Die roten Meinungsmacher (22): Radio CD: Der Feind aus dem Osten

In Kärnten, der südlichen Steiermark und in Tirol sind zu dieser Zeit bereits mehrere Radiosender mit österreichischem Programm aus den südlichen Nachbarländern Italien und Jugoslawien (später Slowenien) zu empfangen. Viele dieser kleinen, oftmals amateurhaft geführten Sender, konnten aber weder am Hörer-, noch am Werbemarkt reüssieren.

„Den Radios ist kein wirtschaftlicher Erfolg beschieden. Die meisten stellen still und leise ihren Sendebetrieb wieder ein.“[i] Lediglich Willi Webers Radio Uno und zum Teil auch das aus Jugoslawien/Slowenien einstrahlende MM2 erzielen nennenswerte Reichweiten und können dementsprechend auch in Österreich erfolgreich Werbezeiten verkaufen.[ii]

Radiosender

Tagesreichweite in 1000

Radio UNO 1 +2

56.000

MM2

42.000

Antenne Austria Süd

6.000

(Quelle: Fessel + GfK; Optima Tagesreichweite 1992)

Der ORF ist über diese Situation zwar alles andere als glücklich, der Schaden hält sich aber in Grenzen. Die Tagesreichweiten und Marktanteile der Grenzlandsender bewegen sich in überschaubarem Rahmen, Kärnten und die südliche Steiermark sind zudem nicht gerade dicht besiedelt. Abgesehen von einigen halbherzigen Versuchen hält sich der ORF deshalb mit seinen Aktivitäten zur Be- und Verhinderung dieser Sender weitgehend zurück, zumal auch der Einfluss von SPÖ und ORF auf die Entscheidungsträger im fernen Rom eher bescheiden ist.

Anders sieht es im Osten Österreichs aus. Hier ist die Ausgangslage eine völlig andere. Alleine im Großraum Wien leben rund zwei Millionen Menschen, das Pro- Kopf-Einkommen liegt in dieser Region deutlichen über dem österreichweiten Schnitt, von Wien bis zur tschechoslowakischen Grenze sind es gerade einmal 60 Kilometer und dazwischen gibt es keine hohen Berge, die den Empfang eines einstrahlenden UKW-Senders in Wien behindern könnten.

Gründung von Radio CD

Da trifft es sich gut, dass die kommunistischen Regimes in ihren letzten Zügen liegen und dringend Devisen brauchen. Eine Gruppe von Privatradiopionieren startet 1988 ein waghalsiges Projekt: Günther Schuster, ein niederösterreichischer Bauunternehmer, Wolfgang Cejda, Anzeigenverkäufer bei der Kronenzeitung, Peter Düll, Hochfrequenztechniker, der bereits im italienisch-österreichischen Grenzgebiet Radiosender aufgebaut hat, der Filmproduzent Ronald P. Vaughan, Werbefachmann Walter Tributsch und Kurier-Redakteur Franz Eder wollen, von der damals noch kommunistischen tschechoslowakischen Provinzhauptstadt Bratislava aus, Wien und Teile Niederösterreichs mit einem österreichischen Privatradioprogramm versorgen.

Der Plan: Der slowakische Rundfunk soll den österreichischen „Radiopiraten“ eine freie UKW-Frequenz und die entsprechenden Sendeanlagen in Bratislava, das direkt an der österreichischen Grenze liegt, gegen Devisen vermieten. Der Name des geplanten Senders: Radio CD International (später nur noch Radio CD).

