Meine Erkrankung oder: Wie das Virus die Behörden überfordert

Autor: Hans Anonym

Die Freiheit der Demokratie und ihre ahnungslosen Feinde

Autor: Leo Dorner

Die massive Korruption in der Slowakei und eine Dissertation

Autor: Elmar Forster

Hass in Favoriten

Autor: Georg Vetter

Corona: Nicht alle leiden ...

Autor: Rachel Gold

"Waffenlager“

Autor: Rachel Gold

Ein gelungener Rutsch ins Neue Jahr ...

Autor: Werner Milota

„Crisis? What Crisis?“

Autor: Elmar Forster

Krisen-Gewinnler

Autor: Markus Szyszkowitz

Chinas Aufstieg und Europas Bankrott

Autor: Andreas Tögel

Weitere Gastkommentare

Los von Rom?

Die Staatsschuldenkrise in der EU zeitigt Folgen anderer Art, die außerhalb ihres Wirkungsgebiets noch kaum wahrgenommen werden. So gewinnt, sozusagen im Schatten, die die Lichtquellen der europäischen Öffentlichkeit werfen, unterm Brenner eine Diskussion darüber an Breite, ob der südliche Landesteil Tirols im Stiefelstaat verbleiben oder seine Zukunft anderswo suchen sollte.

Schon einmal, im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands, war eine ernstzunehmende Debatte darüber in Gang gekommen, ob die Südtiroler – bei Wahrnehmung des Selbstbestimmungsrechts – darüber befinden können sollten, ob ihr Land, das als Autonome Provinz Bozen-Südtirol auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei Italien verblieb, (vorerst) nach einer Freistaatslösung streben (und später) oder sogleich nach Österreich rückgegliedert werden soll. Und mit den Andreas-Hofer-Feiern 2009, im Gedenken an die Tiroler Volkserhebung 1809, erhielt sie abermals Auftrieb.

Die damaligen Antworten, gegeben von den politischen Kräften, die in Bozen, Innsbruck und Wien das Sagen haben – der römische Standpunkt war, ohne ihn extra zu erfragen, ohnedies klar – lautete: Mit der Erweiterung der EU durch Mitgliedschaft Österreichs (1995) und dem mittels Schengen-Regimes vollzogenen Entfernen der Schlagbäume verliere der Brenner seinen Charakter als „Unrechtsgrenze“. Mit dem Entfall von Grenzkontrollen sowie der grenzüberschreitenden Kooperation, mit gemeinsamen Landtags- sowie Regierungssitzungen und dergleichen mehr wachse wieder zusammen, was einst getrennt worden war.

Die Landeseinheit erwachse daher gleichsam aus dem Prozess ihrer Europäisierung. Und die seit 1945 in Bozen regierende Sammelpartei SVP sah statt in der Ausrufung des – nachgerade in ihrem Parteistatut verankerten – Selbstbestimmungsrechts sowie den Freistaats- und/oder Rückgliederungsgelüsten, wie sie vornehmlich die Opposition propagierte – auch in Innsbruck und Wien – die Zukunft des Landes(teils) in der „Dynamisierung seiner Autonomie“.

Die neue politische Lage

Heute ist die Lage eine andere. Nicht, dass die SVP ihre Haltung verändert hätte. Sie hat aber merklich an Strahlkraft eingebüßt, und ihre Position im Südtiroler Landtag ist seit der Landtagswahl 2008 geschwächt, wo sie nur mehr über 18 von 35 Sitzen verfügt. Mitunter lässt sie sich auf Händel mit italienischen Parteien ein, die ihr früher nicht in den Sinn gekommen wären. Und die geeignet sind, den Oppositionsparteien und deren Begehr weiteren Zulauf zu garantieren.

Der wird von einem noch lange nicht verdauten Skandal im Landesenergieversorger SEL AG  befördert, dessen personelle Verflechtungen mit ihr der SVP schaden. In der Zukunftsfrage plädieren die „deutschen“ Oppositionsparteien – Freiheitliche (fünf Sitze), Süd-Tiroler Freiheit (zwei Sitze) und Union für Südtirol (ein Sitz) – für einen „Freistaat Südtirol“ oder für „Rückkehr zum Vaterland Österreich“; jedenfalls verbindet sie trotz Nuancen in der politischen Betrachtung und gelegentlicher Reibereien zwischen den maßgeblichen Personen das „Los von Rom“.

