Die überlieferte Messe – Rezension zu einem umkämpften Thema

Lesezeit: 9:30

Wie vor einigen Wochen anlässlich der Rezension eines kritischen Buches zum Zweiten Vatikanischen Konzil auf diesem Tagebuch aufgrund der Leserzahlen und der Subkommentare ersichtlich geworden ist, werden religiöse und theologische Themen hier mit erheblichem Interesse aufgenommen.

Was das letzte Konzil und seine Auswirkungen betrifft, so besteht offensichtlich ein großes Unbehagen. Viele haben das Gefühl, dass mit dem Konzil etwas Entscheidendes verlorengegangen ist. Noch stärker ist das vermutlich der Fall bei der sogenannten „Liturgiereform“. Das Terrain ist ein Minenfeld. Zum diesem Thema erschien vor wenigen Monaten bereits die dritte Auflage eines bahnbrechenden Buches von 2011: Michael Fiedrowicz, Die überlieferte Messe – Geschichte, Gestalt, Theologie.

Dazu hier etwas ausführlicher – und passend zum Beginn der vorösterlichen Fasten- und Besinnungszeit.

Eine Vorbemerkung

Ich bin mir dessen bewusst, dass man in der Behandlung eines sakralen Themas bei manchen Lesern auch „Perlen vor die Säue“ wirft, wie es in der Bergpredigt heißt - also, dass man das nicht tun soll (Mt 7,6). Diese Anweisung bestätigende Stänkereien tauchen im Forum ja immer wieder auf. Ich kann damit gut leben.

Denn die große Mehrheit der Leserschaft nimmt ein solches Thema eben mit Interesse auf und ich will es dieser nicht vorenthalten.

Andererseits zeigen mir gerade solche Reaktionen, dass ein katholisches Thema dem Spötter ganz offensichtlich nicht egal ist. Wer mit Spott reagiert, zeigt, dass er im Innersten angesprochen ist, vielleicht sogar mit uneingestandenem Angezogensein. Daher ergeht diesmal die Spezialeinladung an genau diese Leser, die folgenden Ausführungen gut auf sich wirken zu lassen und dann in aller Unbefangenheit nach Herzenslust zu kommentieren.

Der Autor und sein Ansatz

Michael Fiedrowicz, geb. 1957 in Berlin, ist Priester des Erzbistums Berlin, Theologe, Philosoph und Philologe und derzeit Lehrstuhlinhaber für Kirchengeschichte, Patrologie und Christliche Archäologie an der Universität Trier.

Er ist offensichtlich gläubiger Katholik.

Darauf würde ich heute nicht bei jedem Priester wetten. Schon gar nicht bei einem Theologieprofessor.

Er greift die im Gefolge des Konzils unterbrochene Tradition wieder auf und wendet sich dem zu, was von den Anfängen der Kirche bis 1969 gegolten hat. Er nähert sich dem Ehrfurchtgebietenden mit Ehrfurcht und hebt sich so wohltuend von gewissen Pseudo-Theologen ab, deren Name Legion ist.

Er bekennt sich damit auch zum hermeneutischen Grundsatz des hl. Augustinus, demgemäß man sich heilige Texte nicht von denjenigen erklären lassen darf, „die ihren Verfassern aus irgendeinem Grunde den erbittertsten Kampf angesagt haben“ (10). (Für unheilige, lügenhafte Texte wäre natürlich der gegenteilige Ansatz erforderlich.)

Das Buch wird von der Einsicht getragen, dass der volle Glaube nur in der traditionellen Liturgie bewahrt ist: „Unmissverständlich und unverkürzt bekundet die überlieferte Form der Messfeier, was die Kirche glaubt, seit jeher geglaubt hat und stets glauben wird“ (289).

Der Ansatz des Autors besteht also in der Einsicht, dass die wahre Wissenschaft den althergebrachten, katholischen Glauben immer fördert.

