Unwesentliche Passagen einer Anklageschrift

Die Anklageschrift gegen Karl Heinz Grasser hat kurz nach ihrer Fertigstellung ihren Weg in die Medien-Öffentlichkeit gefunden: krönender Abschluss einer Enthüllungsentwicklung, die schon in den letzten Jahren zu beobachten war. Wer die Zwischenbefunde jeweils weitergegeben hat, blieb im Dunklen; kaum jemand fragte danach. Nicht die stets besorgten Datenschützer, nicht die Rechtsstaatsbesorgten und schon gar nicht die Staatsanwälte jedweden Geschlechts.

Wichtig war den „Gebern“ der Zwischenberichte, das Thema aktuell zu halten. Sieben Jahre lang. Fette Jahre für die einschlägige Publizistik. Nun liegt sie also vor, die Anklageschrift von 25 Seiten; und es ist ihr auch Psychologisches zu entnehmen.

Wird doch versucht, nicht nur Geldflüsse und Firmenkonstruktionen nachzuzeichnen, sondern auch dem Charakter des Hauptangeklagten auf den Grund zu gehen (und aus ihm seine Handlungen abzuleiten): „Die komplexen Firmenkonstruktionen rund um die Causa Buwog und Ex-Minister Karl-Heinz Grasser belegen laut Anklageschrift, dass diesem „das Verschleiern von Vermögenswerten geradezu wesensnah sei“ (Der Standard 25. Juli 2016).

„Geradezu“ genial! Die Behörde kennt das „Wesen“ von KHG; und was diesem „nah“ und „fremd“ ist. Sie schaut bis auf den Grund seines wahren Seins oder seiner Essenz oder seiner Substanz? Psychologen, Psychiater und Seelenkundige jeglicher Provenienz erblassen vor Neid ob dieser juristischen Qualitätsaussage, die die (un-)moralischen Eigenschaften des Angeklagten im richtigen Zwielicht erscheinen lassen sollen.

Leicht irritierend für den juristischen Laien ist weiters der folgende Passus: „Sämtliche geschilderte Abläufe mit Blick auf den gemeinsamen Tatplan und die dadurch bewirkte engmaschige Schicksalsgemeinschaft lassen schon nach der allgemeinen Lebenserfahrung keinen anderen Schluss zu, als dass Grasser, Meischberger, Plech und Hochegger spätestens ab … Juli 2003 bis zum tatsächlichen Erhalt der Bestechungszahlungen stets und wiederholt das weitere Vorgehen … miteinander absprachen und abstimmten.“

Die Indizien werden aufgrund „der allgemeinen Lebenserfahrung“ als zwingend gewertet („lassen keinen andern Schluss zu“). Da handelt es sich weder um einen Induktions- noch um einen Deduktions- ja nicht einmal um einen Analogieschluss. Sondern um einen Schluss aufgrund „allgemeiner Lebenserfahrung“ (von wem, welche?). Hat man dabei bedacht, dass wir den Namen „Erfahrung“ häufig auch unseren Irrtümern geben? „Allgemeine Lebenserfahrung“ als Grundlage für einen zwingenden Schluss zu nehmen, ist ziemlich schwach (stilistisch und als Mittel der Beweisführung).

Vielleicht hätte ein Korrektor die Anklageschrift vor ihrer Weiterleitung nochmals lesen sollen. Aber offensichtlich muss mit Schlüssen am Schluss alles schnell gehen; und manche Formulierung geht dabei zu weit oder eben daneben. Fakten und der Nachweis, was warum als Faktum gewertet wird, stehen hoffentlich an anderer Stelle – weniger beladen mit Vor-Urteilen moralischer Art, besser begründet als mit behördlicher Lebenserfahrung. Nach sieben Jahren der Suche sollte man doch wohl in der Lage sein, einen schlagenden Beweis zu präsentieren („Smoking gun“). Aber vielleicht verlässt man sich auch darauf, dass die Vorverurteilung durch die mediale Arbeit ohnehin schon stattgefunden hat. Das ist – „erfahrungsgemäß“ – nicht unwahrscheinlich, wirft aber kein gutes Licht auf den Rechtsstaat.

