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Rote Freunde

Vom ORF-Nachrichtensprecher zum SPÖ-Politiker. Keine ungewöhnliche Karriere. Eugen Freund ist nicht der erste Prominente, der vom Staatsfunk in die rote Parteizentrale wechselt. Der personelle Austausch zwischen Küniglberg und Löwelstraße ist seit jeher rege – in beide Richtungen. Eine schlechte alte österreichische Tradition.

Die Liste jener, die für die SPÖ und für den ORF tätig waren und sind, ist lang: Karl Amon, Josef Broukal, Heinrich Keller, Johannes Kunz, Andreas Rudas, Alexander Wrabetz, Gerhard Zeiler oder Helmut Zilk, um nur die bekanntesten Namen zu nennen.

Viele Jahre lang war auch das marode sozialistische Parteiblatt, die Arbeiterzeitung, ideologisches Ausbildungsstätte, Lehrredaktion und Kaderschmiede für den ORF. Von der AZ zum Staatsfunk wechselten etwa Ulrich Brunner, Hans Besenböck, Barbara Coudenhove-Kalergi, Fritz Dittlbacher, Robert Hochner, Franz Kreuzer, Peter Pelinka, Robert Wiesner oder Erich Sokol. Dieser muntere Personalaustausch hatte für den ORF, die SPÖ und nicht zuletzt für den betreffenden Journalisten viele Vorteile. Wer bei der Arbeiterzeitung gegen den Klassenfeind angeschrieben hat, der hat die richtige Gesinnung bereits unter Beweis gestellt. Wer will schon die Katze im Sack kaufen. Die SPÖ konnte und kann so sicher sein, dass die ORF-Berichterstattung stets in ihrem Sinne ist, weil ein Großteil ihrer Leute die ORF-Redaktionen besetzen. Und für die Redakteure hat es sich vor allem finanziell gelohnt.

Eine Win-Win-Win-Situation, außer für die Gebühren- und Steuerzahler. SPÖ und ORF sind eine perfekte Symbiose eingegangen: Linientreue Berichterstattung erfolgt im Tausch gegen Sonderrechte für den ORF und seine Mitarbeiter. Sie verdienen nach wie vor deutlich besser als ihre Kollegen im Privatrundfunk.

Ein „Erfolgsmodell“, das die Geschichte der Zweiten Republik maßgeblich geprägt hat. Die tendenziöse Berichterstattung hatte und hat großen Einfluss auf die Wahlergebnisse und die heimische Parteienlandschaft, zumal die SPÖ dem ORF bis zur Jahrtausendwende die private Rundfunkkonkurrenz erfolgreich vom Hals gehalten hat. In keinem anderen demokratischen Staat gab es so lange ein Rundfunkmonopol. Davon haben beide Seiten profitiert. Dass dieser medienpolitische Zustand menschrechtswidrig war, wie der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte 1993 festgestellt hat, hatte weder die SPÖ noch den ORF sonderlich gestört.

Die Zusammenarbeit zwischen ORF und SPÖ lief und läuft wie geschmiert, daran haben auch die privaten Sender nicht viel geändert. Man ist schließlich unter Freunden. SPÖ-Kritisches ist so gut wie nie im ORF zu sehen oder zu hören. Und wenn es doch mal passiert, dann laufen die Telefone zwischen Löwelstraße und Küniglberg heiß. In schlechter Erinnerung ist etwa jener Fall, als 1999 Fritz Dittlbacher auf Zuruf aus der SPÖ-Zentrale einen für Bundeskanzler Viktor Klima unangenehmen Beitrag kürzen lassen haben soll. Der Schere sollen genau jene acht Sekunden zum Opfer gefallen sein, in denen der ORF-Redakteur Jan Klima, den Sohn des Bundeskanzlers, in Zusammenhang mit der Euroteam-Affaire erwähnt hatte.