Verstärkt wird das Begehr trotz des „moderaten“ Mario Monti an der Spitze jener „Expertenregierung“, die nach Jahrzehnten des „Dolce far niente“ mittels eines ambitionierten Sparpakets versucht, den ramponierten Ruf Italiens wieder einigermaßen herzustellen. Sie hebt dabei all die im Rahmen der mühsam erkämpften (Finanz-) Autonomiebestimmungen für Südtirol erwachsenen Vorteile aus den Angeln und führt damit Buchstaben, Geist und Wert des gesamten Autonomiepakets und dessen völkerrechtliche Verankerung ad absurdum.

Hinter die Separations- und Wiederangliederungsgelüste der Oppositionskräfte in (Süd-)Tirol und Österreich stellt sich ein großer Teil der – parteipolitisch neutralen – Schützen, jener traditionsreichen Verbände, die in beiden Landesteilen verankert sind und ihre Heimattreue seit dem Maximilianischen Landlibell von 1511, in welchem die Freiheiten (der Stände) Tirols kodifiziert wurden, mannigfach unter Beweis stellten. Auch unter der Südtiroler Jugend finden derlei Anwandlungen Gehör, und sogar in Verbänden Wirtschaftstreibender wird die Option eines selbstbewussten, eigenständigen „Südtirol außerhalb Italiens“ nicht (mehr) verworfen.

Ganz offen sprechen Handelstreibende, Touristiker, Industrielle und Handwerker darüber, dass sie, je mehr sich die „Krise Italiens auswächst“, ihre unternehmerische Zukunft „anders ausrichten“. Nicht wenige investieren vermehrt in Österreich und Deutschland. Das Ziel, „nicht in den Sog der Krise Italiens“ zu geraten, drückt sich denn auch in einem  Landtagsbeschluss aus, in dem es heißt, man werde sich jeder weiteren finanziellen Belastung und Beschneidung der erworbenen Rechte des Landes Südtirol durch Sparmaßnahmen der italienischen Regierung widersetzen. Für die Opposition ist das aber entschieden zu wenig. Sie verlangt eine Art Befreiungsschlag.

Österreichische Staatsbürgerschaft für Südtiroler?

Und im Nationalrat zu Wien ließ die FPÖ verlauten, Österreich müsse „Südtirol die Möglichkeit geben, sich dem italienischen Abwärtsstrudel zu entziehen". Eine erste Möglichkeit sei die Gewährung der Staatsbürgerschaft für Südtiroler. In Wien wie in Bozen wird auf das Beispiel Ungarns verwiesen: Budapest verleiht allen ethnischen Ungarn außerhalb des Landes, die sie beantragen und ihr Magyarentum nachweisen, die Staatsbürgerschaft.

Das ist in der EU umstritten, und in Wien haben sowohl das Außen- als auch das Innenministerium Bedenken. Doch in einem Gutachten des Innsbrucker Rechtswissenschaftlers Günther Obwexer und in Stellungnahmen des Verfassungsdienstes des Bundeskanzleramts wird die Möglichkeit der entsprechenden Gesetzesanpassung und also Erteilung der Staatsbürgerschaft – für die eine Bürgerinitiative 22 000 Unterschriften sammelte und für die auch die SVP-Führung Sympathie signalisierte – für rechtskonform gehalten. Insofern ist „die doppelte Staatsbürgerschaft für Südtiroler nur noch eine Frage des politischen Willens", den aber SVP und österreichische Regierung „doch nicht aufzubringen gewillt“ seien, lassen die Oppositionsparteien verlauten.