PS: Damit sich die Suche nach dem „Wesen“ des Schreibers dieser Zeilen in Grenzen hält: ich bin mit KHG weder verwandt noch persönlich bekannt, sondern habe lediglich eine tiefe Abneigung gegen dumme Begründungen („Wesen“, „Lebenserfahrung“), die für Schlüsse herangezogen werden.

Rudold Bretschneider ist seit Jahrzehnten in diversen Cheffunktionen bei GfK (früher Fessel-GfK) tätig und einer der prominentesten Marktforscher und politischen Analysten des Landes. 

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorIngrid Bittner
    13x Ausgezeichneter Kommentar
    27. Juli 2016 16:26

    Also ich bin KHG ein einziges Mal in meinem Leben persönlich begegnet, tja ein Händedruck, ein Blick in die Augen, wie es sich bei einem höflichen Gruß gehört und das war's dann. Es war bei einem sehr interessanten Vortrag. Also man kann nicht davon sprechen, dass ich vielleicht ein besonderes Nahverhältnis hätte.
    Was ich aber habe ist ein nicht näher beschreibbares, ungutes Gefühl, wenn ich an die österreichische Justiz denke.
    Ich habe miterlebt, dass es bei Prozessen tatsächlich auf einen Punkt oder Beistrich angekommen ist, aber niemals auf div. Befindlichkeiten, Erfahrungen, Lebensentwürfe, Lebensplanungen, etc.
    Ich habe in all den Jahren, in denen ich sozusagen mit dem Gericht in verschiedensten Funktionen zu tun hatte, immer gelernt, was zählt sind Fakten, Fakten und wieder Fakten.
    Das scheint mir aber bei Grasser völlig ausser Kraft gesetzt zu sein und ich kann immer wieder nur an die Hausdurchsuchung erinnern, bei der die Reporter früher als die zuständigen Beamten an Ort und Stelle waren. Das kann es einfach in einem Rechtsstaat nicht geben. Die jahrelangen Erhebungen, die aber offenbar keine Fakten zu Tage gebracht haben, sondern nur irgendwas "Psyhologisches", stellen für mich nur Ungereimtheiten dar, die sehr viel Steuergeld gekostet haben. Das muss man ja jetzt irgendwie rechtfertigen, daher diese eigenartige Prozessgrundlage.
    Und das nächste ist für mich die Frage: warum gerade jetzt? Warum nicht erst Ende Oktober?
    Auf deutsch direkt gesagt, in meinen Augen ist KHG ein armer Hund, dem man durch sieben Jahre versucht hat, irgendetwas anzuhängen, wirklich gefunden scheint man bis heute nichts zu haben. Das, was jetzt auf dem Tisch liegt, ist doch Wischiwaschi - wo sind die knallharten Fakten??

  2. Ausgezeichneter KommentatorErich Bauer
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    27. Juli 2016 16:12

    Diese Justiz bewegt sich - nach dieser Darstellung - auf mittelalterlichen Abflusssystemen, wie sie auf mittelalterlichen Straßen in der Straßenmitte noch heute zu sehen sind. Auch damals wurde die Scheiße durch die Straßen und Gassen - vor aller Augen - geschoben. Das war auch normal. Gegen den Gestank schützte man sich mit Parfum.

    Der Gestank, der von solchen „juristischen“ Dokumenten ausgeht, riecht irgendwie nach Blut. Wenn da irgendjemand zu irgendetwas eine Meinung äußert, könnte es passieren, dass ihm da ein RsA-Brief reinflattert:

    Sehr geehrter Delinquent!

    Mehrere aufrechte und ehrenhafte Personen haben dem Hohen Gericht zur Kenntnis gebracht, dass Ihr Meinungen vertretet, die dem Wesen eines gedeihlichen Gemein-Wesens abträglich sind!

