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Die Tyrannei der Mehrheit

Schlimm dran ist eine Mehrheit, die unter der Fuchtel einer Minderheit lebt. Noch übler allerdings ergeht es einer Minderheit, die von einer Mehrheit tyrannisiert wird. Letzteres ist der Regelfall in der zeitgenössischen Demokratie – sofern es sich nicht um die Schweiz handelt, wo die Uhren, aus hier nicht zu erörternden Gründen, anders ticken.

Die antike Demokratie der griechischen Polis war dadurch gekennzeichnet, dass eine schmale Elite die öffentlichen Geschäfte führte und für ihre Handlungen die volle Verantwortung trug. Der große Rest war an den Staatsgeschäften nicht beteiligt. Heute dagegen geht es nur noch um die Abhaltung von kindischen Abstimmungsritualen, die schlichteren Gemütern die Illusion vermitteln, der „Souverän“ zu sein.

Bei solchen Wahlen küren Krethi und Plethi – anonym, versteht sich – diejenigen Zeitgenossen zu ihren Herren, die ihnen versprechen, die größtmögliche Menge an Beute aus ihren Raubzügen gegen die wohlhabenden Leistungsträger der Gesellschaft zuzuschanzen. Der Stimmzettel wird zur Legitimation des Griffs in fremder Leute Brieftaschen. Dass die Auswahl aus einer strikten Negativauslese der Gesellschaft erfolgen muss, da zu ehrlicher Arbeit fähige und willige Menschen sich gewöhnlich nicht durch hauptberufliche politische Tätigkeit beschmutzen wollen, verschlimmert die Sache noch.

Dass – ungeachtet ihres Wertes für die Gesellschaft – jedermann über dasselbe Stimmgewicht verfügt, ist ein weiterer unheilbarer Systemmangel, der langfristig zur Selbstzerstörung jeder demokratischen Gesellschaft führen wird. Denn der für eine Gesellschaft schädlichste Affekt – der Neid – wird durch die rührigsten Demokraten – die Sozialisten in allen Parteien – permanent aufgestachelt. An jeder Ecke gibt es schließlich jemanden, der besser gestellt, glücklicher, begabter, schöner, gescheiter, charmanter oder eben „reicher“ ist. Gegen diese „Ungerechtigkeit“ gilt es anzukämpfen, denn nur gleich ist gerecht.

Womit wir schon mitten in der Ekel erregenden Neiddebatte angelangt wären, die derzeit rund um vermögensbezogene Steuern läuft. Selbstverständlich bilden linke Parteien die Speerspitze beim niemals endenden Kampf für die „soziale Gerechtigkeit“ und damit gegen private Vermögen und deren Eigentümer. Da es aber nicht gut ankommt, den blanken Neid der vermeintlich zu kurz Gekommenen als Motiv für ihre Attacken auf rechtmäßig erworbenes – und während des Prozesses des Erwerbs bereits versteuertes - Vermögen offen zu benennen, werden allerlei uralte Kalauer aus der marxistischen Mottenkiste hervorgekramt, um dem räuberischen Ansinnen die Aura des Moralischen zu verschaffen.

So wird etwa behauptet, dass es nicht angehe, Arbeit hoch zu besteuern und Kapitalerträge besser zu stellen. Eine Finte, da etwa die Erträge aus Kapitaleinkünften gleich zweimal, nämlich zuerst bei der Gesellschaft und dann beim begünstigten Eigentümer vom Staat geplündert werden. Und zwar in beiden Fällen vom ersten Cent an mit dem Maximaltarif!

Oder: es sei doch ungerecht, wenn der eine etwas erbe, der andere aber nicht. Ein Erbe stelle nichts anderes als ein Einkommen dar und müsse daher entsprechend vermindert werden. Dass es die zu respektierende Entscheidung des Erblassers ist, wie er für den Fall seines Todes über sein längst versteuertes Vermögen verfügt, bleibt dabei völlig unberücksichtigt.

Die Liste derart fadenscheiniger „Argumente“ lässt sich seitenweise fortsetzen. Räuberische Missetaten zu beschönigen oder moralisch zu rationalisieren, ist den Neidgenossen noch niemals schwer gefallen.