Das Buch teilt sich in drei Hauptteile.

Der erste behandelt die Geschichte der Entwicklung von den (historisch greifbaren) Anfängen im 2. und 3. Jahrhundert bis zu den (sehr behutsamen) Reformen („in die rechte Form zurückbringen“) des römischen Messbuchs 1570 und später (zuletzt 1962).

In der Konfusion unserer Zeit ist derjenige Unterabschnitt von größter Bedeutung, der ganz bescheiden mit „Terminologie“ betitelt ist. Er klärt präzise die Ausdrücke „Alte Messe“, „Tridentinische Messe“, „usus antiquior“ und dergleichen und deckt deren allfällige ideologische Implikationen auf.

Bei der Darstellung der lückenlosen Entwicklung der Liturgie von den Aposteln bis zur Zeit des Konzils wird auch gleichzeitig eine heute allgegenwärtige Propagandalüge widerlegt:

Der klassische römische Messritus hat sich in seinem Kernbestand über 1500 Jahre organisch und kontinuierlich entfaltet. Seine fortdauernde Lebenskraft zeigte sich nicht zuletzt darin, dass noch am Vorabend des Vatikanum II tiefgreifende Veränderungen der Liturgie weder vom Kirchenvolk noch vom Pfarrklerus oder von den Bischöfen verlangt wurden“ (63).

Der zweite Hauptteil behandelt in der Tradition älterer Messerklärungen detailreich die Gestalt der Messe und ihrer Teile, sowie den Aufbau des Kirchenjahres und Fragen der Gebetsrichtung, der Sakralsprache und von Ritualität und Sakralität im allgemeinen.

Sehr prägnant etwa Grundsätzliches zur Sakralsprache:

Die Forderung nach einer verständlichen Volkssprache verkennt zudem, dass sich in der hl. Messe unaussprechliche Geheimnisse vollziehen, die kein Mensch vollkommen verstehen kann. (…) Dagegen täuscht die Umgangssprache eine Verständlichkeit vor, die in dieser Weise gar nicht gegeben ist“ (162).

Überaus wertvoll ist auch der subtile Abschnitt über den Reichtum der liturgischen Symbolik und deren Herkunft (204ff.). Wir lernen aus ihm, dass jeder („rationalistische“) Versuch, die Geltung symbolischer Handlungen auf deren historische Genese zu reduzieren, ein Irrtum ist.

Der dritte Hauptteil geht auf die theologischen Implikationen der Messe ein, da die Liturgie „gefeiertes Dogma“ ist (was auch sonst?). Darlegungen zum theologischen Gehalt der Lesungen, des Offertoriums und des Römischen Kanon gehören somit zur Kernthematik des Buches.

Das ganze Buch wird durch die Betrachtungen zum Grundsatz lex orandi – lex credendi resümiert: „Die überlieferte Messe ist der in Jahrhunderten geformte Ausdruck und bewährte Garant dieses unversehrten Wissens der Gottesverehrung“ (293).

Tiefe Verwirrung bezüglich der „Abschaffung“ der Alten Messe

Interessant ist die Feststellung des Autors, dass das römische Messbuch nirgendwo ausdrücklich abrogiert wurde. Auch Papst Paul VI. hat offenbar keinen derartigen Rechtsakt gesetzt. Darum konnte Benedikt XVI. 2007 feststellen, dass die „Alte Messe“ niemals abgeschafft war. Viele, die die „Liturgiereform“ noch miterlebt haben, werden diese Aussage als Hohn empfunden haben, da ja die kirchlichen Autoritäten den klassischen Messritus tatsächlich verboten und traditionstreue Gläubige und Priester massiv schikaniert hatten, letztere bis zum Verlust ihrer Anstellung. Geschah also die „Liturgiereform“ von 1969/70 ohne tragfähige Rechtsgrundlage? So sieht es aus.