Franz Eder unterhält gute Kontakte in die ?SSR[iii]. Die soll er nun nutzen, um über Umwege eine Verbindung zum staatlichen Rundfunk aufzunehmen. Nach mehreren Wochen gibt es erste direkte Gespräche hinter dem Eisernen Vorhang: „Es gab eindeutige Signale seitens der Rundfunkverantwortlichen: Wir wollen mit Euch zusammenarbeiten – nicht zuletzt deswegen, weil auch der ?SSR-Kommunismus in seiner allerletzten Phase finanziell am Boden war, und wir ja wertvolle Devisenbringer zu sein schienen.“[iv]

Trotz der grundsätzlichen Bereitschaft, dieses Projekt umzusetzen, gestalten sich die Verhandlungen mit den politisch Verantwortlichen als langwierig und mühsam: „Es vergeht Woche um Woche, Monat um Monat – immer wieder bekommen wir Einladungen in die ?SSR – auch zu offiziellen, detaillierten Gesprächen im staatlichen Rundfunk. Doch noch immer fehlt die Freigabe des Zentralkomitees der KPC[v][vi].

Obwohl die österreichischen Privatradiopioniere um größte Geheimhaltung bemüht sind, bekommt die österreichische Medienszene Wind von dem Projekt. Am Küniglberg läuten die Alarmglocken, der ORF setzt alles in Bewegung, um das Radioprojekt zu Fall zu bringen. Der unliebsame Konkurrent für die ORF-Stationen Ö3 und Radio Wien soll erst gar nicht zu senden beginnen.

Risiken der Unternehmung

Eine hochrangige ORF-Delegation bestehend aus ORF-Generalsekretär Gerhard Zeiler, Gerhard Weis, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Unternehmensplanung, und Paul Twaroch, dem Intendanten des ORF-Niederösterreich, macht den Tschechoslowaken - laut den Angaben eines ehemaligen Radio-CD-Mitarbeiters[vii] – ein unmoralisches Angebot. Der ORF will dem slowakischen Rundfunk rund 36 Millionen Schilling zukommen lassen, wenn dieser das Privatradioprojekt platzen lässt.

Für die heimischen Privatradiopioniere bedeutet das zwar nicht das Ende ihres Traums, aber sie müssen für die Sendermiete nun deutlich tiefer in die Tasche greifen „und am Ende ihr Angebot nachbessern.“[viii]

Zudem gibt es immer wieder versteckte Drohungen und Warnungen gegen die künftigen Radio-CD-Macher. Da diese immer wieder zu Verhandlungen in die Tschechoslowakei reisen, deponieren sie aus Angst und als Rückversicherung brisante Dokumente bei ihren Anwälten. Diese sollen veröffentlicht werden, falls einer von ihnen hinter dem Eisernen Vorhang – aus welchen Gründen auch immer – verschwinden sollte.[ix] Von dieser Maßnahme setzt man auch den ORF in Kenntnis. Man rechnet jedenfalls mit dem Schlimmsten. Ob die Ängste und Vorsichtsmaßnahmen der Privatradiopioniere übertrieben oder gerechtfertigt sind, lässt sich aus heutiger Sicht nicht mehr seriös beantworten. Passiert ist den Radio-CD-Machern jedenfalls nichts.

Die Zeiten in der Tschechoslowakei sind damals äußerst turbulent. Die kommunistischen Machthaber werden abgesetzt und auch die Rundfunkverantwortlichen verlieren im Zuge der samtenen Revolution ihre Posten. Während des Zusammenbruchs des kommunistischen Regimes und des demokratischen Aufbruchs gelingt es den heimischen Radiopionieren im Jänner 1990 die notwendigen Kooperationsverträge mit dem tschechoslowakischen Rundfunk abzuschließen.

[x]

Radio CD geht auf Sendung

Am 31. März 1990 um exakt 05:15 geht Radio CD auf 101,8 MHz, einer Frequenz des tschechoslowakischen Rundfunks, auf Sendung. Dass der neue Sender wenig mit den vielen kleinen und meist unprofessionellen „Piratensendern“, die von Italien aus nach Österreich einstrahlen gemein hat, will Radio CD von Anfang an unter Beweis stellen. So holt man sich als Programmchef den bekannten Ö3-Mann Gotthard Rieger ins Boot oder besser in die Pyramide.[xi]

Wien wird mit Werbeplakaten regelrecht zugepflastert. Insgesamt fünf Millionen Schilling[xii] werden in die Werbekampagne zum Start des Senders investiert. Bei einer Kick Off Party in Vösendorf bei Wien versucht man bei den rund 1.000 geladenen Gästen aus der Werbe- und Medienbranche mit Hilfe von Stargast La Toya Jackson Stimmung für den neuen Sender zu machen.