Das ändert allerdings nichts an der Verwerflichkeit ihres Handelns und den damit verbundenen, negativen Folgen für die Gesellschaft. Ohne Demokratie kein Sozialismus. Ohne Sozialismus keine Demokratie. Dass die Demokratie dazu dient, um eine gewaltsam gleichgemachte Gesellschaft zu etablieren und damit die Perversion des Sozialismus zu verwirklichen, ist das wohl stärkste Argument, das gegen sie spricht.

Das linke Wochenmagazin „Profil“ berichtet triumphierend, dass 69 Prozent der Österreicher für Vermögenssteuern eintreten und nur 17 Prozent dagegen sind. Es braucht nicht viel Phantasie, um sich auszumalen, dass die sich derzeit noch zierende, einst bürgerliche ÖVP, schon bald – dem geltenden Koalitionsübereinkommen zum Trotz – einknicken und diesem Ansinnen zustimmen wird. Gegen den Willen einer so klaren Mehrheit ist in einer Demokratie eben kein Kraut gewachsen – und die Mehrheit hat immer Recht.

Wer kommt da noch auf die Idee, die Frage zu stellen, wie rechtmäßig und sinnvoll es auf die Dauer sein kann, wenn die Mehrheit ständig neue Lasten ersinnt, die für sie nicht gelten und die nur von einer Minderheit zu schultern sind? Wie lange kann eine Gesellschaft es aushalten, wenn eine ständig größer werdende Mehrheit von Transferempfängern einer immer kleiner werdenden Minderheit von Leistungsträgern unentwegt neue Tribute abverlangt? Ganz konkret: Wie gesund und erfolgreich wird sich eine im internationalen Wettbewerb stehende Volkswirtschaft entwickeln, wenn eine übermächtige Neidgenossenschaft eine schmale Leistungselite zunächst mit stark progressiven Einkommenssteuern dabei behindert, ein Vermögen aufzubauen und dieses dann, wenn es – allen Widrigkeiten zum Trotz – doch gebildet wurde, auch noch teilweise enteignet? Und das, wenn doch anderswo erheblich attraktivere Konditionen geboten werden? Wie meint der Volksmund?  Wenn der Bettler aufs Pferd kommt, reitet er es zuschanden…

Dass von den heimischen Öko- und Sozialfaschisten ausgerechnet die Schweiz oder die USA als Vorbilder für Vermögenssteuern herangezogen werden, setzt dem Fass die Krone auf. Denn dass in beiden Ländern die Gesamtsteuerbelastung deutlich niedriger liegt als in Österreich, Vermögenssteuern faktisch nur den Grundbesitz betreffen (sie werden in der Schweiz Kantonsbezogen eingehoben, können durch eine „Abstimmung mit den Füßen“ leicht vermieden werden und Erbschaftssteuern in direkter Linie fallen überhaupt nicht an), wird wohlweislich verschwiegen.

Die einstige Abschaffung der Vermögenssteuern durch den in dieser Sache nicht ideologisch, sondern pragmatisch agierenden Genossen Lacina in seiner Eigenschaft als Finanzminister, hatte seinen Grund in der Tatsache, dass rund 80 Prozent ihres Ertrages auf die Unternehmen entfielen. Das wurde als schädlich für den Standort erkannt.

Unternehmenswerte sollen, nach den Erklärungen des roten Kanzleramtsministers Ostermayer, von der neuen „Reichensteuer“ ebenfalls ausgenommen bleiben. Nachdem dasselbe aber auch für bäuerlichen Grundbesitz gelten wird und der Eingangssockel für die Steuer bei immerhin einer Million liegen soll, werden, nach seinen Worten, von dieser Schutzgeldforderung nur 80.000 Personen betroffen sein.

Abgesehen von der sagenhaften Torheit, zu erwarten, von so wenigen Personen so viel Geld erpressen zu können, dass damit die geforderte Steuererleichterung für die breite Masse der Einkommensbezieher zu finanzieren ist, erscheint etwas anderes gewichtiger: 80.000 Betroffene bedeuten, bei rund 6,5 Millionen Wahlberechtigten, in der Logik der Demokratie gar nichts. Ein offensichtliches Unrecht wird dadurch legitim, dass es nur an einer zahlenmäßig unbedeutenden Minderheit verübt wird. Könnte sich die von unserem politischen System kultivierte Niedertracht deutlicher offenbaren?

