Einwanderung und Okkupation: Lügt die Presse?

Viele Menschen fragen sich derzeit, wie die politische Kultur innerhalb weniger Wochen unter dem Eindruck der derzeitigen „Flüchtlingswelle“ so dramatisch verfallen konnte. Ein Abwägen von Argumenten findet in der Öffentlichkeit de facto gar nicht statt. Die politische Macht-Elite hat offenkundig eine Agenda, die gegen die Interessen des eigenen Volkes gerichtet ist. Und die zur Religion entartete „Willkommens-Kultur“ erzeugt in manchen Kreisen einen kollektiven Rauschzustand, der an außerordentlich finstere Zeiten erinnert.

Die Rolle des medialen Sektors kann man in diesem Zusammenhang nur als kläglich bezeichnen. „Die Medien" haben in den letzten Wochen in einer seit dem Zweiten Weltkrieg nie da gewesenen Form maßgeblich zum Aufbau eines Meinungs- und Euphorie-Rausches beigetragen, der in einem demokratischen Gemeinwesen eigentlich keinen Platz haben sollte. Sie haben die Rolle des Berichterstatters zu Gunsten der Rolle des Propagandisten für eine bestimmte Agenda aufgegeben.

Ausgelöst durch das – zweifellos schreckliche – Ereignis um den mit 70 Toten beladenen LKW auf der Autobahn bei Parndorf wurden in mehreren Etappen signifikante Dammbrüche zur Beseitigung jedes politischen und gesellschaftlichen Widerstandes gegen eine völlig unkontrollierte und zunehmend auch explizit als quantitativ nicht einschränkungswürdig bezeichnete Masseneinwanderung vorgenommen. Das geschah immer anhand emotional aufbereiteter Einzelfälle, die aber tatsächlich weit davon entfernt sind, die Gesamtsituation repräsentativ abzubilden. Dabei wird außerordentlich brutal manipuliert und – ja, das muss gesagt werden und gesagt werden dürfen – definitiv gelogen.

Alle kolportierten Schlüssel- und Schockereignisse stellen sich bei näherer Betrachtung und seriöser Recherche nachweislich vollkommen anders dar als von den Medien wiedergegeben. Das reicht vom Fall des bedauernswerten Aylan Kurdi über das flächendeckend kolportierte Bild des sich scheinbar schützend vor seine Frau und sein Kind werfenden Syrers, der, auf den Bahngeleisen liegend, von brutalen ungarischer Polizisten niedergeknüppelt zu werden scheint, bis zum als heldenhaft dargestellten syrischen Fußballtrainer, dem auf der Flucht ein Bein gestellt wurde.

Die Sachverhalte, die mit den Einzelbeispielen jeweils transportiert werden, sind, bei Licht betrachtet, nicht einfach nur verzerrt, sondern von den Medien in ihr schieres Gegenteil verkehrt. Die Opfer, als die die jeweiligen Protagonisten dargestellt werden, entpuppen sich bei entsprechendem Informationsstand als Täter.

Dass die Medien auch bei veränderter Sachverhaltskenntnis keineswegs bereit sind, die von ihnen erzeugten Eindrücke zu korrigieren, hat natürlich System. Denn die Schlüsse bzw. Folgerungen, die aus der szenischen Aufbereitung von herzzerreißenden Kinderphotos und tränenreichen Familientragödien gezogen werden sollen, entsprechen einer effektvollen Projektion des individuellen Täter-Opfer-Schemas auf die kollektive Ebene: Die „Flüchtlinge" sollen in ihrer Ganzheit als Opfer, „wir", die Staaten Europas, als Täter hochstilisiert werden.

Das buchstäbliche Mit-Leid, das die geschockten Konsumenten derartiger Darstellungen empfinden, wird in einen Zustand geradezu unerträglicher Schuldhaftigkeit und Selbstbezichtigung transferiert, von dem die Schuldigen nur durch ein rituelles Opfer des „Wir helfen"-Kultes erlöst werden können. Vor einer solchen Kulisse ist bei vielen Menschen jeder Sinn für die Realität und die Relationen der Sachverhalte abhandengekommen.

Und auch hier haben „die Medien" moralisch versagt, indem sie die Kulisse des kollektiven Helfen-Syndroms instrumentalisiert haben, um eine der Sache angemessene Auseinandersetzung bzw. öffentliche Diskussion systematisch zu unterbinden. Zentrale Fragen dürfen nicht gestellt werden und finden in den Medien gar keine oder keine auch nur annähernd angemessene Entsprechung.

