Das Ende einer politischen Bewegung

Die Grünen sind politisch tot. Sie wissen es nur noch nicht. Der Öko-Schmäh verfängt schon lange nicht mehr. In unserer fortschritts- und technikfeindlichen Gesellschaft sind alle Parteien ohnehin voll Öko, gegen Atomkraft und Gentechnik. Deshalb wurden die Grünen auch in diesem Bereich immer extremer. Etwa indem man – Mao Zedong schau herunter – Lastenfahrräder fordert und fördert. Wer so etwas ernst meint, der ist nur noch eine politische Lachnummer und vor allem eine Belastung für die Zukunft eines Industriestaates.

All die schönen neosozialistischen Utopien – vom Genderismus über Ökultismus, vom Schuldkult bis hin zu Multikulti – verwandeln sich gerade in (blutige) Alpträume. Die völlige Unvereinbarkeit linksgrüner Ideologie mit aktuellen gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Herausforderungen begreifen trotz der massiven grünen Propaganda der Mainstreammedien immer mehr ehemalige Stammwähler. In Deutschland bangen die Grünen gar um den Wiedereinzug in den Bundestag.

Die infantile Politik der 68er-Epigonen ist das Problem, nicht die Lösung. Wer das nach Nizza, Paris, Stockholm, Brüssel, Berlin, Ceuta, Ankara oder Köln noch immer nicht begriffen hat, dem ist nicht zu helfen. Außerhalb der sich leerenden Redaktionen, Ämtern, NGO-Büros und der staatlich subventionierten Kultureinrichtungen ist das aber ohnehin Common-Sense.

Wer braucht die Grünen? Die Wähler jedenfalls nicht. Selbst jene nicht, die Politiker und Parteien eher nach ihrem Unterhaltungsfaktor beurteilen und für die Gesinnung nur ein Teil des Lifestyles ist. Grün ist definitiv out. Die ranzige Öko-Truppe ist mittlerweile das Gegenteil von cool. Eine aus der Zeit gefallene Retro-Partie, wo erwachsene Menschen noch immer mit Bekenner-T-Shirts und Buttons herumlaufen und das rosa-grüne CD der Partei so modern wirkt, wie das Layout der „Ganzen Woche“.

Statt dem rebellischen Flair umweht sie nun eine Geruchsmischung aus kommunistischen Mottenkugeln und Verwesung. Die Zerfalls- und Zersetzungsprozesse betreffen die gesamte Partei und all die vielen Vorfeldorganisationen. Wenn etwa der tattrige grüne Bundespräsident von österreichischen Frauen fordert, sie sollen alle – ja, alle – Kopftücher tragen, dann verträgt sich das relativ schlecht mit Rechtsstaat, Freiheit, Individualität oder gar den Zielen grüner Feministinnen.

Islamophilie und Feminismus, offene Grenzen und Sozialstaat, Antikapitalismus und Wohlstand, Freiheit und Regulierungswahn, Pazifismus und Frieden, all die Widersprüchlichkeiten und Absurditäten grüner Ideologie treten angesichts der krisenhaften Entwicklungen immer offener zutage. Da helfen auch die ausgeklügelten Verdrängungsmechanismen der Grünwähler und die beste Propaganda nicht mehr.

Die Grünen müssen sich entscheiden: Islam oder westlicher Lebensstil, Willkommenskultur oder Sozialstaat, staatliches Gewaltmonopol oder No-Go-Areas, Rechtsstaat oder Clanstrukturen. Die Zeiten von grünem Integrations-, Dialog-, Toleranzgeschwurbel sind ebenso vorbei wie die des Verdrängens und Verleugnens. Die Bürger erwarten sich angesichts explodierenden Kriminalität und der weiterhin ungebremsten Masseneinwanderung konkrete Taten und Lösungen. Sie wollen nicht von ewig gestrigen Berufspolitikern belehrt und gemaßregelt werden.

Teile der SPÖ haben das begriffen, Pizza-Kanzler Kern mutierte bereits zum Australien-Fan. Nur noch die politisch irrlichternden NEOS liegen in diesen existenziellen Fragen auf Linie der Grünen.