Solche Schwierigkeiten hat Freund der SPÖ nie bereitet. Er hat immer brav berichtet und nie irgendwelche Anflüge von Objektivität oder Unabhängigkeit gezeigt. Wer jahrelang so treue Dienste leistet, dem verzeiht man auch die immer wieder etwas holprigen Moderationen. Auch im neuen Job agiert Freund alles andere als souverän. Er stolpert von Fettnapf zu Fettnapf. Bisheriger Höhepunkt: Der EU-Spitzenkandidat der SPÖ weiß nicht, was ein heimischer Arbeiter so verdient. Im Profil-Interview schätzt er das durchschnittliche Gehalt auf 3.000 Euro, was um schlappe 1.000 Euro zu viel ist. Seine Unwissenheit versucht Freund durch Überheblichkeit zu kompensieren: „In Amerika werden mit Gesichtern wie meinem Autobusse plakatiert, um für den Fernsehsender zu werben. Sage ich in aller Bescheidenheit.“ Man staunt.

Ebenfalls amüsant und aufschlussreich ist jene Stelle im Profil-Interview, wo Freund so tut, als ob er ORF-Kollegin Barbara Karlich nicht kennen würde: „Wenn die (Sozialdemokraten) nur ein prominentes Fernsehgesicht wollen würden, hätten sie auch die – wie heißt die Burgenländerin, die diese Diskussionen am Nachmittag macht?“ Freund bedient sich dabei einer vor allem in Österreich sehr beliebten Strategie: Man definiert sich und seinen Status in der Gesellschaft nicht darüber was man weiß, liest oder macht, sondern darüber was man nicht weiß, liest oder macht. Das ist viel einfacher und bequemer.

Inhaltlich ist von Freund, außer Standardfloskeln und Worthülsen, bisher nicht viel gekommen. Das verlangt aber auch niemand, zumindest nicht in der SPÖ. Die Sozialdemokraten brauchen Freund ohnehin nur, um die Pensionisten für die EU-Wahl zu mobilisieren. Denn der durchschnittliche ZiB1-Seher hat seinen sechzigsten Geburtstag bereits lange hinter sich. Diese Zielgruppe sitzt noch brav jeden Tag um 19:30 vor dem Fernseher, für sie gehört der etwas steife Freund quasi zur Familie. Das soll sich bei der EU-Wahl für die SPÖ lohnen, so das nicht gerade schwer zu durchschauende Kalkül der roten Parteistrategen. Und es dürfte aufgehen. Laut einer Umfrage im Auftrag des Boulevardblattes Österreich können sich 61 Prozent der Pensionisten vorstellen, ihre Stimme Freund zu geben.

Darum ist es auch gut, dass der Neo-Politiker bisher fast ausschließlich über seinen neuen Job, seine Familie, seine Befindlichkeiten und seine Wohnung plaudert. So kann er weitere Peinlichkeiten vermeiden und sich ein ähnliches Schicksal wie Frank Stronach ersparen. Es ist deshalb auch folgerichtig, dass Spitzenkandidat Freund die SPÖ-Delegationsleitung in Brüssel nicht übernehmen möchte.

Doch Eugen Freund gehört zu einer aussterbenden Spezies. Die Zeiten, als man sein Gesicht nur lange genug in eine ORF-Kamera halten musste, um ein „Star“ zu werden, gehen langsam zu Ende. Der ORF verliert von Jahr zu Jahr Marktanteile an die private Konkurrenz. Auch das Image und die Glaubwürdigkeit sind schon etwas angekratzt. Vor allem bei den Jungen spielen der Staatsfunk im Allgemeinen und seine Informationssendungen im Besonderen praktisch keine Rolle mehr. Die Außenwirkung des ORF nimmt stetig ab. Damit wird er auch für die SPÖ zusehends unwichtiger und problematischer.

Die Jungen können via Staatsfunk nicht mehr erreicht und beeinflusst werden. Die SPÖ-Wahlergebnisse in dieser Zielgruppe zeigen deutlich, dass die Sozialdemokraten bisher noch keine funktionierende Alternative zu ihrem staatlichen Propagandainstrument gefunden haben. Auch für die Staatsfunker ist die Lage nicht einfach. Die symbiotische Beziehung zwischen ORF und SPÖ droht dank stetig sinkender Quoten in eine parasitäre zu kippen. Wenn der ineffiziente und teure ORF immer weniger Bürger (sprich Wähler) erreicht, dann wird er auch für die SPÖ zunehmend zur Belastung. Schließlich sind die hohen Rundfunkgebühren in der Bevölkerung nicht gerade populär. Der Erfolg von Eugen Freund bei der EU-Wahl ist deshalb auch für den ORF nicht ganz unwichtig.

