Rauchverbot in der Gastronomie – Der Staat als strenge Erziehungsanstalt

Nun also auch der schwarze Wirtschaftsminister. Nachdem schon die rote Gesundheitsministerin, dem Vernehmen nach bis vor kurzem selbst dem blauen Dunst zugetan, ein ausnahmsloses Rauchverbot in Bewirtungsbetrieben gefordert hatte, schwenkt nun auch der schwarze Juniorpartner der Regierung, in Gestalt ihres Parteichefs, Vizekanzlers und Wirtschaftsministers, auf SPÖ-Linie ein. Angeblich werde „…die bisherige Regelung nicht exakt vollzogen“, so Mitterlehner.

Die seit mehreren Jahren gültige Regelung sieht bekanntlich vor, den Wirten die Möglichkeit einzuräumen, mittels baulicher Maßnahmen in ihren Lokalen eine Abteilung von Raucher- und Nichtraucherbereichen vorzunehmen. Kleinbetriebe mit geringer Gesamtfläche dürfen sich als Raucherlokale deklarieren. Eine grundvernünftige Lösung, mit der allen Interessen gedient ist und mit der alle leben können. Nicht wenige Gastronomen haben im Vertrauen auf die Gesetzeslage eine Menge Geld in die Hand genommen, um ihren Kunden bestmögliche Bedingungen bieten zu können.

Damit soll nun, nach dem Willen der Großkoalitionäre, Schluss sein. Mündigen und wahlberechtigten Bürgern freizustellen, sich für oder gegen Tabakqualm zu entscheiden, hält die Nomenklatura nicht länger für opportun. Plötzlich kommt – im Sinne der Volksgesundheit, versteht sich – nur mehr ein generelles Rauchverbot in Frage.

Grotesker Auslöser für den plötzlichen Gesinnungswandel des ÖVP-Kapos: Der Tod eines linken Journalisten. Der Mann war Kettenraucher und starb kürzlich an Lungenkrebs. Tragischer Fall, ohne Zweifel. Allerdings ist es seltsam, dass ausgerechnet dieser Todesfall die politische Klasse dermaßen in Fahrt bringt. Was wird geschehen, wenn demnächst ein prominenter Diabetiker ins Koma fällt? Muss dann damit gerechnet werden, dass der Verkauf von Schokoladen und Zuckerwaren verboten wird?

Die von vielen Gastronomen vorgenommenen baulichen Maßnahmen zum Nichtraucherschutz werden also demnächst als „gestrandete Kosten“ zu betrachten sein. Dem soll, soweit bisher verlautet, mittels Sonderabschreibungsmöglichkeiten oder Entschädigungszahlungen Rechnung getragen werden. Im Klartext: Der Steuerzahler darf die Chose finanzieren, die er der Wankelmütigkeit der Regierung verdankt. Keine neue Erkenntnis: Mangelnde Rechtssicherheit kostet eben…

Die von Mitterlehner & Genossen behauptete Sorge um die Volksgesundheit ist natürlich ein aufgelegter Schmäh. Niemand ist schutzlos der notorischen Rücksichtslosigkeit von Tabakjunkies ausgeliefert. Denn wer will, findet auch heute schon jede Menge rauchfreier Gastwirtschaften. Das gilt übrigens für Gäste ebenso, wie für Köche und Servierpersonal. Der „Arbeitnehmerschutz“ ist also nur ein durchsichtiger Vorwand.

Falls die hohe Politik tatsächlich meint, auch nur einen einzigen Raucher durch diese Regelung von seinem gesundheitsschädlichen Laster abbringen zu können, ist das einerseits lächerlich. Anderseits – und das ist der wesentlich bedenklichere Aspekt dieser Angelegenheit – ein schwerer Anschlag auf das Privatrecht.