Unlängst hat die Süd-Tiroler Freiheit zudem in der Gemeinde Ahrntal – sie besteht aus mehreren Ortschaften und hat knapp sechstausend Einwohner – ein „Selbstbestimmungs-Referendum“ organisiert. Dabei sprachen sich 95 Prozent derer, die daran teilnahmen, für die Einforderung und Anwendung des Selbstbestimmungsrechts aus. Bei einer Beteiligung von nur 31 Prozent der Wahlberechtigten kann von Repräsentativität nicht gesprochen werden, zumal sich der Wahlerfolg der Partei Süd-Tiroler Freiheit bei der Kommunalwahl in dieser Gemeinde (2010) prozentual mit diesem Ergebnis nahezu deckt. Woraus hervorgeht, dass offenkundig lediglich ihre Anhänger am Referendum teilnahmen.

Doch so anfechtbar das Ergebnis auch sein mag, es gänzlich zu negieren wäre fahrlässig. Denn den Charakter eines Stimmungsbarometers trägt es. Würden auch die beiden anderen Oppositionsparteien bei einem landesweiten Referendum mitmachen – so es in der EU bei den Staatsschulden zur krisenhaften Zuspitzung mit Folgen für den Euro käme, wobei just im Blick auf Italien letzten Endes wohl nicht so schnell mit einer wirtschafts- und finanzpolitischen Erholung zu rechnen sein dürfte – so geriete auch die SVP unweigerlich in den Sog des Begehrens „Los von Rom“

Sie könnte sich dem Selbstbestimmungsverlangen wohl nicht länger mit der Begründung entziehen, Voraussetzung dafür sei, dass Rom völkerrechtliche Verträge missachte und zu seiner Durchsetzung – nach positivem Ausgang – der Wille und die Kraft Österreichs vonnöten sei, des Vertragspartners Italiens. Beides ist nicht gar so irreal wie es noch scheinen mag. In Österreich dürfte, so die Koalition aus SPÖ und ÖVP weitermacht wie bisher, eine Kanzlerschaft des FPÖ-Chefs Heinz-Christian Strache in Reichweite rücken. Der war unlängst in Südtirol und hat „jedwede Unterstützung für die Selbstbestimmung“ bekundet. Mit der Vertragstreue Roms ist es in Bezug auf Bozen im Rückblick auch nicht gerade zum Besten bestellt gewesen.

Und wenn die SVP in diesem sich verstetigenden politischen Gärungsprozess nicht mehr zu bieten hat als die Proklamation der „Vollautonomie“ – die einer ihrer ganz schlauen Landesräte Rom für ein Linsengericht von 15 Milliarden Euro abzukaufen gedenkt, womit er und seine Parteifreunde zugleich aber eingestehen (müssen), dass es sich im stets gepriesenen „Modell Südtirol“ allenfalls um eine Halb- oder Teilautonomie handelt – so dürfte sie womöglich ein „blaues Wunder“ erleben.

Der Autor ist ein deutsch-österreichischer Journalist und Historiker, der für mehrere Zeitungen schreibt.

zur Übersicht

einen Kommentar schreiben

Teilen:
  • email
  • Add to favorites
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Twitter
  • Print

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorDerTurm
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    16. Januar 2012 20:06

    Anlässlich der aktuellen Ereignisse stellt sich mir die Frage, ob es für Südtirol nicht besser wäre, in Richtung Schweiz zu liebäugeln - oder sich vielleicht als Staat gleich selbstständig zu machen.

    Letzteres böte einzigartige Perspektiven, und vielleicht würden sich dann Nord- und Osttirol mit dem Süden zu einem Staat Tyrol zusammenschließen.

  2. Ausgezeichneter Kommentatorlibertus
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    17. Januar 2012 00:04

    "Wir sind das Volk!"

    Man sollte die Südtiroler selbst endlich einmal abstimmen lassen und ein demokratisches Mehrheitsergebnis aktzeptieren!

  3. Ausgezeichneter KommentatorJohann Scheiber
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    16. Januar 2012 22:18

    Die Karten werden neu gemischt werden und Südtirol wird wohl, weil es zu Österreich gehört, dahin zurueckstreben. Was die sich aufloesende politische Kaste da und dort davon hält, oder dazu sagt, ist, eher über kurz als über lang, völlig unerheblich.

  4. Ausgezeichneter KommentatorMag.Dr. Herlinde Molling
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    18. Januar 2012 09:49

    Ich stimme mit diesen, von Dr. Unterberger vorgebrachten, Gedanken überein und bin sehr erfreut, dass diese Problematik hier angesprochen wurde. Herlinde Molling.