Warum eine neue Bibelversion? - Kämpfe hinter den Kulissen

Von großer Tragweite ist im Zusammenhang mit den Bibelübersetzungen des Missale Romanum der Hinweis des Autors auf die kirchliche Bevorzugung der Septuaginta, der im dritten vorchristlichen Jahrhundert entstandenen griechischen Übersetzung der Hebräischen Bibel, gegenüber dem viel späteren rabbinisch-masoretischen hebräischen Text.

Die Septuaginta spiegelt in der Auffassung des Autors (und übrigens auch von Papst Benedikt XVI.) „ein fortgeschrittenes Offenbarungsstadium wider“, „das eine ausgeprägte Messias-Erwartung, eine universale Heilsperspektive sowie eine vertiefte Eschatologie bzw. Auferstehungshoffnung besaß und daher eine Art ‚Vorbereitung des Evangeliums’ darstellte. (…) Vielfach lässt allein der Wortlaut der Septuaginta verstehen, warum und in welchem Sinne die Kirche einen bestimmten Text rezipiert und interpretiert hat. Nicht selten bildet gerade die Abweichung vom hebräischen Text den Grund für Verwendung eines Psalms an einer bestimmten Stelle der Liturgie“ (173f).

Es wäre lohnend, der Frage nachzugehen, warum um alles in der Welt die nachkonziliare Kirche in der neuen lateinischen Version von Bibel und Brevier den überlieferten Text geändert und sich an der masoretischen Textversion der „mittelalterlichen“ Rabbiner zulasten der Septuaginta (und der vom Konzil von Trient als „authentisch“ definierten Vulgata) orientiert hat. Diese bedeutungsschwere Änderung betrifft auch und besonders die aus der Liturgie bekannten und vertrauten Verse.

Offenbar wollte man hier bewusst die Kontinuität brechen.

Warum?

Der Rückgriff auf den Text der Masoreten (von daher im deutschen Sprachraum die problematische Einheitsübersetzung) schwächt das Verheißungs-/Erfüllungsschema, also die Kontinuität zwischen Altem und Neuem Testament, gerade ab. Die Frage ist ja, was im ursprünglichen hebräischen Text wirklich geschrieben steht. Entgegen oberflächlichem Halbwissen oder ideologischer Voreingenommenheit haben wir diesen Text eben nicht. Wir haben nur den masoretischen Text (Biblia Hebraica Stuttgartensia) und einige Schriftrollen von Qumran, die aber die Septuaginta unterstützen.

Nachdem die Beweislast selbstverständlich der Veränderer trägt, würden wir also die kirchliche Obrigkeit um eine schlüssige Begründung für diese Neuerung ersuchen, zumal sie offenbar keine Verbesserung in Bibelkenntnis und Kirchenbesuch gebracht hat, ganz im Gegenteil. Warum hat man sich nicht an den Grundsatz gehalten: „Leave well enough alone“?

Klar ist, dass die Liturgie ein ideologisches Schlachtfeld ist, und zwar innerhalb wie auch außerhalb der Kirche. Die Einmischung in die Frage der Karfreitagsfürbitte für den „Außerordentlichen Usus“ im Jahr 2008 von jüdischer Seite machte das schlaglichtartig deutlich. Auch das zeigt, wie relevant die Messe von vielen empfunden wird.

Resümee

Das Buch ist ein Fachbuch, was aber nicht bedeutet, dass es nicht popularisierbar wäre. Mit über 900 Fußnoten und fremdsprachigen Zitaten setzt es beim Leser zwar Geläufigkeit in der Lektüre wissenschaftlicher Abhandlungen voraus. Andererseits ist es in gutem und flüssigem Deutsch gehalten, immer interessant und ohne unnötige Komplikationen.

Ein sehr sorgfältig gearbeitetes und umfangreiches Literaturverzeichnis sowie Personen- und Sachregister machen das Werk zum Handbuch und Nachschlagewerk.