Von Werner Reichel ist 2012 das Buch „Die roten Meinungsmacher – SPÖ-Rundfunkpolitik von 1945 bis heute“ im Deutschen Wissenschafts-Verlag erschienen.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatormischu
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Januar 2014 12:08

    Vielen Dank für ein weiteres Aufdecken der vielen unheilvollen Verflechtungen und Mißstände in unserem Land.

    Die Genossen tragen ihr Lebensmotto schon im Gruß vor sich her:

    "Freund(erlwirt)schaft"

    Da kommt der ORF-Eugen durchaus gelegen und fügt sich nahtlos ein!

  2. Ausgezeichneter KommentatorGerhard Pascher
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Januar 2014 10:13

    Wieder eine sehr schöne, aber kritische Analyse des ORF-Kenners Werner Reichel. Und wieder auch eine Bestätigung, dass die SPÖ gegenüber der ÖVP die besseren Parteistrategen hat, für sie wichtige Leute im ORF unterzubringen. Natürlich sind die entscheidenden Leute beim ORF (Vorstand und Aufsichtsgremien) meist Richtung links gerichtet, daher werden auch Personalentscheidungen aus dieser Richtung bevorzugt.

    Wenn Herr Reichel aber schreibt: "Der ORF verliert von Jahr zu Jahr Marktanteile an die private Konkurrenz", dann muss man neben dem Prozentsatz auch die absolute Zuhörer-/seherzahl berücksichtigen. Diese ist tatsächlich rückläufig, denn viele Leute beschäftigen sich in ihrer Freizeit mit anderen elektronischen Geräten, wie Internet, Spiele, Filme auf Abruf, SMS, MP3-Musik, Facebook, Twitter oder das neue WhatsApp, was sogar den beiden zuletzt genannten sozialen Netzwerken weltweit schon Millionen von bisherigen Nutzern wegnimmt. Das Fernsehen in seiner klassischen Form wird ohnehin bald mit anderen Medien verschmelzen und alles dann auch mit einem einzigen Gerät (ggfs. mit zusätzlicher bluetooth-basierter Displaybrille) konsumiert. Die Pensionisten wird man weiterhin mit Boulevardzeitungen und Patschenkino erreichen, aber für die jüngeren Leute müssen sich die sozialdemokratischen Parteistrategen neue Wege einfallen lassen.

    Die beiden ORF-Aufsichtsgremien sind eigentlich ein Witz, denn das wirkliche Sagen haben dort nicht die Gebührenzahler, sondern vielmehr die Parteienvertreter und parteigefärbten Betriebsräte, daher wird sich eigentlich nie etwas ändern. Siehe auch den heutigen Artikel im STANDARD: http://derstandard.at/1389858052897/ORF-Gremien-koennten-erst-einmal-wachsen

  3. Ausgezeichneter KommentatorHerby
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Januar 2014 11:21

    Wieder eine gewohnt fundierte Analyse des österreichischen Medienkenners Werner Reichel!

    Solche Einblicke - ein bißchen hinter die grellen Kulissen des Mediengeschehens - sind höchst wichtig.

  4. Ausgezeichneter KommentatorFranzAnton
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Januar 2014 08:43

    Jaja, die Menschen sind zwar von der Evolution motiviert, Erfolg anzustreben; gleichzeitig tendieren sie aber dazu, die Evolution dort auszuschalten, wo sie ihnen mühsame Konkurrenz zu machen droht. Daher werden in Diktaturen Oppositionspolitiker inhaftiert, gefoltert oder, einfachkeitshalber, gleich abgemurkst. Assad etwa führt letzteres aktuell bei seinem halben Volk durch.
    Da sind unsere Politgrößen ja um Lichtjahre humaner; sie "motivieren" Rundfunkreporter bloß, grundsätzlich nur Parteiinteresse - konform zu berichten, was denen im Lauf der Zeit problemlos, quasi per ständiger, selbstinduzierter Gehirnwäsche, in Fleisch und Blut übergeht; und der evolutionär unverzichtbare Widerspruchsgeit ist für's Erste einmal lahmgelegt. Die Evolution läßt sich aber auf Dauer nicht austricksen; sie ist viel, viel zu klug dazu, und hat ihr Handwerk während Jahrmilliarden perfektioniert; an Gott Glaubende meinen, er selber habe die Evolutionsmethode implementiert. Der UDSSR - Kommunismus etwa ist genau daran zu Grunde gegangen, daß er ein evolutionäres Gegengewicht zur KP nicht zuließ; der kubanische wird's bald auch tun, und der ORF sowie die machtgierigen Parteizentralen werden ebenfalls eher früher als später absandeln; hoffentlich noch rechtzeitig, ehe gewaltiger volkswirtschaftlicher Schaden sich breitmacht.

