Gut bezahltes Österreich: Wenn David Brenner mehr verdient als Timothy Geithner

Salzburgs scheidender Landesrat David Brenner (SPÖ) verdiente mit 196.000 Euro um 40 Prozent mehr als der scheidende US-Finanzminister Timothy Geithner; Bundeskanzler Faymann bekommt mehr als Angela Merkel. Seit Jahrzehnten kommen Österreichs Politiker mit der Endlos-Schleife von „mehr Gerechtigkeit“ an die Macht – und finden es dann mehr als angebracht, sich die eigenen Taschen mit Geld vollzustopfen.

Ist das Land Salzburg um 40 Prozent mächtiger als die Vereinigten Staaten von Amerika? Ist Brenner um 40 Prozent besser (ausgebildet) als Geithner? Eher nicht. Geithner hat einen Master in Business, spricht mehrere asiatische Sprachen, lebte und arbeitete als Unternehmensberater und für den IWF auf drei Kontinenten. Er hatte als Troubleshooter in der US-Finanzkrise aus der Bankenkrise ein Geschäft für Amerika gemacht.

Brenner kennt nur Staat. Nach dem Gymnasium: Partei. Danach ein „Flower-Power“-Studium aus Publizistik und einem Fächerbündel (u.a.) aus Politikwissenschaft. Danach: Partei. Privatwirtschaft, Banken, gar Finanzen? – Njet. Er ist Österreicher – da zählen halt noch andere Werte.

Mit der Forderung nach Solidarabgabe und Reichensteuern, mit dem Kampf gegen (eine freilich selbst herbeigedichtete) Armut war es Brenners Chefin, Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, gelungen, an die heiß ersehnte Macht zu gelangen. Weil man die Macht der Reichen nun gebrochen hätte, hielt man es offenbar für moralisch angemessen, sich als Belohnung selbst die höchsten Gehälter des Landes auszuzahlen. Höher als sie in 99,99 Prozent aller Salzburger Betriebe liegen. Und höher als 99,99 Prozent aller vergleichbaren US-amerikanischen oder deutschen Politiker.

Reiche Nationalbanker: Reichtum ungerecht verteilt

Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer (SPÖ) wird nicht müde, mehr Gerechtigkeit im Lande einzumahnen. Dass er mit 328.000 Euro selber um 11 Prozent mehr verdient als US-Präsident Barack Obama (Demokrat) – oder schlicht das Doppelte von Englands Premierminister David Cameron (Conservative) – scheint ihn nicht zu irritieren. Das Aufdecken von Ungerechtigkeiten (bei Anderen) will immerhin gut honoriert sein.

Parteikollege Ewald Nowotny (SPÖ) von der Österreichischen Nationalbank (ÖNB) streift mit 334.000 Euro jährlich das Doppelte vom Chef der US-Notenbank, Ben Bernanke, ein. Und als guter Sozialist weiß Nowotny, was sich gehört: Mit seiner Regentschaft driftete die Nationalbank über Nacht extrem weit nach links. Plötzlich entdecken die mit Pensions- und Gehaltsprivilegien fürstlich überschütteten Noten-Banker, wie ungerecht die Welt in Österreich doch geworden wäre - und wie ungleich die Vermögen doch verteilt wären.

Martin Schürz (ÖNB) will die Erbschaftssteuer sogar auf 100 Prozent erhöhen, will Erbschaften also am liebsten gleich verstaatlichen. Im sozialistischen Österreich ist Scheinheiligkeit eine hoch geschätzte Tugend. Und so sieht man hier natürlich keinen Zusammenhang mit den eigenen überhohen Gehältern und Vermögen.

Dabei hat Nowotny – im Gegensatz zu Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) – wenigstens eine abgeschlossene Ausbildung. Österreichs Bundeskanzler hatte es zustande gebracht, als Bummelstudent in all den Jahren nur eine einzige Prüfung abzulegen. Faymann stimmt heute in Brüssel über komplexe Finanzmaterien wie Bankenrettung oder Euro-Rettungsschirm ab. Man fragt sich: Versteht Faymann die Analysen hochkarätiger Ökonomen in Brüssel überhaupt? Bei einem Bank-Thema hingegen ist er sich sicher sicher: Sein Girokonto steigt jährlich um ein Brutto-Gehalt von 286.000 Euro.