Gastronomiebetriebe, das sollte auch Politikern einleuchten, sind keine „öffentlichen Räume“. Es handelt sich vielmehr um im Privatbesitz stehende Etablissements, in denen Anbieter und Konsumenten freie Vereinbarungen über eine zu erbringende Dienstleistung treffen. Kunden, die am Gebotenen keinen Gefallen finden, können vom Betreiber nicht zur Kontrahierung gezwungen werden. Oder etwas rustikaler formuliert: Wer keinen Wert darauf legt, geräuchert zu werden, trägt sein Geld eben nicht in eine Selchkammer.

Die mit dem Regierungsvorhaben verbundene unerhörte Ausdehnung des Geltungsbereichs öffentlichen Rechts auf privates Eigentum ist – völlig unabhängig von der (möglicherweise) gut gemeinten Absicht – außerordentlich bedenklich. Was kommt als nächstes? Mit denselben Argumenten wie in der Gastronomie können nämlich auch die Besucher der Privatwohnungen von Rauchern vom Staat „geschützt“ werden. Auch hier geht es ja schließlich um den Schutz der Volksgesundheit, nicht wahr?

Um das vermutlich also auch in Privatwohnungen bald drohende Rauchverbot durchzusetzen, wird es einiger robuster, zusätzlicher Mittel bedürfen: Verbindliche Montage von Rauchmeldern mit direkter Datenübermittlung zur Staatspolizei, Überwachungskameras, etc. Dem Gemeinwohl dienliche weitere Vorschläge sind an die Gesundheits- und die Polizeiministerin zu richten. Besten Dank im Voraus!

Andreas Tögel, Jahrgang 1957, ist Kaufmann in Wien.

zur Übersicht

einen Kommentar schreiben

Teilen:
  • email
  • Add to favorites
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Twitter
  • Print

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorIngrid Bittner
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    13. Januar 2015 23:19

    Ja, ja der Staat als strenge Erziehungsanstalt - ich hab da schon so eine Ahnung, wie es in ein paar Jahren für mich sein könnte! Ich gebe zu, ich habe ab und zu das dringende Bedürfnis nach Seelennahrung - einer Tafel Schokolade. Tja und in Zukunft wird es an der Kasse klingeln, weil das darf ich nicht, ich bin alt, übergewichtig, habe hohen Blutdruck, eine Fettleber, Diabetes, zu hohe Cholesterinwerte und sonst noch so allerhand und da ist Schokolade Gift - also die Kasse meldet und nichts ist es mit dem Kauf, hahaha. Das wird dann noch ärger sein, als wenn man vielleicht ein unbezahltes Teil in der Tasche hat verschwinden lassen. Weil es wird laut aufheulen und am Bildschirm wird erscheinen: Schokolade für die Blade verboten!!!!!!!!!!!!

  2. Ausgezeichneter KommentatorWolfgang Bauer
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    15. Januar 2015 09:26

    Jedenfalls soll es für die verantwortlichen Politiker eine gewisse - ohnehin milde - Strafe für ihre Nonchalance im Umgang mit Bürgergeld (der Wirte und der Steuerzahler) geben: Die Vergütungen an Wirte müssen aus den üppigen Parteienförderungen von jenen Parteien, die das Gesetz beschlossen haben, bezahlt werden. Sowohl Faymann als auch Mitterlehner als Wirtschaftsminister waren dabei. Auch bei der Bekräftigung vor etwa einem Jahr, die die letzten Zögerer unter den Wirten dann zum Investieren gebracht haben. Sie haben Rechtssicherheit angenommen.

  3. Ausgezeichneter KommentatorPoliticus1
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    14. Januar 2015 07:29

    Verzeihung - aber das ist doch unsinnig.
    Wenn ich mir mittels der Einnahme von täglich einem Kilogramm Schokolade einen Diabetikerfuss anzüchte, so bleibt die Diabetes nur in meinem Körper - ich gefährde da keinen Menschen, auch wenn dieser neben mir im Gasthaus sitzt.

    Herrn Tögel habe ich bisher als intelligent argumentierenden Menschen geschätzt.
    Und jetzt will er die Gefahren des Passivrauchens nicht erkennen?