Man wird das Buch allen empfehlen können, die gewillt sind, etwas Mühe auf sich zu nehmen, um sich das nötige Wissen über die wahre cultura bzw. den wahren cultus, über die von Gott selbst gestiftete und gewünschte, somit auch dem Menschen angemessene und ihn geistig erfüllende Gottesverehrung, zu verschaffen. Daher ist es auch Nicht-Glaubenden und Suchenden zu empfehlen, sowie nicht-katholischen Christen, die meist völlig falsche Vorstellungen zum gegenständlichen Thema haben.

Schließlich sei es den österreichischen Bischöfen ans Herz gelegt, in deren Diözesen Trivialisierung, Liturgiemissbrauch und nackte Apostasie nicht nur „von selbst“ wuchern, sondern von diözesanen Gruselkabinetten verbreitet und angeordnet werden. Vielleicht findet der eine oder andere Oberhirte doch noch auf den rechten Weg.

Dank und Anerkennung gebühren daher dem Autor, sowie dem Verleger und dem Lektorat, das wiederum hervorragend gearbeitet hat.

Schließlich muss festgehalten werden, dass kirchenoffizielle oder -offiziöse Seiten eine derartige Buchbesprechung erfahrungsgemäß nicht bringen würden. Dank daher auch dem Blogbetreiber, der vieles möglich macht.

Das Schlusswort geben wir dem Autor:

„Mit der klassischen Messe ist es wie mit dem Betreten eines alten Gotteshauses: wer einmal einige Stufen emporgestiegen ist, das schwere Eingangsportal geöffnet hat, d.h. wer trotz mancher Widerstände, Vorbehalte oder sonstiger Schwierigkeiten einen Zugang gesucht hat, wird sich in einem heiligen Raum wiederfinden, der mit dem Ebenmaß seiner Proportionen, mit der Kostbarkeit seiner Materialien, mit der zentralen Stellung von Hochaltar und Tabernakel den Beter einfügt in eine vorgegebene Ordnung, die Halt verleiht, ihn herausführt aus dem Bereich des Profanen und Banalen, um die Nähe des Heiligen verspüren zu lassen, schließlich den Blick zentriert auf den, dem alle Liturgie letztlich gilt, auf Gott, wie er sich im Kreuzesopfer seines Sohnes zu erkennen gibt und im Sakrament des Altares unter den Menschen gegenwärtig bleibt“ (67).

Michael Fiedrowicz, Die überlieferte Messe – Geschichte, Gestalt, Theologie des klassischen römischen Ritus, 3., aktualisierte Auflage, Carthusianus-Verlag, Mühlheim/Mosel 2014 (www.carthusianus.de), 312 S.; 38,- [A]

MMag. Wolfram Schrems, Linz und Wien, katholischer Theologe, Philosoph, kirchlich gesendeter Katechist

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorWalter Höller
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Februar 2015 08:16

    Danke MMag. Schrems und " auch dem Blogbetreiber, der vieles möglich macht".

  2. Ausgezeichneter KommentatorCollector
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Februar 2015 11:43

    Ein paar bedenkenswerte Sätze zu dem von Schrems angesprochenen „Bruch der Kontinuität“.

    "Es gibt genug Licht für die, welche sehen wollen, und genug Dunkel, für die, welche nicht sehen wollen" (Blaise Pascal). Das gilt wohl auch für die Interpretation des Zweiten Vatikanums und die liturgischen Änderungen.

    Solche Änderungen hängen mit der „Genesis des Antisemitismus“ (Jules Isaac, 1969) zusammen.

    Wie in allen christlichen Reformbewegungen, so war auch der „Jewish influence“ auf das Zweite Vatikanum immens (siehe: Lewis Israel Newman: Jewish Influence on Christian Reform Movements, Princeton 1965).

    "Modernization … is about everyone becoming Jewish" (Yuri Slezkine: The Jewish Century, Princeton 2004).

