Geiz ist nicht nur bei Billig-Airlines nicht geil, sondern auch im hochsensiblen Bereich des Lehrerdienstrechts

Lesezeit: 6:30

Von den involvierten Politikern wird der „Durchbruch“ im neuen Dienstrecht bereits herbeigeredet. Noch schnell vor der Wahl soll alles über die Bühne gehen. Jede Regierungspartei will sich den Erfolg auf die Fahnen heften. Die hohe Zahl der nun in relativ kurzen Abständen stattfindenden Verhandlungsrunden soll den öffentlichen Druck erhöhen und den Eindruck vermitteln, dass die Politik den Gewerkschaften ohnehin schon stark entgegengekommen sei. Nun müsse man doch endlich zum Abschluss kommen! Sonst habe der Kanzler durchaus Recht, wenn er über die Gewerkschaft „drüberfahre“, weil nichts weitergeht!

Was an Fakten medial durchdringt, klingt ja im Grunde nicht so arg: ein bisschen mehr unterrichten, dafür höhere Einstiegsgehälter! Warum zieren sich die Lehrer, vor allem die AHS-Professoren, bloß so?

Für mich sind die Pläne der Bildungsministerin jedoch nicht nur als AHS-Direktorin, sondern auch als stellvertretende Vorsitzende der „Bildungsplattform Leistung & Vielfalt“ und Bundesobfrau der VCL alles andere als harmlos, ja geradezu eine gefährliche Drohung!

Sehen Sie als Fluggast eine Qualitätsoffensive darin, dass Billig-Airlines ihre Flugbegleiter ausbeuten, indem sie diese nur mehr für die Zeit bezahlen, die sie an Bord – also in der Luft – verbringen? Ähnliches wird nach den Schmiedschen Plänen bald für Lehrer gelten – mit massiven Auswirkungen auf die Schüler und damit Eltern.

Qualitätsoffensive durch ein neues Lehrerdienstrecht? Fehlanzeige! Das neue Dienstrecht wird die Bildungschancen unserer Kinder gefährden!

Der Vergleich mit den Billig-Fluglinien ist durchaus nicht an den Haaren herbeigezogen: Was in Zukunft für Lehrkräfte zählen soll, ist die reine Unterrichtszeit. Schon bisher waren viele Aufgaben in die Lehrverpflichtung inkludiert, doch in Zukunft sollen ALLE über das Unterrichten hinausgehenden Aufgaben sozusagen „all inclusive“ sein – und das noch dazu bei einer deutlich erhöhten Unterrichtsverpflichtung!

Das bedeutet nicht nur, dass es in Zukunft an den höheren Schulen keine Mini-Abgeltungen für Zusatzaufgaben mehr geben wird (wie für Bildungsberatung, Durchführung der Schulbuchaktion, EDV-Betreuung und Instandhaltung aller audiovisuellen Medien sowie der Ausstattung der Chemie-, Physik-, Biologie- und Werksäle, Begleitung bei Schikursen und Sprachreisen etc., um nur einige wenige zu nennen). Nein: Auch die aus keiner Schule wegzudenkenden Administratoren sind im neuen Dienstrecht nicht mehr vorgesehen, da für Schmied offensichtlich überflüssig. Diese Lehrer sind an höheren Schulen mit mindestens acht Klassen sozusagen die „rechte Hand“ der Direktion und nicht bloß zur verwaltungsmäßigen Unterstützung eingesetzt. Vielmehr sind sie Ansprechpartner in sämtlichen organisatorischen und vielen pädagogischen Bereichen.

Sie erledigen z. B. die administrative Umsetzung der Diensteinteilung und sorgen für Stundenplan und Vertretungsplanung, arbeiten sich jährlich wieder in neue komplizierte Verwaltungsprogramme ein. Sie halten so den Schulleitern den Rücken frei für ihre ohnehin an Umfang kaum zu überbietenden Aufgaben, vor allem, aber nicht nur für die pädagogische Leitung der Schule mit all den vielen Facetten: Beratung von Lehrern, Personalentwicklung, Kommunikation mit allen Schulpartnern, Schul- und Unterrichtsentwicklung, Leitung und Gestaltung des schulischen Lebens, Öffentlichkeitsarbeit, Evaluation der Ergebnisse, Krisenmanagement, Gebäudeverwaltung etc. etc.

Schon die OECD-weit durchgeführte so genannte TALIS-Studie[1] (2008; die Teilnahme an der Folgestudie hat das Ministerium aus unerklärlichen oder vielleicht gerade deshalb verständlichen Gründen ja abgesagt, wie vor kurzem bekannt wurde[2]) hat gezeigt, dass den Schulleitern in Österreich ob der vielen Verwaltungsaufgaben zu wenig Zeit für die pädagogischen Führungsaufgaben bleibt. Und nun sollen sie auch mit den Verwaltungsaufgaben völlig allein gelassen werden?

Nach den Plänen von Schmied sind Administratoren in Zukunft obsolet und es obliegt künftig den Schulleitern, ausgesuchte Kollegen ohne Bezahlung dazu zu „motivieren“, die Administratorenaufgabe ebenso zu übernehmen wie die vielen kleinen Zusatzaufgaben, die essentiell zum Gelingen von Schule beitragen und das Klima einer Schule entscheidend prägen. Da ist es auch wenig hilfreich, wenn stattdessen in besonders großen Schulen Postbeamte ohne Kenntnis von Schulorganisation als administrative Unterstützung zum Einsatz kommen – 150 Personen für 5900 Schulen in ganz Österreich.

Gar nicht auszudenken, wenn in Zukunft nur noch Dienst bzw. Unterricht nach Vorschrift gemacht werden kann, weil die Kollegen unter der zeitlichen Belastung durch die Übernahme von zusätzlichen Klassen zusammenzubrechen drohen. Mehr Klassen bedeuten nämlich mehr Schüler, zu denen sie eine Beziehung aufbauen müssen, auf die sie möglichst individuell eingehen und die sie auf die neue Zentralmatura vorbereiten müssen, und mehr Eltern, die sie beraten sollen.

Ich möchte mir als Direktorin jedenfalls sicher nicht den Vorwurf machen müssen, dass ich meine Lehrkräfte ausbeute und ins Burnout treibe. Ich möchte aber auch nicht Direktorin einer Schule sein, die ihren bisher ausgezeichneten Ruf zu verlieren droht, weil sie nicht mehr wie bisher auf das vielfältige Engagement der Professoren zählen kann! Da werde ich doch lieber wieder eine engagierte Lehrerin, womöglich – wie viele meiner Kollegen jetzt schon – mit reduzierter Lehrverpflichtung und unter Einkommensverlusten. Denn ich will gute Arbeit leiten und das wäre mir als Sprachlehrerin bei einer Arbeitszeiterhöhung von mehr als einem Drittel nicht möglich!

Ein Dilemma für alle Schulleiter Österreichs, wenn das Dienstrecht nach dem momentanen Plan der Politik verändert wird – ohne Rücksicht auf all das, was die anspruchsvolle Arbeit von Lehrer tatsächlich ausmacht.

Was bei Billigairlines massiv zu Lasten der Qualität und der Mitarbeiterzufriedenheit geht, wird das vorliegende Dienstrecht auch im Bereich der Bildung tun: Geiz ist nirgends geil!

Da bin ich doch sehr gespannt, wer in Zukunft den Beruf eines Schuldirektors oder einer Schuldirektorin noch ergreifen wird! Denn schon jetzt findet sich in vielen Bundesländern Österreichs kaum mehr als ein Bewerber bzw. eine Bewerberin für einen frei werdenden Direktionsposten.

(Alle Personenbezeichnungen beziehen sich natürlich auf beide Geschlechter, auch wenn sie der besseren Lesbarkeit wegen in diesem Blog nur in einer Form geschrieben worden sind.)

Mag. Isabella Zins ist stv. Vorsitzende der Bildungsplattform Leistung & Vielfalt (www.bildungsplattform.or.at), Bundesvorsitzende der Vereinigung christlicher Lehrerinnen und Lehrer an höheren Schulen Österreichs (www.vcl-oe.at), Direktorin BORG Mistelbach (www.borgmistelbach.ac.at)


[1] vgl. https://www.bifie.at/buch/1179/8: TALIS steht für „Teaching and Learning International Survey“. TALIS ist die erste internationale Studie, die die Arbeitsbedingungen sowie das Lernumfeld aus der Wahrnehmung von LehrerInnen sowie SchulleiterInnen untersucht. Die Studie wurde von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) initiiert und ist Teil des OECD-Indikatorenprogrammes INES (Indicators of Educational Systems). Mit dieser Studie bietet sich die Gelegenheit, relevante internationale Indikatoren und Analyseergebnisse über die LehrerInnen und SchulleiterInnen sowie deren Bedingungen im Arbeitsumfeld Schule für die Politik bereitzustellen. TALIS ermöglicht den teilnehmenden Ländern, die Rahmenbedingungen ihres Schulumfelds auf Qualität und Effektivität hin zu überprüfen und die Ergebnisse bei bildungspolitischen Entscheidungen zu berücksichtigen. Darüber hinaus liefert TALIS auf Grund der internationalen Anlage einen Einblick in das schulische Arbeitsumfeld anderer Länder, deren Herausforderungen und unterschiedliche politische Herangehensweisen zur effektiven Gestaltung ihres Schulsystems. Organisation von TALIS: An TALIS 2008 haben insgesamt 24 Länder teilgenommen. Davon sind 17 Länder Mitgliedsstaaten der OECD bzw. sind in der EU vertreten. Weitere sieben der teilnehmenden Staaten sind Partnerländer der OECD.