  5. Ausgezeichneter KommentatorWertkonservativer
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Januar 2014 13:11

    Kurz zur Zielgruppe "Pensionisten:

    auch meine liebe Frau und ich (knappe 81) sitzen täglich präzise 19,30 Uhr vor dem Bildschirm: allerdings nicht, um den guten Herrn Freund oder die schöne Frau Bernhard zu sehen, sondern um die Weltnachrichten zu verfolgen. That's it!

    Die 22-Uhr-Nachrichten sind für uns kein Thema, da wir uns da schon zum Schlafen richten! Aber das hat auch zusätzlich etwas Gutes: wir ersparen uns den Oberroten Armin Wolf!!!!

    (mail to: gerhard@michler.at)

  6. Ausgezeichneter KommentatorWaltraut Kupf
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Januar 2014 13:09

    Werner Reichels Befund ist wieder pointiert dargestellt und gibt kurzfristig Anlaß zu Pessimismus, was insoferne gut ist, als man schleunigst über Auswege (falls es sie gibt) nachdenken sollte. Dazu wäre erforderlich zu erkennen, daß neue Wege beschritten werden müßten, beginnend schon einmal beim Über-Bord-Werfen der alten Terminologie, die lediglich reflexartig-normierte Reaktionen ohne Effekt provoziert. Bevor man eine tragfähige neue Ideologie zuwege bringt (was lange dauern kann, und wer sind dann überhaupt die damit befaßten Gremien?) müßte man pragmatisch vorgehen und in einer dem politischen Establishment abholden Partei (das ist eigentlich nur die FPÖ und der allseits abfällig belächelte Stronach, keineswegs etwa die Neos, und die Grünen schon gar nicht) einen zugkräftigen Kandidaten nach Brüssel schicken. Die ÖVP (wie eine alte Ehefrau ständig gegen die SPÖ grummelnd, jedoch sie im Ernstfall innig umschlingend) unterstützt zwar intern Karas, der Rest der Welt hält sein Wirken aber für mehr oder weniger kontraproduktiv. Bei der FPÖ ist das Problem, daß Mölzer fleißig mit allen Berufsinternationalisten schon am gemeinsamen europäischen Heer bastelt, keine „Rechts“-Fraktion zustande gebracht hat und eigentlich – trotz gegenteiliger Lippenbekenntnisse – an einem Strang mit jenen Leuten zieht, die das allgemeine Schlamassel erzeugt haben und noch fördern. Nun hat man ihm zwar Vilimsky zur Seite gestellt, der ist zwar wohl durchschlagskräftig, man muß aber auch erst sehen, in welcher Richtung. Das Schlimmste ist, daß sich die FPÖ hinsichtlich EU oder nicht-EU nicht einig ist und Strache, der wahrscheinlich selbst nicht weiß was er will, irgendwie herumlaviert und auf diese Art eine Maximierung der Stimmen zu erzielen trachtet, womit aber auch im Erfolgsfall nicht unbedingt etwas gewonnen wäre. Stronach, der im Grunde viel EU-kritischer ist (oder war) als die FPÖ, hat einigen Blödsinn verzapft, hat aber den anderen Kandidaten die Wirtschaftskompetenz voraus und die Authentizität, die allen anderen völlig abgeht. In dieser Öde des Coachens und Gecoachtwerdens war das geradezu ein Labsal. Kathrin Nachbauer (und wohl auch noch zwei oder drei andere) scheinen mir sehr gut zu sein, sie sitzen vorerst einmal im Parlament und könnten durchaus etwas Vernünftiges leisten. Vielleicht war es überhaupt der Zweck von Stronachs Intitiative, mittels einer Geldspritze ein paar Leute ins Parlament zu bringen, ohne daß er sich (wohl aus Altersgründen) persönlich sonderlich profilieren wollte. Leider ist er für meinen Geschmack zu amerikafreundlich, was letztlich auch EU-Freundlichkeit bedeutet, da diese ja von Amerika als Satellit auf dem Kontinent benützt wird, trotz einiger Scheinkontroversen. Stadlers von der Christenpartei unterstütze Truppe wäre in der Theorie für mich maßgeschneidert, in der Praxis sind die linientreuen Katholiken aber ein zu kleines Wählerpotential, als daß man sich viel davon erhoffen könnte. Auch haben diese teilweise nicht verstanden, daß die EU (vereinfacht und drastisch ausgedrückt) ein Werk des Antichrist ist, was unschwer an deren Zielen zu erkennen ist. Zurück zur Kandidatenaufstellung und den Medien: Medien wie „Unzensuriert“ einschließlich FPÖ-TV wären zumindest ein Gegengewicht, sollten aber auch einen Fernsehkanal haben. Wahrscheinlich ist das unfinanzierbar. Oder sollte es doch einen Weg geben? Vielleicht fällt irgendwem etwas ein.