    Die Befragung der ZEUGINNEN hat einwandfrei zutage gebracht, dass Ihr SCHULDIG im Sinne der Wesenheit seid. Auch wenn Ihre Meinung noch so unwesentlich sein mag, so ist es für das hohe Gericht sehr wesentlich, dass Ihr der gerechten Strafe zugeführt werdet.

    Nach der allgemeinen Lebenserfahrung lässt sich die Schlussfolgerung ziehen, dass Ihre geäußerten Meinungen, deren Inhalt man auf ein staatliches Dokument keinesfalls wiedergeben kann - Ihr verzeiht den Ausdruck - nicht allein auf Eurem MIST gewachsen sein kann!

    Eine Strafmilderung könnte das Hohe Gericht in Aussicht stellen, wenn Ihr Eure wesensnahen Komplizen dem Hohen Gericht zur Kenntnis bringt.

    Im Übrigen ist eine Berufung gegen dieses Urteil Ihrerseits unwesentlich und hätte keinerlei Auswirkungen für das Strafausmaß! Im Gegenteil! Aber, wenn es Euch beliebt, kann ein Termin festgesetzt werden, an dem Ihr Eure Beweisführung einem Gottesurteil aussetzen könntet!

    Hochverachtungsvoll
    Das Hohe Gericht

  3. Ausgezeichneter Kommentatordssm
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    27. Juli 2016 17:54

    Wirklich ein guter Beitrag! Danke.

    'Lebenserfahrung'! Das ist das Wort. Also muss die Anklageschrift vom Brandstetter persönlich stammen, denn nur der hat politische 'Lebenserfahrung' als Minister. Falls nicht, so sollte dieser größenwahnsinnige Staatsanwalt seinen Hut nehmen.

    Nebenbei, wo ist eigentlich die versprochene Faymann Akte? Da wurde ja, anders als bei Grasser, eingestellt; und mir zumindest ist die Suppe deutlich dicker vorgekommen.

  4. Ausgezeichneter Kommentatorotti
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    27. Juli 2016 15:20

    d a n ke für diese zusammenfassung !
    ich bin ebenfalls mit khg nie in meinem lebeben zusammengekommen.

    aber ergänzend: stellen wir uns a l l e einmal vor, daß die justiz s i e b e n jahre gegen unsere tätigkeiten im beruflichen leben ermittelt.
    mit hausdurchsuchungen, abhören der telefone und so weiter und so fort.
    .......!

  5. Ausgezeichneter KommentatorBob
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    27. Juli 2016 20:53

    Vielleicht könnte man KHG einer strengen Befragung in einem Folterkeller unterziehen. Der ORF könnte ja eine 6teilige Fernsehserie daraus fabrizieren. Bei 15 Angeklagten ist für eine Jahrelange Serie gesorgt. Folterknechte sind unter den roten und grünen genug vorhanden. Und schlussendlich ist eine physische Folterung wesentlich unterhaltsamer als eine psychische.

  6. Ausgezeichneter KommentatorTik Tak from far away
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    29. Juli 2016 16:10

    November 2002, im SPÖ Parlamentsclub beschließen ein paar Funktionäre, u.a. ein Mag. Hollnsteiner von dem ich die Information damals bekommen habe, daß man den Grasser "fertig machen" werde, der sei eine zu große Gefahr für die nächsten Wahlen, der sei persönlich zu beliebt.

    7 Jahre Untersuchungen der Staatsanwaltschaft mit unzähligen Fehlern
    825 Seiten Anklageentwurf
    Eine mediale Aufbereitung der Sache die einen fairen Prozeß nicht mehr möglich macht.

    Eine so lange Anklageschrift, das ist das Prinzip Hoffnung, gibt es nur, wenn nicht einmal die Staatsanwaltschaft an eine Verurteilung glaubt und auf einen Zeugen hofft, der dem Angeklagten Probleme macht.