Spitzenpolitiker wie Eva Glawischnig, Toni Hofreiter, Katrin Göring-Eckardt, Maria Vassilakou oder Claudia Roth vermitteln nicht den Eindruck, dass sie über die Fähigkeiten, das Wissen und die Lernfähigkeit verfügen, um die rezenten Krisen und ihre Ursachen erkennen und verstehen zu können, von der Entwicklung adäquater Strategien erst gar nicht zu sprechen.

Wer angesichts der multiplen und existenzbedrohenden Krisen fröhlich weiter gegen selbst gebastelte Pappmaché-Gespenster á la Nazihorden, katholische Kirche, Patriachat, CO2, Kapitalisten und Fleischkonsum kämpft, wer die Welt mit Windrädern und Bio-macht-schön-Sackerln retten will, wer sich angesichts von islamistischem Terror mehr Sorgen um die Attentäter und wie die Polizei mit ihnen verfährt, als um die Opfer macht, der darf auch nicht erwarten, dafür Applaus zu bekommen oder überhaupt noch irgendwie ernstgenommen zu werden. Wer so auf aktuelle „Herausforderungen“ reagiert, steht politisch auf der selben Stufe wie Reichsbürger und andere Aluhutträger, weit weg von jeder Realität. Zu lange haben die Grünen an dem Ast gesägt, auf dem sie – und wir alle – sitzen.

Was passiert, wenn eine überflüssige Altpartei fürchten muss, von den Futtertrögen und den Schaltstellen der Macht verdrängt zu werden? Richtig. Man beginnt sich selbst zu zerfleischen. Kaum hat die träge alte Parteispitze die rebellischen jungen Grünen aus der Partei geworfen, bricht bei den Wienern ein Konflikt um ein Hochhausprojekt aus. Die Grünen sind am Ende. Da hilft es auch nichts, wenn die vielen grün-affinen Journalisten, allen voran jene aus dem Staatsfunk, ihre ganze mediale Macht und ihr Geschick dafür einsetzen, diese Konflikte in ein möglichst sanftes Licht zu tauchen und ihren Lesern und Zusehern einzureden versuchen, alles sei nur eine harmlose und zeitlich begrenzte Streiterei, nichts von Bedeutung, basisdemokratische Routine. Man stelle sich die mediale Berichterstattung vor, wenn bei ÖVP oder FPÖ solche Konflikte ausbrechen würden.

Obwohl die Grünen nach wie vor medial verhätschelt und mit journalistischen Samthandschuhen angefasst werden, entblödet sich der Klubobmann der Wiener Grünen, David Ellensohn, nicht, im Staatsfunk davon zu sprechen, dass man „von allen Seiten angeschossen werde“. Was macht ein Grüner, wenn er dereinst tatsächlich von kritischen Journalisten in die Mangel genommen wird? Solche Aussagen zeigen, dass die Grünen den Bezug zur Realität völlig verloren haben.

Für all jene Menschen, die nicht in einer vormodernen, tribalen, verarmten, unterentwickelten und von religiösen und sozialen Konflikten beherrschten Weltgegend, in der Kopftuch tragende Frauen ihre landwirtschaftlichen Produkte mit Lastenfahrrädern transportieren, sondern selbstbestimmt in einer freien, toleranten, friedlichen, fortschrittlichen und wohlhabenden Gesellschaft leben möchte, sind die Grünen ohnehin längst gestorben.

Werner Reichel ist Journalist und Autor aus Wien. Zuletzt von ihm erschienen: „Infantilismus – Der Nanny-Staat und seine Kinder“ (Wien 2016)

zur Übersicht

einen Kommentar schreiben

Teilen:
  • email
  • Add to favorites
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Twitter
  • Print

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorglockenblumen
    13x Ausgezeichneter Kommentar
    29. April 2017 09:45

    Herr Reichel, DANKE!!!!!

