Viktor Orbán – freiheitsliebender Patriot

Die Politik und der Großteil der „liberalen“ Medien, besonders jene in den USA und in Westeuropa, legen hinsichtlich Ungarns eine überaus harsche Gangart an den Tag. Die steht ganz im Gegensatz zur Zurückhaltung, mit der Link(sliberal)e autoritären Regimes wie in Russland, Weißrussland oder Rotchina – pardon der „Volksrepublik China“ – begegnen. Dies war schon zu registrieren, bevor die Magyaren im Frühjahr 2010 die acht Jahre währende Herrschaft von Sozialisten und Liberalen demontierten und „Gottseibeiuns“ Viktor Orbán und sein christlich-nationalkonservatives Parteienbündnis Fidesz-KDNP mit einer parlamentarischen Zweidrittelmehrheit ausstatteten.

Die Wähler wollten, dass Orbán mittels dieser „Revolution an der Wahlurne“ das an den Rand des Abgrunds gebrachte Land wieder in Ordnung bringt. Sie wollten auch die Wende von 1989/90 – und damit die Revolution von 1956 – vollenden.

Paul Krugman hatte nach Orbáns Erfolg in der „New York Times“ quasi die Wiedererrichtung einer postsowjetischen autoritären Herrschaft in Ungarn an die Wand gemalt. In dieselbe Kerbe schlug der britische „Guardian“, der Orbán einen autoritären Politiker nannte. Die „Washington Post“ ging sogar noch weiter und verglich Ungarn mit Weißrussland unter Aljaksandr Ryhorawitsch Lukaschenko und Russland unter Wladimir Putin.

Charles Gati, während des Volksaufstands 1956 junger ungarischer Journalist, der es nach seiner Flucht zum Politologie-Professor an der Johns Hopkins-Universität brachte, schrieb in einem Gastkommentar für die „Times“, dass Ungarn „nicht länger als westliche Demokratie“ bezeichnet werden dürfe. In der „Washington Post“ führten Gati und der ehemalige US-Botschafter in Ungarn, Mark Palmer, sowie Miklós Haraszti, Professor an der Columbia Law School, vormals OSZE-Beauftragter für Medienfreiheit, ins Treffen, die ungarische Demokratie sei in einem so beklagenswerten Zustand, dass Radio Free Europe (RFE) seine Berichterstattung über Ungarn wiederaufnehmen möge.

Man stelle sich vor: RFE-Ziel hätte nicht, wie einst im Kalten Krieg, die Destabilisierung eines kommunistischen Regimes in Budapest unter sowjetrussischer Kuratel sein sollen, sondern die Unterminierung der aus demokratischer Wahl hervorgegangenen ungarischen Regierung. Nicht allein das: In ihrem perfiden Kommentar riefen Gati, Palmer und Haraszti Washington auf, „das Gespenst der Tyrannei“ in Ungarn zu verscheuchen. Ungeachtet der Tatsache, dass sich Ungarn als Nato-Verbündeter unter Orbán im Gegensatz zu anderen dafür entschied, in Afghanistan zu bleiben.

Die Liste derer, die das publizistische Trommelfeuer auf Orbán und seine Mitterechts-Regierung in den USA eröffneten, ließe sich problemlos verlängern. In Europa, besonders in Österreich und Deutschland, hält es eine ganze Armada aus politisch korrekten „Lohnschreibern“ (Bertolt Brecht) in Zeitungen, Magazinen, Blogs und Internetforen sowie Moderatoren von Rundfunk und Fernsehen am Leben. Dabei tun sich ARD, ZDF und ORF besonders hervor, und bei den Blättern sind nicht einmal Qualitätszeitungen wie Frankfurter Allgemeine – namentlich deren Feuilleton – und Neue Zürcher Zeitung davor gefeit, bisweilen in den von „Ungarn-Experten“ wie Paul Lendvai und György Konrád dirigierten Mainstream-Chor einzustimmen.