    DAS ZWEITE VATIKANUM IST AUSFLUß DIESER „modernisierenden“ ENTWICKLUNG. "Christianity is dying in Europe" (Kardinal Schönborn, Washington 2010). "Zuerst muß der Abfall kommen und offenbarwerden der Mensch der Gesetzlosigkeit, der Sohn des Verderbens, der sich über alles erhebt, was Gott heißt ... (2 Thess 2, 3-4).Wir können diese Entwicklung nur mit Demut, Gebet und katechontischer Haltung zur Kenntnis nehmen in der Gewißheit, dass „kein Spatz vom Dache fällt, es sei denn, es ist Gottes Wille“ (Mt 10, 29).


alle Kommentare

  1. Mystiker343 (kein Partner)
    07. März 2015 13:53

    Ein Mensch soll das religiöse Leben haben, wodurch am meisten Krankheiten geheilt werden. Wobei es aber nicht nur um das Heilen von Krankheiten geht. Es geht auch darum, Erfahrungen der Liebe Gottes zu machen. Kein Mensch soll deswegen Mitglied in der Kirche sein, weil die Kirche angeblich der "Leib Christi" ist. Abstrakte Vorstellungen dürfen keine Macht über die Menschen haben. Man muss auch nicht unbedingt Mitglied in einer religiösen Organisation sein, sondern kann auch religiöse Kurse absolvieren. Ein Mensch muss seine Willenskraft und Liebe vergrößern; und sich in jeder Hinsicht maximal weiterentwickeln. Und sich dann mit Mystik und Geistheilung (z. B. Traumdeutung) beschäftigen.

  2. Gennadi (kein Partner)
    04. März 2015 00:46

    Welche Art von Messen Katholiken zelebrieren, interessiert eigentlich nur Katholiken. Christen haben andere Ansichten darüber.

  3. Segestes (kein Partner)
    27. Februar 2015 21:28

    Die "klassische Messe" ist jene, die die Urchristen noch ungezwungen in Privathäusern feierten.
    Was danach, unter Konstantin dem Großen und Theodosius I kam, war die Verstaatlichung und somit Verweltlichung des Glaubens. Jesus würde sich im Angesicht dessen wohl im Grabe umdrehen - wäre er diesem nicht angeblich entstiegen ^^

    • F.V. (kein Partner)
      28. Februar 2015 10:03

      Es ist eigentlich amüsant, was Nicht-Christen, Atheisten oder sonstige Desinteressierte über Religion und Glaubensfragen uns zu erzählen haben.

      Daß Segestes in die obigen Kategorien fällt zeigt unzweifelhaft ein kleines Wörtchen an: „angeblich“.

      Er kann natürlich sagen was er will, aber es hat doch in Wahrheit keinen Wert. Das müßte er im Grunde selbst wissen; aber warum schwätzt er dann?

    • Norbert Reis (kein Partner)
      28. Februar 2015 12:40

      Die "klassische Messe" war die, die Jesus und seine Jünger bis zum Ausschluß durch das jüdische Konzil von Jabne gefeiert haben, nämlich die Teilnahme am jüdischen Gottesdienst in der Synagoge. Jesus und die Apostel, auch Paulus, waren Juden, haben in der Synagoge gebetet und gelehrt. Nach dem Ausschluß aus der Synagoge haben die Christen dann "Hausmessen" gefeiert und dann nach Ende der Christenverfolgung erfolgte die "Romanisierung" der Messe mit Latein (das Jesus nicht gesprochen hat) und der Übernahme von den damaligen Menschen vertrauten Riten aus der kaiserlichen Hof- und Priesterzeremoniell in die kirchliche Liturgie. Liturgie ist kein Museum altrömischen Glaubens, sondern soll die un

    • Segestes (kein Partner)
      28. Februar 2015 14:19

      @F.V. In einer freien Gesellschaft sollte man auch als Agnostiker seine Meinung zu Religionen äußern dürfen. Sei es nun Christentum, Islam oder dieser bemerkenswerte Kult, bei dem die Anhänger ein Nudelsieb auf dem Kopf tragen.
      Das beeinträchtigt dich in deiner Obrigkeitsgläubigkeit in keinster Weise. Bei euch Katechismus-Fetischisten muss ich allerdings immer an Matthäus 15,7 denken: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber sein Herz ist fern von mir.