[2] vgl. Eckehard Quin: „Wissentlich zweimal die Unwahrheit“…

(http://quinecke.wordpress.com/2013/07/03/wissentlich-zweimal-die-unwahrheit/) und Julia Neuhauser: Ex-BIFIE-Chefs: Schmied sagte Studie „aus politischen Gründen“ ab (http://diepresse.com/home/bildung/schule/1425779/ExBIFIEChefs_Schmied-sagte-Studie-aus-politischen-Gruenden-ab)

 

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorfokus
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Juli 2013 15:05

    Man kann den Lehrern angesichts dieser Fakten nur raten - WIDERSTAND, WIDERSTAND, WIDERSTAND und die Genossin Schmied mit den eigenen, sozialistischen Waffen schlagen, die da lauten STREIK, STREIK, STREIK (natürlich nach den Ferien!) - solange bis sich eine Wende zum Besseren abzeichnet.
    Ist in einem Wahljahr nicht ganz einfach, aber vielleicht umso wirksamer.

    Bitte, nicht nachgeben - es geht schließlich um die (Bildungs-)Zukunft unserer Kinder!

  2. Ausgezeichneter KommentatorMarkus Theiner
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Juli 2013 13:33

    Ein schlechter Lehrer hat bisher schon kaum administrative Aufgaben übernommen. Im Unterricht durften die Schüler jedes Jahr den Stoff von immer gleichen Lehrbüchern oder - wenn man ambitioniert war - Overhead- oder Powerpointfolien abschreiben. Eine fachliche oder pädagogische Betreuung über die Unterrichtszeit hinaus musste man mit der Lupe suchen.
    Bei so einem Lehrer kann man natürlich die Arbeitszeit problemlos erhöhen und bekommt damit zum gleichen Preis mehr qualitativ unverändert schlechten Unterricht.
    Lehrer die ihre Aufgabe ernst nehmen, auf Schüler eingehen und daher außerhalb des Unterrichts noch jede Menge Arbeit zu erledigen haben, die müssen qualitativ das Niveau in Richtung der weniger engagierten Kollegen zurückschrauben.
    Es ist also mal wieder die Nivellierung nach unten.

  3. Ausgezeichneter Kommentatorfxs
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Juli 2013 21:35

    Und nicht vergessen! Die Politiker wollen dass nur die Besten Lehrer werden.
    Und die werden auch gerne etwas länger für das Baccalaureat studieren, das ja an den Pädagogischen Hochschulen 8 Semester dauern soll, wärend in den andern Dünnbrettstudien 6 Semester dafür ausreichen. Und ja natürlich, auch die Volksschullehrer brauchen dringend einen Masterabschluss.

    Nur kosten soll das alles fast nix.

    Dafür dürfen diese Lehrer dann länger in der Klasse stehen, zunehmend sinnlose Verwaltungstätigkeiten erledigen und sich ihre Zeit mit Koordinationsbesprechungen verplempern. Die Neidgenossenschaft sieht ja ohnedies nur die Ferien.

  4. Ausgezeichneter KommentatorFrancois Villon
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    23. Juli 2013 07:38

    Bis zum Beginn der Oberstufe ging es im Gymnasium mit meinen Söhnen ganz gut, dann eine plötzliche und dramatische Verschlechterung. In allen Hauptgegenständen – und in der ganzen Klasse! Wären sie die einzigen gewesen, hätte ich über die bei ihnen liegenden Gründe nachdenken müssen.

    Nach drei Jahren Südafrika an der Deutschen Schule, wo natürlich Afrikaans und Englisch als Staatssprachen unterrichtet wurden, sprachen beide sehr gut – phonetisch, grammatikalisch und mit entsprechendem Wortschatz Englisch (und Afrikaans). Im Gymnasium wurden die Leistungen – plötzlich und von einem auf das andere Jahr – mit 4 bis 5 klassifiziert. Ähnlich in Deutsch, wo der – plötzliche – Wandel von 1 bis 2 sich tendenziell gegen 5 wandelte. Detto in Latein und Mathematik.

    Die schriftlichen Schularbeiten erbrachten übers ganze Jahr einen Notenspiegel bei dem die Hälfte minus eins ein Nichtgenügend (sonst hätte die Arbeit wiederholt werden müssen), der Rest Genügend bis auf zwei bis drei „Ausnahmen“ die sich die restlichen Noten teilten. Meine Beschwerden beim Direktor blieben erfolglos. Als ich auf dem Weg ins Büro gegen Schulschluß einmal in einer ORF-Sendung von einem Sektionschef des Unterrichtsministeriums „Trost“ für genervte Eltern vernahm, ließ ich meiner Sekretärin mit diesem Herrn einen Termin vereinbaren. Ohne daß ich ihm sagte an welcher Schule sich diese Vorkommnisse zutrugen, sagte er mir auf den Kopf zu: Ach, sie sprechen vom BRG ... Ich dürfte wohl nicht der Erste gewesen sein, der sich beschwerte.

    Auf seine Frage, ob er etwas unternehmen solle, bat ich dies zu unterlassen, da ich – zurecht – befürchtete, daß meine Söhne die „Betragensnote“ des Vaters in den Noten der Hauptgegenstände wiederfinden würden. – Der Sektionschef tat aber doch etwas: er ließ sich die Notenspiegel sämtlicher Klassen der letzten Jahre kommen ohne den Anlaß dafür offen zu legen. Die Aufregung an der Schule war immens. Und es dauerte nicht lange, bis die Vermutung wer „ihnen“ das angetan haben könnte, auf mich fiel.

    Das war fast zu erwarten, denn ich hatte, da sich meine Frau weigerte zu den Sprechtagen zu gehen (sie hielt das nervlich nicht aus), mit den betreffenden Lehrern schon länger handfeste Debatten. Den Mathematik-Lehrer (der selbst erst die Sonderschule wegen offensichtlicher „Auffälligkeiten“ besuchte) fragte ich, wie er denn erklären könne, daß die Hälfte (minus eins) Nichtgenügend habe und die andere Hälfte bei Genügend herumkrebse. Seine Antwort: die ganze Klasse sei so dumm. Ich sagte ihm darauf, daß er seinen Job nicht verstanden habe, der sei nämlich: dafür zu sorgen, daß die Dummen hinterher etwas weniger dumm seien, und fügte hinzu, daß in meiner Branche (IT) ein Dozent, der Kunden in der Handhabung der Computer/Software zu unterweisen habe, bereits bei der ersten derartigen Bemerkung sich einen neuen Job suchen müsse.
    Dem Deutschlehrer erklärte ich, daß es nicht auf seinen „Privatgeschmack“ bei Aufsätzen ankomme (orthographische Fehler gab es ja kaum) und er gefälligst die individuellen Fähigkeiten fördern möge und er nicht seinen Hausmeisterstil zur Norm erheben solle.

    Die English-Miss, die selbst ein eher austriakisches Englisch sprach, war so ignorant und wollte partout nicht einsehen, daß beide fliesend und korrektes Englisch sprachen, mit Abstand besser als alle Mitschüler, brachte mich so in Rage, daß ich sie eine alte, vertrocknete M... bezeichnete und dann ging.

    Nun, ich verrate kein Geheimnis, besser wurde es nicht. Aber ich war der Ansicht, daß intelligente und agile Kinder, deren Eltern, Großeltern, Onkeln, Tanten, Cousin und Cousinen überwiegend ein akademisches Studium absolviert hatten, das Gymnasium auch ohne Arschkriecherei schaffen werden. Das taten sie auch, wenngleich es für sie und meine Frau und mich mit einigen Aufregungen und viel Ärger verbunden war.

    Da an der Schule diese Situation allgemein war, sagte ich einmal zum Direktor, daß ich so eine Eselei nicht verstünde, den Ehrgeiz der Schule darin zu sehen, im Vergleich mit anderen Schulen die nach Notenspiegel schlechtesten Schüler zu „produzieren“. Da ich auch der Überzeugung war, daß eine Gauß´sche Verteilung überall in derselben Weise herrsche, wären diese Ergebnisse obendrein objektiv falsch. Dieser Dummkopf hatte das offenbar auch nach dieser meiner Vorhaltung noch immer nicht begriffen.

    Einem Sohn sagte sein Klassenvorstand „er solle sich eine andere Schule suchen, denn es sei beschlossene Sache, daß er an dieser Schule niemals die Matura machen würde“.

    Daß die beiden Söhne sehr tüchtig und erfolgreich im Beruf und dem persönlichen Bereich wurden füge ich nur der Vollständigkeit wegen an.

