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Buchrezension: Die optimale Währung für Europa?

Nur selten lohnt es sich, ein unter dem Eindruck aktueller Ereignisse geschriebenes Buch zwei Jahre nach seiner Veröffentlichung zu lesen. Die Halbwertszeit vieler solcher Publikationen ist nämlich nur allzu kurz. Kaum geschrieben – schon von der Entwicklung überholt. Ganz anders das vorliegende, von Peter Altmiks vom Liberalen Institut der Friedrich-Naumann-Stiftung herausgegebene Werk zur „optimalen Währung für Europa“. Im Angesicht der von einem Höhepunkt zum nächsten eilenden Verschuldungskrise im Jahr 2011 veröffentlicht, haben die darin enthaltenen Analysen bis dato nichts von ihrer Gültigkeit verloren.

Der Untertitel „Segen oder Fluch des Euro“ bringt den Inhalt des Buches auf den Punkt. Die fünf Autoren sind – wie der ehemalige EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark – allesamt hochkarätige Fachleute aus dem Finanzbereich. Weitgehend einig sind sich die Herren bei der Beurteilung der aktuellen Krise als einer Schulden- nicht aber einer Währungskrise. Die Gemeinschaftswährung trifft nach ihrer Meinung keine Schuld an den ständig weiter eskalierenden Problemen der Gemeinschaft.

Nur in einem Beitrag, nämlich dem von Pascal Salin, der von 1994 bis 1996 als Präsident der Mont-Pèlerin-Gesellschaft fungiert hat, wird für eine „marktwirtschaftliche Geldordnung“ unter den Bedingungen eines Währungswettbewerbs plädiert. In den übrigen konzentriert sich die kritische Analyse vorwiegend auf eine nicht ausreichend gründliche Vorbereitung der Währungsunion, sowie auf eine Serie eklatanter Vertragsbrüche, wie etwa die Nichteinhaltung der „Maastrichtkriterien“ im Hinblick auf die zulässige Höhe der Staatsverschuldung und die Übertretung des „No-Bailout-Principle“ nach Artikel 125 des Vertrages zur Arbeitsweise der EU. Die grundsätzlich unterschiedlichen Perspektiven von Deutschen und Franzosen (erstere messen der finanzpolitischen Autonomie der einzelnen Volkswirtschaften große Bedeutung bei, während letzteren eine zentral steuernde „Wirtschaftsregierung“ mit unbeschränkten Durchgriffsrechten vorschwebt), hätten von Beginn an für schwer überbrückbare Spannungen gesorgt.

Obwohl es durchaus vertragkonforme Möglichkeiten gegeben hätte, aus dem Ruder laufende Entwicklungen in einigen Ländern der Währungsunion abzustellen, seien diese – aus Gründen kurzsichtiger politischer Opportunität – nicht zur Anwendung gekommen. Das Hauptmotiv zur Einführung der Gemeinschaftswährung sei der Wunsch der politischen Eliten nach einer politischen Integration gewesen, obgleich es einen empirischen Beweis für die „friedensstiftende Wirkung“ eine Gemeinschaftswährung bis heute nicht gibt. Die mahnenden Stimmen der „Euroskeptiker“ („Der Euro kommt zu früh“ – Manifest von 155 Wirtschaftswissenschaftlern anno 1998) wurden einfach nicht gehört…

Die optimale Währung für Europa?
Segen und Fluch des Euro
Peter Altmiks (Herausgeber)
Olzog-Verlag 2011
138 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-7892-8333-8
€ 24,90,-

Andreas Tögel, Jahrgang 1957, ist Kaufmann in Wien.

 

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorplusminus
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    28. August 2013 13:38

    "Politische Eliten", die nicht auf Erkenntnisse einer Vielzahl von Wirtschaftswissenschaftler reagieren, verdienen diese Bezeichnung nicht.
    Das sind eher politisch ELENDE, die uns ein nunmehr währungspolitisches Elend eingebrockt haben.

  2. Ausgezeichneter Kommentatorterbuan
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    29. August 2013 21:55

    So wie bei einer Schulklasse, in die man zu einigen Vorzugsschülern eine Reihe von Minderbegabten hineinsetzt, hat der Euro nicht zu einer "friedensstiftenden" Integration geführt, sondern zu Neid und Misstrauen unter den "Schülern" geführt.
    Man hat das Gegenteil erreicht und die Befürchtung ist nicht von der Hand zu weisen, dass dies vorsätzlich so gewollt war!

  3. Ausgezeichneter KommentatorZraxl
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    29. August 2013 10:42

    Wenn, wenn, wenn...

    Es gilt der Primat der Politik, weil diese über die Machtmittel verfügt. Was zählt ein Versprechen, eine Vereinbarung, ein Vertrag in der Politik? Nichts!

    Die Vorstellung von einer gemeinsamen stabilen Währung war ein romantisches Trugbild.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorZraxl
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    29. August 2013 10:42

    Wenn, wenn, wenn...

