Unsere Pensionen

Lesezeit: 6:30

Im Jahre 2005 musste der Staat 4,4 Milliarden Euro zu unseren Pensionen zuschießen. 2013 werden es nach dem erweiterten Budgetrahmen rund 9,9 Milliarden sein, das heißt mehr als eine Verdopplung innerhalb von acht Jahren. Die Beamtenpensionen werden 2013 rund 8,7 Milliarden Euro betragen. Wie lange kann sich Österreich das heutige Pensionssystem ohne Reformen also noch leisten?

Die Beitragszahler stagnieren, die Zahl der Pensionisten steigt. Damit wächst das Loch zwischen Einnahmen und Ausgaben bedrohlich. Auf diesen Härtetest ist man trotz der Reformen in der Vergangenheit, die man aber nur als „Reförmchen“ bezeichnen kann, nicht genügend vorbereitet. Man hätte schon längst überlegen müssen, den Rentenbeginn mit der Entwicklung der Lebenserwartung zu verknüpfen. Schon längst müsste also das Antrittsalter für Pensionen gravierend angehoben werden; der deutsche Trendforscher Sven Janszky hat unlängst als Folge der demografischen Entwicklung sogar von einem Antrittsalter von 75 Jahren gesprochen.

Da erklärt jedoch der zuständige Minister Hundstorfer, dass er keinen Handlungsbedarf sieht. Dies kann jeder vernünftig denkende Mensch nur als grob fahrlässige und verantwortungslose Aussage den jetzigen Pensionisten und den Menschen gegenüber bezeichnen, die in Zukunft in Pension gehen werden.

Das immer wieder kolportierte Argument, dass ältere Menschen keinen Job bekommen, stimmt zumindest für Deutschland nicht. In der FAZ konnte man am 5.4. 2013 auf Seite 13 von einem Beschäftigungsboom für Ältere lesen. Sie sind so gefragt wie nie zuvor. Die Zahl der Arbeitnehmer in der Gruppe „60plus“ ist binnen Jahresfrist um 12,3 Prozent gestiegen. Die Verhältnisse in Österreich werden von diesen Zahlen nicht gravierend abweichen.

In Österreich gibt es eine Reihe von Pensionssystemen für verschiedene Berufsgruppen, die in ihren Leistungen höchst unterschiedlich sind. Eine Harmonisierung ist dringend erforderlich. Die Ungerechtigkeiten müssen eliminiert und die entsprechenden Reformen schleunigst in Angriff genommen werden.

In Österreich leben die Alten auf Kosten der Jüngeren - Ergebnisse einer internationalen Studie der Bertelsmann Stiftung

Diesen Titel hatte ein Bericht auf Seite 2 im Wirtschaftsblatt vom 16. April. Die Bertelsmann Stiftung hat 29 Länder untersucht. Österreich schneidet in dieser Studie mit Rang 20 bei der Generationengerechtigkeit besonders schlecht ab. Wir geben für Pensionisten, also Menschen über 65 Jahre, fast sechs Mal so viel aus wie für Kinder. Gut schneiden die skandinavischen Länder ab. So hat Dänemark sein Sozialsystem reformiert und liegt in der Wertung auf Rang eins. Diese Studie zeigt, wie groß der Reformbedarf hierzulande ist.

Unsere Reformen

Welche Reformen hat man bisher in Österreich ergriffen, um das Problem zumindest in Ansätzen in den Griff zu bekommen?

Positive Maßnahmen:

  • Man hat die unselige Hacklerregelung entschärft. Prinzipiell dürfen in Zukunft nur die wirklichen so genannten Hackler, die ein Leben lang hart und unter widrigen Umständen z.B. im Freien gearbeitet haben, vorzeitig nach ärztlicher Untersuchung in Pension gehen und nicht – wie  in der Vergangenheit – Beamte. Dem Chef der Beamtengewerkschaft Neugebauer haben wir übrigens diese Verhöhnung der wirklichen Hackler zu verdanken.
  • Seit Jahren wird über die Angleichung des Pensionsantrittsalters der Frauen an das der Männer geredet. Für ÖVP-Chef Spindelegger kommt dies nicht vor 2024 infrage, Minister Mitterlehner kann sich das Jahr 2017 vorstellen. Die für Frauen zuständige Ministerin Heinisch-Hosek denkt auch an das Jahr 2024. Es bleibt das große Geheimnis der drei Damen und Herren, wie sie auf solche Jahreszahlen kommen. Wenn es um die Angleichung der Gehälter von Frauen und Männern geht, ist Frau Heinisch- Hosek bedeutend angriffslustiger.

Wahrscheinlich gibt es einige weitere positive Maßnahmen, die mir aber nicht bekannt sind.

Negative Maßnahmen:

  • In der Vergangenheit wurden die Pensionen jeweils um einen geringeren Prozentsatz als die Inflationsrate, die im Jänner 2,7 Prozent, im Februar 2,5 Prozent und im März 2013 2,3 Prozent betrug,  jährlich angehoben. Das bedeutet real einen Verlust. Wenn diese Praxis so weitergeht, drohen weitere Verluste. Die jeweiligen Verhandlungsführer Blecha und Khol, die Bosse der SPÖ- und ÖVP-nahen Pensionistenklubs, haben jeweils „freudestrahlend“  von einem großartigen Erfolg ihrer Verhandlungen berichtet. Diesen „Erfolg“ kann man allerdings als Betroffener vergessen.
  • Stillschweigend wurden die zweimal pro Jahr ausbezahlten doppelten Pensionen plötzlich ohne Ankündigung nicht wie bisher Ende März bzw. September sondern erst Ende April und Oktober überwiesen. Dadurch erspart sich der Staat beträchtliche Zinsen.

Was ist also zu tun

Ich nenne nur die Maßnahmen, die wir als betroffene Pensionisten ergreifen können:

Das Wichtigste und Vordinglichste ist meines Erachtens, dass wir Pensionisten uns nicht länger das Heft des Handelns von Herren wie Blecha und Khol aus der Hand nehmen lassen dürfen. Wir müssen verstärkt unsere Interessen selbst wahrnehmen. Ich zumindest  fühle mich von diesen beiden Herren nicht entsprechend vertreten.

Wir könnten uns natürlich so genannten Protestparteien wie der FPÖ oder dem Team Stronach anschließen. Aber die Gefahr besteht, dass wir „vereinnahmt“ werden, dass unsere Anliegen nicht entsprechend vertreten werden.

