Die Fakten zu Migration und Schule drucken

Lesezeit: 4:00

Die Anzahl der Menschen mit Migrationshintergrund nimmt in Österreich seit Jahrzehnten zu. Österreich gehört inzwischen zu den OECD-Staaten mit dem höchsten Anteil an Migranten. Österreichs Zuwanderungsrate wird innerhalb der EU nur mehr von Luxemburg übertroffen. Bezüglich der Quote an Asylanträgen belegt Österreich hinter Schweden und Ungarn unter den 28 EU-Staaten den dritten Platz.

Österreichweit spricht bereits mehr als ein Viertel der Volksschüler Deutsch nicht als Umgangssprache (in Wien bereits eine Mehrheit von 54,6 Prozent; Stand 2012/13; Tendenz stark steigend).

Neuer Rekordstand: „Derzeit leben bundesweit 1,45 Mio. Menschen, die nicht in Österreich geboren sind; das sind 17 Prozent der Gesamtbevölkerung.“ (Statistik Austria „Österreichischer Zahlenspiegel“ Dezember 2015, S. 3)

Anteil der in Österreich lebenden Kinder, von denen zumindest ein Elternteil nicht in Österreich geboren ist (Statistik Austria (Hrsg.), „Familien- und Haushaltsstatistik 2011“, S. 83):

Lebensalter:

0-2:

40,3 %
3-5: 38,3 %
6-9: 33,2 %
10-14: 30,8 %
15-18: 25,2 %

Bevölkerungsanteil der im Ausland Geborenen, Stand 2013 (OECD „International Migration Outlook 2015“, S. 35):

Österreich: 16,7 %
Deutschland: 13,3 %
OECD-Mittelwert: 12,7 %
Niederlande: 11,6 %
Finnland: 5,6 %

Die 5 EU-Staaten mit der höchsten Netto-Zuwanderungsrate des Jahres 2014 (Eurostat, „Key figures on Europe 2015 edition“, S. 21):

Luxemburg: 2,00 %
Österreich: 0,88 %
Schweden: 0,79 %
Deutschland: 0,72 %
Dänemark: 0,66 %
Zum Vergleich:
Finnland: 0,28 %

Die 5 OECD-Staaten, in denen im Jahr 2014 die meisten Asylanträge gestellt wurden (OECD , „International Migration Outlook 2015“, S. 28+292):

  Asylanträge
  je 1.000 Einwohner absolut
Schweden 7,92 75.090
Ungarn 4,19 41.370
Österreich 3,32 28.060
Deutschland 2,12 173.070
Niederlande 1,42 23.850

Anteil der 15-Jährigen, die zu Hause nicht oder nicht in erster Linie die Unterrichtssprache sprechen, Stand 2012 (PISA-Datenbank, Abfrage vom 21. Februar 2016):

Österreich:

11,4 %

Schweden:

10,4 %

Deutschland:

7,4 %

Niederlande:

6,4 %

Finnland:

4,5 %

Deutsch als Umgangssprache im rapiden Rückzug: „Im Jahr 2013 stammten 29 Prozent der Kinder in Kinderbetreuungseinrichtungen aus nicht-deutschsprachigen Familien.“ (Statistik Austria, „migration & integration – zahlen.daten.indikatoren 2015“, S. 42)

Schüler der Sekundarstufe I mit nichtdeutscher Umgangssprache (BIFIE, „Nationaler Bildungsbericht - Österreich 2012“, Band 2, S. 245 und Statistik Austria, Schulstatistik vom 9. Dezember 2014):

 

2013/14

2001/02

AHS-Unterstufe:

17 %

8 %

Hauptschule:

22 %

13 %

NMS:

28 %

---

Sonderschule:

31 %

23 %

Anteil der Schüler mit nichtdeutscher Umgangssprache (Statistik Austria, „Bildung in Zahlen“ 2007-08, und 2013-14, Tabellenband“):

 