  7. Ausgezeichneter KommentatorHelmut Oswald
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juli 2016 12:35

    Aha, das Volksgericht hat getagt. Wesenheit, mhm .. ja, ja und dann das gesunde Volksempfinden der Antifa nicht zu vergessen, ... ja und dann freilich, ganz wichtig, der Klassenstandpunkt - den sollte man in diesen Fällen niemals unberücksichtigt lassen ... der allgemeinen Lebenserfahrung nach muß der Hex außerdem der Satanas beigewohnt haben, sein Diener hatte schon diesen stechenden Blick in den Augen ... ja, ja .. und leugnets, daß er auf dem Faß um die Burg geritten - na, daß kennen wir schon, aber dafür werden ihm die Richtknecht noch die zierlichen Instrumentlein zeigen, darob rechtschaffen erschrocken thun - endlich wird er's wohl am Ende bekennen.

    Enthüllungen dieser Art vor wichtigen Bundespräsidentschaftswahlen sind selbstverständlich rein zufälliger Natur.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorTik Tak from far away
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    29. Juli 2016 16:10

    November 2002, im SPÖ Parlamentsclub beschließen ein paar Funktionäre, u.a. ein Mag. Hollnsteiner von dem ich die Information damals bekommen habe, daß man den Grasser "fertig machen" werde, der sei eine zu große Gefahr für die nächsten Wahlen, der sei persönlich zu beliebt.

    7 Jahre Untersuchungen der Staatsanwaltschaft mit unzähligen Fehlern
    825 Seiten Anklageentwurf
    Eine mediale Aufbereitung der Sache die einen fairen Prozeß nicht mehr möglich macht.

    Eine so lange Anklageschrift, das ist das Prinzip Hoffnung, gibt es nur, wenn nicht einmal die Staatsanwaltschaft an eine Verurteilung glaubt und auf einen Zeugen hofft, der dem Angeklagten Probleme macht.


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  1. Bob
    04. August 2016 10:12

    Inzwischen hat ja schon die Hauptverhandlung unter Armin Wolf begonnen. Die Anklageschrift könnte man ja im Internet zur Einsicht auflegen, dann knn ganz Österreich demokratisch abstimmen, wieweit man Existenzen nachhaltig ruinieren kann.

  2. Kyrios Doulos
    01. August 2016 22:19

    Ein herzliches Danke und ein laut juchzendes Bravo!
    Ich liebe solche Analysen, der die Logik und die Schlüssigkeit der Argumentation und die Präzision der Sprache als unverzichtbare Qualitätskriterien zugrundeliegen.

    Zur Interpretation: Oft denke ich mir, der gar so grausame Pranger war ein, verzeihen Sie das Wort: "Leachalschaß" gegen die Medienhetze gegen KHG, die Medienhetze derjenigen Medien zumal, die anderen, Andersdenkenden unentwegt Hetze vorwerfen.

  3. Wyatt
    29. Juli 2016 20:33

    ..........umgekehrt, was wurde im Fall "Kampusch" von den Staatsanwalten nicht alles eingestellt, nicht beachtet, .......

    nachzulesen in einem sehr nachdenklich machenden Faktenbericht von Dr. Johann Rzeszut,
    (bis 2006 Präsident des Obersten Gerichtshof der Republik Österreich)

    "Der Tod des Kampusch-Kidnappers" - Wahrheit im Würgegriff!

    gewidmet Polizeioberst Franz Kröll (+) und seinem Bruder Karl Kröll
    und ihrem schicksalhaften Kampf gegen Unrecht und Willkür!

  4. Tik Tak from far away (kein Partner)
    29. Juli 2016 16:10

    November 2002, im SPÖ Parlamentsclub beschließen ein paar Funktionäre, u.a. ein Mag. Hollnsteiner von dem ich die Information damals bekommen habe, daß man den Grasser "fertig machen" werde, der sei eine zu große Gefahr für die nächsten Wahlen, der sei persönlich zu beliebt.

    7 Jahre Untersuchungen der Staatsanwaltschaft mit unzähligen Fehlern
    825 Seiten Anklageentwurf
    Eine mediale Aufbereitung der Sache die einen fairen Prozeß nicht mehr möglich macht.