      @Norbert Reis:
      Richtig, aber Gottesdienste in Privathäusern gab es auch schon vor Jabne und dem berüchtigten Achtzehnbittengebet. Wohl primär von Christen nicht jüdischer Herkunft abgehalten, die in Synagogen ohnehin keinen Platz hatten. Siehe etwa die Reste eines Kreuzes in einem Haus in Herculaneum.

    • F.V. (kein Partner)
      28. Februar 2015 17:05

      Segestes,

      ich kann mich nicht erinnern Ihnen das Quatschen „verboten“ zu haben; im Gegenteil, aber ich erlaubte mir Ihr Gequatsche als leeres Stroh anzuqualifizieren.

      Weil ich aber heute gut aufgelegt bin, darf ich mich für die Erweiterung der deutschen Sprache herzlich bedanken: kein, keiner am kneisten. – Gleich der Duden-Redaktion melden!

    • Segestes (kein Partner)
      28. Februar 2015 21:27

      Aha, "anzuqualifizieren".
      Das bitte auch gleich der Duden-Redaktion melden.
      :)

    • F.V. (kein Partner)
      01. März 2015 20:30

      Sie sind auch noch ein Erbsenzähler; Sie werden doch den Unterschied zwischen einem Tippfehler und Ihren Wortschöpfungen bemerkt haben?

    • cmh (kein Partner)
      03. März 2015 20:13

      Bei Segestes darf man sich nie sicher sein. Das hat er mit den Hofnarren so gemeinsam. Eine Wahrheit oder eine gute Ansicht da, kompletter Holler wieder einmal dort und hin und wieder einmal eine gesunde Inkontinenz. Lassen wir ihn halt.

      Erschütternd ist nur die Unbekümmertheit, mit der Atheisten über das Christentum so fern ab jeglicher Sachkenntnis zu schwadronieren pflegen. Da hat F.V. ganz recht. Man kann da nie ganz sicher sein, ob man erklären soll oder ob jedes weitere Wort vor die Säue geworgen ist.

  4. F.V. (kein Partner)
    • F.V. (kein Partner)
      26. Februar 2015 20:00

      Das von Mag. Schrems kürzlich besprochene Buch über das Zweite Vatikanische Konzil habe ich eben zu Ende gelesen. Hier findet sich ein umfangreiches Kapitel über die Liturgie, das dem Laien erst bewußt macht, welchen zentralen Stellenwert sie hat.

      Selbst dem nicht allzu aktiven Katholiken sind die unerhörten Änderungen der hl. Messe – meist befremdlich – aufgestoßen. Das fing an mit dem „Volksaltar“, der aus dem Priester quasi einen Vorsitzenden und Moderator der Gemeinde machte, indem er sich anscheinend nicht mehr dem eigentlichen Zweck, der Anbetung Gottes, widmete, sondern dem Allerheiligsten – wie symbolisch - den Rücken zuwendete.

      Die Kirchenmusik, bis dato die Gregorianische, an di

    • F.V. (kein Partner)
      26. Februar 2015 20:01

      ...die Liturgie angepaßt, wurde durch meist banale Gesänge und Melodien ersetzt: Tschingel-Bell oder noch ärgere Formen, wie Rock-„Musik“ und Klampfen-Schlagen, oder – wie Gherardini in seinem Buch mit Entsetzen anmerkte – mit afrikanischer „Folklore“ im Vatikan selbst im Beisein des Papstes. Er stellte auch fest, daß die neue Liturgie gegen die Musik entstand, wie zahllose weitere Beispiele, die eigentlich für den „normalen“ Katholiken einen Bruch der Tradition darstellen.