Das begann bei der Verabschiedung der neuen ungarischen Mediengesetzgebung, setzte sich fort bei der am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen neuen Verfassung und hielt sich bis zum neuen Wahlgesetz, nach dem am 6. April das auf 200 Abgeordnete verkleinerte Parlament gewählt wird. Sie sehen – wie auch Politiker und EU-Kommissionsmitglieder – die Meinungsfreiheit und Demokratie in Ungarn bedroht. Und sie lassen sich nicht einmal dadurch beirren, dass das von Kritikern als Orbán-hörig bezeichnete ungarische Verfassungsgericht bestimmte Verfassungs-Passagen für nichtig erklärt hat. Es hat damit den Beweis geliefert, dass die Höchstgerichtsbarkeit so arbeitet, wie man es erwartet. Dennoch ist die ungarische Regierung zum Prügelknaben westlicher Publizisten geworden, die in Orbán einen quasi-faschistischen Tyrannen sehen, der mit der Bibel unter dem Arm herumläuft.

Und die Politik tut es ihnen gleich. Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn nannte Ungarn einen „Schandfleck“. Ähnlich andere Sozialdemokraten respektive Sozialisten: Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments und sozialdemokratischen Spitzenkandidat für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten, bezichtigte Orbán der „Säuberungspolitik“. Österreichische Sozialdemokraten und Grüne brachten – ebenso wie die christdemokratische luxemburgische Justizkommissarin Viviane Reding, eine ehemalige Journalistin – gegen Ungarn mehrmals ein EU-Vertragsverletzungsverfahren und Stimmrechtsentzug ins Spiel.

Unter Beifall des flämischen Liberalen Guy Verhofstadt rief der Charlemagne-Grüne Daniel Cohn-Bendit in Straßburg Orbán zu, er sei „auf dem Weg, ein europäischer Chavez zu werden, ein Nationalpopulist, der das Wesen und die Struktur der Demokratie nicht versteht". Unübersehbar stört es die hauptsächlich links der Mitte angesiedelten politisch korrekten Moral- und Tugendwächter, dass Orbán, unbeeindruckt von Kritik, das Land von Grund auf reformiert und umbaut, vor allem aber von dem im gewendeten Gewande des (Neo-)Liberalismus daherkommenden Postkommunisten zu befreien. Was ihn aber im politisch korrekten Europa verdächtig macht, wo man ihn – im günstigsten Fall – des „Cäsarismus“, „Bonapartismus“ oder „Horthyismus“ zeiht. Oder kurzum einen „Faschisten“ nennt.

Orbán-Biographie von Igor Janke

Von all diesen Invektiven hat sich der polnische Publizist Igor Janke nicht beeindrucken lassen. Der frühere Chefredakteur der polnischen Presseagentur PAP und BBC-Mitarbeiter, der jetzt dem unabhängigen Thinktank Freiheitsinstitut (Instytut Wolno?ci) in Warschau vorsteht, zeichnet in seiner soeben auf Deutsch erschienenen Biographie vielmehr ein unvoreingenommenes, die Wirklichkeit widerspiegelndes Bild des ungarischen Regierungschefs.

Denn ein Diktator ist Orbán beileibe nicht, sondern – vor allem anderen – ein ungarischer Patriot. Seiner Vaterlandsliebe, mit der er überall aneckt, ordnet Orbán vieles unter, wie Janke anhand zahlreicher Begebenheiten und Geschehnisse herausarbeitet. Schon als junger Mann hat Orbán – damals noch hinter dem Eisernen Vorhang – den Abzug der Sowjettruppen verlangt. Janke, damals als Vertreter des Unabhängigen Polnischen Studentenbunds anwesend, erlebte die Wirkung jener berühmten Rede Orbáns bei der erhebenden Umbettung der (unter János Kádár hingerichteten) Revolutionäre von 1956 im Juni 1989 in Budapest mit.