    Die Selbstdarstellung der Lehrer – die durchaus für immer noch zahlreiche zutreffend sein mag, ist eben nicht die ganze Wahrheit. Was mich übrigens auch immer nervt ist die detaillierte Zergliederung der mit dem Lehrerberuf zusammenhängenden „Nebentätigkeiten“. Als ob das in anderen Berufen nicht auch der Fall wäre. Zum Chemieunterricht gehören nun einmal – bescheidene – Experimente und diese bedingen selbstverständlich das Laboratorium in Ordnung zu halten. Ich erinnere mich zwar daran, daß man sich als Schüler auf die Matura vorbereiten muß, worin diese „Vorbereitung“ aber für einen Lehrer besteht, ist mir nicht nachvollziehbar. Würde man in jedem Beruf das Aufgabenspektrum so aufgliedern, wie dies Lehrer immer tun, wenn sie ihre besondere Arbeitsbelastung aufblasen, dann gäbe es Jobbeschreibungen die ganze Bücher füllten. Im Management wird mit einer verbalen Abgeltung der Überstunden im Gehalt die Mehrarbeit erledigt, und es fragt kein Mensch mehr danach, ob die einmal angenommene geringe Überstundenleistung nicht doch ein Vielfaches in der Realität wurde. Die Aufgaben müssen erledigt und die Ziele erfüllt werden.

    Wenn die Lehrer diese Erbsenzählerei weiter in derselben Weise betreiben, ist dies kaum anders als bei den Tramway-Fahrern in Wien, die für die Erleichterung nun nicht mehr auf den Verkehr auf der Straße achten zu müssen weil die Trasse unter die Erde verlegt wurde, eine „Tunnel-Zulage“ forderten und bekamen. Was als Ergebnis dieser nicht nachvollziehbaren „Aufwände“ am Ende aber stehen könnte, ist die volle Anwesenheitspflicht in der Schule mit dem in Österreich üblichen 6 Wochen Urlaub, in den auch alle „schulfreien Tage“ als Urlaub einzurechnen sind. Anders ist der kleinkarierten Uneinsichtigkeit wohl nicht beizukommen.

    Daß ein schlechter Lehrer dadurch auch nicht besser wird, ist aber auch mir klar. Einen Mangel an Arbeitsräumen kann ich auch nicht sehen, denn jeder Lehrer kann sich an seinen Schreibtisch in einer Klasse einrichten und die für Vorbereitungen nötigen Utensilien auch dort verwahren. Damit wäre er/sie besser dran, als viele in der „freien Wirtschaft“, denen nicht so viel Platz zugestanden wird.

  5. Ausgezeichneter Kommentatorsocrates
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Juli 2013 18:53

    Die schlechtesten Lehrer sind in der Administration und im Ministerium.
    Die Lehrbücher ändern sich fast jährlich, da die Verlage ein Gesetz untergebracht haben, daß die Bücher immer am letzten Stand sein müssen. Preise und Statistiken ändern sich dauernd. So kann der Schüler sein Buch nicht weitergeben.
    Im Semester gibt es mindestens 5 Konferenzen à 4-7 Stunden, bei Matura viel mehr.
    Das sind ~ 30h/Semester. Dazu 1 Sprechstunde/Woche und 5h Bereitschaft/Woche, also 6 h + 24 h = 30 h/Woche. Zwischen den Unterrichtsstunden gibt es Stundenplan bedingte Löcher, etwa 3h, die jeder normale Betrieb zahlen muß.
    Pro Wandertage hat der Lehrer, mit Vorbereitung und Durchführung, 30h/Semester und braucht eine Versicherung, die er selbst zahlen muß.
    Damit kommt der Lehrer auf ~34h/Woche.
    Wer einen Vortrag halten soll wird merken, daß er sich dazu vorbereiten muß und die Vorbereitung länger als der Vortrag dauert. Bei Lehrern ist es genauso.
    In allen vergleichbaren Ländern dauert die Unterrichtsstunde 45´ bei uns 50´. Das sind 11% mehr, die nicht im Vergleichsgehalt aufscheinen.
    In den Ferien gab es immer schon Fortbildung, wie jeder Lehrer mit seinen Zeugnissen beweisen kann. Zuletzt musste der Lehrer die Kosten selbst zahlen.
    Je weniger die Zeitgenossen wissen, umso mehr Ratschläge bekommen die Lehrer.
    Die ÖBB bekommt gerade höhere Gehälter und geringere Arbeitszeit.
    Die Lehrer sollen dafür und für die veruntreuten 4,5 Mrd von Schmied zahlen.
    Ein Lehrer verdient im neuen Systen 470.000€ weniger, das ist ein Haus. Die Pension wird nach ASVG bezahlt und ist viel geringer. Die ÖBB schneidet weiter, weil rot.

  6. Ausgezeichneter KommentatorObserver
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    23. Juli 2013 12:44

    Seit dieses Thema wieder politisch auf der Tagesordnung steht, vergeht kein Tag, wo nicht Lehrer und Direktoren jammern, dass es ihnen in Zukunft schlechter gehen wird. So wie in vielen anderen Bereichen (Post, Polizei usw.) sind eben die "goldenen Jahre" auch der Lehrer vorbei und sie müssen sich - ähnlich wie in anderen Branchen - eben dem Wettbewerb stellen und auch höhere Anforderungen akzeptieren.

  7. Ausgezeichneter Kommentatorterbuan
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Juli 2013 16:30

    Ich kenne einige Pädagogen aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis.
    Man kann nicht alle über einen Kamm scheren.
    Es gibt darunter einen AHS-Direktor, sein Beruf, sein Arbeitspensum und seine Verantwortung sind kein Honig lecken, der kommt wirklkich dran und ist eingesetzt weiter über die vielfach beneideten vielen Ferientage hinaus.
    Daneben gibt es eine (sehr beliebte) Hauptschullehrerin, die sich wirklich keinen Haxen ausreisst, wie man so schön sagt. Ihre vielen Auslandsreisen verwendet sie für den Geographiunterricht, die kann man wirklich nicht als Unterrichtsvorbereitung qualifizieren. Und im zweiten Fach Mathematik, na ja, in der Hauptschule, keine wirkliche Herkulesaufgabe, wohlgemerkt auf dem Lande, in Wien wäre das etwas Anderes.
    Resümee: Man muß sehr stark diferenzieren in der Beurteilung der Lehrer, ihr Gewerkschaftschef Neugebauer ist dabei leider überhaupt nicht hilfreich.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorfxs
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    22. Juli 2013 21:35

    Und nicht vergessen! Die Politiker wollen dass nur die Besten Lehrer werden.
    Und die werden auch gerne etwas länger für das Baccalaureat studieren, das ja an den Pädagogischen Hochschulen 8 Semester dauern soll, wärend in den andern Dünnbrettstudien 6 Semester dafür ausreichen. Und ja natürlich, auch die Volksschullehrer brauchen dringend einen Masterabschluss.

    Nur kosten soll das alles fast nix.

    Dafür dürfen diese Lehrer dann länger in der Klasse stehen, zunehmend sinnlose Verwaltungstätigkeiten erledigen und sich ihre Zeit mit Koordinationsbesprechungen verplempern. Die Neidgenossenschaft sieht ja ohnedies nur die Ferien.


alle Kommentare

  1. Lavinia (kein Partner)
  2. Tdx (kein Partner)
    21. Januar 2015 15:30

    Brian RobinsonJune 8, 2008I just wanted to say thank ya'll to the three of you, not only is that shit funny as hell but its real too. I live in VA and in soshtuide Norfolk where the disenfranchised like myself live there is 10 check-cashing/money loan places to every bank so good look on shinin some light on a huge problem Get paid for this somehow. Cereal was hilarious too. http://ldltlsyca.com [url=http://ejazjzf.com]ejazjzf[/url ] [link=http://mgestovts.com]mgestovts[/link ]

  3. Thenasier (kein Partner)
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  4. Warda (kein Partner)
    19. Januar 2015 12:58

    A debate on the excitense of a problem will be more popular if we are also debating the choice of which of the available solutions will be most practical and popular. A problem for which there is no practical and popular solution is not something that anybody really wants to talk about.Is there any solution to climate change other than carbon balancing? Is there any way to achieve a climate-benign level of carbon balance than by reducing the rate at which we are releasing fossilized carbon into the atmosphere? I think the answer to both these questions is universally agreed to be No (prophets of carbon sequestration notwithstanding). Even those who have a vested interest in denying that carbon release really is a problem have to agree that, if it is a problem, then there really is only one solution. That is why they deny the problem.So the real debate we need to be having is not about whether there is a problem, but rather about how much we are all, collectively and individually, willing pay to solve it. To let this continue to be a question for individual choice under free market principles, is to choose to do nothing. The rules of competition under which market mechanisms currently operate externalize carbon impacts to the best-fit, least-cost equation: fossil fuels are cheaper, and work better (carbon impacts aside); so according to these rules, there is no other choice. All carbon-balanced options cost more, so fossil fuels are better. The Ancient Greek logicians called this begging the question : better at what? If we do re-write the rules of competition to bring carbon impacts inside the best-fit side of the least-cost equation, costs will go up. Those who want to pretend this is not true, in my opinion, are only hurting their own cause and ours.The debate needs to be not about whether we need to pay a higher price to build and maintain a globally carbon-benign energy supply infrastructure, but about how much higher a price we are willing to pay. Let's stop allowing the debate to be about if , and move to the more serious question of how much .