Wir brauchen also keine Partei, wir müssen aber unsere Interessen gegenüber der Politik selbst massiv vertreten. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir für die politischen Parteien einen enormen Machtfaktor darstellen, je nachdem, wem wir unsere Stimmen bei Wahlen geben.

Wir haben nicht die Möglichkeiten wie Streiks, um unsere Forderungen durchzusetzen bzw. Wünsche zu deponieren. Wir haben derzeit keine Lobby, das ist unser Problem. Aber mit den modernen Kommunikationsmitteln wie Social Media können wir uns untereinander austauschen,  mediale Inhalte einzeln oder in Gemeinschaft gestalten und damit in der Folge auf die Politik Druck ausüben.

Wir können in Zukunft Unternehmen und Organisationen,  die uns Pensionisten besonders beachten, bei unseren Einkäufen berücksichtigen. Ich nenne nur einige Beispiele, die mir gerade einfallen:

  • Die Firma Zielpunkt räumt jeden Mittwoch Pensionisten einen Rabatt in Höhe von zehn Prozent ein.
  • Die Westbahn bietet für Pensionisten von Montag bis Donnerstag verbilligte Tickets an. Warum eigentlich nicht auch die ganze Woche. Gerade an Wochenenden finden Besuche bei den Enkelkindern gerne statt.
  • Die ÖBB hat bei der Vorteilscard einen eigenen Tarif für Pensionisten. Das Gleiche gilt bei  anderen öffentlichen Verkehrsmitteln.
  • Der österreichische Alpenverein hat für Rentner einen wesentlich geringeren Jahresbeitrag.
  • Der ÖAMTC allerdings räumt Pensionisten keinen Rabatt ein.

Jeder Leser dieses Blogs wird Beispiele nennen können, die in diesem Zusammenhang als erfreulich bzw. weniger erfreulich anzusehen sind. Das wäre doch schon ein erster interessanter Ansatz sich auszutauschen und Informationen weiterzugeben.

Anregung

Andreas Unterberger hat mich gebeten, meine Gedanken zum Thema Pensionen zu äußern. Ich hoffe, dass ich Sie mit diesem Beitrag anregen konnte, Ihre Gedanken und Ideen zu äußern, wie wir weiter vorgehen können. Er wird sicher dieses Projekt auch in Zukunft unterstützen. Nun sind Sie dran! Ergreifen Sie die Initiative, es geht um unsere Pensionen auch in Zukunft.

Christian Freilinger, Mag. Dr., geboren in Linz, war nach Abschluss seines Studiums zuerst Assistent des Ausbildungsleiters der Daimler Benz AG in Untertürkheim/Stuttgart.
Anschließend war er Dozent an der Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft und ab 2000 Dozent an der AFW Wirtschaftsakadmie Bad Harzburg. Lehraufträge an der Leopold Maximilian Universität in München und dann an der Johannes Kepler Universität in Linz runden seine akademische Laufbahn ab. Er hat sechs Bücher zu Managementthemen sowie über hundert Aufsätze zu gesellschaftspolitischen Fragen geschrieben.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorHelmut Oswald
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    23. April 2013 10:47

    Mehr für unsere Kinder zu tun ist wichtig und Kinderreichtum ist gleichzeitig die einzige nachhaltige Lösung für die Pensionsfrage. Angesichts der florierenden Scheinasylanten - und Ausländerimportindustie besteht allerdings die Gefahr, daß damit die Überfremdung gefördert wird. Wohl das Letzte, was gewollt ist.
    Was tun ist klar - aber es auch richtig zu tun - das ist wohl mehr die Frage.

  2. Ausgezeichneter Kommentatorfokus
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    23. April 2013 12:41

    Auch die Wiener Verkehrsbetriebe bieten verbilligte Seniorenfahrscheine an, in zahlreichen Museen wird verbilligter Eintritt für Pensionisten forciert.

    Das sind aber alles nur Tropfen auf dem heißen Stein!

    Wenn unsere Pensionskassen überleben wollen, dann ist eine Umstellung vom Umlageverfahren auf das gerechtere und generationenfreundlichere 3-Säulen-System unumgänglich. Genau in diese Richtung müssen wir uns engagieren und die zuständigen Politiker unter Druck setzen.

    Einen anderen Ausweg sehe ich auf Dauer nicht!

  3. Ausgezeichneter KommentatorNestor 1937
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    25. April 2013 12:12

    Es wäre viel viel klüger gewesen, die sowieso maßvollen Schüssel'schen Pensionsreformen n i c h t anzutasten.

    Aber die neunmalklugen Epigonen von Pröll bis Gusenbauer haben vieles davon außer Kraft gesetzt. Jetzt haben wir den Pallawatsch!

  4. Ausgezeichneter KommentatorF.V.
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    24. April 2013 14:45

    4 x 8 = 32 und 2 x 16 = 32 oder 8 x 4 = 32, ....

    Um die Äquivalenz des Ergebnisses dieser Rechungen festzustellen, bedarf es keiner „Experten“. Mit solchen Multiplikationen rechnen sie uns nur vor, daß bei längerem Lebensalter (und damit längerer Pensionsdauer) die Pensionen nicht mehr „gesichert“ sind, bzw. eine „Reform“ – d. h. eine Kürzung der Pension notwendig sei, damit die Multiplikation auch in Zukunft stimme. Oder, daß man länger arbeiten (= die Pensionsdauer verkürzen) müsse, um auch wieder zum gleichen Ergebnis zu kommen.

    Dem stehen ein paar Randbedingungen gegenüber:

    1. wird uns ständig vorgerechnet, daß wir zu den reichsten nationen gehören und das BIP jährlich (meist) wachse oder in der ganzen Vergangenheit seit Kreisende sogar sehr massiv gewachsen ist. D. h. die erwirtschafteten Mittel sind nicht nur vorhanden, sondern sind sogar mehr geworden. In gewissem Sinn ist das trotz gefälschter Statistiken glaubwürdig, denn es gab natürlich eine gewaltige Produktivitätssteigerung durch automatisierte Prozesse.

    Das Problem ist also die Verteilung des gewachsenen Reichtums, nicht ein nicht vorhandener.

    2. die Wirtschaft stellt – zumindest heute und in den vergangenen Jahren – keine älteren Menschen ein, bzw. kündigt sie sogar, bevor sie einem besonderen Kündigungsschutz eventuell unterliegen, weil sie schon „so alt geworden sind“ und daher nicht mehr „frei gesetzt“ werden dürfen.