  4. Ausgezeichneter KommentatorHegelianer
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    16. Januar 2015 15:32

    Was Lungenkrebs betrifft, ist Rauchen ohnehin nicht mehr als ein begünstigender Faktor. Es gibt genug Kettenraucher, die "gesund" sterben, also braucht es ganz offensichtlich Spezifischeres, um an Lungenkrebs zu erkranken. Manche sagen, einem Lungenkarzinom liegt ein aktuter Todesangst-Konflikt zugrunde.

  5. Ausgezeichneter KommentatorHerbert Sutter
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    14. Januar 2015 08:51

    Die Freiheit eines Rauchers zu rauchen und die Freiheit eines Nichtrauchers vom Tabakrauch ungestört zu bleiben sowie die Freiheit von Kleinkindern und Kindern (und der sie begleitenden Eltern) von schlechten Vorbildern befreit zu bleiben ist das was gegeneinander aufgewogen werden muss und der Staat im Auge behalten muss.

    Ein Staat ist ein Gemeinwesen dass die Freiheit all seiner Bürger - mit ihren individuellen Eigenarten - sichern und nicht über Gebühr beschneiden soll.

    Ein Staat ist aber auch ein Gemeinwesen dass eine Schutzfunktion hat: Militärischen Schutz gegen äußere und innere Feinde, gegen Kriminalität. Kurzfristigen und langfristigen Schutz & Gesundheitsschutz für alle Bürger, sowie auch für die Schwachen, die Armen, diejenigen die sich wegen Bildungsdefiziten und/oder Krankheit/Behinderung usw. nicht zur Wehr setzen können, daher auch eine Schutzfunktion für Blinde, Taubstumme, Rollstuhlfahrer usw.

    Vor allem hat der Staat eine Schutzfunktion die unhinterfragt ist: Für die kommende Generation: Die Kinder und Jugendlichen.

    Deshalb gibt es in allen Ländern der Welt Jugendschutzgesetzgebung, Jugendwohlfahrt, Kinderheime, Waisenheime, Aufsichtspflichten, Schulpflicht usw.

    Das sind die Prämissen wo eine Diskussion über Rauchverbote beginnen muss!


    Ihre Behauptungen:
    Die von Mitterlehner & Genossen behauptete Sorge um die Volksgesundheit ist natürlich ein aufgelegter Schmäh. Niemand ist schutzlos der notorischen Rücksichtslosigkeit von Tabakjunkies ausgeliefert. Denn wer will, findet auch heute schon jede Menge rauchfreier Gastwirtschaften. Das gilt übrigens für Gäste ebenso, wie für Köche und Servierpersonal. Der „Arbeitnehmerschutz“ ist also nur ein durchsichtiger Vorwand.

    sind subjektiv und vom Tögel'schen Misstrauen gegenüber allen Regierungspolitikern getragen: Es ist aber eine jede Regierung vor die Aufgabe gestellt ein Leitbild zu definieren, das aussagt: Wie stelle ich mir den "gewünschten Normalfall" vor und wie mache ich dann die Gesetze: Mache ich eine Opt-In oder eine Opt-Out-Gesetzgebung:

    Definiere ich das Bedürfnis der Staatsbürger in Lokale, in Restaurants, Kaffeehäuser usw. zu gehen und dort soziales Leben zu haben als ein menschliches Grundbedürfnis? Ja oder Nein? Falls Ja dann wird man wohl auch die Räumlichkeiten in Lokalen als allgemein öffentlichen Raum definieren.

    Der nächste Schritt ist: Definiere ich als Regierung den Normalbürger als einen Raucher oder Nichtraucher? Bin ich als Regierung der Meinung, dass das "Rauchen ein genuiner Ausdruck des Menschseins" ist? Ja oder Nein.

    (Wenn es wirklich einmal eine Raucherpartei in Österreich gibt, so wird diese Partei das Rauchen als das wichtigste Bedürfnis des Menschen gleich im ersten Absatz ihres Parteiprogramms festgeschrieben haben. )

    Falls die Regierung zur Antwort "Nein" kommt: dann wird sie ein generelles Rauchverbot in allen Gastwirtschaften Österreichs beschließen. Diese Regierung wird aber auch eine praktikable Lösung für die Raucher beschließen: Lokale die dies ausdrücklich wollen können sich explizit als Raucherlokale definieren - dort muss aber dann geschaut werden: Wie ist es mit den Freiheits- und Menschenrechten der dort beschäftigten Kellner & Köche.