Der US-Staatsmann Benjamin Franklin formulierte einst sinnfällig: „Democracy is two wolves and a lamb voting on what to have for lunch.“ Sein Lamm befand sich im Vergleich zu einem Vermögensbesitzer der Gegenwart in einer geradezu beneidenswert komfortablen Situation. Es hatte schließlich mit nur zwei Feinden zu tun. In Österreich anno 2014 sieht das Verhältnis – wenn das „Profil“ mit seiner Einschätzung richtig liegt – wesentlich ungünstiger aus…

Andreas Tögel, Jahrgang 1957, ist Kaufmann in Wien.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorsimplicissimus
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Juni 2014 07:10

    Wie lange kann eine Gesellschaft es aushalten, wenn eine ständig größer werdende Mehrheit von Transferempfängern einer immer kleiner werdenden Minderheit von Leistungsträgern unentwegt neue Tribute abverlangt?

    Genau das ist der Punkt. Dieser haarsträubende Schwachsinn geht weiter und weiter bis er im Kommunismus endet. Dort haben alle bis auf eine kleine parasitäre Nomenklatura haargenau das gleiche: Nichts.

    Aber die alimentierte Mehrheit wird weiter so wählen. Das gesellschaftliche Auf und Ab scheint in der Natur des Menschen zu liegen. Blöd nur, wenn man ins Ab hiniein geboren wird.

  2. Ausgezeichneter Kommentatorterbuan
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Juni 2014 09:56

    Bravo Herr Tögel, wieder einmal auf den Punkt gebracht!
    Die ertrinkende Nomenklatura ergreift einen Strohhalm um die Stunde der Wahrheit, die des völligen Zusammenbruchs, noch für eine Weile vor den Schafen zu verschleiern, aber sie rückt immer näher, "alternativlos"!

  3. Ausgezeichneter KommentatorSensenmann
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Juni 2014 21:40

    Demokratie erlaubt auch den kollektiven Selbstmord mit 50% + einer Stimme.
    Damit ist alles gesagt.
    Die Stimmen müssen gewogen und nicht gezählt werden.
    Es wird Zeit für die Revolution der gebenden Hand.

  4. Ausgezeichneter KommentatorProConsul
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Juni 2014 21:08

    Aristoteles hat eigentlich schon alles zu dem Thema gesagt. Seiner Meinung nach gibt es drei gute und drei schlechte Herrschaftsformen. Die drei „guten“ Verfassungen, welche alle auf das Wohl der Allgemeinheit bzw. des Staates ausgerichtet sind (Monarchie, Aristokratie und Politie), werden den drei „entarteten“ Verfassungen gegenübergestellt, die nur dem Wohl der Herrschenden, ihrem Eigennutz, dienen (Tyrannis, Oligarchie und Demokratie). Die Demokratie gilt ihm dabei als Herrschaft der vielen Freien und Armen im Staate, die zu Lasten der Tüchtigen und zum Schaden der Wohlhabenden erfolgt. Auch ist es für Aristoteles nicht zulässig, dass die Armen mächtiger als die Reichen sind. Denn sie sind zahlreicher, und maßgebend ist die Meinung der Mehrzahl. Dies warf er gerade der extremen Form der Demokratie vor, die nicht dem Wohl der Allgemeinheit dient. Die drei schlechten Staatsformen verfehlen damit nach ihm alle den Zweck, das „vollkommene Leben“ in der Polis-Gemeinschaft zu ermöglichen.

