Lieber Frank! drucken

Lesezeit: 3:00

Ich möchte Dir mein Bedauern ausdrücken, dass es bei der steirischen Landtagswahl nicht so geklappt hat, wie Du es Dir vorgestellt hast. Ich weiß, wie sehr Dir die Steiermark am Herzen liegt und wie viel Energie Du in diesen Wahlkampf eingebracht hast.Wenn Du nach den Ursachen für dieses Ergebnis suchst, lass den Blick diesmal nicht in die Ferne schweifen.

Die brüske Entfernung des Spitzenkandidaten knapp vor der Wahl und diese Geschichte mit den Unterstützungserklärungen musst Du Dir selbst und Deiner kleinen Prätorianergarde zuschreiben. Das können Dir die Wähler unmöglich verzeihen. 

Ich kenne Deine Neigung, Dich ungerecht behandelt zu fühlen. Hast Du schon überlegt, ob Du Dein Ohr wirklich bei den Wählern hattest? War es klug von Dir, Dich mit lauter Ja-Sagern zu umgeben? War es fair von Dir, wie Du Deine Mitstreiter behandelt hast?

Wir beide sind uns nie nahe gekommen und ich war bekanntlich nie Mitglied Deiner Partei. Du wolltest im Nationalratswahlkampf meinen Namen, ich einen politischen Einstieg ohne Ochsentour. Mir erschien dies fair für beide und wir haben einander nichts vorzuwerfen.

Dass ich kein Parteimitglied wurde, habe ich nie an die große Glocke gehängt. Im Zuge der Umstellung im November 2014 hat dies irgendein Journalist recherchiert und veröffentlicht. Ich war ehrlich immer froh, dass ich einer Partei, die neun Millionen Euro Schulden bei Dir hat, nicht angehöre. Es wäre mir schade um den Mitgliedsbeitrag gewesen.

Die Darlehenskonstruktion habe ich übrigens für alles andere als in Ordnung gehalten. Im Wahlkampf hast Du behauptet, dass die gesamte Finanzierung aus privaten Mitteln erfolgt. Danach hat man erfahren, dass es diverse Darlehensverträge gibt und die Rückzahlung über die Parteienförderung – also Steuergeld – an Dich erfolgen soll. Das widerspricht Deinen berühmten Werten.

Dennoch muss man sagen, dass das Projekt kein Schlechtes war und Du tatsächlich Türen aufgemacht hast. Es wird nun an den Mitgliedern des Nationalratsklubs liegen, das Beste daraus zu machen. Von der Partei als solcher können wir nichts erwarten und müssen uns lösen. Damit sage ich nichts Neues. Schon vor fast einem Jahr habe ich Dir an dieser Stelle Deinen Rückzug nahe gelegt. Es geht einfach nicht, dass Du mit Deinem Verhalten nicht nur Deine, sondern auch unsere Reputation immer wieder beschädigst.

Die Herausforderungen in der Politik sind ebenso vielfältig wie Angriffe auf die offene Gesellschaft. Der Finanzminister will mit der Steuerreform das Bankgeheimnis abschaffen, der Justizminister mit der Strafrechtsreform die Meinungsfreiheit beschneiden und der Sozialminister mit dem Gleichbehandlungsgesetz die Privatautonomie einschränken. Es ist sowieso schwer, hier Widerstand zu leisten – mit Deiner Partei von ein paar ausgesuchten Gefolgsleuten und hohen Schulden bei Dir ist es unmöglich.

Lieber Frank, ich freue mich, Dich kennengelernt zu haben, wünsche Dir alles Gute und viel Gesundheit und hoffe, dass Du – außerhalb der Politik – einen interessanten Lebensabend verbringst!

Beste Grüße

Georg Vetter

(Dr. Georg Vetter ist selbständiger Rechtsanwalt in Wien. Er ist seit der letzten Nationalratswahl Abgeordneter auf der Liste des Team Stronach.)

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  1. Ausgezeichneter KommentatorSegestes
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Juni 2015 06:22

    Die rund 1,6 Prozent für die Strohsack-Truppe haben den Freiheitlichen in der Steiermark vermutlich den zweiten Platz gekostet.
    "Danke", Frank.