    Warum müssen wir in Österreich unnötig Haare spalten? Warum müssen wir das Rad neu erfinden obwohl das Rad ja schon erfunden wurde?

    Gott sei Dank ist in freiheitlichen, entwickelten, modernen, westlichen Ländern - bewährte und traditionelle Demokratien auch schon ober all diese Themen nachgedacht worden. Und das Ergebnis ist dass in den USA, Irland, Deutschland, Italien usw. (und eine große Menge von mehr Ländern wo ich mir jetzt nicht die Mühe mache die Gesetzeslage zu prüfen):

    ein generelles Rauchverbot in Gastwirtschaften erlassen wurde. Mit positiven Folgen: Das Rauchen geht in diesen Ländern zurück, vor allem die Rauchgewohnheit bei Kindern und Jugendlichen ist rückläufig, auch die Gesundheitsstatistiken weisen in e. gute, erfreuliche Richtung.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorHegelianer
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    16. Januar 2015 15:32

    Was Lungenkrebs betrifft, ist Rauchen ohnehin nicht mehr als ein begünstigender Faktor. Es gibt genug Kettenraucher, die "gesund" sterben, also braucht es ganz offensichtlich Spezifischeres, um an Lungenkrebs zu erkranken. Manche sagen, einem Lungenkarzinom liegt ein aktuter Todesangst-Konflikt zugrunde.


alle Kommentare

  1. fxs (kein Partner)
    19. Januar 2015 10:44

    Wenn die Rwgierung unfähig ist aktuelle Probleme zu lösen lenkt sie ab. Eine Diskussion über Rauchverbot ist doch eine gute Ablenkung.
    Wie jeder weiß, werden doch Nichtraucher mit Waffengewalt gezwungen Raucherlokale zu besuchen, und die Nichtraucherlokale bleiben deswegen leer.

  2. fxs (kein Partner)
    19. Januar 2015 10:38

    Lenin wusste die Antwort: Abstimmung mit den Füssen, also auswandern.
    Man kann damit auch der Steuergier in Österreich entkommen.

  3. Hegelianer (kein Partner)
    16. Januar 2015 15:32

    Was Lungenkrebs betrifft, ist Rauchen ohnehin nicht mehr als ein begünstigender Faktor. Es gibt genug Kettenraucher, die "gesund" sterben, also braucht es ganz offensichtlich Spezifischeres, um an Lungenkrebs zu erkranken. Manche sagen, einem Lungenkarzinom liegt ein aktuter Todesangst-Konflikt zugrunde.

  4. Wolfgang Bauer
    15. Januar 2015 09:26

    Jedenfalls soll es für die verantwortlichen Politiker eine gewisse - ohnehin milde - Strafe für ihre Nonchalance im Umgang mit Bürgergeld (der Wirte und der Steuerzahler) geben: Die Vergütungen an Wirte müssen aus den üppigen Parteienförderungen von jenen Parteien, die das Gesetz beschlossen haben, bezahlt werden. Sowohl Faymann als auch Mitterlehner als Wirtschaftsminister waren dabei. Auch bei der Bekräftigung vor etwa einem Jahr, die die letzten Zögerer unter den Wirten dann zum Investieren gebracht haben. Sie haben Rechtssicherheit angenommen.

  5. Herbert Sutter
    14. Januar 2015 08:51

    Die Freiheit eines Rauchers zu rauchen und die Freiheit eines Nichtrauchers vom Tabakrauch ungestört zu bleiben sowie die Freiheit von Kleinkindern und Kindern (und der sie begleitenden Eltern) von schlechten Vorbildern befreit zu bleiben ist das was gegeneinander aufgewogen werden muss und der Staat im Auge behalten muss.