  7. Ausgezeichneter Kommentatorrueckkehrer
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Januar 2014 16:51

    Sein jüngst erschienenes Buch Tod eines Landeshauptmannes reflektiert wahrscheinlich auch seine Persoenlichkei. Mir stach der Titel ins Auge, deshalb kaufte ich es. Meine Meinung darüber? Ich habe noch nie so etwas skurriles gelesen, jede Seite war eine Qual zum Lesen, mich wundert es, dass ich es bis zum Ende geschafft habe. Einige Druck Fehler, Iraner wurden zu den Arabern gezählt (was man von einem so bekannten Auslands Journalisten nicht erwarten soll), auch den Unterton des Buches finde ich etwas rar.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorrueckkehrer
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    25. Januar 2014 16:51

    Sein jüngst erschienenes Buch Tod eines Landeshauptmannes reflektiert wahrscheinlich auch seine Persoenlichkei. Mir stach der Titel ins Auge, deshalb kaufte ich es. Meine Meinung darüber? Ich habe noch nie so etwas skurriles gelesen, jede Seite war eine Qual zum Lesen, mich wundert es, dass ich es bis zum Ende geschafft habe. Einige Druck Fehler, Iraner wurden zu den Arabern gezählt (was man von einem so bekannten Auslands Journalisten nicht erwarten soll), auch den Unterton des Buches finde ich etwas rar.


alle Kommentare

  1. Le Monde
    25. Januar 2014 23:41

    Sehr geehrter Herr Reichel!

    Wie immer, ein exzellenter Kommentar! Das noch wirklich "freie" Medium ist das Internet, welches aber von der EU abwärts auch schon in Gefahr ist. Nimmt man den rot-grünen Propagandafunk ORF und die angeschlossene gleichgeschaltete politisch korrekte Printjournaille (also alle!), dann müssen diese Leute ja schon beim Verzweifeln sein, denn trotz aller Propaganda und Nichtberichterstattung (durch Bestechungsgelder erkauft) gibt es immer noch keine rot-grüne Mehrheit. Der Wunsch dieser Klasse ist aber eine solche.

    Das macht mich letztlich doch zuversichtlich, denn auch ich habe aufgehört, mich von den Radio- und Fernsehsendungen (allen voran das links-kommunistische Radio Ö1, welches vom ORF noch frech als "Flaggschiff" verkauft wird) beeinflussen zu lassen. Vielmehr zahle ich zwar noch die Zwangsvergewaltigungsgebühren an den Staatsfunk, aber die ABOs der Tageszeitungen habe ich bereits storniert. Der ORF wird nahezu in unserem Haushalt nicht mehr konsumiert. Würden in Österreich nicht Unsummen an Bestechungsgeldern an die Printmedien fließen, wäre auch in diesem Land ein Zeitungssterben - wie in den USA und anderen Ländern - im Gang. De Jungen abonnieren in der Regel keine Zeitungen mehr. Uns haben die Journalisten das Zeitungslesen zerstört. Noch nie war die Diskrepanz zwischen öffentlicher und veröffentlichte Meinung so groß!