  2. Ausgezeichneter KommentatorHaider
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Juni 2015 23:53

    Es wurde bereits gepostet und dennoch nochmals: Das ganze Projekt Stronach war selbstverständlich von Anfang an eine einzige Heckenschützenaktion gegen die FPÖ; wie schon so unendlich viele seit Gründung des VDU/der FPÖ. Zahllos sind die Namen der Versucher/Versager/Torpedierer am politischen Wegesrand. Aber sei's drum. Nicht die wahltaktischen Glücksritter bestimmen das Geschehen in einer Demokratie -> es sind die Wähler mit ihrem feinen Gespür für Lug und Trug.
    Dabei haben wir in Österreich einen 100-% verläßlichen Indikator: Wen der ORF hofiert, der schadet Österreich, und wen der ORF bekämpft, der arbeitet für Österreichs Bürger. Solange Stronach stramm Anti-FPÖ argumentierte, war er "everybodies darling" am Küniglberg. Erst als er sich erdreistete, mit seinen "Werten" die politische Nomenklatura anzupatzen war's vorbei mit lustig. Die Ideen Grüner und sonstiger Linker können nicht wirr genug sein, um nicht von unserer staatlichen Medienorgel hochgelogen zu werden.
    Daher ist für mich das Erfreulichste am vergangenen Wahlergebnis: die schallende Ohrfeige für das zwangsfinanzierte Lügenmedium "Österreichischer Staatsfunk".

  3. Ausgezeichneter KommentatorSensenmann
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Juni 2015 02:09

    Was für ehrliche Worte. Zutreffend und voller Erkenntnis.
    Die hatte ich aber schon früher. Mit Geld und Pfründen geköderte Politiker ekeln mich an. Wer das Volk vertreten will, soll sich dem Volk stellen. Das scheint aus der Mode gekommen zu sein. Tut dabei nichts zur Sache ob es die Stronach-Gruppe oder die von diesem Haselsteiner bezahlten Pinklinken sind. Die Systemparteien sind ohnedies von den Bankstern und Bilderbergern gekauft und die Ökobolschewiken sollen im Sold der "atlantic partners" offenbar den Morgenthau-Plan an uns vollstrecken uns desindustrialisieren, von der Energieversorgung abschneiden und uns in eine präindustrielle Agrargesellschaft verwandeln. So hat eben jeder seine Finanziers für seine Ziele...

    Österreich braucht endlich ganz andere Leute, die auf niemandes Payroll stehen!
    Aber manche glauben eben mit Geld geeignete Staatsmänner zukaufen zu können.
    Dafür bekommt man aber eben nur abgehalfterte, gesinnungslose Politiker.
    1,8% in der Steiermark sind ein würdiges Ergebnis für diese Truppe. Der gute Frank hatte mit ehrlichen Leuten, die hart arbeiten, weil ihnen die Grundsätze etwas bedeuten und einem Bruchteil des Geldes Besseres bekommen. Nach der nächsten NR-Wahl ist diese Randnotiz der österr. Parlamentsgeschichte auch vorbei.
    Der einzige gute Ansatz des TS war der für ein liberaleres Waffengesetz! Für diesen Antrag waren offenbar andere zu feig.

  4. Ausgezeichneter KommentatorLa Rochefoucauld
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Juni 2015 18:20

    Seltsamer Brief. Warum wird diese Schmutzwäsche vor unseren Augen gewaschen? Warum legt man sein NR-Mandat nicht einfach nieder und geht? Es ist so einfach.

  5. Ausgezeichneter Kommentatorsimplicissimus
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Juni 2015 21:45

    Frankie Strohfeuer, was zu erwarten war.

    Schade nur um einige engagierte und gute Mitstreiter.

  6. Ausgezeichneter KommentatorMSc
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    04. Juni 2015 14:02

    Sehr geehrter Dr. Vetter,

    ich habe Ihnen bei der letzten NR-Wahl meine Stimme gegeben, sogar eine Vorzugsstimme, hauptsächlich aufgrund Ihrer Beiträge in diesem Blog.
    Ich habe, als selbständiger Einzelunternehmer und Vater von 4 Kindern, bewusst NICHT mehr die ÖVP gewählt. Ihren Wechsel zum ÖVP-Club betrachte ich damit als Verhöhnung.