    Ein Staat ist ein Gemeinwesen dass die Freiheit all seiner Bürger - mit ihren individuellen Eigenarten - sichern und nicht über Gebühr beschneiden soll.

    Ein Staat ist aber auch ein Gemeinwesen dass eine Schutzfunktion hat: Militärischen Schutz gegen äußere und innere Feinde, gegen Kriminalität. Kurzfristigen und langfristigen Schutz & Gesundheitsschutz für alle Bürger, sowie auch für die Schwachen, die Armen, diejenigen die sich wegen Bildungsdefiziten und/oder Krankheit/Behinderung usw. nicht zur Wehr setzen können, daher auch eine Schutzfunktion für Blinde, Taubstumme, Rollstuhlfahrer usw.

    Vor allem hat der Staat eine Schutzfunktion die unhinterfragt ist: Für die kommende Generation: Die Kinder und Jugendlichen.

    Deshalb gibt es in allen Ländern der Welt Jugendschutzgesetzgebung, Jugendwohlfahrt, Kinderheime, Waisenheime, Aufsichtspflichten, Schulpflicht usw.

    Das sind die Prämissen wo eine Diskussion über Rauchverbote beginnen muss!


    Ihre Behauptungen:
    Die von Mitterlehner & Genossen behauptete Sorge um die Volksgesundheit ist natürlich ein aufgelegter Schmäh. Niemand ist schutzlos der notorischen Rücksichtslosigkeit von Tabakjunkies ausgeliefert. Denn wer will, findet auch heute schon jede Menge rauchfreier Gastwirtschaften. Das gilt übrigens für Gäste ebenso, wie für Köche und Servierpersonal. Der „Arbeitnehmerschutz“ ist also nur ein durchsichtiger Vorwand.

    sind subjektiv und vom Tögel'schen Misstrauen gegenüber allen Regierungspolitikern getragen: Es ist aber eine jede Regierung vor die Aufgabe gestellt ein Leitbild zu definieren, das aussagt: Wie stelle ich mir den "gewünschten Normalfall" vor und wie mache ich dann die Gesetze: Mache ich eine Opt-In oder eine Opt-Out-Gesetzgebung:

    Definiere ich das Bedürfnis der Staatsbürger in Lokale, in Restaurants, Kaffeehäuser usw. zu gehen und dort soziales Leben zu haben als ein menschliches Grundbedürfnis? Ja oder Nein? Falls Ja dann wird man wohl auch die Räumlichkeiten in Lokalen als allgemein öffentlichen Raum definieren.

    Der nächste Schritt ist: Definiere ich als Regierung den Normalbürger als einen Raucher oder Nichtraucher? Bin ich als Regierung der Meinung, dass das "Rauchen ein genuiner Ausdruck des Menschseins" ist? Ja oder Nein.

    (Wenn es wirklich einmal eine Raucherpartei in Österreich gibt, so wird diese Partei das Rauchen als das wichtigste Bedürfnis des Menschen gleich im ersten Absatz ihres Parteiprogramms festgeschrieben haben. )

    Falls die Regierung zur Antwort "Nein" kommt: dann wird sie ein generelles Rauchverbot in allen Gastwirtschaften Österreichs beschließen. Diese Regierung wird aber auch eine praktikable Lösung für die Raucher beschließen: Lokale die dies ausdrücklich wollen können sich explizit als Raucherlokale definieren - dort muss aber dann geschaut werden: Wie ist es mit den Freiheits- und Menschenrechten der dort beschäftigten Kellner & Köche.

    Warum müssen wir in Österreich unnötig Haare spalten? Warum müssen wir das Rad neu erfinden obwohl das Rad ja schon erfunden wurde?