Faymann schlägt Merkel, Wiens Häupl schlägt Londons Johnson

Mit 286.000 Euro verdient Werner Faymann um 32 Prozent mehr als Kollegin Merkel (CDU) aus dem Norden. Die Christdemokratin muss sich mit 217.000 Euro begnügen. Österreichs Vize-Kanzler Michael Spindelegger (ÖVP) kommt auf 252.000 Euro, US-Vize-Präsident Joe Biden (Demokrat) macht es um ein Drittel billiger: 164.000.

Den Vogel schießt aber Alexander Wrabetz (SPÖ) ab: Satte 350.000 Euro soll sich der ORF-Direktor aus dem üppig angefüllten Zwangsbeiträge-Topf genehmigen. Um ein Viertel mehr als ARD-Chef Peter Boudgoust (SPD).

228.000 Euro kassiert Wiens Bürgermeister Michael Häupl, aber „nur“ 167.000 Euro (oder „minus 27 Prozent“) Boris Johnson (Conservative). Der ist aber auch nur Bürgermeister von London. Für einen symbolischen Dollar arbeitet Michael Bloomberg (Demokrat) aus New York. Als erfolgreicher Unternehmer hat er ein Vermögen gemacht – nun sieht er es als Ehre, New York als Bürgermeister zu dienen.

Kräuter: Heuchelei beginnt bei 300.000 Euro

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Kräuter will das (vermeintliche) Auseinanderdriften der Gesellschaft mit höheren Steuern für Reiche bekämpfen – wobei die Reichen-Grenze für ihn bei 300.000 Euro beginnt. Bis auf Wrabetz ist das zufälligerweise auch jene Grenze, die gerade keinen einzigen schwerverdienenden SPÖ-Politiker mehr betrifft.

Dass der Gini-Koeffizient, Maßzahl für die Ungleichverteilung von Einkommen, in den letzten zehn Jahren eine schrumpfende Kluft gemessen hat, dass die Armutsgefährdung von Österreichern schon seit Jahren sinkt – dies alles hören Österreichs Bürger von Österreichs offiziellen Stellen nicht. Denn der ORF wird – wie die Statistik Austria, die Österreichische Nationalbank oder das Bundeskanzleramt – von SPÖ-Politikern geleitet und gelenkt. Dort hört man vor allem, dass die Ungerechtigkeit hierzulande und in der weiten Welt gestiegen ist  – was aber natürlich rein gar nichts mit den eigenen Gehältern zu tun hat.

Michael Hörl. Der Wirtschaftspädagoge und Betriebswirt ist Wirtschaftspublizist aus Salzburg. Sein aktuelles Buch „Die Gemeinwohl-Falle“ beschäftigt sich neben den Thesen Felbers oder Jean Zieglers auch kritisch mit der Armutsdiskussion.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorS.B.
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Februar 2013 22:47

    Man faßt es nicht - die sozialistische Heuchelei zeigt ihre häßliche Fratze und jetzt weiß man, was Sozis unter "sozial gerechter Umverteilung" verstehen = Umverteilung in die eigenen Taschen, Diebstahl an fremdem Vermögen und Eigentum. Kein Wunder, wenn sie immer öfter nach neuen und höheren Steuern rufen, schließlich müssen ihre FEUDALGEHÄLTER auch finanziert werden. Grauslich!

    Wie sagte schon Konrad Adenauer:
    "Alles, was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache,
    dass sie es von anderen haben wollen."

  2. Ausgezeichneter Kommentatorbrechstange
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    13. Februar 2013 07:55

    Allesamt vergessen hier, auch Herr Hörl, ein wichtiges Detail, ein durchaus korruptes Detail. In Österreich werden in die Gehälter Parteisteuern kalkuliert, die dann von der Steuer abgesetzt werden. Das ergibt ein ganz schönes Sümmchen für die Parteien. Das sind bis 30 %, die da vom Gehalt neben der öffentlichen Parteienfinanzierung den Parteien zufließen.

    Herr Hörl, für Geithner würde ich meine Hand nicht ins Feuer legen, ich denke, da sollte noch was Großes kommen. Wir werden sehen, wie die amerikanische Justiz arbeitet. Zwei Kinder eines Online-Redakteurs haben bereits dafür sterben müssen, aber der Mörder war ja nur die Nanny.

  3. Ausgezeichneter KommentatorInger
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Februar 2013 22:18

    Besonders bemerkenswert find ich den Unterschied zw. Dr. Angela Merkel und Werner Faymann - wenn man die Geschichte sozusagen vom Grundberuf aus betrachtet, die eine promovierte Physikerin - der andere ohne erlernten Beruf.
    So weit kann man es wohl nur in Österreich bringen...
    Zum Schlagtreffen ist der Unterschied zw. Nowotny und Bernanke- die Frage ist, wie lange kann sich Österreich solche Zuwendungen leisten??? Eine leistungsbezogene Entlohnung kann das bei keinem der Genannten sein.