    Sie schreiben: "Der Finanzminister will mit der Steuerreform das Bankgeheimnis abschaffen, der Justizminister mit der Strafrechtsreform die Meinungsfreiheit beschneiden und der Sozialminister mit dem Gleichbehandlungsgesetz die Privatautonomie einschränken. Es ist sowieso schwer, hier Widerstand zu leisten ..."
    Tja, welcher Partei gehören denn einige der Angesprochenen an ? Ist es jetzt leichter für Sie, hier Widerstand zu leisten ?

    Nächstes Mal werde ich zum ersten Mal in meinem Leben die FPÖ wählen. Und das Interessante ist, genau diesen Satz höre ich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis immer öfter ...

    Viel Glück bei Ihrer parlamentarischen Arbeit bei der "liberalen" ÖVP !

    Mit freundlichen Grüßen,

    Mag. Michael Schmid

  7. Ausgezeichneter Kommentatorbrechstange
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    03. Juni 2015 15:54

    Nur einigermaßen Charakter eben. Schade.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorSegestes
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Juni 2015 06:22

    Die rund 1,6 Prozent für die Strohsack-Truppe haben den Freiheitlichen in der Steiermark vermutlich den zweiten Platz gekostet.
    "Danke", Frank.

  2. Ausgezeichneter KommentatorZraxl
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Juni 2015 09:17

    "Du wolltest im Nationalratswahlkampf meinen Namen, ich einen politischen Einstieg ohne Ochsentour. Mir erschien dies fair für beide und wir haben einander nichts vorzuwerfen."

    Was soll ich mir als Wähler denken, wenn ich so etwas lese?

alle Kommentare drucken

  1. MSc
    04. Juni 2015 14:02

    Sehr geehrter Dr. Vetter,

    ich habe Ihnen bei der letzten NR-Wahl meine Stimme gegeben, sogar eine Vorzugsstimme, hauptsächlich aufgrund Ihrer Beiträge in diesem Blog.
    Ich habe, als selbständiger Einzelunternehmer und Vater von 4 Kindern, bewusst NICHT mehr die ÖVP gewählt. Ihren Wechsel zum ÖVP-Club betrachte ich damit als Verhöhnung.

    Sie schreiben: "Der Finanzminister will mit der Steuerreform das Bankgeheimnis abschaffen, der Justizminister mit der Strafrechtsreform die Meinungsfreiheit beschneiden und der Sozialminister mit dem Gleichbehandlungsgesetz die Privatautonomie einschränken. Es ist sowieso schwer, hier Widerstand zu leisten ..."
    Tja, welcher Partei gehören denn einige der Angesprochenen an ? Ist es jetzt leichter für Sie, hier Widerstand zu leisten ?

    Nächstes Mal werde ich zum ersten Mal in meinem Leben die FPÖ wählen. Und das Interessante ist, genau diesen Satz höre ich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis immer öfter ...

    Viel Glück bei Ihrer parlamentarischen Arbeit bei der "liberalen" ÖVP !

    Mit freundlichen Grüßen,

    Mag. Michael Schmid

    • brechstange
      04. Juni 2015 15:51

      Herr Mag. Schmid, Team Stronach wird, so denke ich, bei der nächsten NR-Wahl gut aufgestellt sein. Dafür setze ich mich ein.

  2. brechstange
    03. Juni 2015 15:54

    Nur einigermaßen Charakter eben. Schade.

  3. leaksmouse (kein Partner)
    02. Juni 2015 17:38

    Männer wie Georg Vetter die keine Eier haben, und dann noch einer #Feministin der SPÖ ünterstützen bei #Feminismusgesetzen und der eigenen Partei schaden sind entbehrlich.

  4. gebirgsluft (kein Partner)
    02. Juni 2015 16:11

    OT:

    Ich frage mich, wieso man diesen Beitrag als Nicht-Abonnent bereits lesen kann (obwohl später reingestellt), den Beitrag über den "Austausch" aber nicht.
    Ist das aus Absicht ?

