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Die relative Armut

Man wird den Eindruck nicht los, dass es viele gibt, die das Scheitern des Kommunismus insgeheim nicht wahrhaben wollen. Also wird der „Kapitalismus“ – idealerweise mit dem Attribut „neoliberal“ versehen – immer aufs Neue zum Teufel geschickt.

Das wirkt so, als wollte man Naturgesetze negieren. Der Apfel, der nach Newton immer von oben nach unten fällt, mag manche treffen, die gerechterweise nicht getroffen hätten werden dürfen. Er fällt trotzdem. Funktionieren kann der betrügerische Ansatz der unbelehrbaren Antikapitalisten nur deshalb, weil es wirtschaftliche Bildung bei uns nicht gibt.

So konnte es kommen, dass die Welt glaubt, dass die angeblich von den Konzernen geknechtete Welt immer ärmer würde. Dass also die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufginge. Das Gegenteil ist der Fall. In absoluten Zahlen gerechnet gibt es trotz steigender Weltbevölkerung immer weniger absolute Armut.

Das gilt sogar dann, wenn man bedenkt, dass absolute Armut nach der Definition der Vereinten Nationen erst dann herrscht, wenn eine Person weniger als 1,25 Dollar pro Tag zur Verfügung hat. Das ist der Grund, warum von gewissen Kreisen die relative Armut als Messgröße erfunden werden musste: Wer weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens zur Verfügung hat, der ist zumindest armutsgefährdet. Weil der Teilhabe am herrschenden System entzogen.

Es passiert gelegentlich, dass Nordkoreaner in großer Zahl verhungern. Nach dem System der relativen Armut sind sie aber nicht einmal armutsgefährdet. Weil so gut wie alle absolut gesehen nichts haben, ist das Medianeinkommen so weit unten, dass relativ gesehen niemand arm ist.

Das gilt im Umkehrschluss auch für reiche Gesellschaften: Wer dort kein Handy der letzten Generation, kein Auto, keinen Jahresurlaub und nicht das übliche Unterhaltungsprogramm genießen kann – alles davon gleichzeitig wohlgemerkt – der ist arm. Nach dem System der relativen Armut müsste Nordkorea unter heftigem Einwanderungsdruck leiden, nicht Europa.

Reinhold Sulz ist Lehrer in Wien

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