    Gott sei Dank ist in freiheitlichen, entwickelten, modernen, westlichen Ländern - bewährte und traditionelle Demokratien auch schon ober all diese Themen nachgedacht worden. Und das Ergebnis ist dass in den USA, Irland, Deutschland, Italien usw. (und eine große Menge von mehr Ländern wo ich mir jetzt nicht die Mühe mache die Gesetzeslage zu prüfen):

    ein generelles Rauchverbot in Gastwirtschaften erlassen wurde. Mit positiven Folgen: Das Rauchen geht in diesen Ländern zurück, vor allem die Rauchgewohnheit bei Kindern und Jugendlichen ist rückläufig, auch die Gesundheitsstatistiken weisen in e. gute, erfreuliche Richtung.

    • Wyatt
      14. Januar 2015 09:55

      Herr Sutter,
      "Vor allem hat der Staat eine Schutzfunktion für die kommende Generation: Die Kinder und Jugendlichen............"

      ........und wie werden kommende Generationen vor ausufernder Kriminalität, Asylanten, Islamismus, bezahlten Demonstrantenpöbel, nicht mehr zur Verfügung stehender Energie und Arbeitsplätze geschützt ??????

    • Politicus1
      14. Januar 2015 10:35

      zur SCHUTZfunktion des Staates:
      Adoptionsverbot für Homosexuelle aufgehoben
      Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat das Adoptionsverbot für homosexuelle Paare aufgehoben. Das hat Präsident Gerhart Holzinger heute bekannt gegeben.

      Die Aufhebung begründete Holzinger damit, „dass es keine sachliche Rechtfertigung für eine ausschließlich nach der sexuellen Orientierung ausgerichtete differenzierende Regelung gibt“.
      http://orf.at/#/stories/2261152/

      So viel zum Schutz der Kinder in Österreich ...

    • Dr.Markus Deim
      14. Januar 2015 14:17

      Sg. Herr Sutter!
      Betrifft diese Schutzfunktion des Staates auch ungeborenes Leben? Nach Ihrer Definition darf der Staat sich sehr Wohl in das Hausrecht von Wirten und Kaffeehausbetreibern einmischen, weil angeblich die Gesundheit anderer Menschen durch ein bisschen Rauch gefährdet ist. Das ist aber höchst zweifelhaft, denn meines Wissens gibt es keine medizinische Studie auf diesem Erdball, die eine Schädigung der Gesundheit eines Menschen durch gelegentliches Passivrauchen für ein paar Stunden in der Woche, wenn man im Kaffeehaus sitzt oder ein Schnitzerl beim Wirten zu sich nimmt, zweifelsfrei nachweist (Personal ausgenommen, aber niemand wird gezwungen, in einem Raucherlokal zu arbeiten, wenn es auch Nichtraucherlokale gibt, wo Personal gebraucht wird, somit sind Passivrauchphobien bei Gästen und Klimahysterie als vollkommen schwachsinnig in einen Topf zu werfen). Gleichzeitig werden jedes Jahr in unserem Land geschätzte 20-50000 lebensfähige und völlig fertig entwickelte Embryonen ermordet, wo bleibt da die Schutzfunktion des Staates? Sind die vielen tausend und mittlerweile hunderdtausend ermordeten Kinder dem Staat, der sich um alles ach so viele Sorgen macht, weniger wert als ein paar hysteriform agierende Passivraucher? Wem etwas nicht paßt, der soll in ein Nichtraucherlokal gehen, der Markt wird das von selbst regeln. Wichtig ist nur, daß der Konsument die Wahl zwischen Raucher u. Nichtraucherlokalen hat, finde ich. Insgesamt ist mir diese pharisäerhafte Der-Staat-Muß-Uns-Schützen-Diskussion höchst zuwider, denn schließlich hat der Staat mit seinem grauslichen Alt-68er-Fritzen uns unsere Wehrhaftigkeit und Selbständigkeit in eine paar Jahrzehnten abgewöhnt-schützen muß man sich selbst, man darf nicht memmenhaft immer auf den Staat warten, dieser Staat hat nur eine Selbstalimentationsfunktion für seine Protagonisten-sonst nichts!! Ich bin für gekennzeichnete Raucherlokale und Raucherzonen, wie bisher, der Staat sollte seine ach so wichtige Schutzfunktion den wirklich wehrlosen in unserer Gesellschaft widmen, nämlich den vielen ungeborenen Kindern, die laufend durch Abtreibung ermordet werden, das ist seine wirkliche Aufgabe, finde ich. MfG Dr.Markus Deim