    Aristoteles hat die Demorkatie in 5 Gruppen unterteilt, wobei die fünfte unserer heutigen entspricht. Die extremste Form der Volksherrschaft, die fünfte in der Reihe, beteiligt alle am Staat, die keine Sklaven sind. Während in den ersten vier Formen der Demokratie mittels Gesetzen regiert wird, fällt dies in der extremen Form weg. Dazu Aristoteles weiter: „Wo die Gesetze nicht entscheiden, da gibt es die Volksführer (Demagogen). Denn da ist das Volk Alleinherrscher, wenn auch ein aus vielen Einzelnen zusammengesetzter. […] Ein solches alleinherrschendes Volk sucht zu herrschen, weil es nicht von den Gesetzen beherrscht wird, und wird despotisch, wo denn die Schmeichler in Ehren stehen, und so entspricht denn diese Demokratie unter den Alleinherrschaften der Tyrannis.“ (Arist. Pol. IV 4)
    Unsere Demokratie entspricht also einer Tyrannis. Wenn wir uns ansehen, wie die Linken und Grünen uns ihre gottlose Ideologie aufs Aug drücken und alle Andersdenken verfolgen und tyrannisieren, erkennen wir genau diese von Aristoteles angesprochene Züge. Und noch etwas sollte man dazu sagen. Plato, Aristoteles und Polybios gingen von einem Verfassungskreislauf ('Anakýklosis') aus. Das Drehen des Rades in der Evolution der Staatsformen wurde von ihnen in rohen Umrissen gesehen: Monarchie - aristokratische Herrschaft - Demokratie - Tyrannis. In diesem Zyklus ist allerdings die Monarchie die Dominante. Nur sehen wir heute, wie schwierig der Obergang der Tyrannis in die Monarchie geworden ist, denn die vom 'Fortschritt' faszinierten Massen empfinden die Monarchie nicht als modern und die Tyrannis (die heute stets totalitäre Züge zeigt) steht prinzipiell links.

  5. Ausgezeichneter KommentatorH1Z
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Juni 2014 13:13

    Das Zitats von Benjamin Franklin geht aber weiter:
    "Democracy is two wolves and a lamb voting on what to have for lunch. Liberty is a well-armed lamb contesting the vote."

    Soviel zum von der "Mehrheit" immer wieder skandierten Waffenverbot.

  6. Ausgezeichneter Kommentatormischu
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Juni 2014 11:45

    Ein brillanter Kommentar, der den gesamten Wahnsinn, welchen die steuerwütigen Linken hier veranstalten, aufzeigt.

    Und wenn man dann noch analysiert, wie bzw. für welche KLIENTELPOLITIK diese den letzten Leistungsträgern abgepreßten Steuermittel verwendet werden, macht sich endgültig Wut und Verzweiflung breit.

    Dann nützt auch ein Aufruf zum freiwilligen Spenden nichts mehr, denn der Zweck heiligt in diesem Fall schon längst nicht mehr die Mittel.

  7. Ausgezeichneter KommentatorPoliticus1
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    13. Juni 2014 20:24

    Zu den Steuern darf ich mich - wieder einmal - wiederholen:
    Es ist sinnlos, dumm und falsch, immer nur einzelne Steuern zum Vergleich mit anderen Ländern heranzuziehen.
    Es kann nur das GESAMTE Steuersystem verglichen werden.
    Und nicht nur das - es müssen auch die Sozialabgaben, aber auch die Sozialleistungen in solche Vergleiche einfließen (Arbeitslosengeld, Kinderbeihilfe, Pendlerpauschale, Mietbeihilfen ...)
    Alles andere ist nur Populismus pur zur Erregung der Neidgesellschaft!


alle Kommentare

  1. Dolly (kein Partner)
    19. Februar 2015 17:04

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    03. Juli 2014 23:05

    Die Organisationsstrukturen des kaiserlichen Obrigkeitsstaates blieben bis heute erhalten (vgl. http://www.gewaltenteilung.de/idee.htm ). Macht verändert den Charakter (vgl. http://www.wissen57.de/die-macht-verandert-den-charakter-des-menschen.html ). Tyrannei gibt es schon immer. Jeder Akt von zwischenmenschlicher Autorität, der nicht durch absolute Notwendigkeit begründet ist, ist tyrannisch.
    Ein Problem war und ist der einseitige Gebrauch und Missbrauch von Macht und Recht (vgl. http://ubt.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2011/695/pdf/25_Kopp_EBook.pdf ).
    Rechtsbrüche und Rechtsbeugungen sind systemkonform- vgl. http://www.odenwald-geschichten.de/?p=1740 und http://unschuldige.homepage.t-online .