  4. Ausgezeichneter KommentatorM.S.
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    12. Februar 2013 23:10

    Man hat schon lange nichts mehr vom Sparpaket gehört. Wieviel ist jetzt eigentlich davon übrig geblieben?


alle Kommentare

  1. Janesa (kein Partner)
    18. Februar 2015 23:29

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  2. Andie (kein Partner)
  3. Nhi (kein Partner)
    22. Januar 2015 09:06

    I'm skeptical of a regersunt Austrian right. Any Western revival will have to have a metaphysical star to guide it. My bet is that this one is more Fascist New-Right Neo-Pagan and Nazi rather than agrarian Royalist and Christian.I lived in Vienna for a while. The only occasion when the political right caught my attention was when they donned their brown shirts and shiny boots to commemorate the Anschluss in front of the Hofburg. I don't recall any similar events to honor the memory of Dollfuss.I'm not saying that this is by any means the whole picture. I'd just be cautious about putting too much gloss on and hope in the situation. http://ckumaqqlnkx.com [url=http://kpcnccgt.com]kpcnccgt[/url ] [link=http://readjh.com]readjh[/link ]

  4. Ika (kein Partner)
    21. Januar 2015 18:41

    Sie gestatten, dadf ich Ihren trlfceifhen Kommentar auf meinem Blog ausgiebig zitiere ...?Mit Quellenangabe, selbstmurmelnd es soll zwar keine Dissertation werden, aber trotzdem ... ;-)

  5. Matteo (kein Partner)
    21. Januar 2015 15:35

    They talk about Europe and the EU a lot. Plenty of mentions of "european fgroien policy", very little mention of national policy. FPd6's manifesto just doesn't read like anything remotely right-wing to me, though it does mention banning minarets and the like. It's not enough. They don't see Islam as a political ideology, just as a religion.Iran an important economic partner? Get real... http://qugubo.com [url=http://fwwafz.com]fwwafz[/url ] [link=http://adrvrzswo.com]adrvrzswo[/link ]

  6. Dakota (kein Partner)
    21. Januar 2015 02:27

    They say it's an abrahamic faith! Benign!....weasel words of "all fihats equal" and "common threads of belief"Muslim propagandists have done their job well, haven't they?

  7. Justine (kein Partner)
    20. Januar 2015 23:02

    I'm skeptical of a resrugent Austrian right. Any Western revival will have to have a metaphysical star to guide it. My bet is that this one is more Fascist New-Right Neo-Pagan and Nazi rather than agrarian Royalist and Christian.I lived in Vienna for a while. The only occasion when the political right caught my attention was when they donned their brown shirts and shiny boots to commemorate the Anschluss in front of the Hofburg. I don't recall any similar events to honor the memory of Dollfuss.I'm not saying that this is by any means the whole picture. I'd just be cautious about putting too much gloss on and hope in the situation.

  8. Lucas (kein Partner)
    19. Januar 2015 13:34

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  9. Susanna (kein Partner)
    21. Februar 2013 07:55

    Vielleicht ist das der Grund, warum es immer heißt, Österreich sei eines der reichsten Länder auf der Erde...

  10. Wuifaeh
    20. Februar 2013 15:26

    Wiewohl ich Ihre Analyse über das heuchlerische Bejammern der angeblich mangelnden "Verteilungsgrechtigkeit" durch die linke Hautevolee teile, so erliegen Sie dem verbereiteten Fehler, Äpfel mit Birnen vergleichen: Die Republik Österreich entlohnt ihre Politiker zwar nicht schlecht, dafür sind aber die notwendigen Nebengeräusche des Politikerdaseins (zumindest bei der Mehrzahl der anständigen Politiker) aus eigener Tasche zu berappen. Das Dienstverhältnis eines österreichischen Politikers erlaubt nunmal keine fringe benefits, wie sie aber gerade in den ewähnten Ländern USA oder GB nicht nur für Manager, sondern selbstverständlich auch für Politiker gelten. Der platte Vergleich von Nominalgehältern ist demnach nicht nur unzulässig, sondern fördert weiterhin die in Österreich ohenhin schon viel zu weit fortgeschrittene Negativauslese beim politischen Spitzenpersonal.