  2. rueckkehrer (kein Partner)
    25. Januar 2014 16:51

    Sein jüngst erschienenes Buch Tod eines Landeshauptmannes reflektiert wahrscheinlich auch seine Persoenlichkei. Mir stach der Titel ins Auge, deshalb kaufte ich es. Meine Meinung darüber? Ich habe noch nie so etwas skurriles gelesen, jede Seite war eine Qual zum Lesen, mich wundert es, dass ich es bis zum Ende geschafft habe. Einige Druck Fehler, Iraner wurden zu den Arabern gezählt (was man von einem so bekannten Auslands Journalisten nicht erwarten soll), auch den Unterton des Buches finde ich etwas rar.

  3. Wertkonservativer
    24. Januar 2014 13:11

    Kurz zur Zielgruppe "Pensionisten:

    auch meine liebe Frau und ich (knappe 81) sitzen täglich präzise 19,30 Uhr vor dem Bildschirm: allerdings nicht, um den guten Herrn Freund oder die schöne Frau Bernhard zu sehen, sondern um die Weltnachrichten zu verfolgen. That's it!

    Die 22-Uhr-Nachrichten sind für uns kein Thema, da wir uns da schon zum Schlafen richten! Aber das hat auch zusätzlich etwas Gutes: wir ersparen uns den Oberroten Armin Wolf!!!!

    (mail to: gerhard@michler.at)

    • Gerhard Pascher
      24. Januar 2014 16:13

      Geehrter Wertkonservativer,
      wenn Sie regelmäßig die ZIB um 19,30 Uhr verfolgen, dann besteht grundsätzlich die Gefahr, dass Sie und Ihre liebe Frau langfristig und ohne es zu merken (!) "manipuliert" werden. Ich hoffe aber doch, dass sie erstens genügend klug sind, die Meldungen immer kritisch zu hinterfragen und auch andere Quellen zur Nachrichtenbeschaffung zur Verfügung haben.
      Ich hatte vor einigen Jahren im Rahmen einer exklusiven Betriebsführung am Küniglberg die Möglichkeit, mit einem leitenden ZIB-Redakteur näheres über die Auswahl der enorm vielen täglich hereinkommenden Meldungen und Filmberichte zu erfahren. Für mich war es haarsträubend, welche Kriterien dabei angewandt werden. Ich finde überhaupt die Doppelconférence ein Greuel, welche sich nur der reiche ORF leisten kann.
      Trotzdem wünsche ich Ihnen beiden weiterhin viel Spaß mit dem ORF.

    • Wertkonservativer
      24. Januar 2014 20:05

      Lieber Gerhard Pascher,

      danke für Ihre wie immer freundschaftlich unterfütterten Zeilen.

      Nun, Sie können mir schon zutrauen, dass ich die beim ORF natürlich vorkommenden "falschen Töne" aus dem sonst normalen Neuigkeiten-Mix herausfiltern kann! Ich verfolge die ORF-Nachrichten allein schon aus dem Grund, um eben die manchmal manipulierten und einseitigen Berichte orten und als "bedenklich" einordnen zu können.
      Nur wer die Schliche und Machloikes seiner Gegner kennt, kann sie bewerten und bekämpfen!
      Wegschauen, boykottieren, und "Kopf in den Sand"-Stecken ist nmA. hier kontraproduktiv!

      Soviel zu meinen Sehgewohnheiten am Nachrichten-Sektor!

      Liebe Grüße,

      Gerhard Michler

      (mail to: gerhard@michler.at)