Dass er für Orbán und sein freiheitsliebendes, geschichts- und nationalbewusstes Volk Sympathien hegt, daraus macht Janke in seiner Orbán-Biographie keinen Hehl. Auch daraus nicht, dass sich Orbán „Einmischung jedweder Art“ von außen verbittet. Der Pole lobt ihn dafür, dass er angetreten ist, die Effizienz der staatlichen Strukturen und Institutionen sowie des Regierungshandelns zu steigern. Und dass Orbán in die Präambel der Verfassung die „Heilige Krone“ als Symbol der Wahrung der historischen Kontinuität der Nation hat schreiben lassen und dass der „Segen Gottes“ für deren Gedeih erfleht wird.

Das muss für alle religiös Indifferenten und jene, die sich „freisinnig“ dünken, geradezu als provokative Regelverletzung gelten, nicht aber für den polnischen Katholiken Janke. Dasselbe gilt für das Bekenntnis zur (ge)ein(t)en Nation Ungarn, im wohlverstandenen Sinne ihrer historisch, sprachlich und kulturellen Bande über die Grenzen des 1920 um zwei Drittel des damaligen Territoriums verkleinerten Ungarns hinaus. Dieses verständliche Trauma beherrscht noch immer das Bewusstsein vieler Magyaren.

Janke führt auch das in der ungarischen Verfassung Orbáns enthaltene Bekenntnis zur Familie – und im Gegensatz dazu den Ausschluss der Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Gemeinschaften mit der ehelichen Verbindung aus Mann und Frau – als christlich-zivilisatorischen Wert als rühmenswert an. Fürwahr: Die ungarische Verfassung spiegelt das christliche Erbe des Landes wider, sie definiert den Bund der Ehe in traditioneller Weise, und sie proklamiert, dass das Leben mit der Empfängnis beginnt. Janke hält auch fest, dass Orbán eine Schuldenbremse fixieren hat lassen und den Forint, ungarisches Zahlungsmittel seit 700 Jahren, zum Ärger Brüssels als nationale Währung hochhält. Dass sich Orbán dazu entschieden hat, für den Schutz traditioneller Werte der Ungarn zu kämpfen, imponiert seinem polnischen Biographen, während es Link(sliberal)en in Europa und den USA gegen den Strich geht.

Der Autor stellt uns den ungarischen Ministerpräsidenten als jemanden vor, der auf dem politischen Parkett Europas und darüber hinaus fundamentale Denkanstöße liefert. Davon könnten sich seiner politischen „Mitspieler“ ein Stück abschneiden (der fußballbegeisterte Orbán vergleicht nicht selten Konstellationen mit dem Geschehen auf einem Spielfeld). Besonders dann, wenn es um Vereinheitlichung und Regelungsdichte in der EU geht, um zentralistisches Gebaren und Subsidiarität, kurzum um Sinn und Unsinn der EU und der Nationalstaaten.

Gleichwohl spricht Janke seinem Porträtierten Qualitäten ab, die ihn im EUropäischen Konzert zur Führungsfigur avancieren ließen: Orbán sei – eine seiner Schattenseiten – von Sozialisation und Charakter her dazu nicht in der Lage, denn er könne nicht, wie Angela Merkel oder der polnische Premier Donald Tusk, mit allen reden, mit allen anderen auskommen.

Einen zentralen Abschnitt des Buches beanspruchen die Motive des Handelns Orbáns und seiner Religiosität. So bestimmt Janke die antikommunistische Prägung des vom ursprünglich „Liberalen“ zum Konservativen Gewandelten in erfahrungsgesättigten Zäsuren: Zum einen während seiner Zeit als Wehrpflichtiger, zum andern durch seine Zugehörigkeit zu dem nach einem bedeutenden Gelehrten und Politiker benannten „Biró-Kolleg“ an der Juristischen Fakultät der Budapester Eötvös-Loránd-Universität (ELTE), der bedeutendsten Hochschule Ungarns, an der Orbán studierte.