Die Befürchtungen von ORF und SPÖ treffen nun allesamt ein. Die öffentlich rechtlichen Monopolsender bekommen es, trotz aller Bemühungen der SPÖ das Monopol zu schützen, nun erstmals mit einem ernsthaften Konkurrenten zu tun. Entsprechend groß ist die Freude bei der oppositionellen FPÖ. Der freiheitliche Klubchef Norbert Gugerbauer: „Es ist ein Treppenwitz der Geschichte: Bis vor kurzem versuchten westliche Radiostationen, zum Beispiel Radio Liberty, das Informationsmonopol des realen Sozialismus in Osteuropa zu durchbrechen. Heute müssen private österreichische Radiosender nach Ungarn, in die Tschechoslowakei ausweichen, um im Land des sogenannten demokratischen Sozialismus für einen freien Äther zu sorgen.“[xiii]

Die Investitionen in Programm und Marketing lohnen sich. Nach rund einem Jahr hat Radio CD in seinem Sendegebiet[xiv] laut einer Studie des österreichischen Gallup Instituts einen Bekanntheitsgrad von 69 Prozent. Die Tagesreichweite liegt laut dieser Befragung bei 19 Prozent.[xv]

[xvi]

Das gefällt auch der heimischen Werbewirtschaft. Die Kassen bei Radio CD klingeln: „Die Umsätze erreichen 1993 dreistellige Millionen Schilling Beträge.“[xvii]

Gegenangriff des ORF

All das ist für den ORF höchst unerfreulich, schließlich ist der öffentlich-rechtliche Popsender Ö3 auf die neue Konkurrenzsituation völlig unvorbereitet. Offenbar hatte die ORF-Führung bis zuletzt damit gerechnet, den Start von Radio CD doch noch verhindern zu können. Ö3 ist damals noch weit von einem modernen durchhörbaren Formatradio, das auf die Bedürfnisse und Interessen seiner Zielgruppe abgestimmt ist, entfernt. Ein einstündiges Nachrichtenjournal zu Mittag oder die anspruchsvolle und sperrige Jugendkultursendung „Musicbox“, treiben jene Hörer, die leichte Unterhaltung, nette Popmusik und flotte Moderationen bevorzugen, in Scharen zu Radio CD.

Der ORF reagiert auf den neuen Konkurrenten mit zwei Strategien. Zum einen wird das Programm von Ö3 zumindest halbherzig reformiert, so verschwindet etwa die Musicbox vom Nachmittag in die unproblematischeren späten Abendstunden. Im März 1992 wird dann das Programm des schwächelnden Senders Radio Wien einer Totalreform unterzogen. Der Grund: Während die ORF Regionalsender wie etwa Radio Burgenland oder Radio Tirol Marktanteile von um die 60 Prozent erzielen, dümpelt Radio Wien bei nicht einmal 20 Prozent herum. Das ehemals altbackene Schlagerprogramm wird durch ein Oldie/Softpop Format ersetzt.

Die ORF-Führung begnügt sich aber nicht damit, die Programme ihrer Sender der neuen Situation am ostösterreichischen Radiomarkt anzupassen, hinter den Kulissen versucht man weiterhin den unliebsamen Konkurrenten den Gar auszumachen. ORF und SPÖ üben Druck auf die mittlerweile slowakische Regierung[xviii] aus. ORF-Generalintendant Gerd Bacher schreibt einen bösen Brief an seinen slowakischen Amtskollegen. Inhalt: Radio CD gefährde die slowakisch-österreichischen Beziehungen. Ins gleiche Horn stößt Bundeskanzler Franz Vranitzky. Auch er versucht beim slowakischen Premier Vladimír Me?iar mit denselben Argumenten Stimmung gegen Radio CD zu machen.

