat bis zum Nil. Europa mit seinen "Pudeln" oder Marionetten fungiert nur noch als Bauer auf dem Schachbrett, bewegt von jenen, die an den Hebeln der Macht sitzen.

    Das Lamentieren des Journalisten Thomas Rietzschel über den Dilettantismus bringt nichts, er ist gewollt.

    • M.S.
      19. April 2016 13:36

      @Collector

      Die Meinung, dass das Chaos gewollt ist, ist sehr wahrscheinlich. Ein starkes Indiz dafür wäre der fast gleichzeitige, überfallsartige Beginn des Flüchtlingsstromes mit der Einladung der Frau Merkl. Die Vermutung liegt nahe, dass sie diese Einladung nicht von sich aus aussprach.
      Die Frage ist nur wie man das kommende Chaos noch verhindern kann. Kann man es überhaupt noch verhindern?

    • Collector
      19. April 2016 14:36

      @M.S.

      Nein! Mölzer sieht weder eine charismatische Führungspersönlichkeit noch eine zugehörige Elite, welche Europa aus dem Chaossumpf herausführen könnten.

      In ZUR ZEIT (Nr. 12-13/2016 Osternummer) titelte er: "Und das Abendland geht doch unter". "Als man mit Friedrich Nietzsche zu erkennen meinte, dass Gott tot sei, hat man diesem Abendland die Seele geraubt", jetzt werde es repräsentiert von politisch korrekten Heuchlern, Wachstumsfetischisten im Solde multinationaler Konzerne, Pseudodemokraten" und einer "zur Ochlokratie und Lumpenherrschaft verkommenen Oligarchie, die in den politischen Parteien herrscht". Auch "aus der von mancher Seite heftig erhofften Rechristianisierung ist indessen auch nichts geworden....Abendländische Gesittung in Form von christlicher Spiritualität ist längst nicht mehr als eine blasse Erinnerung", "Religiosität käme allenfalls durch einen ebenso offensiven wie fundamentalistischen Islam in europäische Breiten". Der Beitrag gehört zum Besten, was Mölzer je geschrieben hat. Unter dem Titel googeln und nachlesen! Es lohnt sich!

    • dickbrettbohrer (kein Partner)
      23. April 2016 13:25

      "Klimawandel"

      Echt? O je.

  6. simplicissimus
    19. April 2016 10:28

    Sehr gute Beobachtung, wirft ein neues Licht auf unsere Verhältnisse!

  7. Camilla
    18. April 2016 23:43

    Sehr geehrter Herr Mag. Zeitz!

    Ihre Person und Ihre Artikel schätze ich sehr.
    Am Wahltag werden wir nicht hier sein,
    deshalb habe ich bereits gewählt.
    Ohne eine der genannten Sendungen gesehen zu haben.
    Darüber bin ich froh.
    Ich kann nicht verstehen, daß kein einziger der Kanditaten
    sich geweigert hat, sich so am Nasenring vorführen zu lassen.
    Eine Weigerung wäre wohl eine starke Empfehlung gewesen.

    • M.S.
      19. April 2016 14:46

      @Camilla

      Nur eine Weigerung aller Kandidaten hätte diese peinlichen Zirkusnummern im Stile der "Dancing Stars" verhindern können. Hätten nur ein oder zwei Kandidaten sich geweigert teilzunehmen, hätten diese keine Chance mehr auf das Amt gehabt. Die Medien hätten sie als arrogant, feige oder nicht belastbar denunziert und damit ihre Niederlage besiegelt.

  8. Bob
    18. April 2016 22:08

    Danke für diesen ausführliche Artikel. Kann man nur jedes Wort unterstreichen.

  9. M.S.
    18. April 2016 18:17

    Eine ausgezeichnete Beschreibung einer dekadenten, dem Ende entgegentaumelnden Ochlokratie. Das alte Rom lässt grüßen. Der Prozess des Unterganges unserer Kultur wird aber wohl rascher ablaufen als jener des römischen Reiches.

  10. Igo
    18. April 2016 16:44

    Thomas Rietzschel





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