Zugang zum Glauben fand der in religiös indifferentem, politisch angepasstem Elternhaus Aufgewachsene (der Vater war Agraringenieur und Parteimitglied, die Mutter Behinderten-Pädagogin) in seiner calvinistischem Ehefrau Anikó. Sie ist Juristin wie er. Er heiratete sie 1986 und hat mit ihr fünf Kinder. Ebenso wichtig war der reformierte Geistliche Zoltán Balog, einer seiner frühen Weggefährten. Orbáns Religiosität sei echt, schreibt der Autor, sein Glaube gebe ihm Kraft, gefestigt durch Krisen zu gehen. Besonders lesenswert ist in diesem Zusammenhang der Abschnitt über Orbáns Wahlniederlage 2002 und wie er sie überwand.

Für Janke sind Nation und Freiheit die beiden zentralen Werte, die Orbáns politisches Handeln leiten. Es gehe ihm um die nationale Souveränität des ungarischen Volkes und die wirtschaftliche Souveränität des Landes. Letzteres bedeute indes nicht – und entgegen allem, was ihm Kritiker in Ungarn und außerhalb wirtschaftspolitisch unterstellen – dass er auf eine mehr oder minder gelenkte Staatswirtschaft zusteuere. Vielmehr wolle Orbán für ein gefestigtes Bürgertum sorgen, es solle im Lande „mehr ungarische Eigentümer“ geben. Dazu sei es nötig, die Rolle ausländischer Unternehmen dort einzuschränken, wo sie keine produktive Funktion erfüllten, sondern nur Kaufkraft abschöpften und – anstatt sie in Ungarn zu reinvestieren – Gewinne ins Ausland transferierten.

Jankes Biographie ist hervorragend recherchiert. Viele Gespräche hat er mit Orbán geführt, ebenso mit zahlreichen einstigen und derzeitigen Weggefährten und Gegnern. Zwar durchzieht des Biographen Sympathie für Orbán das 340-Seiten-Buch. Doch er verschweigt keineswegs die Schattenseiten des Porträtierten. Von Anfang an wird dem Leser klar, dass Janke subjektiv-anerkennend schreibt. Nirgendwo versucht er zu belehren oder gar zu indoktrinieren. Stets ist offenkundig, dass da jemand urteilt, der große Stücke auf Orbán hält, den er der Leserschaft als außergewöhnlichen, prinzipienfesten, jedem Konformismus abholden und zukunftsweisenden Politiker nahe zu bringen versucht.

Jankes flüssig geschriebene Biographie ist uneingeschränkt zu empfehlen, insbesondere jenen Zeitgenossen aus Politik und Publizistik, denen es um ihrer Glaubwürdigkeit willen gut anstünde, ihre (Vor-)Urteile ihm und den Hunderttausenden Ungarn gegenüber zu revidieren, die seine Anhänger, Sympathisanten und Wähler sind.

Der Verfasser ist deutsch-österreichischer Historiker und Publizist

Igor Janke: Viktor Orbán. Ein Stürmer in der Politik,
Passau (Schenk Verlag GmbH) 2014, 343 Seiten,
ISBN 978-3-944850-14-6; geb., € 20,50 

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorHelmut Oswald
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    31. März 2014 09:52

    Es ist von unserer politischen Klasse und nachgeschaltetem Medienapparat ja nichts anderes zu erwarten, als die Verbreitung anglo-amerikanischer Weltsichten. Hatte sich die politische Linke jahrzehntelang an Moskau angelehnt, solange auf den orthodoxen Panzerkommunismus noch Verlaß war, so lehnen sich diese geistlosen, angepassten Hochgradpfründner - die in den täglichen Kommentaren auf Internetblogs und den verstaatlichten Zeitungsseiten, die sich ins Netz wagen nachlesen können, wie sehr die Masse der Bevölkerung sie für das, was sie Politik nennen verachten - jetzt halt zwecks Machterhalt an Amerika an. Seit Waldheim erkennbar, für jedermann.