Das wären Fragen über die tatsächliche Herkunft der Flüchtlinge und ihre Motive, über die Folgen für die öffentliche Sicherheit und Ordnung sowie für das Kulturgefüge. Das wäre eine Quantifizierung der finanziellen Lasten, eine Definition der Obergrenzen der Belastbarkeit inklusive entsprechender Konsequenzen und besonders betreffend die Legitimation von Politikern zur selbstherrlichen Verfügung über die Ressourcen des Staatsvolkes.

Menschen, die nicht bereit sind, sich mit den auferlegten Sprechverboten und Tabus abzufinden, und die vielleicht sogar aussagekräftige Beispiele für Verhaltensweisen von angekommenen Einwanderern kommunizieren, werden als Hetzer, Rassisten, Ausländerfeinde und Rechtsradikale/Nazis stigmatisiert. In diesem Klima ist eine rationale Gegenüberstellung allfälliger Verantwortlichkeiten und Pflichten zur Hilfestellung mit den berechtigten Interessen und den Möglichkeiten der europäischen Wirtsvölker völlig unmöglich geworden, und ich behaupte ganz bewusst, dass „die Medien" daran ein gerüttelt Maß an Schuld haben.

Natürlich gibt es einige löbliche Ausnahmefälle und jeder in dieser Angelegenheit informierte Leser kann sich an einige wenige redlich recherchierte und vernünftig argumentierende Artikel erinnern, deren Autoren jedoch die berühmte Ausnahme darstellen, die die Regel bestätigt. Denn auch die wirklich redlichen Einzelfälle beseitigen nicht die wahrhaft systemische Qualität, mit der sich der mediale Sektor in unserem Land in den Dienst einer bestimmten Agenda gestellt hat.

Für die Behauptung, dass es zahlreiche Medienbeiträge gegeben hat, in denen nicht einfach „nur" manipuliert und tendenziös berichtet, sondern auch richtiggehend die Unwahrheit gesagt wurde – und zwar mit Worten wie besonders auch mit Bildern – gibt es genügend Beispiele. Warum sollte man – insbesondere angesichts der Tragweite eines derartigen Vorgehens – den dafür vorgesehenen Begriff der „Lüge" nicht verwenden?

Viele der staunenden Beobachter dieser schockierenden Entwicklung sind dazu übergegangen, den Einheitsblock der Mainstream-Medien als „Lügenpresse“ zu bezeichnen. Ihre Gegner kontern zielgerichtet mit der „Nazikeule“: Der Begriff wäre eine Erfindung der seinerzeitigen NS-Propaganda. Ihn zu verwenden würde die Kritiker der „Asylanten“-Landnahme als Kinder des NS-Geistes demaskieren.

Diese Gegenkritik geht natürlich am Kern der völlig unhaltbaren Zustände und des Versagens der Regierungsverantwortlichen vorbei. Dennoch sollte sie ernst genommen werden, damit sich die Kritiker von Masseneinwanderung und Kulturdestruktion – eine Kritik, die in der Sache gar nicht scharf genug sein kann – nicht an terminologischen Nebenschauplätzen verzetteln.

Nach meiner tiefen Überzeugung wird die Bevölkerung von ihren eigenen Vertretern derzeit verraten und ihres wertvollen Kultursubstrates beraubt. Angesichts eines dermaßen dramatischen Vorgehens ist es natürlich nicht angemessen, die Opfer-Täter-Umkehr auch in dieser Frage anzuwenden und die Journalisten als die „Beleidigten", die Kritiker hingegen als die NS-Wiederbetätiger zu bezeichnen, was mit dem Hinweis auf die Tatsache, dass eben der Nationalsozialismus den Begriff der „Lügenpresse" verwendet hat, de facto geschieht.

Allerdings wird es den Gegnern der Systemkritiker und denjenigen, die eine redliche Unterscheidung der Geister verhindern wollen, sehr leicht gemacht, wenn sie von der Sachebene argumentationslos und ungestraft auf die terminologische Ebene ausweichen können. Ich plädiere daher dafür, den Begriff „Lügenpresse“ nicht zum Einsatz zu bringen, weil dadurch in der Konsequenz vom wahren Skandal der Mainstream-Medien, die massiv von politischen Netzwerken und polit-ökonomischen Syndikaten dotiert und in Dienst genommen werden, abgelenkt wird.

Ich plädiere daher dafür, für den hier beleuchteten Missstand der massenmedialen Massenmanipulation einen neuen, plastischen und treffsicheren Begriff zu finden. Der Ideenwettbewerb ist eröffnet.

Mag. Christian Zeitz ist wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Angewandte Politische Ökonomie und Islambeauftragter des Wiener Akademikerbundes.

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