Der Grund für die Aktivitäten im Hintergrund, Radio CD hat sich rasch als feste Größe am ostösterreichischen Hörfunk.- und Werbemarkt etabliert. Der offizielle und von allen anerkannte Radiotest weist im Jahr 1993 für Radio CD eine Tagesreichweite von 15,3 Prozent[xix] in Wien aus[xx].

Die Gewinne, die Radio CD einfährt, werden in verschiedene andere Rundfunkprojekte investiert. Anfang 1993 betreibt die Radio CD Gruppe gemeinsam mit dem slowenischen Rundfunk Radio Marburg International (RMI), hält Anteile am slowakischen Sender RockFM und an Radio Monte Carlo[xxi], zudem gibt es Pläne für einen Privatfernsehsender in der Schweiz, die aber relativ rasch wieder fallengelassen werden.

[xxii]

Erste Abschaltung – Schadensbegrenzung durch Außenminister Mock

Doch der Erfolgslauf von Radio CD wird jäh unterbrochen. Am 1. Oktober dreht die slowakische Telekom den Sender ab.[xxiii] Die vage Begründung: „eine nichtkorrekte Antennenposition bzw. nichtkonforme Ausstrahlung“[xxiv]

Ministerpräsident Vladimir Meciar begründet die Abschaltung auf Nachfrage von Journalisten mit "gesetzlichen Problemen (…). Außerdem seien noch Gebühren ausständig“

Die Radio CD Mannschaft ist verzweifelt, alleine am ersten Tag verliert der Sender laut eigenen Angaben rund 500.000 Schilling[xxv] Die Radio CD Führung wendet sich an den damaligen Außenminister Alois Mock von der ÖVP, dieser „reagiert rasch und ruft noch im Beisein der Mitarbeiter im slowakischen Außenamt an, um die Wiedereinschaltung herbeizuführen.“[xxvi]

Selbst die Journalistengewerkschaft, bisher stets vehementer Verteidiger des ORF-Monopols, protestiert gegen die „unmotivierte und unangekündigte Abschaltung des Senders von Radio CD durch das slowakische Verkehrsministerium.“[xxvii]

Der Gewerkschaft geht es aber weniger um einen liberalen Rundfunkmarkt, als vielmehr um die 55 Arbeitsplätze, die nun gefährdet sind. Allerdings fordern die Gewerkschafter – in weiser Voraussicht – nicht Genossen Vranitzky auf, sich für Radio CD stark zu machen, sondern ÖVP Außenminister Mock.

Nach langen zähen Verhandlungen auf höchsten politischen Ebenen gelingt es der Radio CD Leitung mit Unterstützung der ÖVP die Wiedereinschaltung des Senders zu erreichen. Am 13.Oktober geht Radio CD wieder on Air. Zuvor hatte der für Rundfunk zuständige slowakische Verkehrsminister Roman Hofbauer allerdings eine Bedingung gestellt: Radio CD darf als offiziellen Grund für die Abschaltung nur einen technischen Defekt angeben.[xxviii]

Um die SPÖ noch zusätzlich zu ärgern, verkündet die ÖVP stolz „Das Eintreten in dieser Angelegenheit von Bundesparteiobmann BUSEK und Außenminister MOCK durch Gespräche mit dem slowakischen Ministerpräsidenten MECIAR, haben sich für den Erhalt einer größeren Medienvielfalt in Österreich bewährt.“[xxix]

Die Freude ist groß: Radio CD ruft spontan eine nächtlichen Wiederauferstehungsparty aus. Rund 3.500 Fans kommen in die Lugner City. Doch so sehr sich die Mitarbeiter und die Hörer freuen, die 12tägige Sendepause hat für den Radio CD schwerwiegende – und von vielen durchaus gewollte – Folgen: Dem Sender ist nicht nur ein enormer finanzieller Schaden entstanden, die Werbekunden sind zudem höchst verunsichert. Gerüchte um Liquiditätsprobleme machen die Runde. Der ORF darf sich freuen.