  4. Waltraut Kupf
    24. Januar 2014 13:09

    Werner Reichels Befund ist wieder pointiert dargestellt und gibt kurzfristig Anlaß zu Pessimismus, was insoferne gut ist, als man schleunigst über Auswege (falls es sie gibt) nachdenken sollte. Dazu wäre erforderlich zu erkennen, daß neue Wege beschritten werden müßten, beginnend schon einmal beim Über-Bord-Werfen der alten Terminologie, die lediglich reflexartig-normierte Reaktionen ohne Effekt provoziert. Bevor man eine tragfähige neue Ideologie zuwege bringt (was lange dauern kann, und wer sind dann überhaupt die damit befaßten Gremien?) müßte man pragmatisch vorgehen und in einer dem politischen Establishment abholden Partei (das ist eigentlich nur die FPÖ und der allseits abfällig belächelte Stronach, keineswegs etwa die Neos, und die Grünen schon gar nicht) einen zugkräftigen Kandidaten nach Brüssel schicken. Die ÖVP (wie eine alte Ehefrau ständig gegen die SPÖ grummelnd, jedoch sie im Ernstfall innig umschlingend) unterstützt zwar intern Karas, der Rest der Welt hält sein Wirken aber für mehr oder weniger kontraproduktiv. Bei der FPÖ ist das Problem, daß Mölzer fleißig mit allen Berufsinternationalisten schon am gemeinsamen europäischen Heer bastelt, keine „Rechts“-Fraktion zustande gebracht hat und eigentlich – trotz gegenteiliger Lippenbekenntnisse – an einem Strang mit jenen Leuten zieht, die das allgemeine Schlamassel erzeugt haben und noch fördern. Nun hat man ihm zwar Vilimsky zur Seite gestellt, der ist zwar wohl durchschlagskräftig, man muß aber auch erst sehen, in welcher Richtung. Das Schlimmste ist, daß sich die FPÖ hinsichtlich EU oder nicht-EU nicht einig ist und Strache, der wahrscheinlich selbst nicht weiß was er will, irgendwie herumlaviert und auf diese Art eine Maximierung der Stimmen zu erzielen trachtet, womit aber auch im Erfolgsfall nicht unbedingt etwas gewonnen wäre. Stronach, der im Grunde viel EU-kritischer ist (oder war) als die FPÖ, hat einigen Blödsinn verzapft, hat aber den anderen Kandidaten die Wirtschaftskompetenz voraus und die Authentizität, die allen anderen völlig abgeht. In dieser Öde des Coachens und Gecoachtwerdens war das geradezu ein Labsal. Kathrin Nachbauer (und wohl auch noch zwei oder drei andere) scheinen mir sehr gut zu sein, sie sitzen vorerst einmal im Parlament und könnten durchaus etwas Vernünftiges leisten. Vielleicht war es überhaupt der Zweck von Stronachs Intitiative, mittels einer Geldspritze ein paar Leute ins Parlament zu bringen, ohne daß er sich (wohl aus Altersgründen) persönlich sonderlich profilieren wollte. Leider ist er für meinen Geschmack zu amerikafreundlich, was letztlich auch EU-Freundlichkeit bedeutet, da diese ja von Amerika als Satellit auf dem Kontinent benützt wird, trotz einiger Scheinkontroversen. Stadlers von der Christenpartei unterstütze Truppe wäre in der Theorie für mich maßgeschneidert, in der Praxis sind die linientreuen Katholiken aber ein zu kleines Wählerpotential, als daß man sich viel davon erhoffen könnte. Auch haben diese teilweise nicht verstanden, daß die EU (vereinfacht und drastisch ausgedrückt) ein Werk des Antichrist ist, was unschwer an deren Zielen zu erkennen ist. Zurück zur Kandidatenaufstellung und den Medien: Medien wie „Unzensuriert“ einschließlich FPÖ-TV wären zumindest ein Gegengewicht, sollten aber auch einen Fernsehkanal haben. Wahrscheinlich ist das unfinanzierbar. Oder sollte es doch einen Weg geben? Vielleicht fällt irgendwem etwas ein.

  5. mischu
    24. Januar 2014 12:08

    Vielen Dank für ein weiteres Aufdecken der vielen unheilvollen Verflechtungen und Mißstände in unserem Land.

    Die Genossen tragen ihr Lebensmotto schon im Gruß vor sich her:

    "Freund(erlwirt)schaft"

    Da kommt der ORF-Eugen durchaus gelegen und fügt sich nahtlos ein!

  6. Herby
    24. Januar 2014 11:21

    Wieder eine gewohnt fundierte Analyse des österreichischen Medienkenners Werner Reichel!

    Solche Einblicke - ein bißchen hinter die grellen Kulissen des Mediengeschehens - sind höchst wichtig.

  7. Gerhard Pascher
    24. Januar 2014 10:13

    Wieder eine sehr schöne, aber kritische Analyse des ORF-Kenners Werner Reichel. Und wieder auch eine Bestätigung, dass die SPÖ gegenüber der ÖVP die besseren Parteistrategen hat, für sie wichtige Leute im ORF unterzubringen. Natürlich sind die entscheidenden Leute beim ORF (Vorstand und Aufsichtsgremien) meist Richtung links gerichtet, daher werden auch Personalentscheidungen aus dieser Richtung bevorzugt.