    Solange sich hier die Einstellung der Wirtschaft auf breiter Basis nicht geändert hat, sind die „Reform-Vorschläge“ mit längerer Arbeitsdauer (= späteren Pensionsantrittsalter) Briefe ans Christkind, aber keine ernsthaften Lösungsvorschläge.

    Der „Beweis“, daß in Deutschland neuerdings um ca. 12 % mehr ältere Menschen eingestellt würden, ist nicht stichhaltig: erstens ist eine „Statistik“ über ein oder zwei Jahre ohne Aussagekraft, zweitens dürfte die Basis dieser Steigerung (sofern sie überhaupt stimmt) eine sehr marginale sein und keine Rückschlüsse auf zweistellige Millionen ältere, arbeitsfähiger und –williger Menschen zulassen.

    In Deutschland vor dem WK II mußten viele Produkte substituiert werden, weil das Land boykottiert wurde. Um aber zB die Bauern zu vermehrten Anbau von Flachs zu bewegen, mußte diesen zuvor ein Abnahmevertrag auch den wirtschaftlichen Erfolg des Umstiegs sichern. Um aber solche Abnahme-Garantien auch einhalten zu können, mußten ebenfalls zuvor oder parallel die entsprechenden nachfolgenden Verarbeitungs-Kapazitäten geschaffen werden. – Ohne diese gesamthaften Maßnahmen wäre der politische Wunsch etwa den Ausfall (englischer) Schafwolle mit anderen Fasern (auch künstlichen) zu kompensieren, niemals Realität geworden. Ähnlich ist es mit dem politisch berechtigten Wunsch des späteren Pensionsantritts: wenn die älteren Menschen nicht beschäftigt werden, kann dieser Wunsch nur eine Sprechblase sein.

    3. das 3-Säulen-Modell, das angeblich Umlage, Firmenpension und private Vorsorge bedeutet, funktioniert auch nur in einer funktionierenden Volkswirtschaft. Also, es muß zusammenbrechen, wenn außerstaatliche Instanzen uns Millionenheere von Immigranten aufs Auge drücken, oder, wenn nach EU-„Gemeinschaftsrecht“ die Bürger anderer EU-Staaten über billige Tricks sich in das Sozial- und Pensionssystem eine anderen Volkswirtschaft „einklinken“ können, oder, wenn schlicht und einfach die Wirtschaft aus anderen Gründen kollabiert.

    Es gehen Firmen pleite, es werden Milliarden-Vermögen durch Hyperinflation oder – wie jüngst vorgeführt – per Konfiskation verdünnt oder ganz aufgelöst. Sicherheit gibt also dieses Modell auch keine.

    Die einzige – gerechte – Lösung ist das Umlageverfahren, wobei die Mittel aus den aktuell eingezahlten Pensionsbeiträgen UND - wo nicht ausreichend – aus dem Steuertopf kommen.

    Alles andere ist Augenauswischerei.

    Was einzig eine gerechte und notwendige „Reform“ wäre, ist die Beseitigung von unbegründeten Privilegien, also solchen Pensions-Zusagen, die weder durch die geleisteten Beiträge noch durch die Dauer der Anwartschaft begründet sind. Dies betrifft aber ausschließlich diese Sektoren der Wirtschaft, die staatlich, staatsnahe oder im staatlichen Einflussbereich stehen, selbst wenn sie rein formal als AG firmieren. In der „normalen“ Privatwirtschaft kommt das nicht vor, oder es ist Teil eines Entlohnungssystems und damit leistungsorientiert.

  5. Ausgezeichneter Kommentatorambrosius
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    23. April 2013 10:08

    Bravo ! Eine großartige Initiative. Ich hoffe auf reichlich Diskussionsbeiträge, die- hoffentlich- sachlich bzw. sachdienlich sind.

    Mir fällt als erster, aus der Hüfte gezogener Schnellschuß folgendes dazu ein:

    1) Die ASVG Pension ist nach dem Umlagesystem organisiert und die Pensionen dürfen daher - von kurzfristigen und umkehrbaren demoskopischen Schwankungen abgesehen- nicht mehr Geld beanspruchen als die Jungen einzahlen. Die Frühpensionsaktionen für (Schein)Arbeitslose, wie sie Kreisky und sein Team in der Verstaatlichten eingeführt haben und die das Pensionsalter unfassbar herabgesetzt haben sind ein Verbrechen dessen sich auch praktisch alle Sozialpolitiker seither schuldig gemacht haben.
    Die Höhe der Pensionen ist eine mathematische Funktion aus Lebenserwartung und Höhe der Einzahlungen der Jungen.Punktum! (damit hat Kohl seine Wahl verloren)
    Alle übrigen Eingriffe der Politik in das System, daß der Form nach ja in der Selbstverwaltung steht) sind illegal.

    Zur Erheiterung: Zur Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes über die Unzulässigkeit der "sozialen Staffelung" von Pensionserhöhungen hat Blecha aufgebrüllt: "Das ist die Kastration der Politik!" Es wäre vielleicht segensreich gewesen, ihn beizeiten von der Zuchtwahl auszuschließen. Heute dürfte es aber zu spät sein.

    Wieder ernsthaft: Dieses Prinzip muß für alle Pensionssystem gelten, die nach dem Umlagesystem funktionieren.

    Pensionssysteme, die anders funktionieren sind nach versicherungsmathematischen Grundsätzen zu führen.

    Der Dauertatbestand der Untreue durch Politiker ihren Beamten und dem Steuerzahler gegenüber ist zu beenden, besonders auch in den Ländern, die glauben, sich auf Kosten des Bundes alles erlauben zu können.

    2.Selbst ein Pensionist, der sein Berufsleben lang die Höchstbeitragsgrenze in seinen Zahlungen geleistet hat kommt kaum wesentlich über 2.000, 2.500 Euro hinaus, brutto.
    Wie der Durchschnittspensionist mit-wenn meine Infor stimmt- weniger als 1.000 Euro über die Runden kommt ist mir ohnehin schleierhaft.

    Der nach Marxistischem Lehrbuch seit Jahren konsequent durchgeführten Enteignung der Sparer, sei es durch die Zinshöhe, sei es durch die Sparbuchsteuer etc. ist Einhalt zu gebieten.

    Das kommt für die heutigen Pensionisten aber auch die Pensionsanwärte von , sagen wir, 35 Jahren an aufwärts, zu spät weshalb langfristige Übergangsfristen
    festgelegt werden müssen. Die müssen aber legistisch so festgeschrieben werden, daß nicht irgendein populistischer Sauhaufen sie wieder abschaffen kann.