  5. 3.Tenorhorn (kein Partner)
    30. Juli 2013 21:16

    Bitte nicht nur die Lehrer, auch die Rennfahrer beim Fomel 1 - Rennen soll man nach der genauen Arbeitszeit zahlen! = 1,5 Stunden X Tariflohn der Berufskraftfahrer + eine kleine Gefahrenzulage.

    Hat noch niemand mitbekommen, dass ein Lehrerjob etwas mit Nerven zu tun hat und nicht vergleichbar ist mit mit der Arbeit eines Beamten im Ministerium?

    Übrigends: Eckehart Quin = ein guter Mann!

  6. Martin W. (kein Partner)
    30. Juli 2013 16:14

    Der Unterricht eines Lehrers steht (bis jetzt) immer in einem großen Zusammenhang aus individueller Vorbereitung, Planung, Dokumentation, Korrekturen, Besprechungen mit Kollegen, Schulleiter, Schülern, Eltern, ebenso zusätzlichem Engagement.
    Lehrersein ist nicht mit Anwesenheit allein zu definieren, genausowenig wie für einen Schauspieler die Zeit eines Bühnenauftritts oder für einen Parlamentarier die Zeit der Parlamentssitzungen. Viele Tätigkeiten sind nur an der Schule zu leisten, viele können gar nicht an der Schule geleistet werden, andere können überall gleich gut geleistet werden. Entscheidend ist die Erreichung der Ziele, sind die Ergebnisse. So erwarte ich mir zum Beispiel, dass mein Kind an der Schule etwas lernt und optimal gefördert wird.

    Ich kann verstehen, dass der Dienstgeber sparen will und sparen muss. Sparsamkeit ist Teil des Schulalltags und allgegenwärtig, gehört zu jeder Phase der Schulorganisation selbstverständlich dazu (z. B. in der Frage des Zustandekommens von Unterrichtsstunden). Ich kann auch bis zu einem gewissen Grad verstehen, dass der Dienstgeber für den Unterricht weniger bezahlen will. Es sei nebenbei darauf hingewiesen, dass die Bezahlung in den vergangenen Jahrzehnten ohnehin laufend zurückgeht (durch ständig neue Berechnungsformeln, dieses und jenes unentgeltlich zu verlangen, und durch deutliche Zunahme an Tätigkeiten). Vielleicht ist der Staat auch eines Tages pleite und KANN die Gehälter nicht mehr zahlen bzw. muss sie massiv kürzen.
    Ich habe aber nicht das geringste Verständnis dafür, dass hohe Geldbeträge aus dem Unterrichtsmittelbudget an Medien fließen, damit sie das Bild eines faulen, inkompetenten, minderleistenden Parasiten der Gesellschaft malen, der endlich in den A. getreten gehört. Und die ÖVP lässt sich tatsächlich in die Rolle der Verhinderer einer "sinnvollen Reform" drängen, statt selbstbewusst aufzuzeigen, wofür sie eintritt. Selbstverständlich gehört Lehrerarbeit anständig bezahlt und gehören die besten Leute motiviert, diesen wichtigen Dienst an der Jugend und damit der Zukunft unseres Landes zu leisten.
    Doch wie soll das gehen, wenn man sie als Putzfetzen der Nation behandelt, um sich bei Stammtischwählern besser profilieren zu können?

  7. Pete Sahat
    25. Juli 2013 16:15

    Positiv ist, dass man hier auch die in den Medien weitgehend unbeachtete Sichtweise der Lehrer(-Gewerkschaft) zu lesen bekommt. Bei links-dominierten Gewerkschaften übernehmen die Medien ja fast alle Presseaussendungen eins zu eins..

    Grundsätzlich sympathisiere ich mit den Lehrern, da Frau Kommunalkredit wieder einmal ihre gleichmacherische Ideologie (wir bezahlen allen dasselbe - egal wie sehr sich einzelne engagieren) durchzusetzen versucht. Flachere Gehaltskurven sind zwar positiv zu bewerten, aber ein tropfen auf dem heißen Stein.

    Denn: Es kann in einem staatlich reglementierten Bildungssystem keinen - oder nur unzureichenden - Wettbewerb geben!
    Wenn die Preise (Gehälter) für gute sowie für schlechte Lehrer gleich sind, dann wird sich die qualitätsvolle Lehre nur schwer durchsetzen. Wenn nicht der Kunde (Schüler, Eltern) die in Anspruch genommene Leistung bezahlen darf (bzw. entscheiden darf was ihm die Leistung wert ist), dann wird sich der Wettbewerb und die damit verbundene Effizienz- und Qualitätssteigerung weiterhin in Grenzen halten.

    Wie in allen anderen Branchen gilt auch bei der Bildung: Je freier der Markt - je weniger Staat, je weniger gesetzlich legitimierte Monopolstellungen, desto besser ist die Leistung für den Kunden.

    Es ist kein Wunder, dass diejenigen, die für die Misere verantwortlich sind (wie der leider-nicht-Schilling-Millionär Hannes A.) ihren Nachwuchs von staatlichen Schulen fern halten und in Privatschulen schicken sofern sie es sich leisten können.

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      26. Juli 2013 11:07

      Die Privatschulen sind genauso Teil des gesetzlich legitimierten Monopols, da sie von Staat ja erst ein Öffentlichkeitsrecht bekommen müssen. Eingentliche der am meisten protektionistische Teil des Schulsystems, Wettbewerb auch hier nur äußerst begrenzt.

  8. Lurchi (kein Partner)
    24. Juli 2013 20:57

    AHAHAHAHAHA echt jetzt?

    Eine Sozialistin verlangt mehr Leistung und die christlichen Gewerkschafter stehen ganz sozig auf und protestieren gegen die Schrumpfung ihrer Privilegien. Und wo tun sie das? In einem pseudo-wirtschaftsliberalen Blog.

    Uhh, die Lehrer müssen auch andere Aufgaben als unterrichten wahrnehmen - einfach unglaublich, sowas kennt natürlich kein anderer Arbeitnehmer...

    Sorry liebe Frau Zins, das ist mehr als nur Lächerlich. Ich erkenne die Leistungen von Lehrer voll an, das ist kein einfacher Job aber ihre Argumente sind einfach erbärmlich. Und sowas noch beim "alles privatisieren" Oberguru zu posten, da fehlen mir die Worte, welch seltsame Allianz.

    • socrates
      24. Juli 2013 21:36

      Wieso bekommen die Öbb´ler mehr Geld für weniger Arbeit? Weil sie rot sind!
      Wieso bekommen die Pflichtschullehrer mehr Geld für gleiche Arbeit? Weil sie rot sind.
      Wieso bekommen die Oberstufenlehrer weniger Geld für mehr Arbeit? Weil sie schwarz sind.

    • Martin W. (kein Partner)
      30. Juli 2013 16:29

      Lächerlich ist da eigentlich gar nichts.
      Es hat nur leider wenig Sinn auf einer Pseudo-Sachebene zu diskutieren, wenn der Gesprächspartner davon überzeugt ist, dass er der einzige ist, der in diesem Land etwas hackelt, und nach dem vierten Bier anderen erklärt, wie sie ihre Arbeit machen.

  9. socrates
    24. Juli 2013 10:13

    Viele vertreten hier einmaligerweise den Standpunkt, daß man bessere Leistung durch weniger zahlen erreicht. So vertreibt man die letzten Träger unserer bürgerlichen Kultur.

  10. Schnabeltierfresser (kein Partner)
    23. Juli 2013 23:10

    Was soll bitte der Vergleich mit den Billigairlines? Ich werde zurecht auch nur für die Zeit bezahlt, die ich im Büro verbringe. Soll man Stewardessen in Zukunft auch für die mentale Vorbereitung auf den Flug bezahlen? Die Position ist mit der von Lehrern nicht im geringsten vergleichbar.

    Ansonsten verkappt-sozialistisches Gewäsch der Artikel, Hauptsache, die wohlerworbenen Rechte nicht antasten.

    Lehrer 1800 Stunden in die Schule im Jahr, Durchrechnungszeitraum 12 Monate und fertig. In fast jeder anderen Branche 'bittere' Realität. Aber die dafür notwendigen menschenwürdigen Arbeitsbedingungen interessieren leider Ministerinnen und Gewerkschaft nur sehr am Rande.