  5. Ausgezeichneter KommentatorBernhard Zimmerhofer
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    18. Januar 2012 18:33

    Wir haben 2011 in der Gemeinde Ahrntal eine Abstimmung zum Thema Selbstbestimmung organisiert!
    Unser Ziel ist es, eine landesweite Abstimmung, wie es z.B. jetzt auch für Schottland möglich ist, durchzuführen.
    Bei einer guten Aufklärungsarbeit und einer gründlichen Abwägung aller Vor- und Nachteile, sind wir von einem positiven Ausgang des Referendums überzeugt!

    mfg
    Bernhard Zimmerhofer
    Ahrntal

  6. Ausgezeichneter KommentatorWertkonservativer
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    16. Januar 2012 18:33

    So sehr ich mir wünschen würde, das herrliche Südtirol wieder in unserem Staatsverband oder zumindest als unabhängiges Bruderland zu wissen, so skeptisch muss ich aus eigener Wahrnehmung die diesbzüglichen Chancen beurteilen.

    Ich bin jährlich mehrmals in Südtirol, habe dort viele Berufskontakte und pflege inzwischen jahrzehntelange Freundschaften mit Südtirolern der Mittel- und Oberschicht; lauter kluge und feine Leute, die ihre Heimat lieben, doch allesamt die Realität der Zugehörigkeit zu Italien zwar ohne Begeisterung, doch aus rationalen Erwägungen inzwischen akzeptieren.

    Keiner meiner Freunde hat heute noch wesentliche Ressentiments in dieser Richtung; man fühlt sich als einheimischer Südtiroler, liebt und pflegt das Land und seine Bräuche, und führt uns - durch kooperatives Zusammenleben mit den italienischstämmigen Mitbürgern, sowie mit den Millionen Besuchern aus aller Welt -eindrucksvoll vor, wie sich Menschen verschiedenster Hinkunft auf einem herrlichen Stück Welt in Freundschaft vertragen können!

    Bitte um Verzeihung für einen kleinen Innenpolitik-Schlenker:
    Der Herr Strache würde bei den Südtirolern wohl kaum besonderen Widerhall finden:
    die haben inzwischen ein gutes Gespür für falsche "nationalistische" Töne; und Höhlköpfe mögen sie schon gar nicht!
    Kanzlerschaft Straches? Da wendet sich der Gast mit Grauen!

    (mail to: gerhard@michler.at)

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorMag.Dr. Herlinde Molling
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    18. Januar 2012 09:49

    Ich stimme mit diesen, von Dr. Unterberger vorgebrachten, Gedanken überein und bin sehr erfreut, dass diese Problematik hier angesprochen wurde. Herlinde Molling.


alle Kommentare

  1. Henny (kein Partner)
    16. Februar 2015 10:17

    put together http://www.cheaphealthinsurancequotes.net number engineering degrees http://findcollegesonline.net same ways america especially http://www.medinsurers.com covered its just http://www.comfortedmeds.com men affordability calculator http://homeinsurancequoteser.com home crucial protection http://smallbusinessinsurancequotestsp.com help prevent drug plan http://www.choosingautoinsurance.net several search really http://www.autoplansearch.com alone right coverage http://www.find-quotes-online.com any accident largest health http://www.healthinsur.net statistics show financial http://termlifeinsuranceratesskl.com year

  2. Solyn (kein Partner)
    16. Februar 2015 02:01

    informal needs-analysis http://www.find-quotes-online.com policy holders internet technology http://www.insurserviceonline.com little research financial http://insurermarket.com children born importance since http://www.yourlifepolicies.com sounds personal property http://www.insurersguide.com premiums fever season http://www.medicaservice.net possibly over-the-counter personal electronics http://www.freecarinsurquotes.net quickly soon http://www.cogenesys.com classes both more http://www.insurancequotesfl.net better men cannot http://www.comfortedmeds.com cashing

  3. Fanny (kein Partner)
    09. Februar 2015 05:13

    only http://carinsuranceqts.com accidents last during http://cialisweb.pw under guidance where http://viagraonline.club broken without repair costs http://autoinsurancelw.click costs right erection http://cheapcialis.website reduce

  4. Bucky (kein Partner)
  5. Luis (kein Partner)
    21. Januar 2015 23:09

    Wham bam thank you, ma'am, my qunosites are answered! http://cyncelrfps.com [url=http://dqbqqzs.com]dqbqqzs[/url ] [link=http://sfzsek.com]sfzsek[/link ]

  6. Metty (kein Partner)
  7. Haitham (kein Partner)
    21. Januar 2015 07:21

    Glad I've finally found sohemting I agree with!