    • brechstange
      03. Juni 2015 16:05

      War eben schon geplant. Es musste nur ein Grund gefunden werden. Charakter sieht anders aus.

  5. Haider
    01. Juni 2015 23:53

    Es wurde bereits gepostet und dennoch nochmals: Das ganze Projekt Stronach war selbstverständlich von Anfang an eine einzige Heckenschützenaktion gegen die FPÖ; wie schon so unendlich viele seit Gründung des VDU/der FPÖ. Zahllos sind die Namen der Versucher/Versager/Torpedierer am politischen Wegesrand. Aber sei's drum. Nicht die wahltaktischen Glücksritter bestimmen das Geschehen in einer Demokratie -> es sind die Wähler mit ihrem feinen Gespür für Lug und Trug.
    Dabei haben wir in Österreich einen 100-% verläßlichen Indikator: Wen der ORF hofiert, der schadet Österreich, und wen der ORF bekämpft, der arbeitet für Österreichs Bürger. Solange Stronach stramm Anti-FPÖ argumentierte, war er "everybodies darling" am Küniglberg. Erst als er sich erdreistete, mit seinen "Werten" die politische Nomenklatura anzupatzen war's vorbei mit lustig. Die Ideen Grüner und sonstiger Linker können nicht wirr genug sein, um nicht von unserer staatlichen Medienorgel hochgelogen zu werden.
    Daher ist für mich das Erfreulichste am vergangenen Wahlergebnis: die schallende Ohrfeige für das zwangsfinanzierte Lügenmedium "Österreichischer Staatsfunk".

    • Riese35
      05. Juni 2015 10:34

      >> "Das ganze Projekt Stronach war selbstverständlich von Anfang an eine einzige Heckenschützenaktion gegen die FPÖ."

      Diese Frage beschäftigt mich, wobei ich aber unterscheiden möchte, worauf es angelegt war und was daraus tatsächlich geworden ist. Wunsch und Realität sind selten ident. Das hat man auch schon beim LIF gesehen. Mich interessiert viel mehr die Realität als die Intention.

      Ich glaube dennoch, daß das TS mehr Stimmen der ÖVP weggenommen hat als der FPÖ. Mag sein, daß die FPÖ ohne TS mehr Stimmen bekommen hätte, aber ich glaube nicht, daß sich alle TS-Stimmen für die FPÖ gewinnen ließen, d.h. daß FPÖ+TS gemeinsam mehr Stimmen bekämen als FPÖ ohne antretendes TS.

      Vielleicht haben die beabsichtigte Steuer"reform" mit der gegen Familien gerichteten, als Grunderwerbssteuer getranten Vermögenssteuer und das Rauchergeeiere dies nun geändert, sodaß viele ehm. ÖVP-Wähler jetzt auch FPÖ wählen würden und deren FPÖ-Hemmschwelle gesunken ist. Einen solchen Wählerstrom hat man ja bei den steirischen Wahlen gesehen.

      Dennoch halte ich es für wichtiger, daß sich möglichst viele Wähler von den Homo- und Genderparteien abwenden, als daß die FPÖ möglichst viele Stimmen bekäme. Wie man ja 1999/2000 gesehen hat, bekommt die FPÖ nur dann eine reale Möglichkeit mitzuwirken, wenn die Unterstützung für die Homo- und Genderpartei ÖVP möglichst gering ist.

  6. Politicus1
    01. Juni 2015 22:17

    Ich glaube, Dr. Vetter zu verstehen (vielleicht denkt Dr. Franz ähnlich).
    Wenn man mit Engagement mit guten Absichten in die Politik als Quereinsteiger gegangen ist, dann schmeißt man nicht gleich alles hin.
    MMn. hätten die Abgeordneten ohne ihren Parteigründer jetzt bessere Überlebenschancen. Die Frage ist halt, ob das auch ohne das Geld vom Onkel Frank zumachen ist ...

  7. simplicissimus
    01. Juni 2015 21:45

    Frankie Strohfeuer, was zu erwarten war.

    Schade nur um einige engagierte und gute Mitstreiter.