    Ein besonders dramatisches Kapitel stellen die jungen Menschen dar, die heute- wenn überhaupt- nur in sogenannten prekären Arbeitsverhältnissen unterkommen. Abgesehen von der geringen Bezahlung, die das Sparen für das Alter ohnehin schwierig macht, besonders für junge Menschen mit ihren gesteigerten Bedürfnissen an Wohnung, Einrichtung, immer noch Auto, Kinder etc. glauben diese Leute- aus heutiger Sicht durchaus zu Recht- nicht daran, daß ihre Sozialversicherungsbeiträge und ihre Spargroschen für das Alter überhaupt erhalten bleiben.

    Wir haben es da folglich mit einer tiefen- nach Marxschem Lehrbuch gewollten- Vertrauenskrise der Jungen in den Staat nach bürgerlichen Werten zu tun.

    3) Lassen wir uns ncht in den Streit: ASVG gegen kapitalunterlegte Pension hetzten. Wir sollten beides haben ! Wenn die Jungen als Zahler ausfallen, dann läuft vielleicht die Börse gut, wenn die Börse schlecht ist, dann springen vielleicht die Jungen ein.

    Das waren nun bloß ein paar Marginalien zum Thema !
    Diskutanten: vor den Vorhang!

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorF.V.
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    24. April 2013 14:45

    4 x 8 = 32 und 2 x 16 = 32 oder 8 x 4 = 32, ....

    Um die Äquivalenz des Ergebnisses dieser Rechungen festzustellen, bedarf es keiner „Experten“. Mit solchen Multiplikationen rechnen sie uns nur vor, daß bei längerem Lebensalter (und damit längerer Pensionsdauer) die Pensionen nicht mehr „gesichert“ sind, bzw. eine „Reform“ – d. h. eine Kürzung der Pension notwendig sei, damit die Multiplikation auch in Zukunft stimme. Oder, daß man länger arbeiten (= die Pensionsdauer verkürzen) müsse, um auch wieder zum gleichen Ergebnis zu kommen.

    Dem stehen ein paar Randbedingungen gegenüber:

    1. wird uns ständig vorgerechnet, daß wir zu den reichsten nationen gehören und das BIP jährlich (meist) wachse oder in der ganzen Vergangenheit seit Kreisende sogar sehr massiv gewachsen ist. D. h. die erwirtschafteten Mittel sind nicht nur vorhanden, sondern sind sogar mehr geworden. In gewissem Sinn ist das trotz gefälschter Statistiken glaubwürdig, denn es gab natürlich eine gewaltige Produktivitätssteigerung durch automatisierte Prozesse.

    Das Problem ist also die Verteilung des gewachsenen Reichtums, nicht ein nicht vorhandener.

    2. die Wirtschaft stellt – zumindest heute und in den vergangenen Jahren – keine älteren Menschen ein, bzw. kündigt sie sogar, bevor sie einem besonderen Kündigungsschutz eventuell unterliegen, weil sie schon „so alt geworden sind“ und daher nicht mehr „frei gesetzt“ werden dürfen.

    Solange sich hier die Einstellung der Wirtschaft auf breiter Basis nicht geändert hat, sind die „Reform-Vorschläge“ mit längerer Arbeitsdauer (= späteren Pensionsantrittsalter) Briefe ans Christkind, aber keine ernsthaften Lösungsvorschläge.

    Der „Beweis“, daß in Deutschland neuerdings um ca. 12 % mehr ältere Menschen eingestellt würden, ist nicht stichhaltig: erstens ist eine „Statistik“ über ein oder zwei Jahre ohne Aussagekraft, zweitens dürfte die Basis dieser Steigerung (sofern sie überhaupt stimmt) eine sehr marginale sein und keine Rückschlüsse auf zweistellige Millionen ältere, arbeitsfähiger und –williger Menschen zulassen.

    In Deutschland vor dem WK II mußten viele Produkte substituiert werden, weil das Land boykottiert wurde. Um aber zB die Bauern zu vermehrten Anbau von Flachs zu bewegen, mußte diesen zuvor ein Abnahmevertrag auch den wirtschaftlichen Erfolg des Umstiegs sichern. Um aber solche Abnahme-Garantien auch einhalten zu können, mußten ebenfalls zuvor oder parallel die entsprechenden nachfolgenden Verarbeitungs-Kapazitäten geschaffen werden. – Ohne diese gesamthaften Maßnahmen wäre der politische Wunsch etwa den Ausfall (englischer) Schafwolle mit anderen Fasern (auch künstlichen) zu kompensieren, niemals Realität geworden. Ähnlich ist es mit dem politisch berechtigten Wunsch des späteren Pensionsantritts: wenn die älteren Menschen nicht beschäftigt werden, kann dieser Wunsch nur eine Sprechblase sein.

    3. das 3-Säulen-Modell, das angeblich Umlage, Firmenpension und private Vorsorge bedeutet, funktioniert auch nur in einer funktionierenden Volkswirtschaft. Also, es muß zusammenbrechen, wenn außerstaatliche Instanzen uns Millionenheere von Immigranten aufs Auge drücken, oder, wenn nach EU-„Gemeinschaftsrecht“ die Bürger anderer EU-Staaten über billige Tricks sich in das Sozial- und Pensionssystem eine anderen Volkswirtschaft „einklinken“ können, oder, wenn schlicht und einfach die Wirtschaft aus anderen Gründen kollabiert.

    Es gehen Firmen pleite, es werden Milliarden-Vermögen durch Hyperinflation oder – wie jüngst vorgeführt – per Konfiskation verdünnt oder ganz aufgelöst. Sicherheit gibt also dieses Modell auch keine.

    Die einzige – gerechte – Lösung ist das Umlageverfahren, wobei die Mittel aus den aktuell eingezahlten Pensionsbeiträgen UND - wo nicht ausreichend – aus dem Steuertopf kommen.

    Alles andere ist Augenauswischerei.

    Was einzig eine gerechte und notwendige „Reform“ wäre, ist die Beseitigung von unbegründeten Privilegien, also solchen Pensions-Zusagen, die weder durch die geleisteten Beiträge noch durch die Dauer der Anwartschaft begründet sind. Dies betrifft aber ausschließlich diese Sektoren der Wirtschaft, die staatlich, staatsnahe oder im staatlichen Einflussbereich stehen, selbst wenn sie rein formal als AG firmieren. In der „normalen“ Privatwirtschaft kommt das nicht vor, oder es ist Teil eines Entlohnungssystems und damit leistungsorientiert.