    Amerika duldet kein Abweichlertum vom Internationalismus seiner Konzeption, der uns die Freiheit garantiert, straflos von Betrügern wie Lehman Brothers oder Goldmann und Sachs ausgeplündert zu werden, bei sonstiger öffentlicher Verbrennung durch das Autodafe seiner Medien. Dem erfahrungsgemäß der Würgegriff von Sanktionen und im Falle besonderer Hartnäckigkeit der eines Platzregens von Cruise Missiles folgt. Orban ist schmerzfrei gegenüber den Hauptstrommedien, den Bertelsmann Apologeten von Geschichte und Politik, ihm ist Rupert Murdoch genauso egal, wie der einstige Stalinistenspitzel Lendvai oder kleinkalibrige Medienmanipulatoren vom Schlag eines Armin Wolf.

    Orban funktioniert nicht nach den Regeln der 'internationalen Gemeinschaft'. Orban ist der Ministerpräsident jener Ungarn, die ihn gewählt haben. Und ob er nun etwas Kluges oder etwas Dummes tut (was gelegentlich schon vorkommen mag) - verpflichtet Rechenschaft zu legen ist er nicht irgendwelchen Rating Agenturen oder New Yorker Anwaltskanzleien, sondern dem Volk, das ihn gewählt hat. Gott schütze Ungarn und sein tapferes Volk.

  2. Ausgezeichneter Kommentatormischu
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    31. März 2014 12:15

    So lange Viktor Orban als demokratisch gewählter, ungarischer Ministerpräsident seinen eingeschlagenen Weg trotz aller internationalen Prügel unbeirrt fortsetzen kann, ist mir um Ungarn nicht bange.

    Ich hoffe nur, daß von diesem Land - wie schon öfters in seiner geschichtlichen Vergangenheit - im Endeffekt auch entscheidende Impulse für ganz Europa und die EU ausgehen.
    Denn genau das fürchtet die politisch korrekt herrschende Nomenklatura.

  3. Ausgezeichneter Kommentatorterbuan
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    31. März 2014 09:16

    Danke Herrolt vom Odenwald für die Rezension dieses sehr interessanten Buches von Igor Janke über den von mir sehr geschätzten ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán.
    Warum Orbán in Europa und den USA so massiv angegriffen wird ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass er der "internationalen Finanzindustrie" die Stirn geboten hatte. Da bekommt man automatisch ein Problem, das haben schon Andere leidvoll zu spüren bekommen.

  4. Ausgezeichneter KommentatorLot
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    31. März 2014 10:54

    Man muß immer wissen, wo der Feind steht. Daher merkt Euch die Namen der Orban-Kritiker: Paul Krugman, Charles Gati, Mark Palmer, Miklós Haraszti, Paul Lendvai, György Konrád, Jean Asselborn, Martin Schulz, Viviane Reding, Guy Verhofstadt, Daniel Cohn-Bendit.

    Im letzten Spectum (DIE PRESSE v. 29. 03) war ein hochinteressanter Artikel von Anton Pelinka: "Die ersten Europäer" (googeln!). Nach Pelinka sind "die Juden die ersten Europäer", denn wer sollte von der Aufhebung der Grenzen, der De-Nationalisierung, dem Abbau der staatlichen Souveränität "mehr begeistert sein als die vaterlandslosen Gesellen, die Juden"?

    Pelinka macht aus der EU geradezu ein "jüdisches Projekt". Er verweist auf Jean Monnet, dessen nach 1945 entworfenes Europa sollte "transnational" werden, "Zielrichtung" auf einen europäischen "Bundestaat" nehmen, "Vielfachidentitäten" (=Multikulti) vermitteln und den Juden eine "Heimat bieten", die ihnen das "das Europa der Nationalstaaten nicht bot". "Die Europäische Union und das Judentum haben einen gemeinsamen Gegner: die Nationalismen. Diese zu zähmen liegt im Interesse der Union und aller Bürgerinnen und Bürger, vor allem aber im Interesse derer, die als Juden punziert sind". Dieses "schrittweise" sich aus der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl über die Römischen Verträge von 1957 zur Europäischen Union von heute" sich entwickelnde Europa "ist das beste Europa", speziell für die, "die vom Europa der Vaterländer brutal zurückgewiesen worden sind".