    Je eher die Grünen verschwinden, desto besser, lieber schon gestern als morgen! Dieser Verein hat Österreich schon soviel Schaden zugefügt.
    Wenn Herr Ellensohn meint, daß "man von allen Seiten angegriffen werde" soll er mal vor der eigenen Tür kehren.
    Keine andere Partei wirft so mit haltlosen Anschuldigungen, Beleidigungen und Diffamierungen um sich, wie die Grünen.
    Wenn man so austeilt, sollt man auch einstecken können. Allerdings setzt das Charakterstärke voraus... :-)

  2. Ausgezeichneter KommentatorPoliticus1
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    29. April 2017 08:12

    Unserer griechischen Vizebürgermeisterin merkt man ihre tiefe persönliche Enttäuschung von Tag zu Tag mehr und mehr an.
    Was hat sie alles für die Wienerinnen und Wiener gutes getan - und nur Undank hat sie geerntet ..
    Ins Guinessbook der Rekorde hat sie Wien mit dem um teures Geld geschaffenen kürzesten Radweg gebracht.
    Eine Radautobahn quer durch Wien wollte sie schaffen ...
    Statt Rollatoren fördert sie Lastenfahrräder für die betagten Mutterln.
    Neue Bilderln hat sie den Fussgängerampeln verpasst.
    Mit einer Wientalterrasse mit Ausrutschgarantie hat sie den Unfallchirurgen eine Freude gemacht.
    Um noch mehr Zeit für innovative Ideen zu haben, hat sie viele ihrer Agenden an BeauftragtInnen ausgegliedert, die den WienerInnen beibringen, wie man am Gehsteig richtig geht.
    Und dann als Krönung noch das Projekt Schuhschachtel am Eislaufverein!

    So viel Gutes - aber Undank ist der Welten Lohn!

    Ich mache mir große Sorgen, dass es Frau Vassilakou bald reicht und sie vergrämt nach Hellas zurückfliegt. (Immerhin hat sie ja den Investor nicht vergrämt)

  3. Ausgezeichneter KommentatorBob
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    29. April 2017 09:46

    Jetzt kommt noch die Anti Diesel Diskussion dazu. Am Ende werden doch die Lastenfahrräder gewinnen. Ein weites Feld um Asylanten zu beschäftigen. Statt Dieselgestank wird ein Hauch von Schweiß Wien umwehen.

  4. Ausgezeichneter KommentatorBrigitte Imb
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    29. April 2017 10:57

    "Die ranzige Öko-Truppe".....

    Danke, alleine dieser Ausdruck hat meinen Tag erhellt und besser kann man die Grün_*Innen nicht benennen.

  5. Ausgezeichneter Kommentator11er
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    29. April 2017 19:13

    Den internationalen Peinlichkeitstsunami, den der uns zugemutete grünabhängige Senilappeaser gerade verursacht hat, fügt sich nahtlos in Reichels Erkenntnisse zur spinatfahlen Spötterdämmerung.

    Wenn die Vizelakuh verzweifelt versucht, mit der "Ironieerklärung" vergossene Milch aufzutürmen, so erinnert mich das auch an das Peinlichkeitsniveau eines Loriot-Sketches, in dem der letzte Satz lautet: "Es gäbe Schnecken, fette Schnecken."

    Das Gute an den Grünen ist einfach, dass man ihnen frei von Reue beim Sterben zusehen kann.

  6. Ausgezeichneter KommentatorTorres
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Mai 2017 11:09

    Bezeichnend, dass man von den Grünen (und vor allem von den GrünInnen) keinen Mucks zu den Aussagen "ihres" Bundespräsidenten betreffend Kopftücher "für alle Frauen" hört.

  7. Ausgezeichneter KommentatorBrigitte Imb
    4x Ausgezeichneter Kommentar

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorTorres
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    01. Mai 2017 11:09

    Bezeichnend, dass man von den Grünen (und vor allem von den GrünInnen) keinen Mucks zu den Aussagen "ihres" Bundespräsidenten betreffend Kopftücher "für alle Frauen" hört.


alle Kommentare

  1. monofavoriten (kein Partner)
    01. Mai 2017 13:34

    ziel der grünen war es nie, logische politik zu betreiben. sie sind a) immer ein mehrheitsbeschaffer und b) treibmittel in noch progressiv-destruktivere gesellschaftspolitische richtungen gewesen.
    die grünen sympatisanten sind wie nirgendwo sonst derart in splittergruppen unterteilt, die sich nur für die für sie interessanten ideologieteile interessieren. und keine minderheit kann klein genug sein, um nicht in den grünen förderer ihrer interessen zu sein - selbst wenn es sich um pädophile handelt. die intersozis wissen, dass ständiges pushen der grünen noch linkerer, noch destruktiverer positionen die leute abstumpft. was heute die grünen fordern, können die sozi übermorgen implementieren.