  10. Torres (kein Partner)
    15. Juni 2014 12:10

    Tögel hat natürlich völlig recht, es ist keineswegs demokratisch, wenn eine (nicht betroffene) Mehrheit über eine (allein und voll betroffene) Minderheit bestimmt. Mir stößt auch das immer und ewig vorgebrachte Unwort "Verteilungsgerechtigkeit" sauer auf. Es gibt keine höhere Macht, die Vermögen, Geld usw. gerecht oder ungerecht "verteilt"; jeder hat das, was er besitzt, legal "verdient" und zwecks "Umverteilung" auch legal (sehr hoch) versteuert. Daher ist die derzeitige "Verteilung" mehr als gerecht und bedarf bestenfalls einer Korrektur zu den Leistungsträgern hin, und keinesfalls umgekehrt. Übrigens: ich gehöre keineswegs zu jenen, die von einer "Millionärsabgabe" betroffen wären, finde sie aber trotzdem völlig ungerecht und vor allem kontraproduktiv.

  11. FranzAnton
    14. Juni 2014 14:16

    Geschätzter Herr Tögel!
    Ihr Artikel erscheint mir viel zu pessimistisch.
    Bedenken Sie bitte, dass die Sozialisten (das sind m.E. keine Demokraten, weshalb ich sie als Sozialisten bezeichne, die sie ja sind, und früher auch so hiessen) samt den Grünen tatsächlich bei Wahlen seit Jahrzehnten schon keine Parlamentsmehrheit mehr erreichen.

    Ferner: Die Mehrheit der Bürger entscheidet meist in vernünftigem Sinn, siehe etwa Bundesheer - Befragung. (Die Mariahilferstrassen - Befragung war eine Farce, da die Unternehmer willkürlich ausgeschlossen wurden).

    Vorausgesetzt, dass man der Bevölkerung die Folgen einer pro Millionärssteuer ausgehenden Volksabstimmung etwa folgendermassen näher bringt:

    ………………………………………………………………………………………………………………………………

    Liebe Wählerinnen und Wähler!
    "Wollen Sie sich jederzeit mögliche Besuche beamteter Steuerschnüffler – incl. notwendiger Anhebung des Beamtenstandes im Finanzministerium - gefallen lassen"?
    "Wollen Sie konfiskatorische Srafen für eine allfällige Fehlbewertung Ihres Vermögens riskieren?"
    "Wollen Sie, dass Vermögende aus Österreich abwandern, und mit ihnen deren Betriebe?"
    "Wollen Sie Ihren Kindern Erbschaftssteuern aufbürden, welche diese, insbesondere in unsicheren wirtschaftlichen Zeiten, die uns offensichtlich bevorstehen, nicht zu bezahlen in der Lage sein könnten?"
    "Ist Ihnen klar, dass es die Sozialisten seit Kreisky waren, welche die Schuldenmacherpolitik salonfähig machten, auf welche Weise die pro Kopf - Schulden Österreichs auf ca. € 50 000 - die verborgenen Schulden schätzungsweise eingerechnet - gewissenlos hochgetrieben wurden? Wollen Sie deren Schalmeienratschlägen folgen, und uns damit in den wirtschaftlichen Ruin treiben?")
    "Ist Ihnen klar, dass an dieser Vermögens - Steuerschraube immer weiter gedreht werden wird, wie es auch etwa die Kommunisten in der DDR unseligen Angedenkens getan, und damit ihre Enteignungspolitik realisiert haben?
    "Ist Ihnen klar, dass ohne scharfe Verwaltungsreform die gewissenlose Verschuldung Österreichs und die Enteignung der Österreicher ungebremst weiter gehen wird, weil es den Genossen mit ihrer marxistischen Indoktrination so gefällt?" - und ist Ihnen auch klar, dass in der Verwaltungsreform genug Einsparungspotential steckt, um eine nachhaltige Steuerreform zu bewerkstelligen, zwar ohne Vermögenssteuern?
    „Gefällt Ihnen folgendes Statement des schweizer Finanzministers (Zitat: „Wir sehen nach, wieviel Steuergeld zur Verfügung steht, und mehr geben wir nicht aus“)? – und finden Sie, dass auch in Österreich nach diesem Grundsatz gehandelt werden sollte – bzw., schon längst hätte gehandelt werden müssen?“
    „Gefiele Ihnen ein Steuersystem wie jenes der Schweiz, wo die Gesamtsteuerbelastung um ca. 30 % niedriger ist als bei uns?“
    etc; gewiss lassen sich bei einigem Nachdenken gewiss weitere eindrückliche Fragen finden.
    ……………………………………………………………………………………………………………………………