    • Norbert Mühlhauser
      14. Januar 2015 15:55

      Herr Dr Deim,

      ich darf in Ergänzung Ihrer geschätzten Ausführungen noch auf Dr med Romano Grieshaber verweisen, der laut Presseberichten in Zusammenarbeit mit den deutschen öffentlichen Krankenkassen eine echte Feldstudie über die Krankheitshäufigkeiten bei Angestellten in der Gastronomie auswerten konnte. Diese Studie hat keine Gefährdungslagen durch Passivrauchen ergeben. - Ein Skandal, der aber überdeckt wird durch Leute, die es aus dem akademischen Elfenbeinturm heraus besser wissen wollen und tausende Gegenstudien in Auftrag geben und über abhängige Medien ventilieren. Argumentiert wird immer mit schädlichen Stoffen im Tabak, dabei enthält auch jeder Apfelkern Blausäure! Auch die sonstigen Schadstoffe, mit denen die menschliche Lunge mühelos umgehen kann, wie Schimmelsporen, Pollen, Hausstaub werden bei diesen Besserwissereien geflissentlich ignoriert.

      Der Zeitungsartikel über Dr Romano Grieshaber ist in Verstoß geraten, er hat aber ein Buch geschrieben, in dem er dieses Großereignis sicherlich beschreiben wird. Ich habe es mir (leider) erst jetzt als eBook besorgt - noch schnell bevor es womöglich verboten wird. ("Passivrauchen - Götterdämmerung der Wissenschaft")

      Hier noch der Link der Homepage vom Nichtraucher Dr Romano Grieshaber, unter anderem mit Buchbewerbung:

      https://grieshaber.wordpress.com/about/

    • de Voltaire
      15. Januar 2015 22:00

      S. g. Herbert Sutter,

      "Definiere ich das Bedürfnis der Staatsbürger in Lokale, in Restaurants, Kaffeehäuser usw. zu gehen und dort soziales Leben zu haben als ein menschliches Grundbedürfnis?"
      "Definiere ich als Regierung den Normalbürger als einen Raucher oder Nichtraucher?"
      Rauchen die Bürger auch nicht zu viel?

      Sind diese Fragestellungen tatsächlich Ihr Ernst? Diese Fragestellungen sind Pflicht für einen Zoodirektor, der für Glück und Zufriedenheit seiner eingesperrten Schützlinge verantwortlich ist. Definiere ich ausreichend Auslauf als Grundbedürfnis? Definiere ich den Normalzustand meiner Schützlinge als Viel- oder Wenigesser? Gebe ich ihnen die richtige Nahrung?

      Denn natürlich sind Zootiere weder in der Lage noch reif, sich für ein Raucher- oder ein Nichtraucherlokal - pardon, sich für eine wohlschmeckende, aber ungesunde oder für eine gesunde Ernährung - zu entscheiden. Darum muss der Zoodirektor ja für sie sorgen, wenn er seine Schützlinge schon hinter Gittern hält dann muss er sie auch entsprechend mit Nahrung versorgen. Er ist schließlich für Sie verantwortlich.

      Und Sie? Wollen Sie einfach freiwillig ein Leben im Zoo statt in Freiheit leben, oder wollen Sie einfach nur Zoodirektor sein? Darf ich raten?

    • logiker2
      18. Januar 2015 08:05

      und wie werden Kinder und Jugendliche vor den linken Kinderschändern geschützt, wäre wohl ein vorrangiger Schutz als ein Rauchverbot.

  6. Politicus1
    14. Januar 2015 07:29

    Verzeihung - aber das ist doch unsinnig.
    Wenn ich mir mittels der Einnahme von täglich einem Kilogramm Schokolade einen Diabetikerfuss anzüchte, so bleibt die Diabetes nur in meinem Körper - ich gefährde da keinen Menschen, auch wenn dieser neben mir im Gasthaus sitzt.