  8. La Rochefoucauld
    01. Juni 2015 18:20

    Seltsamer Brief. Warum wird diese Schmutzwäsche vor unseren Augen gewaschen? Warum legt man sein NR-Mandat nicht einfach nieder und geht? Es ist so einfach.

  9. Public Observer (kein Partner)
    01. Juni 2015 16:38

    Wenn man den (eitlen) Überbringer der Botschafter nicht bestrafen wollte (G.V. war nicht die erste Wahl von Fränk, sondern dessen "Chefin" im Hayek-Institut), so leistet Vetter mit seiner Attacke gegen seinen "Ermöglicher" immerhin der Sache (eine Parlamentarische Demokratie ist kein Unternehmen!) einen eher guten Dienst.

    Aber auch nur dann, wenn sich von der elfköpfigen TS-Fraktion nun mindestens fünf abspalten und sich als neue Partei und Fraktion konstituieren. Besser noch mind. sieben, denn dann würde lt. Gesetz (NR-Geschäftsordnung) der Klub der wahlwerbenden Partei Team Stronach den Klubstatus verlieren.

    5+ Ex-TS-Abg. könnten dann den Neustart wagen falls sie dazu die Eier haben!

    • F.V. (kein Partner)
      01. Juni 2015 20:47

      Zu selten nur mehr in Wien, und überdies an den „wissenschaftlichen“ Exegesen liberal-radikaler Institute desinteressiert, waren mir die Herkunft und der Grund der besonderen Wertschätzung Dr. Vetters durch die Unterberger-Kommune nicht bekannt.

      So bin ich dankbar von Ihnen gelesen zu haben, daß er eigentlich nur die zweite Wahl aus dem Hayek-Institut war. Nun ist – für mich zumindest - das Bild viel vollkommener, als es die eitle Selbstdarstellung vermocht hätte.

    • Haider
      02. Juni 2015 00:08

      Für die Abspaltungs-/Klubtheorie bräuchten sie aber auch einen Nationalratspräsidenten a la Fischer, der das LIF erfand, um Österrreichs Demokratie zu schaden. Keiner der damaligen 5 Nestbeschmutzer war politisch legitimiert; alle hatten ihr Mandat einer nominierenden Partei und deren zahllosen Wahlhelfern zu verdanken. Sie zeigten sich auf ihre persönliche Art erkenntlich: einen Tritt in den Allerwertesten der Treuen. Aber der Souverän ließ sich nicht pflanzen. Die seinerzeitigen "Glücksritter" sind längst Geschichte und kein Hahn kräht mehr nach ihnen.

  10. Zraxl (kein Partner)
    01. Juni 2015 09:17

    "Du wolltest im Nationalratswahlkampf meinen Namen, ich einen politischen Einstieg ohne Ochsentour. Mir erschien dies fair für beide und wir haben einander nichts vorzuwerfen."

    Was soll ich mir als Wähler denken, wenn ich so etwas lese?

    • leshandl
      01. Juni 2015 10:22

      "Wenigstens Einer, der ehrlich ist!"
      Und - NEIN, diese Truppe werde ich sicher nicht wählen. "Werte" versteht eben der Frank ganz anders als die meisten von uns. Letztlich geht's bei ihm immer um Macht, Einfluss, Cash.
      Aus dem NR ist er ja nur ausgestiegen, weil er dort nicht das 100-fache Stimmrecht wie bei seiner Magna hatte.

    • F.V. (kein Partner)
      01. Juni 2015 12:06

      Ich fragte mich auch, was diese Selbstbeweihräucherung sollte. Ich wollte ... du wolltest ... welch edle Motive.

      Und dafür spenden manche Guten noch Beifall. Das zeigt nur – zum wiederholten Mal -, daß deren IQ und Logik sich überhaupt nicht von jenen (von ihnen selbstverständlich verachteten) Heute-, Österreich- oder Kurier-Lesern unterscheidet. Q.e.d.