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  1. Mandeep (kein Partner)
    20. Januar 2015 09:22

    this is absolutly the way of the fuurte.. touch panels and mobile devices are ok for home automation, but voice is just so much easier.. newer more advanced educated' voice recognition programs will emerge within the next few years..

  2. Pensionist_FK_S (kein Partner)
    26. April 2013 14:33

    Im Gastkommentar „Unsere Pensionen“ schreibt Mag. Dr. Freilinger über die Pensionen und der zu ihrer Sicherung notwendigen Maßnahmen.
    Zu seinem Zitat:
    „...Das Wichtigste und Vordinglichste ist meines Erachtens, dass wir Pensionisten uns nicht länger das Heft des Handelns von Herren wie Blecha und Khol aus der Hand nehmen lassen dürfen. Wir müssen verstärkt unsere Interessen selbst wahrnehmen.“:
    In der Industrie, also z.B. nicht bei Beamten und Mitarbeitern im öffentlichen Dienst, gibt es seit Jahren nur die ASVG-Pensionen für Pensionisten und – falls Firmen eine Firmenpension angeboten haben – diese waren dann Teil des Dienstvertrages(!) – Firmenpensionen zur finanziellen Sicherung im Alter. Rund um die Jahrtausendwende wurden diese Firmenpensionen, durch systematische Übertritte in Ansprüche bei Pensionskassen abgelöst. Um zu diesen Übertritte zu motivieren, wurde den Mitarbeitern schriftlich zugesagt, daß die Einzahlungen der Firmen in die Pensionskasse ausreichen, um die bisherigen Ansprüche und Zahlungen zu sichern. Wie hoch die Einzahlungen pro Mitarbeiter in die Pensionskassen in diesem Sinne sein mußte, wurde auf Grund von Lebenserwartung und zu erwartenden Anlageergebnissen der Gelder errechnet und an die Pensionskasse gezahlt. Leider waren die dabei getroffenen Annahmen dabei viel zu optimistisch, es wurde einfach zu wenig eingezahlt. Deshalb wurden später Forderungen bezüglich der Nachschußpflicht der Firmen virulent. Es gibt aktuell Firmen, die durch Nachschüsse wenigstens die Kaufkraft der Pensionen zu erhalten suchen, aber auch solche, die bisher das gesamte Anlagerisiko auf die Pensionisten abwälzen.
    So geschah den Pensionisten der Siemenspensionskasse zwischen 2004 und 2013 folgendes:
    Ab 1.1. 2004 (1. Jahr der „Selbständigkeit“ der Siemens-Pensionskasse) vier Kürzungen (2004, 2009, 2012, 2013) und in allen Jahren ab 2004 bis 2013 kein Inflationsausgleich!
    Angegebene Gründe für Pensionskürzungen im Detail:
    Ab 1.1. 2004 Umstellung von „Periodentafeln“ auf „Generationentafeln“: Kürzung um individuellen Prozentsatz, im Mittel ca. 4,75%
    Ab 1.1.2009 schlechte „Performance“ (Kapitalmarkt): Kürzung um 14,5%
    Ab 1.1.2012 schlechte „Performance“ (Kapitalmarkt): Kürzung um 10,5%
    ab 1.1.2013 Kürzung wegen früherer schlechter „Performance um“ 1,0%
    Berücksichtigt man die zwischenzeitliche Inflation, so kommt man auf einen Kaufkraftverlust von 40%!
    Im Sinne von „...das Heft des Handelns...nicht aus der Hand nehmen zu lassen“ laufen seit mehreren Jahren Klagen der Pensionisten des ehemaligen Führungskreises gegen diese Abwälzung des Anlagerisikos allein zu Lasten der Pensionisten. Hingegen tut der Betriebsrat, er vertritt den Tarifkreis, nichts.
    Zum aktuellen Stand der Klagen eine Zusammenfassung:
    Stellvertretend für rund 6.500 Siemens-Pensionisten legen vier ehemalige Siemens-Mitarbeiter Berufung gegen ein abweisendes Urteil des Arbeits-und Sozialgerichts Wien ein.
    Die vier Kläger sind der Überzeugung, dass ihnen Siemens Österreich als ehemaliger Arbeitgeber 1998 bei der Gründung der Siemens Pensionskasse zugesagt hat, dass ihre künftigen Pensionen „in jedem Fall um 1,5 % pro Jahr“ steigen werden.
    Dies wurde ihnen in einer Broschüre, mit der sie vom Arbeitgeber Siemens zum Übertritt in die Pensionskasse eingeladen wurden, schriftlich bestätigt und auch später in Einzelfällen bei persönlichen Gesprächen zugesichert. Diese Zusicherungen wurden von den für die Pensionskassen-Lösung verantwortlichen Managern bei ihrer Zeugeneinvernahme bei Gericht als „Fehler“ eingestanden, vom Siemens-Anwalt allerdings als „Druckfehler“ heruntergespielt.
    - Unverständnis für das Urteil des Erstgerichts – Ist Justitia blind?
    Das Erstgericht sah diese Textpassage in der Broschüre nicht als Garantiezusage an und meinte, dass diese schriftliche Aussage in einem „Gesamtzusammenhang“ zu sehen sei. Die vier Kläger und ihre Anwälte sind allerdings der Meinung, dass das Erstgericht eine unrichtige Tatsachenfeststellung getroffen hat und daher auch zu einer unrichtigen Beurteilung kommt.
    Die Kläger machen in ihrer Berufung eine Fülle von aus ihrer Sicht Fehlern des Erstgerichts geltend. Sie haben den Eindruck, als ob das Erstgericht einseitig sich die Sichtweise von Siemens zu Eigen machte, und die auch schriftlich vorgelegten Dokumente der Kläger gar nicht oder nicht ausreichend berücksichtigte.
    - Massiver Kaufkraftverlust der Siemens-Firmenpensionen:
    Von der Siemens Pensionskasse wurden nach 2003 die Pensionen für die 2003 bereits im Ruhestand befindlichen Mitarbeiter kein einziges Mal erhöht und sogar bereits viermal gekürzt. Damit wurden seit 2003 die Firmenpensionen nominell insgesamt um über ein Viertel reduziert. Berücksichtigt man die inzwischen eingetretene Verbraucherpreisentwicklung, so hat sich die Kaufkraft um 40 % vermindert
    -Siemens – ein Unternehmen mit sozialer Verantwortung?
    Bereits 1872 wurde von Werner von Siemens, dem Gründer des Konzerns, eine Alters-Pensionskasse ins Leben gerufen. Die Tradition einer Vorsorge für die Pensionszeit hat 2 Weltkriege überstanden, wurde nach 1945 in den verstaatlichten österreichischen Siemens-Betrieben fortgesetzt und 1971 nach Gründung der Siemens AG Österreich weitergeführt. Die Anpassung der Pensionen an die Verbraucherpreisentwicklung wurde durch jahrzehntelange betriebliche Übung bestätigt. Nach Gründung der Siemens Pensionskasse im Jahre 1998 wurde diese Tradition erstmalig 2004 abgebrochen. Pensionen wurden gekürzt und die Forderungen auf Einhaltung der seinerzeitigen Zusagen von Siemens mit juristischen Spitzfindigkeiten abgewehrt. Das soziale Verständnis einer Altersvorsorge bei Siemens Österreich wich einer pragmatischen Kosten-Nutzen-Überlegung. Und Pensionen werden offenbar nur mehr als Kostenfaktor gesehen, den es zu minimieren gilt. Das diesbezüglich letzte Signal war der Verkauf der Siemens Pensionskasse AG (und damit die Rücklagen aller Siemens Pensionisten) an die Valida Vorsorge Holding im Jahr 2012, die damit zur größten Pensionskasse in Österreich wurde.
    Dies im Gegensatz zur Entwicklung bei Siemens in Deutschland. Dort gibt es für die Firmenpensionisten nach wie vor einen regelmäßigen Ausgleich der Kaufkraftverluste. Und auch in den anderen Landesgesellschaften des Siemens Konzerns gibt es keine Pensionskürzungen wie in Österreich. Frau Mag. Brigitte Ederer, mittlerweile im Siemens Stammhaus in den Vorstand berufene ehemalige Vorsitzende des Vorstands von Siemens Österreich lehnte 2009 Kompromissgespräche mit Vertretern der Siemens-Pensionisten ab und verwies diese auf den Klageweg.
    Siemens Österreich – ertragsstark wie nie zuvor:
    Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist, dass der Schaden, den die Kläger reklamieren, mit ein paar Millionen abgedeckt wäre. Statt jedoch die zumindest moralisch verständlichen Anliegen der Siemens-Pensionisten abzudecken, wurde von Siemens Österreich 2012 eine Dividende von 1 Milliarde Euro an das Stammhaus Siemens in München überwiesen. Zugleich wurden 750 Mio. Euro als zweitbestes Ergebnis in der Geschichte von Siemens in Österreich für 2011/12 publiziert
    - Ehemalige Mitarbeiter – rechtlose Opfer?
    Kein Wunder, dass die Pensionisten die Vorgangsweise von Siemens nur mit Unverständnis zur Kenntnis nehmen können. Zusätzlich fühlen sie sich als Opfer des „schlechtesten Pensionskassensystem