    Vielleicht lesen manche Leser auch die Kommentare zu Pelinkas Artikel? Sie wissen dann, wie die Österreicher über diesen "perfiden" Altmarxisten und seine Ausführungen zur EU wirklich denken.

  5. Ausgezeichneter Kommentatorsocrates
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    01. April 2014 20:06

    Wenn man die Proponenten der Meinungshoheit analysiert und nach qui bono fragt, kommen immer die gleichen Mächtigen aus der USA heraus. Sie wollen abkassieren und warenfast schon soweit, umso größer ist der Ärger jetzt.

  6. Ausgezeichneter KommentatorKomma
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    31. März 2014 11:37

    Verehrter Herr Oswald!

    Zu Ihren treffenden Bemerkungen ein paar Hinweise und Anregungen:

    So empfehle ich sehr, die Kritik des ehemaligen Staatsekretärs Paul Craig Roberts an Obamas Rede vor einer Jugendorganisation vom 26. März im Palast der schönen Künste in Brüssel nachzulesen (deutsch!) Die ganze Verlogenheit gegenüber Ungarn, Rußland, Ukraine mit ihrer Berufung auf "universale Werte" wird dann deutlich.

    http://www.mmnews.de/index.php/politik/17688-ww3-weg .

    Wer den Ursprung dieser "Werte" noch näher kommen will, der sollte den Bericht in der Washington Post über die Rede des amerkinaischen Vizepräsidenten Joe Biden zum American Jewish Heritage Month ebenfalls nachlesen. Wir verdanken diese "Werte" nicht dem Christentum, sondern dem "jüdischen Erbe".

    http://www.washingtonpost.com/blogs/post-politics/wp/2013/05/22/biden-jewish-leaders-helped-gay-marriage-succeed/

    Niemand darf es wundern, wenn Orban als Erzfeind der europäischen und "universalen" Perversionen eingestuft wird!


alle Kommentare

  1. George (kein Partner)
    07. März 2015 11:57

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  5. uggktrhj (kein Partner)
  6. Waldkauz (kein Partner)
    03. April 2014 14:29

    Ungarn drohte unter der anhaltenden sozialistischen Misswirtschaft zu implodieren.
    Deshalb trafen die tatsächlich Herrschenden die Entscheidung hin zu einer konservativen Regierung.

    Das ist das alte "Teile und Herrsche-Spiel"!

    Die tatsächlichen Machtverhältnisse haben sich in Ungarn mitnichten verändert!

    Und in Europa ist es auch sehr nützlich, durch das "böser Bulle, guter Bulle" Spiel
    von wirklich wichtigen Themen abzulenken.

    Wenn alle politisch in die gleiche Richtung wandern würden, könnte man zur Ablenkung doch keine Gegensätze mehr produzieren!

    Die Globalisierer rechnen ja auch Russland und China zum Kern der Globalisierung:

    http://kulturstudio.wordpress.com/2014/02/09/der-letzte-akt-die-kriegserklarung-der-globalisierer-an-alle-volker-der-welt/

    Auch hier läuft also das Spiel " Teile und Herrsche"!

    Ich lebe in Ungarn, hätte daher gerne an die "Geschichte" geglaubt, aber im Zuge der Globalisierung ist alles nur noch Lug und Betrug!

  7. Wyatt
    02. April 2014 19:48

    Wahlkampf in Ungarn:
    Orbáns Clan plündert die Staatskassen
    (Ein als Information getarntes - absolut nicht lesenswertes - Spiegelonlinegeschreibsel von Keno Verseck, - wer immer das sein mag)

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/ungarn-ministerpraesident-orban-und-sein-clan-a-959798.html

  8. socrates
    01. April 2014 20:06

    Wenn man die Proponenten der Meinungshoheit analysiert und nach qui bono fragt, kommen immer die gleichen Mächtigen aus der USA heraus. Sie wollen abkassieren und warenfast schon soweit, umso größer ist der Ärger jetzt.