  2. Torres (kein Partner)
    01. Mai 2017 11:09

    Bezeichnend, dass man von den Grünen (und vor allem von den GrünInnen) keinen Mucks zu den Aussagen "ihres" Bundespräsidenten betreffend Kopftücher "für alle Frauen" hört.

    • franz-josef
      01. Mai 2017 11:25

      Die müssen wohl erst ihre etwas erschrockenen Fortpflanze von der Solidarisierungsnotwendigkeit mittels Kopftüchern überzeugen, dann die erforderliche Anzahl Tücher bestellen , verteilen und richtiges Wickeln üben.

      Sodann aber werden sie laut und deutlich und geschlossen und überzeugt...äh auftreten. Und vermitteln, daß VdB goldrichtig liegt mit seiner Ankündigung der Solidarität mit den Goldstücken (zit.Schulz, oder)

  3. 11er
    29. April 2017 19:13

    Den internationalen Peinlichkeitstsunami, den der uns zugemutete grünabhängige Senilappeaser gerade verursacht hat, fügt sich nahtlos in Reichels Erkenntnisse zur spinatfahlen Spötterdämmerung.

    Wenn die Vizelakuh verzweifelt versucht, mit der "Ironieerklärung" vergossene Milch aufzutürmen, so erinnert mich das auch an das Peinlichkeitsniveau eines Loriot-Sketches, in dem der letzte Satz lautet: "Es gäbe Schnecken, fette Schnecken."

    Das Gute an den Grünen ist einfach, dass man ihnen frei von Reue beim Sterben zusehen kann.

    • Brigitte Imb
    • glockenblumen
      30. April 2017 10:23

      @ Brigitte Imb

      natürlich findet die das, gehören doch beide derselben Ideologie an....

      Aber gerade aus der Sicht muslimischer Frauen gibt's fest eine auf den Deckel:

      http://www.krone.at/das-freie-wort/titel-story-567012

      Zu Recht, dieses anmaßende Reden und das Anbiedern an den politischen Islam seitens der Grünen ist doch ein Schlag ins Gesicht für alle Frauen, die gerade aus solchen Kulturkreisen fliehen mußten, eben seil sie sich für Frauenrechte einsetzen, das Kopftuch als Symbol der Unterdrückung und des Besitzanspruches eines Mannes abnehmen und dafür mit Folter und Tod bedroht waren!

    • glockenblumen
      30. April 2017 10:26

      @ Brigitte Imb

      P.S.: wobei ich der Ansicht bin, daß der politische und religiöse Islam untrennbar miteinander verbunden sind.....

    • LeoXI
      30. April 2017 11:12

      Es ist auch eine Riesenfrechheit, weil sie mit der ernsthaft vorgetragenen "Ironieerklärung" zum Ausdruck bringt, die Wähler für verblödete Volltrotteln zu halten.

      Die Variante, sie könnte das selbst glauben, will ich mir von einer Wiener Vizebürgermeisterin nicht vorstellen. Das hieße ja, sie wäre selbst völlig .....

    • pro veritate (kein Partner)
      01. Mai 2017 09:15

      Die „68er“ und deren „Epigonen“, die nach ihrem „Marsch durch die Institutionen“ wichtige Schaltstellen unserer Gesellschaft besetzten, müssen erst diese Bühne verlassen und den Kräften der ideologischen Erneuerung allmählich Raum geben. Und eine solche (innere!) Erneuerung kann meiner Überzeugung nach nur in einem christlichen Geist geschehen, dessen Werte und Normen aber von den meisten politischen Gruppierungen zunehmend missachtet werden! Alles andere ist (bestenfalls) gutgläubiger Illusionismus!

  4. Brigitte Imb
  5. Brigitte Imb
    29. April 2017 10:57

    "Die ranzige Öko-Truppe".....

    Danke, alleine dieser Ausdruck hat meinen Tag erhellt und besser kann man die Grün_*Innen nicht benennen.

  6. Bob
    29. April 2017 09:46

    Jetzt kommt noch die Anti Diesel Diskussion dazu. Am Ende werden doch die Lastenfahrräder gewinnen. Ein weites Feld um Asylanten zu beschäftigen. Statt Dieselgestank wird ein Hauch von Schweiß Wien umwehen.

  7. glockenblumen
    29. April 2017 09:45

    Herr Reichel, DANKE!!!!!