  8. Mejar (kein Partner)
    21. Januar 2015 04:38

    Superbly ilnmlinatiug data here, thanks!

  9. Nephi (kein Partner)
    20. Januar 2015 09:15

    That's really thkining of the highest order

  10. Christy (kein Partner)
    20. Januar 2015 07:40

    Whoa, whoa, get out the way with that good innafmotior.

  11. Prinz Eugen von Savoyen (kein Partner)
    25. Januar 2012 15:39

    Google ist mein Freund. Es scheint sich um Reinhard Olt zu handeln, geboren in Odenwald, weshalb er sich den adeligen Namen gegeben hat. Dürfte mir Lokalpolitikern auf gutem Fuss stehen, den vielen Ehrenzeichen nach.

  12. Prinz Eugen von Savoyen (kein Partner)
    25. Januar 2012 15:28

    Tiroltümelnde Wiener, o weh.

  13. thqjntvg (kein Partner)
  14. tyihgwzjupk (kein Partner)
    24. Januar 2012 10:18

    hZQolY brdoelnfgxtm

  15. Dr.Otto Ludwig Alkuin (kein Partner)
    22. Januar 2012 21:25

    In der jüngsten, sehr ausführlichen Biographie Woodrow Wilsons von Milton Cooper, New York 2009, wird auf S. 490 berichtet, Woodrow Wilson hätte seinem Staatsekretär Howard Baker nach der Unterredung mit dem italienischen Ministerpräsidenten auf Baker's Vorhalt, in Südtirol lebten viele deutschsprachige Österreicher, geantwortet: " I was ignorant of the situation when the decision was made". Weiter heißt es: "He was also tired and wanted to show sympathy toward Italy" - nachdem er dessen Wunsch nach Abtretung Dalmatiens abgeschmetter hatte. Doch würde das - nationalstaatlich verstandene - Selbstbestimmungsrecht Tirol zerstören, das historisch ein christliches Fürstentum ist, das immer mehrsprachig war. Bis November 1918 wurden die Tiroler Landesgesetze in deutscher und italiensischer Sprache verlautbart. Paradoxerweise überlebte der "Deutsche Orden" die Nazizeit nur, weil Mussolini die von Hitler beschlossene Auflösung des Ordens nicht anerkannte, der in der Südtiroler Oredensprovinz - für seien gesamten Orden -überlebte. Die Idee des demokratischern Nationalstaates hat in ihrer modellhaften Ausformung des nationalsozialistischen Deutschland die christliche Zivilisation fast zerstört. Diese Tendenz ist zu bekämpfen, die Lösung kann nur Europa sein. Auch gibt es durch die "Unrechtsgrenze" in Südtirol mehr "Reiche" als in Nortirol. Da in Österreich - nach erfolgreicher Ausrottung der Juden, die "Reichen" als nächste d'rankommen, seien die Südtiroler auf der Hut!

  16. Jenn (kein Partner)
    22. Januar 2012 20:26

    Never seen a betetr post! ICOCBW

  17. RR Prof. Reinhard Horner
    20. Januar 2012 14:36

    reinhard.horner@chello.at

    Sehr geehrter Herr Müller-Wipperfürth!

    "Deutschösterreich", das es gab, und heutige "Deutschösterreicher" - stehen die in unmittelbarer Verbindung? Das sollen doch nicht zum längst obsoleten Status des ehemaligen "Deutschösterreich" rückgewandte Österreicher sein? Österreich vor 1918 war und das heutige Österreich ist wesentlich anders.

    Riccardo Muti als "Internationalist", also als Mann von großer internationaler und nicht bloß national beschränkter Bedeutung - ja, natürlich! Als "nützlicher Idiot" - war es also idiotisch von ihm, sich für Wien einzusetzen?