Zweite und dritte Abschaltung: Das Ende für Radio CD

Anfang Dezember kündigt das für Rundfunk zuständige Ministerium erneut an Radio CD abzudrehen. „Radio CD" sende vom Territorium der Slowakei aus ohne Registrierung, die Sendungen seien daher als "Piraterie" einzustufen“[xxx], so  ein Regierungssprecher. Zum Jahreswechsel ist dann tatsächlich Schluss. Radio CD ist zum zweiten Mal Off Air.

Diesmal dauert die Abschaltung allerdings wesentlich länger. Erst am 14 Juli 1994 darf Radio CD wieder senden. Ein Klage beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wegen Enteignung, „führte beim zuständigen Verkehrsminister Mikuláš  Dzurinda zum Umdenken.“[xxxi]Diesmal allerdings auf der etwas schwächeren Frequenz 96,6. Denn im Gegensatz zu Österreich ist in der bis vor kurzem noch kommunistischen Slowakei Privatradio mittlerweile erlaubt. Auf der ehemaligen Radio CD Frequenz 101,8 sendet nur der slowakische Privatsender Radio Twist.

Doch die monatelange Zwangssendepause hat den Sender an den Rand des Ruins getrieben. Die Einnahmen sind ausgeblieben, die Werbebranche ist vorsichtig geworden und bucht nur noch zögerlich, die halbe Mannschaft hat sich verabschiedet um sich neue Jobs zu suchen. Trotzdem kann der Konkurs abgewendet werden.

Das Studio von Radio CD wird von der Rundfunkpyramide in die Wiener Lugner City übersiedelt, langsam erholt sich der Sender wieder, die Werbewirtschaft gewinnt das Vertrauen zurück. Doch am 3.9.1996 ist endgültig Schluss. Die slowakische Telekom dreht zum dritten Mal den Sender ab. Diesmal gibt es kein Comeback, trotz monatelanger Verhandlungen beginnt im Juni 1997 auf der ehemaligen Radio CD Frequenz das staatliche Radioprogramm Slovensko 1 zu senden. Damit kann die Radio CD Führung auch die letzten Hoffnungen auf eine Wiederinbetriebnahme ihres Senders begraben.

Weitere Anläufe für Privatradios

Der ORF darf sich freuen, am ostösterreichischen Radiomarkt ist er nun wieder alleiniger Herrscher über den Rundfunkmarkt. Radio CD war damals allerdings nicht der einzige Versuch aus einem östlichen Nachbarland das ORF-Rundfunkmonopol zu brechen.

Die Antenne Austria hatte bereits 1989[xxxii] versucht den Wiener Radiomarkt von Ungarn aus zu erobern. Auf der Frequenz des ungarischen Senders Radio Danubius sendete unter der Leitung des Ex-Ö3 Moderators Thomas Klock die Antenne Austria vorerst vier Stunden tägliches Programm für Ostösterreich, später dann 24 Stunden pro Tag. Allerdings weitaus weniger erfolgreich als Radio CD. Grund dafür war die zu schwache Sendeleistung und das Leithagebirge, wodurch der Sender in Wien nicht störungsfrei zu empfangen war. Aber auch dieses Projekt versuchte die SPÖ mit allerlei Schikanen und Hürden zu be- und verhindern. Etwa bei der Programmzubringung via Satellit:

„Realität in Österreich ist es, privaten Interessenten zahlreiche Schwierigkeiten zu bereiten. Das Verkehrsministerium verweigerte etwa nach Rücksprache beim Bundeskanzleramt einem privaten Sender – der privaten Radiostation Antenne Austria – eine Satellitenleitung mit dem Hinweis auf „medienrechtliche Aspekte“, obwohl Kapazität für diesen oder andere private Sender vorhanden wäre.“[xxxiii]

Solche Schikanen und die schlechte Empfangbarkeit in Wien bescheren dem Projekt eine kurze Lebensdauer. „Dem Sender werden Einnahmeverluste von mindestens 15 Millionen Schilling nachgesagt.“[xxxiv] Im November 1992 muss die Antenne Austria Ost wegen mangelnden Erfolges ihren Betrieb wieder einstellen.