    • ambrosius
      27. April 2013 09:47

      Erfahrungsgemäß verhält es sich bei den Pensionskassen ebenso wie mit allen anderen " intelligenten" Anlageprodukten die eine wildgewordene Finanzwirtschaft in einer wildgewordenen Gesellschaft seit den 90er Jahren zunehmend abietet: alle kosten nur Geld.!
      Pensionskassen als Teil der Innerbetrieblichen Altersvorsorge sind m.E.- um es äußerst euphemistisch auszudrücken- der schwächste Teil.
      Richterliche Hilfe zu erwarten ist sinnlos, denn Richter sind in aller Regel nicht in der Lage, das System der Pensionskassen überhaupt zu verstehen,geschweige zu beurteilen. Wieder einmal ist der rhetorisch besser geschulte Anwalt derjenige, auf dessen Seite das Recht ist.

    • Pensionist_FK_S (kein Partner)
      27. April 2013 12:01

      @ambrosius:
      Sie haben vermutlich recht.
      Nur ein Hinweis um welche Beträge es bei den erwähnten Firmenpensionen geht:
      Der Mittelwert der Bezüge, gebildet über jene vom ehemaligen Generaldirektor bis zum einfachsten Mitarbeiter, liegt monatlich unter 400Euro. Die ehemaligen Führungskräfte (Akademiker), die Klagen eingebracht haben, erhalten Firmenpensionen, die zusammen(!) mit ihrer ASVG-Pension monatlich ähnliche Einkünfte ergeben, wie z.B. jene von pensionierten Mittelschulprofessoren.

    • ambrosius
      27. April 2013 14:49

      Damit wären wir beim Thema ASVG Pension versus Beamtenpension.
      Das Thema ist aber, wie aus den Reaktionen rubr. Beitrages erkennbar, weger für Jung noch für Alt von Relevanz, weshalb sich auch nichts ändern wird.

  3. Nestor 1937
    25. April 2013 12:12

    Es wäre viel viel klüger gewesen, die sowieso maßvollen Schüssel'schen Pensionsreformen n i c h t anzutasten.

    Aber die neunmalklugen Epigonen von Pröll bis Gusenbauer haben vieles davon außer Kraft gesetzt. Jetzt haben wir den Pallawatsch!

  4. F.V. (kein Partner)
    24. April 2013 14:45

    4 x 8 = 32 und 2 x 16 = 32 oder 8 x 4 = 32, ....

    Um die Äquivalenz des Ergebnisses dieser Rechungen festzustellen, bedarf es keiner „Experten“. Mit solchen Multiplikationen rechnen sie uns nur vor, daß bei längerem Lebensalter (und damit längerer Pensionsdauer) die Pensionen nicht mehr „gesichert“ sind, bzw. eine „Reform“ – d. h. eine Kürzung der Pension notwendig sei, damit die Multiplikation auch in Zukunft stimme. Oder, daß man länger arbeiten (= die Pensionsdauer verkürzen) müsse, um auch wieder zum gleichen Ergebnis zu kommen.

    Dem stehen ein paar Randbedingungen gegenüber:

    1. wird uns ständig vorgerechnet, daß wir zu den reichsten nationen gehören und das BIP jährlich (meist) wachse oder in der ganzen Vergangenheit seit Kreisende sogar sehr massiv gewachsen ist. D. h. die erwirtschafteten Mittel sind nicht nur vorhanden, sondern sind sogar mehr geworden. In gewissem Sinn ist das trotz gefälschter Statistiken glaubwürdig, denn es gab natürlich eine gewaltige Produktivitätssteigerung durch automatisierte Prozesse.