  18. Bernhard Zimmerhofer (kein Partner)
    18. Januar 2012 18:33

    Wir haben 2011 in der Gemeinde Ahrntal eine Abstimmung zum Thema Selbstbestimmung organisiert!
    Unser Ziel ist es, eine landesweite Abstimmung, wie es z.B. jetzt auch für Schottland möglich ist, durchzuführen.
    Bei einer guten Aufklärungsarbeit und einer gründlichen Abwägung aller Vor- und Nachteile, sind wir von einem positiven Ausgang des Referendums überzeugt!

    mfg
    Bernhard Zimmerhofer
    Ahrntal

    • contra
      19. Januar 2012 16:13

      Ich drücke den freien, selbstbestimmten Südtirolern die Daumen und wünsche gutes Gelingen!

  19. Mag.Dr. Herlinde Molling (kein Partner)
    18. Januar 2012 09:49

    Ich stimme mit diesen, von Dr. Unterberger vorgebrachten, Gedanken überein und bin sehr erfreut, dass diese Problematik hier angesprochen wurde. Herlinde Molling.

  20. libertus
    17. Januar 2012 00:04

    "Wir sind das Volk!"

    Man sollte die Südtiroler selbst endlich einmal abstimmen lassen und ein demokratisches Mehrheitsergebnis aktzeptieren!

  21. Haider
    16. Januar 2012 23:15

    Ganz einfach läßt sich die Geographie nicht leugnen.
    In Europa - wo meist Westwind herrscht - liegen die Nobelviertel daher am westlichen Stadtrand einer Großstadt; schon vor Jahrhunderten wußte man, daß hier die Luft besser ist.
    Und genauso gibt es ein Nord-Südgefälle in Europa und natürlich auch in Italien. Daß Südtiroler gegenüber ihrem nördlichen Nachbarn auch Vorbehalte haben, das verstehe ich nur zu gut. Aber wenn's ernst wird, wenn es ums Geld geht, dann werden die Karten sicher neu gemischt.
    Ich wurde von vielen meiner Bekannten nicht ernst genommen, wenn ich vor 1989 an der Hoffnung auf Wiedervereinigung Deutschlands festhielt. Der Bankrott der sog. DDR setzte Fakten.

  22. Johann Scheiber
    16. Januar 2012 22:18

    Die Karten werden neu gemischt werden und Südtirol wird wohl, weil es zu Österreich gehört, dahin zurueckstreben. Was die sich aufloesende politische Kaste da und dort davon hält, oder dazu sagt, ist, eher über kurz als über lang, völlig unerheblich.

  23. DerTurm
    16. Januar 2012 20:06

    Anlässlich der aktuellen Ereignisse stellt sich mir die Frage, ob es für Südtirol nicht besser wäre, in Richtung Schweiz zu liebäugeln - oder sich vielleicht als Staat gleich selbstständig zu machen.

    Letzteres böte einzigartige Perspektiven, und vielleicht würden sich dann Nord- und Osttirol mit dem Süden zu einem Staat Tyrol zusammenschließen.

  24. Observer
    16. Januar 2012 18:54

    Das alles ist nur ein Traum - und träumen darf aber jeder!
    Wie passt dies alles zusammen, wo wir uns doch schon auf dem Weg zu den "USE" (United States of Europe) befinden? Italien braucht dringend Südtirol, da mehr Gelder Richtung Rom gehen als umgekehrt. Und wenn Südtirol mit Nord-/Osttirol "wiedervereinigt" werden würde, dann käme es doch vom Regen in die Traufe. Ausserdem darf nicht vergessen werden, dass - besonders im Raum Bozen - durch die seinerzeitige "Italienisierung" schon seit drei Generationen ein sehr grosser Teil an italienisch sprechender Bevölkerung existiert.
    Bleiben wir doch alle nüchtern und mit beiden Füssen am Boden, schliesslich schreiben wir nun das Jahr 2012 und nicht 1945, wo noch eher solchen Chancen vorhanden waren.