    • fewe (kein Partner)
      01. Juni 2015 12:17

      Ich finde das auch ziemlich unmöglich. Einfach das Mandat zurücklegen und die Sache ist erledigt. Stronach hat die Partei maßgeblich mit eigenem Geld finanziert. Und er und leider nur ganz wenige weitere wollten mit der Partei vielleicht neue Akzente setzen. Dr. Vetter wollte nur ein bisschen spielen und glaubt, ihm gehört jetzt die Partei und deren Wähler. Stronach werden wohl mehr Leute gewählt haben als ihn oder irgendwen anderen. Am ehesten war Nachbaur ein "Zugpferd" für die Partei. Ohne Stronach ist die Partei komplett chancenlos.

  11. Ingrid Bittner
    01. Juni 2015 08:12

    Da kann man nur eins sagen: klar und deutlich!
    Danke Dr. Vetter - so gehört's!
    Hoffentlich sieht Herr Stronach das auch so.
    Einsicht, so scheint's ist ja nicht gerade seine Stärke.

    • fewe (kein Partner)
      01. Juni 2015 12:23

      Jemand, der ein derartiges Unternehmen aufgebaut hat, hat sein ganzes Leben lang Dinge gemacht, die alle anderen für unmöglich oder falsch gehalten haben. Ansonsten würde ja jeder WU-Absolvent ein solches Unternehmen auf die Beine stellen können.

      Dass sich so jemand nichts sagen lässt ist normal. Ansonsten wäre er nie so weit gekommen. Weil jene, die so groß reden und alles besser wissen, in der Regel keine Ahnung haben.

      Nur 30 Leute vom Format eines Stronach würden im Alleingang für Vollbeschäftigung in Österreich sorgen. Irgendwelche Leute, die irgendwas studiert haben und zum Spaß Nationalrat auch machen wollen, sind das nicht.

    • Brigitte Imb
    • Ingrid Bittner
      01. Juni 2015 20:35

      @fewe: das macht dem Hr. Stronach ja niemand streitig, dass er ein Unternehmen aufgebaut hat - war zwar auch nicht alles so super, wie es dargestellt wird, aber bitte, mag sein, bei einem Unternehmer ist alles etwas anders.
      Nur, wenn man als Auslandsösterreicher mit einem greisen Alter von fast 80 die Politik aufmischen will, dann muss man auch wissen, wie die funktioniert und ein Unternehmen selbstherrlich führen und Parteichef sein, das sind zwei paar Schuhe.
      Und dass sich der alte Mann vollkommem vergagelt (hochdeutsches Wort weiss ich grad nicht) hat, ist ja klar, man kann nicht immer mit dem, was man in der Vergangenheit geleistet hat, hausieren gehen. Wenn Sie das anders sehen, bitte.
      Aber es muss gestattet sein, dass man auch den Hr. Stronach kritisch betrachtet und dass er seine eigene Partei umgebracht hat, steht ja wohl ausser Zweifel, oder?

    • ProConsul
      03. Juni 2015 07:29

      fewe

      ********
      punktgenau analysiert

  12. Segestes (kein Partner)
    01. Juni 2015 06:22

    Die rund 1,6 Prozent für die Strohsack-Truppe haben den Freiheitlichen in der Steiermark vermutlich den zweiten Platz gekostet.
    "Danke", Frank.

    • Wyatt
      01. Juni 2015 06:48

      ja und auch wenn es etliche nicht wahr haben wollen, dies Partei wurde ausschließlich zum Zweck - "Wählerstimmen" von der FPÖ abzuhalten - erfunden.

    • de Voltaire
      01. Juni 2015 12:27

      Ich denke eher, dass sich diese 1,6% hauptsächlich aus der Nichtwählerfraktion gespeist wurden. Immerhin haben deutlich mehr Stimmberechtigte keiner Partei ihre Stimme gegeben als jeweils SPÖ, ÖVP und eben auch FPÖ für sich überzeugen konnten. Aber wie auch immer, Ihr Beitrag zeigt doch ein erstaunliches Demokratieverständnis für einen Kunibär-Anhänger.

      Nix für ungut ...

    • Segestes (kein Partner)
      01. Juni 2015 12:47

      "Kunibär-Anhänger"

      Im Gegenteil, ich finde es bezeichnend für den Unmut der Bevölkerung, dass die Freiheitlichen trotz dieses weitestgehend unbekannten Spitzenkandidaten so viele Stimmen erhalten haben.