    • socrates
      24. Juli 2013 09:17

      Ist Denken wirklich so schwer? Bestellen Sie einmal Br, HN03 H2SO4, K, Na, ......., lassen Siees sich liefern, machen Sie die Prüfung für Giftschein mehrer Klassen, verwahren Sie die Sachen wie es das Gesetz befiehlt, Halten Sie es in Evidenz, schaun Sie wer die Gefahrentransporte bezahlt, wer die Entsorgung bezahlt,.......
      Zum 4.mal: arge-chemie.tsn.at/arge/KUSTOSAufgabenchemiekustos.pdf
      Nix wissen, viel schreiben, ÖBB & Schmied schützen ist nicht sachdienlich.
      In 1050 sind 88,8% der Schüler der deutschen Sprache nicht mächtig. Also gemma Lehrer haun.
      Ein schlechter Lehrer neuen Stils lässt die Schüler im Unterricht das Schulbuch herausnehmen, den Lehrstoff durchlesen und dasWichtigste unterrstreichen. Noten gibt es nur 1 oder 2. Er ist, da die ÖVP ihm nichts nützt, bei der SPÖ und wird Karriere machen. Auf den paßt Ihr Konzept.
      Wo schicken Sie Ihre Kinder (Enkeln) hin? Meine Kollegen: Kath Privatschule, dann Theresianum.

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      24. Juli 2013 14:30

      Und warum sollte der Chemielehrer diese Aufgabe während der 1800 Stunden im Jahr nicht erledigen können? Geht leider nicht aus Ihrem Link hervor.

      Den Zusammenhang mit der ÖBB habe ich auch nicht verstanden, aber dafür war meine Schulbildung vermutlich zu normalsterblich.

    • socrates
      24. Juli 2013 16:05

      Schnabeltierfresser (kein Partner)
      Ihre Schulbildung kann ich nicht beurteilen. Für Streitfälle gibt es die Arbeitsplatzbeschreibung, die genau beurteilt, wer was in welcher Zeit machen kann. Die Arbeiterkammer ist gefordert um zu beurteilen welche Zeit für die Laborantentätigkeit erforderlich ist. Der Lehrer wird sich darüber freuen.
      Die ÖBB, die auch A.U. ansptzicht, ist ein überalteter Defizitbetrieb, langsam und teuer, der gerade mehr Geld bekommt, das bei den Lehrern eingespart wird.
      Wann ma da gebt, so nemm (Öbb), wann ma da nemmt, so schrei (Lehrer). So einfach ist das.

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      24. Juli 2013 22:34

      Sie können ich gerne bei meiner Daumenmalpirechnung korrigieren, aber wenn ein Chemielehrer 36 Wochen im Jahr à 22 Stunden = 800 Stunden unterrichtet, sollte sich in den verbleibenden 1000 auch noch der Kustos ausgehen. Dafür brauche ich wirklich keine Arbeitnehmerzwangsvertretung.

    • socrates
      25. Juli 2013 00:10

      Schnabeltierfresser (kein Partner)
      Es werden 24h x 40 Wochen = 960 Stunden, ein Fehler von 20%, ganz schön.
      Den Versuch vorbereiten und nachher wegräumen dauert noch einmal so lange, macht 1920h.
      Ich lade Sie ein, eine Destillatonsanlage zusammenzubauen, zu betreiben und nachher wegzuräumen und setze mich mit der Stoppuhr daneben. Da kommt Angst vor der Arbeiterkammer auf! Denen spielen wir das vor.

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      25. Juli 2013 11:23

      Also wenn mein Chemielehrer im Gymnasium jede Stunde eine Stunde vor- und nachbereitet hat, fresse ich einen Besen. Abgesehen davon gibt es nicht nur Chemielehrer. Von mir aus sollen die eine Extrawurst bekommen.

      Aber ein Turn-, Geographie oder Geschichtslehrer - was ist mit denen? Die gehen eine Stunde lang eine rauchen als Vorbereitung?

  11. Observer
    23. Juli 2013 12:44

    Seit dieses Thema wieder politisch auf der Tagesordnung steht, vergeht kein Tag, wo nicht Lehrer und Direktoren jammern, dass es ihnen in Zukunft schlechter gehen wird. So wie in vielen anderen Bereichen (Post, Polizei usw.) sind eben die "goldenen Jahre" auch der Lehrer vorbei und sie müssen sich - ähnlich wie in anderen Branchen - eben dem Wettbewerb stellen und auch höhere Anforderungen akzeptieren.

    • socrates
      24. Juli 2013 09:23

      Sie vergessen die ÖBB, die jammert nicht weil die Gehälter erhöht werden und die Arbeitszeit verkürzt wird. Schlimm sind die Anderen, bei denen es umgekehrt ist.

  12. Francois Villon (kein Partner)
    23. Juli 2013 07:38

    Bis zum Beginn der Oberstufe ging es im Gymnasium mit meinen Söhnen ganz gut, dann eine plötzliche und dramatische Verschlechterung. In allen Hauptgegenständen – und in der ganzen Klasse! Wären sie die einzigen gewesen, hätte ich über die bei ihnen liegenden Gründe nachdenken müssen.

    Nach drei Jahren Südafrika an der Deutschen Schule, wo natürlich Afrikaans und Englisch als Staatssprachen unterrichtet wurden, sprachen beide sehr gut – phonetisch, grammatikalisch und mit entsprechendem Wortschatz Englisch (und Afrikaans). Im Gymnasium wurden die Leistungen – plötzlich und von einem auf das andere Jahr – mit 4 bis 5 klassifiziert. Ähnlich in Deutsch, wo der – plötzliche – Wandel von 1 bis 2 sich tendenziell gegen 5 wandelte. Detto in Latein und Mathematik.

    Die schriftlichen Schularbeiten erbrachten übers ganze Jahr einen Notenspiegel bei dem die Hälfte minus eins ein Nichtgenügend (sonst hätte die Arbeit wiederholt werden müssen), der Rest Genügend bis auf zwei bis drei „Ausnahmen“ die sich die restlichen Noten teilten. Meine Beschwerden beim Direktor blieben erfolglos. Als ich auf dem Weg ins Büro gegen Schulschluß einmal in einer ORF-Sendung von einem Sektionschef des Unterrichtsministeriums „Trost“ für genervte Eltern vernahm, ließ ich meiner Sekretärin mit diesem Herrn einen Termin vereinbaren. Ohne daß ich ihm sagte an welcher Schule sich diese Vorkommnisse zutrugen, sagte er mir auf den Kopf zu: Ach, sie sprechen vom BRG ... Ich dürfte wohl nicht der Erste gewesen sein, der sich beschwerte.

    Auf seine Frage, ob er etwas unternehmen solle, bat ich dies zu unterlassen, da ich – zurecht – befürchtete, daß meine Söhne die „Betragensnote“ des Vaters in den Noten der Hauptgegenstände wiederfinden würden. – Der Sektionschef tat aber doch etwas: er ließ sich die Notenspiegel sämtlicher Klassen der letzten Jahre kommen ohne den Anlaß dafür offen zu legen. Die Aufregung an der Schule war immens. Und es dauerte nicht lange, bis die Vermutung wer „ihnen“ das angetan haben könnte, auf mich fiel.

    Das war fast zu erwarten, denn ich hatte, da sich meine Frau weigerte zu den Sprechtagen zu gehen (sie hielt das nervlich nicht aus), mit den betreffenden Lehrern schon länger handfeste Debatten. Den Mathematik-Lehrer (der selbst erst die Sonderschule wegen offensichtlicher „Auffälligkeiten“ besuchte) fragte ich, wie er denn erklären könne, daß die Hälfte (minus eins) Nichtgenügend habe und die andere Hälfte bei Genügend herumkrebse. Seine Antwort: die ganze Klasse sei so dumm. Ich sagte ihm darauf, daß er seinen Job nicht verstanden habe, der sei nämlich: dafür zu sorgen, daß die Dummen hinterher etwas weniger dumm seien, und fügte hinzu, daß in meiner Branche (IT) ein Dozent, der Kunden in der Handhabung der Computer/Software zu unterweisen habe, bereits bei der ersten derartigen Bemerkung sich einen neuen Job suchen müsse.
    Dem Deutschlehrer erklärte ich, daß es nicht auf seinen „Privatgeschmack“ bei Aufsätzen ankomme (orthographische Fehler gab es ja kaum) und er gefälligst die individuellen Fähigkeiten fördern möge und er nicht seinen Hausmeisterstil zur Norm erheben solle.

    Die English-Miss, die selbst ein eher austriakisches Englisch sprach, war so ignorant und wollte partout nicht einsehen, daß beide fliesend und korrektes Englisch sprachen, mit Abstand besser als alle Mitschüler, brachte mich so in Rage, daß ich sie eine alte, vertrocknete M... bezeichnete und dann ging.

    Nun, ich verrate kein Geheimnis, besser wurde es nicht. Aber ich war der Ansicht, daß intelligente und agile Kinder, deren Eltern, Großeltern, Onkeln, Tanten, Cousin und Cousinen überwiegend ein akademisches Studium absolviert hatten, das Gymnasium auch ohne Arschkriecherei schaffen werden. Das taten sie auch, wenngleich es für sie und meine Frau und mich mit einigen Aufregungen und viel Ärger verbunden war.