    Herrn Tögel habe ich bisher als intelligent argumentierenden Menschen geschätzt.
    Und jetzt will er die Gefahren des Passivrauchens nicht erkennen?

    • Andreas Tögel
      14. Januar 2015 07:59

      Verehrter Politicus,
      dass Rauchen - auch Passivrauchen - ungesund ist, bezweifle ich nicht. Das ist aber nicht der Punkt. Es geht um die Wahrung einer staatsfreien Privatsphäre. Um nichts anderes. Wenn ein Wirt es seinen Gästen gestattet, frei auszuspucken, unter die Tische zu pissen oder mit ihren Revolvern in die Decke zu schießen, dann hat das Big Brother schlicht nicht zu interessieren. Der Wirt würde recht bald merken, dass er sich damit selbst schadet, weil ihm die Gäste ausbleiben. Er würde ein derartiges Verhalten daher im eigenen Interesse untersagen. Ihm - und nur ihm als Hausherrn - steht es zu, Hausregeln zu erlassen.

      Passivrauchen ist in deklarieren Raucherlokalen übrigens kein Thema, weil dort eh alle pofeln. Welches Argument bleibt dem Leviathan da übrig - außer dem der Zwangsbeglückung?

      Mir ist einerseits rätselhaft, weshalb diese Thema so emotional debattiert wird. Andererseits verstehe ich noch weniger, weshalb so viele das Heil immer und ausschließlich in gesetzlichen Regelungen sehen. Es handelt sich hier um eine Sache, über die zivilisierte Menschen einen Konsens herstellen können - ohne die Polizei zu rufen...

      Nur zur Klarstellung: Ich bin Nichtraucher.
      Mit freundlichen Grüßen,
      A. Tögel

    • Politicus1
      14. Januar 2015 08:07

      Sie schreiben von "zivilisierten Menschen" ...
      Das ist doch reine Theorie ..
      Ein Zusammenleben ohne gesetzliche Ordnung und ohne Ordnungswächter funktioniert doch leider allzu oft nicht einmal in der kleinsten Zelle der Gemeinschaft der Familie ...

    • blem-blem
      14. Januar 2015 14:20

      @ Politicus1:

      Von welchem ("zivilisiertem"?) Zusammenleben sprechen Sie denn, Sie Luftikus ?!

      Für Raucher gilt ab jetzt Apartheid - ja nicht einmal das beschreibt die Chose korrekt, vielmehr: Raucher sind hinfort vom öffentlichen Leben ausgeschlossen, als hätten sie wie in Nazi-Deutschland einen Judenstern zu tragen (- der vom Besuchsrecht aller öffentlichen Lokale ausschloss) !

  7. Ingrid Bittner
    13. Januar 2015 23:19

    Ja, ja der Staat als strenge Erziehungsanstalt - ich hab da schon so eine Ahnung, wie es in ein paar Jahren für mich sein könnte! Ich gebe zu, ich habe ab und zu das dringende Bedürfnis nach Seelennahrung - einer Tafel Schokolade. Tja und in Zukunft wird es an der Kasse klingeln, weil das darf ich nicht, ich bin alt, übergewichtig, habe hohen Blutdruck, eine Fettleber, Diabetes, zu hohe Cholesterinwerte und sonst noch so allerhand und da ist Schokolade Gift - also die Kasse meldet und nichts ist es mit dem Kauf, hahaha. Das wird dann noch ärger sein, als wenn man vielleicht ein unbezahltes Teil in der Tasche hat verschwinden lassen. Weil es wird laut aufheulen und am Bildschirm wird erscheinen: Schokolade für die Blade verboten!!!!!!!!!!!!





Bitte OHNE Internet-Links (Kommentare mit Links werden nicht veröffentlicht)
verbleibende Zeichen: 700

Sicherheitsabfrage:
Bild neu laden

Ich will die Datenschutzerklärung lesen.


© 2021 by Andreas Unterberger (seit 2009)  Impressum  Datenschutzerklärung