    Eine so lange Anklageschrift, das ist das Prinzip Hoffnung, gibt es nur, wenn nicht einmal die Staatsanwaltschaft an eine Verurteilung glaubt und auf einen Zeugen hofft, der dem Angeklagten Probleme macht.

    • Tik Tak from far away (kein Partner)
      29. Juli 2016 16:15

      Beweise hat die Anklage keine aber viele Vermutungen.
      Die StPO kennt aber das Prinzip, daß man nur mit einer sicheren Beweislage zum Prozeß schreiten sollte.

      Das ist kein rechtsstaatliches Verfahren mehr, ungeachtet der Antwort auf die Frage nach etwaiger Schuld, das ist einfach nur die konsequente Fortführung dessen, was 2002 beschlossen wurde.
      Die Frage nach der Schuld ist daher nicht mehr im Mittelpunkt.
      Vox populi hat schon Schuld gesprochen.
      Im Mittelpunkt sind wohl eher die nächsten Wahlen, bei denen man das Thema dann verwenden kann, als Warnung vor Schwarz/Blau.
      Das wird dann rechtzeitig zum Wahlkampf sein und wohlfeile Agitationsgrundlagen für die SPÖ und die Grünen bieten.

  5. Bob
    29. Juli 2016 10:24

    Jetzt werden schon Teile der Anklage veröffentlicht. Eine enorme Sauerei. Ich habe auch noch nicht gehört der "mutmaßliche", oder es gilt die Unschuldsvermutung. Bei jeden geständigen Schwerverbrecher, der auf frischer Tat ertappt wird, kann man dies bis zum erbrechen lesen. Außerdem wird das Gesicht verpixelt, außer bei Vorverurteilten wie Plech, Meischberger und Grasser.

  6. Helmut Oswald
    28. Juli 2016 12:35

    Aha, das Volksgericht hat getagt. Wesenheit, mhm .. ja, ja und dann das gesunde Volksempfinden der Antifa nicht zu vergessen, ... ja und dann freilich, ganz wichtig, der Klassenstandpunkt - den sollte man in diesen Fällen niemals unberücksichtigt lassen ... der allgemeinen Lebenserfahrung nach muß der Hex außerdem der Satanas beigewohnt haben, sein Diener hatte schon diesen stechenden Blick in den Augen ... ja, ja .. und leugnets, daß er auf dem Faß um die Burg geritten - na, daß kennen wir schon, aber dafür werden ihm die Richtknecht noch die zierlichen Instrumentlein zeigen, darob rechtschaffen erschrocken thun - endlich wird er's wohl am Ende bekennen.

    Enthüllungen dieser Art vor wichtigen Bundespräsidentschaftswahlen sind selbstverständlich rein zufälliger Natur.

  7. Bob
    27. Juli 2016 20:53

    Vielleicht könnte man KHG einer strengen Befragung in einem Folterkeller unterziehen. Der ORF könnte ja eine 6teilige Fernsehserie daraus fabrizieren. Bei 15 Angeklagten ist für eine Jahrelange Serie gesorgt. Folterknechte sind unter den roten und grünen genug vorhanden. Und schlussendlich ist eine physische Folterung wesentlich unterhaltsamer als eine psychische.

  8. dssm
    27. Juli 2016 17:54

    Wirklich ein guter Beitrag! Danke.

    'Lebenserfahrung'! Das ist das Wort. Also muss die Anklageschrift vom Brandstetter persönlich stammen, denn nur der hat politische 'Lebenserfahrung' als Minister. Falls nicht, so sollte dieser größenwahnsinnige Staatsanwalt seinen Hut nehmen.

    Nebenbei, wo ist eigentlich die versprochene Faymann Akte? Da wurde ja, anders als bei Grasser, eingestellt; und mir zumindest ist die Suppe deutlich dicker vorgekommen.