  11. roms (kein Partner)
    14. Februar 2013 10:27

    Salzburgs Bürgermeister heinz Schaden und der grüne Stadtrat Padutsch hielten vor sechs Jahren noch ein Ruhestandseinkommen von 2.000 € für existenzgefährdend!
    http://sbgv1.orf.at/stories/229211

    Zwischenzeitlich haben sich beide gottlob sanieren können. Die "Gerechtigkeit" hat offenbar gesiegt!
    http://www3.salzburger-fenster.at/redaktionell/4155-kraeftige-erhoehung-fuer-die-stadtpolitiker-und-die-buergermeister.html

  12. BIÖ
    13. Februar 2013 13:05

    Ein Danke an Hrn. Hörl für das Aufbereiten dieser Information!

    Wir haben diesbezüglich den BK gefragt, und die Antwort erhalten, dass es an Dienstwohnungen und Personal liegen würde (wie wenn das zur persönlichen Bequemlichkeit bereitgestellt und somit eine Art Gehaltsbestandteil wäre - was nebenbei ganz andere, steuerrechtliche, Probleme aufwerfen würde).

    Der zweite Grund sei, dass Politiker hier bereits weniger verdienen würden als das in der Privatwirtschaft möglich wäre.

    Hmm, anderswo nicht? Liegen die Managergehälter bei uns so tatsächlich viel höher als in D, dem UK oder den USA? Und wenn man an Manager denkt wie Klima bei VW oder Ederer bei Siemens, dann kommt - uns jedenfalls - durchaus auch der Gedanke, dass es auch hier Querverbindungen geben dürfte. Die zum Ausgangspunkt zurück führen: wie ist das zu rechtfertigen?

    http://www.meinparlament.at/frage/6965/
    (http://www.biö.at/?q=node/226 )

    Mal sehen, vielleicht fällt uns da noch eine Anschlussfrage ein.

    BG Matthias Wolf

  13. brechstange
    13. Februar 2013 07:55

    Allesamt vergessen hier, auch Herr Hörl, ein wichtiges Detail, ein durchaus korruptes Detail. In Österreich werden in die Gehälter Parteisteuern kalkuliert, die dann von der Steuer abgesetzt werden. Das ergibt ein ganz schönes Sümmchen für die Parteien. Das sind bis 30 %, die da vom Gehalt neben der öffentlichen Parteienfinanzierung den Parteien zufließen.

    Herr Hörl, für Geithner würde ich meine Hand nicht ins Feuer legen, ich denke, da sollte noch was Großes kommen. Wir werden sehen, wie die amerikanische Justiz arbeitet. Zwei Kinder eines Online-Redakteurs haben bereits dafür sterben müssen, aber der Mörder war ja nur die Nanny.

  14. M.S.
    12. Februar 2013 23:10

    Man hat schon lange nichts mehr vom Sparpaket gehört. Wieviel ist jetzt eigentlich davon übrig geblieben?

  15. S.B.
    12. Februar 2013 22:47

    Man faßt es nicht - die sozialistische Heuchelei zeigt ihre häßliche Fratze und jetzt weiß man, was Sozis unter "sozial gerechter Umverteilung" verstehen = Umverteilung in die eigenen Taschen, Diebstahl an fremdem Vermögen und Eigentum. Kein Wunder, wenn sie immer öfter nach neuen und höheren Steuern rufen, schließlich müssen ihre FEUDALGEHÄLTER auch finanziert werden. Grauslich!

    Wie sagte schon Konrad Adenauer:
    "Alles, was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache,
    dass sie es von anderen haben wollen."

  16. Inger
    12. Februar 2013 22:18

    Besonders bemerkenswert find ich den Unterschied zw. Dr. Angela Merkel und Werner Faymann - wenn man die Geschichte sozusagen vom Grundberuf aus betrachtet, die eine promovierte Physikerin - der andere ohne erlernten Beruf.
    So weit kann man es wohl nur in Österreich bringen...
    Zum Schlagtreffen ist der Unterschied zw. Nowotny und Bernanke- die Frage ist, wie lange kann sich Österreich solche Zuwendungen leisten??? Eine leistungsbezogene Entlohnung kann das bei keinem der Genannten sein.

    • logiker2
      13. Februar 2013 08:16

      "So weit kann man es wohl nur in Österreich bringen... "
      das ist die linke Durchlässigkeitsgerechtigkeit, so dass jeder Trottel was werden kann.





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