  25. Wertkonservativer
    16. Januar 2012 18:33

    So sehr ich mir wünschen würde, das herrliche Südtirol wieder in unserem Staatsverband oder zumindest als unabhängiges Bruderland zu wissen, so skeptisch muss ich aus eigener Wahrnehmung die diesbzüglichen Chancen beurteilen.

    Ich bin jährlich mehrmals in Südtirol, habe dort viele Berufskontakte und pflege inzwischen jahrzehntelange Freundschaften mit Südtirolern der Mittel- und Oberschicht; lauter kluge und feine Leute, die ihre Heimat lieben, doch allesamt die Realität der Zugehörigkeit zu Italien zwar ohne Begeisterung, doch aus rationalen Erwägungen inzwischen akzeptieren.

    Keiner meiner Freunde hat heute noch wesentliche Ressentiments in dieser Richtung; man fühlt sich als einheimischer Südtiroler, liebt und pflegt das Land und seine Bräuche, und führt uns - durch kooperatives Zusammenleben mit den italienischstämmigen Mitbürgern, sowie mit den Millionen Besuchern aus aller Welt -eindrucksvoll vor, wie sich Menschen verschiedenster Hinkunft auf einem herrlichen Stück Welt in Freundschaft vertragen können!

    Bitte um Verzeihung für einen kleinen Innenpolitik-Schlenker:
    Der Herr Strache würde bei den Südtirolern wohl kaum besonderen Widerhall finden:
    die haben inzwischen ein gutes Gespür für falsche "nationalistische" Töne; und Höhlköpfe mögen sie schon gar nicht!
    Kanzlerschaft Straches? Da wendet sich der Gast mit Grauen!

    (mail to: gerhard@michler.at)

    • Wertkonservativer
      16. Januar 2012 18:49

      Im letzten Absatz:
      ..."Hohlköpfe" ist (ehrlich) gemeint.

    • Haider
      16. Januar 2012 23:04

      Dieser Ton war bisher im AU-Blog nicht üblich!

    • Haider
      17. Januar 2012 00:08

      @Wertkonservativer:
      Das habe ich gerade auf Ortners Internetseite gefunden:
      Letzte Hoffnung H.C. Strache?

      11. Januar 2012 | Autor: Fremde Federn
      KommentareEinen Kommentar schreiben

      “…In einer für Regionalmedien Austria durchgeführten Umfrage von “Oekonsult” haben die Freiheitlichen die beiden Regierungsparteien SPÖ und ÖVP in der Frage der Lösungskompetenz hinter sich gelassen. Knapp ein Drittel (30,1 Prozent) der Befragten gab an, dass ihrer Meinung nach, die FPÖ die richtigen Entscheidungen für Österreich im Jahr 2012 treffen könnte. Die SPÖ konnte in dieser Frage nur 24,9 Prozent der Stimmen für sich gewinnen, die ÖVP 22,5 Prozent, das BZÖ erhielt 7,1 Prozent und die Grünen 15,1 Prozent…” (“Standard”)

    • Wertkonservativer
      17. Januar 2012 07:47

      Mag sein. werter @Haider, dass ich bezüglich des Herrn Strache und der FPÖ ein wenig die Contenance verloren habe! Tut mir leid!

      Ein wenig heikel sind Sie aber schon: die täglichen Flüche hier auf andere Politiker, vorzugsweise auf unsere "Staatsführer und umliegende Ortschaften", die stören Sie wohl gar nicht, oder?

      Mein Ton hier im Blog gilt normaler als sehr moderat; dabei will ich auch bleiben.

      Bitte nochmals um Entschuldigung für den blauen Auszocker!

      (mail to: gerhardd@michler.at)

    • Wertkonservativer
      17. Januar 2012 09:04

      ...normalerweise ...

    • Marcus Aurelius (kein Partner)
      17. Januar 2012 22:53

      @Wertkonservativer:

      Meine Erlebnisse in Südtirol — pardon: Alto Adige — gleichen den Ihren sehr. Besonders Freiberufler, leitende Angestellte und mittelständische Unternehmer lehnen eine Rückführung ihres Landes zu Österreich kategorisch ab. Das liegt primär an der Steuerlast, die in Italien de iure kaum geringer ist als bei uns in Kakanien, de facto aber durchaus verhandelbar.