  9. Aron Sperber (kein Partner)
    01. April 2014 11:20

    Auf den Trümmern einer gescheiterten sozialtechnokratischen EU werden wohl neue alte Staaten entstehen.

    Ungarn ist bereits dort angelangt, wo man vor dem 2. Weltkrieg war.

    Faschismus war im Europa der 30er-Jahre nicht die Ausnahme, sondern die Regel.

    • Lot
      01. April 2014 12:26

      Nach Zeev Sternhell (Hebrew University) ist der "Faschismus" die einzige Ideologie in der Moderne, welcher die Synthese zwischen National und Sozial gelungen ist.

      Zeigt uns Ungarn den richtigen Weg? Im "Standard" von heute macht Hans Rauscher uns darauf aufmerksam, dass viele Parteien in Europa diesem Weg folgen.

    • J.Scheiber (kein Partner)
      02. April 2014 14:16

      Wenn Gott tot ist, gibt es zum Faschismus keine Alternative!

    • Lot
      03. April 2014 07:37

      @Johann Scheiber, 2.04., 12:16

      Für die "Moderne" ist Gott tot!

  10. mischu
    31. März 2014 12:15

    So lange Viktor Orban als demokratisch gewählter, ungarischer Ministerpräsident seinen eingeschlagenen Weg trotz aller internationalen Prügel unbeirrt fortsetzen kann, ist mir um Ungarn nicht bange.

    Ich hoffe nur, daß von diesem Land - wie schon öfters in seiner geschichtlichen Vergangenheit - im Endeffekt auch entscheidende Impulse für ganz Europa und die EU ausgehen.
    Denn genau das fürchtet die politisch korrekt herrschende Nomenklatura.

  11. Komma
    31. März 2014 11:37

    Verehrter Herr Oswald!

    Zu Ihren treffenden Bemerkungen ein paar Hinweise und Anregungen:

    So empfehle ich sehr, die Kritik des ehemaligen Staatsekretärs Paul Craig Roberts an Obamas Rede vor einer Jugendorganisation vom 26. März im Palast der schönen Künste in Brüssel nachzulesen (deutsch!) Die ganze Verlogenheit gegenüber Ungarn, Rußland, Ukraine mit ihrer Berufung auf "universale Werte" wird dann deutlich.

    http://www.mmnews.de/index.php/politik/17688-ww3-weg .

    Wer den Ursprung dieser "Werte" noch näher kommen will, der sollte den Bericht in der Washington Post über die Rede des amerkinaischen Vizepräsidenten Joe Biden zum American Jewish Heritage Month ebenfalls nachlesen. Wir verdanken diese "Werte" nicht dem Christentum, sondern dem "jüdischen Erbe".

    http://www.washingtonpost.com/blogs/post-politics/wp/2013/05/22/biden-jewish-leaders-helped-gay-marriage-succeed/

    Niemand darf es wundern, wenn Orban als Erzfeind der europäischen und "universalen" Perversionen eingestuft wird!

  12. Lot
    31. März 2014 10:54

    Man muß immer wissen, wo der Feind steht. Daher merkt Euch die Namen der Orban-Kritiker: Paul Krugman, Charles Gati, Mark Palmer, Miklós Haraszti, Paul Lendvai, György Konrád, Jean Asselborn, Martin Schulz, Viviane Reding, Guy Verhofstadt, Daniel Cohn-Bendit.

    Im letzten Spectum (DIE PRESSE v. 29. 03) war ein hochinteressanter Artikel von Anton Pelinka: "Die ersten Europäer" (googeln!). Nach Pelinka sind "die Juden die ersten Europäer", denn wer sollte von der Aufhebung der Grenzen, der De-Nationalisierung, dem Abbau der staatlichen Souveränität "mehr begeistert sein als die vaterlandslosen Gesellen, die Juden"?