2013/14

2007/08

Berufsschule

12,0 %

8,1 %

BHS

15,9 %

10,0 %

AHS

16,5 %

12,5 %

Hauptschule

21,8 %

19,6 %

BMS

22,1 %

15,7 %

Volksschule

26,6 %

21,3 %

Polytechnische Schule

27,9 %

20,6 %

Neue Mittelschule

28,2 %

---

Sonderschule

31,2 %

27,2 %

Klassische Einwanderungsstaaten wie Kanada, Australien und Großbritannien betreiben seit Jahrzehnten eine Migrationspolitik mit strenger Selektion an der Grenze. Deshalb gehören in diesen Staaten Menschen mit Migrationshintergrund wirtschaftlich, beruflich und bildungsmäßig zu den stärksten der Gesellschaft.

Österreichs Menschen mit Migrationshintergrund hingegen liegen in ihrem sozioökonomischen Niveau weit unter den Menschen ohne Migrationshintergrund. Dies trifft auf den wirtschaftlichen Wohlstand, ihr berufliches Niveau, aber ganz besonders auf ihr (formales) Bildungsniveau zu.

Anteil der als Kinder (vor dem 15. Geburtstag) zugewanderten 15- bis 34-Jährigen, die aus einem „high income country“ kamen, Stand 2013 (OECD, „Indicators of Immigrant Integration 2015 - Settling In“, S. 237):

Großbritannien:

60 %

Deutschland:

41 %

Frankreich:

27 %

Schweden:

24 %

Österreich:

21 %

Niederlande:

19 %

In den OECD-Staaten (in denen mehr als 5 der 15-Jährigen im Ausland geboren sind) leben diese in den … sozioökonomisch stärksten Elternhäusern in …

1.

Kanada

2.

Australien

3.

Großbritannien

4.

Irland

5.

Neuseeland

6.

Island

… sozioökonomisch schwächsten Elternhäusern in …

1.

Griechenland

2.

Spanien

3.

Portugal

4.

Italien

5.

Frankreich

6.

Österreich

(Eigenberechnung aus den PISA-2012-Ergebnissen (gemäß OECD, PISA Data Analysis Manual, Second Edition (2009)) vom 27. Dezember 2013)

Die vier OECD-Staaten, in denen Zuwanderer ein höheres sozioökonomisches Niveau aufweisen als die Bevölkerung des Staates, in den sie einwandern (Univ.-Prof. Dr. Manfred Prenzel u. a., „PISA 2012 - Fortschritte und Herausforderungen in Deutschland“, S. 285):

1.

Neuseeland

2.

Kanada

3.

Großbritannien

4.

Australien

Anteil der zugewanderten 15-Jährigen, von denen zumindest ein Elternteil eine Schulbildung aufweist, die dem Durchschnitt des Gastlandes entspricht, Stand PISA 2012 (OECD (Hrsg.), „Immigrant Students at School“, S. 22):

Kanada:

81,8 %

Deutschland:

69,2 %

Neuseeland:

68,9 %

Australien:

66,0 %

OECD-Mittelwert:

58,1 %

Österreich:

43,7 %

Von den bei PISA 2012 getesteten 15-jährigen Schülern haben … eine Mutter, die höchstens einen ISCED 2 (=Abschluss der Sek I, also de facto „Hauptschulabschluss“) erworben hat (Eigenberechnung gemäß OECD, PISA Data Analysis Manual):

 

Schüler ohne Migrationshintergrund

Schüler, die in einem anderen Staat geboren sind

Kanada:

4,4 %

7,0 %

Irland:

14,9 %

7,4 %

Neuseeland:

12,4 %

8,1 %

Australien:

19,8 %

14,2 %

Österreich:

4,3 %

37,6 %

Mag. Gerhard Riegler ist Vorsitzender der Österreichischen Professorenunion.

 

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die besten Kommentare drucken

  1. Ausgezeichneter KommentatorBob
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Februar 2016 08:40

    Danke für diese ernüchternden Zahlen. Mich gruselts.

  2. Ausgezeichneter KommentatorLe Monde
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Februar 2016 14:08

    Man sieht es ja jeden Tag, wenn man durch die Städte geht! Massenweise ungebildete Unterschichten für den Sozialstaat!