    Da an der Schule diese Situation allgemein war, sagte ich einmal zum Direktor, daß ich so eine Eselei nicht verstünde, den Ehrgeiz der Schule darin zu sehen, im Vergleich mit anderen Schulen die nach Notenspiegel schlechtesten Schüler zu „produzieren“. Da ich auch der Überzeugung war, daß eine Gauß´sche Verteilung überall in derselben Weise herrsche, wären diese Ergebnisse obendrein objektiv falsch. Dieser Dummkopf hatte das offenbar auch nach dieser meiner Vorhaltung noch immer nicht begriffen.

    Einem Sohn sagte sein Klassenvorstand „er solle sich eine andere Schule suchen, denn es sei beschlossene Sache, daß er an dieser Schule niemals die Matura machen würde“.

    Daß die beiden Söhne sehr tüchtig und erfolgreich im Beruf und dem persönlichen Bereich wurden füge ich nur der Vollständigkeit wegen an.

    Die Selbstdarstellung der Lehrer – die durchaus für immer noch zahlreiche zutreffend sein mag, ist eben nicht die ganze Wahrheit. Was mich übrigens auch immer nervt ist die detaillierte Zergliederung der mit dem Lehrerberuf zusammenhängenden „Nebentätigkeiten“. Als ob das in anderen Berufen nicht auch der Fall wäre. Zum Chemieunterricht gehören nun einmal – bescheidene – Experimente und diese bedingen selbstverständlich das Laboratorium in Ordnung zu halten. Ich erinnere mich zwar daran, daß man sich als Schüler auf die Matura vorbereiten muß, worin diese „Vorbereitung“ aber für einen Lehrer besteht, ist mir nicht nachvollziehbar. Würde man in jedem Beruf das Aufgabenspektrum so aufgliedern, wie dies Lehrer immer tun, wenn sie ihre besondere Arbeitsbelastung aufblasen, dann gäbe es Jobbeschreibungen die ganze Bücher füllten. Im Management wird mit einer verbalen Abgeltung der Überstunden im Gehalt die Mehrarbeit erledigt, und es fragt kein Mensch mehr danach, ob die einmal angenommene geringe Überstundenleistung nicht doch ein Vielfaches in der Realität wurde. Die Aufgaben müssen erledigt und die Ziele erfüllt werden.

    Wenn die Lehrer diese Erbsenzählerei weiter in derselben Weise betreiben, ist dies kaum anders als bei den Tramway-Fahrern in Wien, die für die Erleichterung nun nicht mehr auf den Verkehr auf der Straße achten zu müssen weil die Trasse unter die Erde verlegt wurde, eine „Tunnel-Zulage“ forderten und bekamen. Was als Ergebnis dieser nicht nachvollziehbaren „Aufwände“ am Ende aber stehen könnte, ist die volle Anwesenheitspflicht in der Schule mit dem in Österreich üblichen 6 Wochen Urlaub, in den auch alle „schulfreien Tage“ als Urlaub einzurechnen sind. Anders ist der kleinkarierten Uneinsichtigkeit wohl nicht beizukommen.

    Daß ein schlechter Lehrer dadurch auch nicht besser wird, ist aber auch mir klar. Einen Mangel an Arbeitsräumen kann ich auch nicht sehen, denn jeder Lehrer kann sich an seinen Schreibtisch in einer Klasse einrichten und die für Vorbereitungen nötigen Utensilien auch dort verwahren. Damit wäre er/sie besser dran, als viele in der „freien Wirtschaft“, denen nicht so viel Platz zugestanden wird.

    • Markus Theiner
      23. Juli 2013 08:46

      Das ist wieder genau der falsche Ansatz.
      Anstatt zu überlegen wie man derart miesen Lehrern das Handwerk legt erklärt man sie zur Norm, stellt in allen Reformen darauf ab ein für solche Dumpfbacken passendes System zu finden und ruiniert damit die paar engagierten Lehrer die man noch hätte.
      Genauso könnte ich mich über Ihr Einkommen aufregen indem ich auf mit bekannte ITler verweise, die den ganzen Tag über faul herumsitzen und nichts machen. Gibts überall. Bei den Lehrern vielleicht häufiger, weil das System das eher zulässt (und weil ja unverständlicher Weise selbst bei den schlimmsten Missständen manche Eltern einen Sektionschef bitten nichts zu unternehmen), aber es sind eben trotzdem keineswegs alle.

      Klar ist es in vielen anderen Berufen auch notwendig verschiedene Nebentätigkeiten zu verrichten. Aber dort werden die auf die Arbeitszeit angerechnet und keiner stellt sich hin und behauptet ein ITler wäre so faul, weil er nur 10 Stunden die Woche beim User vor Ort steht und am PC herumschraubt.

      Und klar kommt es in anderen Berufen vor, dass sich Arbeitgeber nicht an die Arbeitszeitgesetze halten. Aber das als Argument zu nehmen bei den Lehrer schon das Dienstrecht so zu stricken, dass notwendige Aufgaben schon im Gesetz nicht berücksichtigt werden, ist eher absurd.

      Und die Klassenräume werden halt blöderweise für den Unterricht gebraucht, da kann sich halt nicht ein Lehrer dort dauerhaft einrichten. Das geht höchstens in den Ferien, aber Lehrer sind halt nicht nur für drei Monate im Jahr angestellt...

    • F.V. (kein Partner)
      23. Juli 2013 10:05

      Herr Theiner,

      ich habe ja nicht behauptet, daß es in meiner (oder irgendeiner) Branche nicht auch dieselben Dumpfbacken gibt wie ich sie als keinesfalls typisch hingestelltes Beispiel gebracht habe. Nur so zu tun, als wären Lehrer so ganz außerhalb jeder Kritik ist ärgerlich.

      Vor kurzem erwähnte ich das Beispiel eines früheren Freundes, der sich während des Schuljahrs für sechs Monate zum UN-„Friedens“-Einsatz auf dem Golan (ab-)meldete. Er begründete diese außertourliche Gehaltsaufbesserung, um die es einzig ging: jemand müsse ja den Weltfrieden schützen. Diesem geistigen Betrüger habe ich daraufhin die Freundschaft gekündigt, wobei mich noch mehr als daß er mich für blöd verkaufen wollte ärgerte, wie dieser „Pädagoge“ ganz selbstverständlich seine Schüler im Stich ließ; er war ja auch Klassenvorstand in mindestens einer Klasse und hatte auch Schüler in der Maturaklasse.

      Bei in Summe vier Monaten Ferien übers Jahr verteilt und der Freiheit außerhalb der Unterrichtsstunden die nötigen Vorbereitungen und Korrekturen machen zu können, ist es keinem Beschäftigten in der Wirtschaft zu erklären, wieso jeder Pipifax gesondert aufgelistet und eine Extrabezahlung gefordert wird.

      Obwohl mir klar ist, daß auch bei einem Skikurs, Wandertag oder Exkursionen neben dem – hoffentlich - eigenem Vergnügen dabei auch Aufsichtspflicht besteht, überwiegt doch offensichtlich der persönliche Nutzen. Jedenfalls hatte ich nie den Eindruck, daß eine Woche Skikurs die Lehrer gestresst hätte oder diese dazu genötigt werden mußten.

      Da ein akademisch gebildeter Lehrer (inkl. jener von den Pädak) ja nicht mit irgend einem simplen Hiwi zu vergleichen sind, sondern durchaus mit mittleren Führungskräften in Unternehmen, ist der Vergleich mit diesen adäquat. Und hier sind eine erhebliche Anzahl von Überstunden pauschal „abgegolten“, was immer das bedeutet. Jedenfalls ist mir in meiner ganzen Berufszeit nie untergekommen, daß dafür jemand Sonderzahlungen verlangt oder gar bekommen hätte. Ich mußte oft genug auch meine Sekretärin nach Hause schicken, weil sie bei Arbeiten unter Termindruck auch nach 22.00 Uhr noch geblieben wäre, was schon arbeitsrechtlich völlig unzulässig war.

      Mein Einwand zum Artikel der Frau Mag. Zins war keine Anregung für eine „andere Strategie“, sondern ein Kommentar/Ergänzung zu Lage. Aber auch ihr Artikel war ja keiner über alternative Konzepte, sondern nur ein Protest gegen einen – zugegeben – untauglichen Versuch einer weiteren „Reform“.

      Wenn das Ziel der Schule nicht gesamthaft klar ist und die Beteiligten sich hier auch nicht einig oder diesem (ideellen) Ziel verpflichtet fühlen, dann wird es weiter beim Erbsenzählen bleiben und die Diskussion um Arbeitszeit, Ferien und „zusätzliche“ Aufgaben gehen. Und jeder Furz wird katalogisiert, bewertet und in Rechnung gestellt.

  13. fxs (kein Partner)
    22. Juli 2013 21:35

    Und nicht vergessen! Die Politiker wollen dass nur die Besten Lehrer werden.
    Und die werden auch gerne etwas länger für das Baccalaureat studieren, das ja an den Pädagogischen Hochschulen 8 Semester dauern soll, wärend in den andern Dünnbrettstudien 6 Semester dafür ausreichen. Und ja natürlich, auch die Volksschullehrer brauchen dringend einen Masterabschluss.