    Das Problem ist also die Verteilung des gewachsenen Reichtums, nicht ein nicht vorhandener.

    2. die Wirtschaft stellt – zumindest heute und in den vergangenen Jahren – keine älteren Menschen ein, bzw. kündigt sie sogar, bevor sie einem besonderen Kündigungsschutz eventuell unterliegen, weil sie schon „so alt geworden sind“ und daher nicht mehr „frei gesetzt“ werden dürfen.

    Solange sich hier die Einstellung der Wirtschaft auf breiter Basis nicht geändert hat, sind die „Reform-Vorschläge“ mit längerer Arbeitsdauer (= späteren Pensionsantrittsalter) Briefe ans Christkind, aber keine ernsthaften Lösungsvorschläge.

    Der „Beweis“, daß in Deutschland neuerdings um ca. 12 % mehr ältere Menschen eingestellt würden, ist nicht stichhaltig: erstens ist eine „Statistik“ über ein oder zwei Jahre ohne Aussagekraft, zweitens dürfte die Basis dieser Steigerung (sofern sie überhaupt stimmt) eine sehr marginale sein und keine Rückschlüsse auf zweistellige Millionen ältere, arbeitsfähiger und –williger Menschen zulassen.

    In Deutschland vor dem WK II mußten viele Produkte substituiert werden, weil das Land boykottiert wurde. Um aber zB die Bauern zu vermehrten Anbau von Flachs zu bewegen, mußte diesen zuvor ein Abnahmevertrag auch den wirtschaftlichen Erfolg des Umstiegs sichern. Um aber solche Abnahme-Garantien auch einhalten zu können, mußten ebenfalls zuvor oder parallel die entsprechenden nachfolgenden Verarbeitungs-Kapazitäten geschaffen werden. – Ohne diese gesamthaften Maßnahmen wäre der politische Wunsch etwa den Ausfall (englischer) Schafwolle mit anderen Fasern (auch künstlichen) zu kompensieren, niemals Realität geworden. Ähnlich ist es mit dem politisch berechtigten Wunsch des späteren Pensionsantritts: wenn die älteren Menschen nicht beschäftigt werden, kann dieser Wunsch nur eine Sprechblase sein.

    3. das 3-Säulen-Modell, das angeblich Umlage, Firmenpension und private Vorsorge bedeutet, funktioniert auch nur in einer funktionierenden Volkswirtschaft. Also, es muß zusammenbrechen, wenn außerstaatliche Instanzen uns Millionenheere von Immigranten aufs Auge drücken, oder, wenn nach EU-„Gemeinschaftsrecht“ die Bürger anderer EU-Staaten über billige Tricks sich in das Sozial- und Pensionssystem eine anderen Volkswirtschaft „einklinken“ können, oder, wenn schlicht und einfach die Wirtschaft aus anderen Gründen kollabiert.

    Es gehen Firmen pleite, es werden Milliarden-Vermögen durch Hyperinflation oder – wie jüngst vorgeführt – per Konfiskation verdünnt oder ganz aufgelöst. Sicherheit gibt also dieses Modell auch keine.

    Die einzige – gerechte – Lösung ist das Umlageverfahren, wobei die Mittel aus den aktuell eingezahlten Pensionsbeiträgen UND - wo nicht ausreichend – aus dem Steuertopf kommen.

    Alles andere ist Augenauswischerei.

    Was einzig eine gerechte und notwendige „Reform“ wäre, ist die Beseitigung von unbegründeten Privilegien, also solchen Pensions-Zusagen, die weder durch die geleisteten Beiträge noch durch die Dauer der Anwartschaft begründet sind. Dies betrifft aber ausschließlich diese Sektoren der Wirtschaft, die staatlich, staatsnahe oder im staatlichen Einflussbereich stehen, selbst wenn sie rein formal als AG firmieren. In der „normalen“ Privatwirtschaft kommt das nicht vor, oder es ist Teil eines Entlohnungssystems und damit leistungsorientiert.

    • ambrosius
      24. April 2013 15:48

      ad 1.)Im Umlageverfahren sind die Beitragszahlungen der Jungen gleich den Pensionszahlungen an die Alten.
      Mit dem " Reichtumg" einer Volkswirtschaft, eines Volkes hat das ex definitione überhaupt nichts zu tun.

      ad 2) Die Altersarbeitslosigkeit ist ein Problem sui generis und hat mit der Pensionsfrage ebenfalls nichts zu tun.
      Eine- sachlich ohnehin nicht gerechtfertigte- Junktimierung der beiden Problemkreise bedeutet, daß das Steuerrad auf Katastrophenkurs fixiert bleibt (geradeso, wie die Gewerkschaft das will)

      Wozu dient- bitte sehr- der Ausflug nach Deutschland?

      ad 3) Die Problematik der betrieblichen Vorsorge wurde schon angesprochen. Ich vermisse Lösungsvorschläge.

      Die Forderung " Umlage plus Steuergeld" bedeutet die Fortsetzung des Horrorkurses, auf dem wir uns schon befinden.

      Der letzte Absatz spricht tatsächlich ein äußerst ärgerliches Übel an, das allerdings leider auch in der Privatwirtschaft auftritt, weil auch dort die Aufsichtsorgane versagen und die Aktionäre marginalisiert sind.

  5. Eso-Policier (kein Partner)
    24. April 2013 12:51

    Das Renteneintrittsalter soll ganz abgeschafft werden. Jeder Mensch sollte so lange arbeiten, wie er arbeiten kann. Zudem kann durch diverse ökologische Maßnahmen erreicht werden, dass die Menschen auch im hohen Alter noch arbeitsfähig sind. Mehr dazu unter
    www.esopolice.wordpress.com

    • ambrosius
      24. April 2013 14:04

      Bei der Pension im Umlageverfahren wird das schwer realisierbar sein. Da braucht es einfach einen Zeitpunkt, zu dem die Alten ein Recht darauf haben, von den Jungen erhalten zu werden.
      Bei der Betriebspension kann das funktionieren, wenn die Höhe der Pension von der in der aktiven Zeit geleisteten Kapitaldeckung abhängig ist.

      Davon abgesehen ist Ihre Meinung natürlich die absolut richtige. Das Argument der Gewerkschaften bzgl. der Jugendarbeitslosigkeit stimmt ja erwiesenermaßen nicht.
      Das Arbeitsverbot, wie es in guter Marxistischer Tradition heute verhängt wird ist ja eigentlich eine Sauerei.