    Es gilt der Primat der Politik, weil diese über die Machtmittel verfügt. Was zählt ein Versprechen, eine Vereinbarung, ein Vertrag in der Politik? Nichts!

    Die Vorstellung von einer gemeinsamen stabilen Währung war ein romantisches Trugbild.


alle Kommentare

  1. Gracyn (kein Partner)
    08. Februar 2015 12:50

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  2. Nur (kein Partner)
  3. Andhi (kein Partner)
    21. Januar 2015 00:49

    That's an inneigous way of thinking about it.

  4. Viavivccnouna (kein Partner)
    19. Januar 2015 11:03

    Is that really all there is to it because that'd be flrggeabastinb.

  5. F.v. (kein Partner)
    04. September 2013 08:59

    Dr. Jens Weidmann Präsident der Deutschen Bundesbank
    Eine neue alte Debatte - das Ringen um einen stabilen Rahmen für die Währungsunion
    Rede bei der Botschafterkonferenz 2013
    ? 1 Einleitung
    ? 2 Neue Probleme, alte Fragen
    ? 3 Die Schwachstellen des ursprünglichen Rahmens
    ? 4 Das neue Haus der Währungsunion
    ? 5 Die Rolle der Geldpolitik
    ? 6 Fazit
    http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Reden/2013/2013_08_26_weidmann.html

    Eine sehr informative und nüchterne Betrachtung dessen, was not täte.

  6. terbuan
    29. August 2013 21:55

    So wie bei einer Schulklasse, in die man zu einigen Vorzugsschülern eine Reihe von Minderbegabten hineinsetzt, hat der Euro nicht zu einer "friedensstiftenden" Integration geführt, sondern zu Neid und Misstrauen unter den "Schülern" geführt.
    Man hat das Gegenteil erreicht und die Befürchtung ist nicht von der Hand zu weisen, dass dies vorsätzlich so gewollt war!

    • Haider
      31. August 2013 00:12

      Hoffentlich haben sie nicht recht, daß dies vorsätzlich gewollt war. Ich traue den Tätern auch den dafür nötigen itelektuellen Weitblick nicht wirklich zu. Die Malaise beruht eher auf ideologischer Dummheit/Verbortheit; eben dem Anforderungsprofil für Regierungspolitiker.

    • F.V. (kein Partner)
      31. August 2013 11:25

      Leider hat terbuan doch recht: es war Absicht.

      Der wirtschaftliche Wiederaufbau Deutschlands nach der völligen Zertrümmerung des Landes war in der Tat ein Wunder. Und die DM das Machtmittel eines machtlosen Staates.

      Es ist ja bekannt, daß die Teil-Wiedervereinigung nur gegen den erbitterten Widerstand der Engländer und Franzosen erfolgte, wahrscheinlich auch der Amerikaner, die jedenfalls dafür sorgten, daß Deutschland zwischen Frankreich (dem man die Kontrolle der BRDDR nicht mehr zutraute) und Polen quasi "eingebettet" würde, und daß ihnen die Aufgabe der DM abgepreßt wurde.

      Daß man mit einer EZB und olivenstaatlichen Mehrheit im Direktorium die Prinzipien deutscher Währungspolitik unterlaufen würde, war damit auch immer schon beabsichtigt. Und normalerweise können diese Leute rechnen, bzw. sind sich der politischen Auswirkungen bewußt.

      Überdies wurde die Einführung des Euro bemerkenswerterweise nie von den USA beeinsprucht oder gar boykottiert. Im Gegenteil, einer der geistigen Väter war Robert Mundell, Nobelpreisträger, der wohl erkannt hatte, wie mit so einer Parallelwährung die gigantischen Schulden der USA in den Euro abgeladen werden könnten. (Man kaufte mit bedrucktem Papier die echten Assets auf. die gehören nun anderen Eigentümern, wir besitzen einen Haufen wertloses Altpapier.)

      Es ist diese Währung samt allen Folgeerscheinungen das was ein französischer MP sagte: Versailles ohne Krieg!

      Und die dahinter liegende Logik? - Germaniam esse delendam! - das gilt noch immer.

  7. Zraxl (kein Partner)
    29. August 2013 10:42

    Wenn, wenn, wenn...

    Es gilt der Primat der Politik, weil diese über die Machtmittel verfügt. Was zählt ein Versprechen, eine Vereinbarung, ein Vertrag in der Politik? Nichts!

    Die Vorstellung von einer gemeinsamen stabilen Währung war ein romantisches Trugbild.

  8. plusminus
    28. August 2013 13:38

    "Politische Eliten", die nicht auf Erkenntnisse einer Vielzahl von Wirtschaftswissenschaftler reagieren, verdienen diese Bezeichnung nicht.
    Das sind eher politisch ELENDE, die uns ein nunmehr währungspolitisches Elend eingebrockt haben.





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