      Dabei ist – wohl wenigen bekannt – daß in der Konst. über die Liturgie sowohl Latein, vorbehaltlich partikularer Rechtsbestimmungen, in den lateinischen Riten erhalten bleiben soll. Solche Riten, für die als Regel die Kontinuität der lateinischen Sprache vorgesehen ist, werden dann in Art. 113 präzisiert, der auf art. 54 für die Messe verweist, auf Art. 63 für die Sakramente, auf Art. 101 für das Stundengebet. Man verfügt sogar, daß die Gläubigen die ihnen zukommenden Partien des Ordinarium der Messe auch in lateinischer Sprache gemeinsam sprechen und singen können.

      Die diesbezügliche Nachdrücklichkeit kann nicht unterschätzt werden ....

      Was die Sprache angeht, die verwendet werden soll, sei es gut, wenn der Ordinarius sich gegebenenfalls mit den Bischöfen der angrenzenden Gebiete beraten würde, bevor er bezüglich der Zulassung und Ausbreitung der Volkssprache eine Entscheidung fällt. Solche Entscheidungen müssen dann vom Heiligen Stuhl akzeptiert, d. h. bestätigt werden.

      Usw. – Wie anders wurde und wird das aber von den Modernisten gehandhabt!

      Wen wundert es daher, daß Erzbischof Lefebvre hier einen Verrat an der seit 2000 Jahren geltenden Lehre sah?

  5. Perlensau (kein Partner)
    26. Februar 2015 18:52

    Ich bin wohl eine dieser Säue und nehme das gerne als Kompliment auf. Faszinierend finde ich das Thema allemal, vor allem wenn man darüber nachdenkt, dass sich jemand so verbissen mit einem Fantasiekonstrukt beschäftigt. Es ist ähnlich faszinierend wie irgendwelche Cargo-Kulte. Sehr spannende Einblicke in die Irrationalität - danke dafür!

    • Karl Martell (kein Partner)
      02. März 2015 15:07

      @ Perlensau

      Nun ja, bei den säkularen Ablegern der Irrationalität, wie z.B. Massendemokratie als Maske der Plutokratie, Sozialismus, Kommunismus, Klimawahn, Politische Korrektheit, Antirassismus, Fremdenliebe, Verleugnung des Eigenen, Länder durch Bombadierungen demokratisieren, Freihandel (ihr Arbeitsplatz ist "frei" nach China zu gehen), usw. gibt es auch spannende Einblicke in den Wahn von Ersatzreligionen.

  6. Ein wichtiger Pfarrgemeinderat (kein Partner)
    26. Februar 2015 15:14

    The „New Church Order“

    http://www.kreuz-net.at/index.php?id=397

    Die „New Church Order“ (NCO) macht sich innerkirchlich bemerkbar im Gedeihen des innerkirchlich-homosexuellen Kindesmißbrauchs und diverser Priesteropfer-Kommissionen, in der bewußten Zerstörung des katholischen Traditionsprinzips, in der Vernichtung des Friedens innerhalb der Kirche, in einer ausgesprochen flapsigen Liturgie (so manche NCO-Liturgie hätte wohl auch beim „Eurovision Song Contest“ gute Chancen auf den Sieg) und in der gezielten Verfolgung traditionsbewußter Orden, Bischöfe, Priester und Gläubiger durch Funktionäre der „New Church Order“.

  7. Collector
    25. Februar 2015 11:43

    Ein paar bedenkenswerte Sätze zu dem von Schrems angesprochenen „Bruch der Kontinuität“.

