Die USA unter sozialdemokratischem Regime

Autor: Andreas Tögel

Meine Erkrankung oder: Wie das Virus die Behörden überfordert

Autor: Hans Anonym

Die Freiheit der Demokratie und ihre ahnungslosen Feinde

Autor: Leo Dorner

Die massive Korruption in der Slowakei und eine Dissertation

Autor: Elmar Forster

Hass in Favoriten

Autor: Georg Vetter

Corona: Nicht alle leiden ...

Autor: Rachel Gold

"Waffenlager“

Autor: Rachel Gold

Ein gelungener Rutsch ins Neue Jahr ...

Autor: Werner Milota

„Crisis? What Crisis?“

Autor: Elmar Forster

Krisen-Gewinnler

Autor: Markus Szyszkowitz

Weitere Gastkommentare

Fragen einer merkwürdigen Schwester an den Heiligen Vater

Die Ablehnung des Kopftuchverbots durch den Papst kann ich verstehen – ich als Ordensfrau trage auch ein solches als Ausdruck meiner religiösen Überzeugung. Viele, vor allem ältere, Bäuerinnen tragen es aus praktischen Gründen. Da wir nicht mehr in einem christlichen Europa leben, können Christinnen kein Privileg vor anderen Religionen beanspruchen.

Soweit kann ich zustimmen. Aber schon nicht damit, dass der Papst mit keiner Silbe den Unterschied zwischen Kopftüchern beziehungsweise Schleiern, die die Identität der Person nicht verdecken und Burkas erwähnt. Es ist eine Binsenweisheit, dass ein Rechtsstaat die Identifizierbarkeit der Person voraussetzen muss – eine Forderung, die auch gegenüber linksextremen Demonstranten mit Roger-Staub-Mützen zu beachten wäre.

Schwerer verstehe ich den päpstlichen Hinweis auf das „gute familiäre“ Verhältnis von Moslems und Christen in Argentinien, denn dort stellen die Moslems eine extreme Minderheit dar. Es dürfte schwierig sein, ein Beispiel in der Geschichte zu finden, wo Moslems die Macht hatten, ohne die Dhimmis (unterworfene andersgläubige Minderheiten) als Menschen zweiter Klasse zu behandeln. Familiär sind Moslems dort, wo sie selbst eine deutliche Minderheit darstellen.

Noch schwerer verstehe ich, warum die Rede vom christlichen Europa „triumphalistisch oder rachsüchtig“ sein sollte. Sie ist – aus meiner Sicht: leider – überholt; aber Europa wurzelt neben der griechischen Philosophie und dem Römischen Recht zutiefst im Christentum. Das zu negieren, ist nicht nur historisch falsch, sondern kommt einer Entwurzelung Europas gleich. 

Last but not least das, was ich am schwersten verstehe: „Islam und Christentum teilen gleiches ‚Eroberungskonzept‘“. Ich kann im Neuen Testament keinen Auftrag zu gewaltsamer Mission finden. Der Missionsauftrag in Mt 28,19-20 spricht von Hingehen – Taufen – Lehren. Ich kenne keinen Text, der Jesus als erfolgreichen Feldherrn zeigt. Dass in späteren Zeiten christliche Mission auch gewaltsam erfolgte, ist daher ein schuldhaftes Abweichen vom Auftrag Jesu. Muhammad hingegen hat selbst mit der kriegerischen Ausbreitung des Islam begonnen und war ein – erfolgreicher – Feldherr. Dass sich die vielen Stellen im Koran, die zur Gewalt gegen „Ungläubige“ aufrufen, verschieden interpretieren lassen, ist eine Chance für den interreligiösen Dialog, aber nicht die Berechtigung zur Gleichsetzung beider Missionskonzepte.

(Am 17.05. hatte Die Presse.com einen Artikel unter dem Titel „Papst: Islam und Christentum teilen gleiches ‚Eroberungskonzept‘“ veröffentlicht).

zur Übersicht

einen Kommentar schreiben

Teilen:
  • email
  • Add to favorites
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Twitter
  • Print

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorOzeangleicher Leeeerer
    13x Ausgezeichneter Kommentar
    26. Mai 2016 21:39

    Vergelt's Gott, ehrwürdige Schwester Katharina!

  2. Ausgezeichneter KommentatorBob
    7x Ausgezeichneter Kommentar
  3. Ausgezeichneter KommentatorLeopold Trzil
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    26. Mai 2016 22:18

    Ehrwürdige Schwester!
    Sie sind nicht die einzige, die den Hl. Vater nur schwer versteht. Viele seiner Aussagen lassen sich nur schwer erschließen, oft widerspricht er dem, was er selbst schon sagte oder dem, was wir von der Kirche zu hören gewohnt waren.
    Vielleicht hat uns die pianische Ära dahin geführt, vom Papst zuviel zu erwarten, ihm zuviel zuzutrauen und zu schnell jedem seiner Worte zustimmen zu wollen (also auch denen, die gar keine allgemeine Verbindlichkeit haben und haben können).
    Vielleicht muß "Nolite sperare in principibus" auch in der Kirche gelten.
    Vielleicht fehlt es heute in der Kirche oft an Verständnis für das, was der Papst (und mit ihm die Bischöfe) nicht kann und nicht darf. Manche Reformwünsche und -programme der letzten Jahrzehnte scheinen mir die Kirche als eine Art Operettendiktatur aufzufassen, in welcher das sichtbare Oberhaupt nach Belieben dekretieren, abschaffen und einführen kann.
    Vielleicht braucht es einfach einen tieferen und klareren Sinn für das jeder menschlichen und auch kirchlichen Autorität bleibend Entzogene.