      (Wie man auch bei den jüngsten Ausflügen von Finanzbeamten nach Cortina d'Ampezzo sehen konnte: Da waren die meisten goldbehängten Bewohner von Hotelsuiten und Fahrer von Ferraris, Porsches und Lamborghinis so gut wie mittellos — jedenfalls in ihren Steuererklärungen und -bescheiden.)

      Ein Bozener Schuhhändler erzählte mir: "Da wär' ich schön teppert, wenn ich mich den bissigen österreichischen Finanzbütteln ausliefern tät'. Bei mir kommt der Finanzer alle zwei Jahr' ins Haus, wir trinken zwei, drei Flascherln Wein bei einer kommoden Speckjaus'n ... und wir scheiden als Freunde."
      Auf meine Frage, ob dabei die eine oder andere Hand "geölt" werde, lächelte er vielsagend und sprach: "Mit Speck fängt man Mäuse. Ich zahl' eigentlich nur so viel Steuern, wie ich mag."

      Was lernen wir daraus? Die hiesige Aussackelung des Mittelstands findet in Italien (noch?) nicht statt. Wer sollte dort also freiwillig Österreicher werden?

    • Wertkonservativer
      18. Januar 2012 08:36

      Freut mich, von Ihnen zu hören, werter Imperator!

      Danke für meine Meinung unterstützenden Beitrag!

      (mail to: gerhard@michler.at)

    • Leopold Koller (kein Partner)
      20. Januar 2012 18:04

      Ja schon, Aurelius, aber mit Monti koennte sich das ganz schnell aendern. Denn mehr Steuern einzutreiben, ohne diese zu erhoehen, laesst wenig Spielraum. Da wird dann halt ein bisserl mehr als "soviel, wie ich mag" bezahlt werden muessen, naemlich in Richtung "de facto", also aehnlich kakanischen Verhaeltnissen.

    • Prinz Eugen von Savoyen (kein Partner)
      25. Januar 2012 20:49

      Imperator,

      wenn man in Nord- und Südtirol eine Volksabstimmung machen würde, im Süden natürlich unter Ausschluss der Italiener, dann käme in beiden Landesteilen ein NEIN heraus.

      Dann wäre endlich Ruhe mit dieser nutzlosen Sache.

  26. RR Prof. Reinhard Horner
    16. Januar 2012 15:10

    reinhard.horner@chello.at

    Sehr geehrter Herr Herrolt vom Odenwald!

    Was bitte ist "ein deutsch-österreichischer Journalist und Historiker"? Liegt da eine zweifache Staatsbürgerschaft vor?

    Welche Arten von Österreichern gibt es sonst noch? Gibt es etwa auch italienisch-österreichische Journalisten und Historiker?

    (Übrigens: Anlässlich der impertinenten EU-Sanktionen gegen Österreich ist ein italienischer Wunsch geäußert worden, das Neujahrskonzert nach Mailand zu verlegen. Das hat damals kein Geringerer als der italienische Italiener Riccardo Muti abgeschmettert.)

    MfG
    Ihres
    Reinhard Horner

    • Walther Müller-Wipperfürth (kein Partner)
      19. Januar 2012 17:38

      Deutschösterreich gab es schon, nicht wahr Herr Professor; und Deutschösterreicher gibt es noch immer. Übrigens: der "italienische Italiener R.Muti" ist das, was frau früher einen "Internationalisten" und Wladimir Iljitsch Uljanow ("Lenin") einen "nützlichen Idioten" nannte!

      Walther Müller-Wipperfürth
      Innrain 53
      6020 Innsbruck

    • Prinz Eugen von Savoyen (kein Partner)
      25. Januar 2012 15:33

      So unberechtigt ist die Frage nicht, was ist ein deutsch-österreichischer Journalist? Beim Googeln gelange ich nach Bozen, und veröffentlicht dürfte der Historiker nicht viel haben, ausser vielleicht hier.





Bitte OHNE Internet-Links (Kommentare mit Links werden nicht veröffentlicht)
verbleibende Zeichen: 700

Sicherheitsabfrage:
Bild neu laden

Ich will die Datenschutzerklärung lesen.


© 2021 by Andreas Unterberger (seit 2009)  Impressum  Datenschutzerklärung