    "Es gibt genug Licht für die, welche sehen wollen, und genug Dunkel, für die, welche nicht sehen wollen" (Blaise Pascal). Das gilt wohl auch für die Interpretation des Zweiten Vatikanums und die liturgischen Änderungen.

    Solche Änderungen hängen mit der „Genesis des Antisemitismus“ (Jules Isaac, 1969) zusammen.

    Wie in allen christlichen Reformbewegungen, so war auch der „Jewish influence“ auf das Zweite Vatikanum immens (siehe: Lewis Israel Newman: Jewish Influence on Christian Reform Movements, Princeton 1965).

    "Modernization … is about everyone becoming Jewish" (Yuri Slezkine: The Jewish Century, Princeton 2004).

    DAS ZWEITE VATIKANUM IST AUSFLUß DIESER „modernisierenden“ ENTWICKLUNG. "Christianity is dying in Europe" (Kardinal Schönborn, Washington 2010). "Zuerst muß der Abfall kommen und offenbarwerden der Mensch der Gesetzlosigkeit, der Sohn des Verderbens, der sich über alles erhebt, was Gott heißt ... (2 Thess 2, 3-4).Wir können diese Entwicklung nur mit Demut, Gebet und katechontischer Haltung zur Kenntnis nehmen in der Gewißheit, dass „kein Spatz vom Dache fällt, es sei denn, es ist Gottes Wille“ (Mt 10, 29).

  8. Rikdag
    24. Februar 2015 21:26

    Kirchlich gesendeter Katechet ist Herr Fiedrowicz mit Sicherheit nicht.

  9. Le Monde
    24. Februar 2015 14:19

    Ich verlasse mich da auf das Matthäusevangelium:

    "Tu es Petrus, et super hanc petram
    Aedificabo Ecclesiam meam,
    Et portae inferi non praevalebunt adversus eam:
    Et tibi dabo claves
    Regni coelorum.
    Quodcumque ligaveris super terram,
    Erit ligatum et in coelis;
    Et quodcumque solveris super terram
    Erit solutum et in coelis."

  10. Rikdag
    24. Februar 2015 13:14

    Zunächst muß festgestellt werden, daß es grundfalsch ist, zu behaupten, die Tradition der hl. Kirche können "unterbrochen" werden, um dann irgendwann wieder einmal aufgenommen zu werden. Dies ist genauso falsch wie die Idee, das Leben könne unterbrochen werden und dann irgendwann einmal weiter gehen.

    Wenn die Kontinuität unterbrochen wird, dann nicht in der Kirche, sondern in Sekten und Sondergemeinschaften, wie der Sekte des 2. Vatikanums. Hier dient die Unterbrechung der Tradition der Schwächung und schließlich Zerstörung der kirchlichen Lehre - ganz genau so wie im Protestantismus.

    Es ist verbindliche Lehre der Katholischen Kirche, daß die hl. Kirche die Tradition ununterbrochen bewahren wird, bis auf die Wiederkunft Christi. Insofern kann man die Ausführungen von Herrn Fiedrowicz auch nicht als katholisch anerkennen. Er dürfte zur vom katholischen Glauben abgefallenen Gemeinschaft des "Pastoralkonzils" gehlören.

  11. Walter Höller
    24. Februar 2015 08:16

    Danke MMag. Schrems und " auch dem Blogbetreiber, der vieles möglich macht".

    • Fliegende Holländer (kein Partner)
      26. Februar 2015 15:37

      Spätestens seit der Unterbergschen Kriegshetze gegen Russland, wissen wir, wer der wahre Blogbetreiber ist. Unterberger ist nur das Sprachrohr des US-imperialistischen Weltkriegs.

    • Trollwatsch (kein Partner)
      03. März 2015 20:15

      Ahoi Fliegender Holländer!

      Wie segelt man eigentlich gegen den Wind ohne Kreuzen? Ist dein Seelenverkäufer eigentlich die Black Pearl? Muss man dazu tot sein?





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