    Nur kosten soll das alles fast nix.

    Dafür dürfen diese Lehrer dann länger in der Klasse stehen, zunehmend sinnlose Verwaltungstätigkeiten erledigen und sich ihre Zeit mit Koordinationsbesprechungen verplempern. Die Neidgenossenschaft sieht ja ohnedies nur die Ferien.

    • Peter Brauneis
      23. Juli 2013 00:29

      Naja, 3 bis 4 Monate im Jahr vollbezahltes Nixtun und in der verbleibenden Zeit die Leistung von etwa zwei Dritteln der Normalarbeitszeit sind ja wirklich nicht so übermäßig schlechte Arbeitsverhältnisse. Warum der Hinweis auf Tatsachen gleich als Neidgenossenschaft denunziert wird, zeugt eher von Mangel an Sachargumenten.

  14. socrates
    22. Juli 2013 18:53

    Die schlechtesten Lehrer sind in der Administration und im Ministerium.
    Die Lehrbücher ändern sich fast jährlich, da die Verlage ein Gesetz untergebracht haben, daß die Bücher immer am letzten Stand sein müssen. Preise und Statistiken ändern sich dauernd. So kann der Schüler sein Buch nicht weitergeben.
    Im Semester gibt es mindestens 5 Konferenzen à 4-7 Stunden, bei Matura viel mehr.
    Das sind ~ 30h/Semester. Dazu 1 Sprechstunde/Woche und 5h Bereitschaft/Woche, also 6 h + 24 h = 30 h/Woche. Zwischen den Unterrichtsstunden gibt es Stundenplan bedingte Löcher, etwa 3h, die jeder normale Betrieb zahlen muß.
    Pro Wandertage hat der Lehrer, mit Vorbereitung und Durchführung, 30h/Semester und braucht eine Versicherung, die er selbst zahlen muß.
    Damit kommt der Lehrer auf ~34h/Woche.
    Wer einen Vortrag halten soll wird merken, daß er sich dazu vorbereiten muß und die Vorbereitung länger als der Vortrag dauert. Bei Lehrern ist es genauso.
    In allen vergleichbaren Ländern dauert die Unterrichtsstunde 45´ bei uns 50´. Das sind 11% mehr, die nicht im Vergleichsgehalt aufscheinen.
    In den Ferien gab es immer schon Fortbildung, wie jeder Lehrer mit seinen Zeugnissen beweisen kann. Zuletzt musste der Lehrer die Kosten selbst zahlen.
    Je weniger die Zeitgenossen wissen, umso mehr Ratschläge bekommen die Lehrer.
    Die ÖBB bekommt gerade höhere Gehälter und geringere Arbeitszeit.
    Die Lehrer sollen dafür und für die veruntreuten 4,5 Mrd von Schmied zahlen.
    Ein Lehrer verdient im neuen Systen 470.000€ weniger, das ist ein Haus. Die Pension wird nach ASVG bezahlt und ist viel geringer. Die ÖBB schneidet weiter, weil rot.

    • socrates
      22. Juli 2013 19:13

      Ein Chemielaborant bekommt ~ 2260€ Anfangsgehalt, also soviel wie der Ch-lehrer. Da der 17 Jahre nicht steigt, wird er ihn bald überholen. Er hat 6 Wochen Urlaub, 2 Wochen Fortbildung und für die Ostern und Weihnachten kann er sicher Zeit einarbeiten. Warum soll er für weniger Geld unterrichten und die Zeit mit einem Studium vertrödeln?

    • socrates
      22. Juli 2013 23:39

      Der Laborant kann nach 25 Jahren, wenn ihn der Lehrer überholen sollte, immer noch Lehrer werden, da es keine Chemiker in der Schule mehr geben wird.

  15. terbuan
    22. Juli 2013 16:30

    Ich kenne einige Pädagogen aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis.
    Man kann nicht alle über einen Kamm scheren.
    Es gibt darunter einen AHS-Direktor, sein Beruf, sein Arbeitspensum und seine Verantwortung sind kein Honig lecken, der kommt wirklkich dran und ist eingesetzt weiter über die vielfach beneideten vielen Ferientage hinaus.
    Daneben gibt es eine (sehr beliebte) Hauptschullehrerin, die sich wirklich keinen Haxen ausreisst, wie man so schön sagt. Ihre vielen Auslandsreisen verwendet sie für den Geographiunterricht, die kann man wirklich nicht als Unterrichtsvorbereitung qualifizieren. Und im zweiten Fach Mathematik, na ja, in der Hauptschule, keine wirkliche Herkulesaufgabe, wohlgemerkt auf dem Lande, in Wien wäre das etwas Anderes.
    Resümee: Man muß sehr stark diferenzieren in der Beurteilung der Lehrer, ihr Gewerkschaftschef Neugebauer ist dabei leider überhaupt nicht hilfreich.

    • socrates
      22. Juli 2013 23:45

      Warum soll ein Lehrer dan in einer höheren Schule ums selbe Geld unterrichten und mit der Klasse maturieren? Warum soll er Chemie, Physik unterrichten oder Mathematik und Staistik in der Oberstufe und dann noch Maturavorbereitung machen und sich einer öffentlichen Prüfung stellen und alles ums selbe Geld wie in einer 1. Klasse?

    • F.V. (kein Partner)
      23. Juli 2013 21:00

      Socrates,

      deshalb, weil es wohl ím Normalfall Stunden in allen Klassen im Laufe der Zeit gibt. Manchmal mit etwas mehr, manchmal etwas weniger Aufwand.

      Und die Frage, warum ein Lehrer Chemie, Physik, ... unterrichten soll, nun wohl deshalb, weil er dieses Fächer - hoffentlich - auch aus eigenem Interesse gewählt hat.

      Ich verstehe Ihre Fragen nicht.

    • socrates
      23. Juli 2013 23:04

      F.V. (kein Partner)
      50% der Chemielehrer haben keine Lehramtsprüfung in Chemie. Die anderen Chemiker arbeiten in der Industrie, Tendenz steigend. Wenn Sie sich nicht auskennen, sollten Sie nicht, von Neid getrieben, Stellung nehmen. Ich habe schon 2x diesen Link gepostet- Er zeigt daß der Lehrer einen vollbeschäftigten Chemielaboranten ersetzt und unterrichten soll.
      arge-chemie.tsn.at/arge/KUSTOSAufgabenchemiekustos.pdf?
      Zuerst lesen, dann schreiben.

    • F.V. (kein Partner)
      24. Juli 2013 09:17

      Socrates,

      ich bin nicht von Neid getrieben, ich habe in meinem Beruf sicher ein deutlich höheres Gehalt verdient, als ein Lehrer, und was die Arbeitszeit angeht, war es eine von mir ohne Widerwillen erbrachte Leistung, weil die Erreichung der Ziele mein Ehrgeiz war und mir die Arbeit im Allgemeinen keine Last, sondern durchaus Erfüllung war.

      Sie haben eine rhetorische - und im Grunde dumme - Frage gestellt, auf die ich eine entsprechende Antwort gab, die mit dem "Chemie-Laboranten" und Ihren hochinteressanten Bemerkungen dazu rein gar nichts zu tun hatte.

      In unserer Familie gab es auch immer "Schulmeister", meine Frau war Lehrerin, sodaß ich durchaus Sympathie für den Beruf der Lehrer habe, wie ich auch aus jahrelanger Erfahrung dessen Vorteile und Vorzüge zu schätzen lernte. Das was aber Frau Zins darlegte, diese Erbsenzählerei, ist nur abstoßend.

      Machen Sie nur weiter so, und Sie vertreiben noch die Letzten, die Verständnis für die besondere Art des Lehrberufs aufbringen und Sie können sich dann mit dem linken Politgesindel allein herumschlagen. Im Grunde ist es auch mehr das Verständnis für die Bedürfnisse der Kinder, die auch ihre Zeit zum Spielen und Erholen brauchen, ganz einfach eine kindgemäße Kindheit, die auch die privilegierte
      Urlaubszeit der Lehrer begründet. Wenn manche Lehrer das nicht begreifen, dann sollen sie sich nicht so aufführen und jenen, die ihnen einen Spiegel vors GEsicht halten Neidkomplexe vorwerfen.

      Schnabeltierfresser hat es auf den Punkt gebracht.

    • socrates
      24. Juli 2013 09:41

      F.V.
      Sie haben den Link über die Aufgaben eines Chemielehrers offenbar noch immer nicht gelesen, sonst wüssten Sie, daß dafür ein Laborant notwendig ist, wenn das Gesetz eindehalten werden soll. Der verdient soviel wie ein Lehrer, aber ohne Studium, und unterrichtet nicht. Da ist NIX rhetorisch.
      Von Ihrer Gattin auf den Rest der Welt schließen ist Unsinn. Sie soll in 1160 unterrichten, das nenne ich Brutalität. In der Schutzgruppe in Ischl, oder Umgebung, ist es einfach.
      Gehen Sie & Schnabeltierfresser einmal hospitieren in 1050 und erzähle Sie wie es war.
      Haben Sie schon einmal die Lichtgeschwindigkeit gemessen? Eine Elektronenbeugung gezeigt und die Masse der Elektronen bestimmt? Die Massenanziehung gemessen? In Zukunft werden die Schüler das Lehrbuch lesen und wichtiges unterstreichen. Sie ruinieren die Bildung, die es früher gratis gab.