  9. Ingrid Bittner
    27. Juli 2016 16:26

    Also ich bin KHG ein einziges Mal in meinem Leben persönlich begegnet, tja ein Händedruck, ein Blick in die Augen, wie es sich bei einem höflichen Gruß gehört und das war's dann. Es war bei einem sehr interessanten Vortrag. Also man kann nicht davon sprechen, dass ich vielleicht ein besonderes Nahverhältnis hätte.
    Was ich aber habe ist ein nicht näher beschreibbares, ungutes Gefühl, wenn ich an die österreichische Justiz denke.
    Ich habe miterlebt, dass es bei Prozessen tatsächlich auf einen Punkt oder Beistrich angekommen ist, aber niemals auf div. Befindlichkeiten, Erfahrungen, Lebensentwürfe, Lebensplanungen, etc.
    Ich habe in all den Jahren, in denen ich sozusagen mit dem Gericht in verschiedensten Funktionen zu tun hatte, immer gelernt, was zählt sind Fakten, Fakten und wieder Fakten.
    Das scheint mir aber bei Grasser völlig ausser Kraft gesetzt zu sein und ich kann immer wieder nur an die Hausdurchsuchung erinnern, bei der die Reporter früher als die zuständigen Beamten an Ort und Stelle waren. Das kann es einfach in einem Rechtsstaat nicht geben. Die jahrelangen Erhebungen, die aber offenbar keine Fakten zu Tage gebracht haben, sondern nur irgendwas "Psyhologisches", stellen für mich nur Ungereimtheiten dar, die sehr viel Steuergeld gekostet haben. Das muss man ja jetzt irgendwie rechtfertigen, daher diese eigenartige Prozessgrundlage.
    Und das nächste ist für mich die Frage: warum gerade jetzt? Warum nicht erst Ende Oktober?
    Auf deutsch direkt gesagt, in meinen Augen ist KHG ein armer Hund, dem man durch sieben Jahre versucht hat, irgendetwas anzuhängen, wirklich gefunden scheint man bis heute nichts zu haben. Das, was jetzt auf dem Tisch liegt, ist doch Wischiwaschi - wo sind die knallharten Fakten??

    • Tik Tak from far away (kein Partner)
      29. Juli 2016 16:20

      Es geht nicht um Schuld oder Unschuld, es geht um die Argumentation beim nächsten Wahlkampf gegen Schwarz/Blau.
      Das eigentliche Ziel ist Schüssel, der und der Grasser sind schwere Traumata bei SPÖ und Grünen.

      Wer keine eigenen Leistungen zu bieten hat, der braucht eben Feindbilder.

      Schon zu Stalins, Maos und Hitlers Zeiten gab es die Ansicht, daß eine Anschuldigung durch das Volk als Beweis für eine Verurteilung reicht und der Versuch sich zu verteidigen als Schuldeingeständnis zu werten sei.

      Genau dieses Volksgerichtshofmodell kommt hier zur Anwendung.
      Und es zeigt, welch Geistes Kind SPÖ und Grüne und befreundete Medien sind.

      Ein fairer Prozeß ist nicht gewünscht.

    • riri
      31. Juli 2016 21:11

      Der noch von Faymann eingesetzte Chefredakteur der Wiener-Zeitung, der extrem rote Rainer Göweil, in seinem Leitartikel "Grasser-kein Opfer":

      Grasser hat die jeweiligen Verfahren selbst in die Länge gezogen. Hätte er die Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft gleich eingestanden, wäre es nicht zu diesen langjährigen Verfahren gekommen.
      Grasser hat dadurch noch von der Österreichischen Rechtsstaatlichkeit profitiert.

      Die Rechtslage aus der Sicht der linksextremen Vereinigung.

      @Tik Tak von weit weg

      Interessant immer Ihr Insiderwissen. Danke.
      Gruß aus der Heimat

    • Kyrios Doulos
      01. August 2016 22:22

      Danke, Ingrid Bittner, und ich ergänze: Mit welchem Recht moralisieren unsere Medien und Politiker, wenn es um Erdogan geht? Ich behaupte: mit keinem Recht. Wir unterscheiden uns nur graduell von E., nicht prinzipiell.