Mit diesen kleinen Siegen kann und will sich der ORF aber nicht zufrieden geben, er ist zu dieser Zeit in Sachen Privatradioverhinderung hinter den Kulissen auch auf einem ganz anderen Gebiet höchst aktiv.

(Die „Roten Meinungsmacher“ erscheint – wie am 6. November erläutert – im wöchentlichen Abstand als Serie im Gastkommentarbereich des Tagebuchs.)

Literatur

Dabringer, Claudia: Radioliberalisierung in Österreich in der Berichterstattung ausgewählter Printmedien. Salzburg 1991

Düll, Peter: Welcome To The Wonderland – Radio CD gegen das Monopol. In: Reichel, Werner; Konvicka Michael; Streit Georg; Landgraf Rüdiger (Hg.):  Privatradio in Österreich – Eine schwere Geburt; München 2006

Fidler, Harald; Merkle, Andreas: Sendepause – Medien und Medienpolitik in Österreich; Oberwart 1999

Reichel, Werner; Konvicka Michael; Streit Georg; Landgraf Rüdiger (Hg.):  Privatradio in Österreich – Eine schwere Geburt; München 2006

Endnoten

[i] Fidler. 1999. Seite 104.

[ii] Radio UNO kommt auf rund 10 % Tagesreichweite in Kärnten. Siehe Sebor.1991. Seite 61.

[iii] ?SSR: Abkürzung für ?eskoslovenská socialistická republika

[iv] Siehe Düll. 2006. Seite 25.

[v] KPC: Kommunistische Partei der Tschechoslowakei

[vi] Siehe Düll. 2006. Seite 26.

[vii] Name dem Autor bekannt

[viii] Düll. 2006. Seite 27.

[ix] Information aus Gesprächen und Interviews die der Autor mit ehemaligen Radio CD Verantwortlichen geführt hat

[x] Karel Stary, Generalsekretär des tschechoslowakischen Rundfunks und Walter Tributsch von Radio CD nach der Vertragsunterzeichnung. Quelle: Pressunterlagen von der Radio CD Pressekonferenz am 17.1.1990

[xi] Der slowakische Rundfunk residiert in Bratislava in der sogenannten Rundfunkpyramide

[xii] ca. € 365.000,-, 1990 noch eine große Summe

[xiii] Stenographisches Protokoll Nationalrat XVII. G P - 122 - Sitzung – 1.12. 1989.

[xiv] Wien, östliches Niederösterreich und nördliches Burgenland

[xv] Siehe Düll. 2006. Seite 30.

[xvi] Radio CD Sendegebiet. http://www.radiocd.at/history/radiocd_stellt_sich_vor.pdf  (6.10.2011)

[xvii] Siehe Düll. 2006. Seite 33.

[xviii] Am 1.1.1993 spaltete sich die Tschechoslowakei in die beiden Staaten Tschechien und Slowakei

[xix] Montag bis Sonntag; Hörer von 14 bis 49 Jahren.

[xx] Siehe Düll. 2006. Seite 33.

[xxi] Austria Presse Agentur 15.4.1993.

[xxii] Wirtschaftswoche Nr.10/4. März 1993.

[xxiii] Siehe Düll. 2006. Seite 34.

[xxiv] Austria Presse Agentur 2.10.1993.

[xxv] Siehe Düll 2006. Seite 34.

[xxvi] Siehe Düll 2006. Seite 34f.

[xxvii] Austria Presse ASgentur.2.10.1993.

[xxviii] Siehe Düll 2006. Seite 35.

[xxix] ÖVP Pressedienst 12.10.1993.

[xxx] Austria Presse Agentur

[xxxi] Düll. 2006. Seite 35.

[xxxii] Sendestart der Antenne Austria Ost war der 31.7.1989

[xxxiii] Stenographisches Protokoll Nationalrat XVII. G P - 122 - Sitzung - 1 . Dezember 1989

[xxxiv] Dabringer. 1991. Seite 20.

 

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