    Pelinka macht aus der EU geradezu ein "jüdisches Projekt". Er verweist auf Jean Monnet, dessen nach 1945 entworfenes Europa sollte "transnational" werden, "Zielrichtung" auf einen europäischen "Bundestaat" nehmen, "Vielfachidentitäten" (=Multikulti) vermitteln und den Juden eine "Heimat bieten", die ihnen das "das Europa der Nationalstaaten nicht bot". "Die Europäische Union und das Judentum haben einen gemeinsamen Gegner: die Nationalismen. Diese zu zähmen liegt im Interesse der Union und aller Bürgerinnen und Bürger, vor allem aber im Interesse derer, die als Juden punziert sind". Dieses "schrittweise" sich aus der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl über die Römischen Verträge von 1957 zur Europäischen Union von heute" sich entwickelnde Europa "ist das beste Europa", speziell für die, "die vom Europa der Vaterländer brutal zurückgewiesen worden sind".

    Vielleicht lesen manche Leser auch die Kommentare zu Pelinkas Artikel? Sie wissen dann, wie die Österreicher über diesen "perfiden" Altmarxisten und seine Ausführungen zur EU wirklich denken.

  13. Helmut Oswald
    31. März 2014 09:52

    Es ist von unserer politischen Klasse und nachgeschaltetem Medienapparat ja nichts anderes zu erwarten, als die Verbreitung anglo-amerikanischer Weltsichten. Hatte sich die politische Linke jahrzehntelang an Moskau angelehnt, solange auf den orthodoxen Panzerkommunismus noch Verlaß war, so lehnen sich diese geistlosen, angepassten Hochgradpfründner - die in den täglichen Kommentaren auf Internetblogs und den verstaatlichten Zeitungsseiten, die sich ins Netz wagen nachlesen können, wie sehr die Masse der Bevölkerung sie für das, was sie Politik nennen verachten - jetzt halt zwecks Machterhalt an Amerika an. Seit Waldheim erkennbar, für jedermann.

    Amerika duldet kein Abweichlertum vom Internationalismus seiner Konzeption, der uns die Freiheit garantiert, straflos von Betrügern wie Lehman Brothers oder Goldmann und Sachs ausgeplündert zu werden, bei sonstiger öffentlicher Verbrennung durch das Autodafe seiner Medien. Dem erfahrungsgemäß der Würgegriff von Sanktionen und im Falle besonderer Hartnäckigkeit der eines Platzregens von Cruise Missiles folgt. Orban ist schmerzfrei gegenüber den Hauptstrommedien, den Bertelsmann Apologeten von Geschichte und Politik, ihm ist Rupert Murdoch genauso egal, wie der einstige Stalinistenspitzel Lendvai oder kleinkalibrige Medienmanipulatoren vom Schlag eines Armin Wolf.

    Orban funktioniert nicht nach den Regeln der 'internationalen Gemeinschaft'. Orban ist der Ministerpräsident jener Ungarn, die ihn gewählt haben. Und ob er nun etwas Kluges oder etwas Dummes tut (was gelegentlich schon vorkommen mag) - verpflichtet Rechenschaft zu legen ist er nicht irgendwelchen Rating Agenturen oder New Yorker Anwaltskanzleien, sondern dem Volk, das ihn gewählt hat. Gott schütze Ungarn und sein tapferes Volk.

  14. terbuan
    31. März 2014 09:16

    Danke Herrolt vom Odenwald für die Rezension dieses sehr interessanten Buches von Igor Janke über den von mir sehr geschätzten ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán.
    Warum Orbán in Europa und den USA so massiv angegriffen wird ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass er der "internationalen Finanzindustrie" die Stirn geboten hatte. Da bekommt man automatisch ein Problem, das haben schon Andere leidvoll zu spüren bekommen.





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