    • simplicissimus
      01. Juni 2015 21:48

      Stimme zu, Segestes.
      Wir sind unfaehig, uns zusammenzuschliessen und durch den kleinsten gemeinsamen Nenner das groesste gemeinsame Vielfache zu erreichen.

  13. Sensenmann
    01. Juni 2015 02:09

    Was für ehrliche Worte. Zutreffend und voller Erkenntnis.
    Die hatte ich aber schon früher. Mit Geld und Pfründen geköderte Politiker ekeln mich an. Wer das Volk vertreten will, soll sich dem Volk stellen. Das scheint aus der Mode gekommen zu sein. Tut dabei nichts zur Sache ob es die Stronach-Gruppe oder die von diesem Haselsteiner bezahlten Pinklinken sind. Die Systemparteien sind ohnedies von den Bankstern und Bilderbergern gekauft und die Ökobolschewiken sollen im Sold der "atlantic partners" offenbar den Morgenthau-Plan an uns vollstrecken uns desindustrialisieren, von der Energieversorgung abschneiden und uns in eine präindustrielle Agrargesellschaft verwandeln. So hat eben jeder seine Finanziers für seine Ziele...

    Österreich braucht endlich ganz andere Leute, die auf niemandes Payroll stehen!
    Aber manche glauben eben mit Geld geeignete Staatsmänner zukaufen zu können.
    Dafür bekommt man aber eben nur abgehalfterte, gesinnungslose Politiker.
    1,8% in der Steiermark sind ein würdiges Ergebnis für diese Truppe. Der gute Frank hatte mit ehrlichen Leuten, die hart arbeiten, weil ihnen die Grundsätze etwas bedeuten und einem Bruchteil des Geldes Besseres bekommen. Nach der nächsten NR-Wahl ist diese Randnotiz der österr. Parlamentsgeschichte auch vorbei.
    Der einzige gute Ansatz des TS war der für ein liberaleres Waffengesetz! Für diesen Antrag waren offenbar andere zu feig.

    • Riese35
      01. Juni 2015 08:33

      Es ist schade, denn gerade einige Abgeordnete wie Georg Vetter, Marcus Franz und Katrin Nachbaur machten einen guten Eindruck. Ich hatte gehofft, daß sich um diese Personen eine vernünftige Vertretung im Parlament entwickeln könnte. Aber offenbar hat der Onkel aus Amerika ungeduldig jedes Aufkeimen im Ansatz erstickt. Mehr Ruhe, Geduld und Ausdauer wären angesagt gewesen, mehr solide Arbeit statt alle paar Monate mediale Inszenierungen. Das Problem war nicht die Partei oder das Team (die Glücksritter darin hätten sich ohnedies von selbst überlebt), sondern der zweite Teil des Parteinamens. Ich hatte sehr gehofft, daß sich die Vernünftigen von diesen Eitelkeiten des alten Mannes und von den Glücksrittern emanzipieren können. Nach außen hin schien ja lange Zeit alles auf dem besten Wege zu sein. In den Medien kamen vom TS wohltuende, schon lange nicht mehr gehörte Stellungnahmen.

      Daß beim TS Geld eine wesentliche Rolle gespielt hat, sehe ich als gar nicht so verwerflich an. Ohne Geld wird nichts gehen. Das Problem ist nur, daß es zum Kaufen von Ja-Sager-Abgeordneten eingesetzt wurde.

      Einen Platz in der österreichischen Parteienlandschaft hätte es allemal gehabt. Sicher nicht als Konkurrenz zur FPÖ, sondern, um das Vakuum, das durch den progressiven Linksdrall der ÖVP und ihere Neupositionierung als Wurmfortsatz der SPÖ entstanden ist, aufzufüllen. Es gibt sicher viele ÖVP-Wähler, die nie FPÖ wählen würden, die aber mit dem TS eine brauchbare Alternative gehabt hätten. Man hätte das Samenkorn nur geduldig wachsen lassen müssen. Das seinerzeitige NR-Wahlergebnis war ein guter Anfang. Und wie man auch jetzt wieder sieht, der ÖVP, die der SPÖ als Wählerkirrplatz dient, geben noch immer zu viele Wähler ihre Stimmen. Es wird sich nichts ändern, solange die SPÖVP noch immer mehr als 50% bekommt.