  3. Ausgezeichneter KommentatorSchwarzbäck
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Februar 2016 18:37

    Anteil der Schüler mit nichtdeutscher Umgangssprache:
    Berufsschule 12,0 % zu 8,1 % Diese Zahlen müssen falsch sein.

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  1. johann_ (kein Partner)
    02. März 2016 10:42

    Die Zahl scheint mir auch niedrig. Es könnte aber dann Sinn machen, wenn die Migrantenkinder größtenteils statt einer Lehre einen besser bezahlten Hilfsarbeiterjob annehmen, sofern sie überhaupt arbeiten gehen.

  2. Gerhard Riegler (kein Partner)
    26. Februar 2016 18:36

    Ich weiß, dass gerade diese Werte besonders überraschen, weil üblicherweise angenommen wird, der Anteil in Berufsschulen sei besonders hoch, jedenfalls höher als der an höheren Schulen, was aber im Vergleich der Schularten nicht stimmt.

    Hier die Quellangabe für die beiden Zahlen betreff der Berufsschulen:
    Statistik Austria (Hrsg.), „Bildung in Zahlen 2007-08, Tabellenband“ (2009), S. 144
    Statistik Austria (Hrsg.), „Bildung in Zahlen 2013-14, Tabellenband“ (2015), S. 156

    • Gerhard Riegler (kein Partner)
      26. Februar 2016 19:54

      In Bayern, das meines Erachtens angesichts seines enorm erfolgreichen Schulwesens viel stärker als Benchmark Österreichs gelten müsste, sehen die entsprechenden Werte übrigens folgendermaßen aus:

      Gymnasium: 6,7 %
      Berufsschule: 13,1 %
      (ISB (Hrsg.), „Bildungsbericht Bayern 2015“ (2015), S. 216)

  3. simplicissimus
    25. Februar 2016 14:53

    Ich übe schon:

    La Illaha Illalah wa Muhammad a rassul Allah!

    Ich hoffe, das ist richtig, will keineswegs das islamische Glaubensbekenntnis verunglimpfen.

    Die Waschungen kann ich, und die Richtung nach Mekka zeigt mir mein ständig präsenter Kompaß.

    Früher hat mich die Kultur echt interessiert.
    Trotzdem möchte ich nicht, daß Österreich islamisch wird. Aus vielen starken Gründen.
    In Wien jedenfalls sind wir auf dem Weg dorthin.

  4. Le Monde
    25. Februar 2016 14:08

    Man sieht es ja jeden Tag, wenn man durch die Städte geht! Massenweise ungebildete Unterschichten für den Sozialstaat!

    • BHBlog (kein Partner)
      01. März 2016 22:58

      Ich bin geneigt Ihnen zuzustimmen, aber nur wenn man seine Sinneseindrücke mit dem “Hören“ kombiniert. Nur weil ein ehemaliger BHS-Maturant mit abgenutzten jeans rumläuft ist er/sie kein Migrant. Auch ich bin nicht jeden Tag rassiert oder in schönster Kleidung unterwegs. Wenn jemand nicht deutsch spricht, dann ist klar, dass dies in jedem 3.Fall ein nicht integrierter Ausländer sein wird. Touristen und halbwegs integrierte gibts ja auch. Das merken Sie z.b..wenn 2 Frauen permanent russisch sprevhen und dann bei Bestellungen oder Anrufen auf einmal Deutsch akzentfrei sprechen. Naja nicht jeder ist allerdings so eine Ausnahmeerscheinung...
      Der OECD-Staaten Vergleich ist dennoch ernüchternd.
      Leider wahr!

  5. Bob
    25. Februar 2016 08:40

    Danke für diese ernüchternden Zahlen. Mich gruselts.

  6. Schwarzbäck
    24. Februar 2016 18:37

    Anteil der Schüler mit nichtdeutscher Umgangssprache:
    Berufsschule 12,0 % zu 8,1 % Diese Zahlen müssen falsch sein.





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