  4. Ausgezeichneter KommentatorPumuckl
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    27. Mai 2016 06:20

    HANS KÜNG, als römisch-katholischer Theologie-Professor Kollege und Zeitgenosse des deutschen Papstes Benedikt XVI, WURDE VON DER AMTSKIRCHE 1979 die KIRCHLICHE LEHRBEFUGNIS ENTZOGEN.

    Er war Präsident und Mitbegründer, der STIFTUNG WELTETHOS.

    Als Mitglied dieser katholischen Kirche muß man sich manchmal die RHETORISCHEN Fragen stellen:

    ° IST DIE KATHOLISCHE KIRCHE NICHT INZWISCHEN SELBST VOM GEIST DER VORSTELLUNGEN VON HANS KÜNG ERFASST WORDEN ?

    ° WER ENTZIEHT DEM PAPST UND MANCHEN SEINER HOHEN WÜRDENTRÄGER DIE KIRCHLICHE LEHRERLAUBNIS ?

  5. Ausgezeichneter Kommentatorcarambolage
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    27. Mai 2016 13:51

    Selten dass man heute noch so einen klarsichtigen Text lesen darf.
    Hoffentlich melden Sie sich noch öfter und auch in kirchlichen Kreisen - die mir auch schon sehr verwirrt vorkommt - zu Wort.
    Ein herzliches Dankeschön!


alle Kommentare

  1. carambolage
    27. Mai 2016 13:51

    Selten dass man heute noch so einen klarsichtigen Text lesen darf.
    Hoffentlich melden Sie sich noch öfter und auch in kirchlichen Kreisen - die mir auch schon sehr verwirrt vorkommt - zu Wort.
    Ein herzliches Dankeschön!

  2. Bob
  3. Pumuckl
    27. Mai 2016 06:20

    HANS KÜNG, als römisch-katholischer Theologie-Professor Kollege und Zeitgenosse des deutschen Papstes Benedikt XVI, WURDE VON DER AMTSKIRCHE 1979 die KIRCHLICHE LEHRBEFUGNIS ENTZOGEN.

    Er war Präsident und Mitbegründer, der STIFTUNG WELTETHOS.

    Als Mitglied dieser katholischen Kirche muß man sich manchmal die RHETORISCHEN Fragen stellen:

    ° IST DIE KATHOLISCHE KIRCHE NICHT INZWISCHEN SELBST VOM GEIST DER VORSTELLUNGEN VON HANS KÜNG ERFASST WORDEN ?

    ° WER ENTZIEHT DEM PAPST UND MANCHEN SEINER HOHEN WÜRDENTRÄGER DIE KIRCHLICHE LEHRERLAUBNIS ?

  4. Leopold Trzil
    26. Mai 2016 22:18

    Ehrwürdige Schwester!
    Sie sind nicht die einzige, die den Hl. Vater nur schwer versteht. Viele seiner Aussagen lassen sich nur schwer erschließen, oft widerspricht er dem, was er selbst schon sagte oder dem, was wir von der Kirche zu hören gewohnt waren.
    Vielleicht hat uns die pianische Ära dahin geführt, vom Papst zuviel zu erwarten, ihm zuviel zuzutrauen und zu schnell jedem seiner Worte zustimmen zu wollen (also auch denen, die gar keine allgemeine Verbindlichkeit haben und haben können).
    Vielleicht muß "Nolite sperare in principibus" auch in der Kirche gelten.
    Vielleicht fehlt es heute in der Kirche oft an Verständnis für das, was der Papst (und mit ihm die Bischöfe) nicht kann und nicht darf. Manche Reformwünsche und -programme der letzten Jahrzehnte scheinen mir die Kirche als eine Art Operettendiktatur aufzufassen, in welcher das sichtbare Oberhaupt nach Belieben dekretieren, abschaffen und einführen kann.
    Vielleicht braucht es einfach einen tieferen und klareren Sinn für das jeder menschlichen und auch kirchlichen Autorität bleibend Entzogene.

    • glockenblumen
      27. Mai 2016 10:35

      @ Leopold Trzil

      ******************************

      Im übrigen schließe ich mich den Vorpostern an:

      Ehrwürdige Schwester Katharina, ein herzliches Vergelt's Gott an Sie!!!

      Menschen wie Sie sind - dank der medialen Gehirnwäsche - leider sehr selten geworden in unserem Land und erschreckenderweise gerade auch in den obersten Reihen der Christenkirche.
      Es beruhigt mich etwas, daß es sie trotzdem noch gibt.

  5. Ozeangleicher Leeeerer
    26. Mai 2016 21:39

    Vergelt's Gott, ehrwürdige Schwester Katharina!





Bitte OHNE Internet-Links (Kommentare mit Links werden nicht veröffentlicht)
verbleibende Zeichen: 700

Sicherheitsabfrage:
Bild neu laden

Ich will die Datenschutzerklärung lesen.


© 2021 by Andreas Unterberger (seit 2009)  Impressum  Datenschutzerklärung