    • Applaus
      01. Juni 2015 08:47

      Sehe ich auch so, Riese35!

    • F.V. (kein Partner)
      01. Juni 2015 12:28

      Manche, wie Riese35, begreifen, daß man ohne Geld keine Musik bestellen kann. Sie fragen aber nicht woher es kommt und wie viel Geld dafür nötig ist. Dann drängte sich nämlich die nächste Frage auf, welche wirklichen Interessen das Kapital denn habe – und siehe da, es käme heraus, daß es doch recht partikuläre sind. Jedenfalls haben sie nichts mit dem Wohl des Landes und seiner Bewohner zu tun, sondern es sind „Strategie-Spielchen“, um günstige Machtkonstellationen aufrecht zu erhalten. – Welche steht ja täglich - frustriert bemerkt - im UTB.

      Diese Spielchen funktioniert am besten in den sogenannten Dömokraturen, weil man hier ein wurzel- und traditionsloses Proletariat nur mit einem Platz an der Futterkrippe bestechen muß, den man jederzeit widerrufen kann, wenn man die Medien beherrscht. (Und diese sind bekanntlich nur eine andere Modalität des Geldes.) Es ist also die kostengünstigste Variante der Bestechung.

      Oder glaubt jemand im Ernst, daß Franky oder Haselsteiner uneigennützige Philantropen sind oder Raiffeisen die abgehalfterten Politiker aus caritativen Motiven füttert?

    • fewe (kein Partner)
      01. Juni 2015 14:06

      Ja, sehr ehrliche Worte, aber peinlich. So handelt kein Mann, sorry. Auch wenn das politisch nicht korrekt ist und sich jeder wie eine Memme wie in einem Dreigroschen-Roman aufführen muss. Es ist höchst illoyal gegenüber Stronach und gegenüber der Partei. Kein Wähler will sowas wählen.

      Wenn jemand nicht einmal einen internen Konflikt intern lösen kann, möchte ich nicht wissen, was da los ist wenn es einmal ein wirkliches Problem geben sollte. Wo weint er sich dann aus?

      Dr. Vetter mag ein sehr guter Anwalt sein, aber als Politiker scheint er mir nicht wirklich geeignet.

    • blem-blem
      02. Juni 2015 13:30

      @ Sensenmann:

      Österreich braucht endlich ganz andere Leute, die auf niemandes Payroll stehen!

      Was ist denn das für ein Schwachsinn?

      Jeder Abgeordnete steht ex lege auf der Payroll des politisch-administrativen Apparates - manche ihr Leben lang, so dass für sie Versorgungsposten nach Ablauf der politischen Karriere gefunden werden müssen - etwa bei der Korruptionsakademie, dem Umweltbundesamt, der SVA, oder in welchem Apparat auch immer, einschl systemnaher Bankinstitute.

      Hinzu kommt noch die verdeckte Payroll des ORF, der Sendezeit spendet, der Qualitätsmedien, die alle am staatlichen Geben und Nehmen teilhaben, des ÖGB, der Arbeiterkammer - welche letztere eifrig die Trommel rühren für ihre Lieblinge, und dergleichen mehr ...

  14. F.V. (kein Partner)
    31. Mai 2015 22:13

    Ich halte die Dämokratur für eine ziemlich ungeeignete Form ein Gemeniwesen vernünftig zu führen und Entscheidungen von Gewicht zu treffen.

    Wenn statt weniger Unfähiger sehr viele derselben Qualität zusammen einen Beschluß fassen, wird der natürlich nicht besser.

    Nur in manchen Fragen haben die Massen doch zutreffende Instinkte: daß sie einem, von einem Milliardär zusammengekauften Haufen von politischen Jobhoppern nicht trauen sollten.

    Das zeigte die jüngste Landtags-Wahl.

  15. Politicus1
    31. Mai 2015 21:40

    Wenig erfreulich - aber ehrlich! Chapeau!





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