    Je eher die Grünen verschwinden, desto besser, lieber schon gestern als morgen! Dieser Verein hat Österreich schon soviel Schaden zugefügt.
    Wenn Herr Ellensohn meint, daß "man von allen Seiten angegriffen werde" soll er mal vor der eigenen Tür kehren.
    Keine andere Partei wirft so mit haltlosen Anschuldigungen, Beleidigungen und Diffamierungen um sich, wie die Grünen.
    Wenn man so austeilt, sollt man auch einstecken können. Allerdings setzt das Charakterstärke voraus... :-)

  8. Tullius Augustus
    29. April 2017 08:24

    Als andauernder Nicht-Grün-Wähler möchte ich doch völlig sachlich - nur zum Thema Fahrrad - festhalten:

    Das Fahrrad ist ein phantastisches Verkehrsmittel und hat etliche Vorteile:

    Billig, schont die Brieftasche u. ermöglicht somit mehr Lebensstandard auf anderen Gebieten.

    Der Fahrer macht Bewegung u. das ist gesund sowohl physisch als auch psychisch.

    Es wird Treibstoff u. somit Erdöl eingespart, gut für die österr. Handelsbilanz. Österreich macht sich e. Stück weniger abhängig von ölexportierenden Ländern.

    Das Fahrrrad ist sauber, des emittiert keinerlei Abgase.

    Das Fahrrad erhöht die allgmeine Mobilität bei geringen Kosten, das Fahrrad ist somit sozial ausgleichend. Benachteiligte Bevölkerungsschichten können somit in manchen Punkten aufschließen. Somit ist das Fahrrad ein Beitrag zum sozialen Frieden.

    Bei einer Weltbevölkerung von über 7 Milliarden ist es ganz einfach ein Muss, und es ist einleuchtend dass das Fahrrad aufgrund seiner Billigkeit, seiner einfachen Handhabung und Kleinheit eingesetzt werden muss, weltweit um die Mobilitätsbedürfnisse zu befriedigen.

    Das Fahrrad ist ein Massenphänomen, weltweit, für das aber fast keine kommerzielle Werbung gemacht wird. Mit Fahrrädern auch in der Masse lassen sich keine großen Gewinne für Konzerne erzielen. Der Prestigewert ist mäßig.

    Weil das Fahrrad weltweit ein Massenphänomen ist, ist es entgegen mancher anderer Behauptungen technisch innovativ. Die Fahrradtechnik entwickelt sich stetig weiter: Neue Materalien, neue Patente:

    Trekkingrad, Mountainbike, Cityrad, Klapprad, Lastenfahrrad, Elektrofahrrad - all das sind maßgeschneiderte Angebote für spezifische Zielgruppen wo es Weiterentwicklungen und Innovationen gibt. Der Erfindergeist schläft auch beim Fahrrad nicht!

    Natürlich kann man über das Lastenfahrrad in Wien Witze machen, das ist schon ok, wer wird denn humorlos sein.
    Tatsache ist aber dass das Lastenfahrrad von 2017 in etlichen Punkten gegenüber dem chinesischen Lastenfahrrad, (Marke Mao Zedong) aus den 1950-Jahren weiterentwickelt wurde: besserer bequemerer Sitz, leichtere Bauweise bei besserer Ladekapazität - es ist einfach rundum alles besser.

    Übrigens sind sich hier wohl alle einig, dass es überhaupt keinen Grund gibt gegenüber anderen Ländern oder Kulturen oder anderen Zeitaltern einen oberflächlichen "Kultur-Hochmut" an den Tag zu legen.

    Ich habe oben viele Pro-Fahrrad-Argumente aufgezählt.

    Natürlich hat auch das individuelle Auto und das Motorrad sehr große Vorteile und Notwendigkeiten, schon allein was die Wirtschaft u. Konsum angeht: Wieviel kann man in einem Auto bequem transportieren u. wieviel kann ich am Fahrrad transportieren nach einem Einkauf.

    Wie einfach ist es eine Mikrowelle, eine Jura-Kaffeemaschine oder eine Küchenmaschine mit dem Fahrrad bzw. Auto heim zu bringen?

    Es geht um die Einschätzung und Abwägung: Wieviel von der öffentlichen Fläche (die begrenzt ist) stelle ich welchem Verkehrsmittel zur Verfügung: Individualverkehr, öffentliche Verkehrsmittel bzw. Fahrrädern.