    • F.V. (kein Partner)
      24. Juli 2013 19:09

      Nun habe ich also Ihren Link angesehen. Ich kann erstens nicht erkennen, warum man „gesetzliche Regelungen“ nicht mit Vernunft so anpassen kann, daß ein akademisch gebildeter Lehrer mit Fach Chemie kein „Chemiekustodiat“ ausfüllen darf und zweitens ist mir nicht einsichtig, wozu ich um gewisse chemische Grundlagen zu demonstrieren eine Giftküche benötige.

      So etwas kann nur aus der lächerlichen Vorstellung entspringen, die meint in der Mittelschule am letzten Stand der Forschung auch Experimente machen zu müssen. Das mutet schon deshalb reichlich deplaziert an, wenn man andrerseits immer wieder die Klagen der Universitäten vernimmt, daß die Studenten oft in einfachen Kulturtechniken wenig beschlagen sind. Es geht ja wohl nicht um enzyklopädisches Wissen, sondern darum methodisches Lernen zu erlernen und einige für die abendländische Kultur entscheidende ideengeschichtliche Grundlagen. Solche Vollständigkeitsillusionen sind ja nicht einmal an Universitäten sinnvoll, weil schließlich ein Studium auch in definierter Zeit abgeschlossen werden soll.

      Wenn sie mit 1160 oder 1050 jene Wiener Bezirke meinen, die sich inzwischen fest in den Händen der bildungsresistenten Asylanten befinden, so ist die Kur dagegen anzukommen nicht die detaillierte Aufzählung und Extrahonorierung von „Zusatzaufgaben“, sondern deren Rückführung in ihre Heimatländer. Alternativ: die Anwendung der in ihren Heimatländern geltenden Schulgesetze und ihre Durchführung in einer Quasi-Autonomie durch ihre eigenen Leute. Wenn sie darob noch blöder bleiben als sie es unter österreichischer Schulverwaltung schon sind, dann sind sie eben die künftigen Arbeitssklaven, wie es all jene werden, die nur mit den Geschlechtsorganen „denken“. Und wer sich hier nicht selbst erhalten kann, der möge ebenfalls wieder dorthin abgeschoben werden, wo er hergekommen ist.

      Ich schließe auch nicht von meiner Frau auf den Rest der Welt. Die Erwähnung, daß sie Lehrerin war, sollte lediglich andeuten, daß ich nicht nur Eigenerlebnisse oder die meiner Söhne rauf und runter dekliniere; überdies war sie an verschiedenen Schulorten und –typen beschäftigt, wie wir auch erleben konnten, wie die Schulen/Lehrer in anderen Ländern „funktionieren“. Am besten in Südafrika, der „privaten“ Deutschen Schule, die auch regelmäßig die Schulvergleiche mit englischen und afrikaansen bzw. staatlichen haushoch in allen Bereichen: Lernfächer, Sprachen, Sport und Musik, ... gewann.

      Mit Ihren und den Vorstellungen der Frau Zins hätten die Lehrer dort keinen Staat gemacht.

    • socrates
      24. Juli 2013 22:13

      Schön daß Sie den Link angesehen haben, verstanden haben Sie ihn offenbar nicht.
      Wer darf ein Chemiekustodiat führen?
      Diplom Chemie
      LA Chemie
      LA Chemie/Physik an APS
      Lehrer mit Giftbezugsschein
      Vom letzten Stand der Wissenschaft sind wir meilenweit entfernt, wie die internationalen Mißerfolge Österreichs zeigen. Den Lehrplan Chemie kennen Sie offenbar nicht, aber geben gerne Etzes. Was Sie sagen ist schlicht falsch: http://www.bmukk.gv.at/medienpool/11861/lp_neu_ahs_09.pdf
      Wenn Ihre Frau Mathematik oder Deutsch in der Oberstufe unterrichtet, kann sie ein befreundeter Landesschulinspektor begutachten. Das wird lustig.
      Zu Ihren Erlebnissen in Südafrika: An der Schule meiner Frau sind einige Kreolinnen aus Westindien, die französisch sprechen und sich gut vorkommen. Sie haben keine Ahnung von Grammatik und Satzbau, sie sprechen gut den dortigen Argot, ihre Schularbeiten sind ein rotes Meer, so daß für die Note „nicht genügend“ kaum ein Platz bleibt.
      Mit meinen Vorstellungen und denen von Frau Mag Zins hatten wir eines der weltbesten Schulsysteme, Leute wie Sie ruinieren es.

  16. Peter R Dietl
    22. Juli 2013 15:37

    Ehrlich gesagt, wäre es mir zu aufwendig, beispielsweise die Aufgaben eines Hilfsbuchhalters absatzweise vorzubeten. Es schiene auch wenig sinnvoll, wenngleich vielleicht auch dieser bedauernswerte Mensch unter zeitlicher Belastung zusammenzubrechen droht.

    Ihm jedoch wird nicht geholfen mit zwei Monaten bezahltem Sommerurlaub, mit arbeitsfreiem Oster- und Pfingsturlaub, mit schulfreien Direktorstagen und was noch alles an Annehmlichkeiten existiert. Wenngleich gewisse Unterschiede offensichtlich sein müssen, wirkt's halt ebenso unangebracht wie unangenehm, wenn Privilegienritter als Zusatzleistung herzzerreißend ihr Schicksal bejammern.

    • Markus Theiner
      22. Juli 2013 16:02

      Der Hilfsbuchhalter hat in der Regel eine definierte Arbeitszeit. Der Lehrer hat das nicht.
      Der hat eine definierte Unterrichtszeit, und alles was er an Aufgaben sonst noch so hat muss er außerhalb dieser Zeit unterbringen. Was - wenn der Lehrer seinen Job ernst nimmt - eben einiges ist.
      Gerade deswegen ist der Verweis auf unterrichtsfreie Zeiten eine völlige Themenverfehlung. Ein Lehrer der all die nicht definierten Zusatzaufgaben tatsächlich erbringt hat zwar zwei Monate unterrichtsfrei, aber keine zwei Monate Urlaub.
      Das ist gerade der Punkt. Würde man dem Lehrer all die übrigen Aufgaben auch auf die Arbeitszeit anrechnen - was beim Hilfsbuchhalter selbstverständlich ist* - dann würde die Sache ganz anders aussehen. Vielleicht ist der Lehrer dann immer noch besser dran als der Hilfsbuchhalter. Aber die Vergleichsbasis haben wir eben mit dem aktuellen Lehrerdienstrecht nicht.

      __________
      *) Es geht hier um die gesetzliche Regelung. Dass manche Arbeitgeber das in der Praxis anders handhaben ist wieder eine andere Geschichte.

    • plusminus
      22. Juli 2013 20:02

      @Markus Theiner

      Genauso ist es!

      *******

    • socrates
      22. Juli 2013 23:48

      Die Lehrer an einer HAK bilden echte Buchhalter aus und werden in Zukunft als solche oder als Steuerberater arbeiten, wie es einige schon jetzt tun.

  17. fokus
    22. Juli 2013 15:05

    Man kann den Lehrern angesichts dieser Fakten nur raten - WIDERSTAND, WIDERSTAND, WIDERSTAND und die Genossin Schmied mit den eigenen, sozialistischen Waffen schlagen, die da lauten STREIK, STREIK, STREIK (natürlich nach den Ferien!) - solange bis sich eine Wende zum Besseren abzeichnet.
    Ist in einem Wahljahr nicht ganz einfach, aber vielleicht umso wirksamer.

    Bitte, nicht nachgeben - es geht schließlich um die (Bildungs-)Zukunft unserer Kinder!

  18. Markus Theiner
    22. Juli 2013 13:33

    Ein schlechter Lehrer hat bisher schon kaum administrative Aufgaben übernommen. Im Unterricht durften die Schüler jedes Jahr den Stoff von immer gleichen Lehrbüchern oder - wenn man ambitioniert war - Overhead- oder Powerpointfolien abschreiben. Eine fachliche oder pädagogische Betreuung über die Unterrichtszeit hinaus musste man mit der Lupe suchen.
    Bei so einem Lehrer kann man natürlich die Arbeitszeit problemlos erhöhen und bekommt damit zum gleichen Preis mehr qualitativ unverändert schlechten Unterricht.
    Lehrer die ihre Aufgabe ernst nehmen, auf Schüler eingehen und daher außerhalb des Unterrichts noch jede Menge Arbeit zu erledigen haben, die müssen qualitativ das Niveau in Richtung der weniger engagierten Kollegen zurückschrauben.
    Es ist also mal wieder die Nivellierung nach unten.





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