  6. fokus
    23. April 2013 12:41

    Auch die Wiener Verkehrsbetriebe bieten verbilligte Seniorenfahrscheine an, in zahlreichen Museen wird verbilligter Eintritt für Pensionisten forciert.

    Das sind aber alles nur Tropfen auf dem heißen Stein!

    Wenn unsere Pensionskassen überleben wollen, dann ist eine Umstellung vom Umlageverfahren auf das gerechtere und generationenfreundlichere 3-Säulen-System unumgänglich. Genau in diese Richtung müssen wir uns engagieren und die zuständigen Politiker unter Druck setzen.

    Einen anderen Ausweg sehe ich auf Dauer nicht!

    • ambrosius
      23. April 2013 15:25

      Habe ich das drei Säulen System richtig verstanden als Kombination von Umlageverfahren, betrieblicher Vorsorge und Eigenvorsorge ?

      Wenn ja, dann einverstanden. Ein Problem ist allerdings, wie wir die betriebliche Vorsorge übertragbar machen, denn die Leute haben heute immer weniger Lebensstellungen bei den Betrieben.

  7. Helmut Oswald
    23. April 2013 10:47

    Mehr für unsere Kinder zu tun ist wichtig und Kinderreichtum ist gleichzeitig die einzige nachhaltige Lösung für die Pensionsfrage. Angesichts der florierenden Scheinasylanten - und Ausländerimportindustie besteht allerdings die Gefahr, daß damit die Überfremdung gefördert wird. Wohl das Letzte, was gewollt ist.
    Was tun ist klar - aber es auch richtig zu tun - das ist wohl mehr die Frage.

    • ambrosius
      23. April 2013 14:27

      Natürlich sind Kinder ein Schlüssel zur Lösung des Problems, aber erst in 20 bis 25 Jahren und wenn die Kinder dann entsprechenden Verdienst finden. Dazu müssten wir aber schon heute zweckdienliche Anreize für kinderreiche Familien bieten.

      Die Ausländerfrage spielt hier überhaupt keine Rolle, solange nicht von Sozialbetrug die Rede ist.

  8. ambrosius
    23. April 2013 10:08

    Bravo ! Eine großartige Initiative. Ich hoffe auf reichlich Diskussionsbeiträge, die- hoffentlich- sachlich bzw. sachdienlich sind.

    Mir fällt als erster, aus der Hüfte gezogener Schnellschuß folgendes dazu ein:

    1) Die ASVG Pension ist nach dem Umlagesystem organisiert und die Pensionen dürfen daher - von kurzfristigen und umkehrbaren demoskopischen Schwankungen abgesehen- nicht mehr Geld beanspruchen als die Jungen einzahlen. Die Frühpensionsaktionen für (Schein)Arbeitslose, wie sie Kreisky und sein Team in der Verstaatlichten eingeführt haben und die das Pensionsalter unfassbar herabgesetzt haben sind ein Verbrechen dessen sich auch praktisch alle Sozialpolitiker seither schuldig gemacht haben.
    Die Höhe der Pensionen ist eine mathematische Funktion aus Lebenserwartung und Höhe der Einzahlungen der Jungen.Punktum! (damit hat Kohl seine Wahl verloren)
    Alle übrigen Eingriffe der Politik in das System, daß der Form nach ja in der Selbstverwaltung steht) sind illegal.

    Zur Erheiterung: Zur Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes über die Unzulässigkeit der "sozialen Staffelung" von Pensionserhöhungen hat Blecha aufgebrüllt: "Das ist die Kastration der Politik!" Es wäre vielleicht segensreich gewesen, ihn beizeiten von der Zuchtwahl auszuschließen. Heute dürfte es aber zu spät sein.

    Wieder ernsthaft: Dieses Prinzip muß für alle Pensionssystem gelten, die nach dem Umlagesystem funktionieren.

    Pensionssysteme, die anders funktionieren sind nach versicherungsmathematischen Grundsätzen zu führen.

    Der Dauertatbestand der Untreue durch Politiker ihren Beamten und dem Steuerzahler gegenüber ist zu beenden, besonders auch in den Ländern, die glauben, sich auf Kosten des Bundes alles erlauben zu können.

    2.Selbst ein Pensionist, der sein Berufsleben lang die Höchstbeitragsgrenze in seinen Zahlungen geleistet hat kommt kaum wesentlich über 2.000, 2.500 Euro hinaus, brutto.
    Wie der Durchschnittspensionist mit-wenn meine Infor stimmt- weniger als 1.000 Euro über die Runden kommt ist mir ohnehin schleierhaft.

    Der nach Marxistischem Lehrbuch seit Jahren konsequent durchgeführten Enteignung der Sparer, sei es durch die Zinshöhe, sei es durch die Sparbuchsteuer etc. ist Einhalt zu gebieten.

    Das kommt für die heutigen Pensionisten aber auch die Pensionsanwärte von , sagen wir, 35 Jahren an aufwärts, zu spät weshalb langfristige Übergangsfristen
    festgelegt werden müssen. Die müssen aber legistisch so festgeschrieben werden, daß nicht irgendein populistischer Sauhaufen sie wieder abschaffen kann.

    Ein besonders dramatisches Kapitel stellen die jungen Menschen dar, die heute- wenn überhaupt- nur in sogenannten prekären Arbeitsverhältnissen unterkommen. Abgesehen von der geringen Bezahlung, die das Sparen für das Alter ohnehin schwierig macht, besonders für junge Menschen mit ihren gesteigerten Bedürfnissen an Wohnung, Einrichtung, immer noch Auto, Kinder etc. glauben diese Leute- aus heutiger Sicht durchaus zu Recht- nicht daran, daß ihre Sozialversicherungsbeiträge und ihre Spargroschen für das Alter überhaupt erhalten bleiben.

    Wir haben es da folglich mit einer tiefen- nach Marxschem Lehrbuch gewollten- Vertrauenskrise der Jungen in den Staat nach bürgerlichen Werten zu tun.

    3) Lassen wir uns ncht in den Streit: ASVG gegen kapitalunterlegte Pension hetzten. Wir sollten beides haben ! Wenn die Jungen als Zahler ausfallen, dann läuft vielleicht die Börse gut, wenn die Börse schlecht ist, dann springen vielleicht die Jungen ein.

    Das waren nun bloß ein paar Marginalien zum Thema !
    Diskutanten: vor den Vorhang!





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