    Das ist eine schwierige Abwägung, eine schwieriger Interessensausgleich, wo sehr gescheite Experten von jeder Seite zu Rate gezogen werden müssen.

    Im Moment ist es in Wien so: Solange die Grünen mitregieren wird Fahrradfahren und der Ausbau von Fahrradstreifen gefördert werden. Die Grünen sind in dem Punkt einseitig, vielleicht zu einseitig, vielleicht übertreiben sie ?
    Es ist letztlich eine Abwägungssache, eine Sache von Verhandlungen (hoffentlich) wo dann halt eine Entscheidung gefällt werden muss.

    • franz-josef
      29. April 2017 10:33

      Ich kann Ihre Begeisterung nicht teilen. Während ich mich noch erwärmen kann für sommerlich-frühabendliche Spazierrunden, fehlt mir jegliches Verständnis für die Benutzung des (Lasten-)Fahrrades bei Wind, Regen, Schnee, Kälte, in der Stadt gegen den Einbahnverkehr zu befahrende Radwege (möchte dazu anmerken, das sind dann logischerweise auch die besonders engen Einbahnen - erst kürzlich wieder in Meidling gesehen),mit den kleinen Menschlein in den bodennahen Anhängern, mit Kind und Kegel einzukaufen, mit Regenbekleidung das Fahrrad verstauen (und das Kind :)) und nach abgeschüttelter Nässe ein Geschäft zubetreten, nein. NEIN! Denken Sie doch praktisch.

      Das ist Show für Klapprad-Politike

    • simplicissimus
      01. Mai 2017 07:31

      Tretboote haben Sie vergessen, werter Tullius Augustus.
      Und hat nicht Michelangelo Tretflugzeuge entworfen, die bei Pippi Langstrumpf umgesetzt wurden?
      Aber vielleicht irre ich mich da. :-)

      Spass beiseite, jedenfalls ist der Vorzug von Fahrraedern im Prinzip nicht von der Hand zu weisen.

    • fxs (kein Partner)
      01. Mai 2017 11:49

      Und deswegen hat Pjöngjang ja auch die höchste Lebensqualität aller Hauptstädte der Erde.

  9. Politicus1
    29. April 2017 08:12

    Unserer griechischen Vizebürgermeisterin merkt man ihre tiefe persönliche Enttäuschung von Tag zu Tag mehr und mehr an.
    Was hat sie alles für die Wienerinnen und Wiener gutes getan - und nur Undank hat sie geerntet ..
    Ins Guinessbook der Rekorde hat sie Wien mit dem um teures Geld geschaffenen kürzesten Radweg gebracht.
    Eine Radautobahn quer durch Wien wollte sie schaffen ...
    Statt Rollatoren fördert sie Lastenfahrräder für die betagten Mutterln.
    Neue Bilderln hat sie den Fussgängerampeln verpasst.
    Mit einer Wientalterrasse mit Ausrutschgarantie hat sie den Unfallchirurgen eine Freude gemacht.
    Um noch mehr Zeit für innovative Ideen zu haben, hat sie viele ihrer Agenden an BeauftragtInnen ausgegliedert, die den WienerInnen beibringen, wie man am Gehsteig richtig geht.
    Und dann als Krönung noch das Projekt Schuhschachtel am Eislaufverein!

    So viel Gutes - aber Undank ist der Welten Lohn!

    Ich mache mir große Sorgen, dass es Frau Vassilakou bald reicht und sie vergrämt nach Hellas zurückfliegt. (Immerhin hat sie ja den Investor nicht vergrämt)

    • Leopold Franz
      29. April 2017 09:53

      Vielleicht kann sich Mary in Chios oder Lesbos aktivistisch betätigen, da sind gerade einige österreichische Aktivisten wegen der Errichtung von illegalen Migrantenlagern aus dem Verkehr gezogen worden.





Bitte OHNE Internet-Links (Kommentare mit Links werden nicht veröffentlicht)
verbleibende Zeichen: 700

Sicherheitsabfrage:
Bild neu laden

Ich will die Datenschutzerklärung lesen.


© 2021 by Andreas Unterberger (seit 2009)  Impressum  Datenschutzerklärung