    Wenn Herr Reichel aber schreibt: "Der ORF verliert von Jahr zu Jahr Marktanteile an die private Konkurrenz", dann muss man neben dem Prozentsatz auch die absolute Zuhörer-/seherzahl berücksichtigen. Diese ist tatsächlich rückläufig, denn viele Leute beschäftigen sich in ihrer Freizeit mit anderen elektronischen Geräten, wie Internet, Spiele, Filme auf Abruf, SMS, MP3-Musik, Facebook, Twitter oder das neue WhatsApp, was sogar den beiden zuletzt genannten sozialen Netzwerken weltweit schon Millionen von bisherigen Nutzern wegnimmt. Das Fernsehen in seiner klassischen Form wird ohnehin bald mit anderen Medien verschmelzen und alles dann auch mit einem einzigen Gerät (ggfs. mit zusätzlicher bluetooth-basierter Displaybrille) konsumiert. Die Pensionisten wird man weiterhin mit Boulevardzeitungen und Patschenkino erreichen, aber für die jüngeren Leute müssen sich die sozialdemokratischen Parteistrategen neue Wege einfallen lassen.

    Die beiden ORF-Aufsichtsgremien sind eigentlich ein Witz, denn das wirkliche Sagen haben dort nicht die Gebührenzahler, sondern vielmehr die Parteienvertreter und parteigefärbten Betriebsräte, daher wird sich eigentlich nie etwas ändern. Siehe auch den heutigen Artikel im STANDARD: http://derstandard.at/1389858052897/ORF-Gremien-koennten-erst-einmal-wachsen

  8. FranzAnton
    24. Januar 2014 08:43

    Jaja, die Menschen sind zwar von der Evolution motiviert, Erfolg anzustreben; gleichzeitig tendieren sie aber dazu, die Evolution dort auszuschalten, wo sie ihnen mühsame Konkurrenz zu machen droht. Daher werden in Diktaturen Oppositionspolitiker inhaftiert, gefoltert oder, einfachkeitshalber, gleich abgemurkst. Assad etwa führt letzteres aktuell bei seinem halben Volk durch.
    Da sind unsere Politgrößen ja um Lichtjahre humaner; sie "motivieren" Rundfunkreporter bloß, grundsätzlich nur Parteiinteresse - konform zu berichten, was denen im Lauf der Zeit problemlos, quasi per ständiger, selbstinduzierter Gehirnwäsche, in Fleisch und Blut übergeht; und der evolutionär unverzichtbare Widerspruchsgeit ist für's Erste einmal lahmgelegt. Die Evolution läßt sich aber auf Dauer nicht austricksen; sie ist viel, viel zu klug dazu, und hat ihr Handwerk während Jahrmilliarden perfektioniert; an Gott Glaubende meinen, er selber habe die Evolutionsmethode implementiert. Der UDSSR - Kommunismus etwa ist genau daran zu Grunde gegangen, daß er ein evolutionäres Gegengewicht zur KP nicht zuließ; der kubanische wird's bald auch tun, und der ORF sowie die machtgierigen Parteizentralen werden ebenfalls eher früher als später absandeln; hoffentlich noch rechtzeitig, ehe gewaltiger volkswirtschaftlicher Schaden sich breitmacht.

    • Waltraut Kupf
      24. Januar 2014 23:17

      Weil Sie Assad und dessen Abmurksen der halben Bevölkerung erwähnen: dem Vernehmen nach herrschte unter Assad Toleranz zumindest gegenüber den Christen, während es die teilweise von Amerika bezahlten und von den westlichen Medien einhellig unterstützten Rebellen sind, welche die Christen "abmurksen". Widerspruchsgeist, der sich diffus ohne konkretes Ziel artikuliert (wie man z.B. in Ägypten sehen konnte und bald auch in der Ukraine sehen wird) bzw. nur im Auge hat, die Staatsspitze zu beseitigen ohne ein Konzept, was nun an deren Stelle treten soll, ist an sich noch kein Wert und führt zu nichts.





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