    • Helmut Oswald
      02. August 2016 10:31

      Also ich bin dem KHG mehrfach begegnet und habe ihm sogar die erste politische Veranstaltung seines öffentlichen Lebens ausgerichtet. DA war er plötzlich von Haiders Gnaden zum Sicherheitsprecher der Partei ernannt worden. Den Referentenvortrag (gewiss ein Werk seines parlamentarischen Mitarbeiters) hat er bis auf die Petersberg Erklärung (er machte daraus die 'Petersburger Erklärung') gut verlesen. Geschenkt. Charakter hatte er. Als ich selbst einst medial bedrängt war, die Partei verlassen hatte und er noch Minister war, hat er mir öffentlich die Hand gereicht - was niemals sein Vorteil sein konnte. Feige 'Freunde' wandten sich zu dieser Zeit ostentativ ab. KHG halte ich für in Ordnung.

  10. Erich Bauer
    27. Juli 2016 16:12

    Diese Justiz bewegt sich - nach dieser Darstellung - auf mittelalterlichen Abflusssystemen, wie sie auf mittelalterlichen Straßen in der Straßenmitte noch heute zu sehen sind. Auch damals wurde die Scheiße durch die Straßen und Gassen - vor aller Augen - geschoben. Das war auch normal. Gegen den Gestank schützte man sich mit Parfum.

    Der Gestank, der von solchen „juristischen“ Dokumenten ausgeht, riecht irgendwie nach Blut. Wenn da irgendjemand zu irgendetwas eine Meinung äußert, könnte es passieren, dass ihm da ein RsA-Brief reinflattert:

    Sehr geehrter Delinquent!

    Mehrere aufrechte und ehrenhafte Personen haben dem Hohen Gericht zur Kenntnis gebracht, dass Ihr Meinungen vertretet, die dem Wesen eines gedeihlichen Gemein-Wesens abträglich sind!

    Die Befragung der ZEUGINNEN hat einwandfrei zutage gebracht, dass Ihr SCHULDIG im Sinne der Wesenheit seid. Auch wenn Ihre Meinung noch so unwesentlich sein mag, so ist es für das hohe Gericht sehr wesentlich, dass Ihr der gerechten Strafe zugeführt werdet.

    Nach der allgemeinen Lebenserfahrung lässt sich die Schlussfolgerung ziehen, dass Ihre geäußerten Meinungen, deren Inhalt man auf ein staatliches Dokument keinesfalls wiedergeben kann - Ihr verzeiht den Ausdruck - nicht allein auf Eurem MIST gewachsen sein kann!

    Eine Strafmilderung könnte das Hohe Gericht in Aussicht stellen, wenn Ihr Eure wesensnahen Komplizen dem Hohen Gericht zur Kenntnis bringt.

    Im Übrigen ist eine Berufung gegen dieses Urteil Ihrerseits unwesentlich und hätte keinerlei Auswirkungen für das Strafausmaß! Im Gegenteil! Aber, wenn es Euch beliebt, kann ein Termin festgesetzt werden, an dem Ihr Eure Beweisführung einem Gottesurteil aussetzen könntet!

    Hochverachtungsvoll
    Das Hohe Gericht

    • dssm
      27. Juli 2016 17:56

      Und ganz wichtig: Unschuld beweist gar nichts!

    • Erich Bauer
      27. Juli 2016 18:13

      Und da die Unschuld eh nicht als Beweiswürdigung gelten kann, wird das "Bäckerschupfen" so lange fortgesetzt... Und dann soll das der höchste aller Richter entscheiden!

    • Kyrios Doulos
      01. August 2016 22:25

      Bravissimo, Erich Bauer!

  11. otti
    27. Juli 2016 15:20

    d a n ke für diese zusammenfassung !
    ich bin ebenfalls mit khg nie in meinem lebeben zusammengekommen.

    aber ergänzend: stellen wir uns a l l e einmal vor, daß die justiz s i e b e n jahre gegen unsere tätigkeiten im beruflichen leben ermittelt.
    mit hausdurchsuchungen, abhören der telefone und so weiter und so fort.
    .......!





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