    meine ich, dass die Bevölkerungsmehrheit durchaus gegen Vermögenssteueren zu optieren geneigt wäre.
    Im übrigen: Informell direktdemokratischen Ambitionen diverser Organisationen ("Avaaz", "Campact", "Citicen go" .........) werben immer häufiger um Unterstützung ihrer Anliegen; ich könnte mir vorstellen, dass dies im Lauf der Zeit (zwar rascher, als viele glauben) dazu führen kann, die Frage von Direktdemokratie in ganz Europa intensiver zu thematisieren - und diese auch verfassungsmässig zu implementieren. Solche Entwicklung sollten wir mit allen Kräften unterstützen.
    Ferner: Ich halte das Volk, jedenfalls auf lange Sicht, für wesentlich klüger als seine Politiker es sind; glaubt übrigens noch irgendjemand, dass der feymann'sche, rotweissrote Krawattenknopf noch Wähler hinter dem Ofen hervorlockt?
    Ad Schweiz: Dort sind nicht nur die Steuern wesentlich niedriger und der Lebensstandard höher, sondern haben die Bürger – direktdemokratisch - für eine Reduktion unerwünschten Ausländerzuzuges optiert.

  12. Politicus1
    13. Juni 2014 20:24

    Zu den Steuern darf ich mich - wieder einmal - wiederholen:
    Es ist sinnlos, dumm und falsch, immer nur einzelne Steuern zum Vergleich mit anderen Ländern heranzuziehen.
    Es kann nur das GESAMTE Steuersystem verglichen werden.
    Und nicht nur das - es müssen auch die Sozialabgaben, aber auch die Sozialleistungen in solche Vergleiche einfließen (Arbeitslosengeld, Kinderbeihilfe, Pendlerpauschale, Mietbeihilfen ...)
    Alles andere ist nur Populismus pur zur Erregung der Neidgesellschaft!

  13. cmh (kein Partner)
    13. Juni 2014 10:12

    Immer wieder und derzeit immer mehr stellt sich an jeden Staatsbürger die Frage, wie weit er bereit ist, zum Schutze der Demokratie (wenn schon nicht der Heimat) zu gehen.

    Wie viel Verantwortung ist jeder bereit, auf eigenes Risiko zu übernehmen?

  14. Sensenmann
    12. Juni 2014 21:40

    Demokratie erlaubt auch den kollektiven Selbstmord mit 50% + einer Stimme.
    Damit ist alles gesagt.
    Die Stimmen müssen gewogen und nicht gezählt werden.
    Es wird Zeit für die Revolution der gebenden Hand.

  15. ProConsul
    12. Juni 2014 21:08

    Aristoteles hat eigentlich schon alles zu dem Thema gesagt. Seiner Meinung nach gibt es drei gute und drei schlechte Herrschaftsformen. Die drei „guten“ Verfassungen, welche alle auf das Wohl der Allgemeinheit bzw. des Staates ausgerichtet sind (Monarchie, Aristokratie und Politie), werden den drei „entarteten“ Verfassungen gegenübergestellt, die nur dem Wohl der Herrschenden, ihrem Eigennutz, dienen (Tyrannis, Oligarchie und Demokratie). Die Demokratie gilt ihm dabei als Herrschaft der vielen Freien und Armen im Staate, die zu Lasten der Tüchtigen und zum Schaden der Wohlhabenden erfolgt. Auch ist es für Aristoteles nicht zulässig, dass die Armen mächtiger als die Reichen sind. Denn sie sind zahlreicher, und maßgebend ist die Meinung der Mehrzahl. Dies warf er gerade der extremen Form der Demokratie vor, die nicht dem Wohl der Allgemeinheit dient. Die drei schlechten Staatsformen verfehlen damit nach ihm alle den Zweck, das „vollkommene Leben“ in der Polis-Gemeinschaft zu ermöglichen.

    Aristoteles hat die Demorkatie in 5 Gruppen unterteilt, wobei die fünfte unserer heutigen entspricht. Die extremste Form der Volksherrschaft, die fünfte in der Reihe, beteiligt alle am Staat, die keine Sklaven sind. Während in den ersten vier Formen der Demokratie mittels Gesetzen regiert wird, fällt dies in der extremen Form weg. Dazu Aristoteles weiter: „Wo die Gesetze nicht entscheiden, da gibt es die Volksführer (Demagogen). Denn da ist das Volk Alleinherrscher, wenn auch ein aus vielen Einzelnen zusammengesetzter. […] Ein solches alleinherrschendes Volk sucht zu herrschen, weil es nicht von den Gesetzen beherrscht wird, und wird despotisch, wo denn die Schmeichler in Ehren stehen, und so entspricht denn diese Demokratie unter den Alleinherrschaften der Tyrannis.“ (Arist. Pol. IV 4)
    Unsere Demokratie entspricht also einer Tyrannis. Wenn wir uns ansehen, wie die Linken und Grünen uns ihre gottlose Ideologie aufs Aug drücken und alle Andersdenken verfolgen und tyrannisieren, erkennen wir genau diese von Aristoteles angesprochene Züge. Und noch etwas sollte man dazu sagen. Plato, Aristoteles und Polybios gingen von einem Verfassungskreislauf ('Anakýklosis') aus. Das Drehen des Rades in der Evolution der Staatsformen wurde von ihnen in rohen Umrissen gesehen: Monarchie - aristokratische Herrschaft - Demokratie - Tyrannis. In diesem Zyklus ist allerdings die Monarchie die Dominante. Nur sehen wir heute, wie schwierig der Obergang der Tyrannis in die Monarchie geworden ist, denn die vom 'Fortschritt' faszinierten Massen empfinden die Monarchie nicht als modern und die Tyrannis (die heute stets totalitäre Züge zeigt) steht prinzipiell links.

  16. H1Z
    12. Juni 2014 13:13

    Das Zitats von Benjamin Franklin geht aber weiter:
    "Democracy is two wolves and a lamb voting on what to have for lunch. Liberty is a well-armed lamb contesting the vote."

    Soviel zum von der "Mehrheit" immer wieder skandierten Waffenverbot.

  17. mischu
    12. Juni 2014 11:45

    Ein brillanter Kommentar, der den gesamten Wahnsinn, welchen die steuerwütigen Linken hier veranstalten, aufzeigt.

    Und wenn man dann noch analysiert, wie bzw. für welche KLIENTELPOLITIK diese den letzten Leistungsträgern abgepreßten Steuermittel verwendet werden, macht sich endgültig Wut und Verzweiflung breit.

    Dann nützt auch ein Aufruf zum freiwilligen Spenden nichts mehr, denn der Zweck heiligt in diesem Fall schon längst nicht mehr die Mittel.

  18. terbuan
    12. Juni 2014 09:56

    Bravo Herr Tögel, wieder einmal auf den Punkt gebracht!
    Die ertrinkende Nomenklatura ergreift einen Strohhalm um die Stunde der Wahrheit, die des völligen Zusammenbruchs, noch für eine Weile vor den Schafen zu verschleiern, aber sie rückt immer näher, "alternativlos"!

  19. simplicissimus
    12. Juni 2014 07:10

    Wie lange kann eine Gesellschaft es aushalten, wenn eine ständig größer werdende Mehrheit von Transferempfängern einer immer kleiner werdenden Minderheit von Leistungsträgern unentwegt neue Tribute abverlangt?

    Genau das ist der Punkt. Dieser haarsträubende Schwachsinn geht weiter und weiter bis er im Kommunismus endet. Dort haben alle bis auf eine kleine parasitäre Nomenklatura haargenau das gleiche: Nichts.

    Aber die alimentierte Mehrheit wird weiter so wählen. Das gesellschaftliche Auf und Ab scheint in der Natur des Menschen zu liegen. Blöd nur, wenn man ins Ab hiniein geboren wird.





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